Herz

1932


    Nach des Tages Arbeit lasst uns versammeln und über das Herz sprechen Es wird uns über die irdischen Sphären hinaus zur Feinstofflichen Welt führen, um uns der Sphäre des Feuers näher zu bringen.


Das Herz



    1. Um mit den Augen des Herzens zu schauen, mit den Ohren des Herzens das Getöse der Welt zu vernehmen, mit verstehendem Herzen in die Zukunft zu schauen, über das Herz die Aufspeicherungen der Vergangenheit zu heben, ist es notwendig, auf dem Pfad des Aufstiegs ungestüm voranzuschreiten. Schöpferkraft umfasst die feurige Potentialität und ist vom heiligen Feuer des Herzens durchdrungen. Deshalb ist auf dem Pfad der Hierarchie, dem Pfad des Großen Dienstes, dem Pfad der Gemeinschaft, Synthese der einzige lichtvolle Pfad des Herzens. Wie können die geoffenbarten Strahlen erhellt werden, ohne dass sich die Flamme des Herzens behauptet? Es ist genau die Eigenschaft des Magneten, die dem Herzen innewohnt. Die höchste Schöpferkraft ist von diesem erhabenen Gesetz durchdrungen. So wird jede Vollendung, jedes Bündnis, jede erhabene kosmische Vereinigung über die Flamme des Herzens erlangt. Womit kann das Fundament der hohen Stufe gelegt werden? Wahrhaftig, nur über das Herz. So werden die Bewusstseinsbogen durch die Flamme des Herzens verschmolzen.
    So wollen wir die herrliche, alle Erscheinungen verbindende Anziehung des Magneten des Herzens im Gedächtnis behalten. Wahrhaftig, der silberne Faden, der den Lehrer


mit dem Schüler verbindet, ist der erhabene Magnet des Herzens. Das Bündnis zwischen Lehrer und Schüler bestätigt das Wesen jedweder Evolution.

    2. Viele Legenden berichten von Wunscherfüllungen, sprechen aber nicht vom grundsätzlichen Zustand der Ausweglosigkeit, welche die Wünsche bis zur Unabänderlichkeit verstärkt. Jede geringste Abweichung vom Pfad stumpft den Pfeil der Unabänderlichkeit schon ab. Doch wie ein des Schwimmens Unkundiger schwimmen kann, wenn ihm Gefahr droht zu Boden gezogen zu werden, so findet die Wunscherfüllung ihre Lösung, wenn alle Wege abgeschnitten sind. Die Menschen sagen: "Ein Wunder ist geschehen!". Doch oft war es bloß die Verstärkung der psychischen Energie. Das Herz, die Sonne des Organismus, ist der Brennpunkt der psychischen Energie. Sprechen wir daher vom Herzen, so müssen wir das Gesetz der psychischen Energie ins Auge fassen. Herrlich ist das Gefühl, das Herz als die Sonne der Sonnen des Universums zu empfinden. Wir müssen die Sonne der Sonnen des Höchsten Hierarchen als unser Banner verstehen. Dieses Banner ist herrlich: gleich einer unbezwinglichen Macht, wenn unsere Augen, die sich in unserem Herzen widerspiegelnde Strahlung in sich aufgenommen haben.

    3. Ob das Herz die Wohnstätte der Elohim1 oder die Synthese der Synthesen genannt wird, es bleibt immer der Brennpunkt. Sogar jene, die im Herzen nur seine niederen physiologischen Funktionen erkennen, verhalten sich ihm gegenüber behutsam. Doch wie tiefer muss dann der dem Herzen lauschen, der den Magneten und den silbernen Faden kennt! Deshalb hält einen der Lehrer von allzu Physischem fern, um über jedes Organ an die geistige Welt zu erinnern. Für Uns ist es immer ein Festtag, wenn in die Sphäre des unsichtbaren Seins reines Denken gesandt wird.


Man muss sich mit solcher Beharrlichkeit in die Wohnstätte der Elohim begeben, als befände sich der Eintretende in Gefahr. Der Pfad der Auserwählten ist erkennbar, wenn für sie die unsichtbare Welt real und zugänglich geworden ist; dann kann man das Wachstum des Bewusstseins wahrnehmen, und die ganzen Organe des Körpers werden - erfüllt von der Verbindung mit der Hierarchie - verklärt.

    4. Das Herz ist ein Tempel, aber keine Wohnstätte der Abgötter. So sind Wir nicht gegen die Errichtung eines Tempels, aber Wir lehnen Fetischismus und Schaustellungen ab. Ebenso wenig meinen Wir, wenn Wir vom Errichten eines Tempels gleich dem Herzen sprechen, dass er die Form eines Herzens haben müsse, sondern Wir sprechen von seiner inneren Bedeutung. Kein Tempel kann bestehen, ohne sich der unbegrenzten Kette bewusst zu sein; so stellt auch das Herz alle Empfindungen zum Kosmos her. Des Herzens Wehmut oder Freude erklingt mit den fernen Sphären. Warum wird dann öfter Wehmut verspürt als Freude? Die ständigen kosmischen Störungen erregen natürlich das dafür empfängliche Herz. Deshalb wiegt der Dienst solch eines Herzens auf den Waagen der Welt auch sehr schwer. Helft mit am Aufbau der Welt! Es gibt weder einen Tag noch eine Stunde, in der die Welt nicht m Gefahr wäre! Zwei Augen allein vermögen diese Gefahr nicht vorauszusehen, sondern nur drei, wie sie auf dem Banner der Herrscher aufscheinen! Den Tempel des Herzens muss man als immer gegenwärtige Empfindung begreifen. Nicht ohne Grund ist das Herz durch das Zeichen des Kreuzes gekennzeichnet worden. So begleitete das Zeichen des Kreuzes ewiglich den Tempel des Herzens.

    5. Neue Umstände werden den Pfad in die Zukunft weisen. Die Wahrheit ist dieselbe, aber die Verbindungen variieren dem Bewusstsein entsprechend. Wie viel Schönes wird vernichtet, weil der Tempel - das Herz - nicht beachtet wird! Doch lasst uns unaufhaltsam bestrebt sein,


die im Herzen gefühlte Wärme zu verwirklichen, und beginnen wir, uns als die Träger des Tempels zu fühlen. So kann man die Schwelle der Neuen Welt überschreiten. Wie arm im Geiste sind jene, die meinen, die Neue Welt wäre nicht für sie! Die Körper unterscheiden sich, aber der Geist wird der Neuen Welt nicht entrinnen.

    6. Zweifel zerstört die Qualität. Zweifel ist das Grab des Herzens. Zweifel ist die Quelle der Hässlichkeit. An den Zweifel muss in jedem Gespräch erinnert werden, denn was können wir ohne Qualität erlangen? Was werden wir ohne das Herz verstehen? Was werden wir ohne Schönheit erreichen? Man wird fragen, warum zuerst "Unbegrenztheit", dann "Hierarchie" und erst hernach "Herz"; warum nicht umgekehrt? Doch zuerst kommt die Richtung, dann die Verbindung und hernach das Mittel. Diese heilige Zuflucht darf nicht durch Zweifel zerstört werden. Beachten wir die Beschaffenheit des Pulses eines Menschen im Zweifel und ebenso in der Stunde hingebungsvollen Strebens. Wenn Zweifel den Puls und die Ausstrahlungen verändern kann, so wird die physische Zersetzung durch seine Einwirkung auf das Nervensystem weit verderblicher sein. Die psychische Energie wird durch Zweifel geradezu verzehrt.
    Nach dem Zweifel lasst uns an den Verrat erinnern, denn wer steht dem Zweifel näher als der Verräter? Aber diese Finsternis kann nur durch Festhalten an der Hierarchie überwunden werden, an dem Unvermeidlichen, gleich den Strahlen der Sonne. Sicherlich, sie brennt, aber ohne sie gäbe es Finsternis!

    7. Das Herz ist der Mittelpunkt, aber am wenigstens egozentrisch. Nicht der Egoismus lebt im Herzen, sondern die Allmenschheitsliebe. Allein der Verstand umgarnt das Herz mit einem Spinngewebe von Selbstsucht. Gutherzigkeit bekundet sich nicht so sehr durch so genannte gute Werke,


deren Beweggrunde sehr verschieden sein können, sondern durch innerste Herzensgüte. Diese entzündet das Licht, das in der Finsternis leuchtet. So erweist sich das Herz tatsachlich als ein internationales Organ. Wenn wir Licht als das Symbol der Aura annehmen, dann gilt das Herz als sein Ursprung. Wie notwendig ist es, das Herz nicht als sein eigen, sondern als weltumspannendes Organ zu empfinden. Nur durch diese Empfindung kann man sich vom Egoismus befreien, die Individualität der Aufspeicherungen bewahrend. Es ist schwierig, Individualität mit allgemeinem Fassungsvermögen zu erfassen, aber der Magnet des Herzens ist nicht ohne Grund mit dem "Kelch" verbunden. Man kann verstehen, dass das Herz ein besonderes Licht ausstrahlt, das durch die Nervensubstanz auf jede Weise gebrochen wird; denn der Kristall der psychischen Energie kann unterschiedlich gefärbt sein.

    8. Die Reinigung des Herzens ist schwierig, wenn es vom Spinngewebe der Selbstsucht verfettet wird. Das Herz der Selbstsucht ist ein tierisches Erbe. Die reinen Aufspeicherungen der Individualität können das erklären, was der Verstand gar nicht begreifen kann. Besonders schwierig ist es, jemandem etwas einzuprägen, was in den Bereich seiner Vorstellung nie eingedrungen ist. Das Herz gilt als die Wohnstätte der Vorstellung. Wie kann man ohne Vorstellungsvermögen Fortschritte erzielen? Aber woher wird es kommen, wenn man keinen Versuch wagt?

    9. Herzlosigkeit ist nichts anderes als der ungebildete Zustand des Herzens. Kleinmut ist eine Beschränkung des Denkens. Unduldsamkeit gehört zur gleichen Familie der Abscheulichkeiten, die das heilige Gefäß des Herzens erschöpfen. Ihr wisst bereits, dass das feinstoffliche, angespannte Herz gleich einem Dynamo Antrieb verleiht,


sich dadurch als Gefäß universeller Energie erweisend. Aber Herzensbildung kann nicht aufgespeichert werden, wenn sie nicht entsprechend gespeist wird; so ist der beste Akkumulator ohne Schutz und richtigen Anschluss unwirksam. Das Herz bedarf der ständigen Speisung, andernfalls, beraubt der höchsten Verbindung, verkümmert es. Vergessen wir nicht, dass auf dem Grund des Kelches ein Kind - als das Symbol des Aufstiegs - dargestellt wurde.

    10. Durch ein seltenes Experiment kann man beobachten, wie das Herz sogar ferne Erdbeben sowie andere Weltereignisse widerspiegelt. Man kann bemerken, dass nicht nur kosmische Störungen, sondern sogar Widerspiegelungen der Ausstrahlungen des Geistes auf weite Entfernung hin wirken. Wir lenken die Aufmerksamkeit auf den Umwandler von Prana, auf die Lunge, die dem Herzen die Substanz vermittelt, als Bestätigung des Gleichgewichts der Welt.
    Die neuen Errungenschaften in den feinstofflichen Körpern sind von Erfolg gekrönt. Das zu erreichen war unaufschiebbar, weil die Grundlage der Verbindung mit dem Magneten der Hierarchie gestört ist. Als Hilfe gegen das gestörte Gleichgewicht wird eine neue Form von feinstofflichem Körper gegeben.

    11. Übersteigen die Energieaufspeicherungen die Schätze des Herzens und des Gefühlswissens, dann wird zum Ausgleich gewöhnlich ein Lehrer als Mitarbeiter entsandt. Es wurden tatsächlich ein Professor nach Washington2 und ein Weiser vom Berge zu Dschingis Chan3 entsandt. Man könnte viele ähnliche Beispiele anfuhren. Man sollte diese als zusätzliche Tätigkeit betrachten, aber nicht als unbedingtes Erfordernis. Es gab auch viele Fälle, wo die Schaffenden solch eine Zusammenarbeit ablehnten


und damit nicht nur für sich, sondern auch für das Allgemeinwohl nichtwiedergutzumachenden Schaden anrichteten. Öfter als einmal haben Wir solche Abweisungen erfahren. Gerade der Mangel an Herzensbildung verhinderte die Zunahme der bereits durch Aufspeicherungen gesammelten Möglichkeiten.

    12. Unsere Hand wird nicht ermüden, dem Herzen den rettenden Faden zu reichen. Wer kann sagen, dass Wir zu helfen zögerten? Aber Wir können viele Fälle nennen, wo Unser Bote über die Herzlosigkeit erstarrte. Es ist schwierig, die Kräfte des Herzens zu aktivieren. Man sollte einen Flug über den Abgrund unternehmen, wie vom letzten Ufer in die Unbegrenztheit. Wie heilig ist der Mut der Selbstlosigkeit, die das Herz öffnet!

    13. Könnt ihr euch vorstellen, was die Menschheit mit gesunden Körpern und unkultivierten Herzen darstellte? Solch eine Orgie der Finsternis ist sogar schwer vorstellbar. Sämtliche Krankheiten und Gebrechen können den weltweiten Wahnsinn des Herzens nicht zügeln. Wahrhaftig, solange das Herz nicht erleuchtet wird, werden Krankheiten und Gebrechen nicht schwinden, weil sonst die Raserei des Herzens, gekoppelt mit den kräftigen Körpern, die Welten in Schrecken versetzte. Es ist lange her, seit vom heiligen Menschen gesprochen wurde - "der vor dem Herrn einherschritt". Das bedeutet, dass er die Hierarchie nicht verletzte und so sein Herz läuterte. Schon bei der geringsten Reinigung des menschlichen Herzens stellt sich eine Fülle von Segen ein. Doch zur Zeit kann man nur dort behutsam vorgehen, wo das Herz noch nicht versteinerte. So muss man, ohne zu verzagen, wissen, dass sich die Finsternis als belastend erwiesen hat und viele Herzen vermodert sind. Die Verkündung der Bedeutung des Herzens ist eine alte Wahrheit, doch nie war sie so notwendig wie jetzt.


    14. Man könnte fragen, welche Energie gemeint ist, wenn man vom Herzen spricht? Diese ist natürlich dasselbe Aum, die psychische Energie aller drei Welten. Doch bei ihrer Erforschung kann man feststellen, dass die Ablagerungen vielfarbig sind. Gewiss, die Ablagerungen können rot, purpur oder blau sein, aber nähern sie sich dem Herzen, so verlieren sie ihre Färbung. Der Kristall des Herzens ist weiß oder farblos. Gewiss, diese Resonanz des Herzens wird nicht oft wahrgenommen, doch man sollte sie erstreben. Die Alten rieten, die Hand auf die Nadeln der jungen Zedern zu halten, damit das kondensierte Prana durch die Fingerspitzen eindringe. Es gibt viele Möglichkeiten, psychische Energie aus dem Pflanzenreich aufzunehmen, doch am besten ist das offene Herz, das die Richtung des Strebens kennt.

