Herz

1932


    Nach des Tages Arbeit wollen wir uns versammeln und über das Herz sprechen. Es wird uns über die irdischen Sphären hinaus zur Feinstofflichen Welt führen, um uns der Sphäre des Feuers näher zu bringen.


Das Herz



    1. Um mit den Augen des Herzens zu schauen, mit den Ohren des Herzens das Getöse der Welt zu vernehmen, mit verstehendem Herzen in die Zukunft zu schauen, über das Herz die Aufspeicherungen der Vergangenheit zu heben, ist es notwendig, auf dem Pfad des Aufstiegs ungestüm voranzuschreiten. Schöpferkraft umfasst die feurige Potentialität und ist vom heiligen Feuer des Herzens durchdrungen. Deshalb ist auf dem Pfad der Hierarchie, dem Pfad des Großen Dienstes, dem Pfad der Gemeinschaft, Synthese der einzige lichtvolle Pfad des Herzens. Wie können die geoffenbarten Strahlen erhellt werden, ohne dass sich die Flamme des Herzens behauptet? Es ist genau die Eigenschaft des Magneten, die dem Herzen innewohnt. Die höchste Schöpferkraft ist von diesem erhabenen Gesetz durchdrungen. So wird jede Vollendung, jedes Bündnis, jede erhabene kosmische Vereinigung über die Flamme des Herzens erlangt. Womit kann das Fundament der hohen Stufe gelegt werden? Wahrhaftig, nur über das Herz. So werden die Bewusstseinsbogen durch die Flamme des Herzens verschmolzen.
    So wollen wir die herrliche, alle Erscheinungen verbindende Anziehung des Magneten des Herzens im Gedächtnis behalten. Wahrhaftig, der silberne Faden, der den Lehrer


mit dem Schüler verbindet, ist der erhabene Magnet des Herzens. Das Bündnis zwischen Lehrer und Schüler bestätigt das Wesen jedweder Evolution.

    2. Viele Legenden berichten von Wunscherfüllungen, sprechen aber nicht vom grundsätzlichen Zustand der Ausweglosigkeit, welche die Wünsche bis zur Unabänderlichkeit verstärkt. Jede geringste Abweichung vom Pfad stumpft den Pfeil der Unabänderlichkeit schon ab. Doch wie ein des Schwimmens Unkundiger schwimmen kann, wenn ihm Gefahr droht zu Boden gezogen zu werden, so findet die Wunscherfüllung ihre Lösung, wenn alle Wege abgeschnitten sind. Die Menschen sagen: "Ein Wunder ist geschehen!". Doch oft war es bloß die Verstärkung der psychischen Energie. Das Herz, die Sonne des Organismus, ist der Brennpunkt der psychischen Energie. Sprechen wir daher vom Herzen, so müssen wir das Gesetz der psychischen Energie ins Auge fassen. Herrlich ist das Gefühl, das Herz als die Sonne der Sonnen des Universums zu empfinden. Wir müssen die Sonne der Sonnen des Höchsten Hierarchen als unser Banner verstehen. Dieses Banner ist herrlich: gleich einer unbezwinglichen Macht, wenn unsere Augen, die sich in unserem Herzen widerspiegelnde Strahlung in sich aufgenommen haben.

    3. Ob das Herz die Wohnstätte der Elohim1 oder die Synthese der Synthesen genannt wird, es bleibt immer der Brennpunkt. Sogar jene, die im Herzen nur seine niederen physiologischen Funktionen erkennen, verhalten sich ihm gegenüber behutsam. Doch wie tiefer muss dann der dem Herzen lauschen, der den Magneten und den silbernen Faden kennt! Deshalb hält einen der Lehrer von allzu Physischem fern, um über jedes Organ an die geistige Welt zu erinnern. Für Uns ist es immer ein Festtag, wenn in die Sphäre des unsichtbaren Seins reines Denken gesandt wird.


Man muss sich mit solcher Beharrlichkeit in die Wohnstätte der Elohim begeben, als befände sich der Eintretende in Gefahr. Der Pfad der Auserwählten ist erkennbar, wenn für sie die unsichtbare Welt real und zugänglich geworden ist; dann kann man das Wachstum des Bewusstseins wahrnehmen, und die ganzen Organe des Körpers werden - erfüllt von der Verbindung mit der Hierarchie - verklärt.

    4. Das Herz ist ein Tempel, aber keine Wohnstätte der Abgötter. So sind Wir nicht gegen die Errichtung eines Tempels, aber Wir lehnen Fetischismus und Schaustellungen ab. Ebenso wenig meinen Wir, wenn Wir vom Errichten eines Tempels gleich dem Herzen sprechen, dass er die Form eines Herzens haben müsse, sondern Wir sprechen von seiner inneren Bedeutung. Kein Tempel kann bestehen, ohne sich der unbegrenzten Kette bewusst zu sein; so stellt auch das Herz alle Empfindungen zum Kosmos her. Des Herzens Wehmut oder Freude erklingt mit den fernen Sphären. Warum wird dann öfter Wehmut verspürt als Freude? Die ständigen kosmischen Störungen erregen natürlich das dafür empfängliche Herz. Deshalb wiegt der Dienst solch eines Herzens auf den Waagen der Welt auch sehr schwer. Helft mit am Aufbau der Welt! Es gibt weder einen Tag noch eine Stunde, in der die Welt nicht m Gefahr wäre! Zwei Augen allein vermögen diese Gefahr nicht vorauszusehen, sondern nur drei, wie sie auf dem Banner der Herrscher aufscheinen! Den Tempel des Herzens muss man als immer gegenwärtige Empfindung begreifen. Nicht ohne Grund ist das Herz durch das Zeichen des Kreuzes gekennzeichnet worden. So begleitete das Zeichen des Kreuzes ewiglich den Tempel des Herzens.

    5. Neue Umstände werden den Pfad in die Zukunft weisen. Die Wahrheit ist dieselbe, aber die Verbindungen variieren dem Bewusstsein entsprechend. Wie viel Schönes wird vernichtet, weil der Tempel - das Herz - nicht beachtet wird! Doch lasst uns unaufhaltsam bestrebt sein,


die im Herzen gefühlte Wärme zu verwirklichen, und beginnen wir, uns als die Träger des Tempels zu fühlen. So kann man die Schwelle der Neuen Welt überschreiten. Wie arm im Geiste sind jene, die meinen, die Neue Welt wäre nicht für sie! Die Körper unterscheiden sich, aber der Geist wird der Neuen Welt nicht entrinnen.

    6. Zweifel zerstört die Qualität. Zweifel ist das Grab des Herzens. Zweifel ist die Quelle der Hässlichkeit. An den Zweifel muss in jedem Gespräch erinnert werden, denn was können wir ohne Qualität erlangen? Was werden wir ohne das Herz verstehen? Was werden wir ohne Schönheit erreichen? Man wird fragen, warum zuerst "Unbegrenztheit", dann "Hierarchie" und erst hernach "Herz"; warum nicht umgekehrt? Doch zuerst kommt die Richtung, dann die Verbindung und hernach das Mittel. Diese heilige Zuflucht darf nicht durch Zweifel zerstört werden. Beachten wir die Beschaffenheit des Pulses eines Menschen im Zweifel und ebenso in der Stunde hingebungsvollen Strebens. Wenn Zweifel den Puls und die Ausstrahlungen verändern kann, so wird die physische Zersetzung durch seine Einwirkung auf das Nervensystem weit verderblicher sein. Die psychische Energie wird durch Zweifel geradezu verzehrt.
    Nach dem Zweifel lasst uns an den Verrat erinnern, denn wer steht dem Zweifel näher als der Verräter? Aber diese Finsternis kann nur durch Festhalten an der Hierarchie überwunden werden, an dem Unvermeidlichen, gleich den Strahlen der Sonne. Sicherlich, sie brennt, aber ohne sie gäbe es Finsternis!

    7. Das Herz ist der Mittelpunkt, aber am wenigstens egozentrisch. Nicht der Egoismus lebt im Herzen, sondern die Allmenschheitsliebe. Allein der Verstand umgarnt das Herz mit einem Spinngewebe von Selbstsucht. Gutherzigkeit bekundet sich nicht so sehr durch so genannte gute Werke,


deren Beweggrunde sehr verschieden sein können, sondern durch innerste Herzensgüte. Diese entzündet das Licht, das in der Finsternis leuchtet. So erweist sich das Herz tatsachlich als ein internationales Organ. Wenn wir Licht als das Symbol der Aura annehmen, dann gilt das Herz als sein Ursprung. Wie notwendig ist es, das Herz nicht als sein eigen, sondern als weltumspannendes Organ zu empfinden. Nur durch diese Empfindung kann man sich vom Egoismus befreien, die Individualität der Aufspeicherungen bewahrend. Es ist schwierig, Individualität mit allgemeinem Fassungsvermögen zu erfassen, aber der Magnet des Herzens ist nicht ohne Grund mit dem "Kelch" verbunden. Man kann verstehen, dass das Herz ein besonderes Licht ausstrahlt, das durch die Nervensubstanz auf jede Weise gebrochen wird; denn der Kristall der psychischen Energie kann unterschiedlich gefärbt sein.

    8. Die Reinigung des Herzens ist schwierig, wenn es vom Spinngewebe der Selbstsucht verfettet wird. Das Herz der Selbstsucht ist ein tierisches Erbe. Die reinen Aufspeicherungen der Individualität können das erklären, was der Verstand gar nicht begreifen kann. Besonders schwierig ist es, jemandem etwas einzuprägen, was in den Bereich seiner Vorstellung nie eingedrungen ist. Das Herz gilt als die Wohnstätte der Vorstellung. Wie kann man ohne Vorstellungsvermögen Fortschritte erzielen? Aber woher wird es kommen, wenn man keinen Versuch wagt?

    9. Herzlosigkeit ist nichts anderes als der ungebildete Zustand des Herzens. Kleinmut ist eine Beschränkung des Denkens. Unduldsamkeit gehört zur gleichen Familie der Abscheulichkeiten, die das heilige Gefäß des Herzens erschöpfen. Ihr wisst bereits, dass das feinstoffliche, angespannte Herz gleich einem Dynamo Antrieb verleiht,


sich dadurch als Gefäß universeller Energie erweisend. Aber Herzensbildung kann nicht aufgespeichert werden, wenn sie nicht entsprechend gespeist wird; so ist der beste Akkumulator ohne Schutz und richtigen Anschluss unwirksam. Das Herz bedarf der ständigen Speisung, andernfalls, beraubt der höchsten Verbindung, verkümmert es. Vergessen wir nicht, dass auf dem Grund des Kelches ein Kind - als das Symbol des Aufstiegs - dargestellt wurde.

    10. Durch ein seltenes Experiment kann man beobachten, wie das Herz sogar ferne Erdbeben sowie andere Weltereignisse widerspiegelt. Man kann bemerken, dass nicht nur kosmische Störungen, sondern sogar Widerspiegelungen der Ausstrahlungen des Geistes auf weite Entfernung hin wirken. Wir lenken die Aufmerksamkeit auf den Umwandler von Prana, auf die Lunge, die dem Herzen die Substanz vermittelt, als Bestätigung des Gleichgewichts der Welt.
    Die neuen Errungenschaften in den feinstofflichen Körpern sind von Erfolg gekrönt. Das zu erreichen war unaufschiebbar, weil die Grundlage der Verbindung mit dem Magneten der Hierarchie gestört ist. Als Hilfe gegen das gestörte Gleichgewicht wird eine neue Form von feinstofflichem Körper gegeben.

    11. Übersteigen die Energieaufspeicherungen die Schätze des Herzens und des Gefühlswissens, dann wird zum Ausgleich gewöhnlich ein Lehrer als Mitarbeiter entsandt. Es wurden tatsächlich ein Professor nach Washington2 und ein Weiser vom Berge zu Dschingis Chan3 entsandt. Man könnte viele ähnliche Beispiele anfuhren. Man sollte diese als zusätzliche Tätigkeit betrachten, aber nicht als unbedingtes Erfordernis. Es gab auch viele Fälle, wo die Schaffenden solch eine Zusammenarbeit ablehnten


und damit nicht nur für sich, sondern auch für das Allgemeinwohl nichtwiedergutzumachenden Schaden anrichteten. Öfter als einmal haben Wir solche Abweisungen erfahren. Gerade der Mangel an Herzensbildung verhinderte die Zunahme der bereits durch Aufspeicherungen gesammelten Möglichkeiten.

    12. Unsere Hand wird nicht ermüden, dem Herzen den rettenden Faden zu reichen. Wer kann sagen, dass Wir zu helfen zögerten? Aber Wir können viele Fälle nennen, wo Unser Bote über die Herzlosigkeit erstarrte. Es ist schwierig, die Kräfte des Herzens zu aktivieren. Man sollte einen Flug über den Abgrund unternehmen, wie vom letzten Ufer in die Unbegrenztheit. Wie heilig ist der Mut der Selbstlosigkeit, die das Herz öffnet!

    13. Könnt ihr euch vorstellen, was die Menschheit mit gesunden Körpern und unkultivierten Herzen darstellte? Solch eine Orgie der Finsternis ist sogar schwer vorstellbar. Sämtliche Krankheiten und Gebrechen können den weltweiten Wahnsinn des Herzens nicht zügeln. Wahrhaftig, solange das Herz nicht erleuchtet wird, werden Krankheiten und Gebrechen nicht schwinden, weil sonst die Raserei des Herzens, gekoppelt mit den kräftigen Körpern, die Welten in Schrecken versetzte. Es ist lange her, seit vom heiligen Menschen gesprochen wurde - "der vor dem Herrn einherschritt". Das bedeutet, dass er die Hierarchie nicht verletzte und so sein Herz läuterte. Schon bei der geringsten Reinigung des menschlichen Herzens stellt sich eine Fülle von Segen ein. Doch zur Zeit kann man nur dort behutsam vorgehen, wo das Herz noch nicht versteinerte. So muss man, ohne zu verzagen, wissen, dass sich die Finsternis als belastend erwiesen hat und viele Herzen vermodert sind. Die Verkündung der Bedeutung des Herzens ist eine alte Wahrheit, doch nie war sie so notwendig wie jetzt.


    14. Man könnte fragen, welche Energie gemeint ist, wenn man vom Herzen spricht? Diese ist natürlich dasselbe Aum, die psychische Energie aller drei Welten. Doch bei ihrer Erforschung kann man feststellen, dass die Ablagerungen vielfarbig sind. Gewiss, die Ablagerungen können rot, purpur oder blau sein, aber nähern sie sich dem Herzen, so verlieren sie ihre Färbung. Der Kristall des Herzens ist weiß oder farblos. Gewiss, diese Resonanz des Herzens wird nicht oft wahrgenommen, doch man sollte sie erstreben. Die Alten rieten, die Hand auf die Nadeln der jungen Zedern zu halten, damit das kondensierte Prana durch die Fingerspitzen eindringe. Es gibt viele Möglichkeiten, psychische Energie aus dem Pflanzenreich aufzunehmen, doch am besten ist das offene Herz, das die Richtung des Strebens kennt.

    15 Mögen wir durch die Scheinheiligkeit Unwissender auch gedemütigt werden, es gibt nur einen Weg, und nichts wird ihn versperren, wenn das Herz rein ist. Es war weise, das Herz mit einem Schiff zu vergleichen, aber ein Schiff benötigt einen Steuermann. Mut wird aus reinem Herzen geboren. Man kann das Herz mit einer Rose vergleichen, bei der die Bedeutung der Blume in der Anzahl ihrer Blätter liegt; doch werden sie abgerissen, wird die ganze Blume verletzt. So achtet auf die Verteidigung des Herzens. Es ist weise, zu verstehen, dass allein der Herr der Blume zu allen Blättern Zutritt hat.

    16. Hier sprechen Wir vom direkten Streben zu Uns. Wir sprechen von Nutzen und Erfolg, die von solcher Hinwendung herrühren. Es wäre verlockend, dieses Mittel zu erproben. Aber wie viele versuchen es, diesen Weg zu gehen? Indes wird jeder, der Unser Allheilmittel erprobte, sagen, dass Unser Rat wohlgemeint ist.


Er wird überall und immer bestätigen, dass er, wenn seine Gedanken bei Uns weilten, erfolgreich war. Jedes Missgeschick ergab sich zufolge Befleckens des silbernen Fadens. Wie schön wäre es, wenn sich jeder nach des Tages Ablauf die Frage über die Beschaffenheit seiner Gedanken während dieser Stunden stellen würde! Welche Macht könnte man erlangen durch die Erkenntnis, dass seine Gedanken den verbindenden Faden gestärkt haben! Das Aufkommen von unwürdigen Gedanken könnte sofort ausgemerzt werden, aber die Menschen hören ohne hinzuhören und lesen nicht mit Weitblick.
    So rate Ich noch einmal, die Lehre zum täglichen Bedürfnis zu machen. Ich rate zu beachten, inwieweit seine Umgebung erfolgreich wird. In kleinen Gruppen sollte man besonders gegenseitige Gedanken beachten, um den Strom nicht zu belasten und zu unterbrechen. Viele Lehren raten zu dieser einfachen Disziplin, doch sollte auch jedes Buch daran erinnern, weil das äußerst Lebensnotwendige im Leben nicht angewendet wird.
    Und für Uns bedeutet es ein großes Glück, wenn Wir jemandem so vollkommen vertrauen können wie Uns Selbst. So mächtig ist die Zitadelle des offenen Herzens!

    17. Unaufhörlich und zu allen Zeiten strömt die Lehre des Lebens auf die Erde nieder. Man kann sich das irdische Dasein ohne diese Verbindung mit der Unsichtbaren Welt nicht vorstellen. Wie ein Rettungsanker, wie das führende Licht festigt die Lehre unseren Fortschritt in der Finsternis. Aber inmitten der Fülle des Wohlwollens kann man, wie bei den Meereswogen, den Rhythmus mit besonders entscheidenden Ausdehnungen wahrnehmen, wenn die Lehren erscheinen. So


kann man den Rhythmus der ganzen Welt durch das Wachsen und Eintauchen erklären, alles zusammen die Evolution des Daseins bezeichnend.

    18. Eine Unterbrechung des Rhythmus kann durch viele Umstände erfolgen, doch das beste Mittel, diese Störung zu vermeiden ist, sich in Einigkeit Uns zuzuwenden, wo es die Lösung für alles gibt. Ein Vergleich: Wie ein Staubkorn den Stillstand eines riesigen Rades bewirken kann, so unterbindet die Unterbrechung des Rhythmus den Strom. Indes ist gerade jetzt die Zeit der großen Spannung. So sind die Möglichkeiten sehr nahe, die Ereignisse ballen sich schon zusammen, und der Schrecken wird sich als Rettung erweisen.

    19. Wenn die Menschen wenigstens zum Teil fühlen könnten, wie wichtig ein Augenblick ist, sie wurden Uns sehr helfen. Ohne vom genauen Erkennen eines Geschehens zu sprechen würde schon die allgemeine Stimmung den Willensmagneten stärken. Die Menschen beachten nicht, wie sehr unbewusstes Vegetieren die Weltordnung erschwert! Das Herz, als Umwandlungsherd, muss jedem den Druck der geistigen Atmosphäre eingeben. Man sollte nicht meinen, das Herz leide bloß wegen einem selbst, es leidet natürlich infolge der weltweiten Unruhe. Man sollte die Herzen in einen harmonischen Reigen zu vereinen suchen; sogar ein wenig erprobtes Herz wird seine wertvolle Energie an den Kelch des Gemeinwohls abgeben.
    Das Herz stärkt Unsere Sendungen, das neue Unkraut verdrängend. Es gibt viele unerprobte Herzen, aber noch mehr verschüttete. Viele Funken sind nötig, um die Asche der Kälte zu durchdringen.

    20. Ist das Gefühlswissen nicht erwacht, dann ist sogar die Wirklichkeit, sogar das Augenscheinliche, unerreichbar.


Man kann niemanden zwingen, das Augenscheinliche wahrzunehmen, oder gar das Auffallende. Später wird mancher zu euch sagen: "Warum sehe und höre ich nichts, wenn es eine unsichtbare Welt gibt?" Es ist wie mit den Kranken, die ihre Behandlungen ablehnen. Sie möchten gern genesen, zugleich aber wenden sie ihr ganzes Bewusstsein gegen den Arzt. So wäre es nützlich, die Sehenden den geistig Blinden gegenüberzustellen. Man könnte die Ursachen des Erfolgs der einen und des Misserfolgs der anderen herausfinden. So könnte man durch einen Vergleich der sichtbaren Erscheinungen viele Probleme der Wechselwirkung der Welten lösen.
    Die Unsichtbare Welt ist in Wirklichkeit höchst sichtbar, wenn das Auge nicht getrübt ist. Um das Licht der Höchsten Welt zu spüren, bedarf es keiner mediumistischer Erscheinungen, sondern nur des Aufstiegs zum Höchsten; deshalb sind alle erzwungenen Kunstgriffe der niederen Magie nichts im Vergleich mit dem ersten Licht des Herzens. Wenige kennen die Feuer des Herzens, aber diese Fackeln müssen allen Licht spenden. Deshalb sind Schmähungen wider den Geist und Ablehnung des Lehrers sehr schwerwiegend. Ich sage - man kann lange über den Lehrer nachsinnen, doch hat man einen erwählt, weiche man nicht. Offenbaren wir Verständnis für die Grundlagen des Aufbaus.

    21. Ratet zu Gesprächen über das Geistige. Man kann viel Nützliches aus geistigen Rückerinnerungen bemerken. Außerdem bewahrt ein geistig geistiges Gespräch vor Schmutz und vor Reizbarkeit. Die Bejahung geistiger Erscheinungen wird die Abneigung vor der unsichtbaren Welt verringern. Wo oft geistige Gespräche geführt werden, da speichert sich eine besondere Aura auf. Solche Gespräche, auch wenn sie nicht vollkommen sind, erweisen sich als Prüfstein für die Anwesenden.


Verschiedene Völker bringen für die geistigen Grundsätze Verständnis auf; danach kann man auf ihre Herzensbildung schließen.
    Vermeidet zudem den Streit darüber, was unleugbar ist. Kürzlich staunte Ich über die Uneinigkeit unter den Anhängern von Jeanne d'Arc,4 Sergius 5 und Moses.6 Jeder beteuerte, sein Schutzgeist stimme mit dem anderen nicht überein. Die Wahrheit kennend, war es indes traurig, diese durch Erdichtungen geschaffene Uneinigkeit mitanzuhören. Selbst wenn es keine Einigkeit gibt, möge man sich wenigstens nicht an die Stirnen schlagen, denn es könnten Hörner wachsen!
    Nun stellt euch vor, wenn jene, die die Wahrheit kennen, friedlich blieben und ihre Gedanken vereinten. Welche Macht würde trotz des ganzen atmosphärischen Drucks hier auf Erden erlangt werden! Wer im Geiste triumphiert, der gehört schon zu Uns!

    22. Ratet, die Fähigkeit des Denkens und der Beobachtung zu entwickeln. Das Herz kann seiner Bestimmung nicht gerecht werden, wenn anstatt eines Gedankens Flöhe und anstatt der Beobachtung ein Maulwurf vorhanden sind. Mit solchen Weggefährten wird man nicht weit kommen! Jetzt ist nämlich die Zeit, die Denkrichtung zu vertiefen, andernfalls werden die Massen für die empfangenen Schätze keine Verwendung finden. Überproduktion ist das Zeichen platter Denkrichtung und des Mangels an Beobachtung. Es heißt dass in den Schulen Unterrichtsstunden für Denkübungen eingeführt werden sollten, um die Beobachtung zu fördern. Das Herz kann nicht nur von außen genährt, es muss auch durch irdisches Streben unterstützt werden. Festigkeit im Streben wird auch durch scharfsichtige Erkenntnis erlangt.

    23. Jeder von euch kennt die eigene Gattung von Predigern,


die samt den aus fremden Schriften zusammengetragenen Gerippen in Vergessenheit geraten. Der Verstand sammelt einzelne Beweise, aber der Zweck dieser Ansammlungen bleibt unklar, weil das Herz schweigt; so nennen wir sie die Schweigsamen im Herzen. Außerdem geben diese Prediger anderen unzählige Ratschläge, fallen aber selbst beim ersten Widerstand dem Kleinmut anheim. Wahrhaftig, nur das Herz verleiht Unsterblichkeit. Die Bestätigung des Herzens ist schon die Enthüllung der Zukunft. Fern dem Herzen stehen jene, welche die vom Verstand gesammelten Ratschläge fürchten. Die Alten Lehren sprechen vom heiligen Wahnsinn. Betrachtet dies als Gegenwirkung für kalte Berechnungen; erachtet es als den Lebensbeginn über die tödlichen Zustände.
    Jene, die die Lehre ablehnen, sind nahe daran, in den Abgrund zu fallen. Jene, welche die Wahrheit bejahen, sogar mit Unvollkommenheit, sind schon auf dem Pfad. Sie werden beim Übergang in die Feinstoffliche Welt nicht bereuen, das Herz zum Leben erweckt zu haben.

    24. Wir befinden Uns in einer großen Schlacht. Man braucht die lange vorausgesagte nahe Stunde nicht fürchten. Man sollte nicht meinen, es schleiche sich Unglück heran, wenn Wir die Schlacht für das Licht wahrnehmen. Man vergesse nicht, dass Verfolgung von größtem Nutzen ist. Nur eine gespannte Saite erklingt.

    25. Ohne Übertreibung kann gesagt werden, dass die meisten Herzkrankheiten vom Wohlstand herrühren. Deshalb wenden sich Menschen, die sich der Lehre zuwandten, vom Wohlstand ab, um nur dessen Hüter zu sein.


    26. Ihr wisst, dass Suggestion in jeder Sprache erfolgen kann; so augenscheinlich werden der Sinn und das Wesen des Verstehens bewiesen - ohne Beschränkung auf die Mundart. Ich erachte das Herzverstehen als den notwendigen Schritt, Uns näher zu kommen. Durch die Sprache der Feinstofflichen Welt geht der Traum vom gegenseitigen Verstehen in Erfüllung. Diese Möglichkeit muss erkannt werden, ehe man sie zu nutzen beginnt.

    27. Der Stein der Weisen ist etwas Reales. Man muss ihn sowohl geistig als auch physisch auffassen. Der als Stein bezeichnete geistige Zustand entspricht der Konsonanz aller Ablagerungen der psychischen Energie. Physisch kommt die Präparation jener von Paracelsus sehr nahe, doch er beging einen grundlegenden Fehler, auf dem er vergeblich bestand. Im Übrigen waren die arabischen Quellen, aus denen Paracelsus schöpfte, völlig richtig.

    28. Suggestion kann durch einen Gedanken, einen Laut oder einen Blick erfolgen und durch tiefes Atmen verstärkt werden. Welche Möglichkeiten bieten diese Tätigkeiten für wissenschaftliche Beobachtungen! Man kann bemerken, dass das Einatmen den Laut sowie die Ausstrahlung des Auges verstärkt! Seit langem wurden die verschiedenen Eigenschaften des Blickes des menschlichen Auges beobachtet. Durch eine Reihe von Experimenten lässt sich feststellen, wie weit die Wirkung der Ausstrahlung des Auges reicht. Dabei ist es lehrreich zu beobachten, welche Verbindung zwischen der Gedankenmacht und der Ausstrahlung des Auges besteht. Nur durch Beobachtung kann man die unsichtbare Welt menschlicher Einwirkungen ermessen. Verworren ist das durch unbewusste Gedankentätigkeit gesponnene Gewebe. Seid nicht erstaunt darüber, dass


der Gedanke im Raum weiterlebt. Auch die physischen Teilchen des Blickes verschwinden nicht. Indem wir beobachten lernen, werden wir wieder an das Herz erinnert und das Symbol des durchbohrenden Pfeiles verstehen.
    Viele Pfeile durchbohren das Herz, wie wir auf antiken Bildern zusammen mit der Flamme des Herzens sehen können. Vielleicht gäbe es ohne Pfeile auch keine Flamme. Man kann feststellen, dass die Grundlage der Erscheinung der Flamme ein Schlag ist wie die Geburt eines neuen Rhythmus. Der Lehrer wünscht, dass der Rhythmus accelerando7 wird - und zwar in allem.
    Die Möglichkeiten dürfen nicht im Voraus bestimmt werden. Genau das, was heute unmöglich erscheint, wird morgen möglich sein.

    29 Die Annäherung an Uns, das Verständnis für völlige Freiheit sind erforderlich. Wie schrecklich ist die Folge der Furcht oder des Suchens nach Vorteilen! Das unbefleckte, von allen Lasten befreite Streben bekundet den wahren Pfad. Nur das Herz, in dem sich weder List noch Bestechung verbergen, kann beurteilen, wo solche Freiheit beginnt. Doch die Grenzen der Freiheit des Herzens sind sehr fein. Was häufen die Menschen nicht alles um dieses feinste Gewebe auf! Wenn das Herz auf ferne Erdbeben widerhallt, unsere Haut die von einer Hand ausgehende Wärme, sogar auf beträchtliche Entfernung spürt, wie weit stärker vibriert dann das Herz durch menschliche Ausstrahlungen! Gerade diese Eigenschaft wird von der gegenwärtigen Wissenschaft nicht genügend beachtet.

    30. Warum bleiben so viele Experimente erfolglos? Vor allem wegen der Ungeduld und des Mangels an Bereitwilligkeit, Verantwortung zu übernehmen. Manchmal wurde Uns vorgeworfen, dass die Hilfe nicht rechtzeitig eintraf.


Aber anstatt eines Vorwurfs sollte der Bittsteller sich erinnern, wie voreilig er sich abwandte oder die Last für übermäßig hielt. Wir bedauern es sehr, wenn Wir kleinmütige Abwendungen gewahren oder Unwilligkeit, sich bis an den Rand eines Abgrunds zu begeben. Aber wie sonst, wenn nicht durch eine extreme Lage, kann die Energie angespannt werden? Solche Situationen sollen eben nicht als das Ende, sondern als der Beginn angesehen werden. Gleichfalls ist es im Üben von Geduld nützlich, sich den Begriff des Beginns zu eigen zu machen. Für manche ist entschieden alles ein Ende, aber für Unsere Schüler ist alles ein Beginn.

    31. Wie sollen Wir Erklärungen geben, wenn das Herz schweigt? Wie sollen Wir beschleunigen, wenn das Herz schwerer ist als Eisen? Wie sollen Wir das Herz bewegen, das geistig tot ist? So kann man jeden Widerhall des Herzens schätzen lernen, wenn die geheime Blume viele die Heiligkeit des Geistes hütende Blütenblätter entfaltet.

    32. Die "Kanäle des Wohlwollens" und die "Empfänger des Erdengiftes", so werden die Auserwählten genannt, die bereit sind, sich für das Wohl der Welt aufzuopfern. Die Aufnahme des Giftes ist ohne die Kräfte der Seligkeit unerträglich; doch ohne Erdengift würden einen die Kräfte der Seligkeit davontragen; so hat das Aufwärtsstreben eine irdische Grundlage. Natürlich, die Aufnahme von Gift ist für viele unerträglich, doch auch für die Seligkeit ist ein offenbares Stählen des Herzens erforderlich. Wir erachten es als einen Schatz, wenn das Herz bereits ohne Anspannung immer bereit ist, auf die Umgebung zu erklingen. Es ist nicht leicht, dies zu zeigen, wenn die Energien nicht in gleichklingende Kristalle umgewandelt werden und sich das "Ringse", das in Tibet richtig als das Bündnis des Himalajas gedeutet wird, bildet. 33. Und wer würde behaupten, dass es leicht sei,


der Lehre zu folgen, wenn die Aufspeicherungen unzureichend sind? Doch ist der "Kelch" gefüllt, dann ist der Pfad der Lehre unausweichlich. Wir können verstehen, dass die Aufnahme des Erdengiftes schwierig ist, denn jeder von Uns hat eine unbegrenzte Menge des Giftes in sich aufgenommen. Wie der Magnet bestimmte Metalle anzieht, so nimmt das Herz Seligkeit in sich auf. Wie ein Schwamm Flüssigkeit aufsaugt, so saugen die Poren der Haut die irdischen Gifte auf. Doch bewusst aufgenommenes Prana mildert den Giftstrom.

    34. Die Menschen unterscheiden sich nicht nur nach organischen Gattungen, sondern auch nach den Naturelementen; in ihrem Bewusstsein haften gewisse Bindungen! Niemand wird so viele Schattierungen der Flamme unterscheiden können, wie Menschen des Feuers. Niemand wird das Wasser so sehr lieben, wie die Menschen dieses Naturelements. Natürlich werden sich die im Naturelement Feuer zugehörigen Menschen auch zum Agni Yoga hingezogen fühlen. Sie werden seine ganze Notwendigkeit empfinden. Sie werden sich der Lehre des Feuers nicht vom Verstand her nähern, sondern sie als die einzige Lösung erkennen. Man kann die Notwendigkeit der Lehre verstehen, wenn es keinen anderen Ausweg gibt.

    35. Am schwierigsten ist es für die Menschen, die Verzückung des Geistes mit unversiegbarer Tätigkeit in Einklang zu bringen. Für Erfolg ist äußerste geistige Anspannung erforderlich, aber bei jeder Tätigkeit muss eine gewisse Reserve bewahrt bleiben. Eine erschöpfte Tat verliert an Schönheit und überzeugender Anziehungskraft. Ein Sänger, der die Stimmreserve erschöpft hat, erregt vor allem Mitleid. Die Bekundung äußerster Anspannung des Geistes darf sich nicht in Taten der Verzweiflung widerspiegeln; denn dann wird sich die innere Energie in eine dem Geist fremde Tat auflösen.


Dieses Gesetz muss man fest erkennen, um nicht einer Windmühle zu gleichen. Ich rate, alle Kräfte des Geistes zu sammeln, um sich nicht durch ungezügelte Taten zu zersplittern.

    36. Gewahrt ihr Zeichen von den Auserwählten, so behindert die Taten dieses Boten nicht. Nach den Zeichen des Agni Yoga kann man den Pfad des Auserwählten erkennen. So offenbart sich der Abgesandte nicht in Äußerlichkeiten, sondern in der ungewöhnlichen Tat. Es ist natürlich, dass Taten von besonderer Bedeutung das Bewusstsein der Menschen in Staunen versetzen müssen; beide Seiten zeigen auf ihre Weise Verständnis für diese Taten. Aber man kann nicht einen Abgesandten nennen, in dessen Umgebung sich nicht eine erstaunliche Energieverstärkung vollzog. Dem Gewitter gehen Wolken voraus. So gehen der Bestätigung der Wahrheit immer Wolken voraus. Aber ihr kennt die Bedeutung dieser geistigen Phänomene bereits. Ihr könnt behaupten, dass sich die segensreichen Botschaften in Zeitaltern wiederholen und dass sie sich unter den Massen verbreiten. Vom geistigen Gipfel aus kann man den den Widerhall der Lehre verbreitenden Rhythmus wahrnehmen.
    Doch vernehmt ihr auch nur einige Spuren eines Rufes, so vermeidet jede Behinderung; denn die Grundlage von Agni Yoga ist Feuer, und das darf nicht ausgelöscht werden. Und wer wird sich erdreisten, sich gegen das feurige Element zu wenden? Jede verloschene Flamme wird ein Echo hervorrufen. Daher gleicht das Karma des Verlöschers dem Schicksal eines Mörders.

    37. Ein Agni Yogi ist in allem sparsam, nicht aus Geiz, sondern weil er den Wert der Energie kennt, die sich von Oben ergießt. So hütet er sowohl seine eigene als auch die ihn umgebende Energie. Der Irrtum der Menschen besteht gewöhnlich darin,


dass sie nur in großen Taten Energie vermuten, und vergessen, dass weit mehr der gleichen, ihrem Wesen nach kostbaren Energie für kleine Dinge aufgewendet wird. Sowohl unbedeutende Handlungen als auch unbedeutende Dinge behindern das Leben. Vor allem muss man sich vor Staub hüten, der sich mit den Emanationen der Dinge vermengt und jene persönliche Energie zerstreut, die in einem Kanal bewahrt werden sollte. So werden wir alles hüten, was mit der Energie der Hierarchie zusammenhängt.

