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Geleitworte für einen Führer

Das Wohl der Volker baut sich rund um eine Persönlichkeit auf. Darüber gibt es in der Geschichte auf den verschiedensten Gebieten zahlreiche Beispiele. Viele werden diese sichtbaren Beweise der Persönlichkeit selbst zuschreiben. Doch so denken die Kurzsichtigen, die Weitsichtigen verstehen, dass solch eine Synthese nichts anderes ist als die Manifestation der Macht der Hierarchie. Wirklich, bei allen solchen Erscheinungen wählt die Hierarchie einen Brennpunkt, auf den der Strom gelenkt werden kann. Außerdem besitzt die Persönlichkeit dieses Ranges ein Feuer, das die Verbindung bewusst oder unbewusst erleichtert. Doch unentbehrlich ist eine bestimmte Eigenschaft von selten des Volkes selbst - Vertrauen und Anerkennung der Macht. Deshalb spreche Ich bei verschiedenen Anlässen so oft über die Bedeutung der Autorität. Diese Eigenschaft ist so notwendig wie ein Bindeglied einer feurigen Maschine. Ihr seht selbst, wie Völker durch Bestätigung eines Führers voranschreiten. Ihr seht selbst, dass es keinen anderen Weg gibt. Daher muss das Bindeglied zur Hierarchie erkannt werden. Man sollte nicht kurzsichtig sein.

1. Der Führer macht eine Gratwanderung ohne Abstiegsmöglichkeit. Das Erkennen der Grenzlinien zwischen Gegensätzen liegt bereits in der Natur des Führers. Aus diesen feinen Grenzlinien wird der Siegesteppich gewoben. Täglich und stündlich breitet sich dieses Gewebe der Geheimnisse vor dem Führer aus. So erleben sie Nachsicht und nachlässige Duldung. Gewiss, das zweite ist eine Steigerung des ersten, doch zwischen ihnen liegt das Schwert der Gerechtigkeit. Nachsicht entsteht durch Licht, doch nachlässige Duldung bereits durch Finsternis. Auf dem schmalen Grat dazwischen liegt das Schwert der Gerechtigkeit. Schmal ist der Bereich, in dem dieses Schwert liegen kann. Genauso schmal wie die Grenzlinie zwischen Mut und Grausamkeit. Nur das Herz des Führers weiß, wo diese Grenzlinien liegen. Das Rätsel der Grenzlinien der Gerechtigkeit löst man nicht mit erhabenen Ratschlägen. Das gesamte Leben ist ein solches Rätsel, daher gibt es für den Führer weder Bedeutendes noch Unbedeutendes. Die Aufmerksamkeit des Führers ist bei allen Entscheidungen scharf. Der Führer bittet nicht um Rat, vermag jedoch Ratschläge anzunehmen. Der Führer ist pünktlich, er hält niemanden auf. Er hat den Vorzug, unerwartet zu erscheinen und kann sich vorstellen, wie viel Zeit für jede Angelegenheit erforderlich ist. Verleumdung bereitet ihm keinen Verdruss, er ist auch imstande, sich korrekt auszudrücken. Er ist nicht käuflich, da er keine irdischen Reichtümer rafft. Als Arzt der menschlichen Herzen kennt er die Bedeutung der Töne und der Farben. Er freut sich über die Wahrheit und lehnt Illusionen ab. So ist der Weg des Führers - der Weg der Wahrheit.

2. Der Führer kennt keinen Fall des Geistes, doch kann der Druck einer vergifteten Atmosphäre auch auf ein starkes Bewusstsein einwirken. Daher darf auch der Stärkste nicht ohne kosmischen Beistand bleiben. Was kann der Führer erreichen, würde er sich von der rettenden Verbindung lösen? Gerade der Führer, der die Bürde der Führerschaft auf sich genommen hat, muss sich der Leiter zur Höheren Welt fest anschließen. Gerade der Führer muss sich in seinem vom Herzen bestimmten Taten fortwährend durch die Emanationen des Segens kräftigen. Er muss sich der Hierarchie in oftmaligen Gedanken zuwenden und aufmerksam alle gesandten Zeichen beobachten, die für Unwissende natürlich nur Aberglauben darstellen. Wie viele nützliche Beobachtungen scheitern an dem Unverständnis darüber, was echt und was Aberglauben ist. Mitunter bezeichnen die Menschen ein offenes Auge als Aberglauben, doch der Führer muss über Aberglauben und Vorurteilen stehen. Stellen wir uns vor, wie sehr sich das Leben ändern würde, beseitigte man alle Vorurteile, Voreingenommenheit und vorsätzlich gefällte Entscheidungen. Solche irdischen Richter werden ein sehr schweres Karma zu durchleben haben.

3. Der Führer sollte nicht beneidet werden, denn er trägt die ganze Last des Lebens. So kann man an eine alte Frau erinnern, welche bei der Begegnung mit einem Sieger bitterlich zu weinen begann. Als man sie fragte, weshalb sie bei der allgemeinen Freude Tränen vergieße, antwortete sie: "Er tut mir ja so leid!".

4. Manche könnten fragen, warum Ich von einem Führer und nicht von einem Herrscher spreche? Der Unterschied zwischen beiden ist gewaltig. Der Begriff Herrscher setzt das Vorhandensein sowie das Herrschen über bereits Bestehendes voraus; doch der Führer offenbart die Zukunft, in des Wortes genauer Bedeutung. Er hat nicht etwas bereits Aufgebautes in Empfang genommen; er führt, und jede seiner Taten drängt voran. Der Herrscher kennt das bereits Aufgebaute und Vollbrachte; doch der Führer sieht sich nicht dem, was bereits bestätigt ist, gegenüber und muss das Volk zum Berg der Vervollkommnung führen. Wenn die Last des Herrschers groß ist, dann ist die Verantwortung des Führers noch größer; und deshalb errichten die Höchsten Mächte ihren Altar dort, wo es Zeichen solcher Führerschaft gibt. Gerade der Führer muss zwischen Scheinheiligkeit und Aufrichtigkeit unterscheiden. Die Tugend des Herzens unterscheidet sich sehr von erzwungener Unterwürfigkeit. Der Führer besitzt die Kraft, diese Eigenschaft zu erkennen.
Viele haben darüber gelesen, wie David die Höchsten Mächte befragte. Er nahm Zuflucht zu dieser Quelle, um unnötige Irrtümer zu vermeiden. Es gibt viele solcher Beispiele in der Geschichte verschiedener Volker. Jeder kennt sie. Man braucht sich nicht in die alten Zeiten zu versetzen, diese Zeichen der Verbindung und des Großen Dienstes sind in jüngsten Ereignissen sichtbar. Aber wir wissen auch, dass es für die Hohe Verbindung eines reinen Herzens bedarf. An dieser Verbindung kann nichts Unreines teilnehmen, deshalb muss das Zeichen der Reinheit des Herzens das Symbol des Führers sein. Nicht nur in Taten, sondern auch in Gedanken bringt der Führer das Wohl des Volkes. Er weiß, dass er damit betraut wurde, einen vollen Kelch zu überbringen. Er weicht nicht durch nutzlose Irrwege von seinem Pfade ab, Er wird den anvertrauten Kelch nicht verschütten. Auf diese Weise ist der Begriff Führer ein Zeichen der Zukunft.

5. Denkt daran, wie sehr die Menschen des Begriffs Führer bedürfen. Sie wünschen sich jemanden, der vor dem Höchsten für sie Bürge ist. Sie begreifen, dass man den Pfad nicht ohne Vermittlung finden kann, doch sie wissen, dass der Führer erscheint. Wenn ihn keine irdischen Erscheinungen zurückhalten, kann den Führer nichts hindern. Das reine Streben des Führers kann vor der bestimmten Frist nicht zurückgehalten werden.

6. Jeder Führer begegnet auf seinem Weg natürlich einer Vielzahl von Umständen, die sein Karma erschweren können. Dies ist unausweichlich, doch nur ein gewöhnliches, irdisches Urteilsvermögen wird einen derartigen Druck nicht aushallen. Weshalb muss der Führer überflüssige Belastungen ertragen, wo er doch die Verbindung mit den Höheren Kräften hat? Wenn er das von den Höheren Kräften Gebotene ausführt, wird er sein Karma nicht erschweren. Um in diese glückliche Lage zu kommen, muss er sein ganzes Bewusstsein in Zuwendung zur Höheren Welt konzentrieren. Er muss sich von störenden Gewohnheiten befreien und seinen Willen umerziehen, indem er eine unzertrennliche Verbindung zu seinem Geistigen Leiter herbeiführt. Man muss sich an eine solche Verbindung derart gewöhnen, dass eine Einheit entsteht und diese zur Lebensgrundlage wird. Außerdem darf der Führer keine Rache kennen, diese ist ein tierisches Gefühl. Der Führer kennt weder Kränkung noch Rache, weil er unaufhörlich tätig ist. Ebenso weiß der Führer, dass niemals Untätigkeit angebracht ist, da diese die Energie tötet. Der Führer hat verstanden, dass Zweifel nicht Suche nach Wahrheit ist. Jeder in die Ferne Blickende strebt zur Wahrheit, doch der Zweifelnde wendet sich zurück, und darin liegt sein Verderben.

7. Ein unverletzlicher Panzer kann sowohl aus Metall als auch aus Seide bestehen, doch der beste Panzer ist der feurige. Kann der Führer auf dem bestimmten Weg ohne feurigen Panzer voranschreiten? Wie könnten dann alle Pfeile der Bosheit und die Schwerter des Hasses abgewehrt werden? Viele Führer fühlten sogar in ihrem irdischen Bewusstsein, dass sie der feurige Panzer beschützte. Ganze Bücher könnten über den Magnetismus des vorgesehenen Führers geschrieben werden. Man kann beobachten, dass weder die äußere Erscheinung noch die Stimme, noch Reichtum die Menschen überzeugen, sondern etwas anderes. Schon öfter sprach Ich über das Feuer des Herzens. Gerade dieser Panzer ist ein Magnet, der anzieht und beschützt. Wie es heißt: "Ich will alle Pfeile in meinem Schild auffangen." Aber dieser Schild muss geschmiedet werden. Dieser Schild kann nur von Oben offenbar werden. Doch wie viele Gedanken und Gespräche müssen vorausgeschickt werden, damit die Verbindung hergestellt und der feurige Panzer geschmiedet wird! Man sollte weder einen Tag noch eine Stunde verlieren, um die Verbindung ins Leben zu rufen und währen zu lassen. Fälschlich denken die Menschen, die Wissenschaft schließe die Höhere Welt aus; sie kann irdische Bezeichnungen ändern, doch das Wesen der Grundlage bleibt die Dreieinigkeit. Umso mehr weiß der Führer, worin das Wesentliche besteht. Vielleicht wird er dieses Unaussprechliche Wort nicht verheißen, aber er wird es in seinem Herzen fühlen. Dieses Wort wird dem Führer helfen, die universelle Weltvorstellung nie zu verlieren, nur diese wird ihm willfährig den wunderbaren Panzer verleihen.

8. Der Führer weiß, dass er den finsteren Kräften gegenübersteht und dass der Kampf mit ihnen unerbittlich ist. Der Führer weiß, wie hinterlistig die Winkelzüge der Finsteren sind, doch besitzt er zwei Waffen gegen die Finsternis. Die erste ist die eigene Scharfsicht und Mäßigkeit im Leben. Die zweite ist die Verbindung mit den Kräften des Lichts in ihrer ganzen Unbesiegbarkeit. Es ist nicht leicht, all den entsetzlichen Taten der Finsternis entgegenzustehen, ohne sich abwenden zu dürfen. Doch der Führer spürt die Führende Hand, und während der Schlacht nimmt er diese Hand wahr und ein Hauch von Segen von Oben umgibt ihn. Der Führer wird solche Zeichen des Segens nicht ignorieren. Der Führer wird dem Volk helfen, indem er die Bedeutung von verdrehten Begriffen reinigt. Das Durcheinander im Leben kommt in einem bedeutenden Maße von der Verdrehung der Begriffe. Das bedeutet, dass zum Reinigen die besten Kenner einer Sprache beauftragt werden müssen, um die Bedeutung des Gesagten wiederherzustellen.

9. Der Führer muss die Fähigkeit besitzen, andere zu fördern; er muss die wahren Begabungen klar erkennen und dementsprechend eigenverantwortliche Arbeiten zuteilen können. Gerechtes Lob bildet einen Garten der Anerkennung. Es wurde bereits gesagt, dass Dankbarkeit eine Brücke zur Höheren Welt bildet.

10. Der Führer erkennt Frist und Maß in seinem Herzen, dieses Wissen ist jedoch keine Willkür. Erst die Bestätigung durch die Verbindung verleiht unanfechtbares Wissen über die Zukunft. Es ist von der Vorausschau des Führers gesprochen worden, doch woher soll Vorausschau denn kommen, wenn das Tor nach Oben nicht geöffnet ist? Wie soll man die Fristen verstehen können, wenn der Geistige Leiter den Verlauf des Stromes nicht bestätigt? Vermag menschlicher Verstand etwa dasjenige zu verstehen, was der Geistige Leiter voraussieht? Ist menschlicher Hochmut etwa ausreichend, um alles zu überblicken? Daher können Unwissende nicht verstehen, wodurch Frist und Maß festgesetzt sind, aber ein erleuchtetes Bewusstsein weiß über die Hierarchie des Lichts.

11. Verbundenheit in enger Freundschaft beruht auf dem Gesetz der Anziehung. Dies ist sowohl Priestern als auch Gelehrten verständlich. Wie entsteht diese Verbundenheit? Genauso wie Sandkörnchen sich durch Schwingungen in einer Entsprechung anordnen. Man kann beobachten, dass sich einige von ihnen rasch zusammenfinden. Solche Rhythmuszeichnungen stellen keineswegs einen Trennungsvorgang dar, im Gegenteil sie bestätigen die Verbundenheit von Übereinstimmungen. "Feuriges Herz, eile im kosmischen Rhythmus voran und vermehre die Schönheit des Seins durch dich selbst."

12. Ist es möglich, jemanden einen Tyrannen zu nennen, der sich um Freundschaft bemüht? Kann man etwa jemanden so nennen, der zur Zusammenarbeit anspornt? Kann man jemanden, der nach Erkenntnis strebt, so nennen? Kann man jemanden, der schöpferisch tätig ist, so nennen? Kann man jemanden, der an seiner Selbstvervollkommnung arbeitet, so nennen? Gewiss, die von Finsternis geschlagenen Unwissenden fürchten jegliche Bestätigung des Lichts, doch diese kleinen Giftnattern verbrennen im Herzensfeuer des Führers. Viele Namen werden auf Papier gebracht, doch dreihundertsechzig Papierbögen werden dennoch nur auf das Kommende hinweisen. Es ist eine besondere Erziehung des Herzens erforderlich, um die Merkmale des Kommenden zu erkennen. Nur die Verbindung zur Hierarchie garantiert unerschütterliche Entwicklung zum Licht. Wie könnte man denn die Kraft finden, Strahlen des Lichtes anschauen, wenn die Augen den herrlichen Glanz der Leiter des Aufstieges nicht kennen?

13. Die Heimat übt eine magnetische Anziehung auf eine bestimmte Bewusstseinsart aus. Diese Einstellung kann durch Scheinheiligkeit verloren gehen, jedoch in der Verbindung nach Oben liegt die Möglichkeit, die irdische Heimat um ein erweitertes Bewusstsein zu bereichern. Der Mensch wird von der irdischen Heimat angezogen, gerade sie dient ihm als Ausgangspunkt für den Weg in die Unbegrenztheit. Wird etwa die irdische Heimat durch diesen Bezug zur Unbegrenztheit geschmälert? Ganz im Gegenteil, jede derartige Erhebung verstärkt das Herz des Führers.

14. Der Wunsch zu helfen ist die Zierde des Führers. Wie viele Möglichkeiten erwachsen aus diesem edlen Wunsch! Viele Wünsche entarten zu Leidenschaften, der Wunsch zu helfen ist jedoch die Grundlage der Selbstaufopferung.

15. In Arbeitsfreude lebende Völker erwarten vom Führer zu Recht eine gerechte Wertschätzung der Arbeit. Der Führer muss erreichen, dass Arbeit als einer der grundlegenden Werte verstanden wird. Der Führer muss wahre Leistungen klar erkennen können, unabhängig davon, ob es sich um geistige, künstlerische oder körperliche Arbeit handelt. Arbeit muss Freude zur Folge haben. Aufklärende und klare Führerschaft sorgt auch für eine Vielfalt von Bildungsveranstaltungen und Beratungen. Es ist verständlich, dass Völker, die in Arbeitsfreude leben, keine in den Ruhestand versetzten Mitarbeiter kennen. Nur Krankheit und Altersschwäche rechtfertigen eine öffentliche Unterstützung. Ein Ruhestand kann jedoch nicht zur Diskussion stehen, wenn die Kräfte nicht erschöpft sind, denn Arbeit bedeutet Freude. Man darf die Menschen auf keinen Fall ihrer Arbeit berauben, aber man muss eine ihrer jeweiligen Natur entsprechende Arbeit auswählen. Hierfür ist ein aus entsprechend gebildeten Gelehrten zusammengestellter Rat erforderlich, der ohne Vorurteile und Voreingenommenheit in vernünftiger Weise zu entscheiden vermag. Der Führer stellt diesen Rat zusammen, und er ist verantwortlich dafür, dass weder Unwissende noch Diener der Finsternis zugelassen werden. Es ist undenkbar, dass die Belange von Arbeit und Zusammenarbeit von Händen Unwissender gelenkt und von eigennützigem Gewinnstreben bestimmt werden. Die Arbeit stellt den Maßstab für die Qualität des Bewusstseins dar. Die Arbeit wird das Bewusstsein zur Vervollkommnung führen, so wird die Arbeit das Zeichen des Aufstieges sein und Freude und Gesundheit mit sich bringen. So erweist sich der Führer vor allem als Schirmherr der Arbeit, er selbst freut sich besonders über die Arbeit.

16. Ihr werdet Menschen begegnen, die sagen werden - hinweg mit Führern, hinweg mit Lehrern, hinweg mit Leitern! Seid gewiss, dass sie Parasiten sind, die sich von Aufruhr und Zerfall nähren. Falschheit und Unterdrückung sind dem Wesen der Parasiten eigen. Sie horten insgeheim Reichtümer und sind nicht abgeneigt, Luxus zu ernten. Daran sollte man alle erkennen: Jene, die von Natur aus Erbauer sind, und jene, die Zerstörer sind. So ist es recht, mit jenen zu weilen, die die Freude der Arbeit kennen. Sie kennen auch die Führenden Mächte und verehren den Lehrer, denn ihre Natur ist auf Mitarbeit ausgerichtet.

17. Es geschehen wirklich Wunder, und es lohnt sich, ein Leben im Erkennen der Wunder zu führen. Viele bereite Verbindungen scheitern an stumpfen Verneinungen und schmachvoller Blindheit des Bewusstseins.

18. Die Gleichberechtigung der Geschlechter und der Völker ist eine der Grundlagen eines Staates. Der Führer ist dafür verantwortlich, dass diese Grundlagen beachtet werden. Keinerlei Relikte dürfen das behindern, was durch die Natur selbst vorgegeben ist.

19. Die rasche Durchführung von Gerichtsverfahren verleiht der Bevölkerung Spannkraft. Der Führer muß die Verantwortung dafür übernehmen, dass die Rechtsprechung ohne Verzögerungen umgesetzt wird. Angehende Richter sollten nicht nur nach Kenntnis von Paragraphen geprüft werden, sondern vor allem in Bezug auf ihre Fähigkeit, das menschliche Herz zu erkennen. Man kann verschiedene Fachleute hinzuziehen, aber Richter müssen selbst ein ausreichend erleuchtetes Bewusstsein besitzen. Der Führer muss das Bewusstsein der Richter selbst überprüfen. Die Rechtsprechung ist Ausdruck eines edlen Staatsaufbaues.

20. Niemand sollte die gesamte Tageseinteilung des Führers kennen, denn die Bevölkerung möge ihn, seine Hilfe und Ermutigung jederzeit erwarten. Niemand sollte sich weigern, den Führer zu empfangen, ob bei Morgenrot oder zu Mitternacht. Sogar die Fortbewegungsmittel muss der Führer unerwartet wählen, ebenso die Kleidung und die Begleitpersonen.

21. Der Führer sorgt nicht nur für die physische Gesundheit des Volkes, sondern er erhalt auch dessen geistige Kraft. Er hat verstanden, dass die geistige Meinungsfreiheit unverzichtbar ist. Er bildet einen Rat aus weisen Persönlichkeiten, damit die geistige Freiheit des Volkes unangetastet bleibt, nur diese Freiheit verleiht dem Volk Flügel.

22. Notengeld bleibt in zwei Formen erhalten. Eines für den internationalen Zahlungsverkehr, das andere für den Zahlungsverkehr im Inland. Dieses Inlandsnotengeld oder die Wertpapiere der Genossenschaften fördern die innere Wirtschaft sehr. Es dient dem Handel mit Waren und Handerzeugnissen. Die Menge dieses Notengeldes ist für sich genommen unbeschränkt, jedoch abhängig von der Gesamtproduktion eines Landes. Auf diese Art und Weise verfügen alle Bürger des Staates über drei Einkommensmöglichkeiten: Erstens, in Form einer kleinen Menge internationaler Währung, welche in Verbindung mit besonderen, staatlich gebilligten Aufgaben verdient werden kann; zweitens, als Inlandsnotengeld, dessen Wert durch Arbeit gedeckt ist; und drittens durch den Tausch verschiedener Waren und Dienstleistungen.

23. Die Erziehung der Völker muss bereits mit der Grundausbildung der Kinder im frühesten Alter beginnen. Je früher, desto besser. Ihr könnt sicher sein, dass Übermüdung des Gehirns nur von Schwerfälligkeit herrührt. Wenn sich die Mutter der Wiege ihres Kindes nähert, spricht sie die erste Formel der Erziehung: "Du kannst alles." Verbote sind nicht erforderlich. Auch das Schädliche sollte nicht verboten werden. Es ist besser, die Aufmerksamkeit auf das Nützlichere und Anziehendere zu lenken. Jene Erziehung wird die beste sein, welche die Anziehungskraft des Guten zu steigern vermag. Außerdem ist es nicht notwendig, die im kindlichen Unverstand eingebildeten schönen Bilder zu entstellen; demütigt Kinder nicht! Denket fest daran, dass wahre Wissenschaft immer mahnend, kurz, genau und schön ist. Es ist notwendig, dass in der Familie wenigstens ein Keim von Verständnis für die Erziehung vorhanden ist. Nach dem siebenten Lebensjahr ist bereits vieles verloren. Gewöhnlich ist der Organismus nach dem dritten Lebensjahr voll aufnahmefähig. Schon bei den ersten Schritten muss die Hand des Führers die Aufmerksamkeit auf die fernen Welten lenken und auf sie verweisen. Unbegrenztheit muss vom jungen Auge gefühlt werden. Gerade das Auge muss sich daran gewöhnen, die Unbegrenztheit anzunehmen.
Es ist notwendig, dass das Wort den Gedanken genau wiedergibt. Falschheit, Grobheit und Spott müssen vertrieben werden. Verrat ist selbst im Keime unzulässig. Zur Arbeit "wie die von Erwachsenen" muss angespornt werden. Nur vor dem dritten Lebensjahr nimmt das Bewusstsein leicht den Gedanken der Gemeinschaft auf. Was für ein Irrtum ist es, zu glauben, einem Kind eigene Sachen geben zu müssen! Ein Kind vermag leicht zu verstehen, dass Sachen Gemeingut sein können.
Die Behauptung: "Ich kann alles", ist keine Prahlerei, sondern das Bewusstwerden eines Apparates. Das armseligste Wesen kann den Zugang zur Unbegrenztheit finden, denn jede wertvolle Arbeit erschließt die Tore.