    15 Mögen wir durch die Scheinheiligkeit Unwissender auch gedemütigt werden, es gibt nur einen Weg, und nichts wird ihn versperren, wenn das Herz rein ist. Es war weise, das Herz mit einem Schiff zu vergleichen, aber ein Schiff benötigt einen Steuermann. Mut wird aus reinem Herzen geboren. Man kann das Herz mit einer Rose vergleichen, bei der die Bedeutung der Blume in der Anzahl ihrer Blätter liegt; doch werden sie abgerissen, wird die ganze Blume verletzt. So achtet auf die Verteidigung des Herzens. Es ist weise, zu verstehen, dass allein der Herr der Blume zu allen Blättern Zutritt hat.

    16. Hier sprechen Wir vom direkten Streben zu Uns. Wir sprechen von Nutzen und Erfolg, die von solcher Hinwendung herrühren. Es wäre verlockend, dieses Mittel zu erproben. Aber wie viele versuchen es, diesen Weg zu gehen? Indes wird jeder, der Unser Allheilmittel erprobte, sagen, dass Unser Rat wohlgemeint ist.


Er wird überall und immer bestätigen, dass er, wenn seine Gedanken bei Uns weilten, erfolgreich war. Jedes Missgeschick ergab sich zufolge Befleckens des silbernen Fadens. Wie schön wäre es, wenn sich jeder nach des Tages Ablauf die Frage über die Beschaffenheit seiner Gedanken während dieser Stunden stellen würde! Welche Macht könnte man erlangen durch die Erkenntnis, dass seine Gedanken den verbindenden Faden gestärkt haben! Das Aufkommen von unwürdigen Gedanken könnte sofort ausgemerzt werden, aber die Menschen hören ohne hinzuhören und lesen nicht mit Weitblick.
    So rate Ich noch einmal, die Lehre zum täglichen Bedürfnis zu machen. Ich rate zu beachten, inwieweit seine Umgebung erfolgreich wird. In kleinen Gruppen sollte man besonders gegenseitige Gedanken beachten, um den Strom nicht zu belasten und zu unterbrechen. Viele Lehren raten zu dieser einfachen Disziplin, doch sollte auch jedes Buch daran erinnern, weil das äußerst Lebensnotwendige im Leben nicht angewendet wird.
    Und für Uns bedeutet es ein großes Glück, wenn Wir jemandem so vollkommen vertrauen können wie Uns Selbst. So mächtig ist die Zitadelle des offenen Herzens!

    17. Unaufhörlich und zu allen Zeiten strömt die Lehre des Lebens auf die Erde nieder. Man kann sich das irdische Dasein ohne diese Verbindung mit der Unsichtbaren Welt nicht vorstellen. Wie ein Rettungsanker, wie das führende Licht festigt die Lehre unseren Fortschritt in der Finsternis. Aber inmitten der Fülle des Wohlwollens kann man, wie bei den Meereswogen, den Rhythmus mit besonders entscheidenden Ausdehnungen wahrnehmen, wenn die Lehren erscheinen. So


kann man den Rhythmus der ganzen Welt durch das Wachsen und Eintauchen erklären, alles zusammen die Evolution des Daseins bezeichnend.

    18. Eine Unterbrechung des Rhythmus kann durch viele Umstände erfolgen, doch das beste Mittel, diese Störung zu vermeiden ist, sich in Einigkeit Uns zuzuwenden, wo es die Lösung für alles gibt. Ein Vergleich: Wie ein Staubkorn den Stillstand eines riesigen Rades bewirken kann, so unterbindet die Unterbrechung des Rhythmus den Strom. Indes ist gerade jetzt die Zeit der großen Spannung. So sind die Möglichkeiten sehr nahe, die Ereignisse ballen sich schon zusammen, und der Schrecken wird sich als Rettung erweisen.

    19. Wenn die Menschen wenigstens zum Teil fühlen könnten, wie wichtig ein Augenblick ist, sie wurden Uns sehr helfen. Ohne vom genauen Erkennen eines Geschehens zu sprechen würde schon die allgemeine Stimmung den Willensmagneten stärken. Die Menschen beachten nicht, wie sehr unbewusstes Vegetieren die Weltordnung erschwert! Das Herz, als Umwandlungsherd, muss jedem den Druck der geistigen Atmosphäre eingeben. Man sollte nicht meinen, das Herz leide bloß wegen einem selbst, es leidet natürlich infolge der weltweiten Unruhe. Man sollte die Herzen in einen harmonischen Reigen zu vereinen suchen; sogar ein wenig erprobtes Herz wird seine wertvolle Energie an den Kelch des Gemeinwohls abgeben.
    Das Herz stärkt Unsere Sendungen, das neue Unkraut verdrängend. Es gibt viele unerprobte Herzen, aber noch mehr verschüttete. Viele Funken sind nötig, um die Asche der Kälte zu durchdringen.

    20. Ist das Gefühlswissen nicht erwacht, dann ist sogar die Wirklichkeit, sogar das Augenscheinliche, unerreichbar.


Man kann niemanden zwingen, das Augenscheinliche wahrzunehmen, oder gar das Auffallende. Später wird mancher zu euch sagen: "Warum sehe und höre ich nichts, wenn es eine unsichtbare Welt gibt?" Es ist wie mit den Kranken, die ihre Behandlungen ablehnen. Sie möchten gern genesen, zugleich aber wenden sie ihr ganzes Bewusstsein gegen den Arzt. So wäre es nützlich, die Sehenden den geistig Blinden gegenüberzustellen. Man könnte die Ursachen des Erfolgs der einen und des Misserfolgs der anderen herausfinden. So könnte man durch einen Vergleich der sichtbaren Erscheinungen viele Probleme der Wechselwirkung der Welten lösen.
    Die Unsichtbare Welt ist in Wirklichkeit höchst sichtbar, wenn das Auge nicht getrübt ist. Um das Licht der Höchsten Welt zu spüren, bedarf es keiner mediumistischer Erscheinungen, sondern nur des Aufstiegs zum Höchsten; deshalb sind alle erzwungenen Kunstgriffe der niederen Magie nichts im Vergleich mit dem ersten Licht des Herzens. Wenige kennen die Feuer des Herzens, aber diese Fackeln müssen allen Licht spenden. Deshalb sind Schmähungen wider den Geist und Ablehnung des Lehrers sehr schwerwiegend. Ich sage - man kann lange über den Lehrer nachsinnen, doch hat man einen erwählt, weiche man nicht. Offenbaren wir Verständnis für die Grundlagen des Aufbaus.

    21. Ratet zu Gesprächen über das Geistige. Man kann viel Nützliches aus geistigen Rückerinnerungen bemerken. Außerdem bewahrt ein geistig geistiges Gespräch vor Schmutz und vor Reizbarkeit. Die Bejahung geistiger Erscheinungen wird die Abneigung vor der unsichtbaren Welt verringern. Wo oft geistige Gespräche geführt werden, da speichert sich eine besondere Aura auf. Solche Gespräche, auch wenn sie nicht vollkommen sind, erweisen sich als Prüfstein für die Anwesenden.


Verschiedene Völker bringen für die geistigen Grundsätze Verständnis auf; danach kann man auf ihre Herzensbildung schließen.
    Vermeidet zudem den Streit darüber, was unleugbar ist. Kürzlich staunte Ich über die Uneinigkeit unter den Anhängern von Jeanne d'Arc,4 Sergius 5 und Moses.6 Jeder beteuerte, sein Schutzgeist stimme mit dem anderen nicht überein. Die Wahrheit kennend, war es indes traurig, diese durch Erdichtungen geschaffene Uneinigkeit mitanzuhören. Selbst wenn es keine Einigkeit gibt, möge man sich wenigstens nicht an die Stirnen schlagen, denn es könnten Hörner wachsen!
    Nun stellt euch vor, wenn jene, die die Wahrheit kennen, friedlich blieben und ihre Gedanken vereinten. Welche Macht würde trotz des ganzen atmosphärischen Drucks hier auf Erden erlangt werden! Wer im Geiste triumphiert, der gehört schon zu Uns!

    22. Ratet, die Fähigkeit des Denkens und der Beobachtung zu entwickeln. Das Herz kann seiner Bestimmung nicht gerecht werden, wenn anstatt eines Gedankens Flöhe und anstatt der Beobachtung ein Maulwurf vorhanden sind. Mit solchen Weggefährten wird man nicht weit kommen! Jetzt ist nämlich die Zeit, die Denkrichtung zu vertiefen, andernfalls werden die Massen für die empfangenen Schätze keine Verwendung finden. Überproduktion ist das Zeichen platter Denkrichtung und des Mangels an Beobachtung. Es heißt dass in den Schulen Unterrichtsstunden für Denkübungen eingeführt werden sollten, um die Beobachtung zu fördern. Das Herz kann nicht nur von außen genährt, es muss auch durch irdisches Streben unterstützt werden. Festigkeit im Streben wird auch durch scharfsichtige Erkenntnis erlangt.

    23. Jeder von euch kennt die eigene Gattung von Predigern,


die samt den aus fremden Schriften zusammengetragenen Gerippen in Vergessenheit geraten. Der Verstand sammelt einzelne Beweise, aber der Zweck dieser Ansammlungen bleibt unklar, weil das Herz schweigt; so nennen wir sie die Schweigsamen im Herzen. Außerdem geben diese Prediger anderen unzählige Ratschläge, fallen aber selbst beim ersten Widerstand dem Kleinmut anheim. Wahrhaftig, nur das Herz verleiht Unsterblichkeit. Die Bestätigung des Herzens ist schon die Enthüllung der Zukunft. Fern dem Herzen stehen jene, welche die vom Verstand gesammelten Ratschläge fürchten. Die Alten Lehren sprechen vom heiligen Wahnsinn. Betrachtet dies als Gegenwirkung für kalte Berechnungen; erachtet es als den Lebensbeginn über die tödlichen Zustände.
    Jene, die die Lehre ablehnen, sind nahe daran, in den Abgrund zu fallen. Jene, welche die Wahrheit bejahen, sogar mit Unvollkommenheit, sind schon auf dem Pfad. Sie werden beim Übergang in die Feinstoffliche Welt nicht bereuen, das Herz zum Leben erweckt zu haben.

    24. Wir befinden Uns in einer großen Schlacht. Man braucht die lange vorausgesagte nahe Stunde nicht fürchten. Man sollte nicht meinen, es schleiche sich Unglück heran, wenn Wir die Schlacht für das Licht wahrnehmen. Man vergesse nicht, dass Verfolgung von größtem Nutzen ist. Nur eine gespannte Saite erklingt.

    25. Ohne Übertreibung kann gesagt werden, dass die meisten Herzkrankheiten vom Wohlstand herrühren. Deshalb wenden sich Menschen, die sich der Lehre zuwandten, vom Wohlstand ab, um nur dessen Hüter zu sein.


    26. Ihr wisst, dass Suggestion in jeder Sprache erfolgen kann; so augenscheinlich werden der Sinn und das Wesen des Verstehens bewiesen - ohne Beschränkung auf die Mundart. Ich erachte das Herzverstehen als den notwendigen Schritt, Uns näher zu kommen. Durch die Sprache der Feinstofflichen Welt geht der Traum vom gegenseitigen Verstehen in Erfüllung. Diese Möglichkeit muss erkannt werden, ehe man sie zu nutzen beginnt.

    27. Der Stein der Weisen ist etwas Reales. Man muss ihn sowohl geistig als auch physisch auffassen. Der als Stein bezeichnete geistige Zustand entspricht der Konsonanz aller Ablagerungen der psychischen Energie. Physisch kommt die Präparation jener von Paracelsus sehr nahe, doch er beging einen grundlegenden Fehler, auf dem er vergeblich bestand. Im Übrigen waren die arabischen Quellen, aus denen Paracelsus schöpfte, völlig richtig.

    28. Suggestion kann durch einen Gedanken, einen Laut oder einen Blick erfolgen und durch tiefes Atmen verstärkt werden. Welche Möglichkeiten bieten diese Tätigkeiten für wissenschaftliche Beobachtungen! Man kann bemerken, dass das Einatmen den Laut sowie die Ausstrahlung des Auges verstärkt! Seit langem wurden die verschiedenen Eigenschaften des Blickes des menschlichen Auges beobachtet. Durch eine Reihe von Experimenten lässt sich feststellen, wie weit die Wirkung der Ausstrahlung des Auges reicht. Dabei ist es lehrreich zu beobachten, welche Verbindung zwischen der Gedankenmacht und der physischen Ausstrahlung des Auges besteht. Nur durch Beobachtung kann man die unsichtbare Welt menschlicher Einwirkungen ermessen. Verworren ist das durch unbewusste Gedankentätigkeit gesponnene Gewebe. Seid nicht erstaunt darüber, dass


der Gedanke im Raum weiterlebt. Auch die physischen Teilchen des Blickes verschwinden nicht. Indem wir beobachten lernen, werden wir wieder an das Herz erinnert und das Symbol des durchbohrenden Pfeiles verstehen.
    Viele Pfeile durchbohren das Herz, wie wir auf antiken Bildern zusammen mit der Flamme des Herzens sehen können. Vielleicht gäbe es ohne Pfeile auch keine Flamme. Man kann feststellen, dass die Grundlage der Erscheinung der Flamme ein Schlag ist wie die Geburt eines neuen Rhythmus. Der Lehrer wünscht, dass der Rhythmus accelerando7 wird - und zwar in allem.
    Die Möglichkeiten dürfen nicht im Voraus bestimmt werden. Genau das, was heute unmöglich erscheint, wird morgen möglich sein.

    29 Die Annäherung an Uns, das Verständnis für völlige Freiheit sind erforderlich. Wie schrecklich ist die Folge der Furcht oder des Suchens nach Vorteilen! Das unbefleckte, von allen Lasten befreite Streben bekundet den wahren Pfad. Nur das Herz, in dem sich weder List noch Bestechung verbergen, kann beurteilen, wo solche Freiheit beginnt. Doch die Grenzen der Freiheit des Herzens sind sehr fein. Was häufen die Menschen nicht alles um dieses feinste Gewebe auf! Wenn das Herz auf ferne Erdbeben widerhallt, unsere Haut die von einer Hand ausgehende Wärme, sogar auf beträchtliche Entfernung spürt, wie weit stärker vibriert dann das Herz durch menschliche Ausstrahlungen! Gerade diese Eigenschaft wird von der gegenwärtigen Wissenschaft nicht genügend beachtet.

    30. Warum bleiben so viele Experimente erfolglos? Vor allem wegen der Ungeduld und des Mangels an Bereitwilligkeit, Verantwortung zu übernehmen. Manchmal wurde Uns vorgeworfen, dass die Hilfe nicht rechtzeitig eintraf.