    38. Wie notwendig ist es, alles Geistige verstehen zu lernen! Wir können vom Herzen nichts erwarten, wenn sich unser Denken bei der Erwähnung alles Geistigen nicht erfreut. Denn wir müssen die Stufe erreichen, wo Licht aus unseren Wesen strahlt; dann sind wir wahre Mitarbeiter der höheren Welten. Strahlen wir das Licht der Seligkeit aus, dann sind wir zugleich Ärzte, Schöpfer und Beschützer entlang der herabsteigenden Stufenleiter der Hierarchie. Zuerst gewahren wir das äußere Licht, dann das in uns selbst, und erst nachdem die "Fackel" angezündet wurde, können wir Licht ausstrahlen.

    39. Sprecht hauptsächlich über das Geistige. Der Pfad des Geistes entwickelt wie nichts anderes das Bewusstsein und läutert das Leben des einzelnen. Betrachtet den geistigen Verkehr als praktische Übungen für das Leben des Herzens. Man muss das Bewusstsein, als Pfad zum Erfolg, reinigen. Wiederum spreche Ich nicht abstrakt, sondern für die Anwendung im Leben. Macht den Versuch, Heilmittel einem bewussten und einem unbewussten Wesen zu verabreichen. Es ist lehrreich, den Vergleich anzustellen, um zu beobachten, wie sehr das Bewusstsein alle Erscheinungen und Vorgänge verstärkt. So vermag man


den essentiellen Wert des Bewusstseins zu erkennen. Außerdem lenkt geistiger Verkehr das Streben der A-Energie in den zu den Höhen bestimmten Kanal. Gerade "Ketub"8 ist der Vereiniger der Energien. So darf man keine Zeit im Streben zum Gewöhnlichen verschwenden, wenn es so viele Möglichkeiten gibt, die einen aufwärtsziehen.
    Die Freude des Herzens liegt im Aufwärtsstreben.

    40. Die Unsichtbare Welt nimmt am irdischen Leben weit mehr teil als angenommen wird. Ratet, die Aufmerksamkeit auf die vielen kleinen Erscheinungen lenken, die für gewöhnlich gar nicht beachtet werden. Nicht verblüffende und blendende Erscheinungen schaffen die unvergesslichen Folgeerscheinungen, sondern jene, die der beschränkte Verstand Zusammentreffen oder "Zufall" nennt. Wenn wir sämtliche unerklärlichen Erscheinungen des Herzens in Betracht ziehen, dann werden sogar unvorbereitete Gemüter jene Ungewöhnlichkeit bemerken, die dem ärztlichen Gutachten widerspricht. Nehmen wir zum Beispiel den so genannten doppelten Puls, wenn eine äußere Beeinflussung scheinbar zwei Brennpunkte für den Organismus schafft. Jedoch die Erscheinung kosmischer Energie erklärt in völliger Schlichtheit, wie eng wir mit den Höchsten Kräften verbunden sind, und die äußeren Feuer und das Licht werden uns an dasselbe erinnern, wenn unsere Geisteszustände es zu sehen gestatten.
    Man muss das Wesen dieser Erscheinungen begreifen, ohne das vernünftige Denken aufzugeben. So kann man Magie in die Lehre des Herzens verwandeln. Jeder hat ein Herz, in dem für ihn das Energiepotential eingelagert ist, das heißt, dass die Neue Welt niemandem versagt ist. Wir nennen die Neue Welt das Wahrnehmen des Unsichtbaren Einen, sogar in seinem ursprünglichen


Stadium. Sogar solches Verstehen könnte die neuen Grundlagen ins Leben rufen!
    Der Vereiniger von Energien, der Vereiniger von Wissen, der feurige "Ketub" ist dem Agni Yogi verständlich. Streben nach Wissen wird zeigen, wie unmerklich sich das neue Bewusstsein aufschichtet und wie es die Lebenssubstanz verändert.

    41. Möge euer Herz manchmal mit der Höheren Welt Zwiesprache halten. Dieses Gespräch kann in vielen Sprachen geführt werden. Vielleicht wird das Herz in seiner Erinnerung die Stunden aus vielen Leben sammeln. Vielleicht wird es ein stilles Gespräch sein, ohne Belehrungen und Ratschläge, bloß erhebend und beim Aufstieg stärkend; vielleicht das Schweigen der Dankbarkeit, oder das Schweigen der Macht der Bereitschaft. Die Flamme des Herzens wird im Streben zur Vereinigung mit der Höheren Welt entfacht. Allein das Herz wird den Weg zur Hierarchie finden. Das Herz wird sich durch die Macht des Höheren Einen stärken. Nur das Herz wird in der Schlacht eine Festung sein.

    42. Gewaltig, beklemmend und heftig ist der Kampf. Wir wissen, dass die Anspannung einiger zur Stärkung anderer führt. Wenn Ich zur Erhaltung der Energie rate, so bedeutet das, dass die Kräfte für die Schlacht einzusetzen sind. Das Feuer breitet sich über die ganze Welt aus. Im Vergleich mit dem derzeitigen war der frühere Krieg nichts. Seine Energie zu bewahren wird nur ein Zeichen der Eignung zur Tat sein. Solche Umsicht ist in allem nötig, wenn Wir Selbst an nie dagewesene Maßnahmen für die gegenwärtige Rasse herangehen. Aber die Welt kann in ihrer Zersetzung nicht im Stich gelassen werden! Erachtet die Zeit als äußerst ernst! So seid zu Mir bestrebt!

    43. Magie ist wie eine Massage. Massage


beschenkt künstlich und bringt die Körperformen sowie den Blutkreislauf wieder in Ordnung. Magie verbindet auch künstlich und stellt die Verbindung mit du Unsichtbaren Welt her. Ein normaler Organismus braucht keine Massage. Ein entwickelter Geist braucht keine Magie. Massage befasst sich mit kranken Organen. Magie vermittelt das Lehren von Zuständen, von Besänftigungen, ohne den einfachsten Zugang zur Höheren Welt zu erschließen. Wurde einmal mit Massage begonnen, so muss man sie steigern, sonst ist das Gewebe von anormalem Wachstum und Zerstörung bedroht. Hat man sich der Magie zugewandt, ist es notwendig, ihre Beherrschung zu steigern, andernfalls werden die Naturelemente den Abschweifenden bedrängen. Bei diesem Vergleich der körperlichen mit der geistigen Welt erkennen wir dieselben Lebensgesetze. Dieselben Gesetze weisen darauf hin, dass für ein entwickeltes Bewusstsein die nächst liegenden Pfade die einfachsten sind. Bei Mäßigkeit wird sich der Magen nicht ausdehnen. Das Herz wird bei Verfeinerung des Geistes nicht verstummen.

    44. Es muss ein für allemal festgestellt werden, dass Yoga keine Magie ist. Vor allem gibt es im Yoga nichts Künstliches. Die Verwandtschaft und Harmonie der Gesetze des Seins widersprechen jedem Zwang. Ein Yogi kann die Uranfängliche Energie ohne äußerste Notwendigkeit nicht stören. Der Yogi wird in vollem Einklang mit der Natur schaffen. So ist das Wissen eines Yogi vor allem auf Gefühlswissen begründet; auf dieser reinen Oberfläche werden die Zeichen der Erfahrung eingeschrieben.

    45. Der Vorgang der Energieverstärkung ist ähnlich wie bei einer Pumpe. So ist das Aufwärtsstreben der Energie absolut durch den abwärtsgängigen Druck bedingt. Die Menschen erachten diesen Druck gewöhnlich als Missgeschick, indes


ist dieser die physische Schwelle zum Aufstieg. Bedrückung äußert sich natürlich völlig anders, aber jeder, der den Aufstieg erklommen hat, kann die Augenblicke innerer und äußerer Bedrückung feststellen. Es ist betrüblich zu sehen, wie unwissende Menschen, ohne das Prinzip der Pumpe zu verstehen, der Bedrückung unterliegen; dieser Umstand ist besonders jetzt ernst, wo ein Massenbewusstsein geformt wird; wo es dringend erforderlich ist, die Tausende von undisziplinierten, ungebildeten, gegenüber den elementarsten Gesetzen unwissenden Bewusstseine in Einklang zu bringen! Wie leicht können diese Massen das Verständnis für die Bedrückung, als Pforte des Aufstiegs, verlieren.

    46. Die Bürgschaft ist eine Erscheinung von ungeheurer Bedeutung. Sie schafft die Kette der Herzen und verwandelt Chaos in die bewussten Arterien des Raumes. Das des Nachts geoffenbarte Symbol war äußerst bedeutungsvoll. Die Schlange der Finsternis verschlingt den Freund, wenn er nicht die bewusste Vereinigung eingeht. Ebenso groß ist die Verantwortung des Bürgen. Es heißt nicht umsonst - die Hand brennt! So durchbohrt einen, ohne Übertreibung, ein feuriger Schmerz, wenn jene, für die man bürgt, Fehler begehen, aber es kann keinen anderen Aufbau gibt und deshalb übet Vorsicht und Aufmerksamkeit

    47. Worin besteht denn Glück? Besteht es darin: dazusitzen, ohne es zu wagen, die Ursubstanz mit einem Gedanken zu wecken; oder darin, den Gedanken auf einen neuen Lebensaufbau zu richten? Ich sprach zuerst über Tätigkeit zu euch, doch jetzt werden wir den Gedanken bejahen. Tätigkeit, sogar die erhabenste, berührt verhältnismäßig niedere Schichten; aber nur der Gedanke kann seinem Wesen nach auf die Ursubstanz einwirken. Zuerst sprach Ich von der Tätigkeit,


als den erreichbaren Beweis, aber mit einem ausreichend erweiterten Bewusstsein ist es an der Zeit, die Bedeutung des Gedankens zu bestätigen. Viele gedankenlose Tätigkeiten bleiben an der Oberfläche des Daseins und unterscheiden sich kaum von der Tätigkeit der Tierwelt. Aber wenn wir über Gefühlswissen und das Herz sprechen, ist es notwendig, den Gedanken als die Macht und den Mitschöpfer des Daseins zu bestätigen. Beachtet, dass Ich weder von Diskussionen noch vom Überlegen spreche, sondern vom Gedanken, der mit seinem individuellen Rhythmus über die Oberfläche der Substanz hinwegjagt und so unbegrenzt schafft. 48. Der Gedanke ist die Äußerung des Lebensglücks; der Gedanke, der nicht vom Herzen ausgeht, wird die Oberfläche des Daseins nicht durchdringen, doch der vom Herzen kommende Gedanke ist wie ein ungestümer Pfeil! Das Aufkommen von Gedanken inmitten der Energieanspannung darf einen nicht beirren; diese Gedanken gleichen einem Sturmbock und dringen in die Tiefe des Seins. Deshalb lasst uns nach der äußeren Tätigkeit die Wirklichkeit der Gedankenschaffenskraft schätzen.

    49. Die Note aus dem Raum ist noch viel stärker, und die neuen Rhythmen sind wie eine neue, von den Finsteren unerwartete Rüstung. Man kann dauernd neue Schwingungen schaffen und so die Finsternis abwehren.

    50. Vor dem Weber liegt sein Warp, ohne das der geschickteste Werkmann seinen schöpferischen Gedanken nicht wiedergeben kann. Für die Gedankenschaffenskraft bedarf es ebenfalls des Kosmischen Gedankenrahmens; denn so nennen Wir die Ursubstanz, aus der der feurige Gedanke die Funken der Schöpfung schlägt. Die gleiche Arbeit kann sowohl von erfahrenen Denkern als auch von Kindern geleistet werden, wenn sie von einem unabänderlichen Verlangen entflammt sind. Ohne den Grad und die Qualität ihrer Gedanken zu kennen,


kann man weder einen Eremiten noch einen Asketen beurteilen. Noch kann man den Sänger oder den Dichter beurteilen, ohne Kenntnis der von ihnen ausgehenden Gedankenschaffenskraft. Allmählich werden wir uns daran gewöhnen, nicht zu verurteilen, denn nur die Gedankenschaffenskraft ist des Schöpfers Mitarbeiter. Sammeln wir also behutsam alle bestehenden Gedanken, welche die Akasha9 segensreich durchdringen und das Wesen des Daseins erreichen können. Der größte Trost liegt darin, dass niemand des Gedankens beraubt ist, und vertraut mit seiner Bedeutung kann jeder diese innewohnende Seligkeit üben.

    51. Manchmal sagen die Menschen: "Ich war im Träume so aufgewühlt, dass mein Herz sogar Beklemmung verspürte." Die Herzenspein rührt nicht von üblen Träumen her, sondern von der Anspannung nach lichtvollem Verlangen. Herzenspein füllt unser Wesen vor allem mit der Substanzkraft. Gewiss, die Akasha-Skulptur ist nicht immer mit Herzenspein verbunden, aber ein Gefühl von Wehmut enthüllt auf jeden Fall Anspannung und Zusammenarbeit mit dem Ursprünglichen Gedankengefüge. So braucht man Wehmut nicht als übles Zeichen anzusehen.

    52. Jene, die den Pfad des Großen Dienstes beschreiten, fürchten manchmal, sie verfügten nicht über genügend geistigen Vorrat für dauerndes Geben. Sie wissen wohl, dass die gebende Hand nicht versiegen wird, doch es ist schwierig für sie, dies im tieferen geistigen Sinn zu befolgen. Aber das gleiche wird auch von den Vögeln des Himmels gesagt, die für das Morgen reichlich Nahrung haben. Wahrhaftig, in Zusammenarbeit mit der Hierarchie wird der geistige Vorrat nicht versiegen. Das das Bildnis des Herrschers verehrende Herz wird nicht verstummen. So braucht man nicht zu fürchten, der geistige Vorrat könnte versiegen - er ist


unversiegbar. Man kann diese Schätze ausgießen - nur halte man den silbernen Faden fest.

    53. Ein unerfahrener Krieger des Geistes ist manchmal darüber erstaunt, "wie die Schlacht so heftig sein kann, nachdem seine Hände und Füße noch heil sind?" Als ob die Anspannung der Schlacht nur in gebrochenen Gliedern läge! Doch die gewöhnlichen Teilnehmer an der irdischen Schlacht fühlen oft ihre Anspannung nicht; nur der Führer erkennt, was vorgeht.

    54. Mit Recht fragt man: "Was kennzeichnet die Bedeutung des Gedankens im Neuen Zeitalter? Wenn der Gedanke so hartnäckig bejaht wird, heißt das, dass ihm bei der Erneuerung des Lebens besondere Bedeutung zukommt?" Das ist völlig richtig. Wenn im Schwarzen Zeitalter der Gedanke eng mit dem Menschen verbunden war, oder der Magnetismus sich auf geringe Entfernungen erstreckte, so bedeutet im Neuen Zeitalter der Gedanke Raum! Deshalb soll man nicht persönlich denken, sondern räumlich.

    55. Für die meisten Menschen ist räumliches Denken nicht leicht, denn dabei ist es vor allem wichtig, die Persönlichkeit zu wahren, doch den Egoismus abzulegen. Vielen wird solch ein Gegenpol widersinnig erscheinen; denn für sie bedeutet Egoismus Persönlichkeit. Die Erscheinung einer dem Allgemeinwohl ergebenen, machtvollen Persönlichkeit geht über die Vorstellung vieler hinaus, aber ohne Persönlichkeit wäre Denken kraftlos. Die Neigung zu egoistischem Denken fügt der verseuchten Aura des Planeten weiteres Gift hinzu. Für viele ist es auch schwierig zu erkennen, dass die Gedankensubstanz unzerstörbar und nicht an die Schichten des Raumes gebunden ist; was bedeutet, dass die Verantwortung für jeden Gedanken groß ist. Einen Raubvogel kann man mit einem Pfeil erreichen, aber was kann einen abscheulichen Gedanken vernichten?


    56. Ein weiser Hausherr wird nicht ohne besonderen Grund alle Feuer anzünden. So wird in alten Legenden von dem von einer Flamme umgebenen Berg gesprochen, aber nirgendwo wird behauptet, dass das Feuer dauernd brannte; es flammte je nach Notwendigkeit auf. So lodern auch eure Feuer nach Notwendigkeit - das Auge Brahma, oder die Schwingen, oder die Strahlen des Kehlkopfs, oder die anderen einundzwanzig Hauptfeuer. Man muss ihnen gewähren, sich ihrem Wesen gemäß zu entzünden. Es ist notwendig, aufzuzeigen, dass die Feuer je nach der Stärke der Verbindung mit der Hierarchie wirken. Entflammung oder ungehemmtes Lodern ist unzulässig. Im Großen Dienst sind Sorgfalt und Vorsicht die ersten Grundsätze der höchsten Zusammenarbeit. Wir hüten jedes Teilchen der Energie der Elohim oder jedes Urukaija10 des Raumfeuers. Diese Verantwortlichkeit ist vor allem in der Zeit der Anspannung der Schlacht erforderlich.

    57. Es ist notwendig, Verständnis für den Großen Dienst einzuflößen. Reine Herzen können, ohne zu ermüden oder nachlässig zu werden, den Großen Dienst ausüben. Wie verderblich ist die Abstumpfung durch Nachlässigkeit! Und wie viele, sogar Wissende, sind unfähig, ihr zu widerstehen! In alten Zeiten nannte man sie "die Grauen Schlangen". Mögen die Freunde Wachsamkeit und Aufmerksamkeit bekunden.

    58. Sicherlich ist euch im Laufe der Zeit die Bedeutung der Anwendung von Magneten sowie das Durchschreiten von Ländern bereits klar geworden. Das ist nicht das Ergebnis von Aberglauben, sondern der Anwendung von Strahlen und Magnetismus, was der Wissenschaft bereits in geringem Maße bekannt ist. Sogar Skeptiker leugnen die besondere Bedeutung persönlicher Einflüsse nicht. Von hier ist nur noch ein Schritt zu dem mit dem Zentrum geoffenbarter Energien verbundenen starken Magneten.


So ist es auch nicht schwierig, die Bedeutung des Durchschreitens eines menschlichen Organismus, jener stärksten chemischen Batterie, zu verstehen. Sogar Hunde spüren die starken Spuren eines Menschen. Weit stärker allerdings entwickelt sich diese Emanation bei der Anwendung des Bewusstseins! Daher ist die Bedeutung der Sendboten sehr groß, und man fährt fort, sie anzuwenden.
    Wahrhaftig, man kann die Fußtapfen eines Abgesandten verfolgen, der gleich einem Magneten ein ganzes Ortsgebiet in seinen Wirkbereich zog, wie von den "Engeln des Lebens und Todes" berichtet wurde. So muss man die Ereignisse konzentriert verfolgen, und man wird in ihnen ein weitgespanntes System erkennen. Wenn gewöhnliche Astrologen das Zusammenwirken großer ferner Ereignisse wahrnehmen, wie lehrreich ist es dann, die Vollführung der Pfade zu verfolgen, deren Richtung man kennt!

    59. Drei Umstände können das Karma besonders belasten: Erstens, der Abfall vom Lehrer; zweitens, der Verdacht, dass die Verbindung mit der Hierarchie Schaden bringen kann; und drittens, die Weigerung, einen verantwortungsvollen Auftrag zu erfüllen. Nur das Herz kann einem eingeben, wo der Abfall, der Argwohn und die Weigerung beginnen. Wer der Lehrer oftmals verraten hat, fängt in seinem Wahnsinn an zu versichern, dass er niemals weder an Verrat noch an Weigerung gedacht hat. Ein verfinsterter Verstand vermag tausenderlei Rechtfertigungen zu ersinnen, um das zu verbergen, was seit langem in der Rolle des Karma eingeschrieben stand. Es ist besser, sich nicht zu nähern als abtrünnig zu werden! Für den Abtrünnigen erhellt sich die Nacht nicht; aber das ist keine Strafe,


sondern nur die Folge der Saat! Das Herz vermag den Keim des Verrats zu erkennen.

    60. Die Menschen schenken der Unsichtbaren Welt sehr wenig Beachtung. Es ist erforderlich, sich ihr Vorhandensein in allem bewusst zu eigen zu machen. Man kann den Raum als das Verbindungsmittel zu den uns beobachtenden Unsichtbaren Welten betrachten.

    61. Man muss die Stunde, die "der Drache der Schwelle" genannt wird, durchleben! Wir nennen diese Stunde "das Zerreißen des Schleiers". Davon sprechen Wir, wenn die Finsternis plant, den Schleier zu zerreißen, dafür aber nur die Entfernungen enthüllt. Aber es ist Mut nötig, denn wo sonst werden wir die Aufspeicherung von Mut offenbaren?

    62. Wie die Sonne das Herz eines Systems ist, so ist das Herz des Menschen die Sonne des Organismus. Es gibt viele Sonnen-Herzen, und das Weltenall stellt ein System von Herzen dar; deshalb ist der Kult des Lichts, der Kult des Herzens. Dies abstrakt aufzufassen heißt, dass dabei das Herz kalt bleibt; doch sobald das Licht des Sonnen-Herzens zum Leben erwacht, beginnt die Wärme des Magneten zu strahlen wie eine wirkliche Sonne. Es heißt "Überschreite Santana11 mittels des Herzens". So vermag man das Verstehen des Herzens anzufachen. Man möge den Rhythmus des Herzens als den Lebensrhythmusbetrachten. Die Lehre des Herzens ist hell wie die Sonne, und die Wärme des Herzens eilt so schnell wie der Sonnenstrahl. Jeder wundert sich, wie der Strahl der aufgehenden Sonne alles augenblicklich erwärmt. In gleicher Weise kann das Herz wirken.
    Ich spreche von der Wärme des Herzens, wenn diese besonders nötig ist. Der strebende Gedanke entzündet den Raum, die Wärme des Herzens hingegen ist ein beständiger Herd. Mut


wohnt in der Wärme des Herzens; daran muss man denken! Das Erscheinen der finsteren Kräfte ist wie Frost für die Saat. Nur die Wärme des Herzens bietet einen leuchtenden Schild. Doch so zart wie wir die Lichtwellen prüfen, so behutsam muss man sich dem Herzen nähern.

    63. Das Herz, das sich dem Guten Hingibt, strahlt unentwegt Wohlwollen aus, unabhängig von den Willenssendungen. So sendet die Sonne vorsätzlich keine Strahlen aus. Das Herz, das sich dem Bösen verschworen hat, stößt bewusst oder unbewusst unaufhörlich Pfeile aus. Das gütige Herz streut Gesundheit, Lächeln und geistiges Heil um sich aus. Das böse Herz vernichtet die Wärme und saugt wie ein Vampir Lebenskraft aus. So besteht die Tätigkeit sowohl des guten als auch des bösen Herzens unaufhörlich. Die Zustände von Gut und Böse unterscheiden sich auf der niederen Seinsebene ihrem Sinn nach von denen in der Höchsten Welt. Man kann sich sowohl einen lodernden Schmelzofen des Lichts als auch einen gähnenden Abgrund der Finsternis vorstellen. So furchtbar kreuzen sich die Schwerter der Dämonen und der Erzengel! Wie viele Herzen werden unter den Blitzen der Schlacht vom Licht und von der Finsternis angezogen!

    64. Es ist notwendig, sich die stetigen Ausstrahlungen des Herzens lebhaft zu vergegenwärtigen. Man muss verstehen, warum die Anwesenheit böser Herzen die guten Herzen so schmerzlich berührt. Weder ein Lächeln noch eine erzwungene Grimasse des Bösen vermögen die Ausstrahlung des Herzens zu verbergen. Herzensgüte schließt selbst gerechte Empörung nicht aus; doch Reizbarkeit ist das Reich des Bösen. Nur das Streben zur Hierarchie kann die Grenze vieler Gefühle bestimmen.

    65. Das Durchschreiten der Ströme ist ebenso schwierig zu ertragen wie das Wetzen


der Schwerter. Wenn sogar das Zerreißen von Papier das Herz belastet, wie sehr führen dann erst das Durchschreiten verschiedener Ströme und Spannungen zur Zusammenziehung der Nerven! Wenden wir uns wieder dem Allheilmittel zu: Nur verstärktes Streben zur Hierarchie kann alle Pfeile der Ströme abschwächen.

    66. Ihr kennt die Einwirkung der menschlichen Ausstrahlungen auf Pflanzen. Ihr kennt auch die Wirkung der Farbe. Jetzt ist es notwendig, an die Bedeutung des Tones zu erinnern. Die Ähnlichkeit dieser Einwirkungen ist bedeutend. Wenn zur Ausweitung der Wirkkräfte der Pflanze ein offenes, helltönendes Herz nötig ist, dann sind bei der Wirkung der Töne Konsonanz12 und alle Verbindungen der Dominante13 erforderlich. Dissonanz14 kann den Energiestrom nicht verstärken. Die Einwirkung von Dissonanzen auf Menschen kann als Gegenwirkung zur Stärkung des Bewusstseinsrhythmus nützlich sein, aber für Pflanzen, bei denen das Bewusstsein sehr gering ist, erweist sich Dissonanz nur als hindernder Umstand. Bei Mineralien kann Dissonanz sogar Auflösung bewirken. Wahrhaftig, die Rose ist das Symbol der Konsonanz, und die Dominante der Ausstrahlung der Rose steht in Einklang mit dem Lodern des Herzens. Mit der Einwirkung von Tönen auf Pflanzen sind wenig Versuche angestellt worden, aber die Alten glaubten, dass die schönsten Blumen in der Umgebung von Tempeln wuchsen, wo es viel Einklang von Stimme und Musik gab.

    67. Sucht und verbindet euch mit allem, was in seiner Substanz feinstofflich und verfeinert ist, und verbindet euch damit. Ich spreche nicht nur von Gegenständen, sondern auch von Menschen. Und unter den Menschen wählt nicht jene, die nur materiellen Erscheinungen zustreben. Aber sogar jene sind nichtig, die Geistigkeit anerkennen


und dennoch nach groben Erscheinungen streben. Sie werden nicht die ersten sein, die das des Herzens betreten. Vielleicht werden andere, die die Feinstoffliche Welt nicht schauten, aber sie mit ihrem Herzen verstanden, die Magier und Zauberer überflügeln. Der Beweis des inneren Auges und das Entzünden der Feuer hängen von der Verfeinerung des Bewusstseins ab; allein diese Pforten sind dem Reich des Herzens am nächsten. Ungläubige, die ihre Finger auf die Wunde des Lichts legen wollen, können ihr Herz nicht einer plötzlichen Erkenntnis öffnen. Wahrhaftig, prüft alles Bestehende. Aber ohne das Lodern des Herzens werden diese Prüfungen den Funken von gestern gleichen.
    Das Wort über die Erkenntnis des Herzens ist nicht abstrakt. Wie kann jemand, der diese Verfeinerung nicht begreift, die höchsten Ebenen der Feinstofflichen Welt erreichen? Wie kann der Pilger ohne diese Erkenntnis eintreten und den feinstofflichen, den höchsten Körper nährenden Äther in sich aufnehmen? Nutzlos ist das Wahrnehmen von Gespenstern, die mit dem Schleier Zersetzungen verhüllen. So prüft die Welt mit dem Herzen.

    68. Über alle Abgrenzungen hinaus gelangen wir unvermeidlich zur Synthese des Herzens. Wir brauchen nicht daran zu erinnern, dass vom Vermengen aller Töne Stille ausgeht. Lernen wir es daher, das Herz der Stille anzupassen. Aber diese Stille wird keine Leere sein, sie wird den Raum mit der Synthese des Gedankens erfüllen. Genauso wie das Gebet des Herzens keiner Worte bedarf, so bedarf die schwangere Stille keiner Formel. Angespannte Stille verlangt nach Ansammlung vieler Gedanken und wohlwollenden Wünschen. So schlägt das in Stille angespannte, wie ein Dynamo angefüllte Herz den Rhythmus des Universums,


und persönliche Wünsche werden in den führenden Universellen Willen umgewandelt. So wird Zusammenarbeit mit den fernen Welten entwickelt.

    69. Man klagt allgemein über mangelnde Führung. Die Menschen sind gewohnt, ihre Eigentümlichkeiten hinter Klagen zu verbergen. Jedoch gerade die Menschheit ist der Führung nicht beraubt, sie sollte aber allem Gegebenen Beachtung schenken! Viele durch geistigen Einfluss erweckten Impulse gehen nicht nur ungenutzt verloren, sondern erweisen sich sogar als schädlich, weil sie im Bewusstseinsspeicher entstellt verwahrt werden. Man kann feststellen, dass nur ein geringer Teil der Eingebung richtige Anwendung findet. Besonders hinderlich sind die Gewohnheiten, die das Bewusstsein in herkömmliche Pfade zwingen. Sie schwächen auch die Fähigkeiten des Herzens, wenn es für den Widerhall auf die Höchste Führung bereit ist. Gerade das Herz erkennt das Höchste vom Niedersten; aber das geschwächte, verfinsterte Herz wird auf die niederste Ebene abgleiten, auf der sogar das Niederste für das Höchste gehalten wird. Reinheit des Herzens ist der wichtigste Besitz. Weisheit, Mut und Selbstaufopferung können in keinem finsteren Herzen wohnen. Aber Führung wird heldenhafte Taten einflößen, und solcher Rat darf weder als übertrieben noch als streng erscheinen.

    70. Viele der beharrlichsten Sendungen verwandeln sich in ungewisses Schwanken. Man kann bemerken, dass oft sogar wertvolle Geistwesen die gegebene Weisung nicht rechtzeitig befolgen und wie nichtig die behindernden Umstände sind. Die Handlungen und Gewohnheiten werden nicht den Sendungen von Oben angemessen. Darüber hinaus


ist es nicht notwendig, die Führung mit magischen Formeln herbeiziehen zu wollen - sie ist nahe, und der Magnet eines reinen Herzens wird den Pfad läutern. Die wichtigste Errungenschaft ist dieser Magnet, der anzieht und öffnet. Wahrhaftig, es ist freudvoll, sich in Gegenwart eines reinen Herzens zu befinden!

    71. Wahre Feierlichkeit entfaltet sich in der höchsten Anspannung. Feierlichkeit ist weder Ruhe noch Zufriedenheit, noch das Ende, sondern genau der Anfang; sie ist Entschlossenheit und Fortschritt auf dem Weg zum Licht. Mühen, als das Räderwerk des Strebens, sind unvermeidlich. Furchtbare Bedrückungen sind unvermeidlich, da sonst der Ausbruch schwach ist. Aber kann Freude sich durch Leichtfertigkeit einstellen? Dort gibt es nur Lüsternheit, aber Freude besteht im Sieg des Geistes. Der Sieg des Geistes besteht in der Durchsetzung unabänderlicher Prinzipien. Wird das Friedensbanner entfaltet, kann man von Feierlichkeit erfüllt sein.

    72. Zahlreiche, schon nahe liegende Möglichkeiten schlagen fehl zufolge der vom menschlichen Wehklagen herrührenden Selbstbemitleidung. Beginnen die Menschen abzuwägen, wie viel sie geopfert und wie wenig sie vom Lehrer empfangen haben, dann geht der Sinn der Lehre verloren. Die Menschen berechnen das Erhaltene wie den Lohn eines Tagelöhners, ohne es mit der Ewigkeit, für die sie leben, zu vergleichen. Wie unvereinbar mit dem Sinn der Vervollkommnung ist der Gedanke an Belohnung für gute Vorsätze! Aber man kann sagen, dass viele es vorziehen, das Kleid des Tagelöhners anzulegen, nicht dass ihr Herz verdorben wäre, sondern infolge mangelhafter Entwicklung der Vorstellungskraft. Bei vielen


wird durch den Wunsch nach Selbstbemitleidung das Gefühlswissen der Ewigkeit ausgeschaltet.
    Aber alle Lehren sprechen von der Last des Fleisches, um das Augenmerk auf das Primat des Geistes zu lenken. Man sollte die Lehre als den Beginn wahrer unveräußerlicher Vorrechte annehmen. Man sollte es schätzen, dass die Lehre das Bewusstsein vertieft und die wahren Möglichkeiten des Lebens bietet, sofern diese nicht zurückgewiesen werden. Dieser einfache Aspekt wird so selten in Betracht gezogen. Die Menschen ziehen es vor, ihr Wehklagen in den Raum zu senden und einen Steinhagel auf sich herabzubeschwören. Aber Wir wollen sie nicht erschrecken, damit sie nicht sagen, Uns mangle es an Liebe. Die Menschen messen der Liebesbekundung solch seltsame Umstände bei, dass es scheint, als würde ihre Liebe im Münzamt geprägt! Aber Liebe ist für den Pfad zur Unbegrenztheit erforderlich. Der Führer ist so dringend notwendig; wenn wir mit letzter Anstrengung auf den glatten Felsen den rettenden Faden suchen, wird die Führende Hand uns berühren.

    73. Sogar in den ältesten Zeiten erkannten die Menschen die Bedeutung des Herzens. Sie betrachteten das Herz als die Wohnstätte Gottes. Sie schworen, indem sie die Hand auf das Herz legten. Die wildesten Stämme tranken sogar das Herzblut des Feindes und verspeisten sein Herz, um sich zu starken. So bekundete man die Bedeutung des Herzens. Doch jetzt, im Zeitalter der Aufklärung, wird das Herz zu einem physiologischen Organ erniedrigt. Die Alten tranken aus den Schädeln ihrer Feinde; die Kelche für heilige Rituale wurden aus dem Scheitelknochen angefertigt. Jenen, die vom Glockezentrum wussten, war bekannt, dass der magnetische Druck die Knochensubstanz verwandelte.


Aber jetzt lachen die Menschen bloß über diese machtvollen, heilsamen Substanzen. Die nichtigste Erfindung zieht viele Abnehmer an, aber die mächtigsten chemischen Laboratorien gerieten in Vergessenheit. Indes bietet eine natürliche Koordinierung der drei Naturreiche die stärksten Zusammensetzungen. Man sollte die Menschen vor allem an die Bedeutung des Herzens, als den Einiger der Welten, erinnern. Ist das Feuer des Herzens nicht das eigentliche Raumfeuer?
    Man kann klar erkennen, wie bedeutend für die Alten die Verbindung mit den fernen Welten war, deren Magnetismus unwägbare Kraft verleiht; denn fühlt das Herz nicht die feinstofflichsten Schwingungen?

    74. Der Begriff Wille muss klar untersucht und erkannt werden. Der Wille des Gehirns wurde zur Hochburg des Westens, während der Osten sein Bollwerk im Herzen beibehielt. Bei Suggestion gebraucht der westliche Hypnotiseur den Willen, indem er die Zentren der Gliedmaßen und Augen anspannt; aber diese Ausstrahlung wird nicht nur schnell erschöpft, sondern sie führt auch zur Ermüdung und wirkt vor allem nur auf sehr inkonsequente Entfernungen. Bei Willensübertragung sind weiträumige Erfolge nicht möglich; aber das Herz des Ostens bedarf nicht der Anspannung der Gliedmaßen, es vergeudet nicht unnütz die Energie, sondern sendet seine Gedanken, ohne sich auf Orte zu beschränken, aus. Die Eingebung des Herzens, als natürlicher Verbindungskanal, schadet weder dem Sender noch dem Empfänger. Die westliche Methode ist immer äußerlich sichtbar, der östliche Akt hingegen hat nichts Äußerliches an sich; ganz im Gegenteil, der Sender sieht den Empfänger nicht an,


denn das Bild der Bestimmung ruht in seinem Herzen. Die Tätigkeit des Herzens hat viele Vorzüge, doch um diese zu erfassen, ist es vor allem notwendig, die Bedeutung des Herzens zu erkennen.
    Die Macht des Herzens erobert durchaus alles. Das Herz vermag die Bedeutung ferner Ereignisse zu erkennen. Das Herz kann sich aufschwingen, die nötigen Verbindungen verstärkend. Das Herz kann sich mit den fernen Welten verbinden. Erprobt es allein durch die Willensübertragung, und ihr werdet den Unterschied im Willen des Herzens erkennen. Maitreya ist das Zeitalter des Herzens! Nur mit dem Herzen kann man die Schätze Maitreyas ermessen! Nur mit dem Herzen kann man verstehen, wie sehr alle Errungenschaften, das ganze Gefühlswissen, für die Zukunft nötig sind.