24. An Haupt- und Mittelschulen muss es für beide Geschlechter die gleiche Erziehung geben. Man kann einem Kind keine Spezialisierung zumuten, wenn es seine eigene Veranlagung noch nicht zu erkennen vermag. Erst an höheren Schulen sollten die Lehrpläne den Fähigkeiten der Studenten gemäß erstellt werden. Auf diese Weise kann man die Ausbildung der Kinder, die ihre eingelagerten Fähigkeiten noch nicht zum Ausdruck bringen können, ausrichten. Es ist wichtig, dass sich der Lehrplan dem Geschlecht nach nicht unterscheidet. Dies allein wird ein äußerst schädliches Verhalten dem Geschlecht gegenüber beseitigen.

25. Es ist wichtig, die Lehrpläne der Schulen zu überprüfen und die Richtlinien echten Wissens zu verstärken. Aberglaube treibt die Menschen in die finsteren Schächte des Schreckens. Das Denken der Schüler unverzüglich in richtige Formen zu leiten, ist unerlässlich, andernfalls wird eine weitere Generation von Unverständigen den Planeten entehren. Man muss sich den Naturwissenschaften mehr zuwenden, um die Bedeutung dieses Begriffes zu erkennen. Biologie, Astrophysik, Chemie werden die Aufmerksamkeit des jüngsten Kinderverstandes auf sich ziehen. Gebt den Kindern Gelegenheit zum Denken! Ebenso erweitert den Gesichtskreis der Grundschulen. Dies ist ein Rat zur sofortigen Befolgung!

26. Im Unterricht an den Schulen sind sämtliche veralteten Fächer zu ersetzen. Alte Sprachen sollten selektiv unterrichtet werden. Natürlich sind die Lehrpläne den verschiedenen Volksgruppen anzupassen. Zu diesem Zweck sollte das Studium einer allgemeinen Sprachwissenschaft eingeführt werden. Besonders wichtig ist es, eine anschauliche Unterrichtsweise zu entwickeln - Naturwissenschaften, Geographie, angewandtes Wissen und verschiedene Handwerksarten. Es sind Unterrichtsgespräche über geistige Themen einzuführen, und zwar im Geiste der verschiedenen Religionssysteme und in Abhängigkeit von der Zusammensetzung der Schülerschaft. Die Unterschiede zwischen Landgymnasien und Stadtgymnasien müssen beseitigt werden. Einheitlich für alle die Grundschule, einheitlich für alle die höhere Schule, und einheitlich für alle die Universität.
Besondere Aufmerksamkeit ist der Grundschule zu widmen. In der Grundschule sollte der gemeinsame Unterricht bis zum Alter von zehn Jahren gehen. Die Mittelschule von zehn bis sechzehn Jahren, jedoch natürlich abhängig von den Begabungen. In der Mittelschule sollten Mädchen und Knaben getrennt unterrichtet werden. Prüfungen sind abzuschaffen, doch soll jeder eine selbständig gefertigte Jahresarbeit erarbeiten. Auch ein Siebenjähriger möge seine Begabungen selbst bekunden. So wird es leichter sein, die Fähigkeiten zu beurteilen. Baulich sollten Schulen zu den schönsten Gebäuden zählen.
Der Unterricht in geistigen Themenbereichen soll in eigenen Räumlichkeiten, in denen Darstellungen aller Religionsgründer hängen, abgehalten werden.
Bezüglich der Schulen ist hinzuzufügen, dass die Individualität des Geistes nicht zerstört werden darf. Und natürlich ist jegliche Politik aus dem Schulbereich auszuschließen. Sommergemeinschaftslager sind als sehr nützlich anzusehen. Militärgesamtschulen sind abzuschaffen, doch sollte es Unterricht in militärischen Disziplinen an den allgemeinen Schulen geben. Für diejenigen, die sich dem Militärwesen zuwenden wollen, möge eine Militärhochschule eingerichtet werden, die einer Universität gleichzustellen ist. Wer diese Hochschule besucht, soll vom normalen Militärdienst befreit werden. Die anderen mögen den üblichen Militärdienst erfüllen.
Den Frauen möge die Mitentscheidung in kommunalen Angelegenheiten ermöglicht werden.

27. Aufgabe einer wahren Schule ist es, das Bewusstsein in die Zukunft zu lenken. Es scheinen nur wenige zu verstehen, dass das Ausrichten des Bewusstseins in die Zukunft der Bildung eines leitenden Magneten gleichkommt. Das erfolgt, wenn das Bewusstsein völlig in die Zukunft bestrebt ist. Man könnte meinen, dass viele zuweilen an die Zukunft denken, doch sie tauchen nachher wieder in die Vergangenheit unter. Man sollte nicht nur einzelne Gedanken auf die Zukunft richten, sondern das Bewusstseinswesen sollte auf den Schlüssel der Zukunft abgestimmt werden. Solch eine Umwandlung kann man nicht erzwingen; man kann sie nur erreichen, wenn man die Zukunft immer stärker lieb gewinnt. Aber nur wenige lieben die Zukunft. Das Land der Arbeitsfreude, der Vervollkommnung der Arbeitsqualität kann in die Zukunft verlegt werden. Pflicht des Führers ist es, das Volk in die Zukunft zu lenken.

28. Die evolutionären Weltvorgänge müssen in den Schulen sehr anziehend dargestellt werden. Ein Vaterland ist das Ergebnis eines Weltprozesses und muss einen genau bestimmten Platz und Bedeutung einnehmen. Jedermann muss den wahren Wert seines Landes kennen, aber es darf kein in der Einöde wachsender Baum sein. Es muss mit vielen Nationen zusammenarbeiten. Auch der Glaube an die Höhere Gerechtigkeit ergibt sich aus der Kenntnis der Wirklichkeit. Mögen die Vorgänge in der Welt lebendige Interpreten finden. Der Führer selbst muss besorgt sein, dass diese großen Völkerpfade nicht aus Unwissenheit entstellt werden.

29. Jede Vereinigung kann sich nur auf gemeinschaftlicher Basis bilden. Elemente der Eroberung, der Unterdrückung oder Herabsetzung auch nur zuzulassen heißt, dass sich diese abscheulichen Schattenbilder früher oder später in zerstörende Ungeheuer verwandeln werden. Deshalb kann in den Aufbau des Bollwerks kein Gewaltakt eingeführt werden. In der Zusammenarbeit kann die Macht der Freude gefunden werden; doch solch eine Zusammenarbeit bedarf der Denkkunst.
Wer wird die Kräfte für produktive Arbeit spenden? Allein der, der fähig ist, den Nutzen der Zusammenarbeit zu erkennen Er muss sich diese gemeinsame Arbeit vorstellen können; doch wie ihr wisst, muss Vorstellungsvermögen gepflegt werden. Aufgabe jeder Schule ist es, gutfundiertes Vorstellungsvermögen zu erschließen.

30. Jede Streikbewegung wirkt wie eine Zerstörung des Produktionsprozesses, daher sind diese unzulässig. Solche Äußerungen von Unbesonnenheit können nur in sehr groben Staatsformen vorkommen. Die Menschheit befindet sich auf einer ausreichend hohen Stufe der Verstandesentwicklung, um strittige Fragen auf dem Wege vernunftgetragener Besprechungen zu lösen. Zerstörende Bedingungen müssen unverzüglich beseitigt werden. In einem Zustand von Feindschaft kann keine Rede von Zusammenarbeit sein. Die Kräfte der Vernunft müssen gemeinsam Wege suchen, um gefährliche Katastrophen zu vermeiden. Wenn zum technischen Fortschritt auch Verstehen der geistigen Entdeckungen entstehen würde, könnte das Gleichgewicht erreicht werden.

31. Neben den Arbeitsgemeinschaften gibt es Vereine zur Pflege kultureller Zusammenarbeit. Nur wenige werden verstehen, wo die Grenze zwischen einer praktischen Arbeitsgemeinschaft und einer kulturellen Vereinigung liegt. Jede Schule, jede Einrichtung ist imstande, einen Kreis von Menschen zu vereinigen, die zur geistigen Vervollkommnung willens sind. Man muss die Einigung auf jede Weise fördern. Ganze Reihen aufgeweckter geistiger Erzieher sollten solche Vereine besuchen und die Freude der Erkenntnissuche einbringen. Die Regierung muss die Ausbildung der Erzieher fördern. Sie können auf verschiedenen Fachgebieten tätig sein, und wenn die Ferienzeit naht, mögen sie einen Teil ihrer eigenen Zeit einem Besuch solcher kulturellen Vereine widmen. Es ist sehr wichtig, dass die Erzieher aus verschiedenen Fachrichtungen kommen, erst dann können sie Entdeckungen und Errungenschaften auf den verschiedenen Wissensgebieten auch unter verschiedenen Aspekten anziehend erörtern.
Höchst notwendig ist es, die Kinder in ihren Bestrebungen, das Leben zu vervollkommnen, zu ermuntern. So kann man jungen Erfindern Preise verleihen, wobei man das Leben jedoch nicht auf den Bereich technischer Errungenschaften eingrenzen darf. Die gleiche Vervollkommnung ist überall möglich, selbst in sehr hohen Bereichen der Kultur - so wird der Geist des Volkes aus seinem Schlaf erweckt. Jede Vervollkommnung ist bereits ihrem Wesen nach ein positives Ereignis. Und nur in einer unaufhörlichen, Anziehungskraft ausstrahlenden Bewegung ist das Aufblühen eines Volkes erreichbar.

32. Wie verschieden entwickeln sich doch die Pläne des Aufbaues! Einst sagten Wir; "Gib alles ab". Jetzt gehen Wir weiter und sagen: "Nehmt alles, doch betrachtet es nicht als euer Eigentum".
Man wird begreifen, wie unmöglich es ist, irdisches Besitztum in das Jenseits mitzunehmen, und doch ist es durch die Mitwirkung des Geistes geschaffen worden, weshalb man es nicht verachten sollte. Wie kann man an den Blumen der Natur achtlos vorbeigehen? Die durch Arbeit entstandenen Werke sind Blumen der Menschheit. Wenn ihr Duft und die Farben unvollkommen sind, so kann man dies nur bedauern.

33. Lernet besitzen ohne Gefühl des Eigentums. Es ist gut, Dinge zu besitzen, um sie zu verwalten und sie mit einer wohlwollenden Aura zu umgeben, mit dem Gedanken, sie an andere weiterzugeben. Die schöpferische Hand ist dort zu Hause, wo man am Eigentum nicht haftet und wo das Verbesserte und Vermehrte weitergegeben wird. Das Zeichen der gebenden Hand wird stets behütet. Darin liegt die Rechtfertigung für jeglichen Besitz. In diesem Bewusstsein können schwierigste Fragen gelöst werden. Ich spreche für die Welt, denn das Hauptübel auf der Erde rührt vom Haften an belanglosem Eigentum her. Dies den Menschen beizubringen, bedeutet sie von der Angst vor dem Altern zu befreien.
Besitzen ohne Gefühl des Eigentums gibt allen Menschen den üblichen Vererbungsweg frei. Wer fähig ist zu verbessern, der möge besitzen. Dies bezieht sich auf Länder, Wälder und Gewässer. Das gleiche gilt für sämtliche Errungenschaften der Technik und die verschiedenen Arten von Erfindungen. Man kann sich leicht vorstellen, wie sich dadurch eine schöpferische Tätigkeit im Menschen zu regen beginnt, besonders dann, wenn man erkennt, dass nur der Geist die beste Lösung zu geben vermag. An die Quelle des Geistes ist jeweils die Frage zu richten, wie etwas besser gemacht werden kann. Und das Schwert des Geistes wird jede Hinterlist besiegen. Wahrlich, es wäre vorteilhafter, alles zu verbessern. Das Gesetz ist einfach, wie im Geiste alles einfach ist.

34. Wenn Schwierigkeiten mit Erbschaften auftreten, kann gesagt werden, dass Testamente abzuschaffen sind, jedoch besteht die Möglichkeit, an den Staat den Wunsch zu richten, dass bestimmte Gegenstände einer bestimmten Person zur Benutzung für eine Probezeit von drei Jahren übergeben werden. So wird die Erbschaft in eine würdige Zusammenarbeit verwandelt werden. Man möge besonders ausgewählte Leute beauftragen, die Qualität bestimmter Arbeiten zu überwachen. Es ist nötig, das Bewusstsein durch ständiges Prüfen zu vertiefen; denn das Volk versteht es noch nicht, unter Prüfung zu arbeiten. Unterdes ist die ganze Substanz der Welt durch gegenseitiges Erproben in Anspruch genommen. Doch man sollte verstehen, dass Prüfen nur Verbesserung bedeutet.

35. Das Bestreben nach einer echten Zusammenarbeit ist die Grundlage der Evolution. Aufbau in Zusammenarbeit - ist die einzige Rettung! Unwissenheit kann nur durch Erweckung der schöpferischen Tätigkeit beseitigt werden. Mögen ihre Formen auch ungeheuerlich sein, so lässt doch im Hinterhof aus den Spänen Lichtvolles entstehen, doch der schäumende Strom wird die Wände der Materie durchbrechen. Neue Erfindungen werden das Sammeln verstärken. An die Stelle der Börsenspiele möge das Streben nach Erfindungen treten, unterstützt von zusammenarbeitenden Gesellschaften.

36. Lebet nicht von den Zinsen des Kapitals. Dieser Gewinn ist unsauber. Der beste Umsatz von Gütern besteht in Warenaustausch. Im äußersten Fall kann man einen Tausch gegen Geld billigen, wenn dieses unverzüglich in Waren umgesetzt wird.
Spekulation ist ein Verbrechen und muss unbarmherzig verfolgt werden. Die Erde krankt an Spekulationen. Jede Zeit hat ihre Krankheit. Die jetzige Seuche heißt Spekulation. Man darf nicht glauben, dass die Menschheit schon immer an dieser Krankheit litt. Dies ist ein Merkmal einer bevorstehenden Zeitenwende. Sie kann auch nicht allmählich vergehen; nur der Paroxysmus der Evolution kann diese Seuche ausmerzen.

37. Geldalmosen müssen abgeschafft werden. Hilfe kann durch Arbeit oder durch Sachwerte gegeben werden. Sobald sich die Menschen auf dem geistigen Pfad befinden, wird es keine Arbeitslosen mehr geben. Unser Werk zeigt die restlose Verwirklichung des Allgemeinwohles für euch selbst und nicht etwa nur für die unsichtbare Welt.

38. Das größte Unverständnis wird die Tatsache auslösen, dass Arbeit Erholung sein kann. Viele Vergnügungen werden abgeschafft werden müssen. Vor allem muss man begreifen, dass die Werke der Wissenschaft und der Kunst der Erziehung dienen und nicht der Zerstreuung. Viele Vergnügungen werden als Brutstätten der Abgeschmacktheit abgeschafft werden müssen. Die vorderste Front der Kultur muss die Spelunken der Narren säubern, die ihre Zeit über einem Krug Bier verbringen. Ebenfalls muss der Gebrauch von Schimpfworten eine viel härtere Bestrafung finden. Auch die Erscheinungen enger Spezialisierung müssen missbilligt werden.

39. Lasst uns die Ehre des Führers richtig verstehen. Lasst uns jenen Führer anerkennen, der im Erfolg und im Misserfolg gleichermaßen eine beständige innere Begeisterung bewahrt. DerFührer trägt die Flamme unauslöschlicher Heldentat in sich. Weder aus Ermüdung noch aus Kummer wird die Wache über das Leben unterbrochen. Das Herz des Führers lebt in Heldentat für das Volk. Er hegt weder Furcht, noch existiert in seinem Wortschatz "Angst". Durch sein Vorbild entzündet er ein helles Licht und gibt dem Volk dadurch ein neues Bewusstsein.
Die Hände des Führers kennen keine Ruhe. Das Haupt des Führers trägt die Bürde des Geschehens. Die Vernunft des Führers weiß, dass Entscheidungen beständig sein müssen. Die Macht seiner Erfahrung beseitigt die Ohnmacht der anderen. Unter dem Risiko des eigenen Nachteils verwirklicht er die neuen Möglichkeiten. Sogar entlang einer Rückzugslinie errichtet er die neuen Festungen. Vor den Augen des Feindes schwingt er das Banner. Einen Tag der Erschöpfung nennt er einen Tag der Erholung. Mangel an Verständnisbereitschaft erachtet er als Verschmutzung der Schwelle. Geheimes weiß er in den Falten seines Arbeitsgewandes wohl zu verbergen. Ein Wunder ist für den Führer nur die natürliche Folge einer Tat. Entschlossenheit zu bekunden ist das tägliche Brot des Führers.

40. Vier Grundsätze haben die Taten des Führers: Erstens, die Verehrung der Hierarchie. Zweitens, das Bewusstsein der Einheit. Drittens, das Bewusstsein der Entsprechung. Viertens, die Anwendung des Kanons "Mit deinem Gott."

41. Die Diszipliniertheit in seiner Freiheit zeichnet den Führer aus. Nicht nur der Geist ist diszipliniert, sondern auch die äußerlichen Handlungen. Es ist nicht seine Art, sich allzu sehr zu grämen. Es ist nicht seine Art, allzu viel von den Menschen zu erwarten. Es ist nicht seine Art, allzu lange zu warten. Man muss imstande sein, einen komplizierten Plan durch einen einfachen zu ersetzen. Umgekehrt darf man dies niemals tun, da die Gegner vom Einfachen zum Komplizierten gehen.

42. Disziplin des Geistes ist erforderlich, sonst werdet ihr nicht frei. Dem Sklaven wird sie zum Gefängnis, dem Freien zu einem wunderbaren, heilsamen Garten.
Wer die Disziplin des Geistes übt, wird eine Verbesserung des Feuers wahrnehmen und sich dem Allgemeinwohl widmen. Das Ende des Pfades kann durch Tausende von Feuern für das Allgemeinwohl erleuchtet sein.

43. Ein klarer, kurzer Befehl ist schwierig, aber dafür stärker als ein Zauberstab. Bestätigung ist leichter, doch ein Befehl gleicht einer unverhofften Flammensäule aus einem Vulkan. Ein geballtes Gefühl persönlicher Verantwortung liegt in einem Befehl. Ein Hinweis auf die Unversiegbarkeit der Kraft klingt in einem Befehl. Die Strebsamkeit des Kosmos offenbart sich in der Heftigkeit des Befehls wie eine niederschmetternde Welle. Trocknet die Tränen der Güte, Wir benötigen Funken der Empörung des Geistes!
Welch einen Damm errichtet Bedauern, doch Schwingen wachsen am Ende des Schwertes!

44. Achtet darauf, dass Befehle rechtzeitig vorbereitet werden, damit sie in das Bewusstsein der Ausführenden eingehen. Ohne Zusammenarbeit gleicht ein Befehl einem gegen den Wind fliegenden Pfeil. Auch mit einem unverhofften Befehl muss gerechnet werden. Die Unverhofftheit wird so in eine ausgelebte Spannung verwandelt.
Der Führer muss imstande sein, nicht nur in Taten, sondern auch im Denken Zusammenarbeit hervorzurufen. Nur dann kann man einen Mitarbeiter auf eine weite Reise senden. Ein angenommener Auftrag verpflichtet zu selbständigen Taten. Der Strom wird die Strebenden tragen.

45. Man muss verstehen, geistige Menschen zu ermutigen. Gewiss, sie vollbringen heroische Taten nicht aufgrund von Ermutigung, aber sie bedürfen dennoch der Gewähr über ihre geistige Richtung. Jeder Regent muss nicht allein die Kraft des Tadels kennen, er muss auch das Wohl der Ermutigung verstehen. Letzteres ist schwieriger, aber welcher Segnung geht davon aus, wenn der Regent weiß, was jeder für das Erblühen seines Lotos benötigt. Es mag viele Einsiedler geben, aber ihre segensreiche Anspannung wird das Höchstmaß an Energie nicht erreichen, wenn die umgebenden Kräfte feindselig sind. Deshalb muss das Herz im Streben gestärkt werden, um das Allerbeste zu erkennen.

46. Arm ist der Führer, der wirkliche Gefahr verbirgt. Man kann diese nur mit Hilfe vollkommenen Wissens besiegen.
Der Führer muss furchtlos und nach Möglichkeit selbst handeln. Es ist richtig, persönliche Verantwortung zu bekunden. Weder Wunsch noch Zitate, noch Kundgebungen, sondern durch persönliches Beispiel bekräftigte Bestätigung ist erforderlich. Sogar ein in mutiger Verwegenheit begangener Fehler kann leichter wieder gutgemacht werden als niederträchtiges Gestammel. Wertvoll ist die Tat, die weder der Apparate noch der Hilfe bedarf. Wer eine wertvolle Formel entdeckt, kann sie nicht zum Fenster hinausschreien, weil der dadurch entstehende Schaden die beste Nützlichkeit vernichten würde.
Wie ein verschlossenes Gefäß, wie ein unausgeplünderter Berg, wie ein pfeilgespannter Bogen - so steht der Führer. Und wie ein Trunk aus dem Gefäß feurig ist, und wie der Berg unerschöpflich ist, und wie der Pfeil tödlich ist - so handelt er. Denn wer wagt zu behaupten, dass Schwierigkeit nicht die schnellste Errungenschaft ist! Milchige Flüsse werden sauer, und glitschige Ufer sind unbequem zum Sitzen. So eilt der Führer in der Rüstung der persönlichen Verantwortung vorwärts.
Erfolg wird nur dort eintreten, wo voller Mut bewiesen wird. Kleine Zweifel erzeugen eine sklavische Ängstlichkeit.

47. Der Arzt sieht den Verlauf der Krankheit voraus, und ihr trefft die vorgeschriebenen Maßnahmen. Der Astronom sieht die Sonnenfinsternis voraus, und ihr verseht euch mit der erforderlichen Beleuchtung. Der Sozialpsychologe sieht den Lauf der Ereignisse voraus, und ihr, "ein Prophet!" rufend, versteckt euch vor Schreck in den dunkelsten Winkeln. Ihr tut dies natürlich unter dem Vorwand, die wissenschaftlichen Methoden zu bewahren, doch in Wirklichkeit hindern euch Heuchelei und Angst daran, zu überlegen, worin das größere, wahre Wissen liegt - in der kurzsichtigen Meinung des Arztes, der nur nach äußerem Berühren urteilt, oder in der weitsichtigen Treffsicherheit des sozialen Propheten, in dem Erfahrung mit Unanfechtbarkeit vereint sind. Denkt an eure sozialen Propheten, die der Menschheit kommende Ereignisse für Jahrhunderte voraussagten. Ihr nennt sie weder Mystiker noch Heuchler. Genau wie Wir, nennt ihr sie weitsichtige Psychologen. Mit dieser Auslegung werden Wir mit euch übereinstimmen und dabei bleiben. Bedenkt außerdem, dass das verpönte Wort "Prophet" für jemanden gilt, der etwas "voraussagt". Der wahrhafte Führer sieht den Lauf der Ereignisse voraus, was besagt, dass dieser Begriff nicht weniger real ist, als Medizin und Astronomie.