Aber anstatt eines Vorwurfs sollte der Bittsteller sich erinnern, wie voreilig er sich abwandte oder die Last für übermäßig hielt. Wir bedauern es sehr, wenn Wir kleinmütige Abwendungen gewahren oder Unwilligkeit, sich bis an den Rand eines Abgrunds zu begeben. Aber wie sonst, wenn nicht durch eine extreme Lage, kann die Energie angespannt werden? Solche Situationen sollen eben nicht als das Ende, sondern als der Beginn angesehen werden. Gleichfalls ist es im Üben von Geduld nützlich, sich den Begriff des Beginns zu eigen zu machen. Für manche ist entschieden alles ein Ende, aber für Unsere Schüler ist alles ein Beginn.

    31. Wie sollen Wir Erklärungen geben, wenn das Herz schweigt? Wie sollen Wir beschleunigen, wenn das Herz schwerer ist als Eisen? Wie sollen Wir das Herz bewegen, das geistig tot ist? So kann man jeden Widerhall des Herzens schätzen lernen, wenn die geheime Blume viele die Heiligkeit des Geistes hütende Blütenblätter entfaltet.

    32. Die "Kanäle des Wohlwollens" und die "Empfänger des Erdengiftes", so werden die Auserwählten genannt, die bereit sind, sich für das Wohl der Welt aufzuopfern. Die Aufnahme des Giftes ist ohne die Kräfte der Seligkeit unerträglich; doch ohne Erdengift würden einen die Kräfte der Seligkeit davontragen; so hat das Aufwärtsstreben eine irdische Grundlage. Natürlich, die Aufnahme von Gift ist für viele unerträglich, doch auch für die Seligkeit ist ein offenbares Stählen des Herzens erforderlich. Wir erachten es als einen Schatz, wenn das Herz bereits ohne Anspannung immer bereit ist, auf die Umgebung zu erklingen. Es ist nicht leicht, dies zu zeigen, wenn die Energien nicht in gleichklingende Kristalle umgewandelt werden und sich das "Ringse", das in Tibet richtig als das Bündnis des Himalajas gedeutet wird, bildet. 33. Und wer würde behaupten, dass es leicht sei,


der Lehre zu folgen, wenn die Aufspeicherungen unzureichend sind? Doch ist der "Kelch" gefüllt, dann ist der Pfad der Lehre unausweichlich. Wir können verstehen, dass die Aufnahme des Erdengiftes schwierig ist, denn jeder von Uns hat eine unbegrenzte Menge des Giftes in sich aufgenommen. Wie der Magnet bestimmte Metalle anzieht, so nimmt das Herz Seligkeit in sich auf. Wie ein Schwamm Flüssigkeit aufsaugt, so saugen die Poren der Haut die irdischen Gifte auf. Doch bewusst aufgenommenes Prana mildert den Giftstrom.

    34. Die Menschen unterscheiden sich nicht nur nach organischen Gattungen, sondern auch nach den Naturelementen; in ihrem Bewusstsein haften gewisse Bindungen! Niemand wird so viele Schattierungen der Flamme unterscheiden können, wie Menschen des Feuers. Niemand wird das Wasser so sehr lieben, wie die Menschen dieses Naturelements. Natürlich werden sich die im Naturelement Feuer zugehörigen Menschen auch zum Agni Yoga hingezogen fühlen. Sie werden seine ganze Notwendigkeit empfinden. Sie werden sich der Lehre des Feuers nicht vom Verstand her nähern, sondern sie als die einzige Lösung erkennen. Man kann die Notwendigkeit der Lehre verstehen, wenn es keinen anderen Ausweg gibt.

    35. Am schwierigsten ist es für die Menschen, die Verzückung des Geistes mit unversiegbarer Tätigkeit in Einklang zu bringen. Für Erfolg ist äußerste geistige Anspannung erforderlich, aber bei jeder Tätigkeit muss eine gewisse Reserve bewahrt bleiben. Eine erschöpfte Tat verliert an Schönheit und überzeugender Anziehungskraft. Ein Sänger, der die Stimmreserve erschöpft hat, erregt vor allem Mitleid. Die Bekundung äußerster Anspannung des Geistes darf sich nicht in Taten der Verzweiflung widerspiegeln; denn dann wird sich die innere Energie in eine dem Geist fremde Tat auflösen.


Dieses Gesetz muss man fest erkennen, um nicht einer Windmühle zu gleichen. Ich rate, alle Kräfte des Geistes zu sammeln, um sich nicht durch ungezügelte Taten zu zersplittern.

    36. Gewahrt ihr Zeichen von den Auserwählten, so behindert die Taten dieses Boten nicht. Nach den Zeichen des Agni Yoga kann man den Pfad des Auserwählten erkennen. So offenbart sich der Abgesandte nicht in Äußerlichkeiten, sondern in der ungewöhnlichen Tat. Es ist natürlich, dass Taten von besonderer Bedeutung das Bewusstsein der Menschen in Staunen versetzen müssen; beide Seiten zeigen auf ihre Weise Verständnis für diese Taten. Aber man kann nicht einen Abgesandten nennen, in dessen Umgebung sich nicht eine erstaunliche Energieverstärkung vollzog. Dem Gewitter gehen Wolken voraus. So gehen der Bestätigung der Wahrheit immer Wolken voraus. Aber ihr kennt die Bedeutung dieser geistigen Phänomene bereits. Ihr könnt behaupten, dass sich die segensreichen Botschaften in Zeitaltern wiederholen und dass sie sich unter den Massen verbreiten. Vom geistigen Gipfel aus kann man den den Widerhall der Lehre verbreitenden Rhythmus wahrnehmen.
    Doch vernehmt ihr auch nur einige Spuren eines Rufes, so vermeidet jede Behinderung; denn die Grundlage von Agni Yoga ist Feuer, und das darf nicht ausgelöscht werden. Und wer wird sich erdreisten, sich gegen das feurige Element zu wenden? Jede verloschene Flamme wird ein Echo hervorrufen. Daher gleicht das Karma des Verlöschers dem Schicksal eines Mörders.

    37. Ein Agni Yogi ist in allem sparsam, nicht aus Geiz, sondern weil er den Wert der Energie kennt, die sich von Oben ergießt. So hütet er sowohl seine eigene als auch die ihn umgebende Energie. Der Irrtum der Menschen besteht gewöhnlich darin,


dass sie nur in großen Taten Energie vermuten, und vergessen, dass weit mehr der gleichen, ihrem Wesen nach kostbaren Energie für kleine Dinge aufgewendet wird. Sowohl unbedeutende Handlungen als auch unbedeutende Dinge behindern das Leben. Vor allem muss man sich vor Staub hüten, der sich mit den Emanationen der Dinge vermengt und jene persönliche Energie zerstreut, die in einem Kanal bewahrt werden sollte. So werden wir alles hüten, was mit der Energie der Hierarchie zusammenhängt.

    38. Wie notwendig ist es, alles Geistige verstehen zu lernen! Wir können vom Herzen nichts erwarten, wenn sich unser Denken bei der Erwähnung alles Geistigen nicht erfreut. Denn wir müssen die Stufe erreichen, wo Licht aus unseren Wesen strahlt; dann sind wir wahre Mitarbeiter der höheren Welten. Strahlen wir das Licht der Seligkeit aus, dann sind wir zugleich Ärzte, Schöpfer und Beschützer entlang der herabsteigenden Stufenleiter der Hierarchie. Zuerst gewahren wir das äußere Licht, dann das in uns selbst, und erst nachdem die "Fackel" angezündet wurde, können wir Licht ausstrahlen.

    39. Sprecht hauptsächlich über das Geistige. Der Pfad des Geistes entwickelt wie nichts anderes das Bewusstsein und läutert das Leben des einzelnen. Betrachtet den geistigen Verkehr als praktische Übungen für das Leben des Herzens. Man muss das Bewusstsein, als Pfad zum Erfolg, reinigen. Wiederum spreche Ich nicht abstrakt, sondern für die Anwendung im Leben. Macht den Versuch, Heilmittel einem bewussten und einem unbewussten Wesen zu verabreichen. Es ist lehrreich, den Vergleich anzustellen, um zu beobachten, wie sehr das Bewusstsein alle Erscheinungen und Vorgänge verstärkt. So vermag man


den essentiellen Wert des Bewusstseins zu erkennen. Außerdem lenkt geistiger Verkehr das Streben der A-Energie in den zu den Höhen bestimmten Kanal. Gerade "Ketub"8 ist der Vereiniger der Energien. So darf man keine Zeit im Streben zum Gewöhnlichen verschwenden, wenn es so viele Möglichkeiten gibt, die einen aufwärtsziehen.
    Die Freude des Herzens liegt im Aufwärtsstreben.

    40. Die Unsichtbare Welt nimmt am irdischen Leben weit mehr teil als angenommen wird. Ratet, die Aufmerksamkeit auf die vielen kleinen Erscheinungen lenken, die für gewöhnlich gar nicht beachtet werden. Nicht verblüffende und blendende Erscheinungen schaffen die unvergesslichen Folgeerscheinungen, sondern jene, die der beschränkte Verstand Zusammentreffen oder "Zufall" nennt. Wenn wir sämtliche unerklärlichen Erscheinungen des Herzens in Betracht ziehen, dann werden sogar unvorbereitete Gemüter jene Ungewöhnlichkeit bemerken, die dem ärztlichen Gutachten widerspricht. Nehmen wir zum Beispiel den so genannten doppelten Puls, wenn eine äußere Beeinflussung scheinbar zwei Brennpunkte für den Organismus schafft. Jedoch die Erscheinung kosmischer Energie erklärt in völliger Schlichtheit, wie eng wir mit den Höchsten Kräften verbunden sind, und die äußeren Feuer und das Licht werden uns an dasselbe erinnern, wenn unsere Geisteszustände es zu sehen gestatten.
    Man muss das Wesen dieser Erscheinungen begreifen, ohne das vernünftige Denken aufzugeben. So kann man Magie in die Lehre des Herzens verwandeln. Jeder hat ein Herz, in dem für ihn das Energiepotential eingelagert ist, das heißt, dass die Neue Welt niemandem versagt ist. Wir nennen die Neue Welt das Wahrnehmen des Unsichtbaren Einen, sogar in seinem ursprünglichen


Stadium. Sogar solches Verstehen könnte die neuen Grundlagen ins Leben rufen!
    Der Vereiniger von Energien, der Vereiniger von Wissen, der feurige "Ketub" ist dem Agni Yogi verständlich. Streben nach Wissen wird zeigen, wie unmerklich sich das neue Bewusstsein aufschichtet und wie es die Lebenssubstanz verändert.

    41. Möge euer Herz manchmal mit der Höheren Welt Zwiesprache halten. Dieses Gespräch kann in vielen Sprachen geführt werden. Vielleicht wird das Herz in seiner Erinnerung die Stunden aus vielen Leben sammeln. Vielleicht wird es ein stilles Gespräch sein, ohne Belehrungen und Ratschläge, bloß erhebend und beim Aufstieg stärkend; vielleicht das Schweigen der Dankbarkeit, oder das Schweigen der Macht der Bereitschaft. Die Flamme des Herzens wird im Streben zur Vereinigung mit der Höheren Welt entfacht. Allein das Herz wird den Weg zur Hierarchie finden. Das Herz wird sich durch die Macht des Höheren Einen stärken. Nur das Herz wird in der Schlacht eine Festung sein.

    42. Gewaltig, beklemmend und heftig ist der Kampf. Wir wissen, dass die Anspannung einiger zur Stärkung anderer führt. Wenn Ich zur Erhaltung der Energie rate, so bedeutet das, dass die Kräfte für die Schlacht einzusetzen sind. Das Feuer breitet sich über die ganze Welt aus. Im Vergleich mit dem derzeitigen war der frühere Krieg nichts. Seine Energie zu bewahren wird nur ein Zeichen der Eignung zur Tat sein. Solche Umsicht ist in allem nötig, wenn Wir Selbst an nie dagewesene Maßnahmen für die gegenwärtige Rasse herangehen. Aber die Welt kann in ihrer Zersetzung nicht im Stich gelassen werden! Erachtet die Zeit als äußerst ernst! So seid zu Mir bestrebt!

    43. Magie ist wie eine Massage. Massage


beschenkt künstlich und bringt die Körperformen sowie den Blutkreislauf wieder in Ordnung. Magie verbindet auch künstlich und stellt die Verbindung mit du Unsichtbaren Welt her. Ein normaler Organismus braucht keine Massage. Ein entwickelter Geist braucht keine Magie. Massage befasst sich mit kranken Organen. Magie vermittelt das Lehren von Zuständen, von Besänftigungen, ohne den einfachsten Zugang zur Höheren Welt zu erschließen. Wurde einmal mit Massage begonnen, so muss man sie steigern, sonst ist das Gewebe von anormalem Wachstum und Zerstörung bedroht. Hat man sich der Magie zugewandt, ist es notwendig, ihre Beherrschung zu steigern, andernfalls werden die Naturelemente den Abschweifenden bedrängen. Bei diesem Vergleich der körperlichen mit der geistigen Welt erkennen wir dieselben Lebensgesetze. Dieselben Gesetze weisen darauf hin, dass für ein entwickeltes Bewusstsein die nächst liegenden Pfade die einfachsten sind. Bei Mäßigkeit wird sich der Magen nicht ausdehnen. Das Herz wird bei Verfeinerung des Geistes nicht verstummen.

    44. Es muss ein für allemal festgestellt werden, dass Yoga keine Magie ist. Vor allem gibt es im Yoga nichts Künstliches. Die Verwandtschaft und Harmonie der Gesetze des Seins widersprechen jedem Zwang. Ein Yogi kann die Uranfängliche Energie ohne äußerste Notwendigkeit nicht stören. Der Yogi wird in vollem Einklang mit der Natur schaffen. So ist das Wissen eines Yogi vor allem auf Gefühlswissen begründet; auf dieser reinen Oberfläche werden die Zeichen der Erfahrung eingeschrieben.

    45. Der Vorgang der Energieverstärkung ist ähnlich wie bei einer Pumpe. So ist das Aufwärtsstreben der Energie absolut durch den abwärtsgängigen Druck bedingt. Die Menschen erachten diesen Druck gewöhnlich als Missgeschick, indes


ist dieser die physische Schwelle zum Aufstieg. Bedrückung äußert sich natürlich völlig anders, aber jeder, der den Aufstieg erklommen hat, kann die Augenblicke innerer und äußerer Bedrückung feststellen. Es ist betrüblich zu sehen, wie unwissende Menschen, ohne das Prinzip der Pumpe zu verstehen, der Bedrückung unterliegen; dieser Umstand ist besonders jetzt ernst, wo ein Massenbewusstsein geformt wird; wo es dringend erforderlich ist, die Tausende von undisziplinierten, ungebildeten, gegenüber den elementarsten Gesetzen unwissenden Bewusstseine in Einklang zu bringen! Wie leicht können diese Massen das Verständnis für die Bedrückung, als Pforte des Aufstiegs, verlieren.