    75. Liebe, Heldentat, Arbeit und Schöpferkraft - diese Gipfel des Aufstiegs bewahren die Bestrebungen des Aufstiegs bei allen Umstellungen. Welch eine Fülle von zusätzlichen Begriffen sie umfassen! Was ist Liebe ohne Selbstaufopferung, oder Heldentat ohne Tapferkeit, Arbeit ohne Geduld, und Schöpferkraft ohne Selbstvervollkommnung? Und dieses ganze Heer segensreicher Werte leitet das Herz. Ohne es werden die geduldigsten, die tapfersten und die bestrebtesten Menschen kalte Särge bleiben! Belastet durch Wissen, aber unbeschwingt, werden die Herzlosen sein! Es ist traurig, den Ruf zu versäumen! Es ist traurig, nicht völlig der Hierarchie zu folgen! Oft suchen die Menschen die Abweisung der Hierarchie vor sich selbst zu verbergen. Kannst du, Wanderer, offenherzig der Hierarchie folgen? Reicht deine Bereitschaft vielleicht nur bis zur ersten Wendung, bis zur ersten Stufe, wo allein die Hierarchie helfen kann?


Vergisst du sie nicht in einer schweren Stunde und gedenkst der Hierarchie nur im Überfluss?
    Ganz zu Beginn der Vermittlung der Lehre wart ihr des öfteren erstaunt über die Abkehr und Abweichung sogar euch Nahestehender. Ihr könnt die tiefe Traurigkeit verstehen, wenn man sieht, wie ein Schüler auf der Schwelle oft ungestüm wegläuft in den Wald. Meine Hand begleitet unablässig den in voller Bereitschaft einherschreitenden Wanderer.

    76. Die Grenze zwischen Wertvollem und Wertlosem ist sehr gewunden; allein das Herz kann den Weg durch alle Gehirnwindungen finden. Doch jetzt ist die Zeit, sich der geistigen Schaffenskraft bewusst zu werden. Erscheint es vielen nicht seltsam, dass die Feinstoffliche Welt für sie noch unsichtbar ist, obgleich sie in der Progression der Welten schon entsprechend verdichtet ist? Das bedeutet, dass das physische Auge um so viel grober ist, dass es sogar den nächsten Zustand der körperlichen Umwandlung nicht erkennen kann. Wenn die Menschen bemüht sind, sogar die wissenschaftlichen Apparate zu vervollkommnen, wie wünschenswert ist dann die Verfeinerung des menschlichen Apparates selbst! Aber ohne die helfende Anziehungskraft des Herzens ist es unmöglich, in dieser heldenhaften Tat voranzukommen. Wer mit dem Herzen zu fühlen vermag, kann sich schon über die Beschränkungen des Körpers hinaus bewegen. Abtrünnigkeit von geistiger Schaffenskraft wirft einen für viele Leben zurück. Es ist unverzeihlich, in einen niederen Zustand zu sinken, wenn die Augen schon geöffnet wurden. Denken wir an die auferlegte Arbeit, die physische Hülle zu durchdrungen, an die getroffenen Maßnahmen, das Bewusstsein nach seiner Anspannung voranzubringen! Kann man da umkehren?

    77. Es gibt viele, die beim Übergang


der Menschheit zur geistigen Schaffenskraft der Besessenheit anheimfallen, als ob jemand die Schlüssel zu losen Schlössern nachgebildet hätte. Es ist besonders notwendig, die Menschen sorgfältig zu studieren. Darüber hinaus ist zu bedenken, dass Besessene über eine eigentümliche Logik verfügen, voller Widersprüche. Will man ihnen helfen, so kann man den Eindringling durch Suggestionskraft austreiben, oder man mag den Besessenen in Ruhe lassen und womöglich sogar völlig isolieren. Denn der Eindringling braucht nicht so sehr das Subjekt, als vielmehr die Wirkung auf die Umgebung. Am schlimmsten ist es, einen Besessenen dadurch zu quälen, ihn zur Vernunft bringen zu wollen, die er nicht besitzt. Es ist schlecht, den Besessenen laut zu bedauern oder seine Widersprüche zu tadeln. Der strenge und energische Befehl sowie Isolierung können das Schicksal eines schwachen Herzens erleichtern; denn Besessenheit schleicht sich durch ein schwaches Herz ein. Das Feuer des Herzens versengt alle zottigen Gäste.
    Die Ablehnung des Lehrers unterbindet alle Möglichkeiten vor allem, wenn die Ablehnung lange vor der Besessenheit ins Bewusstsein eindringt. So wecken die Menschen oft bereits schlummernde Verneinungen, was natürlich in der Folge grundsätzlich zum Abfall vom Lehrer führt, denn jeder chaotische Bewusstseinszustand äußert sich im Unwillen über Schaffenskraft und Zusammenarbeit. Im Chaos wurzeln die Keime des Bösen, die durch harte Erfahrung erstickt werden. Aber derzeit gibt es unerhört viele Besessene. Auch die Finsternis will sich behaupten.

    78. Anfänglich war die Grenze zwischen der physischen und der Feinstofflichen Welt nicht so scharf gezogen. In den ältesten Schriften kann man vereinzelt Hinweise über


die enge Zusammenarbeit dieser Welten finden. Als Ausgleich für die feinstofflichen Energien war die physische Verdichtung des Brennpunktes des Herzens erforderlich. Die materielle Welt war notwendig, um die Substanzen für die Energievermehrung umzuwandeln. Aber wie ihr wisst, war der Verstand nach Absonderung bestrebt und erschwerte so die Evolution. Die Zeit des Kali Yuga war schwierig, doch Satya Yuga muss die gewaltsam getrennten Welten wieder näher bringen. Man muss diese Zeit der Rückkehr zur vorherbestimmten Vervollkommnung feierlich abwarten. Entschließen wir uns also dazu, der geistigen Schaffenskraft hinreichende Aufmerksamkeit zu schenken. Man möge sich daran gewöhnen, von diesem Gesichtspunkt aus zu denken. So ist es notwendig, sich an das zu halten, was für den Lebensweg am wichtigsten ist. Wer immer es lernt, das Gleichgewicht zwischen den Welten herzustellen, wird seinen Pfad beträchtlich erleichtern.

    79. Wenn das Herz ein Akkumulator und Umwandler von Energien ist, dann muss es zur Erweckung und Anziehung dieser Energien auch bessere Bedingungen geben. Die grundsätzlichste Bedingung ist Arbeit, sowohl Arbeit in Gedanken als auch physische Arbeit. Durch diesen Akt werden die Energien aus dem Raum gesammelt. Doch die Arbeit muss als die natürliche Lebenserfüllung betrachtet werden. So ist jede Arbeit ein Segen, hingegen ist Scheinklugheit der Untätigkeit im kosmischen Sinn das Schädlichste. Die Endlosigkeit der Arbeit zu lieben, bedeutet schon eine beachtliche Einweihung; sie bereitet einen für den Sieg über die Zeit vor. Der Sieg über die Zeit gewährleistet eine Stufe in der Feinstofflichen Welt, wo Arbeit, genauso wie im irdischen Körper, eine absolute Bedingung ist. Ein Klagen über die Arbeit kann nur von Sklaven des Körpers kommen.


    80. Die Verbindung des Bewusstseins der Feinstofflichen Welt mit den Bewusstseinen der Inkarnierten wird die nächstfolgende Errungenschaft sein. Denn Sein besteht im Geist, im Raum, zwischen den Welten; und auf der Erde gibt es nur Boten der Energieumwandlung und der Umgestaltung der Materie. So ist die Lebensdauer der Inkarnierten nichts im Vergleich zum Dasein in sämtlichen anderen Zuständen.
    Der Gürtel der Arbeit muss enger geschnallt werden, das ist kein Unglück, sondern führt zu einer höheren Stufe. Der Pflüger, der seine Kraft für die Umwandlung der Erdkruste aufbietet, kann oft dem Rishi selbst, der die Menschheit durch Gedanken segnet, die Hand reichen. Ihr habt richtig erkannt, dass jeder Schnitter ein Sämann und jeder Sämann ein Schnitter war.
    Und der Tempel ist im Geist, die Rechtfertigung ist im Geist, und der Sieg ist im Geist; so kann man das Leben mit stetiger und wahrer Herrlichkeit verschönern. Gewöhnt euch Schönheit in der Arbeit an sowie Gedankenschaffenskraft; so werden wir die Finsternis besiegen.

    81. Wenn ihr einem Menschen begegnet, der aufrichtig dem großen Aufbau zustrebt, so werdet ihr zu ihm nicht über das tägliche Essen oder die unbedeutenden Vorkommnisse von gestern sprechen; ihr werdet dem Denkniveau eures Gesprächspartners gemäß in die Zukunft streben. So deuten auch Wir im Gespräch den künftigen Pfad an, auf dem man sich wie auf einem zum Anker führenden Seil gefahrlos und mit steigendem Verlangen emporziehen kann. So lehren Wir das Herz, den Rhythmus der Zukunft aufbauen, denn ohne diese Regungen ist es schwierig, in die Wirklichkeit der Zukunft einzugehen; ebenso schwierig wie


für die Menschen, den Schaden zu erkennen, den sie in vielem anrichten. Es ist offensichtlich, dass, wenn in ein fertiges chemisches Gemisch Abfall geworfen wird, sich die erhoffte Reaktion verändert. Keine Kraft vermag wieder die ursprüngliche Verbindung herzustellen; so können sich auch die üblen Taten nicht verflüchtigen; deshalb ist es leichter, dem Übel vorzubeugen als es wiedergutzumachen.

    82. Es ist schwierig, eine böse Tat zu tilgen. Wie viele Aufstockungen und Türme müssten errichtet werden, um das Geheul eines böswilligen Gefangenen zu ersticken, der sich den Weg durch jede halbverschlossene Tür zu erzwingen sucht. Fragt die Menschen, wie beharrlich sie nicht nur von üblen, sondern sogar von erfolglosen Gedanken und Taten verfolgt werden. Der Lebenspfad ist von Zeichen umgeben, die sich als untilgbare Flecken von Taten enthüllen, deshalb ist es äußerst weise, in die Zukunft zu streben. Bei diesem Flug hat man keine Zeit, die weißen Schwingen zu beschmutzen.

    83. Unterscheidet zwischen Anspannung und Müdigkeit! Diese zwei verschiedenen Zustande gleichen einander sehr. Man muss fühlen, wann es notwendig erscheint, ihnen ein Ende zu setzen, indem man seine Aufmerksamkeit auf ein anderes Zentrum lenkt. Der goldene Weg des Ausgleichs ist besonders hier anwendbar. Wie viele in der Feinstofflichen Welt harren bei Müdigkeit auf diesen Zustand! Nicht nur die Bösen, die ihren Willen für eigene Zwecke anspannen, sondern auch viele unpersönliche, nichtverkörperte Wesenheiten versuchen, sich an den Magneten eines Herzens zu klammern. Die Menschen klagen bei Müdigkeit über Gedanken Verwirrung. Wie könnte es diese nicht geben, wenn die verworrenen Gedanken der niederen Sphären der Feinstofflichen Welt in das Bewusstsein eindringen! In den niederen Sphären denkt man nicht streng, und diese Flocken von Denkfragmenten verdunkeln den Raum. Ein klarer Gedanke - sogar einer des Hasses - ist


in Bezug auf Energieanspannung wertvoller als die Verwirrung nicht kristallisierten Denkens. Für einen Agni Yogi ist die Berührung mit einem Schwärm grauer, gespenstischer Gedanken sehr bedrückend. Der Lehrer ist vor allem um die Denkrichtung besorgt. Die größte Eile und Bestrebtheit werden bei weiten Entfernungen entwickelt.

    84. Ein geistiger Kampf bekundet sich in einem Blutandrang zu den Gliedmaßen. Ein Agni Yogi mit einem feurigen "Kelch" bleibt davon nicht verschont; Hilfe ist gewiss, wenn das flammende Herz tapfere Geistwesen um sich sammelt. Der Kampf findet nicht auf der physischen Ebene statt; es sind nicht die unbedeutenden irdischen Kräfte, die miteinander kämpfen, sondern Kräfte mit jahrhundertealter Erfahrung werden eingesetzt, das Schicksal der Erde zu entscheiden! Die irdischen Widerspiegelungen des Kampfes schwellen an wie unverhoffte Blasen, aber das feurige Herz folgt nicht den irdischen Zeichen. Die Anspannung ist groß.
    Die Menschen träumen von Freiheit, aber in welch einem Verlies verwahren sie ihr Herz!

    85. Freiheit ist wertvoll zur Wahrung der Persönlichkeit, für die Individualisierung der angezogenen Energien. Aber gerade die Freiheit wird zu einem äußerst entstellten Begriff. Das Leben wird anstatt mit Freiheit von Tyrannei und Sklaverei erfüllt, gerade von jenen Eigenschaften, die Zusammenarbeit sowie Achtung der Persönlichkeit ausschließen; so bauen manche Menschen ihr Dasein ausschließlich aus einer besonderen Verbindung von Tyrannei und Sklaverei auf. Gewiss, die Menschen sprechen von Freiheit, sogar ohne ihre besonderen Eigenschaften zu kennen. Freiheit sollte sich in ihnen durch die Anhebung des Bewusstseins zeigen. Das intensive Suchen


nach Freiheit zeigt, dass der Geist potentiell nach neuem Aufstieg strebt, aber niemand hat ihn gelehrt, diesen Schatz anzuwenden.

    86. Zusammenarbeit kann die Zierde eines bewussten Geistes sein. Weder Zwang und noch weniger Wettstreit, sondern die Zunahme von Energien vermittelt das Verständnis für Zusammenarbeit. Gemeinsame Arbeit ist für jene klar, die Hierarchie mit dem Herzen verstanden haben. Der Lehrer der Freiheit ist eine Erscheinung der Hierarchie, denn es heißt grundsätzlich: wandelt den kürzesten Pfad, sammelt eure Kräfte, bestätigt euch im Verstehen von Individualisierung; denn ein Regenbogen wird durch alle Strahlen verstärkt.
    Wir verjagen nur offensichtliche Verräter als kosmischen Kehricht; in anderen finden Wir den von ihnen umgewandelten Strahl.

    87. Rache wird mit Recht von allen Lehren verurteilt. Die eigentliche Untat kann nur wenig erkannt oder gar unbeabsichtigt gewesen sein, aber Rache wird immer geplant und im Herzen bewusst genährt. Rache ist wie ein Lautsprecher der Untat; deshalb ist ihr Schaden im räumlichen Sinn sehr groß. Rache ähnelt nur gering der Empörung. Empörung, als der Impuls der Bedrohung, vermag schnell vorüberzugehen, aber ausgeheckte Racheakte vergiften die Atmosphäre weithin. Es heißt, dass die Absicht der Tat gleichkommt, doch man denke dabei an eine gedankliche Tat. Es ist sehr schwierig für die Menschheit, sich an diese Überlegungen zu gewöhnen. Für die gegenwärtige Menschheit ist der Gedanke in eine folgewidrige Gehirnzusammenziehung umgestaltet worden. Da das Auge die Folge des Gedankens nicht wahrnimmt, meint man, dass es sie nicht gibt; aber


damit gelangen wir zur völligen Ablehnung des Denkprozesses! Das Herz ist in einer besseren Lage, es bewegt sich und gibt Töne von sich - das Herz kann somit klopfen.

    88. Der Überfluss an psychischer Energie ruft sowohl in den Gliedmaßen als auch in der Kehle und im Magen viele Symptome hervor. Um eine Ausgleichung herbeizuführen, ist Soda nützlich, ebenso heiße Milch. Der Lehrer wacht über die Feuer; die Feuer erleuchten nicht nur die Aura, sondern verweilen im Raum; daher sind die Feuer von so großer Bedeutung. Die in Erscheinung getretenen Feuer fokussieren andererseits die Energien und lassen neue Knoten entstehen.

    89. Hütet euch vor sinnloser Verurteilung. Sie enthalt nicht nur die Eigenschaft der Zersetzung, sondern sie liefert den schwachen Verleumder auch der Macht des Verurteilten aus. Ein schwaches, aber grausames Herz kann in der Aura des Verurteilten eine Gegenwirkung hervorrufen. Gewöhnlich ist der Verleumder selbst nicht stark, sonst würde er für Verurteilung keine Zeit finden. Die Ungerechtigkeit der Verurteilung schwächt gleich einer Lüge das bereits unbedeutende Bewusstsein des selbsternannten Richters; hinfort ergibt sich außerordentlicher Schaden für ihn, während der ungerecht Verurteilte durch die Anziehung neuer Auren seinen Magneten stärkt und nur gewinnt. Man könnte fragen, warum diese ethischen Gespräche im Buch "Herz" aufscheinen? Doch vor allem sollte an die Hygiene des Herzens erinnert werden. Man sollte die Herzenshygiene als notwendige Tätigkeit betrachten. Man sollte alle Gespräche über abstrakte Ethik vermeiden. Alles, was in allen Dimensionen gesund ist, ist gut. Wir


bestehen darauf, dass jeder, der den Pfad der Lehre betreten hat, vor allem im Geist gesunden soll. Kann man im Bösen zum Lichte wandeln? Wahrhaftig, Licht wird jedes Gran Böses enthüllen!

    90. Betrachtet die Stunden der Verbindung als Gebet, als das Abwerfen alles Bösen und Zersetzenden. Wenn der Gedanke dem Guten nicht widerspricht, bedeutet es, dass die Tore des Heiles offen stehen; dies ist die notwendigste Herzenshygiene.

    91. Wenden wir uns einigen scheinbar erfolglosen Tätigkeiten zu, denen in ihrer Grundlage eine Art besondere Bedeutung zukommt. Manchmal kann man beobachten, wie ein Mensch fast ohne jedwede Erfolgsaussicht Tätigkeiten vollführt, aber etwas drängt ihn, gerade auf diese Art zu wirken. Solche Tätigkeiten sind ihrem Wesen nach gewöhnlich nicht schlecht, aber sie werden oft ungerecht entschädigt. Sie alle sind karmische Rückzahlungen; wer sie erhält, hat sie allerdings vergessen und auf dem Wege viele geistige Aufspeicherungen eingebüßt; aber wer bezahlt, ist dennoch bestrebt, die Schuld abzutragen sogar wenn das Gewand der Rückgabe nicht mehr passt. Dennoch, die Schuld muss bezahlt werden, sogar wenn sie nicht angenommen werden kann. Man kann auch erleben, dass für andere bezahlt wird, für dem Herzen nahe stehende Menschen.

    92. Eine alte Legende erzählt, wie ein König, der sich von allen äußeren Einflüssen befreien wollte, den Rat eines Weisen einholte. Der Weise sagte: "In deinem Herzen wirst du Befreiung finden." Aber der König wurde unwillig und erwiderte: "Das Herz genügt nicht, eine Schildwache


ist eine bessere Gewähr." Daraufhin verabschiedete sich der Weise und sagte: "Die Hauptsache also ist, dass du nicht schläfst, König." In der Legende wird auf unser Herz als die einzige Verteidigung verwiesen. Nicht ohne Grund schreiben alle Lehren Gebete vor dem Einschlafen vor, um die Verbindung mit dem Guten zu stärken. Die Menschen denken nicht gern daran, dass sie besonderen und unbekannten Einflüssen ausgesetzt, mehr als ein Drittel ihres Lebens im Schlaf verbringen. Die Wissenschaft schenkt der Bedeutung des Schlafes wenig Aufmerksamkeit - diesem Aufenthalt in der Feinstofflichen Welt. Ist nicht eine starke Einheit mit der Hierarchie erforderlich, wenn wir an der Schwelle von etwas stehen, das unserem gewöhnlichen Bewusstsein unbekannt ist? Bedenkt, dass nahezu die Hälfte des Lebens jenseits des irdischen Daseins verläuft! Natürlich, ein für alle drei Welten bereites Herz vermag das Bewusstsein in die nächste Region beizubehalten. Wer möchte das Los des Königs teilen, der sich nur auf die Schildwache verlassen wollte?!

    93. In allen Bündnissen werden symbolische Erzählungen dargelegt, wie Einsiedler und Heilige Dämone nötigten, dem Nützlichen zu dienen und dafür zu arbeiten. Wahrhaftig, das ist im Fall eines uneigennützigen Impulses durchaus möglich. Ich bestätige, wie sehr alle Finsteren dem Aufbau dienen, wenn die Kraft selbstloser Forderung das befehlende Herz schützt. Aber ein Umstand kann gefährlich und schädlich sein - Reizbarkeit, genährt von Imperil; sie gewährt den Finsteren Zutritt. Wo es Reizbarkeit gibt, nutzen sie verschiedene Neulinge für ihren Vorteil und verstärken die Wirkung des Giftes. Wie viel Gewebe wird zerrissen, wie viele Prüfungen und Experimente werden zur Freude der Böswilligen vereitelt! Ratet, dies nicht als ein Märchen hinzunehmen, sondern als


gefährliche Wirklichkeit. Die Quelle von Gut und Böse versiegt nicht.
    94. Gesundheit resultiert aus der Vergangenheit, deshalb ist es für den Hausherrn weise, dafür zu sorgen, keine Folgen zu verursachen. Man sollte das das Herz umwandelnde Wesen der Lehre verstehen. Wenn dies nicht wichtig erscheint und das Leben des einzelnen nicht erfüllt, dann verwandeln sich alle Worte und Zeichen in unnützen Kehricht.

    95. Dankbarkeit ist im Einklang mit den Folgen einer der realsten Begriffe. Man kann sich diese sogar in kleinen Dingen aneignen. Später sollte in den Schulen über Dankbarkeit als Pfand des Wohlbefindens gesprochen werden.

    96. "Krankheit entsteht durch Sünde" heißt es in den Schriften. Wir sagen, dass Krankheit von den Unvollkommenheiten der Vergangenheit und der Gegenwart herrührt. Man sollte Krankheit zu heilen wissen. Zum Verdruss der Ärzte sei gesagt, dass der Vervollkommnungsprozess die wahre Vorbeugungsmaßnahme ist. Man muss wissen, dass der Vervollkommnungsprozess beim Herzen beginnt und nicht nur eine räumliche, sondern auch eine eng materielle Bedeutung hat. Mütter tragen ihre Kinder nahe dem Herzen, als Allheilmittel, sie zu beruhigen. Doch sie sind sich für gewöhnlich dessen nicht bewusst, dass dieses Tragen nahe dem Herzen eine gewaltige Wirkung hat. So sammeln wir auch in der Feinstofflichen Welt Menschen nahe dem Herzen, um sie zu starken und zu heilen. Gewiss, das Herz gibt durch solch starke Beanspruchung viel Energie ab. So ist das Herz der Mutter häufig von Schwertern und Pfeilen durchbohrt dargestellt worden - ein Sinnbild dafür, dass das Herz alle auftretenden Schmerzen aufnimmt.
    Nicht nur bei ausgebrochenen Krankheiten, sondern bereits


bei ihrer Entstehung ist das Heilen durch das Herz besonders wirksam. Zur Zeit ist dieses Mittel nahezu in Vergessenheit geraten, aber es ist nicht minder wirksam wie Bluttransfusion, weil über das Herz die feinste Energie übermittelt wird, ohne die unangenehme Beimengung einer niedrigen Blutart. Beim Gedanken an den Vervollkommnungsprozess darf man die Besorgtheit des gebenden Herzens nicht vergessen.

    97. Nach zwei Wochen sichtlich oberflächlichem Streben kommt ein Mensch zum Entschluss, dass entweder er unfähig ist, oder dass die Höhere Welt nicht existiert. Indes sagt derselbe Mensch nach einem Dienstjahr zu seinem Diener: "Ein Jahr ist zu kurz, um Dich zu befördern." Sogar in gewöhnlichen irdischen Angelegenheiten begreifen die Menschen die Bedeutung der Fristen. Nur in Erwägung der höchsten Ordnung wollen die Menschen die Wichtigkeit der Anpassung nicht verstehen. Es ist schwierig, zu jenen zu sprechen, deren Herz nicht reif ist, oder die es gar erstickten. Man wurde meinen, dass sich die Feuer des Herzens sehr natürlich und einfach offenbaren; aber es währt lange, bis dieses vereinende Verstehen der niedersten mit der Feinstofflichen Welt in der physischen Welt sichtbar wird. Die vielen Feuer erfordern natürlich Anpassung, um in die Kadenz des Rhythmus eine scheinbare Zufälligkeit hineinzubringen. Es gibt sehr wenige, die danach streben, Bürger des Universums zu werden. Dieser Rang erfordert viel Besorgtheit, Beobachtung, Wachsamkeit und vor allem ein unbezwingliches Streben.

    98. Wie kann man den noch unvorbereiteten Menschen verständlich machen, dass ein Objekt der Höchsten Welt ein herzliches Verhalten verdient? Es ist schwierig, mit Menschen, die nichts wissen,


aber noch schwieriger ist es mit Menschen, die die Lehre wie einen Löffel Brei verschlungen haben; von diesen kann man besonders Verrat und Entstellung erwarten. Es gibt kein Zeichen, das ausreichte, das entstellte Bewusstsein davon zu überzeugen, dass es notwendig ist, nicht so sehr auf seine Nächsten zu blicken, als in sich selbst. Wie kann jemand Feuer wahrnehmen, wenn sein Auge nach einer Runzel auf dem Gesicht seines Nächsten sucht? Man kann sich kalten Herzens wundern, die Errungenschaften des anderen bezweifeln und jeden Funken des Herzens mit Asche bedecken.

    Ihr wundert euch, wie Menschen, ohne Schaden zu nehmen, Gift schlucken können, aber wollt ihr nicht darüber nachdenken, woher die Immunität kommt? Nicht von der Struktur der Magenwände, sondern von dem im Herzen eingelagerten Feuer.
    99. Die neue, Feinstoffliche Welt mag für jene unbegreiflich erscheinen, die den so genannten durch Photographie, X-Strahlen15 und Zeugenaussagen bewiesenen Phänomenen keine Aufmerksamkeit schenken. Rufen wir uns in Erinnerung: Jemand reagierte auf kosmische Erscheinungen; jemand horte ferne Stimmen; jemand nahm durch Vision an der Feinstofflichen Welt teil; jemand begann zu leuchten; jemand levitierte; jemand wandelte auf dem Wasser; jemand schritt durch Feuer; jemand schluckte ohne Schaden zu nehmen Gift; jemand brauchte keinen Schlaf; jemand brauchte keine Nahrung; jemand konnte durch feste Körper hindurchsehen; jemand konnte mit beiden Händen schreiben; jemand konnte Tiere anziehen; jemand konnte eine ihm unbekannte Sprache verstehen; jemand konnte Gedanken lesen; jemand konnte mit geschlossenen Augen ein geschlossenes Buch lesen; jemand war unempfindlich gegen Schmerzen; jemand rief im Schnee die Glut des Herzens hervor; jemand verspürte keine Müdigkeit;


jemand konnte durch Heilen helfen; jemand konnte Wissen der Zukunft offenbaren. So kann man alle geoffenbarten Phänomene sowie zahlreiche lehrreiche Beispiele aus dem Leben aufzählen. Aber vereinigt für einen Augenblick alle diese Eigenschaften in einem Körper, und ihr erhaltet die in vielen Lehren aufgezeigte neue menschliche Verklärung. Das Wesentliche bei dieser Verklärung ist, dass alle ihre Teile schon inmitten eines sogar unvollkommenen Daseins geoffenbart werden. Das heißt, mit bestimmtem Streben kann man die Menschheit zur Verklärung des ganzen Lebens stark antreiben. Lasst uns deshalb an das große Feuer und an die feurige Festung - das Herz - erinnern. Denn dieses ist kein Märchen, sondern die Wohnstätte des Geistes!
    Die Menschen wollen Beweise, aber vor ihnen liegen viele Beweise, was bedeutet, dass man sich vor allem an diese erinnern und die Kraft des Gedankens sowie des Feuers des Herzens verstehen muss! Denket! Die Kraft des Denkens weist den Menschen auf die Bedeutung der Kultur hin.

    100. Die Heiler unterteilen sich in zwei Gruppen: die einen heilen durch Handauflegen oder durch den direkten Blick; die anderen senden einen Herzensstrom aus Entfernung. Natürlich, für künftigen Aufbau ist das zweite Mittel zu bevorzugen. Mit der Herzensstrahlung braucht man nicht viele Zentren des Patienten zu treffen, sondern kann, ohne seine Aufmerksamkeit zu erregen, nur auf den kranken Teil einwirken, den Organismus in Bemühen um das Gleichgewicht unterstützend. Ihr wisst, wie unmerklich Unsere Berührungen sind, um die Eigenaktivität nicht zu beeinträchtigen. Ihr erinnert euch auch daran, wie Wir physische Erscheinungen vermieden


und sie nur in dem Maße zuließen, als sie zum Beweis einer bestimmten Stufe erforderlich waren. Wir bemühen Uns weiterhin, sobald Wir Verständnis wahrnehmen. Wir nennen einen Faulpelz als ein Verletzter des Lebensgesetzes. Heiler durch den Herzensstrom wirken sowohl im physischen als auch im feinstofflichen Körper. Man sollte der phänomenalen Seite des Lebens Beachtung schenken, sie ist weit wichtiger als es scheint.

    101. Man sollte seine Kräfte angemessen gebrauchen, wenn sie in alle Richtungen erforderlich sind. Man kann die Bedeutung des Kampfes verstehen, wenn die zurückgekehrten müden Krieger sich einer neuen Schlacht zuwenden. Wahrhaftig, die erste Aufgabe eines Yogi besteht im Verteilen und Haushalten der Kräfte. Nicht ohne Grund enthalten sich die Großherzigen von unnötigen Gebärden. Gegenwärtig ist Vorsicht besonders nötig, denn die Energie sollte nicht durch unnötige Verausgabungen vergeudet werden. Man sollte auf der Hut sein.

    102. Sogar der höchste Yogi wirkt und heilt manchmal unbewusst, zuweilen über den Höchsten Strahl, ohne persönliche Bestimmungen. Würden die Menschen erkennen, dass es Höchste Strahlen gibt, sie würden sich vor einmengenden Einflüssen schützen. Der Raum ist voll von verschiedenen, sich kreuzenden Strahlen und Strömen. Wie viele gelegentliche und böswillige Störungen können, mangels Bestrebung zur Hierarchie, reines Streben unterbinden! Wir haben Uns bereits an die Tatsache gewöhnt, dass Uns die Menschen nur bei augenscheinlicher Gefahr rufen, während sie bei den wirklichen, unsichtbaren Gefahren das Band Hierarchie nicht aufrechterhalten können. Deshalb sollte man sich mit dem Strahl der Hierarchie verbinden; wahrhaftig,


mit ihm verschmelzen als ein wesentlicher Bestandteil. Denn sogar ein höchster Yogi wirkt manchmal über den Höchsten Strahl.

    103. Wie kann man die Menschen beschützen, wenn sie sich selbst nicht an den rettenden Faden halten wollen? Die rechte Richtung einzuhalten, bedeutet schon Sieg. Unsere Hilfe ist bereit, sich zu ergießen, aber dies muss für jemanden und für etwas geschehen. Wer kann Uns denn mit direktem und einfachem Streben helfen? Das Herz wird diesen Strom sowie den wahren Pfad finden helfen.

    104. Die Menschen wollen die überall verstreuten Erscheinungen der Feinstofflichen Welt nicht bemerken. So können sie sich auch nicht vorstellen, dass Ethik ein praktisches Arzneibuch dafür ist, die räumlichen Energien durch die einfachste Methode anzuziehen. Werdet nicht müde, darüber zu sprechen, wie notwendig es zu erkennen gilt, das Herz für die Anziehung der höchsten Möglichkeiten zu gebrauchen. Die Menschen vergessen, für die Entseuchung des Lebens die einfachste Methode anzuwenden. Viel wird über die Bedeutung des Feuers gesprochen, aber es wird völlig vergessen, dass das lebendige Feuer der beste Reiniger ist. Die Menschen erhielten die Elektrizität, mussten aber die Substanz der Energie absondern, nur totes Licht zurücklassend. Offenes Feuer, Holzfeuer, Öllampen, Kerzen reinigen den Raum und machen viele anstickende Krankheiten zunichte. Man kann bemerken, dass Wissende, zusammen mit Elektrizität, auch wirkliches Feuer besitzen, welches das räumliche Feuer so leicht anzieht. Fragt einen Arzt, welche Rolle eine brennende Kerze bei der Desinfektion spielt. Er wird diese Frage wahrscheinlich als unsinnig erachten, weil er über ein lebendiges Feuer nie nachdachte. Wozu dienen dann die Öllampen


in Tempeln, wenn nicht zur Reinigung? Woher rühren dann die alten Bräuche, einen Kranken mit Feuer zu umgeben? So ist Feuer oft ein Arzt und Beschützer. Das lebendige Feuer im Ofen bewahrt die Arbeiter oft vor Krankheiten. Das Freudenfeuer ist als reinigendes Symbol tatsächlich ein medizinischer Begriff.

    105. Im Buch "Herz" muss auch über solch einfache Dinge wie lebendiges Feuer gesprochen werden. Die besten Menschen begnügen sich mit elektrischem Licht und übersehen, dass viele Krankheiten durch Energien verursacht werden, die absichtlich versiegelt sind. So ist es mit Strahlen. Warum bemerkt man nicht, dass X-Strahlen auf das Herz einwirken? Ebenso bemüht man sich nicht, die Einwirkung der Metalle auf das Herz zu beachten. Viele Experimente sind erforderlich, um die umgebenden Bedingungen steuern zu lernen, sei es auch nur oberflächlich. Die Menschen wollen Krankheiten loswerden, aber sie eilen, sie zu vermehren.
    Man betrachte Uns nicht als Gegner, die Erfindungen aufhalten; im Gegenteil, Unser Ruf gilt neuen Erfindungen.
    Es ist äußerst notwendig, die besonderen Umstände der Gegenwart in Betracht zu ziehen. Es ist notwendig, den neuen Antrieb der Volker zu verstehen, die Bildung von neuen feurigen Erscheinungen, die schwerwiegend einwirken können. Wer immer eine feierliche Geistesverfassung bewahren kann, handelt richtig. Harmonie und Tatkraft sind nötig, aber schützt das Herz sehr!

    106. Große Verlegenheit liegt allgemein in der Frage, warum denn die Menschen die Feinstoffliche Welt mit dem physischen Auge nicht sehen können. Dies rührt natürlich daher, weil das Auge die Ätherumwandlung noch nicht bewältigen kann. Stellt


euch eine gegen das Fenster aufgenommene Photographie vor; es wird niemals gelingen, ein klares Bild der inneren Gegenstande oder ferner Umrisse zu erhalten. Tritt man aus dem Dunkeln in die Sonne, ist man ebenfalls von der Kraft des blauen Lichts geblendet und getroffen. Wenn wir nun diese Lichterscheinungen ins Unendliche verstärken, erhalten wir das Licht der Feinstofflichen Welt, das dem unvorbereiteten Auge wie Finsternis erscheint. So befremdet es die Menschen auch oft, wieso manche scheinbar beschränkte Personen Erscheinungen der Feinstofflichen Welt wahrnehmen. Vor allem deshalb, weil sie, wenngleich sie gegenwärtig gesunken sein mögen, in der Vergangenheit manch reinigende Tat vollbrachten, mit anderen Worten, ihr Herz in früheren Zeiten bereits erwacht war. Besonders bemerkenswert ist, dass die Eigenschaft des Herzens nicht verloren geht; sie kann sich sehr einseitig bekunden, wird aber nichtsdestoweniger wirksam sein. Warum werden Frauen sich oft der Feinstofflichen Welt bewusst? Weil die Arbeit ihres Herzens viel feiner ist, und dadurch erscheint ihnen das Transzendentale leichter. Wahrlich, die Epoche der Mutter der Welt gründet auf dem Bewusstsein des Herzens. Allem die Frau kann das Problem der zwei Welten lösen. So möge die Frau aufgerufen sein, mit dem Herzen zu verstehen. Dies wird vor allem auch deshalb nützlich sein, weil die Eigenschaft des Herzens ewig ist. Es gibt bereits viele heldenhafte Taten unter den Frauen, aber jetzt ist der Frau anstelle des Brandopfers die Flamme des Herzens verliehen worden. Vergessen wir nicht, dass für jede wichtige Errungenschaft das weibliche Prinzip als Grundlage und Essenz wichtig ist. Das Herz kann sich


der Feinstofflichen Welt nicht öffnen, wenn sie nicht durch eine besondere Heldentat erfasst wird.