48. Beachtet die Zeichen von seismographischen Kurven. Die Punkte liegen weder entlang dem Äquator noch entlang einem Meridian, sondern bilden ihre eigenen Kurven. Manchmal fällt eine verstärkte Tätigkeit von Beben und Verschiebung mit der Stärke der so genannten Sonnenflecken zusammen, die durch eine Spannung des Sonnensystems entstehen. Man braucht kein Prophet zu sein, um zu verstehen, dass die Gehirntätigkeit in diesen Zeiten einen eigenartigen Verlauf nimmt.
Auch bei der Verbreitung von sozialen Bestrebungen kann man Kurven wahrnehmen. Man sollte vorsichtig sein, um diese Folgeerscheinungen nicht zu unterbrechen. Ähnlich verhält es sich mit Spalten und Verschiebungen im Boden und den Bestrebungen der Völker. Führer des Volkes müssen alle neuen Horizonte erkennen. Die Neue Welt muss die Empfindlichkeit des besten Seismographen offenbaren.
Wenn jemand den Fortschritt der Völker erschwert, gebührt ihm die Krone der Unwissenheit. Seine Handlung kann durch Unkenntnis der Gesetze nicht entschuldigt werden, und es ist ebenso unanständig für einen Führer, die Richtung nach rückwärts einzuschlagen. Niemand kann durch das Persönliche geführt werden, doch durch Vergleichen der Werte des Allgemeinwohls kann der schnellste Pfad gewählt werden. Man darf keine einzige Möglichkeit versäumen.
Es scheint, dass das Gesagte eine einfache, langweilige Wahrheit sei, doch niemand wendet sie an; der Tätigkeitsplan wird in einem dunklen Zimmer vorbereitet - nicht im Wachtturm. Beobachtungen sollen der Wirklichkeit entsprechen und nicht dem Wunsch angepasst werden.

49. Ein Baumeister muss wissen, wie stark er das Fundament seines Hauses belasten darf. Durch Nichtentsprechung entstehen Zerstörung, Lästerung, Lüge, Verrat und viele andere hässliche Erscheinungen.
Könnte jenes Werk etwa bestehen, in dem einem Floh die Eigenschaften eines Riesen zugeschrieben werden, wo der Streit mehr als der Herr gesucht wird, oder wo ein Wirbelsturm als Mückenschwarm bezeichnet wird?
Bedingung für erfolgreichen Aufbau ist völlige Entsprechung in den Äußerungen und im Denken - dies bildet das Fundament der Wahrheit und der Schönheit. Dies im Leben ohne Verschweigen und Übertreibungen anzuwenden ist leicht.
Wachsam achtet der Führer auf die Äußerungen seiner Mitarbeiter, dass diese der eigentlichen Bedeutung entsprechen. Nur so kann man bei unterschiedlicher Wesensart Zusammenarbeiten.
Die Beurteilung erfolgt am besten anhand des Schönheitsprinzips; es wäre unschön zu sagen: "Sperrt den Riesen in die Schachtel" oder "Der Adler fliegt wie eine Henne".
Oft werden erstklassige Geräte durch nichtentsprechende Handhabung zerstört, was mit nur etwas Aufmerksamkeit leicht vermeidbar gewesen wäre.

50. Welche Eigenschaft wird am ehesten verletzt? Die Angemessenheit! Wenn die Angemessenheit nicht eingehalten wird, zerstört dies auch die Entschlossenheit. Die Entschlossenheit des Führers geht jedoch bis zur äußersten Grenze. Diese Entschlossenheit lässt sich nicht bequem erreichen, sie entspricht nicht den alten Gewohnheiten, sie dient nicht den leiblichen Wünschen. Die Entschlossenheit des Führers geht wegen des schützenden Geistes bis zur äußersten Grenze. Deshalb ist es auch unmöglich, das Streben Führers zu behindern. Aufbauende und Lebenserneuernde handeln mit solcher Entschlossenheit.

51. Außer der Eigenschaft der Angemessenheit muss auch die der Notwendigkeit verstanden werden. Daher ist die letzte Prüfung jene auf das Erkennen der Notwendigkeit, anders gesagt muss jeder Prüfling kundtun, was er als das Notwendigste erachtet. Nach der Qualität der unverzüglich zu gebenden Antwort kann man den Bewusstseinshorizont ermessen.
Man wird fragen: "Womit soll man jede Tat beginnen?" - Mit dem Notwendigsten, denn jeder Augenblick hat seine Notwendigkeit, dies ist die Rechtfertigung einer Tat.
Sogar ein feuriges Pferd spürt, selbst mit der Spitze seines Hufes, auf welchen Stein es zuerst treten muss. So muss man auch die jeweilige Reihenfolge von Beweglichkeit, Angemessenheit und Notwendigkeit spüren können.

52. Die Nützlichkeitsgrade können sich ändern. Nützlichkeitsgrade sind so zahlreich wie die Blätter eines Baumes.

53. Man muss Aufschiebbares von Unaufschiebbarem unterscheiden. Alltägliches kann aufgeschoben werden, aber dem Ruf von Fristen ist unverzüglich Folge zu leisten. Man kann sagen, dass kosmische Momente mit ihren Möglichkeiten nicht wiederkehren. Es gibt auch Speisen, deren Verdauung nur in einer bestimmten Reihenfolge möglich ist. Auch ein Jäger geht zur Jagd nicht aus Langeweile.

54. Heldentat bedeutet nicht verzichten, sondern ist Begreifen und Fortbewegung, wenn daher über Enthaltsamkeit gesprochen wird, so ist Begreifen gemeint. Es ist unmöglich, sich darunter nur die Eigenschaft des Verzichtens vorzustellen, denn in die Enthaltung hat sich das Verbot eingenistet. Begreifen hingegen ist bewusste Tat.
Wenn der Führer den erhabenen Aufbau der Zukunft verstanden hat, dann ist nichts mehr imstande, seine geistige Entwicklung aufzuhalten.
Treue - der Ausdruck geistiger Anspannung - und Begreifen machen eine wahrhafte Heldentat zur Freude. Auf diese Art kann sich Heldentum entwickeln, da diese Erleuchtung alles Weitere mit sich bringt.
Strebt vorbei am Schmutz der Gegenwart in die Zukunft.
Macht es richtig - es ist nicht angebracht zu zerstören, sondern es ist angebracht, höchste Geduld aufzubringen.

55. Standardisierung des Lebens sollte geschickt umgangen werden. Die besten Menschen gestalten die Welt in erdrückendem Nebel. Im Willen zur Neugestaltung der Welt muss man sich nicht nur aller Vorurteile entledigen, sondern auch völlig neue Wege beschreiten.
Es muss in Anpassung an die örtlichen Gegebenheiten gelebt werden. Wenn es in einem Land hundert Sprachen gibt, so sind auch hundert verschiedene Mentalitäten zu berücksichtigen. Eine einzige Formulierung, die für alle gelten soll, ist Ausdruck einer erstarrten Bürokratie. Die Vielfalt innerhalb der Einheit bringt die gewünschte Ernte.

56. Es kann vorkommen, dass selbst ein unanfechtbarer Plan auf Widerstand stößt. Nun stellt sich die Frage - wie soll man vorgehen, ohne zu viele Kräfte zu vergeuden? Möglich wären eine Änderung des wesentlichen Inhaltes des Plans, eine Änderung seiner Ausmaße oder eine Änderung seiner örtlichen Ausführung. Den Plan seinem Wesen nach zu ändern würde einem Verrat gleichkommen. Den Plan in seinen Ausmaßen zu beschneiden wäre kurzsichtig. Der Führer wird sich dafür entscheiden, den Plan an einem anderen Ort auszuführen, so dass neues Potential die grundlegende Bedeutung des Planes noch vertieft. Es ist nicht gutzuheißen, nach dem Prinzip zu handeln - kämpfen und sterben. Weiser ist es, keine Kräfte zu vergeuden und dennoch zu siegen. Dazu muss man jedoch volle Rechtmäßigkeit der Bestrebung und gänzliche Unerschütterlichkeit der Anspannung beweisen.
Welch glücklicher Umstand, wenn man einen neuen Ort findet, der das vorherige Potential noch vertieft. Der Führer beschränkt sich nicht selbst, indem er sich an einen einzigen Ort bindet - wichtig ist das Wesen des Planes.

57. Nun über die Unanfechtbarkeit und Beweglichkeit eines Planes. Diese Bedingungen lassen sich besonders schwer vereinen, obwohl ihre Grenzlinien der Bedeutung nach im Strahl eines erleuchteten Bewusstseins klar verstanden werden. Um einen Plan im Leben ausführen zu können, muss man jederzeit beweglich und tatbereit sein. Eine scheinbare Änderung eines Planes ist nichts anderes als das Pulsieren des Lebens. Die Wegstrecken zwischen den Meilensteinen des Unabänderlichen atmen und bewegen sich, wie die Wogen des Meeres. Der Führer bestätigt den Plan durch seine Taten, da sein Wesen zum kürzesten Weg bereit ist. Die Bewegung darf nur aus dem Bewusstsein der Unabänderlichkeit des Planes erwachsen.

58. Nun über das Versäumen von Fristen. Neben Meereswogen gibt es auch kleine Ereigniswellen. Ist es etwa möglich, Ereigniswellen mit Meereswogen zu verwechseln? Auf der Erde hat man jedoch nichts Eiligeres zu tun, als Persönliches mit Weltbezogenem zu vermischen. So wie die Hand die Stärke eines Gewebes erfühlt, so muss auch der Geist die Tragweite von Ereignissen erfühlen können.
Der Führer darf sich nicht von der scheinbaren Größe der Ereignisse täuschen lassen, denn unter großen Erscheinungen können sich auch Phantome befinden; auch Bächlein können ihre Fließrichtung zeitweilig ändern. Die Woge eines wesentlichen Ereignisses hebt augenblicklich empor, das Boot erbebt nicht vor jeder Woge. Ein besonders empfindliches Boot erbebt eher, da der Staub der Explosion bereits die Atmosphäre erfüllt. Deshalb dürfen Fristen und Ereignisse nicht versäumt werden.
Beschleunigung und Verzögerung des Erfolges bewegen sich wie eine Welle. Wenn man eine beschleunigende Erfolgswelle entdeckt, muss man sich beeilen, so viele Samenkörner wie möglich auf sie zu setzen.

59. Beim Aufbau achtet der Führer darauf, dass sich unter dem Deckmantel der Auftragsausführung kein Eigennutz befindet. Auf unheilvollen Eigennutz folgt unvermeidlich Vernichtung, auch des durch schöpferische Tätigkeit Erreichten! Ich betone - dieser Wurm ist für die Unwissenheit der Menschheit besonders kennzeichnend. Umso wichtiger ist es, die Ursache seiner Entstehung zu kennen. Die Hauptursache ist Eigendünkel um eine Vorrangstellung. Mit aller Kraft muss man diese schändliche Eigenschaft ablegen. Zusammenarbeit erfolgt vor allem nach dem Prinzip der Gleichberechtigung. Sobald ihr auch nur einen Verstoß gegen den Grundsatz der Gleichberechtigung duldet, schafft ihr unweigerlich eine verderbliche Vorrangstellung. Wo es an Gleichberechtigung mangelt, entsteht eine Kettenreaktion. Das Vorrecht des einen löst ein weiteres Vorrecht eines anderen aus. Die einzige Möglichkeit, die Säulen vor dem Einsturz zu bewahren, ist die Erhaltung der Gleichberechtigung.
Zyniker könnten behaupten - sollen sie sich doch gegenseitig aufschaukeln, je mehr Energie, umso mehr bewegt sich im Raum. Dieser Einwand ist nicht ganz ohne Sinn, aber gerade beim Aufbau ist Behutsamkeit erforderlich, die Kräfte müssen wahrhaft zusammenarbeiten, dieses Prinzip muss gewahrt werden. Gerade dieses Prinzip der gleichgerichteten Kräfte ergibt die größte Wirtschaftlichkeit, es dient der Gleichberechtigung, und diese beseitigt Vorrecht und Eigennutz.

60. Echte Selbstlosigkeit - diese Blüte wahrhafter Feurigkeit - darf nicht nur durch Handlungen bekundet werden, sondern sie muss besonders im Bewusstsein leben. Handlungen können auch nur Reflexe sein und umherirrenden Schatten gleichen, die im chaotischen Wirbel des Üblichen das eigentliche Motiv verdecken. Könnte man denn Handlungen beurteilen, ohne ihre Motive und damit die Folgen zu berücksichtigen? Es könnte sich ein Retter als Betrüger erweisen und ein Schenkender als Geizhals. Es ist nicht leicht, ein selbstloses Bewusstsein zu erlangen, unvermeidlicherweise bleibt dabei auch die Individualität erhalten. Gerade die Entwicklung selbstlosen Denkens kann nur in klarem Zukunftsbewusstsein erfolgen. Selbstlosigkeit entsteht nicht aus der Erfahrung der Vergangenheit. Nur reales Zukunftsbewusstsein ergibt eine innere Erkenntnis der Grenzen des Möglichen.

61. Nun über die Eigenschaften der Tat. Eine unbedeutende Tat bedarf der Hilfe verschiedener irdischer Hilfsmittel. Eine bedeutende Tat jedoch bedarf keiner Verstärkung durch irdische Hilfsmittel. Dies ist der erste Prüfstein einer Tat.
Die zweite Eigenschaft einer Tat ist die Beweglichkeit. Wie der Wirbel der Urmaterie, so muss eine wahrhafte Tat von Möglichkeiten erfüllt sein. Nur ein lichttragender Gedankenflug ermöglicht aufbauendes Handeln.
Die dritte Eigenschaft einer Tat ist die Unverhofftheit. Jede Tat, welche Erstaunen hervorruft, ist die Folge eines plötzlichen Einfalles.
Die vierte Eigenschaft einer Tat ist die Unanfechtbarkeit. Nur diese Eigenschaft bewahrt die Tat vor abwertenden Angriffen.
Die fünfte Eigenschaft einer Tat ist die Überzeugungskraft. So wie jeder Blitz unser Bewusstsein mit dem Kosmos verbindet, so muss jede Tat Staunen erwecken, wie das Aufblitzen eines Schwertes in der Sonne.
Die sechste Eigenschaft einer Tat ist ihre Gesetzmäßigkeit. Nur im Wissen um die kosmischen Evolutionsgrundlagen ist eine Tat unbeirrbar.
Die siebente Eigenschaft einer Tat ist ihre reine Ausführung. Auf diese Art kann man Schwerstes bewältigen, ohne zu ermüden. Körperliche Taten und geistige Taten sind einheitlich aufzufassen, denn nach all dem bisher Gesagten wird die Macht und Bedeutung der Gedanken noch immer nicht richtig eingeschätzt.

62. Nun über die Eigenschaften der Strebsamkeit. Höchste Bestrebung ist jene nach Weltevolution. Gewöhnliche Bestrebungen kann man in finstere, schläfrige und wachsame unterteilen. Das Chaos finsterer Bestrebungen fügt dem Raum nur Schaden zu. Schläfriges Streben ist wie glosende Kohle. Wachsames Streben hingegen äußert sich in der Bereitschaft, das Neue jederzeit aufzunehmen.
Die ureigene Eigenschaft der Strebsamkeit ist ihre Entwicklungsfähigkeit. Woher könnte diese Eigenheit stammen, wenn nicht von der Weltevolution? Derartiges Streben muss unser gesamtes Leben erfüllen. Unsere Arbeit bildet einen Pulsschlag der Taten, aus dem Zusammenspiel von Streben und Taten entsteht das Beste und zugleich das Schönste.
Im Haus der Unentschlossenen saget - Seid nach Weltevolution bestrebt!

63. Wir schätzen jenen Gedanken, welcher eine Entscheidung herbeiführt. Entschlossenheit ist Voraussetzung für die Durchführbarkeit einer Tat. Die Durchführbarkeit wird intuitiv beurteilt, und dann kann eine Tat erfolgen, über welche man sich freuen kann. Wer sich freut, der glaubt. Sogar Glaube muss begründet werden.
Der Führer plant die Umstände einer Tat sorgfältig und stellt die Durchführung auf eine sichere Grundlage. Sollte man ihm Berechnung vorwerfen, so wird er sich nicht dagegen verwehren. Denn Berechnung ist das Gegenteil von Wahnsinn, und Wahnsinn ist das Gegenteil von Intuition. Wie man diesen Kreis auch beschreiben mag, wir kommen doch immer wieder zur mächtigen Intuition zurück.

64. Nicht Worte, sondern die Anspannung im Raume drängt den Führer zu einem unabänderbaren Befehl. In einer schweren Stunde ist es nützlich, die Furcht zu überwinden. Es ist besonders schwer, das Bewusstsein der Einsamkeit zu überwinden. In weisen Legenden wird oft daran erinnert, dass die Schlacht allein zu schlagen ist. Der Kämpfer ist selber der Kundschafter, Ratgeber, Entscheider und Held. Es fällt auf, dass dieses aus dem Wortschatz der alten Welt stammende Wort "Held" fast gänzlich ausgelöscht wurde. Im Leben kleiner Herzen ist ein Held zu einer unvorstellbaren Erscheinung geworden. Mitten im Wohlstand fühlt sich ein Held fehl am Platz. Lernt es, den Platz eines Helden einnehmen zu können. Die Welt wird von der Wirklichkeit des Heldentums erschüttert werden.
Mögen sich Kinder als Helden fühlen und sich die Eigenschaften herausragender Menschen zuschreiben. Man soll ihnen klar verständliche Bücher geben, in welchen das Antlitz des Willens und der Arbeit ohne süße Beschönigungen gezeigt wird. Selbst vom medizinischen Standpunkt aus ist ein derart motivierender Ruf des Lebens unbedingt erforderlich. Unverzüglich ist derartiges Material zur Verfügung zu stellen. Behütet die Wenigen, welche zu geben imstande sind.

65. Hütet euch vor jenen, die keine Zeit haben. Die Lüge, vollbeschäftigt zu sein, zeigt vor allem die Unfähigkeit, den Schatz von Raum und Zeit richtig nutzen zu können. Solche Menschen können nur die einfachsten Arbeiten ausführen. Es ist unmöglich, sie zum Aufbau heranzuziehen. Wir sprachen bereits über Lügner, welche falsche Fristen vorgeben und damit anderen die Zeit stehlen. Nun reden wir von unproduktiven Faulpelzen und geistig Beschränkten, die den anderen ihren Lebensweg versperren. In ihrer Hektik gleichen sie einem Pfefferstreuer, und sie verbreiten eine Atmosphäre bitterer Gereiztheit um sich. Sie machen sich wichtig wie ein Truthahn und indem sie eine Unmenge stinkenden Tabaks konsumieren, machen sie ihren Arbeitsplatz zu einem Ort der Selbstbenebelung. Sie erfinden hunderte von Ausreden, mit denen sie die Lücken in ihren bequemen Beschäftigungen verdecken. Für das Dringendste finden sie jedoch nicht eine Stunde. In ihrem Stumpfsinn sind sie bereit, anmaßend zu werden und das für sie selbst Wesentlichste abzuweisen. Da sie anderen die Zeit stehlen, sind sie für den Lebensaufbau unbrauchbar und unfruchtbar.
Wir kennen viele Schaffende, die für das Wichtigste immer eine Stunde finden. Ihnen scheint es nicht, als wären sie vollbeschäftigt. Wer arbeitet, ohne nach dem Lohn zu fragen, dem wird auch reichlich zufallen. Diese Arbeitsauffassung ist für die Bewusstseinserweiterung unerlässlich. Könnte die Freude über die Bewusstseinserweiterung etwa durch irgendetwas anderes ersetzt werden?

66. Dem finsteren Einfluss nicht Widerstand zu leisten, ist mit einem lange offen stehenden Fläschchen kostbarer Essenz vergleichbar. Schöpferische Geduld gleicht jedoch einer versiegelten Flasche alten Weines.
Der Führer achtet darauf, dass der Aufbau in konzentrierter schöpferischer Tätigkeit erfolgt. Der Gesellschaftsaufbau hat nur dann eine sichere Grundlage, wenn er durch verschiedene Formen schöpferischer Arbeit erfolgt. Wenn schöpferische Arbeit sich nicht frei entfalten kann, so ist dies ein sicheres Zeichen für einen fehlerhaften Aufbauprozess. Solche Fehler darf man nicht zulassen. Bildet Mitarbeiter heran und ändert den Aufbau solange, bis das Lied schöpferischer Arbeit frei erklingen kann.
Das Prinzip des freien Zugangs, des freiwilligen Dienens und der freiwilligen Arbeit muss gewahrt werden. Anfangsschwierigkeiten sind nur ein Zeichen noch vorhandener Unvollkommenheit. Weisheit bestätigt sich erst ausreichend durch unerschütterliche Meilensteine, welche die sich abzeichnende Gestalt des Wissens umgeben.
Lasst uns die rechte Richtung einschlagen, indem wir die richtigen Tore öffnen.

67. Bei jeder Form von Zusammenarbeit kann im Verlauf eine Situation eintreten, bei welcher der Gesamtprozess Schaden erleiden könnte, wenn die Entwicklung nur in einer einzigen Richtung weitergeführt würde. Dann muss der Führer ein neues Aufgabengebiet finden, welches groß genug ist, um die Reibung der Mitarbeiter untereinander auszuschalten. Lasst uns Reibungspunkte unter Mitarbeitern weder als Wettbewerb im guten Sinn noch als etwas Schlechtes bezeichnen. Auch Schiffe fahren durch gefährliche Meerengen einzeln hindurch, eines nach dem anderen. So kann es auch in der Entwicklung eines Zusammenarbeitsprozesses notwendig werden, die Bewegung der Mitarbeiter aufzugliedern. Anstelle eines möglichen Schadens wird sich dann eine Erschließung neuer Bereiche ergeben. Wenn man Muskeln spielen lässt, dann müsst ihr imstande sein, dieser Energie einen Ausweg zu verschaffen. Um zu vermeiden, dass eine Bewegung zu sehr in eine Enge getrieben wird, muss man die Mitarbeiter aufteilen.
Eine Verschiedenartigkeit der Aufgaben ist unbedingt erforderlich, weil ansonsten die Kräfte der verschieden wachsenden Bewusstseine aufeinanderprallen. Es liegt am Führer, ob nützliche Kräfte in ein Gefäß von Skorpionen verwandelt werden. Glücklicherweise fallen so viele dringende Aufgaben an, dass es nicht schwer fallen wird, die Kräfte auf wichtige Aufgaben zu lenken. Oft wird das Anwachsen der Kräfte mit Widerspruchsgeist verwechselt und falsch verstanden, und anstelle ruhiger Nutzung der Möglichkeiten entfacht man ein Feuer des Hasses. Der Führer darf einen solchen psychologisch wichtigen Moment nicht übersehen und muss rechtzeitig neue Aufgaben zuteilen. So kann man zur Sicherung des Erfolges Komplikationen im Zusammenarbeitsprozess mit durchaus praktikablen Methoden vermeiden. Die Realität lehrt uns, dass alle Evolutionsströmungen zuzulassen sind. Die Form des friedlichen Neuaufbaues der Welt muss ständig geschützt werden.