    46. Die Bürgschaft ist eine Erscheinung von ungeheurer Bedeutung. Sie schafft die Kette der Herzen und verwandelt Chaos in die bewussten Arterien des Raumes. Das des Nachts geoffenbarte Symbol war äußerst bedeutungsvoll. Die Schlange der Finsternis verschlingt den Freund, wenn er nicht die bewusste Vereinigung eingeht. Ebenso groß ist die Verantwortung des Bürgen. Es heißt nicht umsonst - die Hand brennt! So durchbohrt einen, ohne Übertreibung, ein feuriger Schmerz, wenn jene, für die man bürgt, Fehler begehen, aber es kann keinen anderen Aufbau gibt und deshalb übet Vorsicht und Aufmerksamkeit

    47. Worin besteht denn Glück? Besteht es darin: dazusitzen, ohne es zu wagen, die Ursubstanz mit einem Gedanken zu wecken; oder darin, den Gedanken auf einen neuen Lebensaufbau zu richten? Ich sprach zuerst über Tätigkeit zu euch, doch jetzt werden wir den Gedanken bejahen. Tätigkeit, sogar die erhabenste, berührt verhältnismäßig niedere Schichten; aber nur der Gedanke kann seinem Wesen nach auf die Ursubstanz einwirken. Zuerst sprach Ich von der Tätigkeit,


als den erreichbaren Beweis, aber mit einem ausreichend erweiterten Bewusstsein ist es an der Zeit, die Bedeutung des Gedankens zu bestätigen. Viele gedankenlose Tätigkeiten bleiben an der Oberfläche des Daseins und unterscheiden sich kaum von der Tätigkeit der Tierwelt. Aber wenn wir über Gefühlswissen und das Herz sprechen, ist es notwendig, den Gedanken als die Macht und den Mitschöpfer des Daseins zu bestätigen. Beachtet, dass Ich weder von Diskussionen noch vom Überlegen spreche, sondern vom Gedanken, der mit seinem individuellen Rhythmus über die Oberfläche der Substanz hinwegjagt und so unbegrenzt schafft. 48. Der Gedanke ist die Äußerung des Lebensglücks; der Gedanke, der nicht vom Herzen ausgeht, wird die Oberfläche des Daseins nicht durchdringen, doch der vom Herzen kommende Gedanke ist wie ein ungestümer Pfeil! Das Aufkommen von Gedanken inmitten der Energieanspannung darf einen nicht beirren; diese Gedanken gleichen einem Sturmbock und dringen in die Tiefe des Seins. Deshalb lasst uns nach der äußeren Tätigkeit die Wirklichkeit der Gedankenschaffenskraft schätzen.

    49. Die Note aus dem Raum ist noch viel stärker, und die neuen Rhythmen sind wie eine neue, von den Finsteren unerwartete Rüstung. Man kann dauernd neue Schwingungen schaffen und so die Finsternis abwehren.

    50. Vor dem Weber liegt sein Warp, ohne das der geschickteste Werkmann seinen schöpferischen Gedanken nicht wiedergeben kann. Für die Gedankenschaffenskraft bedarf es ebenfalls des Kosmischen Gedankenrahmens; denn so nennen Wir die Ursubstanz, aus der der feurige Gedanke die Funken der Schöpfung schlägt. Die gleiche Arbeit kann sowohl von erfahrenen Denkern als auch von Kindern geleistet werden, wenn sie von einem unabänderlichen Verlangen entflammt sind. Ohne den Grad und die Qualität ihrer Gedanken zu kennen,


kann man weder einen Eremiten noch einen Asketen beurteilen. Noch kann man den Sänger oder den Dichter beurteilen, ohne Kenntnis der von ihnen ausgehenden Gedankenschaffenskraft. Allmählich werden wir uns daran gewöhnen, nicht zu verurteilen, denn nur die Gedankenschaffenskraft ist des Schöpfers Mitarbeiter. Sammeln wir also behutsam alle bestehenden Gedanken, welche die Akasha9 segensreich durchdringen und das Wesen des Daseins erreichen können. Der größte Trost liegt darin, dass niemand des Gedankens beraubt ist, und vertraut mit seiner Bedeutung kann jeder diese innewohnende Seligkeit üben.

    51. Manchmal sagen die Menschen: "Ich war im Träume so aufgewühlt, dass mein Herz sogar Beklemmung verspürte." Die Herzenspein rührt nicht von üblen Träumen her, sondern von der Anspannung nach lichtvollem Verlangen. Herzenspein füllt unser Wesen vor allem mit der Substanzkraft. Gewiss, die Akasha-Skulptur ist nicht immer mit Herzenspein verbunden, aber ein Gefühl von Wehmut enthüllt auf jeden Fall Anspannung und Zusammenarbeit mit dem Ursprünglichen Gedankengefüge. So braucht man Wehmut nicht als übles Zeichen anzusehen.

    52. Jene, die den Pfad des Großen Dienstes beschreiten, fürchten manchmal, sie verfügten nicht über genügend geistigen Vorrat für dauerndes Geben. Sie wissen wohl, dass die gebende Hand nicht versiegen wird, doch es ist schwierig für sie, dies im tieferen geistigen Sinn zu befolgen. Aber das gleiche wird auch von den Vögeln des Himmels gesagt, die für das Morgen reichlich Nahrung haben. Wahrhaftig, in Zusammenarbeit mit der Hierarchie wird der geistige Vorrat nicht versiegen. Das das Bildnis des Herrschers verehrende Herz wird nicht verstummen. So braucht man nicht zu fürchten, der geistige Vorrat könnte versiegen - er ist


unversiegbar. Man kann diese Schätze ausgießen - nur halte man den silbernen Faden fest.

    53. Ein unerfahrener Krieger des Geistes ist manchmal darüber erstaunt, "wie die Schlacht so heftig sein kann, nachdem seine Hände und Füße noch heil sind?" Als ob die Anspannung der Schlacht nur in gebrochenen Gliedern läge! Doch die gewöhnlichen Teilnehmer an der irdischen Schlacht fühlen oft ihre Anspannung nicht; nur der Führer erkennt, was vorgeht.

    54. Mit Recht fragt man: "Was kennzeichnet die Bedeutung des Gedankens im Neuen Zeitalter? Wenn der Gedanke so hartnäckig bejaht wird, heißt das, dass ihm bei der Erneuerung des Lebens besondere Bedeutung zukommt?" Das ist völlig richtig. Wenn im Schwarzen Zeitalter der Gedanke eng mit dem Menschen verbunden war, oder der Magnetismus sich auf geringe Entfernungen erstreckte, so bedeutet im Neuen Zeitalter der Gedanke Raum! Deshalb soll man nicht persönlich denken, sondern räumlich.

    55. Für die meisten Menschen ist räumliches Denken nicht leicht, denn dabei ist es vor allem wichtig, die Persönlichkeit zu wahren, doch den Egoismus abzulegen. Vielen wird solch ein Gegenpol widersinnig erscheinen; denn für sie bedeutet Egoismus Persönlichkeit. Die Erscheinung einer dem Allgemeinwohl ergebenen, machtvollen Persönlichkeit geht über die Vorstellung vieler hinaus, aber ohne Persönlichkeit wäre Denken kraftlos. Die Neigung zu egoistischem Denken fügt der verseuchten Aura des Planeten weiteres Gift hinzu. Für viele ist es auch schwierig zu erkennen, dass die Gedankensubstanz unzerstörbar und nicht an die Schichten des Raumes gebunden ist; was bedeutet, dass die Verantwortung für jeden Gedanken groß ist. Einen Raubvogel kann man mit einem Pfeil erreichen, aber was kann einen abscheulichen Gedanken vernichten?


    56. Ein weiser Hausherr wird nicht ohne besonderen Grund alle Feuer anzünden. So wird in alten Legenden von dem von einer Flamme umgebenen Berg gesprochen, aber nirgendwo wird behauptet, dass das Feuer dauernd brannte; es flammte je nach Notwendigkeit auf. So lodern auch eure Feuer nach Notwendigkeit - das Auge Brahma, oder die Schwingen, oder die Strahlen des Kehlkopfs, oder die anderen einundzwanzig Hauptfeuer. Man muss ihnen gewähren, sich ihrem Wesen gemäß zu entzünden. Es ist notwendig, aufzuzeigen, dass die Feuer je nach der Stärke der Verbindung mit der Hierarchie wirken. Entflammung oder ungehemmtes Lodern ist unzulässig. Im Großen Dienst sind Sorgfalt und Vorsicht die ersten Grundsätze der höchsten Zusammenarbeit. Wir hüten jedes Teilchen der Energie der Elohim oder jedes Urukaija10 des Raumfeuers. Diese Verantwortlichkeit ist vor allem in der Zeit der Anspannung der Schlacht erforderlich.

    57. Es ist notwendig, Verständnis für den Großen Dienst einzuflößen. Reine Herzen können, ohne zu ermüden oder nachlässig zu werden, den Großen Dienst ausüben. Wie verderblich ist die Abstumpfung durch Nachlässigkeit! Und wie viele, sogar Wissende, sind unfähig, ihr zu widerstehen! In alten Zeiten nannte man sie "die Grauen Schlangen". Mögen die Freunde Wachsamkeit und Aufmerksamkeit bekunden.

    58. Sicherlich ist euch im Laufe der Zeit die Bedeutung der Anwendung von Magneten sowie das Durchschreiten von Ländern bereits klar geworden. Das ist nicht das Ergebnis von Aberglauben, sondern der Anwendung von Strahlen und Magnetismus, was der Wissenschaft bereits in geringem Maße bekannt ist. Sogar Skeptiker leugnen die besondere Bedeutung persönlicher Einflüsse nicht. Von hier ist nur noch ein Schritt zu dem mit dem Zentrum geoffenbarter Energien verbundenen starken Magneten.


So ist es auch nicht schwierig, die Bedeutung des Durchschreitens eines menschlichen Organismus, jener stärksten chemischen Batterie, zu verstehen. Sogar Hunde spüren die starken Spuren eines Menschen. Weit stärker allerdings entwickelt sich diese Emanation bei der Anwendung des Bewusstseins! Daher ist die Bedeutung der Sendboten sehr groß, und man fährt fort, sie anzuwenden.
    Wahrhaftig, man kann die Fußtapfen eines Abgesandten verfolgen, der gleich einem Magneten ein ganzes Ortsgebiet in seinen Wirkbereich zog, wie von den "Engeln des Lebens und Todes" berichtet wurde. So muss man die Ereignisse konzentriert verfolgen, und man wird in ihnen ein weitgespanntes System erkennen. Wenn gewöhnliche Astrologen das Zusammenwirken großer ferner Ereignisse wahrnehmen, wie lehrreich ist es dann, die Vollführung der Pfade zu verfolgen, deren Richtung man kennt!

    59. Drei Umstände können das Karma besonders belasten: Erstens, der Abfall vom Lehrer; zweitens, der Verdacht, dass die Verbindung mit der Hierarchie Schaden bringen kann; und drittens, die Weigerung, einen verantwortungsvollen Auftrag zu erfüllen. Nur das Herz kann einem eingeben, wo der Abfall, der Argwohn und die Weigerung beginnen. Wer der Lehrer oftmals verraten hat, fängt in seinem Wahnsinn an zu versichern, dass er niemals weder an Verrat noch an Weigerung gedacht hat. Ein verfinsterter Verstand vermag tausenderlei Rechtfertigungen zu ersinnen, um das zu verbergen, was seit langem in der Rolle des Karma eingeschrieben stand. Es ist besser, sich nicht zu nähern als abtrünnig zu werden! Für den Abtrünnigen erhellt sich die Nacht nicht; aber das ist keine Strafe,


sondern nur die Folge der Saat! Das Herz vermag den Keim des Verrats zu erkennen.

    60. Die Menschen schenken der Unsichtbaren Welt sehr wenig Beachtung. Es ist erforderlich, sich ihr Vorhandensein in allem bewusst zu eigen zu machen. Man kann den Raum als das Verbindungsmittel zu den uns beobachtenden Unsichtbaren Welten betrachten.

    61. Man muss die Stunde, die "der Drache der Schwelle" genannt wird, durchleben! Wir nennen diese Stunde "das Zerreißen des Schleiers". Davon sprechen Wir, wenn die Finsternis plant, den Schleier zu zerreißen, dafür aber nur die Entfernungen enthüllt. Aber es ist Mut nötig, denn wo sonst werden wir die Aufspeicherung von Mut offenbaren?

    62. Wie die Sonne das Herz eines Systems ist, so ist das Herz des Menschen die Sonne des Organismus. Es gibt viele Sonnen-Herzen, und das Weltenall stellt ein System von Herzen dar; deshalb ist der Kult des Lichts, der Kult des Herzens. Dies abstrakt aufzufassen heißt, dass dabei das Herz kalt bleibt; doch sobald das Licht des Sonnen-Herzens zum Leben erwacht, beginnt die Wärme des Magneten zu strahlen wie eine wirkliche Sonne. Es heißt "Überschreite Santana11 mittels des Herzens". So vermag man das Verstehen des Herzens anzufachen. Man möge den Rhythmus des Herzens als den Lebensrhythmusbetrachten. Die Lehre des Herzens ist hell wie die Sonne, und die Wärme des Herzens eilt so schnell wie der Sonnenstrahl. Jeder wundert sich, wie der Strahl der aufgehenden Sonne alles augenblicklich erwärmt. In gleicher Weise kann das Herz wirken.
    Ich spreche von der Wärme des Herzens, wenn diese besonders nötig ist. Der strebende Gedanke entzündet den Raum, die Wärme des Herzens hingegen ist ein beständiger Herd. Mut


wohnt in der Wärme des Herzens; daran muss man denken! Das Erscheinen der finsteren Kräfte ist wie Frost für die Saat. Nur die Wärme des Herzens bietet einen leuchtenden Schild. Doch so zart wie wir die Lichtwellen prüfen, so behutsam muss man sich dem Herzen nähern.

    63. Das Herz, das sich dem Guten Hingibt, strahlt unentwegt Wohlwollen aus, unabhängig von den Willenssendungen. So sendet die Sonne vorsätzlich keine Strahlen aus. Das Herz, das sich dem Bösen verschworen hat, stößt bewusst oder unbewusst unaufhörlich Pfeile aus. Das gütige Herz streut Gesundheit, Lächeln und geistiges Heil um sich aus. Das böse Herz vernichtet die Wärme und saugt wie ein Vampir Lebenskraft aus. So besteht die Tätigkeit sowohl des guten als auch des bösen Herzens unaufhörlich. Die Zustände von Gut und Böse unterscheiden sich auf der niederen Seinsebene ihrem Sinn nach von denen in der Höchsten Welt. Man kann sich sowohl einen lodernden Schmelzofen des Lichts als auch einen gähnenden Abgrund der Finsternis vorstellen. So furchtbar kreuzen sich die Schwerter der Dämonen und der Erzengel! Wie viele Herzen werden unter den Blitzen der Schlacht vom Licht und von der Finsternis angezogen!