    107. Wie viel ist über die Sprache des Herzens gesagt worden, jedoch für die meisten bleibt sie eine nicht angewandte Abstraktion! Wir wollen nicht auf den höchsten Formen dieser Art Verkehr bestehen, versuchen wir, die elementaren Grundlagen in uns aufzunehmen, die unverzüglich und ohne besondere Vorbereitungen geoffenbart werden müssen. Jede Sprache dient vor allem der sachlichen gegenseitigen Verständigung, was bedeutet, dass es notwendig ist, euch zu bemühen, euren Gesprächspartner nicht nur zu verstehen, sondern ihm auch eure Sprache leicht verständlich zu machen. Versteht es daher, euch in der Sprache eures Gesprächspartners auszudrucken. Sprecht mit seinen Worten, in seiner Ausdrucksweise, nur so wird er sich besinnen und eure Gedanken in sein Bewusstsein aufnehmen. So werden wir es lernen, die Worte eines Gesprächspartners zu erfassen und seine Denkart unmerklich zu überbrücken. Die höchste Form des Verkehrs wird sein, den Gedanken lautlos wahrzunehmen,

    108. Es ist notwendig, einen fremden Ausdruck auf vierzigerlei Art erfassen zu erlernen. Jeder unserer Ausdrücke verwirrt den Gegner, aber sein eigener, gewohnter Ausdruck dringt wie sein eigenes Denken sofort in sein Bewusstsein ein. So kann man sein Bewusstsein an die Beweglichkeit des Ausdrucks gewöhnen. Wir nennen dies den Übersetzer des Herzens. Und bei anderen Kommunikationen des Herzens ist es vor allem notwendig, Selbstsucht zu meiden, die als finsteres Auge bezeichnet werden kann. Es ist notwendig, die Grundlagen der Lehren im Leben nicht als die Laune eines Tages, sondern als dauernde Übung ohne jedwede Reizbarkeit und Verdrießlichkeit zu befolgen.


    109 Die Verletzung des feinstofflichen Körpers muss Gegenstand wissenschaftlicher Forschung werden. Solche Verletzungen kommen öfter vor als man denkt, und sowohl in der Schlacht als auch im Unbehagen der Rückkehr in den physischen Körper kann man die Beschädigung wahrnehmen, die sich immer als physischer Schmerz äußert; dabei konzentrieren sich die Schmerzempfindungen an der angespanntesten Stelle des Organismus. Gewiss, das Herz leidet oft am meisten. Man möge verstehen, dass das Herz als Lebenspender erscheint; doch ein feuriges Herz ist mehr zur Schlacht bestrebt als ein anderes. Die wertvollsten der physischen Empfindungen sind die Herzschläge, wenn sie mit dem sich entfaltenden Wirken des feinstofflichen Körpers in Zusammenhang stehen. Gleichfalls aufschlussreich ist die Gewichtsveränderung, die eintritt, wenn der feinstoffliche Körper den physischen verlässt.

    110. In Zusammenhang mit dem feinstofflichen Körper lassen sich viele Versuche anstellen, doch man muss sich vor allem der Empfindungsfähigkeit des Herzens bewusst sein und die sofortige Tätigkeit des feinstofflichen Körpers begreifen. Wenn ein Arzt, um das Herz zu prüfen, wie bei der Abnahme eines Fußes vorgeht, wird er natürlich zum Mörder, wie es auch oft geschieht. Besonders empörend ist es, wenn dem Herzen Gifte eingegeben werden; man vergisst, dass sich das Herz dem Gift nicht widersetzen kann, und durch solch verbrecherische Kuren wird der feinstoffliche Körper verletzt. Viel einfacher zur Einstellung von Leiden sind Suggestionen und die Anwendung von Heilkräutern. Aber dazu bedarf es Personen, die wissen, was Suggestion ist.

    111. Wahrhaftig, die ganze Vervollkommnung des Herzens beruht auf moralischen Grundlagen. Diese Grundlagen verwandeln


die physische Natur und beleben den Geist Natürlich, man könnte euch fragen: "Wie verhält es sich mit dieser Bedingung bei den Finsteren, wenn ihre Hierophanten über gewisse Feuer verfügen?" Es ist richtig, zu verstehen, dass finstere Unsterblichkeit auf der Disziplin der Furcht beruht. Man sollte sich bewusst sein, wie grausam diese Disziplin ist! Während Wir sehr behutsam das Karma-Gesetz beachten und Individualität schätzen, sind es auf der Gegenseite Disharmonie und Zerstörung, und ihre Grundlagen werden durch Tyrannei aufrechterhalten. Gewiss, auf den niederen Stufen scheint Furcht eine sichere Methode zu sein. So erscheint der finstere Einschüchterer als ernstzunehmender Gönner. Aber man muss die Geschlossenheit finsterer unmoralischer Zerstörer bedenken. Oft wollen unerfahrene Krieger die Stärke der Feinde nicht wahrhaben, aber das Herz kann sowohl von der Brust als auch vom Rücken her durchbohrt werden. Deshalb lernt die Methoden der Feinde kennen.

    112. Nicht allein die Ströme, sondern auch die Rufe des Raumes stören das physische Gleichgewicht. Viele werden vom Magneten eines flammenden Herzens angezogen. In ihrem Leiden schreien sie auf, und ein edles Herz kann den Rufenden nicht abweisen. So kann das Streben zum Magneten seine Energie absorbieren, doch das ist unvermeidlich, und diesem Umstand ist jeder Magnet unterworfen. Gewiss, das Potential des Herzens wird durch diese Praktiken nur vermehrt. Aber die Rufe haben eine andere wichtige Bedeutung, da der Raum von den besten Bestrebungen durchdrungen wird, weben diese Strahlen das leuchtende Netz der Welt. Jene, die das Netz der besten Rufe verstehen, werden auch die heroische Tat eines Einsiedlerlebens begreifen,


das durchaus nicht einsam ist, sondern ganz im Gegenteil, ein Dienst für die Leidenden.

    113. Die Menschheit erschrickt über alles so genannte Übernatürliche und vergisst, dass es über dem Bestehenden nichts Übernatürliches geben kann. Besteht deshalb streng darauf, dass Agni Yoga und die Lehre des Herzens nicht Übernatürliches enthalten können. Seid besonders mit den jungen Menschen bis zum dreißigsten Lebensjahr vorsichtig, solange nicht alle Zentren wirken können, ohne dem Herzen zu schaden. Wie unerlässlich ist es, aufzuzeigen, dass Unser Yoga weder erzwungene Zauberei enthält noch jemals Chaos hervorrufen wird. Die jungen Menschen müssen für heroische, ihr Wesen verwandelnde Taten entflammt werden, die, für sie unmerklich, das Herz für künftige Vervollkommnung vorbereiten. Deshalb ist es notwendig, äußerst einfach und freudvoll zur "Weißen Insel", wie Wir Unsere Wohnstätte manchmal nennen, zu segeln.

    114. Die Verbindung mit Agni Yoga geht einfach vor sich, genauso wurden viele bedeutende Experimente und Errungenschaften auf einfache Weise erlangt. Jeder Schritt ist wertvoll, wenn er in unerschütterlichem Streben geradeaus getan wird. Wir durchschreiten so viele Fachrichtungen, um sie im Herzen zu schmelzen und umzuwandeln. Wer wird nicht entflammen, wenn das Lagerfeuer schon entfacht ist? Wie viele Herzen sind für das künftige Entflammen schon vorbereitet!

    115. Seid nicht abweisend, seid nicht erschreckt, seid nicht überrascht - diese Bedingungen werden es erleichtern, das Phänomenale mit dem Gewohnten in Einklang zu bringen. Natürlich, ihr konntet euch durch eigene


Erfahrung davon überzeugen, dass das Phänomenale als völlig Natürliches in euer Leben trat und die Arbeitsleistung in keiner Weise beeinträchtigte, sondern die Arbeitsfähigkeit sogar steigerte. Dieser Vermerk ist von großer Wichtigkeit, weil man allgemein annimmt, dass die Wahrnehmung des Phänomenalen von der Schaffenskraft im Leben abhält. Gerade das Gegenteil ist der Fall - die Bestrebungen in Richtung Unbegrenztheit lehren, wie unvermeidlich menschliche Möglichkeiten sind. So gibt es auch über den Begriff Prüfung viele Missverständnisse. Es ist allerdings bekannt, dass sogar die Welten der Prüfung unterzogen werden. Aber die an legale und akademische Prüfung gewohnten Gehirne der Menschen vermögen sich deshalb immer nur irgendwelche Inquisitoren vorzustellen, die voller Ränke und List das Opfer, das ihnen in die Hände fällt, nur anklagen. Es gibt jedoch keine Inquisitoren, sondern der Mensch wird beobachtet, wie er sein Wissen anwendet. Man klage deshalb nicht die Beobachter an, sondern sich selbst.

    116. Dem Schüler selbst werden, als Meilensteine auf dem Pfad, die er beim Übergang in die Feinstoffliche Welt wahrnimmt, Prüfungen auferlegt. So lernen wir zwecks Bewahrheitung unter verschiedenen Umstanden; deshalb ist es notwendig, das Wesen geleisteter Arbeit zu verstehen. Wie viele in der physischen Welt unbeachtete Arbeiten zeitigen glänzende Ergebnisse im feinstofflichen Zustand; deshalb muss man alle Arbeiten schätzen. Oft sehen wir, dass eine scheinbar abstrakte Leistung zu greifbaren Erfindungen führt, während offensichtlich genaueste Berechnungen


nur eine Geduldprobe sind. Prüfungen sind von äußerstem Nutzen und im System der alten Lehren verankert.

    117. Unduldsamkeit ist ein Zeichen unedlen Geistes. Unduldsamkeit birgt die Keime der übelsten Taten. Wo Unduldsamkeit nistet, da ist kein Platz für das Wachstum des Geistes. Das Herz ist unbegrenzt, was darauf hinweist, wie armselig ein Herz sein muss, das sich selbst der Unbegrenztheit beraubt! Jedes Merkmal, das zum Idol der Unduldsamkeit werden kann, muss ausgerottet werden. Die Menschheit hat verschiedene Hindernisse für den Aufstieg ersonnen. Die finsteren Kräfte versuchen mit allen Mitteln, die Evolution aufzuhalten. Natürlich, der erste Angriff ist ein Vorgehen gegen die Hierarchie. Jeder hat von der Kraft der Seligkeit gehört, doch aus Unwissenheit haben sie diese wohltätige Wirkung in Aberglauben verwandelt. Und dennoch beruht die Kraft des Magneten auf dem Stärken durch Seligkeit. Es wird viel von Zusammenarbeit gesprochen, aber bei jeder Schaffenskraft ist es notwendig, das Bewusstsein bestätigen. Und was stärkt die Macht unmittelbarer als der Strahl der Hierarchie!
    Wer die Bedeutung endloser Arbeit erkennt, wer sich durch Konzentration auf die Hierarchie stärkt, wer sich schwieriger Formeln entledigt, um die Konzentration ins Herz zu verlagern, der wird das Wesen der Zukunft verstehen.

    118. Ich bestätige, dass Wir der Umwandlung der Materie in Energien dienen, und deswegen kann niemand die Bedeutung eines menschlichen Wesens und sein Durchschreiten der niedersten Sphäre herabsetzen. Man kann dieses Dasein genauso wie jenes verkleideten Sendboten betrachten, so wenig entspricht das innere Wesen der herkömmlichen Lebensform; es kann herrlich sein!


    Ich bestätige das Streben zum Aufbau des Tempels des Herzens. So wollen wir das Bewusstwerden der Zusammenarbeit nennen.

    119. Es ist eine große Gabe, Hellsehen durch Berührung des Solarplexus herbeizuführen. Dieser Vorgang kann sowohl in physischen als auch im feinstofflichen Körper vollzogen werden, denn er zählt zu den gesamten unzerstörbaren Vorgängen; aber dafür muss man über einen starken Magneten des Herzens verfügen. So vermag man in einem bestimmten Entwicklungsstadium nützliche Taten zu vollführen, den Geist der Menschheit erhebend. Allerdings sind die Wirkung und die Äußerung des Hellsehens verschieden, aber seine Fähigkeit führt den Organismus in einen die Menschheit unter verschiedenen Umständen zur Vervollkommnung lenkenden Wirkbereich. Es ist kein Zufall, dass die Gabe der Entdeckung des Hellsehens, Hellhörens und Hell-Verstehens der Mutter der Welt zu eigen ist.

    120. Die Ablagerungen von psychischer Energie sind natürlich, sowohl im Tier- als auch im Pflanzenreich, völlig real. Man sollte daran erinnern, dass das zuvor erwähnte "Ringse" eine Ablagerung von psychischer Energie enthält, welche die Eigenschaft der Unzerstörbarkeit und Lebenskraft besitzt.

    121. Wenn Ich euch rufe, zu mir zu streben, so bedeutet das, dass inmitten der Schlacht ein gefährlicher Augenblick aufkam und Vereinigung der Herzen erforderlich ist. Es ist unmöglich, sich in Unbegrenztheit einen völligen Sieg vorzustellen, doch aus demselben Grund ist Niederlage gleichermaßen unmöglich. Oft überträgt ein Arzt den Schmerz auf einen anderen Teil, um sich von seiner Relativität zu überzeugen; doch Zusammenarbeit bedarf solcher Exempel nicht. Wenn die Baumeister eines großen Planes gerufen werden,


kann es keine Relativität geben. In gefahrvoller Stunde schmerzen die Herzen. Man kann viele Ursachen erwägen, doch die Grundlage der Pein und des Alarms ist eine, nämlich die harte Teil der Schlacht. Ein Vorankommen ohne Hindernisse wäre in einer Schlacht unvorstellbar. So sind Wir auf der Wacht, und Wir rufen den Mitarbeitern zu, ganz dicht zusammenzustellen.

    122. Die Erschütterung der Welt ist wie die Erschütterung des Herzens. Nichts kann die Drohenden dazu bewegen, den Angriff einzustellen; ebenso kann das feinfühlige Herz nichts vom Erbeben entlasten, wenn für ihn Wertvolles angegriffen wird. Doch jedem muss gesagt werden, nicht zu erschrecken, denn solange eine Starke Einheit gibt, kann nichts eindringen. Aber das Erbeben des Herzens ist nicht nur auf dem Turm, sondern überall, wo immer es Hingabe gibt, unvermeidlich. Lasst uns dieses Gefühl von den atmosphärischen Einflüssen unterscheiden, welche sogar bei Spannung nicht jene durch psychische Reflexe mögliche Einwirkung auslösen können. Ich bestätige, so viel Ruhe wie möglich, denn Wir wachen!

    123. Lobt Ärzte, die zu Beginn einer Krankheit ein starkes Tonikum verordnen. Wenn das Herz bereits geschwächt ist, dann ist es zu spät der Krankheit zu überwinden. Es ist Aufgabe des Arztes, den Keim der Krankheit festzustellen und für die Bekämpfung neue Kraft einzuflößen. Deshalb verweisen Wir in erster Linie auf Moschus. Aber die wertvolle Substanz reicht nicht für alle, und deshalb lenken Wir eure Aufmerksamkeit wieder auf jene Pflanzen, von denen sich diese Tiere nähren. Diese Zusammensetzung wird natürlich schwächer sein, aber sie liefert dennoch eine heilsame Substanz, die weitgehend angewendet werden kann.


So vermag man den Hauptfeind der Menschheit - alle Narkotika - zu vermeiden. Es ist nicht schwierig, die Substanz der Nahrung dieser Tiere ausfindig zu machen. Außerdem vermag man immer einen Weg zu finden, das Töten zu vermeiden.

    124. Man sollte dem charakteristischen, krampfhaften Seufzer, der bekannte geistige Erhebungen begleitet, Beachtung schenken. Die Empfindung von Gänsehaut an verschiedenen Körperstellen bei Verbindungen mit Uns ist auch sehr wesentlich. Beim Experimentierprozess für die Entdeckung der psychischen Energie wird die Bedeutung beider Empfindungen erkannt werden.
    Die Geschwindigkeit bei einer ungestörten Übertragung gleicht der Lichtgeschwindigkeit. Es ist wesentlich, alle Bereiche des Feuers zu koordinieren, so kann man bemerkenswerte, einen von der Einheit der Grundlagen überzeugende Analogien erkennen. Weshalb sollte man sich abwenden, wenn die Zeichen der Vereinigung überall aufscheinen?

    125. Wenn wir hier auf Erden nicht lernen, die nützlichen Eigenschaften von den schädlichen zu trennen, wo sonst konnten wir diese Erfahrung erlangen? Dem Gesetz des Herzens folgend, kann man in jeder Erscheinung unverwandt nützliche und schädliche Wesenszüge erkennen. Selten sind sämtliche Eigenschaften einer Erscheinung gut oder schlecht, aber das Herz erkennt, wo sich die Funken des Lichts und der Staub der Finsternis verbergen. Das Neue kann nicht nach den herkömmlichen, vorurteilsvollen und irdischen Gedanken aufgebaut werden. Es ist notwendig, daran zu erinnern, dass sich reichlich Seligkeit ergießt; ihre Funken werden durch einen kosmischen Wirbelwind in verschiedene Herde gefegt. Ihr seht selbst, wie unerwartet sich die Saatkörner der Pflanzen veredeln. Gleicherweise gibt es viele Klassen


menschlicher Identifizierungen; außerdem spreche Ich auch vom Erfassen.

    126. Ihr tut gut daran, die Verschiedenheiten der Ausdrücke zu erkennen. Gerade darin verbirgt sich die Musik des Geistes. Die ganzen Schattierungen der Sprache sind kein Zufall! Wie sehr durchströmt die psychische Flamme die Nerven, der Sprache Klang verleihend!

    127. Jeder Gedanke gebiert eine Tat. Der unbedeutendste Gedanke lässt eine winzige Tat entstehen, deshalb denkt weiträumig, damit sogar bei Einbuße Kraft für die substantielle Folge verbleibt. Auch wenn die Menschen oft nicht gut zu handeln verstehen, so könnten sie wenigstens gute und weitreichende Gedanken in sich hegen. Ich hebe kultivierte Gedanken hervor, denn der finstere Staub vernichtet die Schönheit der Schöpfung. Es ist schwierig, einen Gedanken rechtschaffener Schöpferkraft zu erflehen, wenn blutiger Nebel das Bewusstsein trübt. Doch früher oder später wird man sich der Kraft des geläuterten Gedankens zuwenden müssen. Deshalb ist es gut, damit bald zu beginnen.

    128. Die Wurzel der Gedankenbildung ist die tiefreichende Seinsgrundlage. Ohne Vorstellungsvermögen kann es kein Streben nach Wissen und Schöpfung geben. Wie kann ein Geist schaffen, wenn er von der Gedankenbildung nicht überzeugt ist? Wie könnte er über das Höchste Prinzip sprechen, wenn es nicht die im Sein verankerte Gedankenbildung gäbe? Die geistigen Werte unterscheiden sich nach diesem Kriterium. Ohne geistige Vergegenwärtigung wäre diese Erscheinung der Tanz eines Skeletts. Aber wie ihr seht, jetzt brauchen die verwesenden Teile der Menschheit Balsam.


    129. Es ist schlecht, in seinen Wohnräumen Häute oder Teile von menschenfressenden Tieren aufzubewahren sowie andere Gegenstände der Nekromantie. Wer die Bedeutung des Magnetismus im menschlichen Organismus erkannt hat, begreift, wie lebendig die Fluida der Organismen sind und wie naturwidrig die Vermischung der Fluida des Menschen mit jenen der verschiedenen Tierarten ist; deshalb ist jedwede Form von Kannibalismus ein Festtag für die finsteren Kräfte. Darüber hinaus werden die Körper der niederen Schichten der Feinstofflichen Welt besonders von Nekromantie angezogen.

    130. Die erhabensten Experimente werden zu Spaßen von Fakiren entwürdigt. Anstatt einem Mangobaum durch Gedankenkraft das Wachstum einzuflößen, hängen sie die Früchte gewandt an den Zweig. Ebenso entwürdigt werden alle menschlichen Errungenschaften, aber Wir bleiben auf dem grundlegenden Pfad, um nicht gegen das Daseinsgesetz zu verstoßen.

    131. Nun rate Ich, die Wissenschaftler mögen der Feinfühligkeit des Organismus in Richtung verschiedener unerklärlicher Erscheinungen Aufmerksamkeit schenken; zum Beispiel dem Empfinden von Gänsehaut an seinem Körper. Natürlich man kann dies als Nervenzusammenziehung erklären, doch es ist lehrreich, darauf zu achten, ob in der umgebenden Atmosphäre nicht äußerer Einfluss gegeben ist. Diese Beobachtungen sind bei der Erforschung der psychischen Energie sehr nützlich. Die physische Atmosphäre wird durch etwas angespannt und wirkt auf die Hautoberfläche und die Nerven ein. Die psychische Einwirkung einer beschleunigten Nervenzusammenziehung müsste chemisch untersucht werden. Strahlen und Strömungen sind mit der Feinstofflichen Welt wirklich sehr eng verbunden. Aber für diese Untersuchungen muss man vor allem lernen, die Aufmerksamkeit auf die Empfindungen zu lenken. Die Ärzte selbst schenken


diesen mannigfaltigen Empfindungen weniger Beachtung als andere. Sie errichten für die komplizierten Organismen primitive Scheidewände, die sie hindern, ihre Beobachtungen zu verfeinern.

    132 Man muss jeden Tag an die Aufgaben der Neuen Welt denken. Man muss der Neuen Welt zustreben, wie zu etwas, das bereits hinter der Tür steht. Man darf die Besorgtheit um die Neue Welt nicht anderen überlassen, wenn sie von jedem von uns wahrgenommen werden muss.
    Wir müssen uns wenigstens in kleinen Gruppen sammeln, um Gemeinschaftssinn zu erlangen.

    133. Verbreitet mit allen Mitteln das Höchste Gut. Es ist bedauerlich zu sehen, wie manchmal ein Staubkorn ein ganzes Räderwerk zum Stehen bringt. Ein großzügiges Herz umfasst vieles, aber ein kleinliches Herz ist vornehmlich von kleinen Dingen eingenommen. Man darf es nicht zulassen, dass sich Böses ungehindert ausbreitet. Das Beispiel vom Garten und Unkraut genügt. Ladet den lieblichen Sänger ein, inmitten des Unkrauts zu wandeln, und alle seine lieblichen Phrasen werden verstummen. Aber die Begeisterung der Krieger der Seligkeit wird auf dem Wege der Nachfolge nicht erkalten! So möge das Herz urteilen, wo Seligkeit beginnt!

    134. Ich bitte, beim Vergleich von Gut und Böse keine willkürliche Teilung vorzunehmen, denn die Grenzen sind so schwankend, dass man sie mit irdischen Maßstäben nicht abschätzen kann. Die Hauptschwierigkeit besteht darin, dass sich die Feinstoffliche Welt behände nähert und stetigen Einfluss ausübt; aber die niedersten, chaotischen Sphären zerstören jedwede schöpferisch in Erscheinung tretende bewusste Gruppe. Gewiss,


die größten Erscheinungen werden vom Abschaum besonders beschmutzt.

    135. Gedankenlesen rührt vom Gefühlswissen her. Weder künstliche Magie noch ein durchdringender Blick, noch das Händehalten, sondern das Feuer des Herzens verbindet die feinstofflichsten Apparate. Hier ergeben sich zwei Schwierigkeiten: der Gedankenleser kann von mehreren Strömen umgeben sein, und der, dessen Gedanken gelesen werden, kann so unklar denken, dass er selbst unfähig ist, seinen Grundgedanken zu bestimmen. Aber das Gedankenlesen ist nicht nur als Phänomen für das gegenwärtigen Bewusstsein der Menschheit lehrreich, sondern auch als wissenschaftlich physikalisches Experiment bei der Übermittlung von Strömen. Es gibt so viele bedeutende Experimente, die darauf warten, an die Reihe zu kommen. Ihr alle kennt die Lichterscheinungen, rein visueller Art, oder sind sie räumlich-chemischer Natur? Vielleicht wird die Verdichtung dieser Energie der Beginn einer neuen Beleuchtungsform sein! Alle diese Erscheinungen gehören in den Bereich der Erforschung der psychischen Energie. Warum sollte man annehmen, dass es der Menschheit bestimmt ist, sich nur auf eine Art von kosmischer Energie, die man Elektrizität nennt, zu beschränken? Bei der Manifestation dieser Energie kann es viele Kanäle geben. Doch für die Menschen ist es zugänglicher, die Aufmerksamkeit zuerst auf ihren eigenen Mikrokosmos - das Herz - zu richten, in dem alle Energien der Welt schlummern.

    136. Wenn es Hellhören und Hellsehen gibt, so muss es auch Hellriechen geben. Unter den Erscheinungen der psychischen Energie hat letzteres eine besondere


Bedeutung. Die Energie wird nicht nur in Duft verdichtet, sondern sie ruft jenes krampfhafte Einatmen hervor, von dem Ich bereits gesprochen habe. Es ist lehrreich, daran zu erinnern, wie merkwürdig die alte Weisheit in unsinnige Rituale entartete. Liest man in den Ritualen der Ägypter, Chinesen oder anderer alter Volker von der Begrüßung durch Beriechen und Einatmen, so ist es schwierig, darin die Erinnerung an die von verschwundenen Rassen behütete psychische Energie zu erkennen. Aber auch jetzt enthüllt ein aufgeschlossenes Gefühlswissen das Wesen der umgebenden Atmosphäre. Es ist keine Frage des Geruchs, sondern eine solche des Wesens.

    137. Es ist glaubwürdig bekannt, dass einige Düfte auf der Hautoberfläche, bei den Nervenenden eine Anspannung der psychischen Energie hervorrufen. Gewisse Rosensorten und auch die als der Balsam der Mutter der Welt bekannten Ingredienzien sind dafür nützlich. Die wohltuende Wirkung des Balsams wird durch die hervorgerufene psychische Energie erhöht. Deshalb sind verschiedene Arten von Hauterkrankung sowie Zersetzung des Stoffes dieser Einwirkung zuzuschreiben. Natürlich steigert sich die Wirkung, wenn Klarheit des Bewusstseins hinzukommt. Deshalb ist eine gute Suggestion sogar bei den besten Heilmitteln von Nutzen. Vergessen wir nicht, dass diese Hinweisungen für die Erforschung der psychischen Energie von Nutzen sind.

    138. Ein mangelhafter Schlaf bedeutet noch nicht Schlaflosigkeit, die schädlich ist, weil sie einen von der Feinstofflichen Welt fernhält. Im Gegenteil, mangelhafter Schlaf führt manchmal zu den notwendigen Konsequenzen, den eifrigen feinstofflichen Körper aus


der geistigen Schlacht herauszuhalten. Gewiss, manchmal mag auch kein Schlafbedürfnis vorhanden sein, aber das ist ein besonderer Zustand. Das Herz ermöglicht während des Schlafes sehr bedeutsame Beobachtungen. Man kann allmählich die Tätigkeit des Herzens in Verbindung mit der Teilnahme am Leben der Feinstofflichen Welt feststellen. Es lasst sich aufzeigen, wie das Herz einerseits vom kosmischen Pulsschlag abhängt und diesen reflektiert, andererseits aber bei direkter Teilnahme an der Feinstofflichen Welt das besondere Tempo der Feinstofflichen Welt übernimmt. So kann man durch eine Reihe aufmerksamer Beobachtungen eine Verbindung der Feinstofflichen Welt mit dem Kosmos und der physischen Welt feststellen. Aufgabe des menschlichen Herzens ist es, Energie zusammeln und umzuwandeln, es ist jedoch wichtig, der Menschheit mit Hilfe von Experimenten die Bedeutung der Schwingungen zu erklären.
    Wer würde vermuten, dass die Teilnahme an einem Kampf in der Feinstofflichen Welt ein schweres Gefühl sowie Spannung im ganzen Organismus auslöst? Aber sogar Ärzte können bezeugen, dass derzeit viele bedrückende Zustände zu verzeichnen sind.

    139 Im kommenden Zeitalter muss die Menschheit von jedweder Sklaverei befreit werden. Dies kann durch Hierarchische Zusammenarbeit erreicht werden. Wir werden nicht müde, über Zusammenarbeit zu sprechen. Man kann die Bedeutung des allumfassenden Herzens nicht erkennen, wenn man statt zusammenzuarbeiten von allerlei Sklaverei träumt. Deshalb möge uns das Studium der magnetischen Ströme lehren, dass die Erkenntnis der Zusammenarbeit die Macht aller vereinenden Ströme verzehnfacht. Es mag seltsam klingen, dass der ethische Begriff Zusammenarbeit auf den physischen Begriff Ströme einwirkt. So


mag jemand denken, der die wahre Wissenschaft nicht kennt. Aber euch ist zur Genüge bekannt, dass der geistige Bereich von den physischen Gesetzen nicht getrennt werden kann.

    140. In allem lassen sich Manwantaras und Pralayas erkennen. Dieses majestätische Gesetz ist von der winzigsten Erscheinung bis zum Wechsel von Welten deutlich erkennbar. Man kann die genaue Progression begreifen, die das Kleinste mit dem Größten verbindet. Gleicherweise wechseln die Empfindungen unseres Organismus und Bewusstseins einheitlich. Wir erlangen entweder Fassungsvermögen oder gewahren uns am Rande des Abgrunds von Unwissenheit, als standen wir einer großen Leere gegenüber; aber auf dem Gipfel der Erkenntnis werden wir an den Wissensmangel denken. Gleichfalls werden wir, konfrontiert mit der Leere, erkennen, dass diese Maja der Pralaya ist, denn es gibt keine Leere. So denkt daran, dass das Luftbild der Leere durch die Unerschöpflichkeit der geistigen Schätze ersetzt wird. Was sagte Ich euch heute? Ein einziges Wort: Unerschöpflichkeit. Möge diese das Bündnis der Zukunft sein.
    Wenn ihr Unbegrenztheit erkennt, musst ihr euch auch an ihre Eigenschaften gewöhnen. Unerschöpflichkeit ist jene erste Eigenschaft, die jedes mutige Herz beglücken wird.

    141. Selbst Menschen von höchstem Wissen können nur schwer die Handlung der Feinstofflichen Welt in die physische Zeit umsetzen. Für die Menschen ist es nahezu unvorstellbar, dass für den Übergang in die Feinstoffliche Welt fast keine Zeit benötigt wird. Man kann die entferntesten Flüge hinein in die Feinstoffliche Welt unternehmen, aber die irdischen Uhren worden hierfür nur Sekunden verzeichnen; so sehr unterscheidet sich die Dimension der Feinstofflichen Welt von der physischen. Im Zusammenhang damit sei vermerkt,


dass bei gewaltsamer Trennung des feinstofflichen Körpers die Worte des Schlafenden nicht der Heftigkeit der feinstofflichen Handlungen entsprechen und schon dem Gesetz der physischen Welt unterliegen. So handelt der physische Verstand auch nach dem Gesetz der physischen Welt, nur die psychische Energie der Nerven unterliegt dem Gesetz des Lichts.
    Die Mitarbeiter der Feinstofflichen Welt eilen oft herbei zu helfen, ohne ihre Abwesenheit zu bemerken. Nur durch Schwindelgefühl wird man sich manchmal des Phänomens gewahr, denn Zusammenarbeit mit der Feinstofflichen Welt gilt als ungewöhnlich. Aber diese Situation wird sich bald ändern.

    142. Ich wollte euch zeigen, wie sich bei der Teilung des Geistes der kosmische Puls verstärkt. Es ist unmöglich, die ganze Spannung der umgebenden Energien im physischen Körper aufzunehmen. Nur manchmal kann man für kurze Zeit günstige Bedingungen nutzen, um eine Idee der Komplexität von der Umgebung zu vermitteln. Nur Unwissenheit setzt ein primitives Wachstum des Kosmos voraus! Die Erscheinung der feinstofflichsten Energieverwobenheit liefert das notwendige Feld für die Forschung; das Haupthindernis jedoch bilden Ungeduld und gegenseitiges Misstrauen. Wie kann man die unwiederholbaren Erscheinungen spüren, wenn der, der sie fühlt, vergisst, das Zeichen zu geben und der Forscher keine Instrumente bereithält? Wir raten dringend zur Errichtung eines biochemischen Laboratoriums, aber natürlich zum Zweck ernsthafter und langwieriger Experimente. Man muss besonders hier in den Höhen alle Zeichen mit besonderer Aufmerksamkeit beachten.


Nirgendwo anders treffen so viele besondere Bedingungen zusammen; nirgendwo anders gibt es eine Koordinierung der Höchsten Wege mit den vielen Menschen am Fuße des Berges. Nirgendwo anders gibt es solche Gletscher und unterirdische heiße Quellen. Nirgendwo anders gibt es weder solch tiefe Klüfte noch solche Gaseruptionen und magnetischen Ströme. Man muss alle weitreichenden Gedanken entfalten, damit die Wissenschaftler, sogar ohne Kenntnis des Wesens der psychischen Energie, ihre Versuche in allen Naturreichen anstellen können. So kann man viele in Vergessenheit geratenen Schätze wieder entdecken und das Leben läutern. Besondere Aufmerksamkeit muss der psychischen Energie, als dem Schlüssel zur Zukunft, gewidmet werden. Viele Experimente werden auf falscher Fährte ausgeführt. Man muss von der allgemeinen Lage ausgehen und die Einzelheiten zu ihr gebrauchen.

    143. Der Funke zwischen den Magnetpolen veranschaulicht, wie der Gedanke in eine physische Übertragung verwandelt wird. Unermüdlich senden Wir die Einzelheiten des mit dem Herzen empfundenen feurigen Experiments. Übrigens wird vieles, was die überirdische Ebene betrifft, mehr physisch, so der Evolution dienend.

    144. Man darf die aufgezeigte Schlacht nicht als zu langwierig erachten; sogar physische Schlachten währten Monate und Jahre, daher kann die höchste Schlacht nicht sofort entschieden sein. Wo ist jener Blitz, der Übles augenblicklich durchbohren kann? Doch wenn sich solch ein Blitz sammelt, wäre es unweise, ihn hinauszuschleudern, in erster Linie deshalb, weil der ganze Planet darunter leiden würde. Nur der Unwissende kann die Verletzung des Grundgesetzes zulassen.


    145. Es wird viel von der Schöpferkraft durch Schwingungen gesprochen, wobei die Augen himmelwärts gerichtet werden. Dabei wird vergessen, dass jeder Mensch nicht nur ein Energieumwandler ist, sondern auch ein Schöpfer von feinstofflichen Schwingungen. Wenn das Herz der Energieumwandler ist, so sensibilisiert die psychische Energie die Schwingungen. Die klassischen Mysterien riefen mit ihren verfeinerten Rhythmen die Bedeutung der Schwingungen in Erinnerung. So ist auch jede mit Begeisterung ausgeführte Arbeit eine Quelle feinstofflicher Schwingungen: deshalb bestehe Ich auf der Qualität der Arbeit. Die Menschen des Altertums vermerkten gute und schlechte Tage. Dies war ebenfalls ein Überrest der Aufeinanderfolge von Manwantara und Pralaya, doch auf das irdische Dasein bezogen. Für Schwingungen wird jeder Rhythmus, jede Aufeinanderfolge, jede Qualität die Grundlage der Zusammenarbeit mit dem Kosmos. Wenn Ich sage: "Forscht genauer", so verstehe Ich darunter ebenfalls die Qualität jeder Arbeit als wahre Schöpfung. Wir lieben keine Scheinheiligkeit, denn sie bedeutet Lüge, anders gesagt, in ihr ist weder Spannkraft noch Qualität. Deshalb wollen wir in allem an die Zusammenarbeit mit dem Kosmos denken.