68. Man muss das Bewusstsein zur richtigen Vorstellung über das Eigentum der uns umgebenden Dinge erziehen. Das Wohlergehen gründet auf jener Vorstellung, welche besagt: Wir besitzen alles, aber es ist nicht mein Eigentum, und wir sind alle auf dem gesamten Planeten. Ist es etwa möglich, sich die freie Urmaterie anzueignen, welche in allen Gegenständen steckt? Das Erfühlen ihrer unabdingbar notwendigen Anwesenheit in jedem Gegenstand muss erlernt werden. Oft ist man bereit, die Urmaterie in fernen Räumen des Äthers anzuerkennen, aber ihre Gegenwart in den erarbeiteten, alltäglichen Gegenständen ebenfalls anzuerkennen, erachtet man als absurd. Dabei ergibt sich durch das Erkennen des Vorhandenseins dieser erhabenen Urmaterie in allen Gegenständen eine Vorstellung über sämtliche Details des Lebens.

69. Die heutige Industrie [1933] und die gesamte Warenproduktion sind bezüglich Qualität und Quantität derart unzulänglich, dass eine gerechte Verteilung der Waren derzeit nicht möglich ist. Erzwungene Verteilung würde in der verständnislosen Ausführung nur Hinterziehung und Betrug hervorrufen. Kann man etwa von Untätigen neue Möglichkeiten oder gar ein vertieftes Verständnis erwarten? Es wäre sinnlos, den Leuten Dinge gewaltsam wegzunehmen, weil man gerade dadurch ein leidenschaftliches Verlangen nach dem Plunder hervorrufen würde. Am allerwichtigsten ist es, das Eigentumsrecht und Erbrecht an Grundstücken abzuschaffen und mit einer gut durchdachten, klug ausgeführten Aufklärungsaktion die primitive, egoistische Bedeutung des Eigentums aufzudecken. Es ist unbedingt notwendig, dass dies nicht als Verzicht aufgefasst, sondern als befreiende Errungenschaft erkannt wird. Wenn der Mensch die Unzweckmäßigkeit von Eigentum ohne Hintergedanken erkennt, entsteht eine Gemeinschaft der Zusammenarbeit.

70. Der giftige Atem der Besitzgier kann nur durch ein klar durchdachtes Unterrichtsprogramm an den Schulen beseitigt werden. So wie sich auch eine Konfession nicht durch Verbote behaupten kann, sondern nur durch Weitergabe der Lehre des Lebens. Leider existiert keinerlei Literatur, die sich gegen die Idee des Eigentums wendet. Auch ein Punkt im Parteiprogramm überzeugt hier nicht. Nur wenige haben diesen Drachen des Hängens am Plunder überwunden. Die meisten träumen noch vom Eigentumserwerb. Daher ist eine Begründung durch geschichtliche Vergleiche zu diesem Thema erforderlich! Es müssen die biologischen Einzelheiten konsequent gesammelt werden, so dass die Naturgesetzwidrigkeit und die Sinnlosigkeit des Eigentums sichtbar gemacht wird! Die Naturgesetze der Materie selbst werden bestätigen, dass egoistisches Eigentumsdenken der menschlichen Natur widerspricht.

71. Glaubensbekenntnisse und Gesetze sprechen sich gegen Diebstahl aus. Der Schaden des Diebstahls ist vor allem in der Verstärkung des Eigentumsgefühls zu sehen. Diebstahl schadet der Evolution, doch das Los derjenigen, welche die Evolution der Welt aufhalten, ist nicht beneidenswert. Sie fallen weit zurück.
Es ist unwesentlich, ob irgendein Gegenstand durch Diebstahl in andere Hände gelangt, wesentlich ist, dass sich dadurch gleich zwei Menschen stark an Eigentum binden.
Gesetze gegen Diebstahl sind unzulänglich, da der bedeutendste Diebstahl, nämlich jener von Wissen und schöpferischen Ideen, nicht verhindert werden kann. Überdies weiß man erst dann die Zeit richtig zu schätzen, wenn man für das Gemeinwohl arbeitet. Am wenigsten darf die dem Gemeinwohl gewidmete Zeit gestohlen werden. Sinnloses Stehlen dieser Zeit bedeutet daher Diebstahl von Ideen.

72. Verbote sind zu vermeiden - dies ist ein Gesetz des Strebens. Aber unersetzliche Werte müssen geschützt werden - auch dies ist ein Gesetz des Strebens. Lasst uns die Dinge realistisch betrachten - alles Unersetzliche muss als erstes geschützt werden.

73. Der Führer muss dafür sorgen, dass die Lehrpläne der Schulen zweckmäßig sind. Es müssen Möglichkeiten geschaffen werden, welche erfolgreichen Schülern Gelegenheit für schnellsten Fortschritt sichern. Wäre es nicht ein Abtöten von Möglichkeiten, wenn ein schnelles Schiff seine Segel einholen würde, nur um mit anderen eine gleichmäßige Front zu bilden? Könnt ihr denn wissen, welche Elemente des Strebens dieses Schiff bilden, und in welche Richtung es strebt? Ist das Schiff möglicherweise für allergrößte Gefahren konstruiert worden? Wie könnte man es dann nur zum Transport von gefrorenem Gemüse verwenden? Bewahrt immerwährend die Möglichkeit verantwortungsvollen Aufstieges. Man muss Kinder bereits vom ersten Schultag an so lenken, dass ein langsames Fortschreiten der einen nicht das raschere Fortschreiten der anderen behindert. Der Lehrer muss mit scharfem Blick diejenigen erkennen können, welche rascher fortschreiten können. Nicht um sie zu loben, sondern um ihnen den Weg freizumachen. Daher ist es auch notwendig, interdisziplinäre Sonderkurse einzurichten, weil die Schüler auf solchen Stufen rascher aufsteigen können. Man darf ihnen aber auch die Schwierigkeiten nicht verheimlichen. Für eine bestimmte Bewusstseinsart bedeutet jede Vorwärtsbewegung schon Erleuchtung und Freude. Dem Lehrer obliegt es ebenfalls, die Denkrichtung des Schülers rasch zu erfassen, denn eine falsche Richtungsvorgabe stellt ein schweres Verbrechen dar, dadurch kann man die besten Mitarbeiter verlieren. Jeder starre Lehrplan ist wie ein Leichnam, dessen Gestank in der Sonne des Wissens unerträglich wird. So rasch wie irgend möglich muss die Qualität der Schulen sichergestellt werden, indem das Bewusstsein der Lehrer überprüft wird. Es muss ihnen der beste Lebensstandard gewährt werden, um ihnen überhaupt die Verantwortung für das Bewusstsein der jungen Mitarbeiter übertragen zu können. Die Schulen der Zukunft dürfen auf keinen Fall weiterhin einem Stall gleichen, in welchem bereits die vorhergehenden Generationen geistig verkrüppelt wurden. Fanatismus und Verbote sind durch Möglichkeiten zu ersetzen.
Unterrichtet die verschiedenen Handwerksarten, gewährt Wahlfreiheit und fördert die Qualität der Arbeit. Dazu müssen aber alle Lehrer die Bedeutung der Qualität verstehen.

74. Der Führer tritt offen gegen Vorurteile und überlebte Elemente der Vergangenheit auf. Und gerade aus dieser Einstellung heraus sorgt er dafür, dass man sich fremden Bräuchen gegenüber behutsam verhält. Oft liegt solchen Bräuchen ein hoch entwickeltes Wissen zugrunde, und in solch einem Fall braucht man nur alles Hinzugefügte zu entfernen. Die Bedeutung einer geistvollen Grundlage zu zerstören wäre unverantwortlich. Wenn ein Baumeister ein festes Fundament vorfindet, so wird er es für das neue Gebäude verwenden. Es bedarf weltweit der Wirtschaftlichkeit sämtlicher Mittel. Der Luxus der Zerstörung gehört der Vergangenheit an. Die Welt braucht keine neuen Elemente, sondern neue Verbindungen. Der Weg zu neuen Errungenschaften wird nicht vom Schein der Feuersbrünste erleuchtet, sondern durch die Funken der neu herbeigerufenen Energie.

75. Die Kunst des Denkens muss in den Schulen entwickelt werden. Jede Kunst bedarf der Übung. Die Fähigkeit zu denken muss durch Übungen gefestigt werden, aber dies darf weder lästig noch langweilig sein, und deshalb muss ein Lehrer dieses Faches wahrhaftig gebildet sein. Es ist deutlich erkennbar, dass die entsetzlichsten Nöte in der Geschichte der Menschheit aus der Unfähigkeit zu denken entstanden sind. Man könnte viele Beispiele nennen, wo fehlendes Denken und zügellose Gefühle ganze Völker ins Verderben führten. Andererseits haben auch Denkfaulheit und Trägheit schon vorhandene Möglichkeiten wieder zerstört.
Der Führer muss selbst ein Beispiel für die ständige Bewegung des Denkens sein, indem er mit Voraussicht vorgeht. Gewiss entsteht Voraussicht durch die Verbindung mit der Hierarchie. Aber die Verbindung selbst setzt die Beweglichkeit des Denkens und Klarheit des Strebens voraus. Die Kunst des Denkens darf nicht als okkulte Konzentration missverstanden werden. Nichts derartiges gleicht der Kunst des Denkens und der Klarheit des Bewusstseins. Nur durch vollste Gewissenhaftigkeit wird der Weg des Denkens bestätigt. Niemand sollte meinen, ein Denker sei ein besonderer Mensch. Jedes Kind kann zum Denken erzogen werden. Daher muss man die Kunst des Denkens als etwas ansehen, worauf die Gesundheit des Volkes gründet.
Die Führung der Massen verpflichtet zur Erweiterung des Bewusstseins.

76. Es ist notwendig, die Eigenschaften des geforderten Wissens aufzuzeigen. Wissen muss ungebunden sein. Jede durch Bedingungen gebundene Wissenschaft bringt nicht wiedergutzumachenden Schaden. Hingegen bringt ein freies Verbinden der Wissenselemente neue, einzigartige Errungenschaften. Wer könnte einem Chemiker vorschreiben, sich nur einer einzigen Gruppe von Elementen zu bedienen? Wer könnte einen Historiker und einen Philosophen dazu nötigen, historische Fakten nicht zu beachten? Wer könnte einem Künstler befehlen, nur eine einzige Farbe zu verwenden? Wissen ist völlig offen. Wissen wird einzig und allein durch große Anziehungs- und Überzeugungskraft einen Vorteil erhalten. Wenn ihr andere für euer Wissen einnehmen wollt, so gestaltet es anziehend. Und zwar derart anziehend, dass die Bücher von gestern dagegen wie verwelkte Blätter erscheinen. Der Sieg dieser Überzeugungskraft befreit von den unerträglichen Verboten. Sorgt vor allem dafür, dass Verbote aus dem Leben der Lernenden vertrieben werden. Den Erbauern des neuen Lebens fällt dies besonders leicht, da ihre Bücher auf besondere Weise anziehend und begeisternd sein können. Natürlich sind die Darstellungen der dummen Abschreiber unerträglich. Ein armseliger Pedant wird jeden, der ein gesundes Empfinden besitzt, abstoßen. Beim Aufbau muss Begeisterung herrschen.
Die Pflanzen wenden sich zum Licht - dieses Zeichen eines elementaren Bewusstseins ist unanfechtbar. Beschreitet den Weg der Unanfechtbarkeit und habt am Aufbau des Lebens teil! Dies ist nicht abstrakt, denn vom Leben werden alle Gedanken aufgenommen. Deshalb seid realistisch, wahrhafte Realisten.

77. An den Schulen muss Achtung beim Aussprechen der Begriffe gelehrt werden. Denn auch Papageien kann man dazu bringen, Begriffe von höchster Bedeutung verständnislos in den Raum zu schnattern. Der Mensch muss jedoch verstehen, dass jedes Wort ein gedanklicher Hebel ist und einem donnernden Pfeil gleicht. Der Verlust der wahren Begriffsinhalte hat viel zu der heute herrschenden Verwirrung beigetragen. Die Menschen verstreuen diese Perlen wie Sand. Daher ist es an der Zeit, viele Bezeichnungen durch neue zu ersetzen.
An den Schulen müssen spezielle Lehrfächer eingerichtet werden, in denen neben Darstellungen der Physiologie des Körpers eine Vorstellung vom Geiste vermittelt wird. Das Wissen muss endlich eine wissenschaftliche Brücke für das Streben zum Geiste bauen. In der Neuen Welt wird kühnes Erkenntnisstreben klare Bestätigung finden. Dort werden die Bildnisse der Hohen Lehrer ins Leben eintreten - als Freunde. Der Erlass des Hohen Lehrers wird unter den Lieblingsbüchern stehen.

78. Ihr sprecht oft über die Unvollkommenheit der heutigen Bücher. Ich gehe noch weiter und sage - Fehler in Büchern kommen schweren Verbrechen gleich. Unwahrheit in Büchern muss als eine Art schwerer Verleumdung gerichtlich geahndet werden. Die Lüge eines Redners muss der Zahl seiner Zuhörer entsprechend bestraft werden, die Lüge eines Schriftstellers - entsprechend der Zahl der gedruckten Bücher. Der Lüge einen Platz in den Volksbibliotheken einzuräumen ist ein schweres Verbrechen. Man muss das wahre Motiv eines Schriftstellers erkennen, um die Eigenschaft seiner Fehler richtig einschätzen zu können. Unwissenheit wird die schlechteste Begründung sein. Furcht und Gemeinheit werden den nächsten Platz einnehmen. All diese Eigenschaften sind unzulässig. Es ist eine Notwendigkeit, diese beim Neuaufbau zu beseitigen. Verbote sind wie immer ungeeignet. Entdeckte Fehler müssen jedoch aus Büchern entfernt werden. Falls es notwendig ist, ein Buch zu beschlagnahmen und neu zu drucken, so wird dies die Schriftsteller zur Einsicht kommen lassen. Selbstverständlich hat jeder das Recht, einen vorhandenen Fehler aufzuzeigen. Natürlich dürfen neue Sichtweisen und der Aufbau nicht behindert werden. Unrichtige Angaben dürfen aber nicht zu Irrtümern führen, und daher obliegt es allen, das Wissen zu verteidigen. Nicht später als nach einem Jahr müssen diese Bücher berichtigt werden, da anderenfalls die Zahl der Opfer zu groß wird. Ein Buch, dessen gute Qualität aufbauend ist, muss in besonderem Maß behütet werden. Doch auf den Regalen der Bibliotheken schwellen ganze Eiterherde der Lüge. Es wäre unzulässig, diesen Schund beizubehalten. Man kann jemandem ein schlechtes Bett anbieten, aber ein lügenhaftes Buch als Lektüre ist unzumutbar.
Grundlos füllt ihr den besten Platz eures Heimes mit Schundliteratur! Gerade schlechte Bücher verderben das Bewusstsein der Kinder. Möge endlich die Bedeutung der Bücher erkannt werden!

79. Das gesetzmäßige Zusammenhängen der ganzen Menschheit kann anhand der augenscheinlichen Ereignisse allein nicht logisch erklärt werden. Wie könnte man beispielsweise die Funktion und die Verbindung der Gehirnzellen untereinander feststellen, ohne alle zugehörigen Abläufe zu studieren? Einst glitzerten irgendwo die rosigen Strahlen, und ein bereits ausbrechender Volksaufstand beruhigte sich wieder. Einst veränderten sich Meeresströmungen, und der gesamte Welthandel änderte sich mit. Dies sind einfache, offensichtliche Beispiele. Aber unzählige feinste Ursachen und Wirkungen sättigen den Raum und durchpflügen die Schichten der ganzen Menschheit!
Du, der über das Schicksal von Menschen entscheidest, besuchest die Laboratorien und Observatorien. Auch wenn die Analogie zu sozialen Belangen nicht sofort erkennbar ist, so kann dein wissbegieriger Geist dennoch die Komplexität dieser realen Mechanismen vorstellen. Er wird erkennen, dass die Gesetze der menschlichen Evolution nicht von den kosmischen Prozessen getrennt werden können. Der richtige Weg in die Zukunft ist daher das vorurteilslose Erkennen der wahren Bedeutung dieser Prozesse. Wer die Wissenschaft der menschlichen Gesellschaft von den kosmischen Vorgängen trennen will, der schneidet sich selbst die Beine ab und verdammt sich zum Krüppeldasein.

80. Es gibt wenige Versuche, die mechanische Erscheinungen mit psychischen Vorgängen verbinden. Der Führer weiß, wie eine wissenschaftliche Einstellung zu psychischen Vorgängen alles Existierende erleichtert, daher wird er ohne Zögern die Aufmerksamkeit auf die Möglichkeiten der Psyche der Apparate lenken. Die Psychomechanik wird genau aufzeigen, wie die psychische Energie anzuwenden ist. Man kann bei Fabrikarbeit interessante Beobachtungen machen. Jeder erfahrene Arbeiter weiß, dass Maschinen eine Ruhezeit benötigen. Es ist schwer, diese Erscheinung näher zu erklären, sie ist aber auch denen durchaus bekannt, die von Psychomechanik keine Vorstellung haben. Wir hatten Gelegenheit, entsprechende Beobachtungen in Textilfabriken durchzuführen, wo es Hunderte von Webstühlen und einige Hunderte von mehr oder weniger erfahrenen Arbeitern gab. Die Webstühle brauchten neben den üblichen Ruhepausen und unabhängig von der Erfahrung der Arbeiter zusätzliche Erholungspausen. Die Weber wurden einem psychischen Test unterzogen, und es stellte sich dabei klar heraus, dass alle Maschinen, welche von Arbeitern bedient wurden, die im Besitz einer guten psychischen Energie waren, weniger Ruhezeit benötigten, so als würde den Maschinen ein Lebensstrom übertragen, welcher deren Leistungsfähigkeit verlängerte. Dieses lebendige Zusammenwirken zwischen Arbeiter und Maschine sollte allgemein innerhalb der Arbeitsgemeinschaften angewendet werden. Derart vorteilhafte Bedingungen können erreicht werden, wenn die Psychomechanik studiert wird. Es ist Aufgabe des Staates, die besten Produktionsbedingungen zu schaffen, indem entsprechende Maßnahmen ergriffen und die Gelehrten dazu herangezogen werden, das Leben in der Gemeinschaft zu erleichtern.

81. Verzichten oder vermehren? Natürlich soll man freudig und mit voller Lebenskraft vermehren, aber für das Allgemeinwohl. Schon das geringste Anzeichen von Sektiererei und heuchlerischer Abgrenzung verhindert eine leuchtende Entwicklung. Wahrhafte Freude meidet Finsteres. Verbot und Begrenzung werden wie Maulwürfe niemals die Sonne sehen können. Es ist möglich, in ein Bewusstsein derart blinden Glauben einzuprägen, dass jegliches neue Wissen bereits als Verbrechen oder Wahnsinn erscheint. Könnte etwa die Realität unwissende Begrenzungen zulassen?

82. Oft wurde über die Disziplinierung des Willens sowie über das befehlende Bewusstsein gesprochen, und schon lange wurde auf den Mut zur Verantwortung hingewiesen, jetzt soll die Aufmerksamkeit auf die auszumerzenden Einschränkungen des Sektierertums und Aberglaubens gerichtet werden. Ein Sektierer träumt davon, Macht zu gewinnen, um alles seinem unbeweglichen Bewusstsein zu unterjochen. Ein Abergläubischer hat große Furcht davor, bereits durch eine zufällige Bewegung ein Unglück anzuziehen, und er denkt sehr viel an sich selbst. Aberglauben und Sektierertum sind Zeichen eines sehr niedrigen Bewusstseins. Die schöpferische Kraft ist winzig bei jenen, welchen das Prinzip von Ursache und Wirkung fremd ist. Es ist unbedingt notwendig, jede Art von Aberglauben und Sektierertum aufzudecken. Lasst euch nicht davon abhalten, jene durch Fragen in die Enge zu treiben, denn genau dadurch werdet ihr Lüge und Angst beseitigen.
Möge der Aberglaube ausgemerzt werden, erweckt die Kraft der Ehre, sie ist jedem Menschen angeboren.

83. Zusammenarbeit beinhaltet sämtliche Möglichkeiten und Erfahrungen. Jeder, der die Macht der Zusammenarbeit herabsetzt und ihre Grenzen engerziehen will, wird zu einem Verräter. Zusammenarbeit - Quelle strahlender Freude!

84. Man muss die Aufmerksamkeit auf die Entstehung verschiedener Epidemien richten. Das Auftreten von Epidemien ist unter anderem die Auswirkung der Kräfte allgemeiner Bewusstseinszustände. Die dadurch erfolgte Vergiftung dringt viel tiefer in das physische Leben ein, als gemeinhin angenommen wird, sie führt zu einer entarteten Veränderung, also zur Bildung von neuen Mikroben. Epidemien, welche sowohl psychisch als auch physisch auftreten, sind sehr verhängnisvoll. Viele Beispiele von Verfall ganzer Generationen sind das Ergebnis derart veränderter, völlig entarteter Mikroben.

85. Einige Insekten und Kriechtiere ziehen es vor, durch einen Biss oder Stich zu sterben, nur um sich ihres Giftes entledigen zu können. In genau derselben Weise sind Diener der Finsternis bereit, die unangenehmsten Folgen auf sich zu nehmen, nur um vergiftenden Ärger auszubreiten. Man muss diese Urheber des Bösen gut im Auge behalten. Mitunter schonen sie sich selbst nicht, nur um ihre Gräueltaten verüben zu können. Es ließen sich viele Beispiele nennen, bei denen das ersonnene Böse dem Übeltäter nicht von Nutzen sein konnte, er es aber trotzdem unter dem Einfluss finsterer Kräfte beging. Die Winkelzüge der Finsteren müssen aufgezeigt werden. So befinden sich mitunter an bekannten Orten Leichname von irgendwelchen Menschen oder Tieren. Die Finsteren wissen, dass eine Zersetzung notwendig ist, um die Kräfte der niedersten Sphären herbeizuziehen, und in findiger Weise legen sie solche Herde zerstörenden Verfalles an. Aus diesem Grunde habe Ich vor langem dazu geraten, im Hause keine in Zersetzung übergegangenen Fleischspeisen, verdorbene Pflanzen oder faules Wasser aufzubewahren. Die Menschen beachten selten diese Tatsachen, welche sogar von den heutigen Ärzten bestätigt werden.

86. Der Mensch muss ständig an der Schwelle der Zukunft stehen. Der Mensch ist in jedem Augenblick neu. Der Mensch kann sich nicht auf die Vergangenheit stützen, da sie nicht mehr existiert. Der Mensch kann die Vergangenheit kennen, doch wehe ihm, wenn er die Maßstäbe der Vergangenheit anzulegen gedenkt. Mag der Führer sich bewusst sein, dass Vergangenheit und Zukunft an sich unvereinbar sind. Doch die Weisheit neuer Verbindungen kann die Vergangenheit in die Zukunft führen. Es ist nicht leicht, im andauernden Bewusstsein zu leben, dass die Welten sich in jedem Augenblick erneuern, doch aus dieser Quelle kommt unerschöpfliche Kraft. Der Führer kann einen Rat von Weisen bilden, doch darf in diesen kein altersschwacher Geist aufgenommen werden, der sich auf die Vergangenheit stützt. Das Licht der Hierarchie ist ein Licht der Zukunft.