    64. Es ist notwendig, sich die stetigen Ausstrahlungen des Herzens lebhaft zu vergegenwärtigen. Man muss verstehen, warum die Anwesenheit böser Herzen die guten Herzen so schmerzlich berührt. Weder ein Lächeln noch eine erzwungene Grimasse des Bösen vermögen die Ausstrahlung des Herzens zu verbergen. Herzensgüte schließt selbst gerechte Empörung nicht aus; doch Reizbarkeit ist das Reich des Bösen. Nur das Streben zur Hierarchie kann die Grenze vieler Gefühle bestimmen.

    65. Das Durchschreiten der Ströme ist ebenso schwierig zu ertragen wie das Wetzen


der Schwerter. Wenn sogar das Zerreißen von Papier das Herz belastet, wie sehr führen dann erst das Durchschreiten verschiedener Ströme und Spannungen zur Zusammenziehung der Nerven! Wenden wir uns wieder dem Allheilmittel zu: Nur verstärktes Streben zur Hierarchie kann alle Pfeile der Ströme abschwächen.

    66. Ihr kennt die Einwirkung der menschlichen Ausstrahlungen auf Pflanzen. Ihr kennt auch die Wirkung der Farbe. Jetzt ist es notwendig, an die Bedeutung des Tones zu erinnern. Die Ähnlichkeit dieser Einwirkungen ist bedeutend. Wenn zur Ausweitung der Wirkkräfte der Pflanze ein offenes, helltönendes Herz nötig ist, dann sind bei der Wirkung der Töne Konsonanz12 und alle Verbindungen der Dominante13 erforderlich. Dissonanz14 kann den Energiestrom nicht verstärken. Die Einwirkung von Dissonanzen auf Menschen kann als Gegenwirkung zur Stärkung des Bewusstseinsrhythmus nützlich sein, aber für Pflanzen, bei denen das Bewusstsein sehr gering ist, erweist sich Dissonanz nur als hindernder Umstand. Bei Mineralien kann Dissonanz sogar Auflösung bewirken. Wahrhaftig, die Rose ist das Symbol der Konsonanz, und die Dominante der Ausstrahlung der Rose steht in Einklang mit dem Lodern des Herzens. Mit der Einwirkung von Tönen auf Pflanzen sind wenig Versuche angestellt worden, aber die Alten glaubten, dass die schönsten Blumen in der Umgebung von Tempeln wuchsen, wo es viel Einklang von Stimme und Musik gab.

    67. Sucht und verbindet euch mit allem, was in seiner Substanz feinstofflich und verfeinert ist, und verbindet euch damit. Ich spreche nicht nur von Gegenständen, sondern auch von Menschen. Und unter den Menschen wählt nicht jene, die nur materiellen Erscheinungen zustreben. Aber sogar jene sind nichtig, die Geistigkeit anerkennen


und dennoch nach groben Erscheinungen streben. Sie werden nicht die ersten sein, die das des Herzens betreten. Vielleicht werden andere, die die Feinstoffliche Welt nicht schauten, aber sie mit ihrem Herzen verstanden, die Magier und Zauberer überflügeln. Der Beweis des inneren Auges und das Entzünden der Feuer hängen von der Verfeinerung des Bewusstseins ab; allein diese Pforten sind dem Reich des Herzens am nächsten. Ungläubige, die ihre Finger auf die Wunde des Lichts legen wollen, können ihr Herz nicht einer plötzlichen Erkenntnis öffnen. Wahrhaftig, prüft alles Bestehende. Aber ohne das Lodern des Herzens werden diese Prüfungen den Funken von gestern gleichen.
    Das Wort über die Erkenntnis des Herzens ist nicht abstrakt. Wie kann jemand, der diese Verfeinerung nicht begreift, die höchsten Ebenen der Feinstofflichen Welt erreichen? Wie kann der Pilger ohne diese Erkenntnis eintreten und den feinstofflichen, den höchsten Körper nährenden Äther in sich aufnehmen? Nutzlos ist das Wahrnehmen von Gespenstern, die mit dem Schleier Zersetzungen verhüllen. So prüft die Welt mit dem Herzen.

    68. Über alle Abgrenzungen hinaus gelangen wir unvermeidlich zur Synthese des Herzens. Wir brauchen nicht daran zu erinnern, dass vom Vermengen aller Töne Stille ausgeht. Lernen wir es daher, das Herz der Stille anzupassen. Aber diese Stille wird keine Leere sein, sie wird den Raum mit der Synthese des Gedankens erfüllen. Genauso wie das Gebet des Herzens keiner Worte bedarf, so bedarf die schwangere Stille keiner Formel. Angespannte Stille verlangt nach Ansammlung vieler Gedanken und wohlwollenden Wünschen. So schlägt das in Stille angespannte, wie ein Dynamo angefüllte Herz den Rhythmus des Universums,


und persönliche Wünsche werden in den führenden Universellen Willen umgewandelt. So wird Zusammenarbeit mit den fernen Welten entwickelt.

    69. Man klagt allgemein über mangelnde Führung. Die Menschen sind gewohnt, ihre Eigentümlichkeiten hinter Klagen zu verbergen. Jedoch gerade die Menschheit ist der Führung nicht beraubt, sie sollte aber allem Gegebenen Beachtung schenken! Viele durch geistigen Einfluss erweckten Impulse gehen nicht nur ungenutzt verloren, sondern erweisen sich sogar als schädlich, weil sie im Bewusstseinsspeicher entstellt verwahrt werden. Man kann feststellen, dass nur ein geringer Teil der Eingebung richtige Anwendung findet. Besonders hinderlich sind die Gewohnheiten, die das Bewusstsein in herkömmliche Pfade zwingen. Sie schwächen auch die Fähigkeiten des Herzens, wenn es für den Widerhall auf die Höchste Führung bereit ist. Gerade das Herz erkennt das Höchste vom Niedersten; aber das geschwächte, verfinsterte Herz wird auf die niederste Ebene abgleiten, auf der sogar das Niederste für das Höchste gehalten wird. Reinheit des Herzens ist der wichtigste Besitz. Weisheit, Mut und Selbstaufopferung können in keinem finsteren Herzen wohnen. Aber Führung wird heldenhafte Taten einflößen, und solcher Rat darf weder als übertrieben noch als streng erscheinen.

    70. Viele der beharrlichsten Sendungen verwandeln sich in ungewisses Schwanken. Man kann bemerken, dass oft sogar wertvolle Geistwesen die gegebene Weisung nicht rechtzeitig befolgen und wie nichtig die behindernden Umstände sind. Die Handlungen und Gewohnheiten werden nicht den Sendungen von Oben angemessen. Darüber hinaus


ist es nicht notwendig, die Führung mit magischen Formeln herbeiziehen zu wollen - sie ist nahe, und der Magnet eines reinen Herzens wird den Pfad läutern. Die wichtigste Errungenschaft ist dieser Magnet, der anzieht und öffnet. Wahrhaftig, es ist freudvoll, sich in Gegenwart eines reinen Herzens zu befinden!

    71. Wahre Feierlichkeit entfaltet sich in der höchsten Anspannung. Feierlichkeit ist weder Ruhe noch Zufriedenheit, noch das Ende, sondern genau der Anfang; sie ist Entschlossenheit und Fortschritt auf dem Weg zum Licht. Mühen, als das Räderwerk des Strebens, sind unvermeidlich. Furchtbare Bedrückungen sind unvermeidlich, da sonst der Ausbruch schwach ist. Aber kann Freude sich durch Leichtfertigkeit einstellen? Dort gibt es nur Lüsternheit, aber Freude besteht im Sieg des Geistes. Der Sieg des Geistes besteht in der Durchsetzung unabänderlicher Prinzipien. Wird das Friedensbanner entfaltet, kann man von Feierlichkeit erfüllt sein.

    72. Zahlreiche, schon nahe liegende Möglichkeiten schlagen fehl zufolge der vom menschlichen Wehklagen herrührenden Selbstbemitleidung. Beginnen die Menschen abzuwägen, wie viel sie geopfert und wie wenig sie vom Lehrer empfangen haben, dann geht der Sinn der Lehre verloren. Die Menschen berechnen das Erhaltene wie den Lohn eines Tagelöhners, ohne es mit der Ewigkeit, für die sie leben, zu vergleichen. Wie unvereinbar mit dem Sinn der Vervollkommnung ist der Gedanke an Belohnung für gute Vorsätze! Aber man kann sagen, dass viele es vorziehen, das Kleid des Tagelöhners anzulegen, nicht dass ihr Herz verdorben wäre, sondern infolge mangelhafter Entwicklung der Vorstellungskraft. Bei vielen


wird durch den Wunsch nach Selbstbemitleidung das Gefühlswissen der Ewigkeit ausgeschaltet.
    Aber alle Lehren sprechen von der Last des Fleisches, um das Augenmerk auf das Primat des Geistes zu lenken. Man sollte die Lehre als den Beginn wahrer unveräußerlicher Vorrechte annehmen. Man sollte es schätzen, dass die Lehre das Bewusstsein vertieft und die wahren Möglichkeiten des Lebens bietet, sofern diese nicht zurückgewiesen werden. Dieser einfache Aspekt wird so selten in Betracht gezogen. Die Menschen ziehen es vor, ihr Wehklagen in den Raum zu senden und einen Steinhagel auf sich herabzubeschwören. Aber Wir wollen sie nicht erschrecken, damit sie nicht sagen, Uns mangle es an Liebe. Die Menschen messen der Liebesbekundung solch seltsame Umstände bei, dass es scheint, als würde ihre Liebe im Münzamt geprägt! Aber Liebe ist für den Pfad zur Unbegrenztheit erforderlich. Der Führer ist so dringend notwendig; wenn wir mit letzter Anstrengung auf den glatten Felsen den rettenden Faden suchen, wird die Führende Hand uns berühren.

    73. Sogar in den ältesten Zeiten erkannten die Menschen die Bedeutung des Herzens. Sie betrachteten das Herz als die Wohnstätte Gottes. Sie schworen, indem sie die Hand auf das Herz legten. Die wildesten Stämme tranken sogar das Herzblut des Feindes und verspeisten sein Herz, um sich zu starken. So bekundete man die Bedeutung des Herzens. Doch jetzt, im Zeitalter der Aufklärung, wird das Herz zu einem physiologischen Organ erniedrigt. Die Alten tranken aus den Schädeln ihrer Feinde; die Kelche für heilige Rituale wurden aus dem Scheitelknochen angefertigt. Jenen, die vom Glockezentrum wussten, war bekannt, dass der magnetische Druck die Knochensubstanz verwandelte.


Aber jetzt lachen die Menschen bloß über diese machtvollen, heilsamen Substanzen. Die nichtigste Erfindung zieht viele Abnehmer an, aber die mächtigsten chemischen Laboratorien gerieten in Vergessenheit. Indes bietet eine natürliche Koordinierung der drei Naturreiche die stärksten Zusammensetzungen. Man sollte die Menschen vor allem an die Bedeutung des Herzens, als den Einiger der Welten, erinnern. Ist das Feuer des Herzens nicht das eigentliche Raumfeuer?
    Man kann klar erkennen, wie bedeutend für die Alten die Verbindung mit den fernen Welten war, deren Magnetismus unwägbare Kraft verleiht; denn fühlt das Herz nicht die feinstofflichsten Schwingungen?

    74. Der Begriff Wille muss klar untersucht und erkannt werden. Der Wille des Gehirns wurde zur Hochburg des Westens, während der Osten sein Bollwerk im Herzen beibehielt. Bei Suggestion gebraucht der westliche Hypnotiseur den Willen, indem er die Zentren der Gliedmaßen und Augen anspannt; aber diese Ausstrahlung wird nicht nur schnell erschöpft, sondern sie führt auch zur Ermüdung und wirkt vor allem nur auf sehr inkonsequente Entfernungen. Bei Willensübertragung sind weiträumige Erfolge nicht möglich; aber das Herz des Ostens bedarf nicht der Anspannung der Gliedmaßen, es vergeudet nicht unnütz die Energie, sondern sendet seine Gedanken, ohne sich auf Orte zu beschränken, aus. Die Eingebung des Herzens, als natürlicher Verbindungskanal, schadet weder dem Sender noch dem Empfänger. Die westliche Methode ist immer äußerlich sichtbar, der östliche Akt hingegen hat nichts Äußerliches an sich; ganz im Gegenteil, der Sender sieht den Empfänger nicht an,


denn das Bild der Bestimmung ruht in seinem Herzen. Die Tätigkeit des Herzens hat viele Vorzüge, doch um diese zu erfassen, ist es vor allem notwendig, die Bedeutung des Herzens zu erkennen.
    Die Macht des Herzens erobert durchaus alles. Das Herz vermag die Bedeutung ferner Ereignisse zu erkennen. Das Herz kann sich aufschwingen, die nötigen Verbindungen verstärkend. Das Herz kann sich mit den fernen Welten verbinden. Erprobt es allein durch die Willensübertragung, und ihr werdet den Unterschied im Willen des Herzens erkennen. Maitreya ist das Zeitalter des Herzens! Nur mit dem Herzen kann man die Schätze Maitreyas ermessen! Nur mit dem Herzen kann man verstehen, wie sehr alle Errungenschaften, das ganze Gefühlswissen, für die Zukunft nötig sind.

    75. Liebe, Heldentat, Arbeit und Schöpferkraft - diese Gipfel des Aufstiegs bewahren die Bestrebungen des Aufstiegs bei allen Umstellungen. Welch eine Fülle von zusätzlichen Begriffen sie umfassen! Was ist Liebe ohne Selbstaufopferung, oder Heldentat ohne Tapferkeit, Arbeit ohne Geduld, und Schöpferkraft ohne Selbstvervollkommnung? Und dieses ganze Heer segensreicher Werte leitet das Herz. Ohne es werden die geduldigsten, die tapfersten und die bestrebtesten Menschen kalte Särge bleiben! Belastet durch Wissen, aber unbeschwingt, werden die Herzlosen sein! Es ist traurig, den Ruf zu versäumen! Es ist traurig, nicht völlig der Hierarchie zu folgen! Oft suchen die Menschen die Abweisung der Hierarchie vor sich selbst zu verbergen. Kannst du, Wanderer, offenherzig der Hierarchie folgen? Reicht deine Bereitschaft vielleicht nur bis zur ersten Wendung, bis zur ersten Stufe, wo allein die Hierarchie helfen kann?


Vergisst du sie nicht in einer schweren Stunde und gedenkst der Hierarchie nur im Überfluss?
    Ganz zu Beginn der Vermittlung der Lehre wart ihr des öfteren erstaunt über die Abkehr und Abweichung sogar euch Nahestehender. Ihr könnt die tiefe Traurigkeit verstehen, wenn man sieht, wie ein Schüler auf der Schwelle oft ungestüm wegläuft in den Wald. Meine Hand begleitet unablässig den in voller Bereitschaft einherschreitenden Wanderer.