    146. Man muss daran denken, dass es in der geistigen Schlacht ungewöhnliche Schwingungen geben und man natürlich nicht ihre Harmonisierung erhoffen kann.
    Ihr fragt Mich, was Ich jetzt von euch brauche? Ich brauche Hingabe, solch eine Hingabe, die von allem Beiwerk geläutert ist. Wenn der Raum erbebt, sollten unsere Gefühle geläutert werden, so wie man den Flaum von der Pfeilspitze entfernt. Bei Uns entfaltet sich


die Schlacht - bewährt euch und werft alles Hindernde von euch!
    Wie kann man der Sache dienen, wenn die Schlacht im Gange ist? Vor allem kann man neue Umstände schaffen; deshalb Wachsamkeit und nochmals Wachsamkeit!

    147. Wiederholt den Ärzten gegenüber erneut, dass sie die Menschen im so genannten gesunden Zustand beobachten sollten. Dir für Ärzte interessantesten Erscheinungen werden nicht bei ansteckenden Krankheiten wahrgenommen. Das Ansteckungsprinzip erinnert einen an Besessenheit, aber die lehrreichsten Erscheinungen psychischer Energie treten natürlich nicht während einer ansteckenden Krankheit auf; dennoch wird dieser Umstand niemals erwogen. Wie können wir dann schnelle Entdeckungen erwarten, wenn die wichtigste Erscheinung der psychischen Energie weder beachtet noch erörtert, ja nicht einmal geleugnet wird, sondern zusammen mit den unwichtigsten Erscheinungen einfach unbemerkt bleibt. Jede erfolgreiche Methode wird erneut von psychischer Energie sprechen. Hinter verschlossenen Türen wird so mancher über psychische Energie lesen und ohne es jemandem einzugestehen, dennoch über sie nachdenken.

    148. Ferner wird man fragen: "Warum wird in allen Bündnissen so wenig über die Feinstoffliche Welt gesagt?" Seid versichert, dass überall viel gesagt ist, doch die Menschen wollen es nicht bemerken. Auf den alten Ikonen kann man grüne Sphären wahrnehmen, die das Irdische darstellen, und rote Sphären - feurige, mit anderen Worten, die Feinstoffliche Welt. Auf einer Ikone kann man eine ganze Szene in grünen Tonen sehen


und ihr entlang die rote Welt der Engel. Was könnte offensichtlicher sein? Alle Prophezeiungen sind reich an Berichten über die Feinstoffliche Welt. Sogar im Koran wurde die Feinstoffliche Welt nicht vergessen. Man kann nicht eine Lehre nennen, in der nicht auf das Leben in der Feinstofflichen Welt Bezug genommen wird. Aus Furcht vor allem Unsichtbaren verstopfen sich die Menschen die Ohren, schließen die Augen und ziehen es vor, unwissend zu bleiben. Doch kann man über das Herz, über die psychische Energie nachdenken, ohne an die unermessliche und von der dichtphysischen Welt untrennbare Feinstoffliche Welt zu denken?

    149. Seid nicht erstaunt, dass Ich sogar in den Tagen größter Anspannung mit euch ganz ruhig über das Mysterium der Welten spreche. Dies kommt von der langen Erfahrung. Man kann eine geistige Schlacht nicht anders führen, als dass man alle Abgründe erwähnt. Die Tage sind so angespannt, dass, wenn wir nach irdischer Art dächten, wir bedrückt einherschreiten müssten, aber das überirdische Gesetz führt uns empor. Wer nicht fällt, der steigt auf. Den Abstieg aber können wir nur durch Geist verhindern. So gibt es über der irdischen Entscheidung eine himmlische. So gibt es über dem Gehirn das Herz.

    150. Wenn Ich sage, dass Ich immer mit euch bin, würden das viele glauben? Sie würden sich sogar fürchten, an das vereinte Bewusstsein zu glauben. Für sie ist jede solche Vereinigung sogar ein Eindringen in ihre Ichsucht, und als solche gänzlich unzulässig. Sie werden niemals die zehnfache Energievermehrung schätzen, die sich durch die Zusammenarbeit der Bewusstseine ergibt. Aber ohne solche Zusammenarbeit waren alle Lehren des Herzens unmöglich. Wozu alle Einzelheiten, wenn keine gegenseitige Stärkung möglich ist? Aber wenn dieses Prinzip erreichbar ist, dann ist auch seine Erweiterung


bis zur völligen Vereinigung der Bewusstseine, die "Paloria" genannt wird, möglich. Doch wie sehr kann dann die Arbeit derer, die das bestätigen und die Vereinigung der Bewusstseine erreicht haben, für das Allgemeinwohl erweitert werden! Natürlich spreche Ich von der inneren, geistigen Arbeit, welche die Blinden weder wahrnehmen noch ermessen können.
    Die Aufrufe zur Vereinigung der Bewusstseine sind überall unumgänglich, weil diese die einfachste Einführung in das Leben des Herzens ist. Das ist keine Zauberei, sondern ein physisches Gesetz, welches das rettende Netz um den Planeten zu weben vermag. Wer daher dem Gesetz des Seins folgt, kann sich mit Recht als Bürger der Welt betrachten.

    151. Ich sage: "Strebt in die Zukunft". Ich sage: "Wendet euch Mir zu". Ich sage: "Sammelt alles, was euch über das Durchschreiten der Ströme hinaus antreibt." Wir nennen das Eintauchen in die Vergangenheit, das schlummernde karmische Bestätigungen wecken kann, das Gift der Vergangenheit. Die Vergangenheit kann einen zeitweilig der Aufspeicherungen der Gegenwart berauben. So vervielfacht sich unsere Kraft, wenn wir unser Bewusstsein in die Zukunft übertragen. Jedes Zeichen der Vergangenheit trägt uns zurück und verleiht uns die Kraft zum Durchschreiten der Ströme. Man muss vor allem in den Tagen atmosphärischer Spannung an dieses Gesetz denken. Die Reinkarnation wird in manchen Lehren deshalb so wenig erwähnt, um noch mehr auf die Zukunft ausgerichtet zu sein. Es ist gut, dass ihr einige Namen nicht aussprecht und sogar zu vergessen sucht. Man sollte ausgelebte Schwingungen nicht neu beleben.

    152. Natürlich haben Wir nichts gegen Antiquitäten, wenn ihre Aura gut ist, aber man sollte sie nicht


von der eigenen Vergangenheit her betrachten. Uns ist zur Genüge bekannt, dass der Vervollkommnungsprozess nicht durch Verweilen in der Vergangenheit erlangt wird, sondern durch unaufhaltsames Streben in die Zukunft. Wir raten, euer ganzes Bewusstsein gerade jetzt in die Zukunft zu verlegen, um vielen Fesseln vergangener Existenzen zu entrinnen.

    153. In grauer Vorzeit benutzte man Weihrauch, um die Aura von Gegenständen zu bestimmen. Man nahm an, dass dieser in die Gegenstände mit guter Aura eindringe, während schlechte Ausstrahlungen die Manifestationen dieser Pflanze nicht aufnahmen. Später verwendete man Weihrauch in den Tempeln, um die Feinstoffliche Welt zu stärken und naher heranzuziehen. Weihrauch hat tatsächlich die Eigenschaft, die Lebenskraft der Feinstofflichen Welt zu stärken. Wird er bei Beerdigungen verwendet, so zu dem Zweck, um den, der die Grenzlinie des Bewusstseins überschreitet hat, zu schützen und ihn vom schlummernden Zustand zu befreien, in dem sich gewöhnlich jene befinden, die nicht vorbereitet sind. Solche Einzelheiten des alten Wissens sind völlig verloren gegangen; ebenfalls Bedeutung verschiedener Düfte in Vergessenheit geraten. Die Herstellung von Parfüms hat ihren ursprünlichen Sinn eingebüßt; sie hat ihn nicht nur eingebüßt, sondern aus Unwissenheit werden oft die schädlichsten Zusammensetzungen verwendet. Das aufgrund umfangreichen Studiums bestätigte Wissen liefert einen vollständigen Bereich nützlicher Anwendung im Leben. Die Anwendung von Düften im Altertum war mit dem Studium von Heilungen verbunden. Die Priester zeigten auf, wie und in welchen Fällen Düfte zu verwenden waren. So kann man ohne jedwede Hexerei ein ganzes Heilverfahren verfolgen, das auf Inhalieren beruht sowie dem Nähren des Nervensystems durch Einreihen von Duftessenzen


in die Haut. So schauten die Alten viel tiefer unter die Hautoberfläche.
    Mit der Frage der Düfte ist auch der Begriff unserer Ausstrahlungen untrennbar verbunden, doch auch dieses Gebiet wird kaum erforscht. Jeglicher Beweis die Erforschung verschiedener Ausstrahlungen wird als Scharlatanerie gebrandmarkt. Ebenso stößt jedes feine Empfinden nur auf Zweifel, als ob die Vielfältigkeit der Natur keine Verfeinerung erforderte!

    154. Lasst uns nicht vergessen, den Kampfruf erschallen zu lassen; werden wir nicht müde, den Ruf des Schwertes erschallen zu lassen, das der Welt den Frieden bringen wird. Wir verkünden damit keine Drohung, doch der Beweis der Heldentat ist als Nahrung des Geistes nötig.

    155. Es gibt viele okkulte Bücher, doch die meisten von ihnen können derzeit nicht verwendet werden, weil sie überall nur einige Auserwählte in Betracht ziehen. Unsere Lehre aber befasst sich mit allen, allen, allen! Nur durch diese Rufe an alle kann abstrakte Ethik durch die Lehre des Lebens ersetzt werden.

    156. Wenn die Welt in Spannung ist, wird die geistige Rüstung der engsten Mitarbeiter verstärkt. Die Strahlung wird Purpur und flammend. Auf diese Weise erlangt die kosmische Rüstung, abgesehen von persönlichen Gefühlen und täglicher Arbeit, Koordinierung mit den Weltzuständen. So kann man die kosmische Einwirkung würdigen, wenn das Gesetz der Hierarchie in Ordnung ist.
    Man kann wahrnehmen, wie die geistige Rüstung zusammen mit der Bewusstseinserweiterung geschmiedet wird. Wir können dieser Rüstung helfen. Doch ohne Wachstum des Bewusstseins käme solch eine Einmengung der Vernichtung gleich.


So kann man die Wunderbare Hand gewahren, wenn man nach dem Gesetz der Hierarchie handelt. Man muss dies besonders jetzt bedenken, wenn sogar ein gestähltes Herz mit Qual diese ungewöhnliche Anspannung fühlen kann.

    157. Das flammende Schwert ist der Strahl geistiger Rüstung. Das Symbol des schwertähnlichen Strahles galt in allen Lehren als das schwierigste Zeichen. Sogar in Friedenssymbolen verwendete man das Schwert. Damit soll nicht die Gewalt versinnbildlicht werden, sondern die Bereitschaft, das Heiligste zu verteidigen. So kann man inmitten des ungestümen Feuers über der Stirn des Geisteskrieges ein aufgerichtetes Schwert gewahren. Es ist bedauerlich, dass es in der irdischen Welt noch so unvollkommen gelingt, die Aura festzuhalten. Man könnte sichtbare Beweise von Strahlen und anderen Feuern erbringen.

    158 Man muss den endgültigen Zusammenprall der beiden Welten verstehen: der einen, die vergeht, und der anderen, die geboren wird. Man kann die Zeichen des Wahnsinns in der ersteren und den Mut der zweiten gewahren. Wie lange ist es her, seit Ich auf die Teilung der Welt verwies, und man kann sehen, wie sehr die Spaltung bereits einsetzte. Man muss verstehen, dass die entscheidende Zeit näher gerückt ist und dass man ihr vereint begegnen sollte.

    159. Sogar Hunde wissen um die Feinstoffliche Welt. Die Menschen aber sind nicht gewillt, der Wirklichkeit Beachtung zu schenken. Die Feinstoffliche Welt ist die erhabene Sublimation der irdischen Sphäre. Feuer ist eine der grundlegenden Erscheinungen jeder Sublimation. Aber wenn die Menschen vom Bewusstwerden der Feinstofflichen Welt so weit entfernt sind, was vermag man dann von der Welt des Feuers zu sagen, wo Feuer die Essenz von allem Vorhandenen ist? Nach


den Ausführungen über das Herz, über die Feinstoffliche Welt, muss über das Feuer geschrieben werden - über die Feurige Welt. Wie sehr wird diese Welt vom gegenwärtigen Verstehen des Lebens entfernt sein! Aber wer von der Feinstofflichen Welt weiß, wird sich auch in die Welt des Feuers erheben wollen.

    160. Es ist richtig, daran zu denken, dass sogar jeder flüchtige Schatten eines Menschen eine untilgbare Spur hinterlässt. Was soll man dann über Gedanken und Worte sagen?! Die Leichtfertigkeit der Menschen ist auffallend, denn mit jedem Schritt hinterlassen sie die schrecklichsten Aufschichtungen. Die Menschen glauben, dass Worte die Spuren einstiger Gedanken verwischen könnten. Aber wer schafft dann jene unwegsamen Labyrinthe, welche die Gefahr für die vorherbestimmten Erscheinungen enthüllen? Erkennt man, dass die feurige Sphäre die Reste von sorglos in den Raum geworfenen Gedanken enthält, kann man an ein altes Rätsel erinnern: "Was kann nicht weggebrannt werden?" - "Der Gedanke". Die Menschen schaffen den in den Raumschichten fest verankerten Gedanken. Man sollte wissen, wie verworren der Raum erschallt, der so häufig von unbedeutenden und bösen Gedanken durchbohrt wird. Sprecht ihr aber über die chemische Reaktion des Gedankens, so wird man euch als geistig anormal betrachten. Weder Drohung noch Furcht, noch Rat werden helfen, solange der Wanderer der Feinstofflichen Welt nicht gegen seine eigene Gedankensperre stößt. Auf einer alten Stele war zu lesen: "Wanderer, versperre dir nicht den eigenen Pfad." 161. Der verdichtete Gedanke kann für das Herz schädlich sein. Wie dichtes Gas Gefäße verbrennt, so kann der Gedanke das Herz beklemmen. Frühe hießt es: "Die Schlange unter dem Herzen." "Urominai" ist die Schlange,


die an den Kräften nagt. So wusste man in früherer Zeit von der Vorsicht im Denken. Ein kummervoller Gedanke hangt in der Atmosphäre. Deshalb denkt an die Schlacht, und seid vorsichtig.

    162. Es genügt nicht, sein Bewusstsein zu bestätigen; man muss sich daran gewöhnen, es unter verschiedenen Umstanden zu erhalten. Es gibt Messer zum Papierschneiden, andere für Holz und ganz andere für Metall. Man könnte die physische, die feinstoffliche und die feurige Welt mit dem Widerstand von Papier, Holz und Metall vergleichen. Wahrhaftig, an die Erkenntnis der Feinstofflichen und der Feurigen Welt muss man sich fest gewöhnen, dazu können verschiedene Übungen dienlich sein. So muss man sich an den Zustand ständiger, endloser und unermüdlicher Arbeit gewöhnen. Solch eine Anspannung des Bewusstseins ist für die Feinstoffliche Welt von unentbehrlichem Nutzen. Die Menschen arbeiten gewöhnlich nur zwecks Erholung, aber nicht für unbegrenzte Vervollkommnung. Stehen sie dann in der Feinstofflichen Welt dem Bildnis der Unbegrenztheit gegenüber, sind sie bestürzt und von Nebel befallen. Ebenfalls muss man sich für die Feurige Welt daran gewöhnen, furchtlos am Rande eines Abgrunds zu wandeln. Nur äußerste Selbstbeherrschung und Bereitschaft, der Gefahr ins Auge zu blicken, können einen für die feurigen Sphären vorbereiten.

    163. Für höhere Erkenntnisse muss man sich vorbereiten; nur eine solche Denkrichtung kann einem das neue Bewusstsein der Menschheit näher bringen. Die große Wirklichkeit muss erneut geläutert werden, um zum Zufluchtsort für den Wanderer zu werden. Die Wirklichkeit ist so unausweichlich und so schön, dass es Wahnsinn wäre, sie vom großen vorherbestimmten Aufstieg zu verbannen. Verschiedene Zeitalter, jedes auf seine Weise, haben die künftige Wirklichkeit


vorweggenommen. Und in Unwissenheit waren die schönen Gemächer sogar von Schrecken erfüllt, doch allein Unwissenheit verharrt in Schrecken. Die Wohnstätte des Geistes ist schön, wenn er den schönen Pfad erwählt hat.

    164. Unbefriedigt sein ist eine Eigenschaft der Feinstofflichen Welt. In ihr kann man ewige Bewegung erkennen, denn ohne diese Bewegung ist es unmöglich, in den höheren Welten voranzuschreiten. Den Magen und die Muskeln kann man befriedigen und sättigen, aber was sättigt das Herz? Schon Betrachtung des Höchsten Lichts erfüllt mit einem Strom - aber nicht mit Übermaß. Flammendes Herz, unersättliches Herz, allein der ganze Schmerz der Welt wird dir Antrieb verleihen! Der Nebel, der übersättigte Augen trübte, wird sich in die Flamme eines lodernden Herzens verwandeln. So lasst uns den feurigen Schatz hüten. Lasst uns den Völkern das wertvolle Herz erklären. Lasst uns alle für den Pfad nötigen Meilensteine ins Gedächtnis rufen. Lasst uns den weisen Ausspruch nicht vergessen: "Und dies wird vorbeigehen"; denn eine heftige Bewegung wird einen nie an die gleiche Stelle zurückbringen.

    165. Das allgemeine Streben verstehen heißt, einen Tempel der Neuen Welt errichten. Streben, gegenseitiges Nähren, wird schon das Verstehen der Lehre bekunden. Solches Streben wird den Pfad zur Feurigen Welt ebnen, doch man muss den Mut haben, das Feuer zu schauen, es als seine einzige Nahrung anzuerkennen.

    166. Man kann die Rupien zählen, sich aber beim Zählen der Annas16 verrechnen; dann wird auch die Endsumme falsch sein. Deshalb werdet ihr nur mit vollem Maß durchkommen. Völlige


Hingabe bedeutet, das Bewusstsein der Hierarchie entlang ausrichten. Wie ein gespanntes Segel die kostbare Ladung entlang trägt, so trägt einen das angespannte Bewusstsein hinter die Grenzen der Gefahr.

    167. Wenn ihr zwecks Wahrnehmung der kosmischen Schwingungen das Pendel über eine sandige Oberfläche haltet, so werdet ihr es nicht mit der Hand anstoßen und seine Bewegung gewaltsam beschleunigen. Solche Gewaltanwendung wäre vor allem töricht, denn sie würde nur zu einer falschen Anzeige führen. Genauso verhält es sich mit dem Pendel des Geistes. Man kann seine Anzeige nicht erzwingen. Die Aufzeichnungen der Nadel des Geistes sind kompliziert, und nur das Streben des Herzens kann die Anzeigen des Pendels lebendig und wahrheitsgetreu verstärken. Vom gleichen Pendel des Geistes spricht die Lehre des Alten Tibet. Über dem Haupt wird ein Magnet angebracht: und nicht nur der innere Reflex wird bemerkt, sondern auch der Magnet beginnt zu schwingen. Das Wesen der Bewegungen wird sich entweder ruckartig oder zitternd anzeigen; sie können aber auch kreisförmig sein, und dieses Zeichen wird den rechten Bewusstseinszustand kennzeichnen. Dieses Experiment ist allerdings sehr langwierig und auch sehr belastend, weil es völlige Unbeweglichkeit erfordert; und ihr wisst, wie schwierig diese zu erreichen ist.

    168. Es ist unmöglich, den Widerstand nicht wahrzunehmen, auf den jede Bewegung zum Licht stößt. Außer den üblichen Regungen von Seiten der Finsteren, kann man auch die Arbeit des Chaos wahrnehmen, und in diesem Gesetz des Widerstandes des Nichtsgeoffenbarten liegt unser Trost und unsere Geduldprobe.

    169. Es kommt vor, dass Menschen solch niedrigen Geistes sind, dass


sie nur leben können, wenn sie sich gegenseitig verurteilen. Das geschieht nicht, weil sie im Hinblick auf etwaige Hilfe die Rüstung des anderen erforschen wollen, im Gegenteil, Verurteilung wird zum Sinn ihres Lebens. Beraubt man solch einen Verurteiler seiner Sprache, wird er dahinwelken wie eine Pflanze ohne Wasser. Solche Erscheinung können vom medizinischen Gesichtspunkt aus erforscht werden. In dieser Verurteilung kann man eine Art Vampirismus durch Besessenheit erkennen, wobei die Besessenheit wirksamer Fluida benötigt, um den Besessenen zu nähren.
    Diese Lebenserscheinung soll und muss mit wissenschaftlichem Ziel erforscht werden. Es ist naturlich schwierig, Besessenheit zu besiegen, vor allem deshalb, weil nach der Besessenheit die Tore für Eindringlinge für lange Zeit offen stehen. Es bedarf einer sehr angestrengten Beobachtung, um den Befallenen, der einem Besitzergreifer Zutritt gewährte, vor Reizbarkeit zu bewahren, welche die Tür weit öffnet.
    Das Herz ist der beste Schutz vor Besessenheit, aber man muss darauf achten, dass es nicht einschläft.

    170. Will man in einer fremden Sprache eine Rede halten, so ist es unvernünftig, sich erst am Vorabend vorzubereiten. Will man mit einem neuen Instrument auftreten, so ist es unvernünftig, sich erst am Vorabend mit ihm vertraut zu machen. Es ist unvernünftig, sich für den Übergang in die Feinstoffliche Welt erst am Vorabend vorzubereiten. Furchtbar ist es, wenn sich ein Mensch sein ganzes Leben lang vom Gedanken an die Feinstoffliche Welt abgewendet hat und erst am Vorabend des Übergangs wie ein säumiger Schüler undeutlich die nicht begriffenen Worte zu wiederholen beginnt. Die Erscheinung des unvermeidlichen Übergangs wurde in allen Lehren verkündet. Es wurde gesagt: "Wir sterben nicht, sondern wandeln uns". Kurzer kann man es nicht sagen; man kann es nicht nachdrücklicher sagen.


Das heißt, dass man die Sprache der Feinstofflichen Welt kennen muss; das heißt, dass man sich das Eintrittsrecht im vollen Bewusstsein erwerben muss, aber am Vorabend kann es nicht erlangt werden. Man kann beginnen, anstatt Freude Schrecken einzuflößen und so das Gesetz des Lebens verletzen. Aber wie ihr wisst, ist das lodernde Herz der beste Führer. Mit solch einer unauslöschlichen Lampe ist es nicht schrecklich das Firmament zu durchschreiten und den Führenden zu begegnen.

    171. Das Herz vermag den Ruf des Sieges sogar zu vernehmen, wenn die Schlacht tobt. Solch ein Herz, ist des Erwerbs würdig, und die Arbeit, sein Bewusstsein zu verfeinern, wird seine segensreichste Tätigkeit sein.

    172. Feuer steht dem Ton und der Farbe am nächsten. Nicht ohne Grund zieht der Posaunenschall das Raumfeuer an. Es ist kein Zufall, wenn manche Gemälde zu leuchten scheinen, in ihnen rotiert das gleiche Feuer des Herzens. Man muss sich die Erscheinung des Feuers nicht nur als Wirklichkeit vorstellen, sondern auch als etwas von uns Untrennbares.

    173. Der Lehrer hat den ewigen Eid der Bestätigung der Neuen Welt geleistet; folgt Ihm mit ganzem Streben. Die Menschheit bedarf der Reinigung ihres Daseins. So muss man mit der Umgestaltung vom Herd, vom täglichen Leben an, beginnen. Man darf nicht auf die Erhebung ganzer Völker warten, im Gegenteil, das Lebensprinzip wird in der ganzen Welt jenseits von Nationalität, dem persönlichen Kanal entlang, erneuert. So soll man in erster Linie daran denken, dass nicht die früheren engen Grenzen die Welt teilen werden. Die Grundlage der psychischen Energie beschränkt sich nicht auf ein bestimmtes


Volk, sondern wird ein völlig anderes Weltbild finden.

    174. Das flammende Pentagramm ist der Schild zur Zeit des Kampfes. Der Mensch stellt inmitten besonderer Anspannung solch ein Pentagramm dar - das Kehlkopf-Zentrum brennt als wäre es entflammt, die Gliedmaßen: die Hände und die Füße lodern; dabei erhebt sich der Mensch wie ein unbesiegbarer Schild, die geoffenbarten Werke schützend. Natürlich, solch ein Zustand ist vor allem im Leben gefährlich, wo es so viele kleine verräterische Erscheinungen gibt. Ich rate, zu schweigen, um nicht eine Anzahl Zentren in Brand zu setzen, vor allem nicht das Herz. Solch ein selbstaufopferndes und loderndes Herz ist für die Höchsten Welten eine besondere Freude. Wie Fackeln leuchten diese Herzen über alle Bedrückungen der Welt.

    175. Ein verschlossenes Glasgefäß wird sich nur bei gleichklingender Schwingung öffnen lassen. Dies ist bereits bekannt, aber wie man die Schwingung mit all ihren erstaunlichen Abweichungen und Verschiedenheiten in Einklang bringt, wurde noch nicht ausreichend überlegt. Ist es nicht seltsam, dass dasselbe Glas auf die unterschiedlichsten Körper, sei es Glas, Metall, oder Holz erklingt? Solch ein Schwingungsgleichklang erinnert einen wiederum an die Vielfältigkeit übereinstimmender Verbindungen. Der Hinweis auf dieses Beispiel ist für Menschenführer von Nutzen. Wird nicht der größte Schaden durch Monotonie verursacht, die sich in allen menschlichen Schichten breit macht? Es gibt nur ein Gesetz, doch seine Schwingungen sind so verschieden wie die vielfältige Weltschöpfung. Wer dieses Gesetz erkennt, der kann die ganze Menschheit nicht als einen gleichartigen Steinhaufen betrachten, weil jeder Stein ebenfalls auf verschiedene Schwingungen erklingt. Über diese Vielfalt muss man sich freuen,


denn gerade sie öffnet den Weg zur Verfeinerung. Was wurde aus dem menschlichen Herzen werden, wenn es nur auf einen Ton erklänge? So mögen alle Führer an die Vielfältigkeit und Verschiedenartigkeit denken.

    176. Armageddon hat bereits begonnen - zu Ende des Jahres Einunddreißig begann die Große Schlacht, die Ich euch nicht verheimlichte; deshalb kann die Schlacht jetzt vor dem entscheidenden Sieg nicht beendet werden. Natürlich, alle Empfindungen der Schlacht wirken auf das Herz, da das flammende Pentagramm wie ein Schild erhoben werden muss. Es darf nicht Wunder nehmen, wenn sich die Ereignisse häufen, denn die irdische Schlacht folgt der himmlischen. Viel ist über die Himmlischen Heerscharen gesprochen worden, über den Archiestrategen Michael, über das Erscheinen eines bestätigten Führers und über das ganze Unheil. Deshalb sage Ich - Vorsicht!

    177. Verachtet nichts. Im Verachten liegt die Ursache vielen Unheils. Ratet den Menschen, zu begreifen, dass sogar die größte Erscheinung als die bescheidenste auftreten kann. Kosmische Bedeutung hängt nicht von physischen Ausmaßen ab. Das Samenkorn ist dafür das beste Beispiel. Vor allem jetzt verweisen Wir auf die Notwendigkeit, verschiedene Erscheinungen, die das Leben erfüllt haben, in Betracht zu ziehen. Muss der Bote unbedingt ein Riese sein? Darüber hinaus, muss ein Strahl blenden? Und die Stimme, die betäubte, wäre schädlich! Derzeit durchschreiten viele unauffällige Erscheinungen die Welt. Schärfet die Aufmerksamkeit! Wer sich jene Aufmerksamkeit aneignet, um das Geringste zu beachten, wird auch das Größte verstehen.


    178. Die Fähigkeit, sogar das Geringste zu beachten, wird einem auch helfen, Geduld zu erlangen. Welche Geduld ist angesichts der Unbegrenztheit nötig, vor allem wenn wir ihre Unvermeidlichkeit erkennen. Und wir wissen, wie jedes Klagen den Pfad erschwert. Die Last, Geringstes nicht zu beachten, muss durch die Freude, die Vielfalt der Schöpfungen zu beobachten, ersetzt werden. So können wir einander mit einfachsten Worten helfen.

    179. Wer wird denn in den Tagen der Schlacht helfen? Derjenige, der nach der Geduld die Rüstung des Mutes anlegte. Ihr wisst selbst, welcher Mut erforderlich ist, um die gefährlichen Pfade zu durchschreiten. Man kann einen gefährlichen oder einen sicheren Pfad bieten, aber das flammende Herz wird den ersteren wählen.

    180. Vom Beginn der Großen Schlacht wird erst gesprochen, sobald sich jemand bereits erschöpft fühlt. Was wird man dann sagen, wenn man sich unzähligen Kriegern gegenübersieht? Jedes Yuga hat seine bedeutende Vorbereitungsperiode, doch es kann eine alle Kräfte ungewöhnlich anspannende Beschleunigung geben. Man darf die große Entscheidungsschlacht nicht rein als Krieg verstehen. Die Erscheinung dieser Schlacht liegt weit tiefer. Sie wird sich auf die ganze Feinstoffliche und irdische Welt erstrecken. Sie wird sich nicht nur in Schlachten äußern, sondern auch im ungewöhnlichen Zusammenprall von Völkern. Die Grenzen zwischen den Kriegführenden werden genauso gewunden sein, wie jene von Gut und Böse. Viele entscheidende Schlachten werden für das irdische Auge nicht wahrnehmbar sein. Die bedrohlichen Zusammenstöße der Feinstofflichen Welt werden auf dem irdischen Pfad als Katastrophen in Erscheinung treten. Ebenso wird sich der irdische Mut in der Feinstofflichen und der Feurigen Welt widerspiegeln.


Die Große Schlacht wird das erste Verbindungsglied der Welten darstellen. So kann man in allen Richtungen hin schnelle Taten erwarten. Zusammenarbeit hat in dieser Schlacht eine ungeheure Bedeutung. Der Stern des lodernden Herzens bringt schon jetzt große Hilfe. Diese Hilfe mag nicht immer sichtbar sein, doch man kann das Beispiel eines Schriftstellers zitieren, der ungeheuren Einfluss ausübt, ohne seine Leser zu kennen. Das gleiche bewahrheitet sich in der Zusammenarbeit der beiden Welten. In den Tagen der Schlacht muss man sich sehr anstrengen. Natürlich, dies schließt die ganze andere tägliche Arbeit nicht aus, und bei jeder Arbeit muss man daran denken, sie im Gedanken an das Heil des Lichts zu verrichten. So muss einem bei jedem feindlichen Pfeil bewusst werden, dass dieser Schlag im Namen der Großen Schlacht empfangen wird.

    181. Schrumpfen und Versteinern des Bewusstseins sind die Hauptgründe des Zwiespalts der Welten. Die Große Schlacht wird oft infolge völligen Missklangs der irdischen Bewusstseine und der Feinstofflichen Welt erschwert. Jene, die die Feinstoffliche Welt mit einem monarchistischen Bewusstsein betreten, können der gegenwärtigen Lage ihres Staates, falls in ihm ein Regierungswechsel vor sich gegangen ist, nicht beipflichten. So ist es auch mit der Einheit in vielen Dingen, inneres Schwanken verwirrt und spaltet die Kräfte. Und wenn man bedenkt, wie viele Geister wahrend des Krieges in die Feinstoffliche Welt hinübergegangen und wie viele Veränderungen in den letzten Jahren vor sich gegangen sind, dann kann man das ganze Missverhältnis der Welten erkennen. Ebenso kann man sich vorstellen, wie bedeutend jetzt die Arbeit


der allumfassenden Herzen ist, die selbstlos in beiden Welten arbeiten und ihr Bewusstsein erweitern
    Wir wissen, wie schwierig die Bewusstseinserweiterung ist, und wie viele Angriffe solch wohltätige Arbeit hervorruft. Man kann den von den schwarzen Logen gegen diese Führer ausgeübten Druck nicht abschätzen. Ehre den Lichtträgern!

    182. Das rotgoldene Licht, welches das innere Wesen erfüllt, weist auf die Rüstung des Herzens hin. Wie der äußere Auraring von Purpur in rubinrot übergeht, so leuchtet der silberne Lotos des Herzens rotgolden auf, wenn der Geist die endgültige Rüstung anlegt. So wird jener innere Zustand erreicht, in dem man, ohne Schaden oder Gefahr ernster Verletzung des feistofflichen Körpers, an den erbittertsten Schlachten teilnehmen kann. Die Wirkung solch einer Rüstung des Herzens zeigte sich bereits, als die Kriegerin den finsteren Kräften gegenübertrat und sie, trotz ihrer überwiegenden Zahl, erzittern machte und mit Drohungen zurückließ. Doch eine wirkungslose Drohung des Feindes ist bereits ein Sieg. Allerdings wird das rotgoldene Licht nicht leicht erreicht und erfordert eine langwierige Heldentat.

    183. Durch Beobachtung von Völkern sind viele Herzzustände vermerkt worden, von Weichherzigkeit bis Grausamkeit, aber selten ist die feurige Herzlichkeit festgestellt worden. Doch gerade diese Eigenschaft sollte unsere Aufmerksamkeit erwecken und uns beschäftigen. Es ist schwierig, die schwarze Versammlung nicht zu fürchten, aber das feurige Herz kann niemand


überwältigen. Mögen sie auch verschiedene Drohungen ersinnen, jedoch eine Lichtsäule wird die ganze Finsternis vernichten.

    184. Die früheren Kreuzzüge der Menschheit sind nichts im Vergleich mit dem Einzug Maitreyas. Ich bestätige, dass die Große Schlacht die Erde erneuert. Man darf die Zukunft nicht als Schlacht verstehen, sondern als Heldentat. Es sind nicht nur Kämpfe von üblicher Bedeutung zu erwarten, sondern auch solche als Umgestaltung des Lebens. Es kann verschiedene Perioden geben, aber man kann die Verstärkung des Lebenstempos in ihnen spüren. Ihr spürt diese Beschleunigung des Rhythmus schon. Ein jeder kann ihre Einwirkung auf seinen Nervenzustand spüren. Aber unweigerlich wird er eine neue kosmische Kondensation verspüren. Man kann eine direkte Verstärkung der Strahlen spüren: man kann ein Alarmzeichen wahrnehmen oder ein Streben in die Ferne. Alle diese Einzelheiten werden auf diesen neuen beschleunigten Rhythmus hinweisen. Man kann verstehen, dass durch die Energieverdichtung für den Planeten eine neue Stufe entsteht. Man darf nicht erstaunt sein, wenn das Chaos durchbricht, denn das Schlachtfeld ist groß. Vergessen wir nicht, sogar die geringsten Erscheinungen zu beachten. Die Zusammenstöße der fundamentalen Kräfte der Welt sind sehr vielfältig.