87. Der Führer soll gute Taten dem Volk bewusst machen. Zur Verbreitung der guten Taten müssen alle Mittel zur Verfügung gestellt werden. Jedes Verschweigen von Gutem durch den Führer wird von Bösem ausgefüllt, dies folgt unvermeidlich auf jede Zurückhaltung des Guten. Es ist notwendig, ständig wachsam zu sein, um eine Änderung der Grundlagen rechtzeitig zu erkennen. Der Führer verhält sich gegenüber dem Volk wie ein Vater. Dadurch wird es möglich, die Harmonie zwischen den Welten herzustellen.

88. Gewiss sind alte Weise und Lehrer der verschiedenen Wissensgebiete, Künste und Handwerksarten Beispiele für das bewegliche Heer der aufklärenden kulturellen Bildung. Die ortsansässigen Lehrer finden in ihnen die besten Mitstreiter. Besonders sie entzünden die Feuer der Begeisterung und Inspiration. Die ortsansässigen Lehrer tragen die Bürde des Alltagslebens in aller Hingabe für ihr Fach. Sie werden sich selbst über die Ankunft eines Gastlehrers freuen. Die Überraschung der Ankunft selbst schafft bereits jene besondere Atmosphäre, welche die Herzen anzieht. Die Gastlehrer ihrerseits erfahren den herrlichen Nutzen der Vermehrung und Erneuerung ihrer Kräfte durch diese verschiedenartigen Handlungen. Der Führer nimmt mitunter sogar selbst an solchen lichttragenden Vortragsreisen teil, da dies der Volksbildung dient. Natürlich sollen auch die Schüler und Studenten oft in die Heimstätten der Weisen und Lehrenden kommen. Der Aufenthalt in diesen Stätten soll besonders schön sein. So möge man Stätten wahrhaft geistig-kultureller Bildungsarbeit schaffen. Möge in ihnen das Wissen auf die anziehendste, herzlichste Weise bestätigt werden.

89. Der Führer muss im Rat für Medienangelegenheiten persönlich vertreten sein. Dieser Rat besteht aus den Vorständen der Verlage. Sie sorgen selbst für die Ausmerzung der banalen Erniedrigung und des Bösen. Wer dieser Verbrechen dreimal überführt wurde, verliert die Verlagslizenz. Dieser Rat achtet auch selbst auf eine gute äußere Form der Veröffentlichungen und sorgt für erschwingliche Preise. Die Mitglieder dieses Rates bemühen sich auch um die Verbreitung einer größeren Anzahl nützlicher Zeitschriften im Volk. Möge selbst der Umschlag der Druckwerke nützliche Hinweise enthalten. Natürlich bilden die Verlage eine Arbeitsgemeinschaft.

90. Bestechlichkeit muss mit allen Mitteln ausgemerzt werden. Dabei darf man sich jedoch nicht auf Strafmaßnahmen verlassen, da dies wenig hilft. Im Ethikunterricht der Schulen muss der Gedanke gefestigt werden, dass Bestechlichkeit des Menschen unwürdig ist. Selbstverständlich wird derjenige aus einer Arbeitsgemeinschaft ausgestoßen, bei dem Bestechlichkeit bemerkt wurde. Der Führer muss selbst sehr aufmerksam beobachten, ob sich irgendwo Anzeichen dieser Zersetzung offenbaren. Nicht minder schändlich als Bestechlichkeit ist mangelndes Pflichtbewusstsein. Doch diese Verbrechen nisten sich bereits in jungen Jahren derart ein, dass auch die Einflussnahme dagegen bereits von Kindheit an erfolgen muss. Mögen die Kinder an die Arbeit der Erwachsenen herangeführt werden. Steigende Arbeitsqualität wird auch das Pflichtbewusstsein wecken. Jede Nachlässigkeit, Vergesslichkeit und Unaufrichtigkeit kann nur im eigenen Herzen verurteilt werden.

91. Angst ist mit der Idee der Führung unvereinbar. Jede Bekundung von Angst stellt bereits eine Herabsetzung der dem Führer bezeugten Verehrung dar. Der Führer darf weder Fassungslosigkeit noch Zerstreutheit offenbaren. Angst veranlasst sogar solche Menschen, die sonst gar nicht dumm sind, sich eine Schutztruppe anzuschaffen. Der Führer bedarf keiner Schutztruppe. Er ist von Freunden und Helfern umgeben. Angst hat bereits viele Staaten zerstört. Furcht ist die ansteckendste Erscheinung. Ist denn bei einem ängstlichen Führer eine Verbindung mit der Hierarchie überhaupt noch vorstellbar? Das Volk bemerkt feinfühlend, wessen jemand sich schuldig macht, vor allem der Angst. Das Volk wird Mut und Tapferkeit sogar in übertriebenen Formen verehren. Aber Angst und Unentschlossenheit werden nicht verziehen. Überdies zerreißt jede Art von Angst den Silbernen Faden.

92. Besonders Mut und Tapferkeit können im Geisteskorn veranlagt sein wie eine heilige Rüstung, ohne jedoch zum Ausdruck zu kommen. Wenn unser Bewusstsein jedoch jenen Bereich ganz klar erfasst hat, in welchem weder Furcht noch Mutlosigkeit existieren, dann sind wir durch Böses nicht mehr beeinflussbar. Es muss nur begriffen werden, worin die Festung besteht, und dieser konsequent zugestrebt werden. So kann man Mut und Tapferkeit festigen.

93. Eine der Hauptbedingungen für die Unbesiegbarkeit des Führers besteht darin, dass die gesamten zur Verfügung stehenden Ordnungskräfte niemals an einem einzigen Ort konzentriert werden. Die Ordnungskräfte des Führers befinden sich nicht nur an verschiedenen Orten, sondern wechseln diese zeitweilig. Wann diese Ortsveränderung zu erfolgen hat, hängt vom Befehl des Führers selbst ab. Die Menschen wissen mitunter von der Verlagerung der Ordnungskräfte, wissen jedoch auch, dass vieles sich abseits ihrer Kenntnis vollzieht. Auf diese Weise unterliegen die Verhältnisse der Ordnungskräfte des Führers nicht der Öffentlichkeit. Giftgase dürfen bei Zwistigkeiten nicht eingesetzt werden, doch es gibt bestimmte Strahlen unfehlbarer Wirkung. Ebenso darf nicht verheimlicht werden, dass die psychische Energie einen weitaus stärkeren Schutz bietet, als es Giftgase je erfordern. Die Anwendung dieser Energien darf jedoch nur in den Händen gänzlich vertrauenswürdiger Personen liegen. Jede Möglichkeit eines Verrats von ihrer Seite her ist auszuschließen, da ein und dieselbe Energie auch eine gegensätzliche Wirkung zeitigen kann. Auf diese Weise erhält der Schutz des Führers einen völlig neuen Aspekt. Vergessen wir nicht, dass die Verbindung mit der Hierarchie selbst bereits Gefahren vorbeugt. Die Macht der psychischen Energie bildet die sicherste Rüstung; fälschlich verwenden die Menschen den unpassenden Begriff Intuition, wenn höheres Gefühlswissen vorliegt.

94. Der Führer muss sich davor hüten, seine erteilten Befehle wieder aufzuheben. Solch eine schwankende Haltung führt zum gleichen Unglück wie die Angst. Die Achtung des Führers wird nicht wiederherstellbar sein. Der Führer darf daher nicht hoffen, dass ein heute begangener Fehler morgen wiedergutzumachen wäre. Fehler dürfen nicht geschehen. Man kann mit einem Befehl warten, doch ein erteilter Befehl ist Gesetz.

95. Für gewöhnlich irren die Menschen, da sie in der Beschränktheit ihres Bewusstseins annehmen, dass die Existenz von Dingen nur auf eine einzige Art möglich ist. Sie können sich daher nicht vorstellen, dass man schon im Altertum verschiedene Energien nutzen konnte, jedoch in einer völlig anderen Anwendungsart als heute. Ebenso vergessen die Menschen, wenn sie eine Wohnung aufgeben, bestimmte Dinge selber zu vernichten. Und so ergriffen auch im Altertum weise Lehrer Maßnahmen, um Dinge, die vor einer bestimmten Frist nicht veröffentlicht werden durften, noch rechtzeitig wieder zu verbergen. Dürfen neue Entdeckungen denn etwa vor der bestimmten Frist öffentlich kundgetan werden? Die Grundfesten könnten durch solche eigenmächtigen Versuche erschüttert werden. Hat denn die Hierarchie an den Entdeckungen etwa keinen Anteil? Wisst ihr denn nicht, dass viele Entdeckungen von Uns vernichtet wurden, weil sie unzeitgemäß erfolgten und daher Schaden verursacht hätten? Mag der Führer sich dessen erinnern, dass eine Führende Hand keine Ruhe kennt, wenn sie Wege sucht, die Möglichkeiten zum Wohle hinzulenken.

96. Luxus darf in wahrhaft neuen Aufbau keinen Eingang finden, besonders deshalb, weil Luxus weder der Schönheit noch dem Wissen entspricht. Die Grenzlinien des Luxus verlaufen jedoch gewunden, daher ist es unmöglich, sie einfach per Gesetz festzulegen. Der Führer muss auch diese Bürde der Verantwortung auf sich nehmen. Mag er jede Geschmacklosigkeit, welche ja eine Begleiterscheinung des Luxus ist, gänzlich ausmerzen. Der Führer mag sich die Meinungen der besten Fachleute anhören, aber die Entscheidung liegt bei ihm.

97. Um das Erkenntnisvermögen für Schönheit zu entwickeln, muss in den Schulen Unterricht über die Schönheit des Lebens eingeführt werden. In dieses Fach muss auch Kunstgeschichte und Geschichte des Wissens Eingang finden, wobei nicht nur das Wissen der vergangenen Zeiten behandelt werden darf, sondern auch Hinweise auf zeitgenössische Leistungen gegeben werden müssen. Ein Lehrer dieses Faches muss wahrhaft ausgebildet sein, so dass er jeglichen Fanatismus vermeidet, denn dieser trägt den Keim der Unwissenheit bereits in sich.

98. Die Welt lebt durch das Mysterium. Ebenso wie das höchste Mysterium nicht enthüllt werden kann, so existiert auch in jeder Anspannung das Element eines Geheimnisses. Die Menschen fühlen mit ihren Herzen die Grenze dieses höchsten Mysteriums und verstehen es, sie zu achten. Man darf ein Geheimnis nicht einfach erfinden; jedoch ein vorhandenes Geheimnis muss geachtet werden, darin gründet auch die Persönlichkeit des Menschen. Die Ansichten des Führers enthalten etwas Geheimes, aber seine Taten bedeuten das Wohlergehen des Volkes.

99. Kann man etwa erwarten, dass ein gestörter Staatshaushalt ohne besondere Maßnahmen wieder ins Gleichgewicht gebracht werden kann? Weder das Drucken von Banknoten noch Kredite werden da noch helfen können, weil dadurch die Krankheit nur nach innen verlagert wird. Das Hauptaugenmerk muss auf die rechtzeitige und gerechte Verteilung der Güter an die Bevölkerung und auf den bedarfsgerechten Einsatz ihrer Kräfte gelenkt werden. Die ungeheuer großen Städte bilden Eiterherde der Unzucht und der Krankheit, und müssen aus diesem Grunde aufgelöst werden, nur so kann das Gleichgewicht wiederhergestellt werden. Der Zustand von Massenanhäufungen einerseits und daneben herrschender Menschenleere andererseits ist untragbar, weil er die Lebensgrundlagen untergräbt. Das Leben in der Natur muss anziehend gestaltet und als selbstverständlich erachtet werden. Die neuen Erfindungen gestatten es ohnedies, selbst an weitentlegenen Orten die kulturellen Errungenschaften zu nutzen. Wenn die Schulen den Sinn des Lebens in der Selbstvervollkommnung aufzeigen, werden die Menschen auch zunehmend nach einem Leben in der freien Natur streben. Ebenso ermöglichen es auch die Arbeitsgemeinschaften, zu bester handwerklicher Heimarbeit zurückzukehren. Gerade die Arbeitsgemeinschaften helfen dem Staat, den Haushalt im Gleichgewicht zu halten. Die Form der Arbeitsgemeinschaften erlaubt es dem Staat, einen bedeutenden Teil der Aufgaben zu delegieren, wie zum Beispiel den Erhalt der Verkehrswege, Belange der Forst- und Wasserwirtschaft, die medizinische Versorgung, die innere Ordnung und eine Vielzahl anderer Angelegenheiten, die in den Gemeinden erforderlich sind. Schulen und Unterhaltungseinrichtungen sind natürlich von Arbeitsgemeinschaften zu betreiben, jedoch unter staatlicher Aufsicht. Den Arbeitsgemeinschaften kann je nach ihrer Art auch die Einhebung indirekter Steuern aufgetragen werden. Die direkte, pro Kopf eingehobene Steuer darf jedoch nicht zu hoch sein, da sie ansonsten immer Anlass für Unzufriedenheit ist. Jedoch indirekte Steuern fließen aus einer Vielzahl von Besteuerungsarten zusammen, ohne direkt ersichtlich zu sein. Diese Arbeitsgemeinschaften sollen sämtliche Ortschaften eines Staates wie ein Netz überziehen, dadurch bedarf es nur der Aufsicht anstatt der zahlreichen Staatsbeamten. An der Spitze der Wirtschaft hat ein Rat zu stehen, welcher der Leitung des Führers selbst unterstellt sein muss. So muss der gesamte Staatsaufbau bis in eine einzige Spitze geordnet sein.

100. Jedes Gespräch des Führers muss von Ermutigung getragen sein. Darin dürfen Einschüchterungen oder Herabsetzungen keinen Platz haben. Jeder, selbst der einfachste Angestellte, ist für seine beste Eigenschaft zu loben. Sogar einfachste Menschen können in Form einer nützlichen Bemerkung bereits ihren Beitrag leisten. Das menschliche Herz freut sich besonders, wenn es fühlt, dass seine besten Eigenschaften gewürdigt werden.

101. Jenen, die sich das Prinzip der Führung nicht vorstellen können, sagen Wir: Jedes eurer Worte setzt die Autorität einer bestimmten Sache oder Person voraus. Ihr merkt selbst nicht, dass sich jede eurer Behauptungen auf etwas stützt, das zwar ihr vorgefunden habt, jedoch von jemand anderem aufgestellt wurde. Es gibt niemanden, der ohne Belehrungen weiterkommen könnte. Nur darf man dabei im eigenen Herzen nicht überheblich werden. Das Verstehen dieses Hierarchischen Aufbaues ermöglicht es auch, die Vorstellung vom Führer anzunehmen, welcher in Bezug auf Höhere kein Führer, sondern ebenfalls ein Nachfolgender ist.
Aus Unwissenheit versuchen die Menschen mitunter, diese Ein- und Anbindungen aufzutrennen. Aber jeder Seemann wird bestätigen, dass die Mastbäume ohne diese feste Seilbindung bersten werden, die Naturgewalten werden sich über die Kräfte des Menschen hinwegsetzen. Ein Seefahrer weiß auch, dass eine Seefahrt ohne Mastbäume und Seile verhängnisvoll wäre. Es ist daher erforderlich, die unbedingte Notwendigkeit des Hierarchischen Aufbaues des gesamten Weltenalls bereits in der Erziehung zu bezeugen.

102. Jeder Erfinder und Gelehrte muss dessen sicher sein können, dass seine Entdeckungen vom Staat geschützt werden. Ein Gelehrter darf nicht in die Lage geraten, Kräfte für den Schutz seiner Entdeckungen vergeuden zu müssen. Der Staat selbst muss dafür die Verantwortung übernehmen, nicht nur für den Schutz, sondern auch für die breite Anwendung nützlicher Entdeckungen. Ein Erfinder sollte vom Staat würdig entlohnt und in eine versorgte Situation versetzt werden, um seine Arbeit weiterführen und verbessern zu können. Es darf nicht sein, dass schöpferische Kräfte mit stumpfsinnigen Formalitäten belastet werden. Der Führer muss selbst wissen, wie die schöpferischen Kräfte des Volkes genützt werden. So werden die Mühen dieser Menschen, welche zur Verbesserung des Lebens beitragen, auch die rechte Würdigung finden.

103. Standesunterschiede sind Ausdruck der Bedingtheit, sie können in der Neuen Welt unmöglich existieren. Der Wehrstand ist in eine allgemeine Verteidigung umzuwandeln, die sich entschieden über alle verteilt. In der Schule muss die Unerlässlichkeit von Verteidigungsmaßnahmen gelehrt werden.

104. Die Form der mündlichen Befehlserteilung behält ihre Berechtigung im Leben, auch wenn die Menschheit über tausend Schriftsprachen verfügt. Dafür gibt es drei Gründe. Erstens lässt sich ein Befehl nicht immer schriftlich darlegen. Zweitens schenken die Menschen den Schriftstücken zu wenig Beachtung und klammern sich ans Wort. Drittens erfolgt die Offenbarung Höchster Vermächtnisse niemals schriftlich, deshalb werden Höchste Befehle mündlich von Herz zu Herz übermittelt. Auf diese Weise wird besonders der Führer den Befehl des Herrschers in seinem Herzen bewahren und diesbezügliche Aufträge seinerseits wiederum mündlich erteilen. Diese einfache Überlegung muss erwähnt werden, denn wer die Hierarchie noch nicht kennt, kann auch die Heiligkeit eines Befehls noch nicht verstehen. Es bedarf vieler Belehrungen über die Gesetze der Natur, um die Schönheit des Gesetzes der Anziehung zu verstehen, welches das Fundament der Hierarchie ist. Unwissende verstehen nicht, wohin Zwang und wohin Freiheit führen - das erstere in die Finsternis, das zweite in das Licht der Hierarchie.

105. Folter und Zwang müssen für immer ausgeschlossen werden. Derartige finstere Maßnahmen sind dort nicht notwendig, wo Erkenntnis der psychischen Energie herrscht. Ein Gericht kann den inneren Zustand eines Angeklagten auf einem Film erkennen. Ein Geständnis ist durch Hellsichtige zu überprüfen. Ein Angeklagter wird auf jenen Befehl hin, welchem sich kein Wille widersetzen kann, die Wahrheit aussagen. Auf diese Weise wird die psychische Energie in das Leben einziehen. Natürlich wird die Wissenschaft von den Gestirnen die Wahrheitsfindung unterstützen.

106. Wahrlich, die Ehrung des Geistes wird zunehmen. Wir müssen den Atheismus ausrotten. Es ist besser, vorhandene konventionelle Formen der Erkenntnis der Hierarchie zu bewahren, auch wenn diese nur bruchstückhaft sind, als in den Wirbel des Chaos zurückzufallen. Als man die Menschen lehrte, dass das Höchste für sie unerreichbar wäre, begannen sie, überhaupt alles Unsichtbare abzuleugnen. Daher wird man auf Meinen Befehl die Gottlosigkeit, welche mittlerweile einen Aspekt völlig unverhüllten Satanismus angenommen hat, verjagen.

107. Die Todesstrafe ist abzuschaffen, denn die gewaltsame Tötung eines Verbrechers ist keine Strafe. Die meisten Verbrecher können durch Suggestion zur Arbeit erzogen werden. Zweifellos sind Krankheiten wie Verbrechen, Trunksucht und andere Laster durch Suggestion heilbar. Außerdem darf nicht vergessen werden, dass viele Verbrechen im Zustand der Besessenheit begangen werden. Dies bedeutet, dass solche Menschen nicht zu bestrafen, sondern zu heilen sind. Natürlich ist bei dieser Art der Heilung eine besonders fordernde, systematische Arbeit von entscheidender Bedeutung. Die Besessenen hassen jede Arbeit, sie versuchen sich ins Chaos zu stürzen, jedoch das Wesen der Arbeit stellt bereits eine geordnete Entwicklung dar.
Man darf sich nicht mit der Frage quälen, woher die starken Suggestionsenergien genommen werden sollen. Es gibt sogar viele solche Möglichkeiten, diese werden jedoch noch nicht koordiniert. Wenn es erst einmal Institute für Psychische Energie gibt, wird man dort dafür geeignete Mitarbeiter ausbilden können. Man darf nicht vergessen, dass ein Institut für Astrologie eine nahe liegende Hilfe zur Überprüfung von Angaben und von Tatsachen sein wird. Vor nicht langer Zeit noch scheuten sich die Regierungen, Themen wie Gestirnseinflüsse und der dem Menschen innewohnenden Energien aufzugreifen, aber aufgeklärte Menschen müssen ihre Aufmerksamkeit der psychischen Energie zuwenden.

108. Der Führer muss beständig frohen Mutes sein, damit niemand durch eine Ausstrahlung von Niedergeschlagenheit durch ihn betroffen wird. Doch diese frohe Spannkraft kann sich nur durch Hingabe an die Hierarchie festigen, indem diese Verbindung fest im Herzen verankert wird. Aus dieser Quelle entsteht dann auch jene Freundlichkeit, welche selbst schwerst zu öffnende Tore aufschließt. Man muss das Bild eines Hierarchen in sich haben, um in jeder Situation die Grundlage der Freundlichkeit zu finden. Man muss das Feurige Schwert des Erzengels erkennen, um auch die Grenze der Gerechtigkeit zu erkennen. Wer könnte sonst aufzeigen, wann das Maß der Freundlichkeit erschöpft ist? Nur ein Hierarch allein kann diese Entscheidung treffen. Ihr wisst, dass der Friedlichste Held Beispiele dafür gegeben hat.

109. Der Führer betrachtet die tägliche Arbeit als einen Augenblick der Ewigkeit. Trotz der langsamen Evolution wird er dennoch nicht müde. Nach menschlichen Maßstäben hat man viel Zeit, aber für den Führer gelten andere Maßstäbe im Leben. Daher muss er fähig sein, sowohl zum Wohle von Nachzüglern als auch von Pionieren zu helfen. Nur die Verbindung mit der Hierarchie verleiht dem Führer die Maßstäbe der Drei Welten. Aus dieser Quelle stammt die Unermüdlichkeit des Führers. Das menschliche Gehirn ist nicht imstande, ununterbrochen Arbeit zu leisten, nur die unerschöpfliche Macht der Hierarchie sendet Strahlen der Stärkung und lässt den Sinn der Arbeit erkennen. Ohne die Hierarchie ist der Führer wie ein Grashalm im Sturmwind. Wer die Lichtstrahlen der Feurigen Welt aufnimmt, schmiedet seinen Panzer.

110. Die Entwicklung der Persönlichkeit muss in der Landwirtschaft, im Kleingewerbe und in künstlerischer Tätigkeit erfolgen. Eine Arbeitsgemeinschaft ist keineswegs ein Ort der Unterdrückung, sondern fördert die Persönlichkeit. Nur in Formen der Zusammenarbeit, welche in Unwissenheit gegründet wurden, kann eine Unterdrückung der Persönlichkeit beobachtet werden. So wie ein Henker die Gedanken der abzuschlagenden Köpfe nicht kennt, so unterdrücken Unwissende die schöpferischen Kräfte und bilden sich ein, sie würden Zusammenarbeit üben. Der Henker wurde immer verachtet, und genauso wird auch ein Henker des Gedankens verachtet werden. Die Aufrufe des Führers erklingen daher nicht als Erniedrigung, sondern als Ansporn zum Aufstieg. Führer gibt selbst ein Beispiel im Erwecken jener Energien, welche im Volk vorhanden sind.