    76. Die Grenze zwischen Wertvollem und Wertlosem ist sehr gewunden; allein das Herz kann den Weg durch alle Gehirnwindungen finden. Doch jetzt ist die Zeit, sich der geistigen Schaffenskraft bewusst zu werden. Erscheint es vielen nicht seltsam, dass die Feinstoffliche Welt für sie noch unsichtbar ist, obgleich sie in der Progression der Welten schon entsprechend verdichtet ist? Das bedeutet, dass das physische Auge um so viel grober ist, dass es sogar den nächsten Zustand der körperlichen Umwandlung nicht erkennen kann. Wenn die Menschen bemüht sind, sogar die wissenschaftlichen Apparate zu vervollkommnen, wie wünschenswert ist dann die Verfeinerung des menschlichen Apparates selbst! Aber ohne die helfende Anziehungskraft des Herzens ist es unmöglich, in dieser heldenhaften Tat voranzukommen. Wer mit dem Herzen zu fühlen vermag, kann sich schon über die Beschränkungen des Körpers hinaus bewegen. Abtrünnigkeit von geistiger Schaffenskraft wirft einen für viele Leben zurück. Es ist unverzeihlich, in einen niederen Zustand zu sinken, wenn die Augen schon geöffnet wurden. Denken wir an die auferlegte Arbeit, die physische Hülle zu durchdrungen, an die getroffenen Maßnahmen, das Bewusstsein nach seiner Anspannung voranzubringen! Kann man da umkehren?

    77. Es gibt viele, die beim Übergang


der Menschheit zur geistigen Schaffenskraft der Besessenheit anheimfallen, als ob jemand die Schlüssel zu losen Schlössern nachgebildet hätte. Es ist besonders notwendig, die Menschen sorgfältig zu studieren. Darüber hinaus ist zu bedenken, dass Besessene über eine eigentümliche Logik verfügen, voller Widersprüche. Will man ihnen helfen, so kann man den Eindringling durch Suggestionskraft austreiben, oder man mag den Besessenen in Ruhe lassen und womöglich sogar völlig isolieren. Denn der Eindringling braucht nicht so sehr das Subjekt, als vielmehr die Wirkung auf die Umgebung. Am schlimmsten ist es, einen Besessenen dadurch zu quälen, ihn zur Vernunft bringen zu wollen, die er nicht besitzt. Es ist schlecht, den Besessenen laut zu bedauern oder seine Widersprüche zu tadeln. Der strenge und energische Befehl sowie Isolierung können das Schicksal eines schwachen Herzens erleichtern; denn Besessenheit schleicht sich durch ein schwaches Herz ein. Das Feuer des Herzens versengt alle zottigen Gäste.
    Die Ablehnung des Lehrers unterbindet alle Möglichkeiten vor allem, wenn die Ablehnung lange vor der Besessenheit ins Bewusstsein eindringt. So wecken die Menschen oft bereits schlummernde Verneinungen, was natürlich in der Folge grundsätzlich zum Abfall vom Lehrer führt, denn jeder chaotische Bewusstseinszustand äußert sich im Unwillen über Schaffenskraft und Zusammenarbeit. Im Chaos wurzeln die Keime des Bösen, die durch harte Erfahrung erstickt werden. Aber derzeit gibt es unerhört viele Besessene. Auch die Finsternis will sich behaupten.

    78. Anfänglich war die Grenze zwischen der physischen und der Feinstofflichen Welt nicht so scharf gezogen. In den ältesten Schriften kann man vereinzelt Hinweise über


die enge Zusammenarbeit dieser Welten finden. Als Ausgleich für die feinstofflichen Energien war die physische Verdichtung des Brennpunktes des Herzens erforderlich. Die materielle Welt war notwendig, um die Substanzen für die Energievermehrung umzuwandeln. Aber wie ihr wisst, war der Verstand nach Absonderung bestrebt und erschwerte so die Evolution. Die Zeit des Kali Yuga war schwierig, doch Satya Yuga muss die gewaltsam getrennten Welten wieder näher bringen. Man muss diese Zeit der Rückkehr zur vorherbestimmten Vervollkommnung feierlich abwarten. Entschließen wir uns also dazu, der geistigen Schaffenskraft hinreichende Aufmerksamkeit zu schenken. Man möge sich daran gewöhnen, von diesem Gesichtspunkt aus zu denken. So ist es notwendig, sich an das zu halten, was für den Lebensweg am wichtigsten ist. Wer immer es lernt, das Gleichgewicht zwischen den Welten herzustellen, wird seinen Pfad beträchtlich erleichtern.

    79. Wenn das Herz ein Akkumulator und Umwandler von Energien ist, dann muss es zur Erweckung und Anziehung dieser Energien auch bessere Bedingungen geben. Die grundsätzlichste Bedingung ist Arbeit, sowohl Arbeit in Gedanken als auch physische Arbeit. Durch diesen Akt werden die Energien aus dem Raum gesammelt. Doch die Arbeit muss als die natürliche Lebenserfüllung betrachtet werden. So ist jede Arbeit ein Segen, hingegen ist Scheinklugheit der Untätigkeit im kosmischen Sinn das Schädlichste. Die Endlosigkeit der Arbeit zu lieben, bedeutet schon eine beachtliche Einweihung; sie bereitet einen für den Sieg über die Zeit vor. Der Sieg über die Zeit gewährleistet eine Stufe in der Feinstofflichen Welt, wo Arbeit, genauso wie im irdischen Körper, eine absolute Bedingung ist. Ein Klagen über die Arbeit kann nur von Sklaven des Körpers kommen.


    80. Die Verbindung des Bewusstseins der Feinstofflichen Welt mit den Bewusstseinen der Inkarnierten wird die nächstfolgende Errungenschaft sein. Denn Sein besteht im Geist, im Raum, zwischen den Welten; und auf der Erde gibt es nur Boten der Energieumwandlung und der Umgestaltung der Materie. So ist die Lebensdauer der Inkarnierten nichts im Vergleich zum Dasein in sämtlichen anderen Zuständen.
    Der Gürtel der Arbeit muss enger geschnallt werden, das ist kein Unglück, sondern führt zu einer höheren Stufe. Der Pflüger, der seine Kraft für die Umwandlung der Erdkruste aufbietet, kann oft dem Rishi selbst, der die Menschheit durch Gedanken segnet, die Hand reichen. Ihr habt richtig erkannt, dass jeder Schnitter ein Sämann und jeder Sämann ein Schnitter war.
    Und der Tempel ist im Geist, die Rechtfertigung ist im Geist, und der Sieg ist im Geist; so kann man das Leben mit stetiger und wahrer Herrlichkeit verschönern. Gewöhnt euch Schönheit in der Arbeit an sowie Gedankenschaffenskraft; so werden wir die Finsternis besiegen.

    81. Wenn ihr einem Menschen begegnet, der aufrichtig dem großen Aufbau zustrebt, so werdet ihr zu ihm nicht über das tägliche Essen oder die unbedeutenden Vorkommnisse von gestern sprechen; ihr werdet dem Denkniveau eures Gesprächspartners gemäß in die Zukunft streben. So deuten auch Wir im Gespräch den künftigen Pfad an, auf dem man sich wie auf einem zum Anker führenden Seil gefahrlos und mit steigendem Verlangen emporziehen kann. So lehren Wir das Herz, den Rhythmus der Zukunft aufbauen, denn ohne diese Regungen ist es schwierig, in die Wirklichkeit der Zukunft einzugehen; ebenso schwierig wie


für die Menschen, den Schaden zu erkennen, den sie in vielem anrichten. Es ist offensichtlich, dass, wenn in ein fertiges chemisches Gemisch Abfall geworfen wird, sich die erhoffte Reaktion verändert. Keine Kraft vermag wieder die ursprüngliche Verbindung herzustellen; so können sich auch die üblen Taten nicht verflüchtigen; deshalb ist es leichter, dem Übel vorzubeugen als es wiedergutzumachen.

    82. Es ist schwierig, eine böse Tat zu tilgen. Wie viele Aufstockungen und Türme müssten errichtet werden, um das Geheul eines böswilligen Gefangenen zu ersticken, der sich den Weg durch jede halbverschlossene Tür zu erzwingen sucht. Fragt die Menschen, wie beharrlich sie nicht nur von üblen, sondern sogar von erfolglosen Gedanken und Taten verfolgt werden. Der Lebenspfad ist von Zeichen umgeben, die sich als untilgbare Flecken von Taten enthüllen, deshalb ist es äußerst weise, in die Zukunft zu streben. Bei diesem Flug hat man keine Zeit, die weißen Schwingen zu beschmutzen.

    83. Unterscheidet zwischen Anspannung und Müdigkeit! Diese zwei verschiedenen Zustande gleichen einander sehr. Man muss fühlen, wann es notwendig erscheint, ihnen ein Ende zu setzen, indem man seine Aufmerksamkeit auf ein anderes Zentrum lenkt. Der goldene Weg des Ausgleichs ist besonders hier anwendbar. Wie viele in der Feinstofflichen Welt harren bei Müdigkeit auf diesen Zustand! Nicht nur die Bösen, die ihren Willen für eigene Zwecke anspannen, sondern auch viele unpersönliche, nichtverkörperte Wesenheiten versuchen, sich an den Magneten eines Herzens zu klammern. Die Menschen klagen bei Müdigkeit über Gedanken Verwirrung. Wie könnte es diese nicht geben, wenn die verworrenen Gedanken der niederen Sphären der Feinstofflichen Welt in das Bewusstsein eindringen! In den niederen Sphären denkt man nicht streng, und diese Flocken von Denkfragmenten verdunkeln den Raum. Ein klarer Gedanke - sogar einer des Hasses - ist


in Bezug auf Energieanspannung wertvoller als die Verwirrung nicht kristallisierten Denkens. Für einen Agni Yogi ist die Berührung mit einem Schwärm grauer, gespenstischer Gedanken sehr bedrückend. Der Lehrer ist vor allem um die Denkrichtung besorgt. Die größte Eile und Bestrebtheit werden bei weiten Entfernungen entwickelt.

    84. Ein geistiger Kampf bekundet sich in einem Blutandrang zu den Gliedmaßen. Ein Agni Yogi mit einem feurigen "Kelch" bleibt davon nicht verschont; Hilfe ist gewiss, wenn das flammende Herz tapfere Geistwesen um sich sammelt. Der Kampf findet nicht auf der physischen Ebene statt; es sind nicht die unbedeutenden irdischen Kräfte, die miteinander kämpfen, sondern Kräfte mit jahrhundertealter Erfahrung werden eingesetzt, das Schicksal der Erde zu entscheiden! Die irdischen Widerspiegelungen des Kampfes schwellen an wie unverhoffte Blasen, aber das feurige Herz folgt nicht den irdischen Zeichen. Die Anspannung ist groß.
    Die Menschen träumen von Freiheit, aber in welch einem Verlies verwahren sie ihr Herz!

    85. Freiheit ist wertvoll zur Wahrung der Persönlichkeit, für die Individualisierung der angezogenen Energien. Aber gerade die Freiheit wird zu einem äußerst entstellten Begriff. Das Leben wird anstatt mit Freiheit von Tyrannei und Sklaverei erfüllt, gerade von jenen Eigenschaften, die Zusammenarbeit sowie Achtung der Persönlichkeit ausschließen; so bauen manche Menschen ihr Dasein ausschließlich aus einer besonderen Verbindung von Tyrannei und Sklaverei auf. Gewiss, die Menschen sprechen von Freiheit, sogar ohne ihre besonderen Eigenschaften zu kennen. Freiheit sollte sich in ihnen durch die Anhebung des Bewusstseins zeigen. Das intensive Suchen


nach Freiheit zeigt, dass der Geist potentiell nach neuem Aufstieg strebt, aber niemand hat ihn gelehrt, diesen Schatz anzuwenden.

    86. Zusammenarbeit kann die Zierde eines bewussten Geistes sein. Weder Zwang und noch weniger Wettstreit, sondern die Zunahme von Energien vermittelt das Verständnis für Zusammenarbeit. Gemeinsame Arbeit ist für jene klar, die Hierarchie mit dem Herzen verstanden haben. Der Lehrer der Freiheit ist eine Erscheinung der Hierarchie, denn es heißt grundsätzlich: wandelt den kürzesten Pfad, sammelt eure Kräfte, bestätigt euch im Verstehen von Individualisierung; denn ein Regenbogen wird durch alle Strahlen verstärkt.
    Wir verjagen nur offensichtliche Verräter als kosmischen Kehricht; in anderen finden Wir den von ihnen umgewandelten Strahl.

    87. Rache wird mit Recht von allen Lehren verurteilt. Die eigentliche Untat kann nur wenig erkannt oder gar unbeabsichtigt gewesen sein, aber Rache wird immer geplant und im Herzen bewusst genährt. Rache ist wie ein Lautsprecher der Untat; deshalb ist ihr Schaden im räumlichen Sinn sehr groß. Rache ähnelt nur gering der Empörung. Empörung, als der Impuls der Bedrohung, vermag schnell vorüberzugehen, aber ausgeheckte Racheakte vergiften die Atmosphäre weithin. Es heißt, dass die Absicht der Tat gleichkommt, doch man denke dabei an eine gedankliche Tat. Es ist sehr schwierig für die Menschheit, sich an diese Überlegungen zu gewöhnen. Für die gegenwärtige Menschheit ist der Gedanke in eine folgewidrige Gehirnzusammenziehung umgestaltet worden. Da das Auge die Folge des Gedankens nicht wahrnimmt, meint man, dass es sie nicht gibt; aber


damit gelangen wir zur völligen Ablehnung des Denkprozesses! Das Herz ist in einer besseren Lage, es bewegt sich und gibt Töne von sich - das Herz kann somit klopfen.

    88. Der Überfluss an psychischer Energie ruft sowohl in den Gliedmaßen als auch in der Kehle und im Magen viele Symptome hervor. Um eine Ausgleichung herbeizuführen, ist Soda nützlich, ebenso heiße Milch. Der Lehrer wacht über die Feuer; die Feuer erleuchten nicht nur die Aura, sondern verweilen im Raum; daher sind die Feuer von so großer Bedeutung. Die in Erscheinung getretenen Feuer fokussieren andererseits die Energien und lassen neue Knoten entstehen.