    185. Die Menschen sind vom Erkennen innerer Vorgänge so weit entfernt, dass nur wenige die besondere Bedeutung Meiner Weisung, in gemeinsamem Schweigen zu verharren, verstehen werden. Für sie bedeutet Schweigen Untätigkeit, so dass sie äußerst unwillig sind, etwas über die Wechselwirkung von Energien zu erfahren. Für sie ist allein eine zerschlagene Nase oder ein blaues Auge ein Zeichen oder ein Beweis von Energie. Indes stellt angespanntes Schweigen ein feuriges Gehege dar und


offenbart, verstärkt durch die Anzahl der Versammelten, ein wirkliches Bollwerk. Deshalb möget ihr euch in der Stunde der Anspannung versammeln und in Schweigen verweilen. Allerdings möge man an den Pfad denken, in dem Rettung liegt. So sende Ich euch die ganze Kraft. 186. Die Arbeit des feinstofflichen Körpers vollzieht sich mit größerem Einfluss fern vom physischen Körper. Wohin die physischen Ströme nicht gelangen können, dort kann der feinstoffliche Körper seine größte Macht entfalten. Natürlich, vom physischen Standpunkt aus ist die Ausführung ferner Arbeit unvergleichlich schwieriger, und bei weitem nicht alle feinstofflichen Körper werden diese entfernten Flüge wagen. Man kann die Anstrengung, mit der der physische Körper auf ferne Flüge reagiert, durch die sogar in kalter Umgebung auftretenden Schweißausbrüche ermessen. Ich preise die Aufmerksamkeit, die diesen physischen Erscheinungen geschenkt wird. Sogar Ärzte übersehen gewöhnlich viele wesentliche Symptome, aber wahre Wissenschaft kann nur durch den Vergleich von Fakten vorankommen. Als Ich auf die Anspannung verwies, dachte Ich nicht an die Muskelanspannung, sondern an jene des Herzens. Man kann von einem hervorragenden Erfolg sprechen, wenn das Herz nach solcher Anspannung keine besonderen Schmerzen empfindet. Eine solche Anpassung des Herzens wird nicht leicht erlangt. Törichte Menschen vermuten, dass die Schulung des Herzens und des Bewusstseins nach Belieben beschleunigt werden kann, doch ist man sich der Unbegrenztheit bewusst, müssen diese Apparate sehr weise und geduldig angepasst werden.

    187. Man muss wissen, dass die Arbeit in Entfernung von über tausend Meilen17 den feinstofflichen Körper schon von der Last physischer Fluida befreit. Natürlich, für den feinstofflichen Körper


diese tausend Meilen nichts, aber die physische Reaktion wird nach irdischen Einheiten gemessen.
    Sicherlich, das Gehirn kann nicht immer die gegebenen Anweisungen behalten, aber sogar dort wo das Bewusstsein getrübt ist, verbleibt dennoch ein ungewöhnliches Gefühl von Unruhe, das einen zwingt, vor allem über bestimmte Gefahren nachzudenken. Genauso muss man über alles, was mit der Lehre in Zusammenhang steht, nachdenken.

    188. Für jeden, der von der Feinstofflichen Welt weiß, ist es die unmittelbare Pflicht, diese unsichtbare, aber reale Welt bei jeder sich bietenden Gelegenheit anderen gegenüber zu bestätigen, sogar wenn es sie beunruhigt; mögen sie über die Wirklichkeit nachdenken. Würde menschliche Physiologie mit dem Studium über die Feinstoffliche Welt, die mit dem Wesen aller Daseinszustände in Zusammenhang steht, ergänzt werden, dann würde sich unsere irdische Welt sogleich in eine neubekundete Ära verwandeln. Ich bestätige, dass der Lärm des Tumults ein nie dagewesenes Ausmaß erreicht hat, weil die Kontakte der Welten völlig vernachlässigt werden. Möge keiner sagen, er sei nicht rechtzeitig gewarnt worden. Möge der Wanderer nicht vergessen, dass er weder zum aufgegebenen Heim zurückkehren noch die Leuchtende Zitadelle, zu der er gerufen wurde, allein erreichen kann. Möge der Wanderer an den Kreuzwegen jeden an den vorherbestimmten Pfad erinnern.

    189. Man kann die Erscheinung der von Uns Bevollmächtigten als die Zeichen der Geburt der Neuen Welt annehmen. Ich tadle alle, welche die Legion Zeichen in der ganzen Welt nicht bemerken. Der Lehrer kann einen bitten, zu schauen, aber Er kann nicht zwingen, zu sehen. Seid nicht erstaunt, wenn das Mosaik des Buches "Herz"


so vieles über die Feinstoffliche Welt und die Große Schlacht beinhaltet. Viele Herzen fühlen beide Zustände, sie können sie aber oft nicht in Worte kleiden. Aber die Aufnahme der Gedanken in Lichtgeschwindigkeit bestätigt den Gedanken im Wort.
    Erinnert eure Freunde daran, dass ihre Herzen nicht ohne Grund schmerzen.

    190. Um den Geschmack, das Gehör und den Geruch zu verstärken, schließen die Menschen die Augen; um sich auf die Sehkraft zu konzentrieren, begleiten sie den Blick mit Gesten. Die Menschen können die Wirkungen der psychischen Energie nicht ins Gleichgewicht bringen und greifen zu verschiedenen künstlichen Methoden. Auch verstehen es die Menschen nicht, das rechte Maß zwischen Empörung des Geistes und Gleichmut zu finden. Für die Vervollkommnung sind beide Begriffe nötig, aber wie ist die kampfbereite Empörung des Geistes mit dem weisen Gleichmut in Einklang zu bringen? Gewöhnlich scheinen diese Begriffe unvereinbar zu sein, doch ist es nicht der Gleichmut, der auf die Empörung des Geistes einwirkt, wenn letztere sich in Reizbarkeit verwandelt und damit Imperil erzeugt? Lm Gegenteil, erleuchtete und selbstlose Empörung schafft den kostbaren rubinroten Panzer. So wird allein durch richtige Lenkung der psychischen Energie Gift durch ein Juwel ersetzt. Wo aber ist der Richter der Selbstlosigkeit? Sicherlich ist es das Herz. Und nicht als solches, sondern genau das Herz, das der Unbegrenztheit gegenübersteht.

    191. Ich möchte euch an die Waage der Unbegrenztheit gewöhnen. Diese Aufspeicherung wird langsam erwirkt, wie der Vergleich von Ereignissen. Der Neophyt kann die Ereignisse in ihren Weltausmaßen nicht erfassen. Für ihn ist es sogar schwierig


und ungewohnt sein Zimmer zu wechseln. Wie kann man dann an weltweite Schwingen denken! Er wird auch durch Überlegungen an den geringsten Besitz zurückgehalten und sieht die Stufe nicht, die irgendein auf der Waage der Unbegrenztheit gewogener Zustand zugänglich macht.

    192. Krankheit kann lange in einem Menschen nisten, tritt sie jedoch nicht in grober physischer Form in Erscheinung, wird sie kein irdischer Arzt anerkennen. Vergeblich werden zehn Propheten und Hellseher eine verborgene Krankheit bezeugen, man wird sie als Lügner hinstellen, weil das gröbste Stadium noch nicht eingetreten ist. Ähnlich haben sich die Menschen, indem sie Verfeinerung und Gefühlswissen verbannten, in allem zu groben Formen erzogen. Sogar die aufdringlichsten Zeichen der Feinstofflichen Welt sind zur Vergessenheit verurteilt. Niemand will die unzähligen Worte, die in allen Sprachen sehr deutlich über die Feinstoffliche Welt sprechen, kennen und wahrhaben. Nehmen wir zum Beispiel das beliebte Wort Inspiration. Das heißt, dass jemand inspiriert, oder dass etwas von irgendwoher inspiriert wurde. Das Wort besagt völlig klar, dass etwas von außen her kommt, doch die Menschen wiederholen wie Papageien das, was der Feinstofflichen Welt eignet. Denkt genau nach, wie viele Zeichen es derzeit in der Welt gibt und dass etwas die Augen blendet! Ist es nicht Finsternis?

    193. Ebenso unvereinbar sind die üblichen Vergleiche der irdischen mit der Feinstofflichen Welt, wenn die Menschen von Fristen sprechen und meinen, dass die Feinstoffliche Welt ihre Vorausschau nach irdischen Bedingungen gestalte. Aber in den Höheren Welten gelten keine irdischen Maßstäbe. Natürlich, es gibt kosmische Fristen, die astrologisch festgesetzt werden,


aber die Zukunft der Feinstofflichen Welt kann nicht in irdischen Maßstäben ausgedrückt werden; genauso verhält es sich mit allen anderen Vergleichen. Deshalb erfordert die neuerliche Annäherung der Welten Verfeinerung und Beweglichkeit des Bewusstseins. Gerade im Buch "Herz" muss man die Menschen an die Feinstoffliche Welt erinnern. Die Gesetze der Feinstofflichen Welt werden in erster Linie vom Herzen aufgenommen.

    194. Antennen können auf verschiedene Wellen eingestellt werden, aber ihr Wesen wird deswegen keinen Schaden nehmen. Ebenso können die Herzen verschiedene Ströme auffangen, ihr Wesen aber wird gleich bleiben. Man kann dies besonders bei Vorahnung bemerken. Vergleiche können eine beimerkenswerte Skala menschlicher Herzen enthüllen. Man kann Beobachten, wie ein Ereignis zwar unfehlbare Wirkungen hervorzurufen vermag, doch wie verschieden werden sie in Bezug auf Zeit und Qualität sein! Ein einziges Ereignis kann ein ganzes Buch von Beobachtungen bieten. Ein Herz wird das Klischee der Feinstofflichen Welt erfassen, ein anderes wird nach einem physischen Strom verlangen, und ein drittes wird erst nach dem Ereignis selbst angesprochen werden. Ein Herz wertet das Ereignis nach seinem Verdienst, ein anderes wird vielleicht übertreiben, und ein drittes wird es unbewusst im Rhythmus des Pulses widerspiegeln. Kein Zweifel, die Antwort des Herzens ist weit lebendiger als man denkt. Vorahnung ist weder Aberglaube noch Einbildung, sondern eine physische Tatsache. Durch geringste Beobachtung vermag man ein Ereignis vorauszusagen, denn der Hintergrund des Ereignisses ist unwichtig, was zahlt, ist seine Potentialität. So spricht das Herz auf die verschiedensten Wellen an. Wäre es nicht lehrreich, über diese Erscheinungen nachzudenken?!


    195. Wundern wir uns nicht, wenn die Herzen jetzt durch die sich kreuzenden Ströme ungewöhnlicher Spannung belastet werden. Die Ströme von Völkern, die Ströme der Welt und schließlich die Ströme starker Persönlichkeiten kreuzen sich; aber über sie sickern die Ströme der Feinstofflichen Welt ein, wo jetzt so viele Tätigkeiten stattfinden. Die Ereignisse bilden sich erst jetzt; man kann sich vorstellen, wie das Weltbewusstsein auf schwache Gehirne wirkt!

    196. Vorstellungsvermögen ist das Ergebnis der Aufspeicherung von Erfahrungen. Dies ist zur Genüge bekannt. Aber es kann gewaltige Aufspeicherung geben und statt Vorstellung werden sich dennoch nur lüsterne Verlangen und Reizbarkeit bekunden. Bestätigt, dass sich Vorstellung nicht ohne Anteilnahme des Herzens bilden kann. Daher werden jene innere und äußere Schöpfer sein, welche die Aufspeicherungen mit einer Bekundung der Feuer des Herzens weise in Einklang gebracht haben. So sollte man zu allen Kindern in allen Schulen sprechen, damit auch nicht ein Grundsatz der Lehre abstrakt wird. Ihr seht selbst, wie logisch sich die Bekundung des Geistes entwickelt. Ihr wisst, dass zuerst das die Aura vollendende feurige Schwert erglüht und dass es nachher ins ganze Wesen eindringt. Das Symbol des Schwertes entspricht besonders der Großen Schlacht, in der sich alle geistigen Kräfte unter den Bannern der Herrscher des Lichts sammeln. Ähnlich gestärkt wird in dieser Stunde das rotgoldene Licht, das auf diese Weise den goldenen Ablagerungen von Prana näher kommt. Im lodernden Herzen zeigen sich alle Kräfte.

    197. Ist es nicht verwunderlich, dass wir in den Tagen der Großen Schlacht von Vorstellung sprechen können. Das ist keine Vorstellung, sondern bereits das Zusammenprallen von Horden! So wird


eine weitere Seite umgewendet. Ich gebiete große Vorsicht, äußerste Besorgtheit, denn es ist eine gewaltige Zeit; auch Wir im Turm versammeln Uns, um Uns allem Bösen zu widersetzen. So könnt ihr für große Schlachten bereit sein, denn nur der Unbedeutende wird nicht zur Schlacht gerufen.

    198. Wünschen bedeutet, die Tore der Feinstofflichen Welt finden. Aber für die Menschen ist es schwierig, Wünschen zu lernen. Sie können ihre Gefühle nicht ins Gleichgewicht bringen, und so können sie keine festen, unbesiegbaren Wünsche gestalten. Wahrhaftig, der Wunsch ist in der Feinstofflichen Welt ein schöpferischer Hebel. Diese Kraft kam aus der Höchsten Welt, sie erfordert auch die Klarheit der Höchsten Welt. Wenn Wir euch der Linie der Hierarchie entlang leiten, bereiten Wir euch für diese Oberherrschaft vor, für die Klarheit des Wunsches. Inmitten der sich kreuzenden Strömen der niedersten Sphäre ist es nicht ganz leicht, den einem Pfeil gleichenden geläuterten Wunsch zu erlangen. Man kann den Druck der irdischen Atmosphäre durch das Streben zum Höchsten bewältigen, deshalb ist Hierarchie der einzige Ausweg. Das lodernde Herz, das die unnützen Lumpen zu veraschen vermag, führt einen ebenfalls zur Hierarchie. Durch eigene Erfahrung kann man bemerken, wie das Äußere zu Innerem wird - zu Unveräußerlichem. Zuerst hört der Yogi die Sphärenmusik, aber nachher beginnt er vermittels des Herzens allmählich selbst in dieser Harmonie der Höchsten Welt zu schwingen. Doch dafür bedarf es eines flammenden Herzens.

    199. Es gibt solche kosmische Spannungen, dass ihre ernsten Auswirkungen nur durch eine Pranaverdichtungen vermieden werden können. Das Herz erstrahlt in vollem Licht


wie weißglühendes Gold. So belastend kann die irdische Sphäre sein.

    200. Ich kann nicht genügend darauf hinweisen, wie bedeutend dieser Augenblick ist. Nach langen Vorbereitungen sind schließlich beide Seiten aufeinander geprallt. Man kann dies allen Ebenen entlang bemerken, von der geistigen bis zur militärischen. Die Speise des Himmels verwandelte sich in Schlacke, und das heilige Feuer wurde zur Fackel der Brandstiftung!

    201. Mut kann nur im Herzen erworben werden. In den Gehirnwindungen des Verstandes mag man intelligente Kräfteverteilung finden, der Mut aber, der durch den direkten und leuchtendsten Pfad voranschreitet, kann nicht außerhalb des Herzens bestehen; beurteilt nach dem Gegenpol von Mut - der Furcht. Furcht wirkt in erster Linie auf das Herz und befällt von hier aus die Gliedmaßen. Wahrhaftig, alle Wesenszüge werden durch das Herz bemessen. Ein Arzt wird imstande sein, alle Eigenschaften der menschlichen Natur über das Herz zu studieren, über alle Schattierungen und Töne des Pulses. Natürlich, ein zweifacher Puls wird nicht die allgemeine Regel sein, weil der feurige Zustand des Herzens von der gegenwärtigen Wissenschaft überhaupt nicht begriffen wird. Man kann die Ärzte bitten, den offensichtlichen Erscheinung Aufmerksamkeit zu schenken, die nur beachtet zu werden brauchen. Mögen sie verärgert sein, aber mögen sie den Bittenden wahrnehmen. In zehn Jahren werden die Schicksalsschläge einen zwingen, das Buch des Lebens zu achten.

    202. Das äußerst wichtige Sammeln von Erfahrungen erinnert einen immer an ein Beispiel aus früher Kindheit. Ein Kind erkennt nicht die Eigenschaft des Feuers, solange es sich nicht verbrennt. Natürlich, die Erwachsenen lächeln hochmütig über dieses Beispiel, sie erlangen aber ihre eigenen Erfahrungen


nach den gleichen Methoden. Nichts will die Menschen dazu bewegen, feinere Methoden anzuwenden. Sie werden sich allerdings wundern, warum die Auswirkungen ihrer Missgeschicke so langwierig und schmerzlich sind. Man kann gewiss sein, dass jede Tätigkeit als zur Erlösung notwendig anzusehen ist. Das ist wiederum keine Strafe, sondern der Erwerb von Erfahrung, und über die Genauigkeit der karmischen Waage kann man staunen. Es gibt nichts, was dieses große Gleichgewicht zu tadeln vermag. Die Spannung der Waagschale hängt vom Herzen ab; es kann den Wert der Aufspeicherungen bereichern, erheben und abschätzen. So mögen die Menschen ihre eigene Rechtfertigung, die im Herzen ruht, aufmerksam überwachen. Nicht ohne Grund gibt es unter den Begriffsbestimmungen über das Herz auch jene der Rechtfertiger.

    203. Wie werdet ihr denn vorankommen? Genau dadurch, indem ihr euch fest an Mich klammert und euch mitten im Ozean wähnt, wo einen nur die Schärpe der Mutter der Welt schützt. Im Kampf mit der Finsternis ist unerhörte Zähigkeit erforderlich, um all die herrlichen Möglichkeiten zu erschließen.

    204. Wahrhaftig, Mitarbeit erschließt alle Möglichkeiten, aber man muss verstehen, worin diese Mitarbeit besteht. Die Menschen verbannen sie oft in den Bereich bestimmter Staatsgeschäfte, indes ist Mitarbeit die Bedingung des ganzen Lebens. Bestimmt, sogar in jeder geringsten gegenseitigen Hilfe verbirgt sich Mitarbeit von kosmischer Bedeutung. Jeder Blick, jeder Händedruck, jeder Gedanke ist ein Zeichen von Mitarbeit, wenn bewusst angewendet. Wie wertvoll ist es für die Menschen, zu fühlen, dass sie ständig Wirkungen verursachen! Wie Riesen


erschüttern sie die Welt. Wo aber sind die Menschen, die ihre Kräfte für die Mitarbeit mit der Feinstofflichen Welt aufbieten? Wo ist der Mut, wo ist die Besorgtheit um das Unsichtbare; wo ist die Entschlossenheit, auch dort zu helfen, wo irdische Bande nicht völlig vergessen sind, wo Ungeheuer ebenso bedrohen wie hier auf Erden? Groß ist daher die Heldentat der Mitarbeit in der Feinstofflichen Welt. Wie auf Erden muss man die Menschen aufrufen und voranführen, sie tapfer vor Wildschweinen und wilden Hunden schützen. Solche Mitarbeit ist wahrhaftig selbstlos. Man kann sich allmählich dazu erziehen, allen Welten Wohltat zu erweisen.

    205. Es ist lobenswert, das Zeichen der Herscher verteidigen. Es ist nützlich, sich im Bewusstwerden der Nähe der Herrscher zu üben. Genauso, wie für die Menschen die Nahrung unentbehrlicht ist, so muss er sich an die Hierarchie klammern. Nicht wie ein Klotz, der Halt sucht, sondern als wachsamer Hütter möge er jeden Augenblick zur Verteidigung bereit sein und dabei seine Kräfte vermehren. Wenngleich ihr zur Genüge das Eine Licht kennt, wiederhole Ich dennoch, dass ihr eure Kräfte vermehren sollt. Sogar das Kreuz ist nichts ohne das Herz. Sogar das reinste Prana wird in ein zorniges Herz nicht eindringen. Sogar AUM wird sich vor dem trügerischen und verräterischen Herzen als nichtig erweisen. So lasst uns daran denken, damit keine Besessenheit ins Herz eindringt. Ihr habt Beispiele von Besessenheit vor euch, und ihr seht, was in den Tagen schändlicher Schwäche verloren geht.

    206. Man kann verstehen, wie sehr der rituelle Aspekt des Yoga in der Antike erforderlich war, jetzt aber sollte man durch direkten Verkehr mit der Höchsten Welt aufsteigen. Der Yoga des Feuers führt einen auf diesem direkten


Pfad, ohne das Leben zu verlassen. Das bedeutet nach neuem Verstehen einen Unterschied in der Annäherung der Welten. Ein Beispiel der bedeutenden Stufe, des so genannten Samadhi, ohne sich vom Leben zurückzuziehen, haben wir vor uns. Man kann verstehen, dass die Erscheinung der Mutter des Agni Yoga unter den Bedingungen der Großen Schlacht nicht leicht erreichbar ist. Der Wert solcher Erscheinung besteht in der Tatsache, dass sie die üblichen Konzentrationsregeln übertrifft. Die ganze Bedeutung ist gerade im Herzen verankert, mit anderen Worten, hier konzentriert sich die Bedeutung der ganzen Annäherung der Welten. Man muss auch erwähnen, dass analog damit das Herz dieser Sättigung wunderbar standhielt. Natürlich, das heutige Empfinden rührt nicht vom Samadhi her. Oftmals habe Ich bereits zur notwendigen Vorsicht geraten, sowohl im Geist als auch in der Materie. Ich bitte, das Herz sowohl vor äußeren als auch inneren Störungen zu schützen. Es sollten äußerste Maßnahmen ergriffen werden, um allen Angriffen standzuhalten. Man muss verstehen, dass sich Gestern vom Morgen völlig unterscheidet, so sehr beschleunigt ist die Rotation. Es tauchen nie dagewesene Wolken auf, und man muss ihnen freudvoll begegnen.

    207. Wie lehrreich sind viele Beobachtungen des Lebens! Man kann den Erfolg äußerer Tätigkeiten in Bezug auf das Streben des Herzens studieren. Außerdem kann man studieren, welche Abweichungen von den Bestrebungen auf die äußeren Wellen der Strome wirken. Man kann sehen, dass zuweilen eine vom Gesichtspunkt des täglichen Lebens unbedeutende Bedingung ungeheuren Einfluss auf die innere Tätigkeit ausübt, und umgekehrt kann der geringste unwürdige Wunsch den bereits vorbereiteten Aufbau zunichte machen. Aber


es ist nicht üblich, der Herztätigkeit Aufmerksamkeit zu schenken. Die Menschen sind eher bereit, sich zu irgendeinem Missgeschick zu verurteilen, als über dessen Ursachen nachzudenken. Wir sind auch besorgt zu sehen, wie sich die Menschen nahe den magnetischen Zentren einer unzulässigen Denkrichtung hingeben, ohne zu bedenken, dass es vor allem nahe dieser Zentren besonderer Wachsamkeit bedarf. Natürlich kann jeder an sich denken, wo es um einen Schritt für Jahrtausende geht, ist das Herumschwirren von Schmetterlingen ungehörig. Man muss schließlich lernen, Angemessenheit zu erkennen! Gedanken über das Höchste müssen das Höchste hervorbringen.

    208. Das Glück der Welt hängt am Kreuz. Die Zukunft der Menschheit wird durch Gift erlöst. Der Phönix wird nur aus seiner eigenen Asche auferstehen. Der Pelikan nährt seine Jungen mit seinem Herzblut. So wird die höchste Energie umgewandelt, die dem Entstehen der Welten zugrunde liegt. Als Ich daher von einer übermäßigen Last zu euch sprach, meinte Ich die höchste Energie, die nur in Anspannung hervorgebracht werden kann. Als Ich vom erlösenden Mut der Verzweiflung sprach, verwies Ich auf den kürzesten Pfad. So lasst uns die erlösende Energie erkennen, denn allein auf diesem Pfad werden wir all den unheilvollen Drohungen entrinnen. Wer würde denn einen langsamen Verderb einem strahlenden Flug vorziehen? Nur durch einen weiten Flug kann man das Ufer des Lichts erreichen! Wer jedoch meint, dass Verderb vonnöten ist, der ist unvernünftig. Für einen weiten Flug ist allein das höchste Maß an Anspannung vonnöten. So sprechen Wir vom Sieg, nicht vom Untergang.

    209. Verstehen des Nutzens der Anspannung


treibt das Herz an zu den Höchsten Welten. Nur auf diesem Pfad lodert die blaue Flamme. Teile können verzehrt werden, aber das Wesen wird erstrahlen. Seid nicht erschreckt, wenn die großen Tage nahen. Wenn ihr die Rüstung überprüft, so wisst ihr, dass Sieg allein durch Vertrauen und das Herz zuteil wird. Wo die Kräfte gesammelt werden, kann man echte Siege für sich gewinnen.

    210. Gibt es im Zustand der Ekstase, im Zustand von Samadhi nicht Anzeichen von Ichsucht? Der Unwissende wird diese Frage stellen. Wie konnte er wissen, dass diesem höchsten Zustand Ichsucht nicht nur fremd, sondern sogar gegensätzlich ist? Wie konnte jemand der die höchste Anspannung nie erfahren hat, begreifen, dass gerade sie die höchste Seligkeit für das Allgemeinwohl bringt?! Nichts ruft solch reine Selbstlosigkeit hervor, wie das vom übervollen Herzen geschaffene Frohlocken. Welche menschliche Energie kann mit der Herzenergie verglichen werden, und welche Energie kann auf weite Entfernungen wirken? Für sie haben die Welten keine Grenzen, und Bewusstsein kennt keine Begrenzungen. So kann ein Fenster ins Unsichtbare durchbrochen werden. Doch, wie es heißt, wird das Unsichtbare zum Sichtbaren werden, und wir werden bereit sein, die Feuertaufe im Leben zu Empfangen. Lasst uns deshalb dem bedeutenden Experiment, das die Mutter des Agni Yoga hier vollbracht hat, ohne sich vom Leben zurückzuziehen, gebührend, Achtung erweisen. Von den ersten Raumfunken über alle Feuer bis zum Samadhi wird sie Schriften hinterlassen, die die Schwelle zur Neuen Welt darstellen. Ich spreche daher nicht nur von Anspannung, sondern auch von großer Vorsicht. Armageddon erleichtert die Aufstiegsbedingungen nicht; das Erreichte ist deshalb das Wertvollste.


    So sage Ich, lernt dem feurigen Herzen zu lauschen. Bezweifelt nicht das, was durch Feuer geläutert wurde. Die Offenbarung der Grundlagen des Herzens im Leben ist weise, und wie sehr sollte man sich über diesen Felsen der Güte freuen.
    Klammert euch fester an Mich. Klammert euch jeden Augenblick an Mich, bei allen Schritten. Die Dolche Satans zielen auf den Rücken, doch herrscht feste Einheit, wird die Klinge am Felsen der Güte zerschellen. Kraftvolles Streben zum Nutzen in allen Welten ist nötig.

    211. Möge alles aus Güte getan werden. Möge jede Tat neue Errungenschaften enthüllen. Möge jede Tat vom Gedanken des Dienstes getragen sein. Möge das Gebot des Guten sich auf alles erstrecken, wie das lebendigste Bildnis des Lehrers; die Lehre des Herzens ist vom Guten nicht zu trennen. Was sonst, außer dem Herzen, kann die eigenen Beweggründe rechtfertigen oder anklagen? Die Reinheit des Herzens offenbart sich durch Feuer. Wie oft war es erforderlich, von dieser lebendigen Anwendung des Feuers zu sprechen; trotzdem wird weder zu Hause noch in der Schule über den feurigen Reiniger gesprochen. Und könnte ein Lehrer, der über Wirklichkeit noch nie nachdachte, vom Feuer sprechen? Bestätigung bedeutet noch nicht Festigkeit des Bewusstseins. Wie emsig muss man daher die Erscheinungen des eigenen Lebens beachten und wiederholt nachprüfen. Laufend umgeben uns wichtige Zeichen und enthüllen die Bedeutung unserer Zukunft, aber unentwickelte Aufmerksamkeit hindert einen am Erkennen der überzeugenden Wirklichkeit.

    212. Geduld ist das Geschenk des Himmels, so sprachen die Alten. Warum sollte Geduld vom Himmel sein, wenn sie in Wirklichkeit ausschließlich


dem Herzen eigen sein soll? Aber wie wollen wir ohne Kenntnis der Höchsten Welt Geduld üben? Erst wenn sich der silberne Faden vom Herzen zur Höchsten Welt spannt, wird es zum Verstehen der Geduld kommen. Wir schätzen diese Eigenschaft, sie ist der Duldsamkeit und dem Erfassen verwandt, mit anderen Worten, dem Öffnen der Tore. Wenn uns etwas ungelegen ist, obwohl es das Herz des Nächsten öffnet, würden wir es da nicht ertragen, nur um das Herz eines anderen zu entfachen? Würden wir lieber unser eigenes Vergnügen befriedigen und das Herz des Nächsten verbittern? Wäre es übrigens nicht eine herrliche Prüfung, kühn genau das zu beachten, was dem Herzen die Seligkeit erschließt? Bei der Vielfältigkeit der Errungenschaften kann man nicht verfehlen, die allgemeine Harmonie der Sphären anzuerkennen. Obwohl es scheint, als ertöne sie nur in einem einzigen Ton, erklingt dennoch jede richtige Note wie eine kosmische Konsonanz und muss mit Sorgfalt aufgenommen werden. Deshalb empören sich die Menschen so sehr im Herzen, wenn diese Note zurückgewiesen wird. Die Geduldprobe ist eine der höchsten Prüfungen.

    213. Besessenheit muss sehr genau definiert werden. Es darf einen nicht erstaunen, in der Nähe der Herde der Geistigkeit viel besessene Menschen wahrzunehmen. Der Grund dafür ist, dass die Finsteren bestrebt sind, ihre Wache zu verstärken. Wer könnte den finsteren Kräften besser dienen als Besessene? Auf diesem Gebiet gibt es eine Unzahl von Abarten der Besessenheit. Man muss in erster Linie unterscheiden, wo es Güte und wo es wesentlichen Schaden gibt. Auf diese Weise wird das flammende Herz sofort erkennen, wo sich Besessenheit verbirgt.

    214. Die Bürgschaft der Kräfte des Lichts ist die gewaltigste


Grundlage des Neuen Lebens. Ich bestätige, dass es für die Finsteren düster sein wird. Ich bestätige das Licht der Zukunft, das durch verschiedene Stimmen die ganze Welt entzünden wird. Ich bestätige die Lehre als die Offenbarung der Neuen Welt. Ich bestätige die wertvollsten Begriffe als die Lebensstufen. Ich bestätige, dass keine Finsternis Unsere Zeichen bezwingen kann. Ich bestätige den Nutzen aus dem Aufruhr. Ich bestätige das Streben der Kräfte der Feinstofflichen Welt zur irdischen Ebene. Ich bestätige die Stunde der Schwierigkeiten als Posaunenschall. Ich bestätige die Rettung all jener, die Uns folgen. Ich bestätige die Wiedervereinigung vieler getrennter Mitglieder. Ich bestätige den Pfad zum Sonnenaufgang, auf dem es nur eine Entscheidung gibt. Ich bestätige den Zeitpunkt des Glücks, der die Rettung für die Welt bestimmt.

    215. Man darf die finsteren Angriffe nicht fürchten. Es gibt viele finstere Aktionen, aber sie gleichen den Fackelstielen. Ich bestätige, dass es das Schicksal der Finsteren ist, die Widersacher des Lichts zu sein. Ich aber rufe auf zur Einheit, und darin liegt eine große Erfahrung. Man muss der Welt ein Zeugnis geben; und ist der Tempel des Geistes nicht ein Zeugnis? Ich bestätige ein neues Verstehen der Hierarchie. Ich bestätige eine neue Schlacht für das Banner des Lichts.

    216 Rechte Bestrebungen vernichten Ansteckungserscheinungen. Ein bestrebter Mensch ist tatsächlich völlig immun. So sind es jene, die am Rande des Abgrunds wandeln. Die besten Schwingen werden durch Bestrebungen gewoben. Streben wird sogar das beste Gegengift sein. Das von heftiger Anspannung geborene Feuer ist der beste Schild. Die Alten erklärten, dass die Strebenden keine Pfeile treffen konnten. Heutige Ärzte


konnten aufzeigen, dass sich bei geistiger Bestrebung eine besondere Substanz entwickelt. Befolgt das als Lebensrat. Ich weise darauf hin, dass der bestrebte Geist seine Lage mit Lichtgeschwindigkeit verändert und nicht erfasst wird. So muss man sich zum Streben erziehen, indem man es sowohl physisch als auch geistig bekundet. Die des Strebens ermangelnde Lehre gleicht einem durchlöcherten Sack. Man muss das Wesentliche des Gesagten in sich aufnehmen, denn Studium der Worte allein bleibt nur auf der Zunge. Aber hütet euch vor der strebenden Zunge mit totem Herzen. So lasst uns das Gegengift reinen Strebens nicht vergessen.

    217. Zweifelt nicht daran, dass Ich Grund habe, über das Streben zu sprechen. Vieles muss geklärt werden. Man muss auch deshalb streben, weil der Wirbel groß und es besser ist, dem Zyklon vorauszufliegen. Man muss in Gedanken zu Mir streben; dieses Streben ist am unentbehrlichsten. Lernt es, nicht nur Mein Bild stets vor euch zu haben, sondern auch eure Gedanken in Richtung Hierarchie anzutreiben. Wie bei einem Boot der Anker ausgeworfen wird, um es besser zu erreichen, genauso unausweichlich bewegen wir uns, wenn wir die Gedanken in Richtung Hierarchie lenken. Niemand kann bezweifeln, dass es der beste Pfad ist, zum Höchsten zu eilen.

    218. Was Ich über Besessenheit und Sataniden andeutete, bemerkt ihr jetzt täglich selbst. Ohne Klage, aber in strenger Wachsamkeit, werdet ihr den Sieg erringen. Möge Strenge einem scharfen Schwert gleichen. So müssen alle Lästerer gestraft werden.

    219. Es gibt große Spannung, man muss verstehen,


wie eng die Weltlage mit den Werken zusammenhängt. Man kann beide nicht trennen, wenn die allgemeine Lage einer nie dagewesenen Schlacht gleicht; deshalb gebiete Ich euch, unzertrennlich zu sein, erfüllt von der Spannung des Augenblicks. Es darf keinen Rückzug geben, die Besessenen müssen einmütig zurückgedrängt werden. Wäre Scherz angebracht, könnte man diese Kampfphase den Kampf gegen Besessenheit nennen. Wahrhaftig, die Finsteren suchen sich durch Besessenheit zu stärken. Aber ihre Methoden können von keiner langen Dauer sein, weil sie sich gerade durch Besessenheit selbst zersetzen. Denn ihr wisst, wie Besessenheit den Organismus allmählich zerstört; die Lähmung bestimmter Nervenzentren ist unausbleiblich. Daher konnten die Ärzte so viel Gutes tun, wenn sie der Besessenheit Beachtung schenkten. Fragt den Arzt L.18 , ob er in den Augen von Besessenen nicht irgendwelche Besonderheiten bemerkte. Denn man kann doppelte Existenz in den Augen erkennen. Doch Ich spreche nicht von der rein oberflächlichen Erscheinung, wie jener eines trüben oder unsteten Blickes; auch andere Merkmale müssen beachtet werden. Es gibt Symptome im Gang, in der Stimme und sogar eine Gewichtsveränderung. Fragt darüber nicht die Psychiater, denn diese haben verknöcherte Ansichten, aber Arzte vom Typ des Dr. L. können unvoreingenommen beobachten! Und außerdem, wie dringend notwendig sind solche Beobachtungen jetzt, wo Besessenheit zu einer Epidemie ausartet! Die Horden listiger Geister, begierig, in den Besitz des Wohlgeruchs der Erde zu gelangen, spüren die Schwäche menschlicher Herzen.

    220. Mit dem Verstehen Meiner


Weisungen werde Ich Mein erstes Experiment festlegen. Ich werde den ursprünglichen Beginn gemeinsamer Arbeit festlegen. Ich werde die erste offenbare Verfügung über den Beginn der Tätigkeiten für die nächste Stufe festlegen. Ich werde den ersten Ruf für das Friedensbanner ertönen lassen, das Unterdrückung erleidet. Ich werde die erste warnende Verfügung für jene niederlegen, die Schaden zufügen. Ich bestätige die erste Stunde neuen Aufbaus; doch Einheit gibt es allein im völlig bewussten Festhalten an der Hierarchie. Dabei muss das Gute Böses besiegen; daher muss das Gute wirken. Es hat wenig Wert, wenn der Geist gut ist, die Zunge jedoch lästert. Für die nächste Stufe muss jegliches Lästern ausgemerzt werden. Denn das Karma für Lästerung sich steht dem des Verrats nahe. So muss man verstehen, dass Lästerung das Lehnsgeld der Finsteren ist. Man muss dies sehr gründlich verstehen, denn wer lästert, der kann die Hierarchie nicht kennen.