111. Der Führer mag sich der Jugend widmen, für sie soll jeder Auftritt ein Festtag sein. Es sind Arbeiten vorzuschlagen, welche das Interesse erwecken, und es ist darauf hinzuweisen, dass selbst ein kleines Kind für den Staat nützlich ist, so wie auch jedes Anzeichen von Heldentum erkannt und gewürdigt werden muss. Der Führer wird sich die Namen kleiner Helden notieren, denn Heldentum ist bereits im Geist begründet. Es ist unmöglich, dass aus einem Feigling ein bewusster Held wird. Man muss die Namen junger Helden von der Schulzeit an festhalten und diese Feuer der Selbstaufopferung unterstützen. Niemand bemerkt, wie früh die Grundzüge der menschlichen Natur bereits zum Ausdruck kommen. Nur allzu oft erniedrigen die Menschen die wertvollsten Veranlagungen. In der Neuen Ära werden vor allem die Kräfte des Volkes behütet.

112. Der Führer darf verantwortungsvolle Stellen nicht mit Menschen besetzen, welche von Gereiztheit geprägt sind. Von dieser Eigenschaft muss man sich besonders distanzieren, denn die Gereiztheit ist eine Form von Beschränkung. Gewiss, bis zu einem bestimmten Grad können sowohl Beschränktheit als auch Gereiztheit geheilt werden. Beide Eigenschaften sind durch Suggestion beeinflussbar, aber diese Umwandlung erfordert Zeit. Durch Gereiztheit entsteht entsetzlicher Schaden. Gereiztheit wirkt wie ein unüberwindliches Hindernis auf alle Taten eines von ihr befallenen Menschen.

113. Nicht die geruhsamen Zeiten, sondern die Tage des Strebens und der Hindernisse bringen einen Führer hervor. Als Verkörperung der Bewegung führt er das Volk in die fruchtbare Erde. Dort, wohin ein Führer gesandt wird, ist bereits das gelobte Land. Daher ist das Erscheinen eines Führers ein Zeichen des Guten, des Erfolges, der Abkehr von Einkerkerung und der Annäherung an das Licht. Geruhsame Zeiten, welche zu nichts führen können, sollten niemals bedauert werden. Mag der Führer dem Volk jene Energie übertragen, welche die Hierarchie des Lichts in hohem Maße gibt. Der Führer wird kein Wort des Verbotes aussprechen; dort, wo vorherbestimmte Tore sind, wird das Volk auch alle notwendigen Antworten vorfinden. Dies ist kein leeres Versprechen, denn die Hierarchie kennt keinen leeren Raum. So lasst uns dankbar sein, wenn die geruhsamen Zeiten von der Zeit des Aufstieges abgelöst werden.

114. Der Führer sucht seine Mitarbeiter durch viele Prüfungen aus. Zuallererst wird dem Prüfling vorgeschlagen, irgendeinen Sachverhalt zu beschreiben. Beginnt diese Beschreibung mit einer Verneinung, so bedeutet dies, dass derjenige als Mitarbeiter ungeeignet ist, denn jede Erscheinung enthält auch etwas Nützliches. Es bedarf jedoch einer besonderen Sichtweise, jedes geeignete Korn zu erkennen. Solche Mitarbeiter mit Weitblick muss man erwählen. Der Führer darf nicht der Versuchung der Verneinung erliegen.

115. Betteln ist unzulässig. Jede Gemeinde hat in ihrem Bereich dafür Sorge zu tragen, dass für jeden Arbeit vorhanden ist. Nur gebrechliche Menschen dürfen in einem Fürsorgeheim untergebracht werden, es gibt jedoch wenige derart Gebrechliche, dass man ihnen die Arbeit völlig vorenthalten müsste. Die Arbeitsmöglichkeiten sind unerschöpflich, man muss nur erkennen können, welche Arbeit für wen geeignet ist.

116. Weiterhin obliegt es dem Führer, Mitarbeiter zweckmäßig einzusetzen oder auch zu versetzen. Dazu dürfen keinesfalls Fristen festgelegt werden, sondern alles muss der Zweckmäßigkeit entsprechen.

117. Der Führer muss beständig das höchste Ziel vor Augen haben. Viele Vorhaben sind deshalb gescheitert, weil man das Hauptziel aus den Augen verlor. Das Alltagsleben schob die gottgegebenen Aufgaben beiseite, und menschliche Aufgaben traten in den Vordergrund, wodurch die Handlung von kosmischer Bedeutung im Stich gelassen wurde. Man muss begreifen, dass nur die Verbindung mit der Hierarchie den Aufstieg des Geistes über die Alltäglichkeit hinaus festigen kann. Den Einzelheiten des Lebens darf man zwar nicht ausweichen, doch sollten diese vom Regenbogen des Geistes überstrahlt werden. Mag der Führer bedenken, dass die Hauptaufgabe in der Vervollkommnung des Volkes liegt, dann ist der Schatz der Drei Welten verstanden worden.

118. Man muss jegliches Verbot vermeiden und es durch rechtzeitige, richtungsweisende Hinweise ersetzen. Es klingt besser, wenn Führer sagt: "Handelt! Schafft" - anstatt "Ich verbiete". Jede Verneinung zerstört einen Teil der Anerkennung des Führers. Doch kann eine Weisung nur dann tatsächlich wirksam sein, wenn sie rechtzeitig erteilt wird. Wer aber, außer dem Hierarchen, vermag den rechten Zeitpunkt richtig zu erkennen? Deshalb liegt die Perle der Kräfte des Führers ausschließlich in der Verbindung mit der Hierarchie. Diese Perle darf nicht aufgelöst werden, da durch ihre Auflösung Gift entsteht. Diese offenbarte Perle muss als ein einzigartiger, unersetzbarer Schatz gehütet werden. Stellen wir uns vor, Führer würde die Verbindung zur Hierarchie zurückweisen. Unverzüglich würde er zu einem höchst gewöhnlichen Menschen; denn der zerrissene Faden würde ihn weit zurückwerfen.

119. Man kann Höhere Kräfte herbeirufen; wenn dies beidseitig geschieht, wirken sie genauso, wie gleichgerichtete Kräfte eine Summe bilden. Die Beidseitigkeit ist das Notwendigste - dieser Schild offenbart sich nur bei Vereinigung der Energien. Der Führer muss sein Herzensstreben so ausrichten, als ginge ein Hierarch unmittelbar neben ihm.

120. Das klare Erkennen der Höheren Kräfte erfolgt weder durch Schulunterricht noch durch irgendwelche äußeren Einflüsse, sondern im Herzen als die grundlegendste Erinnerung an das Leben in der Feinstofflichen Welt. Daher kann gesagt werden: Gesegnet ist, wer das Schönste im Herzen bewahrt hat. Indem das Notwendigste in Vergessenheit geriet, fiel die Menschheit in Umnachtung. Die Nacht ist den Menschen zur Erhebung des Geistes gegeben, aber Unwissende behaupten, der Schlaf sei dem Tode ähnlich. Es ist absurd, dieses wundervolle Mysterium mit Zersetzung zu vergleichen. Bereits von Kindheit an sollte wiederholt erklärt werden, dass der Schlaf ein Gespräch mit den Engeln darstellt. Erst wenn Worte nicht mehr notwendig sind, beginnt die Erkenntnis des Herzens.

121. Aufsicht muss sehr wachsam vonstatten gehen, doch sollte sie nicht als ein Zeichen von Misstrauen erscheinen. Aufsicht ist in Zusammenarbeit und in gegenseitiges Verstehen zu wandeln. Die Maßstäbe des Vertrauens und die Qualitätsverbesserung müssen von oben nach unten weitergeleitet werden. Viele nützliche Maßnahmen sind durch Hass gegenüber der Aufsicht reduziert oder gar zunichte gemacht worden. Natürlich ist Unverständnis die Ursache solch unzweckmäßigen Verhaltens. Wenn die Menschen lernen, die Feinstoffliche und die Feurige Welt wahrzunehmen, werden sie die Unendlichkeit der Verbindungen verstehen. Wahrlich, wer könnte sich denn außerhalb der Hierarchie befinden? Nur Unwissende und bewusste Betrüger können die Hierarchie hinter verschiedenen falschen Bezeichnungen verschleiern. Doch sie atmen nicht die Freiheit der Hierarchie, sondern brandmarken sich selbst als Sklaven. Der Führer soll das Volk von jeglichem Ansatz der Sklaverei reinigen. Dem Menschen soll von klein an wiederholt verständlich gemacht werden, dass Disziplin des Geistes Freiheit verleiht. Würde und Ehre kann man nur so im Menschen erwecken. Niemand vermag ohne Ehre ehrlich zu sein. Man darf nicht meinen, dass Sklaverei von der Hierarchie gebilligt werden könnte. Im Gegenteil, die Feurige Welt braucht keine Sklaven, sondern Mitarbeiter. Erachtet die Verfeinerung des Herzens als den Maßstab der Ehre. Wir dürfen nicht vergessen, dass das alltägliche Dasein die Grundlage der Erhabenheit der Welt bildet.

122. Ein Buch durchzulesen bedeutet noch nicht, es zu verstehen. Der Führer weiß, dass auch seine Mitarbeiter völlig verstanden haben müssen, wie ein in sich harmonisch aufgebauter Staat zu schaffen ist. Niemand darf sich einer seinen Kräften angemessenen Mitarbeit enthalten. Man kann mehr oder weniger wissen, aber die Mitarbeit an der Gemeinschaft kennzeichnet jene, die für das Volk tätig sind.

123. Es ist erforderlich, die Hierarchie wie seinen Augapfel zu behüten. Die Hierarchie ist keine Obrigkeit, sondern eine Festung der Liebe. Nur aus Liebe erwächst jene Achtung, welche Disziplin beinhaltet. Es sind jedoch nicht viele, die jenen lieben, der ihnen hilft. Dies zeigt, dass die Unwissenheit groß ist!

124. Solltet ihr ein Haus betreten und auf dem Tisch des Hausherrn eine Giftschlange bemerken, was würdet ihr tun? Würdet ihr zögern, während die Schlange euren Freund tötet, oder wäret ihr entschlossen, sie sofort zu töten? Wir sagen: Rettet die Nächsten vor dem Übel. Lasst euch nicht durch Bestürzung verwirren, sondern handelt, wie es das Wohl erfordert. Schlange und Mensch dürfen nicht auf einer gemeinsamen Waage verglichen werden. Man darf ein niederes Bewusstsein nicht mit einem Tempel des Bewusstseins vergleichen. Wenn wir aufhören zu unterscheiden, wo würde dann unsere Verantwortung der Welt gegenüber bleiben? Wer einen Freund verliert, weil er eine Schlange verschonte, ist kein Held. Wer sich seiner Pflicht entzieht und dafür noch ein Wort der Entschuldigung sucht, ist kein Held. Wer Bedeutendes von Unbedeutendem nicht unterscheiden kann, ist kein Held. Wer nicht mehr mit dem Herz urteilen kann, ist kein Held. Der Führer kennt den Maßstab des Herzens und die feurige Entscheidung.

125. Der Führer wird tatsächlich mit dem Volk nicht nur direkt sprechen, sondern seine Befehle und Bekanntmachungen werden auch in Zeitungen gedruckt und über das Radio weithin zu hören sein. Auch in weit entfernten Orten der Provinz sollte die Stimme des Führers zu hören sein. Es muss allen vermittelt werden, dass ihr Schaffen dem Führer nahe steht und dass alle, die nach Verbesserung und Vervollkommnung streben, durch den Führer gütevolle Zustimmung finden. Die ins Gleichgewicht zu bringenden Lebensprinzipien werden von Oben in einen rechten Bezug zueinander geführt werden. Niemand darf das Empfinden haben, als stünde zwischen ihm und dem Führer eine trennende Wand. Offenbarungen neuer Gedanken, Beweise schöpferischen Tuns oder Entdeckungen müssen durch die örtlichen Arbeitsgemeinschaften auf schnellstem Wege zum Führer gelangen. Der Führer besitzt selbst natürlich noch weitere Hierarchische Möglichkeiten, um Kenntnis von all den außergewöhnlichen Erscheinungen zu erlangen.

126. Die mächtigsten Avatare tragen keine irdischen Auszeichnungen, sondern zeichnen sich durch geistiges Schaffen aus. Wundert euch nicht darüber, dass starke Geister nicht von ihren Zeitgenossen erkannt werden - so muss es auch sein, denn ihre Maßstäbe entsprechen der Zukunft, für die das Gesetzbuch zur Annäherung an die nächsthöhere Stufe erarbeitet wird. Die Menschen haben noch nicht begriffen, dass die höchste Errungenschaft in der Entwicklung des feurigen Herzens liegt. Zusammenarbeit und Zusammenleben basieren auf dem Herzen. Diese einfache Wahrheit wird nicht klar gesehen. Die Mechanisierung hindert am vertieften Vordringen in die Feurige Welt.

127. Bestimmte Metalle verbinden sich leicht miteinander, hingegen andere stoßen einander ab. Der Führer muss derartiges Verhalten von Gutem und Bösem selbst beobachten. Beide Seiten bilden völlig zusammenhängende Ketten. Denn das Haupthindernis bei der Entwicklung eines Staates besteht in einer mechanischen Vermischung gegensätzlicher Prinzipien, was vorzeitig zu Auflösungserscheinungen führt. Das Herz und die Verbindung mit der Hierarchie werden verdeutlichen, welche Teile miteinander verbunden werden können. Der Mensch bedarf des Gleichgewichts zwischen Herz und Verstand. Die Zusammenarbeit ist Ausdruck von Gleichgewicht. Die heilige Zahl des Pythagoras stellt das Gleichgewicht der Schönheit dar. Vieles aus derartigen Axiomen würde für die gegenwärtige Zeit unannehmbar erscheinen. Es ist eine schwere Aufgabe, den Menschen die Vorstellung eines solchen Gleichgewichtes verständlich zu machen.

128. Wettbewerb ist ein schwieriger Begriff. Nur ein feuriges Herz versteht, wie viele Maßstäbe man dafür sowohl von der hellen wie von der finsteren Seite anlegen kann. Wettbewerb ist vom Führer selbst zu bestätigen. Reines Verstehen der Vervollkommnung führt zu reinem Wettbewerb. Aber wenn das Bewusstsein wild und ungezügelt ist, dann führt Wettbewerb zur gegenseitigen Zerstörung. Neid ist ein Nachbar des Wettbewerbs und führt zu den raffiniertesten Verbrechen. Zusammenarbeit muss missverstandenen Wettbewerb ausgleichen. Es ist nicht leicht, die Grenzen vernünftigen Wettbewerbs zu erkennen. Allein der Begriff Wettbewerb birgt bereits eine Gefahr, denn in ihm kommt Eifersucht zum Ausdruck, anders gesagt, krankhafte Hingabe. Daher soll man nach Möglichkeit den Begriff Wettbewerb durch Selbstvervollkommnung ersetzen. Viele Begriffe sollen auf ihre gegenwärtige Bedeutung hin überdacht werden. Man kann erkennen, dass wahrheitsgemäß betrachtete Konfessionsgeschichte die Wurzeln vieler heute höchst entstellter Begriffe zutage fördert. Es ist auch Sorge dafür zu tragen, dass gerade die Sprache der grundlegenden Idee so klar wie möglich entspricht.

129. Sprache kann durch neue Begriffe bereichert werden, aber gedankenlose Aneinanderreihungen von Lauten bringen keinen Nutzen. Jeder Buchstabe entspricht durch seinen Klang einer Vibration der Chakras. Es wäre unsinnig, nutzlos die Harmonie zu stören. Achtet auf den Klang alter Ortsnamen, neue weisen nicht immer eine gleich nützliche Schwingung auf. Alte Namen haben eine uralte Bedeutung. Selten findet ein Philologe die von mächtigen Völkern angelegte Wurzel solcher Wortbedeutungen. Umso mehr sollte man sich gegenüber dem geheimnisvollen Erbe, das unsere Herzen erklingen lässt, umsichtig verhalten.

130. Es lässt sich beobachten, wie sehr sich die Menschen heutzutage gegen die Vorstellung der Führung aussprechen, diese aber gleichzeitig begeistert herbeisehnen. Es ist aufschlussreich, den Zwiespalt der Denkprozesse des Gehirns und des Herzens zu beobachten. Das Gehirn folgt der konventionellen Denkweise und wiederholt die vorgeplapperten Formeln. Aber das Herz, sogar ein schwaches und unausgewogenes, bewahrt Körner der Wahrheit. Wo das Gehirn sich in Verneinung versteift, erbebt das Herz vor Freude, wenn auch erst zaghaft, beim Herannahen einer Lösung. Menschen, die sich gegen den Aufbau aussprechen, sind gewöhnlich nicht imstande, eine Alternative aufzuzeigen. Doch gerade solche Widersprüchler laufen dem Führer als erste hinterher. Während sie ihre Unzufriedenheit vor sich hinmurmeln, führen sie dennoch die Weisungen ziemlich genau aus. Weniger aufgrund ihrer unterwürfigen Natur, sondern aufgrund ihrer Herzensleistung schließen sie sich der Hierarchie an. Es zeigt ihnen, dass es im Augenblick der Gefahr notwendig ist, das Gleichgewicht im Bereich einer Autorität aufrechtzuerhalten. Daher soll sich der Führer von solchen Widerspruchsgeistern nicht verwirren lassen.

131. Warum wird man so oft geprüft, wenn die geistige Umwandlung doch im Herzen vollzogen wird? Die Antwort ist einfach - da das Herz vernachlässigt und im Leben nicht berücksichtigt wird, ist es für viele Menschen unumgänglich, ihr Bewusstsein durch Prüfungen zu verbessern. Wenn ihr einen Diener einstellt, so werdet ihr entweder eine Prüfung ansetzen oder seinen Augen vertrauen. Daher kann das Herz auch im Blick überzeugend aufleuchten, jedoch der Verstand lässt Augen wie Positionslichter aussehen. Ratet daher, bei jeder Gelegenheit den Weg des strahlenden Blickes zu beschreiten.

132. Der Führer muss klar erkennen, mit wem er gemeinsam arbeiten kann. Wenn die Auswahl der Mitarbeiter erfolgt ist, dann darf man sie jedoch nicht mehr an die Vergangenheit erinnern. Denn es ist viel in der Vergangenheit geschehen. Gerade die Vergangenheit hindert daran, sich der Zukunft uneingeschränkt zuzuwenden. Besonders die kleinen irdischen Steine der Vergangenheit hindern die Menschen, ihren Pfad eiligst fortzusetzen! Man muss sich aber an den eiligen Pfad gewöhnen, denn ein anderer existiert nicht. Viele Unglückliche und Leidende zählen die Augenblicke, während sie auf Hilfe warten. Es ist undenkbar, sich nicht zu beeilen!

133. Zwischen Widerspruch und besonderer Arbeitsweise sollte man genau unterscheiden. Wenn ein Linkshänder mit seiner linken Hand etwas erschafft, so wird seine Arbeitsleistung zu jener von Rechtshändern nicht in Widerspruch stehen. Die Menschen sind jedoch durch herkömmliche Bewertungen befangen. Sie können auch heutzutage den hohen Wert der Arbeit nicht verstehen, und jede ungewöhnliche Arbeitsmethode erregt bereits Misstrauen. Misstrauen ist aber ein abscheuliches Gefühl. Es hat ganz und gar nichts mit der Feurigen Welt gemeinsam. Der Anfall von Misstrauen lässt den Menschen unter das Bewusstsein eines Tieres sinken. Dieses verfügt noch immer über den Instinkt, aber Misstrauen zerfrisst jedes Gefühl. Wahrhaftig, Misstrauen ist ein Überbleibsel aus finstersten Zeiten. Glücklicherweise ist eine Heilung durch Suggestion möglich, eine derartige Infektion darf aber nicht unterschätzt werden.

134. Der Führer ist fähig, dem Bewusstsein des Volkes selbst die allerhöchsten Maßstäbe nahe zu bringen. Vom Führer hängt der Charakter des ganzen Volkes ab - durch ihn kommen die Möglichkeiten eines Landes zum Ausdruck. Ein Volk wird einen Führer nur dann verehren, wenn er die wahren Schätze des Landes verkörpert. Mag der Führer spüren, worin diese Schätze bestehen und erkennen, wo die feindlichen Angriffe erfolgen. Es gibt keinen einzigen Tag, an dem die finsteren Kräfte nicht versuchen, Zerstörung zu bewirken. Nicht jeder ist imstande zu unterscheiden, wo Erneuerung stattfindet und wo Zerstörung.

135. Wahrlich, Grausamkeit muss ausgemerzt werden. Nicht nur Grausamkeit in Taten, sondern auch in Gedanken. Die letztere ist viel schlimmer als die Tat selbst. Bereits vom Kindesalter an müssen Keime der Grausamkeit mit staatlichen Maßnahmen bekämpft werden. Dieser Aussatz niederen Denkens muss als unmenschlichste, stumpfsinnigste und bösartigste Finsternis aufgezeigt und das Leben davon gereinigt werden. Kinder sind so lange nicht grausam, bis sie die erste grausame Tat sehen, besonders diese öffnet sie dann für den Strom finsterer Einflüsse. Nur wenige sind bereits in der Lage, dem Strom der Finsternis mit eigenen Kräften zu widerstehen, denn eine derartige Bewusstseinsaufspeicherung ist selten. Daher darf der Führer diese Errungenschaft nicht bei jedem voraussetzen. Im Gegenteil, er muss entsprechend bei der untersten Bewusstseinsstufe mit Maßnahmen ansetzen. Ebenso wenig hilft es, das große Gebot "Du sollst nicht töten" in leerer Wortwiederholung nachzusprechen, sondern man muss darüber nachdenken, womit das Töten am ehesten erfolgt - mit der Hand, durch das Wort oder in Gedanken. Man muss bedenken, dass der Mensch in seinem Denken sehr schnell zum Töten bereit ist.

136. Ihr wisst selbst, dass der Pfad der Freundlichkeit der sicherste ist. Erinnern wir uns, welchen Gefahren wir durch Freundlichkeit entronnen sind. Es kann sein, dass wir die Größe und Tragweite solcher Gefahren gar nicht erkennen, aber das Herz kann bestätigen, dass es gerade die Freundlichkeit war, welche in den schwersten Stunden half.