    89. Hütet euch vor sinnloser Verurteilung. Sie enthalt nicht nur die Eigenschaft der Zersetzung, sondern sie liefert den schwachen Verleumder auch der Macht des Verurteilten aus. Ein schwaches, aber grausames Herz kann in der Aura des Verurteilten eine Gegenwirkung hervorrufen. Gewöhnlich ist der Verleumder selbst nicht stark, sonst würde er für Verurteilung keine Zeit finden. Die Ungerechtigkeit der Verurteilung schwächt gleich einer Lüge das bereits unbedeutende Bewusstsein des selbsternannten Richters; hinfort ergibt sich außerordentlicher Schaden für ihn, während der ungerecht Verurteilte durch die Anziehung neuer Auren seinen Magneten stärkt und nur gewinnt. Man könnte fragen, warum diese ethischen Gespräche im Buch "Herz" aufscheinen? Doch vor allem sollte an die Hygiene des Herzens erinnert werden. Man sollte die Herzenshygiene als notwendige Tätigkeit betrachten. Man sollte alle Gespräche über abstrakte Ethik vermeiden. Alles, was in allen Dimensionen gesund ist, ist gut. Wir


bestehen darauf, dass jeder, der den Pfad der Lehre betreten hat, vor allem im Geist gesunden soll. Kann man im Bösen zum Lichte wandeln? Wahrhaftig, Licht wird jedes Gran Böses enthüllen!

    90. Betrachtet die Stunden der Verbindung als Gebet, als das Abwerfen alles Bösen und Zersetzenden. Wenn der Gedanke dem Guten nicht widerspricht, bedeutet es, dass die Tore des Heiles offen stehen; dies ist die notwendigste Herzenshygiene.

    91. Wenden wir uns einigen scheinbar erfolglosen Tätigkeiten zu, denen in ihrer Grundlage eine Art besondere Bedeutung zukommt. Manchmal kann man beobachten, wie ein Mensch fast ohne jedwede Erfolgsaussicht Tätigkeiten vollführt, aber etwas drängt ihn, gerade auf diese Art zu wirken. Solche Tätigkeiten sind ihrem Wesen nach gewöhnlich nicht schlecht, aber sie werden oft ungerecht entschädigt. Sie alle sind karmische Rückzahlungen; wer sie erhält, hat sie allerdings vergessen und auf dem Wege viele geistige Aufspeicherungen eingebüßt; aber wer bezahlt, ist dennoch bestrebt, die Schuld abzutragen sogar wenn das Gewand der Rückgabe nicht mehr passt. Dennoch, die Schuld muss bezahlt werden, sogar wenn sie nicht angenommen werden kann. Man kann auch erleben, dass für andere bezahlt wird, für dem Herzen nahe stehende Menschen.

    92. Eine alte Legende erzählt, wie ein König, der sich von allen äußeren Einflüssen befreien wollte, den Rat eines Weisen einholte. Der Weise sagte: "In deinem Herzen wirst du Befreiung finden." Aber der König wurde unwillig und erwiderte: "Das Herz genügt nicht, eine Schildwache


ist eine bessere Gewähr." Daraufhin verabschiedete sich der Weise und sagte: "Die Hauptsache also ist, dass du nicht schläfst, König." In der Legende wird auf unser Herz als die einzige Verteidigung verwiesen. Nicht ohne Grund schreiben alle Lehren Gebete vor dem Einschlafen vor, um die Verbindung mit dem Guten zu stärken. Die Menschen denken nicht gern daran, dass sie besonderen und unbekannten Einflüssen ausgesetzt, mehr als ein Drittel ihres Lebens im Schlaf verbringen. Die Wissenschaft schenkt der Bedeutung des Schlafes wenig Aufmerksamkeit - diesem Aufenthalt in der Feinstofflichen Welt. Ist nicht eine starke Einheit mit der Hierarchie erforderlich, wenn wir an der Schwelle von etwas stehen, das unserem gewöhnlichen Bewusstsein unbekannt ist? Bedenkt, dass nahezu die Hälfte des Lebens jenseits des irdischen Daseins verläuft! Natürlich, ein für alle drei Welten bereites Herz vermag das Bewusstsein in die nächste Region beizubehalten. Wer möchte das Los des Königs teilen, der sich nur auf die Schildwache verlassen wollte?!

    93. In allen Bündnissen werden symbolische Erzählungen dargelegt, wie Einsiedler und Heilige Dämone nötigten, dem Nützlichen zu dienen und dafür zu arbeiten. Wahrhaftig, das ist im Fall eines uneigennützigen Impulses durchaus möglich. Ich bestätige, wie sehr alle Finsteren dem Aufbau dienen, wenn die Kraft selbstloser Forderung das befehlende Herz schützt. Aber ein Umstand kann gefährlich und schädlich sein - Reizbarkeit, genährt von Imperil; sie gewährt den Finsteren Zutritt. Wo es Reizbarkeit gibt, nutzen sie verschiedene Neulinge für ihren Vorteil und verstärken die Wirkung des Giftes. Wie viel Gewebe wird zerrissen, wie viele Prüfungen und Experimente werden zur Freude der Böswilligen vereitelt! Ratet, dies nicht als ein Märchen hinzunehmen, sondern als


gefährliche Wirklichkeit. Die Quelle von Gut und Böse versiegt nicht.
    94. Gesundheit resultiert aus der Vergangenheit, deshalb ist es für den Hausherrn weise, dafür zu sorgen, keine Folgen zu verursachen. Man sollte das das Herz umwandelnde Wesen der Lehre verstehen. Wenn dies nicht wichtig erscheint und das Leben des einzelnen nicht erfüllt, dann verwandeln sich alle Worte und Zeichen in unnützen Kehricht.

    95. Dankbarkeit ist im Einklang mit den Folgen einer der realsten Begriffe. Man kann sich diese sogar in kleinen Dingen aneignen. Später sollte in den Schulen über Dankbarkeit als Pfand des Wohlbefindens gesprochen werden.

    96. "Krankheit entsteht durch Sünde" heißt es in den Schriften. Wir sagen, dass Krankheit von den Unvollkommenheiten der Vergangenheit und der Gegenwart herrührt. Man sollte Krankheit zu heilen wissen. Zum Verdruss der Ärzte sei gesagt, dass der Vervollkommnungsprozess die wahre Vorbeugungsmaßnahme ist. Man muss wissen, dass der Vervollkommnungsprozess beim Herzen beginnt und nicht nur eine räumliche, sondern auch eine eng materielle Bedeutung hat. Mütter tragen ihre Kinder nahe dem Herzen, als Allheilmittel, sie zu beruhigen. Doch sie sind sich für gewöhnlich dessen nicht bewusst, dass dieses Tragen nahe dem Herzen eine gewaltige Wirkung hat. So sammeln wir auch in der Feinstofflichen Welt Menschen nahe dem Herzen, um sie zu starken und zu heilen. Gewiss, das Herz gibt durch solch starke Beanspruchung viel Energie ab. So ist das Herz der Mutter häufig von Schwertern und Pfeilen durchbohrt dargestellt worden - ein Sinnbild dafür, dass das Herz alle auftretenden Schmerzen aufnimmt.
    Nicht nur bei ausgebrochenen Krankheiten, sondern bereits


bei ihrer Entstehung ist das Heilen durch das Herz besonders wirksam. Zur Zeit ist dieses Mittel nahezu in Vergessenheit geraten, aber es ist nicht minder wirksam wie Bluttransfusion, weil über das Herz die feinste Energie übermittelt wird, ohne die unangenehme Beimengung einer niedrigen Blutart. Beim Gedanken an den Vervollkommnungsprozess darf man die Besorgtheit des gebenden Herzens nicht vergessen.

    97. Nach zwei Wochen sichtlich oberflächlichem Streben kommt ein Mensch zum Entschluss, dass entweder er unfähig ist, oder dass die Höhere Welt nicht existiert. Indes sagt derselbe Mensch nach einem Dienstjahr zu seinem Diener: "Ein Jahr ist zu kurz, um Dich zu befördern." Sogar in gewöhnlichen irdischen Angelegenheiten begreifen die Menschen die Bedeutung der Fristen. Nur in Erwägung der höchsten Ordnung wollen die Menschen die Wichtigkeit der Anpassung nicht verstehen. Es ist schwierig, zu jenen zu sprechen, deren Herz nicht reif ist, oder die es gar erstickten. Man wurde meinen, dass sich die Feuer des Herzens sehr natürlich und einfach offenbaren; aber es währt lange, bis dieses vereinende Verstehen der niedersten mit der Feinstofflichen Welt in der physischen Welt sichtbar wird. Die vielen Feuer erfordern natürlich Anpassung, um in die Kadenz des Rhythmus eine scheinbare Zufälligkeit hineinzubringen. Es gibt sehr wenige, die danach streben, Bürger des Universums zu werden. Dieser Rang erfordert viel Besorgtheit, Beobachtung, Wachsamkeit und vor allem ein unbezwingliches Streben.

    98. Wie kann man den noch unvorbereiteten Menschen verständlich machen, dass ein Objekt der Höchsten Welt ein herzliches Verhalten verdient? Es ist schwierig, mit Menschen, die nichts wissen,


aber noch schwieriger ist es mit Menschen, die die Lehre wie einen Löffel Brei verschlungen haben; von diesen kann man besonders Verrat und Entstellung erwarten. Es gibt kein Zeichen, das ausreichte, das entstellte Bewusstsein davon zu überzeugen, dass es notwendig ist, nicht so sehr auf seine Nächsten zu blicken, als in sich selbst. Wie kann jemand Feuer wahrnehmen, wenn sein Auge nach einer Runzel auf dem Gesicht seines Nächsten sucht? Man kann sich kalten Herzens wundern, die Errungenschaften des anderen bezweifeln und jeden Funken des Herzens mit Asche bedecken.

    Ihr wundert euch, wie Menschen, ohne Schaden zu nehmen, Gift schlucken können, aber wollt ihr nicht darüber nachdenken, woher die Immunität kommt? Nicht von der Struktur der Magenwände, sondern von dem im Herzen eingelagerten Feuer.
    99. Die neue, Feinstoffliche Welt mag für jene unbegreiflich erscheinen, die den so genannten durch Photographie, X-Strahlen15 und Zeugenaussagen bewiesenen Phänomenen keine Aufmerksamkeit schenken. Rufen wir uns in Erinnerung: Jemand reagierte auf kosmische Erscheinungen; jemand horte ferne Stimmen; jemand nahm durch Vision an der Feinstofflichen Welt teil; jemand begann zu leuchten; jemand levitierte; jemand wandelte auf dem Wasser; jemand schritt durch Feuer; jemand schluckte ohne Schaden zu nehmen Gift; jemand brauchte keinen Schlaf; jemand brauchte keine Nahrung; jemand konnte durch feste Körper hindurchsehen; jemand konnte mit beiden Händen schreiben; jemand konnte Tiere anziehen; jemand konnte eine ihm unbekannte Sprache verstehen; jemand konnte Gedanken lesen; jemand konnte mit geschlossenen Augen ein geschlossenes Buch lesen; jemand war unempfindlich gegen Schmerzen; jemand rief im Schnee die Glut des Herzens hervor; jemand verspürte keine Müdigkeit;


jemand konnte durch Heilen helfen; jemand konnte Wissen der Zukunft offenbaren. So kann man alle geoffenbarten Phänomene sowie zahlreiche lehrreiche Beispiele aus dem Leben aufzählen. Aber vereinigt für einen Augenblick alle diese Eigenschaften in einem Körper, und ihr erhaltet die in vielen Lehren aufgezeigte neue menschliche Verklärung. Das Wesentliche bei dieser Verklärung ist, dass alle ihre Teile schon inmitten eines sogar unvollkommenen Daseins geoffenbart werden. Das heißt, mit bestimmtem Streben kann man die Menschheit zur Verklärung des ganzen Lebens stark antreiben. Lasst uns deshalb an das große Feuer und an die feurige Festung - das Herz - erinnern. Denn dieses ist kein Märchen, sondern die Wohnstätte des Geistes!
    Die Menschen wollen Beweise, aber vor ihnen liegen viele Beweise, was bedeutet, dass man sich vor allem an diese erinnern und die Kraft des Gedankens sowie des Feuers des Herzens verstehen muss! Denket! Die Kraft des Denkens weist den Menschen auf die Bedeutung der Kultur hin.

    100. Die Heiler unterteilen sich in zwei Gruppen: die einen heilen durch Handauflegen oder durch den direkten Blick; die anderen senden einen Herzensstrom aus Entfernung. Natürlich, für künftigen Aufbau ist das zweite Mittel zu bevorzugen. Mit der Herzensstrahlung braucht man nicht viele Zentren des Patienten zu treffen, sondern kann, ohne seine Aufmerksamkeit zu erregen, nur auf den kranken Teil einwirken, den Organismus in Bemühen um das Gleichgewicht unterstützend. Ihr wisst, wie unmerklich Unsere Berührungen sind, um die Eigenaktivität nicht zu beeinträchtigen. Ihr erinnert euch auch daran, wie Wir physische Erscheinungen vermieden


und sie nur in dem Maße zuließen, als sie zum Beweis einer bestimmten Stufe erforderlich waren. Wir bemühen Uns weiterhin, sobald Wir Verständnis wahrnehmen. Wir nennen einen Faulpelz als ein Verletzter des Lebensgesetzes. Heiler durch den Herzensstrom wirken sowohl im physischen als auch im feinstofflichen Körper. Man sollte der phänomenalen Seite des Lebens Beachtung schenken, sie ist weit wichtiger als es scheint.

    101. Man sollte seine Kräfte angemessen gebrauchen, wenn sie in alle Richtungen erforderlich sind. Man kann die Bedeutung des Kampfes verstehen, wenn die zurückgekehrten müden Krieger sich einer neuen Schlacht zuwenden. Wahrhaftig, die erste Aufgabe eines Yogi besteht im Verteilen und Haushalten der Kräfte. Nicht ohne Grund enthalten sich die Großherzigen von unnötigen Gebärden. Gegenwärtig ist Vorsicht besonders nötig, denn die Energie sollte nicht durch unnötige Verausgabungen vergeudet werden. Man sollte auf der Hut sein.

    102. Sogar der höchste Yogi wirkt und heilt manchmal unbewusst, zuweilen über den Höchsten Strahl, ohne persönliche Bestimmungen. Würden die Menschen erkennen, dass es Höchste Strahlen gibt, sie würden sich vor einmengenden Einflüssen schützen. Der Raum ist voll von verschiedenen, sich kreuzenden Strahlen und Strömen. Wie viele gelegentliche und böswillige Störungen können, mangels Bestrebung zur Hierarchie, reines Streben unterbinden! Wir haben Uns bereits an die Tatsache gewöhnt, dass Uns die Menschen nur bei augenscheinlicher Gefahr rufen, während sie bei den wirklichen, unsichtbaren Gefahren das Band Hierarchie nicht aufrechterhalten können. Deshalb sollte man sich mit dem Strahl der Hierarchie verbinden; wahrhaftig,


mit ihm verschmelzen als ein wesentlicher Bestandteil. Denn sogar ein höchster Yogi wirkt manchmal über den Höchsten Strahl.

    103. Wie kann man die Menschen beschützen, wenn sie sich selbst nicht an den rettenden Faden halten wollen? Die rechte Richtung einzuhalten, bedeutet schon Sieg. Unsere Hilfe ist bereit, sich zu ergießen, aber dies muss für jemanden und für etwas geschehen. Wer kann Uns denn mit direktem und einfachem Streben helfen? Das Herz wird diesen Strom sowie den wahren Pfad finden helfen.