    22l. Bei den künftigen Auraphotographien muss auf die verschiedenen Lichtfilter Bedacht genommen werden. Die blauen und die violetten Töne zeigen, wie schwierig es ist, mit gewöhnlichen Filmen jene Farbtöne wiederzugeben, die den Tonen der Feinstofflichen Welt, zu der die Aura gehört, entsprechen. So kann die Aura photographiert werden, wenn der Raum mit Meteorstaub angefüllt oder wenn am Vorgang eine starke psychische Energie beteiligt ist. So lasst uns nach allen physischen Hilfsmitteln zur psychischen Energie zurückkehren. Aber wie notwendig ist es, zur Sammlung dieser Energie vor allem die zersetzende Lästerung zu vermeiden.

    222. Wir bestehen stets darauf, jedwede Furcht zu überwinden. Dies ist keine abstrakte Forderung, sondern sie hängt mit dem unmittelbaren Aufstieg des einzelnen zusammen.


Sobald die Furcht ansteigt, bildet sie, wie viele negative Eigenschaften, einen negativen Magneten. Dieser Magnet wird die Persönlichkeit in ihren nächstfolgenden Verkörperungen immer zu dem ihrer Furcht eingeprägten Gegenstand drängen. Wenn der Mensch etwas fürchtet, wird er unweigerlich gezwungen, den Weg gerade dieses Schreckens so lange durchschreiten, bis er seine Furcht ausgelebt hat. Deshalb ist es nützlich, dass sich der Mensch, nachdem er die Unverletzlichkeit seines geistigen Wesens erkannt hat, bereits hier von aller Furcht befreit. Denn alle Drohungen sind nichtig. Sogar die Begegnung mit mächtigen finsteren Wesenheiten ist nicht gefährlich, wenn das feste Band mit der Hierarchie bewahrt wird. Auch andere negative Eigenschaften können neutralisiert werden, wenn das Bewusstsein den Beweis liefert, dass es unwürdig ist, rückfällig zu werden; da man den Rückfall an sich selbst zu spüren bekommt. 223. "Fasst den kleinsten Teufel am Schwanz, und er wird das Versteck seines Vorgesetzten enthüllen", dieses alte chinesische Sprichwort weist auf die Bedeutung der kleinsten Einzelheiten zur Enthüllung des Wichtigsten hin. Beachtung der Einzelheiten wird der beste Schlüssel zur großen Heldentat sein. Irrtümlich meinen die Menschen, dass auf dem Pfad des Aufstiegs Einzelheiten unbedeutend wären. Sogar die schönsten heldenhaften Taten beruhten auf rechtzeitig vorausgesehenen Einzelheiten. Wie aufmerksam bemerkt jener, der dem Lehrer folgt, alle Steine! Er wird nichts Unwesentliches übersehen. Nur ein armseliger Schüler wird sagen: "Lehrer, in meiner Begeisterung habe ich mir die Nase zerschlagen." Solcher Vergleich beweist,


wie weit der Schüler davon entfernt war, wachsam zu sein. Dieses chinesische Sprichwort birgt auch einen anderen Sinn, nämlich, dass das größte Verbrechen am besten durch die kleinsten Einzelheiten seiner Handlungen aufgedeckt wird.

    224. Wenn Wir den Einzelheiten Beachtung schenken, so bedeutet das nämlich, dass diese eine Lage verbessern können. Die Arbeitsqualität hängt von vorausgesehenen Wechselbeziehungen ab. Allein die sich weit erstreckenden Linien erinnern uns an die Arbeit der Riesen, deren Entwicklung wegen ihrer Grobheit seit langem eingestellt wurde. Aber der Geist kennt weder Riesen noch Zwerge. Er kennt nur das Streben nach Vervollkommnung, in dem alle Glockenspiele des Kosmos erklingen. So wollen wir an die Bedingungen der Vervollkommnung erinnern. Da wir mit den Asuras19 begonnen haben, so lasst uns mit den Devas20 enden.

    225. So sollte man sich in der Schlacht standhaft in Unserer Nähe halten. Man muss es lernen, den Platz in Unserer Nähe lieb zu gewinnen, als gäbe es nichts anderes.

    226. Die Sphären sind von Aufruhr erfüllt. Helft einander das Gleichgewicht zu bewahren. Die Finsteren nutzen alle Mittel, um in unsere Reihen einzudringen. Wir werden nicht müde, euch auf das Äußerste aufmerksam zu machen, dass für die kleinen Einzelheiten Wachsamkeit nötig ist. Eignet euch die Art an, nach der man horchen und genau prüfen muss. Man kann nicht nur die List der Finsteren vernehmen, sondern auch alle Glocken sowie andere kosmische Zeichen; sie weisen auf die Spannung der Atmosphäre hin, auf Unsere Nähe, und erinnern an die Hierarchie. Man darf nicht verwirrt sein, wenn die Glocken und Saiten sanft erklingen; dafür gibt es viele Gründe. Sie können auch von jenen vernommen werden,


die diese Schlachtrufe noch nicht hören sollten. Deshalb lenke Ich vor allem jetzt eure Aufmerksamkeit auf die Einzelheiten. Es ist sehr nützlich, diesen leisen Hauch der Natur zu studieren. Neben dem Aufbieten für die Große Schlacht sind diese Beobachtungen für den nächsten Fortschritt unumgänglich.

    227. Zu einer Zeit, in der die Atmosphäre unerhört verunreinigt ist, muss auf die Atmung geachtet werden; die starke Bedrückung hat sogar die Berge erreicht. Bisher gab es nie eine solche Verdichtung in den niederen Schichten. Diese Erscheinung könnte erforscht werden, und die Menschen könnten über die Besonderheiten unserer Zeit nachdenken. So wurde man sogar mit einfachen Mitteln erkennen, wie ungewöhnlich die Zeit ist.

    228. Es ist keine Ehre, von den Finsteren versucht zu werden. Es ist keine Ehre, es im Gespräch gegen die finsteren Ränke an Findigkeit ermangeln zu lassen. Bilden wir uns nicht ein, dass sich die Winkelzüge der Angreifenden verringern werden. Es ist irrig, zu meinen, dass sich eines Tages ungestörte Ruhe einstellen wird. Jede Erschütterung ist nur ein Prüfstein. So ist jede Bedrückung als die Spannung vor dem Sprung anzusehen. Wer könnte die Quelle des Geistes erschöpfen, wenn sie besteht? Wer kann denn die Sättigung des Herzens ermessen, und mit welchen Maßen? Wahrhaftig, das Herz ist für sich selbst verantwortlich. Wahrhaftig, nur die Sprache des Herzens kann das Wesen des Daseins vermitteln. Deshalb werden wir uns über die zunehmende Bedrückung nicht ängstigen. Zweifel kann jede Anspannung schwächen; deshalb wird Zweifel zurückgewiesen, und sein Erzeuger wird der Vater der Falschheit genannt.


    Die Einzelheiten gegenwärtiger Ereignisse entsprechen der großen Bedeutung des Vorherbestimmten. Man kann sich über diese Einzelheiten freuen, denn sie erinnern einen an einige ruhmreiche Seiten.

    229. Wer und was könnte denn die Einheit der Herzen ersetzen, die wie ein loderndes Freudenfeuer die Rufe zu den fernen Welten tragen? Wer könnte sich denn ängstigen, selbst wenn er nur einmal Unbegrenztheit berührte?!

    230. Sollte man sein Bewusstsein nicht mit einem Energiezustrom erfüllen, in dem sogar die geringste geistige Aufspeicherung für die Zukunft Bedeutung hat?! Sicher, alles Positive bestimmt unsere künftige Schatzkammer. Außerdem ziemt es sich der Hierarchie wegen nicht, ein Armer im Geiste zu werden. Aber jeder Sieg und jede Entdeckung können der Menschheit dargebracht werden. Natürlich, Eigennutz ist mit Hierarchie und einem flammenden Herzen unvereinbar. So kann es drei Arten von Sättigung des Herzens geben: Entweder eine persönliche, selbstsüchtige, mit anderen Worten, eine tödliche; eine selbstaufopfernde für etwas Nahestehendes und Bestimmtes, mit anderen Worten, eine Heldentat des Lebens; oder ein von der ganzen Menschheit universelles Durchdrungensein des Herzens. Diese Sättigung ist beides: leicht und schwierig; leicht wegen ihrer Befreiung von der Erde, aber schwierig, weil sie das Gefühl ohne Unterschied von Rassen und Völkern bestätigen muss. Aber die universelle Sättigung des Herzens erfordert experimentelle Erforschung und Übung. Sie gleicht der Vorstellung, die Sachen eines ganzen Hauses in einer kleinen Schachtel unterzubringen; aber ein erfahrener Geist wird nicht zögern, das Wertvollste zu wählen.
    Wer auch immer zögert, über den Pfad der Hierarchie die wertvollen


Errungenschaften darzubieten, der hat überhaupt kein Verständnis für Werte. So muss man sich daran gewöhnen, nichts einzubüßen und bereit sein, seine Aufspeicherungen in Unbegrenztheit abzugeben.

    231. Ebenso können die Wurzeln eines Baumes manchmal mehr Sicherheit bieten als die Fundamente eines Hauses. Wenn der Fußboden zu schwanken beginnt, wäre es dann nicht sicherer, nach dem Ast eines Baumes zu fassen? Die Zeit ist so schwierig, dass einem der Ast eines Baumes mehr Sicherheit zu bieten vermag als die Fliesen eines Fußbodens. Sogar ein kleines Fenster kann bessere Dienste leisten als eine Tür. Bei Erschütterungen der Erde wird der biegsame und lebendige Ast nicht brechen; daher studiert das Wesen der Dinge. Es ist unweise, das nicht zu nutzen, was neben dem Fenster wächst. Nur ein Tor entwurzelt unnötig das, was er selbst nicht zu pflanzen vermag. Gleichfalls versuchen nur die Kreaturen der Falschheit, den Pfad so einzukreisen, um den Wanderer gleichsam zu zwingen, den Pfad zu verlassen. Aber auf den Zweigen des Lebens kann man die Zeichen des wahren Pfades hinterlassen. So lasst uns jeden Zweig nahe einem Fenster hüten. Wenn nötig, mögen die Blätter des Gartens unsere Arbeit schützen und uns vor dem Sturmwind behüten, das heißt, dass der Sturmwind wütet.
    Ich weise darauf hin, diesen Sturmwind nicht zu furchten. Er bringt die Blumen aus fernen Ländern. Denn Heilmittel werden oft aus weithergebrachten Wurzeln hergestellt.

    232. Es nimmt nicht Wunder, dass das Herz spürt, welch besondere Wege vonnöten sind. Sicherlich, das Herz weiß, dass Umstände die Lage verändern. Aber den Umstand abwarten gleicht dem Abwarten des Sturmes von jenseits des Berges. Der Sturm braust schon; eilt er zu uns? Wird er nicht das Dach abtragen? Wird er nicht die Ernte zunichte machen? Wer wird sein Wüten bändigen? Aber der Unsichtbare Hüter flüstert: "Rufet Mich!"


    Was sonst wird die Atmosphäre reinigen, wenn nicht der Sturm? Wenn der meiste reinste Gebirgsschnee von Meteorstaub strotzt, wie dicht muss dann die Atmosphäre der Ebenen sein? Es gibt keinen Platz in der lärmenden Stadt. So lasst uns den Sonnenaufgang schauen.

    233. Durch Willenskraft vermag man seinen Puls zu verändern. Man kann tatsächlich das Herz anhalten. Man kann viele psycho-physiologische Funktionen anhalten. Aber wenn ihr fragt, wie jetzt vorzugehen ist, werde Ich sagen: "Möge euer Herz aufsteigen. Stellt euch euer Herz so vor, als befände es sich in einem Kelch mit emporsteigender Flamme." So lasst uns das zur Hierarchie emporstrebende Herz über die physiologischen Funktionen stellen.

    234. Wenn die Welt in Aufruhr ist, kann man unheilvolle Stürme wie Wasserhosen erwarten, welche die niederen Schichten der Atmosphäre durchdrungen und so die Denkrichtung völlig entstellen werden. Man muss auf die unerhörtesten Angriffe vorbereitet sein, aber sie besiegen heißt, auf dem Weg der Erkenntnis voranschreiten.

    235. Es wurde bereits gesagt, dass bei Aufdeckung von Besessenheit der Eindringling entweder ausgetrieben oder der Besessene in Ruhe und allein gelassen werden muss; denn in der Einsamkeit findet der Besitzergreifer kein Betätigungsfeld und zieht gelangweilt aus. Das Beste ist natürlich, Besessenen weder Waffen noch Alkohol zu geben; dabei sollte man aber so vorgehen, dass sie die Absonderung nicht im geringsten zu spüren bekommen.

    236. Betrachten wir einen Deodar-Baum,21 den höchsten und kräftigsten; wie viele Zeichen von abgefallenen, einstigen Ästen finden wir an seinem Stamm. Das schwächte den Deodar nicht;


im Gegenteil, die Stellen, an denen diese Äste abfielen, wurden die stärksten; sogar Stahl zerschellt an ihnen. Keine Lehre wird sich über jene entsetzen, die abfallen. Sie weiß, dass die unteren Äste abfallen müssen. So können diese Abgefallenen vom Winde verweht ihre Bestimmung erfüllen. Sie können sogar neue Deodare entstehen lassen. Und ihr Harz wird jedenfalls heilkräftig sein. Und wenn sie später zusammengepflanzt werden, um die Ecke eines Hauses zu stützen, werden sie sich im Tragen der gemeinsamen Last des ganzen Gebäudes einmütig verbinden. Deshalb seid nicht entsetzt über jene, die abfallen. Sie können sich vom Harz des Herzens nicht weit entfernen. Und betrachtet ihr die vielen Scheidewege von oben, werdet ihr den begegnenden Wanderern zulächeln. Sobald ihr die Weite des unbegrenzten Pfades erkennt, werdet ihr auch andere Maße anlegen. Wandern ist nicht beängstigend - allein Unbeweglichkeit ist gefühllos.

    237. Die Bürgschaft wird zum Schild, doch lasst uns zwischen Abfall und Verrat unterscheiden. Beim Abfall können karmische Gründe oder physische Eigenheiten mitspielen, aber für Verrat gibt es keine zu rechtfertigenden Umstände. Ich bestätige, dass die Folgen von Verrat unausbleiblich sind. Nichts kann den Verräter davon bewahren, selbst verraten zu werden. Der Verrat an der Lehre gilt als der schädlichste. Der Mensch kann den Höchsten Geist nicht lästern. Die Herztätigkeiten studierend, kann man gewahren, welch physische Erschütterungen der Verrat des Höchsten hervorrief. Die Zersetzung des Verrates wirkt nicht nur im persönlichen Bereich,


sondern unablässig auch über weite Räume. Wie die höchsten Sphären jeden wohlwollenden Aufstieg spüren, so erdröhnt jeder Verrat wie ein einstürzender Turm. Im Vergleich mit dem Deodar kann man sagen: "Verrat gleicht einem hohlen Baum mit einem Fledermausnest."

    238. Gebrüll schafft einen wirklichen Tiergarten. Daher muss man sich abgewöhnen, Tiere nachzuahmen. Natürlich, es verbleiben noch viele Beweise der Ähnlichkeit mit Tieren, aber im Streben hat man keine Zeit, auf die Tiere zurückzuschauen.

    239. Lauscht eine Mutter nicht geduldig den ersten Wünschen ihres Kindes, so ist sie keine Mutter. Bringt der Lehrer für die ersten Schritte des Schülers keine Geduld auf, so ist er kein Lehrer. Hat der Lehrer für den Pfad eines Schülers kein Verständnis, so ist er kein Lehrer. Legt ein Lehrer nicht seine Hand auf die Augen seines Schülers, ist er es, der ihn der Blindheit ausliefert. Hüten wir daher den Pfad des Herzens. Dem Herzen des Lehrers ist jede Unterjochung fremd. Er beobachtet das Experiment des Schülers und wird seine Hand sanft hinwegnehmen, wenn sie Feuer verspürt. Geduld ist das Juwel der Krone. Sie zeugt von der Annäherung an die Unbegrenztheit.

    240. Nach Mut folgt Ruhe. Der Feigling kann sich nicht mit Ruhe wappnen. Aber wie wunderbar ist die Ruhe des Schwertes der Wahrheit; deshalb muss man sich Mut genauso einprägen wie die unausweichlichen Tore.

    241. Jedes Mitleid zieht das Herz zusammen. Mitleid mit anderen bereichert das Herz hernach mit neuem Licht.


Selbstbemitleidung hingegen hinterlässt das Herz wie eine verwelkte Mangofrucht. Das gleiche gilt für Frohlocken und wohltätige Taten. Es ist Zeit, zwischen eigennützigen Gedanken und solchen für das Allgemeinwohl eine Grenzlinie zu ziehen.
    Es wäre von Nutzen, den Schülern in den Schulen in Bezug auf Geschichtsepochen die Frage zu stellen, wie sie anstelle der Helden gehandelt hätten. Man darf den Schülern keine bestimmte Antwort einimpfen, sondern sollte den Boden für alle Arten Überlegungen erschließen; so werden die Schülern vor ihre ersten Prüfungen gestellt. Deshalb sollte man sich von klein auf an die freie Wahl von Ergebnissen gewöhnen. Natürlich, die Unsichtbare Hand des Lehrers wird immer vor Rückschritt warnen. Dazu muss allerdings wenigstens ein dünner Faden zur Hierarchie bestehen.

    242. Über die Eigenschaften der Liebe sprechend, lasst uns die hemmende und die inspirierende Liebe betrachten. Dem Wesen nach ist die ersterwähnte irdisch, die zweite himmlisch. Aber wie viele Anstrengungen für den Aufbau werden durch die ersterwähnte Art der Liebe zunichte gemacht; und gleich viele durch die zweite Art beflügelt! Die ersterwähnte Art der Liebe weiß um alle Beschränkungen des Raumes und Bewusstseins; aber die zweite Art bedarf der irdischen Maßstäbe nicht. Sie ist frei von räumlichen Schranken und Todesüberlegungen. Die ersterwähnte Art erkennt die Welt als einen Planeten; aber die zweite wird sogar durch die Zerstörung des Planeten nicht gehemmt; denn vor ihr befinden sich alle Welten. Wahrlich, die zweite Art der Liebe umfasst sowohl die physische als auch die Feinstoffliche und die Feurige Welt. Sie entfacht die Herzen zur höchsten Freude und ist auf diese Weise unzerstörbar. So lasst uns das Herz nicht für die Erde, sondern für die Unbegrenztheit entfachen.


    243. Lasst uns die Liebe als Anstoß zur Bewusstseinserweiterung annehmen. Das Herz wird ohne Liebe nicht entflammen, es wird weder standhaft noch selbstlos sein. Darum wollen wir jedem Gefäß der Liebe dankbar sein; sie steht an der Grenze der Neuen Welt, wo Hass und Unduldsamkeit verbannt sind. Der Pfad der Liebe ist die Spannung der kosmischen Energie. Auf diese Weise werden die Menschen ihren Platz im Kosmos finden. Sie werden nicht trockenen Blättern gleichen, sondern flammenden Lotosen, sie werden der Höchsten Welt gleichen.

    244. Wo liegt denn die Grenze des Eigennutzes? Das Herz kennt diese Grenzen, aber der Verstand kann die Blätter des feurigen Lotos nicht unterscheiden. Werden dem Wächter die Tore anvertraut, wird ihm der Schild überreicht, und fängt er alle dem Lehrer geltenden Pfeile in seinem Schild auf, so wird es auch seine persönliche, aber dem Eigennutz entgegengesetzte Tat sein. Das Herz kennt diese herrlichen persönlichen Taten gut, wenn jeder feindliche Pfeil zu einem neuen Blatt des feurigen Lotos wird. Diese persönlichen Taten, die von niemandem aufgezwungen, von niemandem befohlen, von niemandem geleugnet, aber von allen bösen Kräften verdammt werden, sind die wahren Strahlen der Heldentat. Gerade die durch Zorn bekundete Verdammung wird zu einem der echten Kriterien. Man sollte beachten, dass die Finsternis den Eigennutz tatsächlich nicht verdammt, das ist ein weiteres echtes Kriterium. Man sollte nicht nur das empor führende Kriterium kennen, sondern auch jenes, das abwärts zieht; nur so kann man den Schild der Heldentat würdigen.

    245. Relativität und Unvollkommenheiten sind


unterschiedliche Merkmale jedes Lebens; aber gerade sie öffnen die Pforten zur Zukunft. Menschen, die sich selbst Hindernisse setzen, indem sie meinen, sie wären unvollkommen, demonstrieren damit ihre Begrenztheit, mit anderen Worten, ihre Untauglichkeit. Begrenztheit ist unmöglich im Prozess der Aktivität. Nur der Vervollkommnungsprozess inmitten der feurigen Wirbel bestätigt den wahren Pfad. Zu diesem Vervollkommnungsprozess führen verschiedene Arten irdischen Martyriums, Heldentums und heldenhafter Taten; denn bei diesen Anspannungen werden die gewaltigsten Feuer des Herzens geschaffen. Natürlich, Martyrium sollte man nicht nur physisch verstehen; das größte Martyrium ist immer das des Geistes. Obwohl die geistige Anspannung ungewöhnlich ist, vermag das Herz in seiner gewohnten Art zu schlagen.
    So ist es unerlässlich, die Bedeutung einer geistigen Heldentat festzulegen. Brandopfer sind bereits selten, aber das Martyrium des Geistes nimmt besonders zu; und so muss es sein, wenn sich die Feinstoffliche Welt der physischen nähert. Es gibt nichts Verwunderliches in einer physischen Tat, die in eine geistige verwandelt wird. Vergessen wir das Symbol der Verklärung nicht, in der sich die feinstoffliche Umwandlung des physischen Daseins offenbart. Viele Symbole treten als die Meilensteine der Evolution in Erscheinung, aber die Menschheit erachtet sie als abstrakt.

    246. Viele Irrtümer sind wegen falschem Verstehen der Evolutionsgesetze entstanden. Als sich die Menschheit den auf alten Findungen beruhenden Grundgesetzen näherte, vergaß sie gewöhnlich


alle so wichtigen Aufschichtungen der Zeitalter in Betracht zu ziehen. Wenn ihr somit in der Luft mit einem Stab einen Kreis zieht, wird er bereits verändert zu seinem Ausgangspunkt zurückkehren - angereichert mit neuen Aufschichtungen. Der Philosoph, der behauptet, dass sich der Planet mit jeder Umdrehung erneuert, hat Recht. Jedenfalls verändert er sich mit jeder Umdrehung; so ist auch das im Kern unerschütterliche Gesetz ständig von Evolutionsspiralen umgeben. Diese Umhüllungen sind sehr bedeutend, und es wäre irrig, das Jahrtausende zurückliegende Gesetz in seinem vollen Umfang anzunehmen. Daher bestehen wir auf fortlaufendem Studium. Man kann sich nicht mit einem Gesetz zufrieden geben, das den Planeten in der Eiszeit lenkte. Ähnlich kann man das Jahrtausende zurückliegende geistige Gleichwicht nicht mit jenem von heute vergleichen. Die die Erde umgebenden Schichten haben sich sogar chemisch verändert. Ungenutzte Energien wurden geweckt, und so erhielt das Chaos neue Zugänge.

    247. Das gegenwärtige Chaos gleicht einem Chaoswettlauf mit dem Manifest. Die Heraufbeschwörung neuer Energien erzeugt Explosionen der Elemente; daher kann man nicht länger zurückstehen, sondern muss alle Mittel für das Manifest aufwenden. So müssen die weißen Rosse des Lichts die schwarzen Rosse überflügeln. Man muss diese Mahnung wiederholen, sonst könnten manche von diesen schwarzen Rössern verführt werden.

    248. Jeder Tag bringt neue Entscheidungen. Es ist falsch, nur an Heute zu denken; denn so kann man in der Vergangenheit verharren. Alle heute unternommenen Kämpfe


werden morgen verloren sein. Das Banner wird den Weg des Wirbels enthüllen.

    249. Unbedacht sprecht ihr selbst symbolisch und relativ. Deshalb wundert euch nicht über die Notwendigkeit von Symbolen in der Kosmogonie. Die Sprache des Herzens ist der Atem des Höchsten. Belasten wir ihn nicht mit unnötigen Worten.

    250. Über den Faden, der den physischen Körper mit dem feinstofflichen, beim Austreten des letzteren verbindet, ist genügend bekannt. So muss auch der silberne Faden mit der Hierarchie gefühlt werden. Man sollte sich ihn nicht als etwas Abstraktes vorstellen, er besteht wie eine Wasserhose, in der Himmel und Erde verschmelzen. Das ganze Gebilde des silbernen Fadens ähnelt wegen seiner Spiralform einer Wasserhose. Wenn die Herzenergie in Liebe und Hingabe anschwillt, wird die leuchtende Spirale in den Raum schnellen und nach dem Gesetz der Anziehung natürlich den Strahl des Lehrers treffen. Man muss sich angewöhnen, im Wirbel des Raumes dieses wie eine rotglühende Spirale lichttragende Band zu sehen und zu fühlen. Viele haben nie eine Wasserhose gesehen, daher wird für sie das Gesagte ein leerer Schall sein. Doch sie mögen, von den gröbsten Erscheinungen ausgehend, zu denken beginnen und sich dann Unbegrenztheit vorstellen, nach der alles möglich ist, und nach der keine verstandesmäßige Denkrichtung alles Bestehende erschöpfen kann.

    251. Manche leugnen alles Unsichtbare. Nicht nur Wilde, sondern auch viele gebildete Menschen wollen sogar über die Sterne nicht nachdenken. Die Lehren deuten auf unzählige himmlische Wohnstätten hin, doch die Menschen


wollen ihren Pfad scheinbar nicht beschleunigen. Es ist das gleiche wie im Theater, wo die Zuschauer weinen, jedoch einen Augenblick später bereit sind, ihren Zorn erstehen zu lassen und einander niederzuschlagen.

    252. Das Sehnen des Herzens nach den fernen Welten ist eine besondere Art vom Sehnen. Herzen, die oftmals erprobt wurden, lassen sich nicht an eine bestimmte Aura fesseln. Und ihre Erfahrung weist darauf hin, wie sie die Lehre zur Erweiterung des Verstehens aufruft. Aber nichts wird die Erinnerung an die fernen Welten in jenen tilgen, die sich ihnen im feurigen Körper näherten. Wie die Unzahl der Sterne nicht in Worten wiedergegeben werden kann, so auch nicht die Erinnerung an die fernen Welten. Ebenso wird das Herz den silbernen Faden nicht vergessen, der eine Leiter zur Unbegrenztheit darstellt. Der irdische Körper kann sich vielen feurigen Enthüllungen nicht widersetzen. Doch der gleiche Faden des Herzens bewahrt das Bewusstsein der fernen Welten.

    253. Beachtet viele Ereignisse. Man kann sie nicht als Zufälle betrachten, sondern sie verbreiten sich offensichtlich aufgrund eines Gesetzes in der ganzen Welt. Es ist als ob unsichtbare Hände unzählige Saiten berührten. Zudem kann man bemerken, dass scheinbar verstummte Saiten aufs neue noch mächtiger erklingen. Aber jene, die Armageddon als das Erscheinungsfeld der Zeichen der höchsten Energie verstehen, haben Recht. Dieses Schlachtfeld kann kein Zufall sein, sondern es ist wie ein Magnet, der die widerstreitenden Energien aufnimmt. Als Gegengewicht zu diesem Feld ist das Feld der Stadt des Lichts bestimmt. Wie sich das Feld des Armageddon durch Waffengeklirr verkündet, so verkündet sich die Stadt Des Lichts durch Glockenklang. Ihrer Gegenüberstellung gemäß kann man die Ausmaße des Vorherbestimmten ermessen.


So mag man der rufenden Glocken wegen dem Lärm der Schlacht Gehör schenken.

    254. Auf Fels verankert ruht der Turm auf festem Fundament. Gestärkt durch den Fels des Herzens ruht der Turm des Mutes auf festem Bewusstsein. Doch womit soll das Herz sich prüfen? Nur durch die Hierarchie. Möge es sich das Herz zu eigen machen, mit dem Lehrer Zwiesprache zu halten. Das Herz möge wie die alten Weisen jene Verbindung mit dem Herrscher kennen, damit ins Herzensgespräch mit dem Erhabenen Einen nichts Nichtiges eindringe.
    Man muss dieses Zwiegespräch mit dem Lehrer wie einen Schatz hüten. Wer die heilige Bedeutung dieser Verbindung versteht, der wird sich nicht mehr der Finsternis zuwenden. Doch wie sehr muss das Herz, gehütet werden, damit es das silberne Band nicht trennt! Nichts könnte es wieder schweißen. Man kann alles Mitleid verschenken, doch das Band wird aus vielen Eigenschaften geschmiedet. Wie die alten Bilder aus vielen Metallen gegossen wurden, so festigt sich das Band durch viele Eigenschaften. Doch das süßeste Herzensgespräch mit dem Lehrer ist jene Esse, in der das mächtige Feuer erstrahlt.

    255. Ihr wisst, dass das lebendige Feuer das beste Desinfektionsmittel ist, doch das Wesen des Feuers ist in allen Erscheinungen das gleiche. Das Feuer des Herzens ist eine hohe Feuererscheinung, das heißt, dass dieses Feuer der beste Reiniger und Beschützer ist. Deshalb ist es weit besser, anstelle von verschiedenen zweifelhaften und oft giftigen antiseptischen Mitteln, nicht allein über das Herdfeuer zu verfügen, sondern auch die Feuer des Herzens zu entfachen. Man kann sich davon überzeugen, wie sehr die Feuer des Herzens schwere


Krankheiten bekämpfen. So werden unsere modernen Ärzte früher oder später allen feurigen Zustanden Beachtung schenken müssen. Durch das Verunglimpfen der lange bekannten Wahrheiten werden die Ärzte nicht zum Allheilmittel gelangen.
    Ihr urteilt ganz richtig über die Wedischen Götter; so gleicht der Mikrokosmos dem Makrokosmos. Ich bestätige, dass das Feuer des Herzens die dichteste Finsternis reinigt. Aber zugleich mit der Reinigung wird das Feuer des Herzens von den Eigenschaften des Magneten durchdrungen und erscheint so als natürliches Band mit dem Makrokosmos.

    256. Der feurige Pfad muss als der Pfad zum Höchsten verstanden werden. Weder Worte noch Furcht, noch Gewohnheit, sondern die Herzensverbindung ist die unwandelbarste und ewigste Erscheinung. So wird die Regenbogenbrücke näher an dieses Ufer herankommen. Wie viel Widersprüchliches gibt es betreffs dieses Ufers, doch es ist vorhanden, und man muss den Weg zu ihm finden. Nicht das dürre Herbstlaub, sondern das flammende Herz wird alle Brücken überschreiten. Wer nicht an das Entstehen des Herzfeuers denkt, kennt den Pfad nach oben nicht, er will ihn nicht strahlend erschauen.

    257. Möge der Zweifel, der die Feuer des Herzens öfter als einmal verlöschte, versiegen. Man muss den Wurm loswerden, um dem Drachen zu entgehen. Besonders jetzt ist Zweifel verderblich, weil allein ein einziges Schwert von Bedeutung ist. In der Schlacht kann niemand weder über zwei Schwerter verfügen noch zwei Speere werfen, oder zwei Pfeile abschießen. Allein durch einen Schlag und den Mut alleinigen Strebens kann man das Ziel erreichen. Es ist schwierig, doch Erfolg steht dem Feuer des Herzens nahe.

    258. Träume können Vergangenes als auch Gegenwärtiges widerspiegeln. Träume können die vorgezeichnete


Zukunft widerspiegeln. Doch neben diesen irdischen Widerspiegelungen können auch Widerspiegelungen der Feinstofflichen und der Feurigen Welt auftreten. Natürlich sind die Menschen oft nicht in der Lage, sich gerade diese beiden letzten einzuprägen, weil sie flüchtig sind und wegen ihrer andersartigen Natur in irdische Maßstäbe kaum hineinpassen. Nur das flammende Herz kann diese Funken ferner Welten im Bewusstsein festhalten. Das gleiche geht auch bei Visionen vor sich. Man kann Sterne sehen, die von den durchs Teleskop sichtbaren Konstellationen abweichen. Dafür muss der feurige Körper bereits ausreichend entwickelt sein. Gewiss, er ist immer vorhanden, doch er kann sich in einem chaotischen und unbewussten Zustand befinden. Aber der Pfad des Strebens führt über alle Körper, und dann leuchtet die Triade auf.

    259. Man darf nicht meinen, dass hohe Errungenschaften einen von den Ungeheuern der Finsternis bewahren. Im Gegenteil, das Licht wird neue Ungeheuer enthüllen, und ihre Raserei ist ohne Grenzen. Wir werden dem nicht abhold sein, denn Ungeheuer sind des Thrones Füße. Nicht ohne Grund haben heilige Gegenstände immer Tiere darstellende Fußgestelle. Aber diese Überlegung sollte einen nicht der Wachsamkeit entheben.

    260. Da der so genannte Zustand des Nirwana nicht Ruhe, sondern die höchste Energieanspannung darstellt, könnte man fragen, ob es überhaupt eine Ruhe gibt. In der Tat, wie kann man Ruhe vermuten, wenn alles in Bewegung ist und aufgrund von Bewegung besteht? Der Begriff Ruhe wurde von jenen ersonnen, die sich vor dem Dasein verbergen wollten. Sie zogen Passivität vor, ohne zu bedenken, dass es keinen Augenblick ohne Bewegung geben kann. Gleichgewicht ist der erforderliche Begriff. Man sollte nicht an Ruhe denken, sondern daran, wie man inmitten der Wirbelwinde


das Gleichgewicht bewahrt. Der silberne Faden wird durch die Kraft des Strebens gespannt, daher muss man die Bedeutung des Gleichgewichts kennen, um durch Schwanken nicht den Faden der Hierarchie zu belasten. Ist das Band angespannt, wird es nicht reißen. Denn sogar ein Strohhalm widersteht, solange er nicht geknickt wird. Das silberne Band beruht auf dem gleichen Gesetz der Verkettung, doch solange sich jemand nicht von hastigen Schwankungen befreit, kann er die Verbindung gewöhnlich nicht aufrechterhalten. So lasst uns darüber nicht klagen, dass es keine Ruhe gibt, denn sie besteht überhaupt nicht!

    261. Wer im Unrecht ist, der wird das Gleichgewicht nicht halten; daher muss der Schwertschlag dem Gesetz innewohnen. So lasst uns das Herz als den Brennpunkt sowohl der physischen als auch der höchsten Gesetze verstehen. Dieses Zentrum wurde der Kreuzweg genannt und durch ein gleicharmiges Kreuz dargestellt; sowohl Dordje22 als auch das Swastika wiesen auf die Rotation des Herzfeuers hin. Rotation und Gleicharmigkeit sind die Zeichen des Gleichgewichts. In der Kindheit versuchte so mancher auf einer Kugel zu stehen, ohne zu wissen, dass diese das große Symbol des Gleichgewichts ist.

    262. Nichts Zweitrangiges darf die Grundlage verhüllen. Deshalb darf die Menschheit den Pfad des Aufstiegs nicht beflecken. Ein winziges Staubkorn kann die klarste Posaune heiser machen. Gerade dieses winzige Staubkorn ist es, das gefährlicher ist als alle Schwerter und Messer. Das gleiche muss über die Schwankungen des Geistes gesagt werden, sie rühren nicht von großen Werken her, sondern vom winzigen Staubkorn. Wer im Großen erfolgreich ist, der beachtet auch das Kleine. So fühlt das für das Große bestimmte Herz sogar das Kleinste. Es ist unrichtig zu glauben, das Große wäre blind für das Kleine. Im Gegenteil, das große Auge nimmt das Kleinste wahr,


und das flammende Herz wittert die unhörbare Regung. Wenn wir die Feinfühligkeit des großen Herzens verstehen, bedeutet das, dass wir den Sinn des Weltenaufbaus kennen. Lasst uns weder berauscht aufsteigen noch in Stolz verbeugen. Stolz ist ein Stein an den Füßen, und Berauschung gleicht wächsernen Schwingen. Doch Würde des Geistes ist das Feuer des Herzens, sind unsere Schwingen zur Sonne.