137. Keinesfalls darf man vom Führer jederzeit eine sofortige Entscheidung erwarten, wohl aber etwas anderes: Der Führer ist fähig, etwas zu beurteilen. Er kann die Hauptursache eines Geschehens erspüren. Ein derartiges Gefühlswissen kann durch Beobachtung entwickelt werden. Die Fähigkeit, die wesentlichen Bedingungen eines Geschehens zu erfassen, und ein bestimmtes Erkennen des Notwendigsten, bilden gemeinsam schon den Schlüssel für die Entscheidung. Beobachtungsgabe ist kein Wunder, sondern entsteht durch Achtung gegenüber allem Existierenden. Natürlich muss der Führer diese Beobachtungsgabe haben, denn die Freude des heutigen Tages kann der Kummer des morgigen sein - und umgekehrt. Ist es nicht eine begeisternde Aufgabe, mit dem Herzen wahrzunehmen, dies ist aber Bedingung bei der Führung! Gewöhnlich spiegelt sogar das Gesicht eines Menschen die Flut und die Ebbe der Energie wider. Wer diese Wellen nicht erkennt, die den menschlichen Eindrücken zugrunde liegen, wird ein schlechter Führer sein. Denn im Allgemeinen sehen die Menschen nur das, was ihrem Bewusstsein entspricht. Solche vorübergehenden Wellen dürfen das Bewusstsein des Führers nicht täuschen.

138. Naturkundeunterricht muss zu den allerersten Lehrfächern an Schulen gehören. Darüber sollte in Schönheit und in voller Realität gesprochen werden. In wissenschaftlichen Vergleichen muss die Verbindung der Bereiche gezeigt werden. Religion wird dieser Darlegung der Grundlagen nicht widersprechen und sogar mit ihren ältesten Anfängen dabei behilflich sein. Der Naturkundeunterricht bildet die Voraussetzung zum Verstehen der Lebendigen Ethik. Es muss verstanden werden, weshalb Ehre, Würde und alle übrigen Eigenschaften der kultivierten Menschheit notwendig sind. Vom frühestmöglichen Alter an sollten die Kinder von der Feinstofflichen Welt und Feurigen Welt hören; von Anfang an müssen die Prinzipien der Hierarchie und des Guten verstanden werden. Je früher sie von der Hierarchie und weiteren Wahrheiten erfahren, umso leichter werden sie sich des früheren Wissens erinnern. Der Gottesbegriff ist in seiner ganzen Erhabenheit und auf der Grundlage der Hierarchie zu reinigen. Nur so wird der Begriff des Höchsten kein Abstraktum bleiben, sondern in allem Seienden zusammenfließen. Es ist notwendig, dass Führer und Regierungen verstehen, wie man die Erkenntnis über die Höchsten Begriffe herbeiführen kann. Es ist erforderlich, dass die Schulen ihren gesamten Einfluss einbringen, um das Sein in seiner ganzen Erhabenheit darzustellen.

139. Gefahr ist eine Konzentration von Schwingungen in gespanntem Zustand. Die Menschen sind von vielen Gefahren umgeben, bemerken jedoch nur einzelne. Wenn der Führer sagt: "Lebt mit der Gefahr", so meint er: "Erkennt die Gefahren und schreitet mit diesen erfolgreich voran". Man kann nicht gefahrlos leben, es ist doch herrlich, innerhalb von Gefahren einen Teppich aus Heldentaten zu weben. Der Führer weiß, dass er einen Auftrag erfüllt, und gerade die Gefahren werden sich als Antriebskräfte erweisen. Daher denkt der Führer nicht dauernd an Gefahren. Selbst ein Gedanke an Gefahr ist schädlich. Wenn wir an Gefahren denken, verstärken wir damit ihre Schwingungen, und dadurch kann das Gleichgewicht bereits gestört sein.
Behutsamkeit gegenüber Energien darf nicht mit Furcht und Verwirrtheit verwechselt werden. Wir sollten wachsam und vorsichtig sein, um einen Auftrag in bester Weise auszuführen. Doch Gefahren dürfen unsere Aufmerksamkeit nicht erschweren. Ein Lehrer sollte vor allem darauf hinarbeiten, dass der Schüler sich von dem Gespenst der Gefahr befreit. Und ein Schüler muss immer daran denken, keinen Tropfen der höchsten Energie nutzlos zu verschwenden. Allein ein Gedanke an Gefahr greift unsere Zentren an und zieht kostbare Energie in chaotischer Weise ab. Der Gedanke an Gefahr wirkt sich sogar auf die Qualität des Pulses aus, doch der Wunsch, einen Auftrag noch besser auszuführen, stärkt das Herz. Folglich lasst uns handeln, wie es nützlicher ist.

140. Beim Eintritt in das Klosterleben wurde gewöhnlich auf alle Schwierigkeiten eines solchen Weges hingewiesen. Die einen werden sagen - alles sei einfach; andere werden warnen - alles sei schwierig. Menschen mit feurigem Herzen können sagen - alles ist einfach, aber bei einem gewöhnlichen Bewusstsein ist es richtiger zu warnen - alles ist schwierig. Wenn jemand bei der ersten Warnung vor Schwierigkeiten davonläuft, so hätte er ohnehin nicht zu beharrlicher Arbeit gefunden. Man darf nicht Menschen aufnehmen, die offenkundig ungeeignet sind. Furcht vor Arbeit beinhaltet schon Verräterisches.

141. Die Alexandrinischen Philosophen pflegten zu sagen: "Kritisiere die Welt nicht, denn sie ist durch erhabene Gedanken geschaffen worden." Nicht die Schöpfung ist schuld, sondern unser Urteil über sie. Wir können unsere Gedanken sowohl zum Guten als auch zum Bösen aufschichten. Wir können aus dem gutartigsten Tier eine bösartige Kreatur machen. Sowohl Grausamkeit als auch Furcht füllen in Form von Gedanken unser Bewusstsein. Man kann Böses schon mit einem Blick allein in die Welt senden. Man kann eine nützliche Pflanze in eine höchst giftige und schädliche verwandeln. Denkende Philosophen des Altertums kamen bereits in religiöse Bereiche. Clemens von Alexandrien wusste, dass es die Menschen selbst sind, welche die erhabene Schöpfung in Unwürdiges verwandeln. Jetzt kann der Mensch schon erkennen, wie Böses sogar gutartige Wesen verwandeln kann.
Jeder Tierbändiger wird bestätigen, wie oft ihm gerade das Gute bei seinem Handwerk geholfen hat. Aber er weiß auch, dass außer Gutem auch Maßnahmen zum Selbstschutz vorhanden sein müssen, die je nach Charakter des Tieres verschieden sind. Eine derartige Wissenschaft kann als Zweckmäßigkeit bezeichnet werden. Deshalb sollte man die Welt nicht verurteilen, sondern darüber nachdenken, warum das Böse Eingang finden konnte. Sicherheitsvorkehrungen sind nicht wegen des Bösen, sondern zum Schutz des Guten zu treffen.
Jedem Führer sei geraten, dieses Vermächtnis der alten Philosophen nicht zu vergessen.

142. Euch ist die Mittelmäßigkeit gewisser Personen zur Genüge bekannt. Was soll man aber tun, wenn diese trotzdem zu den besten Persönlichkeiten gezählt werden? Mittelmäßigkeit hat sich bereits in weiteste Kreise eingeschlichen. Diejenigen, die Verfechter des Guten sein sollten, geben sich geistiger Mittelmäßigkeit hin. Man kann aber oft sehen, dass besonders die Finsteren nicht dieser Unzulänglichkeit erliegen. Es gibt eine Geschichte von einem Treffen des Teufels mit einem Engel. Der Lichte sagte: "Bitter sind deine Diener!" Doch der Teufel antwortete: "Meine sind zwar bitter, aber dafür sind deine sauer. Wir müssen beide nach süßen suchen." Der Engel senkte den Kopf, denn er war nicht in der Lage zu sagen, wo jene zu finden wären, welche noch nicht sauer geworden sind. So wurde also diese Situation schon längst vom Volk erkannt.

143. Von jedem beliebigen Punkt auf dem Weg des Bösen kann man sich wieder dem Pfad des Guten zuwenden. Die beste Möglichkeit bietet sich in Form einer Aufgabe für den Fortschritt. Wahrhaftig, jedes Verharren im Bösen entfernt wegen der steigenden Geschwindigkeit der Evolution progressiv vom Guten. Jene Stelle, wo man gestern noch vom Zug des Bösen hätte abspringen können, ist heute bereits eine unerreichbare Stelle. Darauf sind alle aufmerksam zu machen, die da meinen, man könne sich jederzeit die Laster des Bösen mit demselben Ergebnis abgewöhnen. Die Eigenschaft dieser Laster ist aber Klebrigkeit, und sie sind mit vielen kleinen Gegebenheiten bespickt, über welche schon gesprochen wurde.

144. Menschen, die das Grosse Dienen auf sich genommen haben, kann man als "Himmlische Steine" bezeichnen. In ihrem Streben werden sie vom Licht ganz erfüllt, durchdringen die niedersten Sphären und tragen den Diamanten - Adamant - in sich. Es ist jedoch nicht leicht, ein solcher Diamant zu sein, ja man muss selbst ganz fest im Lichte stehen, um die Finsternis zu besiegen. Grosses Dienen kennt keine Ruhe. Der Geist wird gekräftigt, indem er ständig in höchster Anspannung steht. Viele kleine irdische Gegebenheiten müssen mit dem Mantel der Großherzigkeit zugedeckt werden. Es ist erforderlich, sich ganz mit dem Licht einzuhüllen, das von der Hierarchie ausgeht. Und man muss die Feinstoffliche Welt und die Feurige Welt als die eigentliche Natur begreifen.
Von einem Schacht aus kann man die Sonne nicht erkennen, dennoch kann man aus einem Brunnen heraus die Sterne studieren. Auf dem Weg des Dienens können die unerwartetsten Ereignisse eintreten, jedoch der erfahrene Führer vergisst nicht, dass jeder irdische Verlust im kosmischen Räume ausgeglichen wird.

145. Nirgendwo denken die Menschen an die Lebendige Ethik. Sie meinen, nach den gewöhnlichen Maßstäben weiter leben zu können, es wird jedoch von Tag zu Tag klarer, dass die Menschheit nur durch eine innere Einstellung, welche über allen Konfessionen steht, gerettet werden kann. Eine derartige Einstellung ist aber nur bei wenigen zu finden, wir können nicht nach Tausenden suchen, wenn es nur einige Dutzend gibt. Die gewöhnlichen Wege führen nämlich nicht zu derartiger Erkenntnis des Höchsten.

146. Unter dem Begriff "Chor" wird der Gleichklang von Stimmen verstanden, aber es gibt auch einen Chor der Energien, einen Chor der Herzen und einen Chor der Feuer. Die Lehre soll die Aufmerksamkeit auf das chorale Prinzip lenken, dies schränkt die Persönlichkeit prinzipiell keineswegs ein. Man muss eine derartige Zusammenarbeit innerlich entfalten, um zur direkten Verstärkung von Möglichkeiten beizutragen. Seid auf diese Weise bemüht, das Chorprinzip mit dem des Aufbaues zu vereinen. Die Menschen verstehen, dass ein Chor verschiedenartige Stimmen benötigt. Nur sehr erfahrene Führende verstehen, wie sehr auch Mitwirkende notwendig sind, die trotz nicht allzu großer Aktivität dennoch ihre Eigenart in die Harmonie der Gesamtheit einbringen können. Ein Lehrer freut sich über jede Originalität, denn durch sie offenbart sich ein neues Feuer.

147. Wir werden sehen, wie die Völker das zum Verständnis gegebene, bedeutende Wissen aufnehmen. Wir sorgen dafür, dass das Wissen auf ungewöhnlichen Wegen offenbart wird, um die menschliche Vorstellungskraft durch Erstaunen in Bewegung zu setzen. Die Fähigkeit, die Vorstellung früherer Inkarnationen in Erinnerung zu rufen, ist wirklich nicht leicht zu erlernen. Ausschließlich nur ein geläutertes Bewusstsein, das beim Übergang die Orientierung nicht mehr verliert, verfügt über dieses Vorstellungsvermögen immer aufs neue und auch dauerhaft.

148. Man muss auf alle Fälle das Grundgesetz kennen, wonach der Lehrer zwar die Richtung vorgibt, jedoch nicht die Einzelheiten festlegt. Diese muss man suchen und bei der Arbeit finden. Nur wenige verstehen, wie ehern das Gesetz des Strebens ist, welches zu Entdeckungen führt. Nicht nur jetzt, sondern auch in besseren Zeiten haben die Menschen schon Vorgaben gefordert, auch wenn sie diese nicht verstehen konnten. Wie lehrreich war doch jene Prüfung, bei welcher der Schüler anhand des Anfangsbuchstabens das gefragte Wort finden musste. Doch nur wenige werden in derartig vereinigendem Bewusstsein suchen. Es muss darauf hingewiesen werden, wie sehr solches Suchen Führerschaft entstehen lässt.

149. Oftmals haben Philosophen bestätigt, dass Menschenansammlungen nur dann zulässig sind, wenn sie einem hohen ethischen Zweck dienen. Offensichtlich ist diese Wahrheit in unserer Zeit wiederum neu. Eine Menschenansammlung endet gewöhnlich in einer Entgleisung der einfachsten Grundsätze. Betrachten wir die feinstoffliche und feurige Umgebung solcher Volksaufläufe. Wenn wir diese sehen, geraten wir in Entsetzen - die disharmonischen Schwingungen verschaffen nur niedersten Wesen den Zutritt und verwandeln feurige Sendungen in zerstörende Feuer. Wenn es für einen innerlich reinen Besucher schon schwer ist, sich in dieser tierhaften Menge aufzuhalten, so werden jedoch feinstoffliche Wesen weggefegt wie trockne Blätter im Wirbelwind. Ist es etwa notwendig zu warten, bis in Vorlesungen über Psychologie Ratschläge für den Schutz vor Einwirkungen durch Massen erteilt werden? Die Menschen wollen zwar führen, aber den eigenen Willen wollen sie durchaus nicht erziehen.

150. Der Führer grämt sich nicht über scheinbare Misserfolge, weil er weiß, dass das unerschöpfliche Gute jeden beliebigen Abgrund auffüllen kann. Er spürt jede Abweichung vom Pfade, dies eröffnet ihm eine weitere Möglichkeit, neue Bereiche zu betreten. Auf diese Weise wird das Gute in den Händen des Führers zu einer echten Offenbarung des Lichts. Der Trost gründet nicht darin, dass damit Misserfolg unmöglich wird, sondern darin, dass jede weitere Errungenschaft des Guten Ausdruck eines neuen Fortschrittes ist. Ich rate dazu, die finsteren Erscheinungen nicht zu zählen, da dies nur verfinstert. Es gibt nur ein Licht. Nur dieses Licht vermag Maßstab und Stütze zu sein. Die Feurige Welt ist aus Licht geschaffen worden, und der Gedanke ist ein Produkt dieses Feuers.

151. Gewöhnlich bemerken die Menschen sogar nicht einmal veränderte Umstände. Gestern richteten wir die Aufmerksamkeit darauf, wie die Menschen selbst das nicht verstehen, was sie selbst verursachen! So wurde eine Leiter schon lange weggenommen, Menschen stürzen sich dennoch weiter ins Leere, weil man an die Leiter denkt, die einstmals da war. Es scheint unmöglich, die Menschen von der Wirklichkeit überzeugen zu können. Selbst einfachste und schöne Anweisungen werden stillschweigend und ablehnend umgangen, weil irgendwo einstmals die Leiter des Großvaters gestanden hat. Sie existiert schon lange nicht mehr, aber das mittelmäßige Bewusstsein will diese Wirklichkeit nicht begreifen. Möge es dennoch so sein, dass die Erhabenheit der Feurigen Welt die Menschen auf die Stufen der Wirklichkeit führt!

152. Man muss beobachten, wie ganze Länder durch eine einzige unrichtige Vorstellung ins Wanken geraten. Auf gar keinen Fall darf man sich damit rechtfertigen, etwas nicht gewusst zu haben. Im allgemeinen lässt sich auch der Beweis dafür finden, dass das Wissen an alle Türen geklopft, auf allen Tischen gelegen hat und viele Male erwähnt worden ist. Es ist nicht richtig, Unaufmerksamkeit und den Unwillen, tiefgreifend nachzudenken, rechtfertigen zu wollen. Die neuartigen Beklemmungen sind auf nichts anderes zurückzuführen als auf das unfähige Verhalten des Führers. Meist kennt das Volk den eigentlichen Grund dafür nicht, aber es fühlt im Herzen, dass etwas vor sich geht, was nicht überzeugend ist. Der Führer muss sich mehr als vor allem anderen davor hüten, Nichtüberzeugendes aufkommen zu lassen.

153. Entziehung des Segens war ein Akt des altertümlichen Patriarchats. Er hat nichts mit den erst später aufkommenden Verfluchungen zu tun. Der Bannfluch ist bereits eine Folge der Unwissenheit, aber der altertümliche Akt war im Zusammenhang mit Verstößen gegen die Verbindung mit der Hierarchie vorgesehen. Die Verbindung mit der Hierarchie ist ein echter Segen mit sämtlichen seiner Folgen.
Unwissende werden sagen: "Wir haben gegen das Höchste oft gelästert und existieren trotzdem, kein Feuer hat uns verbrannt, und es droht uns nichts." Dann lasst uns solche Unwissenden auf die öffentlichen Plätze führen, wo blinde Bettler im Schlamm umherkriechen, und ihnen sagen: "Das seid auch ihr!" Lasst uns sie in Kerker führen, in Erzgruben, zu Feuersbrünsten und zu Hinrichtungen und ihnen sagen: "Erkennt ihr euch selbst etwa nicht? Kaum wurde der Faden zum Höchsten zerrissen, fielet ihr jäh in den Abgrund." Es ist nicht notwendig, den Unwissenden zu drohen, denn das Leben ist voll von solchen schrecklichen Beispielen. Denkt daran, dass die Unterdrückung des Feuers nicht sichtbar ist, aber nichts kann den Folgen entgehen. Somit sieht man, wie bereits im Altertum das Gesetz der Gerechtigkeit verstanden worden ist und man wusste, dass die Verletzung der Uranfänge derart schwerwiegend und entsetzlich ist, dass die Wirkung nicht sofort eine Möglichkeit finden kann.

154. Der Führer darf historische Ereignisse nicht mit dem geringsten persönlichen Gefühl trüben. Ein das gesamte Volk betreffendes Geschehen darf unmöglich durch persönliche Freude oder Traurigkeit gefärbt werden. In vielen Fällen sind Ereignisse durch einen persönlichen Eigenwillen entstellt worden, der in einen weitreichenden Prozess des Strebens das Element des Zwanges hineintrug. Gerade der Führer soll höchste Zusammenarbeit zu bekunden, um den schöpferischen Enthusiasmus des Volkes zu bewahren. Doch nur selten ist bisher eine solche Zusammenarbeit erfolgreich verlaufen, nämlich als ein Zusammenfließen kosmischer Energien. Natürlich bewahrt allein die Übertragung des Bewusstseins in die Zukunft den Führer vor einer von Persönlichem gefärbten Wahrnehmung der Vergangenheit.

155. Wundert euch nicht, wenn Wir Namen aussprechen, damit erfüllen Wir den Raum mit einer Botschaft. Wir senden Unsere Beschlüsse in den Raum. Wer verstanden hat, worin das Band zur Hierarchie besteht, sollte dies ebenfalls nützen, da die Entscheidungen in der Welt von den Aufspeicherungen im Räume abhängen. Nicht die irdische Welt fällt die Entscheidungen, sondern die Dreiheiten ihrer Gesamtheit. Daher scheitern sogar scheinbar einstimmige Beschlüsse, wenn sie von den beiden Höheren Welten nicht mitgetragen wurden. Zumal müssen auch die finsteren Kräfte informiert werden, denn ihr Geschrei verstärkt die Energie der Botschaft. Ein solcher Ruf erschallt dann weithin durch alle Welten und weckt neue Energien. Die Ausführenden solcher Botschaft müssen natürlich vorsichtig sein, da sich der manifestierende Wirbel direkt auf sie richtet.

156. Eine wesentliche Gefahr besteht in der unglaublich auseinanderklaffenden Entwicklung der menschlichen Bewusstseine. Während die einen schon die Atomenergie berühren, haben andere noch nicht einmal die Stufe eines Höhlenbewohners erreicht. Diese Diskrepanz bringt auch die Strömungen durcheinander und erschwert die Weiterentwicklung. Es ist leichter, Troglodyten zu führen, als derart verschiedenartige Massen. Gerade deshalb ist die Entwicklung und die Erweiterung des Bewusstseins so schwierig geworden.

157. Es ist notwendig, in allem neue Methoden anzuwenden. Man kann sehen, wie die Weltereignisse durch neue Schwerter geschmiedet werden. Es ist nötig, Internationales Recht zu studieren, damit man nicht in überholte Methoden verfällt. Ihr seht, dass die Geschehnisse in Deutschland, Italien und der Türkei nicht so verlaufen, wie dies nach Internationalem Recht vorgesehen ist. Man kann sehen, dass der Weg der Welt nach überholtem Recht ins Abseits führt. Wir wollen aber nicht Rechte, sondern Gerechtigkeit.

158. Denkt über Selbständigkeit nach, sowohl über die der Länder wie auch die der Familie! Es ist notwendig sich vorzustellen, wie es dem Volk möglich ist, den inneren Wandel zu vollziehen; wie es der Familie möglich ist, geistvoll zu denken; wie sich das Volk selbst festigt und die Vervollkommnung lieb gewinnt.

159. Ja, ja, ja - wenn sich die Menschen nicht nach der Hierarchischen Inspiration richten, wird viel Zerstörung passieren. Gleichgewicht und Entsprechung werden durch das rein technische Weltverständnis gestört. Schon vor einem halben Jahrhundert bemühen Wir uns um die starke Zunahme des technischen Wissens sehr in Sorge. Tatsächlich ist in dieser Richtung vieles erreicht worden, aber gleichzeitig ist das geistige Bewusstsein hinter dem technischen zurückgeblieben. Die Ethik ging inmitten angehäufter Formeln verloren. Die Maschinen halten die Menschen von der Kunst des Denkens ab. Jetzt gibt es genug Roboter! Zur Erhaltung des Gleichgewichtes der Welt ist Herzlichkeit notwendig, gerade in dieser Weisung liegt die dringend notwendige Rettung. Eine üble Welle bedrückt die Aura der Erde.

160. Ein erfahrener Hausherr findet für jeden Abfall Verwendung. Auch heutige Erbauer sollten diese Heldentat auf sich nehmen. Sie ist besonders schwer, denn die Verwendung von Robotern ist nicht leicht, besonders deshalb, weil bewusste Motiviertheit erforderlich ist.

161. Seien wir bestrebt, das Notwendigste zu erkennen. Den Grad der Notwendigkeit zu bestimmen, ist eine Fähigkeit des Führers. Man muss aus vielen gleichzeitig auftretenden Erfordernissen ein ganzheitliches und folgerichtig aufgebautes Mosaik anordnen können. Weder Logik noch Verstand oder Regeln sind es, die den Aufbau solcher Handlungsweise anzeigen, sondern es ist das Feuer des Herzens. Man muss von ganzem Herzen erkennen, wo ein Durchbruch erreichbar ist, so dass man bei den Umstehenden keinen Anstoß erregt. Das Herz zeigt an, wann der Druck weiter erhöht werden darf. Diese prüfende Kraft nennt man Schwingen der Gerechtigkeit.