    104. Die Menschen wollen die überall verstreuten Erscheinungen der Feinstofflichen Welt nicht bemerken. So können sie sich auch nicht vorstellen, dass Ethik ein praktisches Arzneibuch dafür ist, die räumlichen Energien durch die einfachste Methode anzuziehen. Werdet nicht müde, darüber zu sprechen, wie notwendig es zu erkennen gilt, das Herz für die Anziehung der höchsten Möglichkeiten zu gebrauchen. Die Menschen vergessen, für die Entseuchung des Lebens die einfachste Methode anzuwenden. Viel wird über die Bedeutung des Feuers gesprochen, aber es wird völlig vergessen, dass das lebendige Feuer der beste Reiniger ist. Die Menschen erhielten die Elektrizität, mussten aber die Substanz der Energie absondern, nur totes Licht zurücklassend. Offenes Feuer, Holzfeuer, Öllampen, Kerzen reinigen den Raum und machen viele anstickende Krankheiten zunichte. Man kann bemerken, dass Wissende, zusammen mit Elektrizität, auch wirkliches Feuer besitzen, welches das räumliche Feuer so leicht anzieht. Fragt einen Arzt, welche Rolle eine brennende Kerze bei der Desinfektion spielt. Er wird diese Frage wahrscheinlich als unsinnig erachten, weil er über ein lebendiges Feuer nie nachdachte. Wozu dienen dann die Öllampen


in Tempeln, wenn nicht zur Reinigung? Woher rühren dann die alten Bräuche, einen Kranken mit Feuer zu umgeben? So ist Feuer oft ein Arzt und Beschützer. Das lebendige Feuer im Ofen bewahrt die Arbeiter oft vor Krankheiten. Das Freudenfeuer ist als reinigendes Symbol tatsächlich ein medizinischer Begriff.

    105. Im Buch "Herz" muss auch über solch einfache Dinge wie lebendiges Feuer gesprochen werden. Die besten Menschen begnügen sich mit elektrischem Licht und übersehen, dass viele Krankheiten durch Energien verursacht werden, die absichtlich versiegelt sind. So ist es mit Strahlen. Warum bemerkt man nicht, dass X-Strahlen auf das Herz einwirken? Ebenso bemüht man sich nicht, die Einwirkung der Metalle auf das Herz zu beachten. Viele Experimente sind erforderlich, um die umgebenden Bedingungen steuern zu lernen, sei es auch nur oberflächlich. Die Menschen wollen Krankheiten loswerden, aber sie eilen, sie zu vermehren.
    Man betrachte Uns nicht als Gegner, die Erfindungen aufhalten; im Gegenteil, Unser Ruf gilt neuen Erfindungen.
    Es ist äußerst notwendig, die besonderen Umstände der Gegenwart in Betracht zu ziehen. Es ist notwendig, den neuen Antrieb der Volker zu verstehen, die Bildung von neuen feurigen Erscheinungen, die schwerwiegend einwirken können. Wer immer eine feierliche Geistesverfassung bewahren kann, handelt richtig. Harmonie und Tatkraft sind nötig, aber schützt das Herz sehr!

    106. Große Verlegenheit liegt allgemein in der Frage, warum denn die Menschen die Feinstoffliche Welt mit dem physischen Auge nicht sehen können. Dies rührt natürlich daher, weil das Auge die Ätherumwandlung noch nicht bewältigen kann. Stellt


euch eine gegen das Fenster aufgenommene Photographie vor; es wird niemals gelingen, ein klares Bild der inneren Gegenstande oder ferner Umrisse zu erhalten. Tritt man aus dem Dunkeln in die Sonne, ist man ebenfalls von der Kraft des blauen Lichts geblendet und getroffen. Wenn wir nun diese Lichterscheinungen ins Unendliche verstärken, erhalten wir das Licht der Feinstofflichen Welt, das dem unvorbereiteten Auge wie Finsternis erscheint. So befremdet es die Menschen auch oft, wieso manche scheinbar beschränkte Personen Erscheinungen der Feinstofflichen Welt wahrnehmen. Vor allem deshalb, weil sie, wenngleich sie gegenwärtig gesunken sein mögen, in der Vergangenheit manch reinigende Tat vollbrachten, mit anderen Worten, ihr Herz in früheren Zeiten bereits erwacht war. Besonders bemerkenswert ist, dass die Eigenschaft des Herzens nicht verloren geht; sie kann sich sehr einseitig bekunden, wird aber nichtsdestoweniger wirksam sein. Warum werden Frauen sich oft der Feinstofflichen Welt bewusst? Weil die Arbeit ihres Herzens viel feiner ist, und dadurch erscheint ihnen das Transzendentale leichter. Wahrlich, die Epoche der Mutter der Welt gründet auf dem Bewusstsein des Herzens. Allem die Frau kann das Problem der zwei Welten lösen. So möge die Frau aufgerufen sein, mit dem Herzen zu verstehen. Dies wird vor allem auch deshalb nützlich sein, weil die Eigenschaft des Herzens ewig ist. Es gibt bereits viele heldenhafte Taten unter den Frauen, aber jetzt ist der Frau anstelle des Brandopfers die Flamme des Herzens verliehen worden. Vergessen wir nicht, dass für jede wichtige Errungenschaft das weibliche Prinzip als Grundlage und Essenz wichtig ist. Das Herz kann sich


der Feinstofflichen Welt nicht öffnen, wenn sie nicht durch eine besondere Heldentat erfasst wird.

    107. Wie viel ist über die Sprache des Herzens gesagt worden, jedoch für die meisten bleibt sie eine nicht angewandte Abstraktion! Wir wollen nicht auf den höchsten Formen dieser Art Verkehr bestehen, versuchen wir, die elementaren Grundlagen in uns aufzunehmen, die unverzüglich und ohne besondere Vorbereitungen geoffenbart werden müssen. Jede Sprache dient vor allem der sachlichen gegenseitigen Verständigung, was bedeutet, dass es notwendig ist, euch zu bemühen, euren Gesprächspartner nicht nur zu verstehen, sondern ihm auch eure Sprache leicht verständlich zu machen. Versteht es daher, euch in der Sprache eures Gesprächspartners auszudrucken. Sprecht mit seinen Worten, in seiner Ausdrucksweise, nur so wird er sich besinnen und eure Gedanken in sein Bewusstsein aufnehmen. So werden wir es lernen, die Worte eines Gesprächspartners zu erfassen und seine Denkart unmerklich zu überbrücken. Die höchste Form des Verkehrs wird sein, den Gedanken lautlos wahrzunehmen,

    108. Es ist notwendig, einen fremden Ausdruck auf vierzigerlei Art erfassen zu erlernen. Jeder unserer Ausdrücke verwirrt den Gegner, aber sein eigener, gewohnter Ausdruck dringt wie sein eigenes Denken sofort in sein Bewusstsein ein. So kann man sein Bewusstsein an die Beweglichkeit des Ausdrucks gewöhnen. Wir nennen dies den Übersetzer des Herzens. Und bei anderen Kommunikationen des Herzens ist es vor allem notwendig, Selbstsucht zu meiden, die als finsteres Auge bezeichnet werden kann. Es ist notwendig, die Grundlagen der Lehren im Leben nicht als die Laune eines Tages, sondern als dauernde Übung ohne jedwede Reizbarkeit und Verdrießlichkeit zu befolgen.


    109 Die Verletzung des feinstofflichen Körpers muss Gegenstand wissenschaftlicher Forschung werden. Solche Verletzungen kommen öfter vor als man denkt, und sowohl in der Schlacht als auch im Unbehagen der Rückkehr in den physischen Körper kann man die Beschädigung wahrnehmen, die sich immer als physischer Schmerz äußert; dabei konzentrieren sich die Schmerzempfindungen an der angespanntesten Stelle des Organismus. Gewiss, das Herz leidet oft am meisten. Man möge verstehen, dass das Herz als Lebenspender erscheint; doch ein feuriges Herz ist mehr zur Schlacht bestrebt als ein anderes. Die wertvollsten der physischen Empfindungen sind die Herzschläge, wenn sie mit dem sich entfaltenden Wirken des feinstofflichen Körpers in Zusammenhang stehen. Gleichfalls aufschlussreich ist die Gewichtsveränderung, die eintritt, wenn der feinstoffliche Körper den physischen verlässt.

    110. In Zusammenhang mit dem feinstofflichen Körper lassen sich viele Versuche anstellen, doch man muss sich vor allem der Empfindungsfähigkeit des Herzens bewusst sein und die sofortige Tätigkeit des feinstofflichen Körpers begreifen. Wenn ein Arzt, um das Herz zu prüfen, wie bei der Abnahme eines Fußes vorgeht, wird er natürlich zum Mörder, wie es auch oft geschieht. Besonders empörend ist es, wenn dem Herzen Gifte eingegeben werden; man vergisst, dass sich das Herz dem Gift nicht widersetzen kann, und durch solch verbrecherische Kuren wird der feinstoffliche Körper verletzt. Viel einfacher zur Einstellung von Leiden sind Suggestionen und die Anwendung von Heilkräutern. Aber dazu bedarf es Personen, die wissen, was Suggestion ist.

    111. Wahrhaftig, die ganze Vervollkommnung des Herzens beruht auf moralischen Grundlagen. Diese Grundlagen verwandeln


die physische Natur und beleben den Geist Natürlich, man könnte euch fragen: "Wie verhält es sich mit dieser Bedingung bei den Finsteren, wenn ihre Hierophanten über gewisse Feuer verfügen?" Es ist richtig, zu verstehen, dass finstere Unsterblichkeit auf der Disziplin der Furcht beruht. Man sollte sich bewusst sein, wie grausam diese Disziplin ist! Während Wir sehr behutsam das Karma-Gesetz beachten und Individualität schätzen, sind es auf der Gegenseite Disharmonie und Zerstörung, und ihre Grundlagen werden durch Tyrannei aufrechterhalten. Gewiss, auf den niederen Stufen scheint Furcht eine sichere Methode zu sein. So erscheint der finstere Einschüchterer als ernstzunehmender Gönner. Aber man muss die Geschlossenheit finsterer unmoralischer Zerstörer bedenken. Oft wollen unerfahrene Krieger die Stärke der Feinde nicht wahrhaben, aber das Herz kann sowohl von der Brust als auch vom Rücken her durchbohrt werden. Deshalb lernt die Methoden der Feinde kennen.

    112. Nicht allein die Ströme, sondern auch die Rufe des Raumes stören das physische Gleichgewicht. Viele werden vom Magneten eines flammenden Herzens angezogen. In ihrem Leiden schreien sie auf, und ein edles Herz kann den Rufenden nicht abweisen. So kann das Streben zum Magneten seine Energie absorbieren, doch das ist unvermeidlich, und diesem Umstand ist jeder Magnet unterworfen. Gewiss, das Potential des Herzens wird durch diese Praktiken nur vermehrt. Aber die Rufe haben eine andere wichtige Bedeutung, da der Raum von den besten Bestrebungen durchdrungen wird, weben diese Strahlen das leuchtende Netz der Welt. Jene, die das Netz der besten Rufe verstehen, werden auch die heroische Tat eines Einsiedlerlebens begreifen,


das durchaus nicht einsam ist, sondern ganz im Gegenteil, ein Dienst für die Leidenden.

    113. Die Menschheit erschrickt über alles so genannte Übernatürliche und vergisst, dass es über dem Bestehenden nichts Übernatürliches geben kann. Besteht deshalb streng darauf, dass Agni Yoga und die Lehre des Herzens nicht Übernatürliches enthalten können. Seid besonders mit den jungen Menschen bis zum dreißigsten Lebensjahr vorsichtig, solange nicht alle Zentren wirken können, ohne dem Herzen zu schaden. Wie unerlässlich ist es, aufzuzeigen, dass Unser Yoga weder erzwungene Zauberei enthält noch jemals Chaos hervorrufen wird. Die jungen Menschen müssen für heroische, ihr Wesen verwandelnde Taten entflammt werden, die, für sie unmerklich, das Herz für künftige Vervollkommnung vorbereiten. Deshalb ist es notwendig, äußerst einfach und freudvoll zur "Weißen Insel", wie Wir Unsere Wohnstätte manchmal nennen, zu segeln.

    114. Die Verbindung mit Agni Yoga geht einfach vor sich, genauso wurden viele bedeutende Experimente und Errungenschaften auf einfache Weise erlangt. Jeder Schritt ist wertvoll, wenn er in unerschütterlichem Streben geradeaus getan wird. Wir durchschreiten so viele Fachrichtungen, um sie im Herzen zu schmelzen und umzuwandeln. Wer wird nicht entflammen, wenn das Lagerfeuer schon entfacht ist? Wie viele Herzen sind für das künftige Entflammen schon vorbereitet!

    115. Seid nicht abweisend, seid nicht erschreckt, seid nicht überrascht - diese Bedingungen werden es erleichtern, das Phänomenale mit dem Gewohnten in Einklang zu bringen. Natürlich, ihr konntet euch durch eigene


Erfahrung davon überzeugen, dass das Phänomenale als völlig Natürliches in euer Leben trat und die Arbeitsleistung in keiner Weise beeinträchtigte, sondern die Arbeitsfähigkeit sogar steigerte. Dieser Vermerk ist von großer Wichtigkeit, weil man allgemein annimmt, dass die Wahrnehmung des Phänomenalen von der Schaffenskraft im Leben abhält. Gerade das Gegenteil ist der Fall - die Bestrebungen in Richtung Unbegrenztheit lehren, wie unvermeidlich menschliche Möglichkeiten sind. So gibt es auch über den Begriff Prüfung viele Missverständnisse. Es ist allerdings bekannt, dass sogar die Welten der Prüfung unterzogen werden. Aber die an legale und akademische Prüfung gewohnten Gehirne der Menschen vermögen sich deshalb immer nur irgendwelche Inquisitoren vorzustellen, die voller Ränke und List das Opfer, das ihnen in die Hände fällt, nur anklagen. Es gibt jedoch keine Inquisitoren, sondern der Mensch wird beobachtet, wie er sein Wissen anwendet. Man klage deshalb nicht die Beobachter an, sondern sich selbst.

    116. Dem Schüler selbst werden, als Meilensteine auf dem Pfad, die er beim Übergang in die Feinstoffliche Welt wahrnimmt, Prüfungen auferlegt. So lernen wir zwecks Bewahrheitung unter verschiedenen Umstanden; deshalb ist es notwendig, das Wesen geleisteter Arbeit zu verstehen. Wie viele in der physischen Welt unbeachtete Arbeiten zeitigen glänzende Ergebnisse im feinstofflichen Zustand; deshalb muss man alle Arbeiten schätzen. Oft sehen wir, dass eine scheinbar abstrakte Leistung zu greifbaren Erfindungen führt, während offensichtlich genaueste Berechnungen