162. Schande dem Land, in dem Lehrer in Armut und Not leben. Schande jenen, die wissen, dass ihre Kinder von Notleidenden unterrichtet werden. Es ist nicht nur eine Schande für das Volk, das sich nicht um die Lehrer seiner zukünftigen Generationen sorgt, sondern es ist auch ein Zeichen der Unwissenheit. Kann man denn Kinder einem bedrückten Menschen anvertrauen? Kann man denn übersehen, welche Ausstrahlung der Kummer schafft? Weiß man denn nicht, dass ein niedergeschlagener Geist keine Begeisterung hervorrufen kann? Kann man denn die Arbeit eines Lehrers als einen unbedeutenden Beruf ansehen? Kann man denn Erleuchtung des Geistes bei den Kindern erwarten, wenn die Schule ein Ort der Demütigung und Kränkung ist? Kann man denn dort Aufbau feststellen, wo die Zähne knirschen? Kann man denn feurige Herzlichkeit erwarten, wenn der Geist schweigt? So sage Ich, und so wiederhole Ich, dass ein Volk, welches die Lehrer vergessen hat, seine Zukunft vergaß. Versäumen wir keine Stunde, damit das Denken auf eine freudvolle Zukunft gerichtet wird. Sorgen wir dafür, dass die Lehrer die wertvollsten Personen im Staatsaufbau sind. Es wird eine Zeit kommen, da der Geist die Kenntnis der Wahrheit, Bildung und Freude vom Leben verlangen wird. Das Feuer steht bereits an der Schwelle.

163. Lehrende müssen ein weiches Herz haben, dann werden sie dauerhafte Erkenntnisse vermitteln - Kinderherzen wissen, wer entflammt und wer erloschen ist. Nicht die erteilte Unterrichtsstunde, sondern das mit dem Lehrer gemeinsam vollzogene Streben schafft diese wunderbare Atmosphäre. Dem Schüler die Augen zu öffnen bedeutet, mit ihm gemeinsam das große schöpferische Handeln lieben zu lernen. Wer würde bestreiten, dass man auf festem Boden stehen muss, wenn man entfernte Ziele treffen will? Jeder Schütze wird dies bestätigen. Wir müssen es lernen, alles zu schätzen, was die Zukunft erfordert. Das Feuer steht bereits an der Schwelle.

164. Nicht ohne Grund empfahlen die Weisen des Altertums, sich mit Künsten oder Handwerk zu beschäftigen. Jeder sollte ein für ihn geeignetes Handwerk erlernen. Dabei hatten die Weisen das Handwerk als Mittel zur Konzentration im Blick. Im Streben nach Vervollkommnung spanne jeder seinen Willen und seine Aufmerksamkeit an. Sogar an den wenigen bis heute erhaltenen Gegenständen kann man die hohe Qualität des Handwerks im Altertum erkennen. Gerade jetzt ist die Zeit gekommen, sich erneut der qualitativ hoch stehenden Handarbeit zu widmen. Man darf das Leben nicht den Maschinen überlassen, dies führt zur Geistlosigkeit der Menschen! Man sollte seine Zeit mit Handarbeit von derart hoher Qualität ausfüllen, dass das Vorstellungsvermögen erweitert wird. Besonders Qualität und Vorstellungsvermögen bilden gemeinsam die Stufen feuriger Errungenschaft. Mag der Führer diesen Rat der Weisen des Altertums beherzigen.
Es ist notwendig, besonders die Quellen des Altertums zu verstehen. Wenn ihre Bedeutung erkannt wird, werden neue Entdeckungen ins Leben gerufen. Es gibt vieles zu entdecken, jedoch ein unentwickeltes Bewusstsein kann den Hort des Wissens noch nicht wahrnehmen. Welch großartige Vernunft der Evolution.

165. Das Unheil der Gottlosigkeit überschwemmt die Welt. Dieses Unheil ist das schlimmste, weil es gegen das innerste Wesen des Daseins ankämpft. Es ist eine Lüge, es führt uns selbst laufend in unheilvolle Versuchungen und vernichtet dadurch sämtliche Möglichkeiten.

166. Nicht selten fragen die Menschen, wie mit den Testamenten der Verstorbenen zu verfahren sei. Oft entsprechen solche Verfügungen nicht der Überzeugung derjenigen, die sie ausführen sollen. Man kann vorschlagen alles zu erfüllen, ausgenommen brudermörderische Anweisungen. Fremdes Karma sollte man nicht auf sich nehmen, umso weniger, als die Hinübergegangenen ihre Energie weiterhin in die bereits eingeschlagene Richtung einsetzen. Es ist sehr schwierig, eine Überzeugung zu ändern, die in der Feinstofflichen Welt weiterwirkt. Daher ist die Erfüllung von Testamenten für die Harmonie der Ströme sehr nützlich.

167. Oft verliert der Führer seine Anziehungskraft durch nichtige Gewohnheiten. Sein Ansehen verblasst auch durch Unbeherrschtheit der Gefühle. Er soll aber ein Vorbild an Ausgeglichenheit sein, woraus auch ersichtlich ist, dass er über einen großen Vorrat an psychischer Energie verfügt. Lässt der Führer sich jedoch nur zu einer Gewohnheit hinreißen und bekundet dadurch irdisches Verhalten, so macht er sich zu einem mittelmäßigen Menschen. Jedes Mittelmaß ist das Grab der Heldentat.

168. Man kann überall drei Pfade wahrnehmen: den leichten, den mühsamen und den schrecklichen. Der erste ergibt sich, wenn alle erfolgbringenden, nützlichen und guten Möglichkeiten erkannt werden. Der zweite, wenn einige der guten Möglichkeiten von überaus schädlichen und zerstörenden Hindernissen überschattet sind. Solch ein Pfad ist schwierig und gleicht einem Lauf mit verbundenen Augen. Der dritte Pfad ergibt sich, wenn Ignoranz finstere Zersetzung nach sich zieht, er ist wahrhaft grauenvoll. Indessen besitzen solche Menschen gar nicht das Recht, andere dieses Grauens zu beschuldigen, denn sie selbst hatten ja ihre Augen und Ohren verschlossen und sie damit in die Enge gezwungen. Sie haben Hilfe abgelehnt und dem Chaos Zutritt in ihr Denken gewährt. Daher mag der Erbauer dem ersten Pfad folgen.

169. Ist es etwa möglich, dass Licht ein Bündnis mit der Finsternis eingeht? Es müsste sich selbst auslöschen, um sich mit dem gegensätzlichen Prinzip zu vereinigen. Mag der Führer des Lichts sich nicht einfallen lassen, Gegner und Verlöscher des Lichts in sein Lager aufzunehmen. Das Licht kann die Finsternis nicht vermehren, und genauso vermag auch die Finsternis das Licht nicht zu vermehren. Und dies bedeutet, dass solche Bündnisse wider die Natur sind.

170. Der gerechte Pfad ist deshalb gut, weil er schon in jedem Detail nützlich ist. Wäre es nicht sogar unangebracht, über die Grenzen des Pfades der Gerechtigkeit überhaupt nachzudenken? Verbesserungen kann man in jeder Hinsicht und zu jeder Zeit ins Leben einbringen.

171. Ein Tiefseetaucher trifft entsprechende Vorbereitungen, bevor er abtaucht. Die oberen Wasserschichten bereiten ihm keine Sorgen, aber für den hohen Druck der tiefsten Schichten muss er Sicherheitsmaßnahmen ergreifen. So muss man auch, wenn man sich dem Volk zuwendet, Verständnis für ein einfaches Bewusstsein haben. Selbst das Verständnisvermögen des einfachsten Bewusstseins sollte nicht unterschätzt werden. Im Gegenteil, man muss eine besondere Findigkeit entwickeln, um selbst in tierischem Gebrüll noch Menschliches zu erkennen.
So muss man einen großen Vorrat an Erklärungsvarianten besitzen, um jeder Schicht ihrem Bewusstsein entsprechend geben zu können. Die Unfähigkeit, sich einem anderen Bewusstsein anpassen zu können, ist äußerst gefährlich. Wie viel Unglück ist durch unangebrachte Worte entstanden! Zeigt eure Findigkeit!

172. Als ein Bote von seinen Verfolgern erreicht wurde, stürzte er sich mit seinem Pferd an der breitesten Stelle eines Flusses ins Wasser. Die Verfolger hielten an, in der Hoffnung, der Bote werde ertrinken, doch er erreichte das andere Ufer. Um schneller voranzukommen, eilten die Verfolger nun zu einer engeren Stelle - und versanken in der Strömung. Wahrlich, wo es eng ist, dort ist es auch gefährlich. Dieses Beispiel lässt sich überall anwenden. Die Suche nach Erleichterung führt zu einem Trugbild und nicht zur Heldentat. Das Schwierigste ist auch am schwierigsten zu erreichen. Die Menschen wollen nicht verstehen, dass beharrliches Suchen mächtige Energien wachruft. Lasst uns daher nicht engstirnig streben, sondern das Prinzip der Weite bevorzugen.

173. Es wurde gesagt, dass die Menschheit jeden Luxus aufgeben muss. Nicht ohne Grund distanzieren sich die Menschen selbst von diesem Begriff. Man kann ihn durch keinen anderen ersetzen. Luxus ist weder Schönheit noch Geistigkeit, Vervollkommnung, Aufbau oder Mitleid, noch stellt er Wohlergehen dar. Kein Begriff des Guten kann an seine Stelle treten. Luxus ist die Zerstörung von Mitteln und Möglichkeiten. Luxus ist die Zersetzung, denn jeder Aufbau ohne Rhythmus bedeutet bereits Zersetzung. Es lässt sich zur Genüge sehen, dass der weltliche Luxus bereits erschüttert worden ist, doch wie bei einem Heilverfahren muss eine harmonische Zusammenarbeit gefunden werden, um die Welt von der Seuche - Luxus - zu befreien. Die Selbstsucht wird einwenden, Luxus sei ein verdienter Überfluss. Ebenso wird man sagen, Luxus sei herrschaftlich. Das ist eine Verleumdung, Luxus war immer ein Zeichen des Verfalls und der Verdunkelung des Geistes. Die Ketten des Luxus sind auch in der Feinstofflichen Welt die entsetzlichsten. Dort ist Bewegung erforderlich und stetige Vervollkommnung der Gedanken. Übersättigung wird nicht zu den nächst höheren Toren führen.

174. Erstellt keine unbeweglichen Pläne. Im Raum treten viele neue Bedingungen auf. An eine starke Wand kann man anbauen, und so muss auch ein Plan in seinem Fundament stark sein. Die Einzelheiten werden sich jedoch im Zusammenhang mit den Weltereignissen ergeben.

175. Der weise Führer wird seinem Gesprächspartner vor allem bis zu Ende zuhören und erst dann seine eigene Auffassung darlegen. Er wird nicht nur deshalb zuhören, um die Denkweise des Gesprächspartners zu erforschen, sondern auch, um die Aussage des Gesprochenen zu verstehen. Die letztere Bedingung ist wesentlich. Es wäre kein großer Sieg, wenn nur der Gesetzgeber allein seine Gesetze versteht. Es ist notwendig, dass die Grundlagen des Daseins für jeden verständlich sind. Auf diese Weise steht die Kunst der Anpassungsfähigkeit an die Sprache des Gesprächspartners im Zusammenhang mit dem Grad der Bewusstseinsentwicklung. Dieses Anpassen ist durch Hierarchie-Inspiration oder durch bewusstes Verfeinern der Beobachtungsgabe möglich. Sie beinhaltet keinesfalls Hochmut, sondern Einfühlsamkeit in die Verständnisweise des Gesprächspartners. Viele nützliche Überlegungen werden durch unpassende Ausdrucksweise entstellt. Aber ein feuriges Auge wird die Keime der Wahrheit erkennen können.

176. Schon der Gedanke, dass etwas unmöglich sei, ist finsteren Ursprungs. Jegliche Mutlosigkeit ist zu überwinden, denn dieser Weg führt nicht zu Weisheit. Der Mensch bringt in den verschiedenen Völkern Freude und Kummer auf die gleiche Art zum Ausdruck. Dies bedeutet doch, dass die Erkenntniswege offen stehen.

177. Man darf die Grundlagen der Zusammenarbeit keinesfalls verletzen, auch nicht indirekt. Zu dem Begriff Zusammenarbeit gehört auch die Lehrerschaft, die Achtung des Nächsten, seiner selbst und jener, die einem nachfolgen. Besonders jetzt darf man auf gar keinen Fall die Bedeutung der Zusammenarbeit schmälern, da sie Mittel zur Bewusstseinserweiterung ist. Man muss Zusammenarbeit lieb gewinnen, als Garantie gemeinsamen Erfolges.

178. Die Menschen vermögen nicht an die Zukunft zu denken, weil sie sich gewöhnlich im Bann von Illusionen aus der Vergangenheit befinden. Stellen wir uns einen Menschen vor, der die unangenehme Nachricht über ein viele Tage zuvor geschehenes Ereignis erhält. Jenes Ereignis ist bereits vorüber, und dieser Mensch hat das Geschehen längst überlebt, und dennoch versinkt er in die Vergangenheit und verliert so die Verbindung mit der Zukunft. Der Baum der Zukunft muss aber wachsen und darf nicht dadurch gefällt werden, indem man sich in die Vergangenheit versenkt. In den Schulen muss die Aufmerksamkeit auf das Studium der Zukunft gelenkt werden. Jeder Führer wird in seinem Bereich an die Zukunft denken, sonst wäre er ja kein Führer.

179. Es wurde bereits gesagt, dass Lästerung abgelegt werden muss, man muss sogar begreifen, dass sogar jede geringste Lästerung unzulässig ist. Während die Zunge vieler Menschen bereits schwerste Lästerungen über den Nachbarn zum Ausdruck brachte, bestehen sie im kleinen Kreis darauf, dass Lästerung vermieden wird. Wer vermag zu beurteilen, welche feinsten Herzensverbindungen durch solche bösen Beschimpfungen empfindlich verletzt worden sind? Deshalb muss Lästerung als eine unwürdige und schädliche Tat in jeder Hinsicht aus dem Leben verbannt werden.

180. Unwissende nehmen an, dass der Lichtstrahlende sich an der Finsternis rächen. Aber dabei vernichtet das Licht die Finsternis nicht einmal. Richtiger ist, dass Finsternis durch Annäherung an das Licht aufgelöst wird. Es ist ganz wesentlich zu begreifen, dass die Finsternis selbst es ist, die sich vernichtet, indem sie dem Lichte näher tritt.
Darauf muss Führer aufmerksam machen, wenn Unwissende von Rache sprechen.

181. Einst ergriff ein Herrscher, vor dem Staatsrat stehend, eine Tonvase und zerschlug sie vor den Augen aller auf dem Boden. Als man ihn fragte, welche Bedeutung seine Tat habe, sprach er: "Ich erinnere hiermit daran, dass es Geschehnisse gibt, die nicht wiedergutzumachen sind." Wenn man einen einfachen Gegenstand zerstört, dann wird verständlich, dass dies nicht wiedergutzumachen ist, aber noch viel weniger ist dies bei gedanklichen Taten möglich. Man hat sich daran gewöhnt, mit groben Begriffen umzugehen, gerade diese haben alle höheren Vorstellungen verdrängt. Wenn Herrscher öfter daran erinnern würden, dass Gedanken nicht mehr zu korrigierende Offenbarungen sind, so würden sie vielem Unglück vorbeugen.
Ein Herrscher ist Vorbild im Leben. Ein Herrscher gestaltet dadurch Wege auf allen Ebenen. Er schafft die Grundlage für Wohlstand, aber nicht nur auf der grobstofflichen Ebene. Deshalb wird derjenige kein wahrhafter Herrscher sein, bei dem Feuer nur am Zündholz brennt. Seine Größe wird seinem Vorstellungsvermögen entsprechen.

182. Wer behauptet, dass Heldentum nicht nötig sei, entfernt sich von der Evolution. Erkennt, dass an den Grenzen der Mittelmäßigkeit, des Unglaubens und des Egoismus die Selbstvernichtung beginnt. Es können Jahrzehnte vergehen, bis der Prozess der Selbstvernichtung sichtbar wird, aber er beginnt bereits ab dem Moment der Ablehnung der Hierarchie. Ohne Hierarchie ist eine aktive Weiterentwicklung unmöglich vorstellbar. Es ist notwendig, diese grundsätzlichste Belehrung immer zu wiederholen, da die Menschen in den Abgrund steuern. Die Feuer der Schultern schmerzen qualvoll, nicht nur wegen der verkrampften Spannung des Planeten, sondern auch wegen der tobenden Menschheit. So wie ein Tornado Wasser in einer Säule hinaufwirbelt, so wird die innerlich gespaltene Menschheit aufgewirbelt. Das bedeutsamste Jahr wird das Jahr des geistigen Massenaufstandes der Menschheit sein. Das geistige Feuer kann nur bis zu einem bestimmten Grade unterdrückt werden. Unweigerlich wird es sich über alle Hindernisse hinweg eine Bahn brechen.

183. Jeglicher Spott über einen Erlöser, einen Lehrer oder einen Helden führt zu Verrohung und versenkt ins Chaos. Wie soll man es nur verständlich machen, dass das Chaos sehr nahe ist und man keinen Ozean zu überqueren braucht, um es hereinzuholen. Ebenso schwer ist erklärbar, dass sich diese Verrohung bereits aus kleinsten Anfängen heraus entwickelt. Wenn der Schatz der Feierlichkeit verschwindet und die Perlen des Herzenswissens verloren gehen, was bleibt dann noch übrig? Man kann daran erinnern, wie man einst über ein Großes Opfer gespottet hat. Wurde etwa nicht die ganze Welt von dieser Verrohung erfasst? Man sieht, wie sich geistige Entartung auswirkt. Diese geistige Entartung ist schlimmer als alles andere!
Ich sage - lasst segnende Energien entstehen, allein schon deshalb, um nicht in den zersetzenden vollständigen Niedergang zu fallen. Daher lasst uns an alle Großen Tagen erinnern!

184. Man kann sich vorstellen, wie herrlich gemeinsame Arbeit vieler Menschen sein könnte, wenn ihre Herzen einheitlich nach oben streben würden. Lasst uns nicht sagen, dies sei unmöglich oder es gar ablehnen. Man kann Energie aufnehmen und vom Licht kann man sich erleuchten lassen, nur muss man verstehen, was mit Licht und Energie gemeint ist. Da lacht schon jemand, doch er lacht in seiner Finsternis. Nichts kann entsetzlicher sein, als Gelächter in Finsternis! Aber das Licht wird mit jenen sein, welche auf die genannte Weise streben.

185. Eine Zusammenarbeit, die auf persönlichen Motiven beruht, ist nicht von Bestand. Neben der Achtung der Arbeit selbst ist die Ehrung der Hierarchie unerlässlich. Im Wirbelwind der persönlichen Motive werden die Menschen wie Korkmännchen umhergefegt, und in diesem wirren Umhergetriebensein geraten sie stur aneinander. Keine Arbeit lässt jedoch aufgrund ihrer Natur eine Erstarrung zu. Arbeit ist eine feurige Tätigkeit, und Feuer kann nicht in einem starren Zustand fixiert werden. Überdies verhindern trügerische persönliche Motive das Erkennen neuer Möglichkeiten. Wie viele herrliche Tätigkeiten wurden durch vorübergehende persönliche Trugbilder schwer geschädigt!

186. Technokratie sollte als der Winkelzug der Finsteren betrachtet werden. Die Finsteren lenkten die Menschen oft zu mechanischen Lösungen, in der Hoffnung, die Aufmerksamkeit der Menschheit zu fesseln, nur um sie von der Vergeistigung abzuhalten. Indes können die Lebensprobleme allein durch Bewusstseinserweiterung gelöst werden. Man kann sehen, wie leicht mechanische Hypothesen die Hoffnungen der Menschheit bestricken. Eine solche war auch die Maja der Alten, die durch die leichteste Erschütterung gestört werden konnte.

187. Es ist offensichtlich, dass die Menschen eine Veränderung der bestehenden Zustände wünschen. Ein Herrscher bat, einen zufriedenen Menschen zu suchen. Nach langem Suchen ist schließlich einer entdeckt worden - er war taub, stumm und blind!

188. Der Pfad freudvoller Heldentat ist hundertfach kürzer als der Pfad trauervoller Pflichten. Wie unerschütterlich muss dieses Gebot von den Wanderern des feurigen Marsches im Gedächtnis behalten werden! Nur das Zeichen der Heldentat erhebt sie über die Gefahr, aber die Bedeutung der Heldentat muss als Freude des Geistes im Herzen geschätzt werden. Der beste Pfad bleibt unentdeckt, wenn das Auge nicht dem Stern der Heldentat folgt. Sogar die Dunkelheit muss von dem einen Licht erleuchtet werden. Nichts, niemand wird je gezwungen, in die Finsternis zurückzukehren.

189. Tagesträume müssen in beherrschtes Denken verwandelt werden. Die alten Weisen rieten den Müttern, Märchen über Helden an ihre Kinder weiterzugeben und sie mit den besten Gesängen großer Taten vertraut zu machen. Kann denn die Menschheit diese weiser Bündnisse heute ablehnen? Die Feurige Welt steht vor allem für Helden und Heilige offen

190. Der Blick des Führers ist in die Zukunft gerichtet.

191. Wann wird die Menschheit wohl verstehen lernen, worin die wahre Würde eines Volkes besteht? Wann wird die Menschheit wohl verstehen, dass der heilige Geist behütet werden sollte und dass die Ideenträger, als die einzige Quelle, Völker führen können? So kann man durch die Vernichtung der Idee einem Volk seine Kraft oder den ihn bestimmten Einfluss rauben. Daher sollte jedes Volk vor allem auf seinen Steuermann achten, da ohne Steuer das Boot dem Sturm nicht widerstehen kann. So muss die große Fürsorge eines Volkes sowie jeder Organisation auf Hierarchie gründen. Denn jeder Aufbau muss von der Macht von Oben durchdrungen sein.
Solange daher das Verstehen der Hierarchie nicht erwiesen ist, wird die Menschheit in die Unwissenheit und Finsternis der Vernichtung sinken.

192. Welcher Staat floriert ohne einen großen Führer? Welches feste Beginnen hatte Bestand ohne einen Führer? Wahrlich, man muss begreifen, dass der Begriff Führer die Synthese aller höchsten Bestrebungen darstellt. So kann nur der Begriff Hierarchie, eines Erleuchteten Führers, den Geist lenken. So mögen alle, alle, alle darüber nachdenken und sich der Macht der Hierarchie erinnern. Nur durch dieses Verstehen kann man voranschreiten. Nur durch dieses Verstehen kann man erlangen. Man möge daran denken, dass jeder auf die Hierarchie geworfene Stein sich in einen Berg gegen sich selbst verwandelt. So möge alle daran denken. So verkünden wir den Führer - den Hierarchen!

193. Jeder Geist schafft sein eigenes Karma. Jedes Volk schafft sein Karma. Gewiss, Völker suchen nach einem Führer, denn selbst geschaffenes Ansehen kann jene Menschen nicht stützen, die falsch denken. Weder Gold noch gemeine, blendende Namen, noch eine Menge unanwendbarer Ratschläge werden ein Volk retten. Wahrhaftig, der feurige Gedanke, der feurige Geist des Führers wird neue Wege weisen. Daher möge zur Zeit kosmischer Störung der Stern des Geistigen Führers hell erstrahlen.
So möge sich aus den Ruinen der alten Welt das Erhabene Reich des Lichts erheben!

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