    263. Vergessen wir nicht voranzuschreiten, wenngleich wir die üblichen Vorgehen der Herrscher beachten. Vergessen wir die nötige Eile nicht, wenngleich wir den Donner des Lehrers vernehmen. Wer kann sagen, wem das Brüllen des Löwen von jenseits des Berges gilt? O Jäger, lass deinen Pfeil nicht sinken, meine nicht, der Tiger wäre entschwunden, doch vernichte den Panter; denn so wirst du alle verborgenen Bestien schrecken. Das Schwert richtet sich nicht gegen Freunde, sondern gegen Feinde. So lasst uns nicht kleinmütig sein.

    264. Jenseits aller menschlichen Grenzen blitzen die Raumfunken auf. So reichen die fernen Rufe auch über irdische Verfügungen hinaus. Erwacht ihr zuweilen nicht mit ungewöhnlichen Worten in eurem Bewusstsein; vernehmt ihr nicht unirdische Namen? Es gibt nicht wenige Begegnungen in der Feinstofflichen Welt. Es gibt nicht wenige Kanäle zu den feurigen Bereichen. Und oft werden wir von jenen gerufen, mit denen es uns in Zukunft bestimmt ist, früher oder später zusammenzutreffen. Die irdische Welt ist nicht verarmt, wenn wir sie nicht selbst begrenzen. Die Alten lehrten uns nicht wenig über die Möglichkeiten der Verklärung, sowie der Verbindung mit dem Höchsten Bewusstsein. Es ist unverzeihlich für uns, in einem tierischen Zustand zu verharren. Denn wenngleich Tiere die Feinstoffliche Welt fühlen, sie erkennen sie nicht. Doch die Menschen müssen ihre Verbindung mit den fernen Welten erkennen, darin liegt ihre Auszeichnung und Macht. Aber


wenn die Menschen ihr Bewusstsein versperren, schaden sie sich nicht nur selbst, sondern auch dem Dasein im allgemeinen.

    265. Doch das höchste Gesetz des Herzens folgt der Bestätigung der Meilensteine der Zukunft. Das Gehirn ist die Vergangenheit, das Herz ist die Zukunft. Mehr Feuer umgeben daher das Herz. Daher darf man nicht vergessen, dass neben den gewöhnlichen Feuern jede Epoche ihre Fackeln entzündet, und die Ära des Feuers ruft eine besonders feurige Verbindung hervor. Konzentriertes Rotgold und Goldpurpur stehen den Kräften des Feuers nahe.

    266. Bemerkt ihr nicht, dass es rundherum viele Besessene gibt? Man sollte der unerhörten Besessenheit Beachtung schenken. Auf diese Weise kann man sie bekämpfen. Vor allem ist es notwendig, zu erkennen, mit wem man es zu tun hat; denn erkennen heißt besiegen.

    267. Euch ist die Sphärenmusik vertraut, das räumliche Glockenspiel und das Erklingen der Saiten; man wird fragen, warum denn nicht viele Menschen mit diesen Erscheinungen vertraut sind. Aber warum begnügen sich denn viele Menschen mit falscher Intonation und lehnen es nicht völlig ab, sich der Klangschattierungen bewusst zu werden? Denn sogar das Rascheln des Papierzerreißens durchdringt den Raum, aber die meisten Menschen bemerken das gar nicht. So ist es mit dem Duft. Die Wohlgerüche der Feinstofflichen Welt dringen oft in die physische Welt, aber die Menschen wollen sie grundsätzlich nicht wahrnehmen. Sogar der Rauch eines Brandes wird von den Menschen erst wahrgenommen, wenn er bereits ihre Kehlen würgt. Nicht nur Unempfindlichkeit, sondern ebenso Unbeweglichkeit machen die Menschen blind und taub. Sie besitzen die Wurzel der Vorstellung nicht, daher entstellen sie


den ganzen Sinn des Daseins. So ist für diese Unverständigen der Magnet des Herzens reiner Unsinn.

    268. Uriel ist der Herrscher der machtvollen Tat. Je nach Art der nötigen Hilfe kann man verschiedene Führer anrufen. Wenn Michael23 sich mit Uriel vereint, bedeutet dies, dass eine mächtige Offensive nötig ist. Streng beherrschte Uriel auf der Venus die Elemente. So muss die Macht gestählt werden, indem man den Schlag der Elemente annimmt. Man muss diese mächtigen Kräfte als Wirklichkeit erkennen.

    269. Aber anstatt der Feinstofflichen Welt lasst uns wachsam die groben Erscheinungen beachten. Bilden wir uns nicht ein, wir wären gegen alle Versuchungen gefeit. Wir Selbst sind die ständigen Angriffsobjekte. Der Unterschied liegt allein darin, dass jeder auf einen seinen Kräften gemäßen Gegner stoßt. Aber die Finsteren nutzen jede Gelegenheit zum Angriff und schlagen zu durch ihre Kniffe.

    270. Bewahret Mut; er allein verleiht Antrieb zur Tat. Ihr habt von begangenen verräterischen Taten gegen das Beste und Würdigste gehört. Die gegenwärtige Zeit wird um diese Zeichen, die jede Lehre begleiteten, nicht herumkommen. Es gibt jenes von hoher Bedeutung, das Verrat, dieses größte Verbrechen, als Gegengewicht hat. Man kann keine Lehre nennen, in der nicht Verrat aufgekommen wäre.
    Es gibt künstliche und lebendige Teraphime. Für Weltereignisse werden lebendige Teraphime gewählt, die Menschen nennen sie die Gesalbten, weil ihre Verbindung mit der Hierarchie sie mit physischen Stigmata kennzeichnet. Obwohl der Teraphim nichts laut verkünden kann, spüren die Finsteren dennoch die Güte der Einweihung und begehen Verrat,


um das Ansteigen des Guten zu verhindern. Vor Verrätern muss man sich mutig schützen und aus dem Herzen Energie schöpfen. Das Wachstum des Guten sollte einen nicht beunruhigen - wo es den Samen des Lichts gibt, da gibt es Blumen und Früchte. Aber man muss den Faden des Herzens, als den einzigen Anker, festhalten.

    271. Die Schaffenskraft der Finsteren ist äußerst einförmig. Unbegründet vermutet man, sie waren geschickt. Richtiger ist es, sie als gewandte Lügner zu betrachten.

    272. Der Fall H. ist ungewöhnlich. Gewiss, das Karma ist getilgt, aber es verbleibt die so genannte karmische Hülle, und solch ein Umstand wird von den Dämonen sehr geschätzt. Nichts steigert den Zorn derart Luftspiegelung des Karma. Es scheit immer, als besäße jemand, der das Karma tilgte, weitere Schuld, und das erregt Zorn. Wir haben viele unterschiedliche karmische Bindungen. Man kann bemerken, wie eine Persönlichkeit in Zeitaltern aufsteigt und eine andere fällt Was geschieht denn mit dem Verbindungsfaden bei solchen Trennungen? Die Dämonen benutzen die karmische Hülle, um weiter anzugreifen.

    273. Die karmische Hülle erinnert an eine andere Hülle; an die Hülle des feinstofflichen Körpers, sie bringt ebenfalls viele Störungen ins Dasein. Gewiss, keine dieser Hüllen sollte überhaupt existieren. Nur menschliche Unvollkommenheit ist die Ursache dieser zwischenreichlichen Gebilde. Gewiss, der physische Körper trägt zwar zur Verklärung in den feinstofflichen Körper bei, aber befreit sich der Geist nicht rechtzeitig von irdischen Anziehungen und sinnlichen Wünschen, dann kann sich der feinstoffliche Körper nicht in reinem Zustand trennen. Er


nimmt eine besondere Ablagerung irdischer Leidenschaften mit sich. Sogar wenn sich der feinstoffliche Körper von diesen Resten befreit, leidet die Hülle dennoch für lange Zeit und schwankt hin und her wie eine Vogelscheuche und häufig als eine sehr negative. Menschliche Unwissenheit schreibt diese Ablagerungen der schönen Feinstofflichen Welt zu. Dächten die Menschen an die Verbindung der Welten und an die festgesetzte Evolution, sie würden es nicht wagen, sich mit solch schädlichem Kehricht zu umgeben.

    274. Die Hülle der Feinstofflichen Welt ist in ihrer irdischen Anziehung dem grobstofflichen Dasein sehr nahe. Gerade die Hüllen sind es, die in Form von Gespenstern die ganze Welt durchstreifen, und verschiedene böse Geister bemächtigen sich gern solch unentgeltlicher Wohnungen. Aber groß ist die Verantwortung jener, die mit irdischen Leidenschaften behaltet in die Feinstoffliche Welt hinübergehen! Es ist schrecklich, den wunderschönen Raum, der zum Licht führt und von höchstem Wissen widerhallen kann, zu verunreinigen! Wie abscheulich ist die Hülle nichtiger sinnlicher Gelüste, von denen man sich so leicht befreien kann. Man muss nur an die Hierarchie des Lichts denken.
    Das Herz, das Herz, das Herz wird immer an das Licht erinnern!

    275. Der Lehrer bedarf des besonders klaren Bewusstseins der Schüler. Doch die das Bewusstsein trübende Nacht lässt den Antrieb der in den Tiefen gehüteten ganzen Macht nicht zu. Unter den Ursachen des Erfolgs oder Misserfolgs im Wirken nimmt der Bewusstseinszustand keinen geringen Platz ein. Sogar die geringste Schwierigkeit oder Unbeständigkeit im Streben ändert die Folge. Zum Beispiel: Jemand sucht euch auf mit dem Wunsch, euch zu helfen und erwartet


von euch allein den Antrieb, dies zu tun. Doch ihr könnt von ganz andersartigen Gesprächen eingenommen sein und der Wunsch, euch zu helfen, verflüchtigt sich in eine Tasse Tee. Nebenbei erfordert die Sitte des Landes, dass die Zeit mit den unbedeutendsten Mitteilungen ausgefüllt wird, und in diesem Unsinn gehen die wertvollsten Saatkörner verloren. Würde die Menschheit doch wenigstens den Wert der Zeit schätzen, es könnte vielem Lebenswichtigen begegnet werden. Natürlich, dies kann durch das Herz geregelt werden, um sich auf die höchsten Maßstäbe zu beziehen.

    276. Müdigkeit rührt natürlich weder vom Frühling noch vom Herbst her, sondern kommt von der Verdichtung der auf die Zentren drückenden Ströme. Es kann nicht anders sein, wenn Legionen von Besessenen und Rasenden angreifen. So sollte man sich nicht wundern, wenn die Besessenen in fernen Kontinenten dieselben Formeln auszusprechen beginnen. Dies ist ein weiterer Beweis von der Herrschaft der Unsichtbaren Welt aus der einen Gemeinsamen Quelle. Denn sowohl Licht als auch Finsternis sind monarchisch. Es ist äußerst lehrreich, den Weltgedanken auf beiden Seiten zu beobachten. Man kann eine bestimmte Teilung wahrnehmen, da jede Seite ihre eigenen Anstrengungen unternimmt und entscheidende Maßnahmen trifft. So kann man sogar von der irdischen Ebene aus die Teilung der Kräfte beobachten und die Bewegungen der Heere erkennen.

    277. Man kann mit dem Gehirn oder mit dem Herzen denken. Vielleicht gab es eine Zeit, in der die Menschen die Arbeit des Herzens vergaßen, aber jetzt ist das Zeitalter des Herzens, und wir müssen unsere Bestrebungen in diese Richtung konzentrieren. Auf diese Weise sind wir bereit, das Herz als bewegende Kraft anzuerkennen, ohne das Gehirn der Arbeit zu entheben. Die Menschen haben für das Herz eine Menge Begrenzungen ersonnen. Die Werke des Herzens werden


eng und nicht immer rein verstanden. Wir müssen in die Sphäre des Herzens die ganze Welt einführen, denn das Herz ist der Mikrokosmos des Seins. Wer von dem großen Begriff Herz nicht begeistert ist, schmälert seine eigene Bedeutung. Wir gebieten, nicht gereizt zu sein, aber nur Herzensgröße wird vom Gift der Reizbarkeit bewahren. Wir sprechen vom Erfassen, aber wo ist das Meer des Erfassens außerhalb des Herzens? Wir erinnern an die fernen Welten, aber es ist das Herz, nicht das Gehirn, das an Unbegrenztheit erinnern kann. So lasst uns das, was uns als das Gefäß der Seligkeit verliehen wurde, nicht schmälern.

    278. Jedes Gefühl erzeugt Energie. Eingeteiltes Gefühl verzehnfacht die Energie. Ein Gemeinschaftsgefühl schafft eine mächtige Energie, aber das individuelle Gefühl muss angespannt und das gegenseitige Gemeinschaftsgefühl in Einklang gebracht werden. Darin liegt die ganze Ursache der schwachen Wirkung gegenwärtiger Gefühle; heute ist keine Eigenschaft verstärkten Fühlens zu bemerken. Doch welch große Wirklichkeit würde rückstrahlen in der Erhebung unzähliger übereinstimmender Gefühle. Die Alten nannten Gefühl die Esse der Macht. Wahrhaftig, wie erhaben ist das Gefühl gegenseitiger Liebe. Nicht geringer ist die Macht gegenseitiger Dankbarkeit. Unbesiegbar ist das Gefühl selbstlosen Heldentums. So kann man schöne Türme und Zitadellen erbauen. Doch woher kommt Harmonisierung? Weder vom Verstand noch Gehirnwindungen, sondern vom Herzen, vom Licht. Das Gefühl des Zorns überlassen wir nur den Finsteren. Inmitten der trüben, roten Funken wird es keine Harmonie geben.


    279. Jedoch sehr wenige betrachten das Gefühl als Kraft. Für sie ist Gefühl ein Mottenflügel. Mit solchem Verstehen stürzt der ganze Aufbau zusammen. Trost liegt nicht darin, dass jemand für unser Dasein bürgte, sondern darin, dass unsere mächtigste Sendung das leuchtende Ziel erreichen wird.

    280. Auch teuflische Wut kann von Nutzen sein. Der eine vermag die Kraft der Luft zu nutzen, der andere die Kraft des Feuers und ein anderer die Kraft des Wassers. Geschicklichkeit, die rasendsten Rosse zu lenken, kann uns dem Ziel näher bringen. So lasst uns stark sein in unserem Beherrschen der Naturelemente; der Wille des Herzens beherrscht die Naturelemente, nicht der Verstand. Im Gegenteil, Verstand wird uns immer einreden, dass der Kampf mit den Naturelementen Wahnsinn sei.

    281. So lässt Gefühl Energie entstehen. Energie kann so genannte Besitzungen schaffen, wie soll man sich zu diesen Besitzungen verhalten? Wir wissen um den Verzicht, doch ist etwas bereits vorhanden, wie könnte man es als etwas Nichtbestehendes bezeichnen? Wäre dies außerdem nicht zerstörerisch? So lasst uns wieder den Lehrer anrufen und Ihm in Gedanken die beschwerliche Last übergeben. Und Er wird unser in Gedanken übertragenes Geschenk noch höher übergeben. So lösen wir die Frage der Besitzungen. So schwindet selbst die Benennung, und wir sind Hüter des Eigentums der Hierarchie. Denn wir können die Bücher des Lehrers lesen; der Lehrer gewährt uns, in Seinem Hause zu wohnen, Seine Dinge zu bewundern und uns von den Früchten Seines Gartens zu nähren. So wird der Name des Lehrers immer mit uns sein, und wir werden lächeln, wenn wir in Treue zum Lehrer die uns anvertrauten handgreiflichen Gegenstande abstauben.


Die Menschen verstehen es nicht, mit den Besitzungen umzugehen, weil sie sich nicht bemühen, den Sinn gedanklicher Umgestaltung der irdischen Ebene in die feinstoffliche zu begreifen.

    282. Wollen wir auch keine einzige Lebensäußerung stillschweigend übersehen. Rufen wir unser Herz als Richter an, ob wir unsere Besitzungen aufrichtig dem Lehrer anvertrauen. Man kann schöne Worte aussprechen, doch im Herzen einen gegenteiligen Wunsch hegen. So lasst uns nicht die Alten bleiben, sondern lasst uns mit dem Herzen die Sprache der Feinstofflichen Welt beschleunigen; die Menschen nennen das Gewissen.

    283. Reines Denken ist die beste Desinfektion. Es ist Zeit, die Denkrichtung als eine chemische Reaktion zu betrachten. So sollte auch Armageddon nicht nur als Krieg im üblichen Sinn verstanden werden, sondern auch entsprechend den Ereignissen des ganzen Lebens. Die Besessenheit, von der gesprochen wurde, ist ein deutlicher Beweis für die Große Schlacht. Natürlich, sowohl Selbstmorde als auch geistiges und physisches Elend überfluten den erschütterten Planeten. Man stößt sowohl auf besondere Gehirn- und Nervenkrankheiten als auch auf Entartungen unter den Menschen. Über die Unstetigkeit des Geistes kann man nur staunen. Man kann sich empören, auf welche Weise die Besten Drohungen und Hass ausgesetzt sind, als ob die Erde selbst der Zersetzung zustrebte! Gewiss, die Wahnsinnigen sehen nicht die vielen leuchtenden Krieger und lassen es zu, dass die Finsteren sie in den Abgrund zerren. So muss man sich mit ganzer Kraft in der Hierarchie festigen. Sogar auf einem gewöhnlichen Schlachtfeld sollte man die Verbindungen nicht aufgeben. So muss man das Große an den einfachsten Beispielen erkennen.

    284. Eine einfache Milchfrau erkennt im Butterschlagen das Geheimnis der Entstehung der Welten. Sie weiß auch,


dass man aus Wasser keine Butter erhalten kann. Sie weiß, dass nur Milch und Eier geschlagen werden können; damit kennt sie bereits die Materie, die psychische Energie enthält. Aber gerade dieser Umstand wird für die Wissenschaftler wenig überzeugend sein. Die Milchfrau weiß auch, wie nützlich die spiralförmige Bewegung ist, aber manchem wird diese Bedingung als ein Vorurteil erscheinen. Wenngleich dich das ärgert, denke an die Umgebung und übertrage die physischen Gesetze auf dein eigenes Dasein! Nur so wirst du Armageddon überleben! Es wäre natürlich ein Fehler, die Aufbietung des Herzens als Gegengewicht jedweder Verwirrung zu vergessen.

    285. Gebietet eurem Herzen, dem Lehrer so nahe wie möglich zu sein. Wenn es zur Bestätigung des Lehrers der Worte bedarf, beginnt mit dem Lehrer Zwiesprache zu halten, als befände Er sich neben euch. Vom Lehrer nur mit den üblichen Worten Antwort zu erhalten, ist müßig. Die Antwort kann aus zahlreichen Zeichen bestehen, sowohl aus sichtbaren als auch aus fernen. Man kann das ganze Lebensausmaß in sich aufnehmen, um die Zeichen großer Schaffenskraft zu gewahren. Es ist notwendig, zu erkennen, wie weit sich das Schlachtfeld Armageddon erstreckt. Es ist auch notwendig, an die Nähe der Kräfte der Höchsten Welt zu denken; unabhängig von den Lebensverhältnissen können sie sich hinter den Schultern jedes strebenden Geistes befinden. Wahrhaftig, wir sind durch zarte Berührungen mit der Feinstofflichen Welt verbunden, aber man darf diese nicht nur in der Stille der Nacht, sondern muss sie ebenso gut bei Tageslicht fühlen. Der Fehler der Menschen besteht darin, dass sie alle feinstofflichen Gefühle nur im Zwielicht wahrnehmen. Jetzt gibt es den Pfad zum Licht!

    286. Das Spiegelbild der gegenwärtigen Stunde enthüllt eine nie dagewesene


Verwirrung. Auch nicht eine einzige Farbe herrscht vor. Das Spiegelbild Armageddons besteht aus goldenen, blauen, schwarzen, roten fliegenden Pfeilen. Es gibt keine Umrisse, sondern ein Gestöber von Explosionen und Wolken, wie schwere Ausdünstungen über einem Abgrund. So ist seit alters auf den Beginn der Großen Schlacht hingewiesen worden.

    287. Wenn ihr bei jemandem übertriebene Konzentration auf körperlichen Yoga wahrnehmt, so erinnert ihn erneut an die Unerwünschtheit solcher Beschränkung. Sagt ihm erneut, dass das Ross, das viele Übungen kennt und durchführt, für keine Eilbotschaft verwendet wird. Erliegt nicht den Beschränkungen des Körpers. Genauso endet jede körperliche Anreicherung in Beschränkung. Allein der Geist kennt keine Schranken, und das Lehren der Zukunft fußt auf der Eroberung des Geistes. Der körperliche Yoga muss in feinstoffliche Feuer verwandelt werden. Der körperliche Yoga kann zu keiner Vereinigung mit der Feinstofflichen Welt führen; in ihm wird dem Herzen keine Sonderstellung eingeräumt. Denn die feinstoffliche Umwandlung währt nur über das Herz. Das Herz bewahrt jene Feurigkeit, welche die einzige Bedeutung für die Umwandlung darstellt.

    288. Möge niemand hoffen, durch den körperlichen Pfad voranzukommen. Karma ist nicht im Körper, sondern im Geist. Ihr habt auch richtig bemerkt, dass Schläge auf die Aura vor allem auf die Augen wirken. Die Membrane der Augen bestätigt das Wesen der feinstofflichen Substanz.

    289. Flüge im feinstofflichen Körper manifestieren eine für die Erde neue Eigenschaft. Gerade der feinstoffliche Körper ist nicht an die Erde gebunden und fliegt um so leichter empor. Der irdische Körper erhebt sich weit schwieriger und fällt leichter, aber der feinstoffliche Körper


wirkt gerade umgekehrt; für ihn ist es tatsächlich schwieriger herabzusteigen. Die niederen Sphären sind schwieriger zu durchdringen. Ich spreche natürlich vom hohen Zustand des feinstofflichen Körpers, für die niederen Körper sind die niederen Sphären bestimmt behaglicher. Es ist lehrreich wahrzunehmen, wie der feinstoffliche, hohe Körper bereits die Eigenschaft der Feurigen Welt zu offenbaren beginnt. Auf diese Weise kann man im irdischen Zustand den Anfang aller Welten wahrnehmen. Es ist nur erforderlich, das Bewusstsein zu reinigen, im Einklang mit der Hierarchie bestrebt zu sein und streng darauf zu achten, was vor sich geht.

    290. Wer immer das Dröhnen und Stöhnen im Raum auch nur einmal vernahm, hat eine Vorstellung von den niederen Schichten über der Erde. Es ist richtig und notwendig, über diese entsetzlichen Erscheinungen hinauszustreben. Selbst wenn man sie durchfliegt ist es fast unerträglich, die Zwischenwelten des unnatürlichen Zustandes zu berühren. So ist es notwendig, den Pfad der Feinstofflichen Welt als bewusstes Streben zur Feurigen Welt zu betrachten.

    291. Mit entsprechendem Scharfblick kann man viele wissenschaftlich bedeutende Erscheinungen beobachten. Man kann bemerken, dass Schläge gegen die Aura nicht nur auf die Aura wirken, sondern dass auch die Haut dafür empfindsam ist, besonders nahe der Schulterstrahlen. So kann man auch die Lichtausstrahlungen von ganz unverhofften Materialien wahrnehmen - von Holz, Leinen, Glas, Gummi und vielen Gegenständen, die den üblichen Gesetzen entsprechen. Ihr wisst natürlich, dass die so genannte Elektrizität die gröbste Form der sichtbaren Energie von Fohat ist. Doch wenn der Kraftsammler des geläuterten Herzens das Durchströmen der Erscheinung des Feinstofflichen Fohat ermöglicht, dann strahlt jede Oberfläche Licht von besonderer Qualität aus. Fohat schichtet


sich überall auf. Es ist nur nötig, ihn durch einen ausreichend feinfühligen Apparat in Erscheinung treten zu lassen. Dieser Kraftsammler kann nur das Herz sein. Dies ist natürlich nicht leicht, wenn vom Tiger bis Fohat eine Menge Energien aufgenommen werden müssen.

    292. Wer immer die Erscheinungen der feinstofflichen Energien beachtet, weiß, dass das Herz mit ihnen unzertrennlich verbunden ist. Er weiß, wie schwierig es ist, sich unter Tigern zu erheben und andere in die höchsten Sphären zu führen. Aber das ist die Arbeit jener, die die Neue Welt betreten. Denn sogar der Anfang muss bemerkbar sein.

    293. Klarheit des Denkens und der Ausdrucksform muss die Eigenschaft eines Agni Yogi sein. Es gibt wenige, die bestrebt sind, klar zu denken, und wenige, die sich darüber Rechenschaft geben, wie viele feinstoffliche, schon bereite Gepräge in der geoffenbarten irdischen Welt nicht angewendet werden können. Wie viel verborgenes Missgeschick ist auf verworrenes Denken zurückzuführen! Alles strebt nach Genauigkeit. Das Naturelement Feuer, das feinstofflichste Element, liefert beachtliche Beispiele feurigen Aufbaus. So wird auch der menschliche Gedanke nach dem Feuerschema aufgebaut.

    294. Gewiss, Herabsetzung ist ein schlechter Berater. Das Nichtigste entspringt der Herabsetzung. Mögen jene, die herabsetzen, nicht als Märtyrer angesehen werden; sie haben verderbliche Saat ausgestreut und kriechen in der Hoffnung dahin, die Sprossen zu gewahren. Ganz im Gegenteil, durch Bestätigung richten sich die Menschen und bauen so Festungen. Euch sind schon Beispiele über den Nutzen der Bestätigung bekannt. Werke können nur durch Segnung wachsen. Denkt über Segnung nach.

    295. Nach der Überlieferung kamen Sendboten von


dem Weisen des Berges zu Dschingis Chan. Sie überbrachten einen Schrein, in dem sich ein goldener Kelch und vielfarbige Stoffe befanden. Auf einer Inschrift war zu lesen: "Trinke aus einem Kelch, doch kleide dich in die Gewänder aller Völker!" Damit wurde auf die Hierarchie und die eines Führers würdige Duldsamkeit hingewiesen. So wollen auch wir uns durch die Verbreitung der Lehre des Lichts stärken. Schenken wir dem Rhythmus der gegebenen Lehren Beachtung. Man kann bemerken, wie Erkenntnis mit Bestätigungen abwechselt; so ist die Zeit gekommen, wo Aufspeicherungen Kenntnis der Grundlagen des Lebens bieten werden. Schon bald wird man den Wissenschaftlern die kosmischen Pfade an die Hand geben können, aber die Entflammung für das Allgemeinwohl muss noch mehr gekräftigt werden. Es ist unumgänglich, übereinzukommen, wie man lebt und sich auf die Zukunft ausrichtet. Besonders jetzt, wo die Lage der Menschheit äußerst bedrohlich ist, ist es notwendig, außerhalb erwarteter Richtungen Pläne zu schmieden. Man kann in sich selbst die feurigen Kräfte aufbringen, um das Herabsetzen und Herabwürdigen des wahren Allheilmittels des Daseins ins Alltägliche zu untersagen. Man kann beobachten, wie für manche sogar Unbegrenztheit aufhört furchterregend zu sein, wie Hierarchie zum Faden des Aufstiegs wird, das Herz zum Thron des Höchsten Lichts und das Feuer des Raumes selbst als das Höchste Reich verherrlicht wird.

    296. Beachten wir, dass das Erkennen des Feuers nicht nur den Pfad zum Höchsten beschleunigt, sondern dass es auch das für unseren Planeten so notwendige Gleichgewicht wiederherstellen kann. Der Weg der kosmischen Strahlen ist der richtige, aber ohne das Herz, ohne die psychische Energie, wird die Entdeckung nur eine beiläufige sein. Beachtet, wie weit


das Netz der Lehre gespannt ist. Mögen die Menschen, wie üblich, die Quelle verhehlen; das ist nicht wichtig, von Nutzen ist, dass sich die Lehre auf unerwarteten Wegen in verschiedenen Teilen der Welt verbreitet. Wir können auf solches Anwachsen schon hinweisen, und solche Bestätigung ist die beste Krönung für den heutigen Tag. Wundern wir uns nicht, wenn die Wurzeln unsichtbar wachsen, aber diese Eigenschaft ist das beste Pfand für die Lebensfähigkeit. Kann man die Wege der Lehre verfolgen? Der Magnet wirkt nach eigenen Gesetzen. Aber vom Berge aus kann Ich die Überflutung des Raumes sehen, und damit grüße Ich euch.

    297. Der Lehrer freut sich, wenn die dem feinstofflichen Körpereigenen Empfindungen in einer irdischen Hülle fühlbar werden. Es ist gerechtfertigt, mit der Verfeinerung des Bewusstseins zu fühlen, wie eingeschlossen unser Wesen in einer grobstofflichen Hülle ist. Gewiss, das Auftreten von Schmerz ist unvermeidlich, da der feinstoffliche Körper mit einem Nervensystem auf der Körperoberfläche verbunden ist. Außerdem muss der feinstoffliche Körper bei der Rückkehr seinen Wohnsitz erobern. Ihr wisst bereits, dass der feinstoffliche Körper etwas größer ist als der irdische, und deshalb ist die Rückkehr mit Unbequemlichkeit verbunden. Das Gefühl ständiger Absonderung des feinstofflichen Körpers vom irdischen ist unvermeidlich, wenn die Feinstoffliche Welt zur natürlichen Fortsetzung der irdischen wird. Für die Ärzte könnte es eine ernste Frage darstellen, die Schmerzen zu deuten, die nicht allein durch Krankheit, sondern durch die Bewegung des feinstofflichen Körpers in einer grobstofflichen Hülle entstehen. So kann man den Empfindungen des feinstofflichen Körpers auch auf medizinischem Wege näher kommen. So kann man zwei Probleme verbinden, das geistige und das physische


    298. Nichts kann das Verstehen der Unsichtbaren Welt vermitteln, außer ihre wirkliche Empfindung. Nichts kann dem Herzen helfen, wenn es sich nicht selbst dem Gefühl und der Empfindung hingeben will. Ein behutsames Verhalten den Lebenserscheinungen gegenüber zeugt von Bereitschaft für die Versuchsmethode der Forschungsarbeit. Man sollte Bestätigung nicht als etwas Abstraktes verstehen, sondern als Notwendigkeit, der durch Erfahrung bestätigten Lehre ganz nahe zu kommen. So ist es auch notwendig, sämtliche Rhythmen wechselnder Ereignisse zu verstehen. Wenn der durch die Landschaft fahrende Zug in einen Tunnel einläuft, wird nur ein Kind über sein Verschwinden aufschreien. So lasst uns bei wechselndem Gang der Ereignisse Ruhe bewahren.

    299. Die niederen Sphären sind derart verseucht, dass, ohne zu übertreiben, der Meteorstaub oxydiert. Denn die chemischen Einwirkungen der psychischen Energie widerspiegeln sich vor allem auf Metallen. Diese einfache Beobachtung kann man an Gegenständen aus Metall machen, die von Menschen mit verschiedener psychischer Wesensart getragen werden. Die Verunreinigung der unserem Planeten nächstliegenden Sphären ist natürlich sehr verderblich. Die niederen feinstofflichen Körper tummeln sich hier wie Strolche auf dem Basar und hemmen so die erfolgreiche Bildung der aufbauenden Spirale. Es ist eine besondere Bestrebung erforderlich, um hinter die Grenzen dieser schrecklichen Anhäufungen zu dringen. Auf diese Weise werden wir nicht denken, dass Denken ohne Folgen ist; sogar der größte Kelch kann überfüllt werden! Um so mehr, als bei der Rotation durch die Schwerkraft viele leichte Teilchen zurückgehalten werden. Wenn Wir daher von der Notwendigkeit sprechen, die psychische Energie


durch Verfeinerung des Denkens zu läutern, haben Wir die Läuterung der niederen Sphären im Auge. Um in der Sprache der Kirche zu sprechen: es ist notwendig, die höllischen Horden zu besiegen.

    300. Heute ist ein guter Tag für guten Denkprozess. Wenn dem Gedanken schöpferische Energie innewohnt, wie nützlich ist es dann, einen guten Gedanken in den Raum zu senden. Wenn die Menschheit gewillt wäre, zur gleichen Zeit einen guten Gedanken auszusenden, dann würde sich auch die verseuchte Atmosphäre der niederen Sphären sofort klären. So ist es notwendig, darauf bedacht zu sein, täglich sogar öfter nicht für sich, sondern für die Welt einen Gedanken auszusenden. So wird sich das Denken an uneigennützige Bestrebungen gewöhnen. Wie der Erlöser der Menschheit nur an die ganze Welt denkt, so können wir, ihm nacheifernd, unsere Gedanken zur Manifestation schöpferischer Energie aufwenden. Es ist nicht notwendig, die Gedankenübertragung als überirdischen Akt zu betrachten. Möge sie Nahrung für den Geist bieten, gleich dem Brennmaterial für das nächtliche Lagerfeuer! So ist es also notwendig, einfach dem höchsten Beispiel zu folgen. Das Herz wird wie ein zuverlässiges Uhrwerk sein, wenn es zum Gedanken an alle aufruft. Es bedarf keiner ermüdenden Meditationen; der Gedanke an die Welt ist kurz und widerspiegelt so schlicht die Selbstlosigkeit. Möge es dem Weltenall gut ergehen!

    301. Sprecht zu den Freunden vom Gedanken an die Welt, vom Gedanken an alle Welten! Mögen ihnen die schädlichen scheinheiligen Gedanken "Was bedeutet mein Gedanke der Welt?" nicht nahen. Wer immer Gedanken solcher Art hegt, der kennt nicht die Selbstlosigkeit. Schließlich sendet jeder Krieger nur einen Pfeil aus, aber wenn jeder seinen Pfeil bleibt das ganze Heer ohne Verteidigung. Wozu dann das Kreuz der Welt?


    Wer könnte die Wachsamkeit vor dem Tiger vergessen? Möge der Gedanke an die Welt nicht das Erinnern an den Tiger und an Armageddon verdrängen.

    302. Es ist lehrreich, über den von bösen Gedanken für sich und andere ausgehenden Schaden ein Buch zu schreiben. Diese Gedanken sind die Quelle sehr vieler Krankheiten. Früher hatte man nur psychische Krankheiten mit bösen Gedanken in Zusammenhang gebracht, aber es ist Zeit, die vielen verschiedenen physischen Krankheiten zu erkennen, die durch Gedanken entstehen. Nicht nur Herzkrankheiten, sondern auch die meisten Magen- und Hautkrankheiten sind die Folgen verderblicher Gedanken. So können auch ansteckende Krankheiten nicht nur durch Veranlagung, sondern auch durch das Denken übertragen werden. Dies ist nicht nur Autosuggestion, sondern es gibt Fälle, wo Ansteckung von einer Person auf viele übertragen wurde. Man kann beobachten, dass sich völlig parallel mit geistigen Erscheinungen physische Auswirkungen ergeben. In dieser Hinsicht wurde beobachtet, dass manche Organismen unbewusst eine bestimmte Ansteckung übertragen, ohne ihr selbst zu unterliegen. Bereits in alten Zeiten kannte man solche Ansteckungsträger, aber später geriet die wissenschaftliche Kenntnis in Vergessenheit, und alles wurde dem so genannten "bösen Blick" zugeschrieben.

    303 Das heißt, dass es sogar bei rein physischen Krankheiten unumgänglich ist, den Grund in der Qualität des Denkens zu suchen. Lenkt daher die Gedanken der Umwelt allmählich auf das Gute. Ihr habt bereits ein Beispiel dafür, wie viel Schmerz durch Fluchen und Lästern sogar


auf weite Entfernungen verursacht wird. Es ist notwendig, das Herz aufmerksam auf die bestehende Wirklichkeit zu richten. Besonders einwirken können jene Besessenen, die die Aura, wenn auch nur oberflächlich, berühren. So ist es dringend notwendig, den ganz ersten Eindruck des Menschen zu beachten, wenn das Herz das Zeichen zu geben vermag. Man kann sich leicht vorstellen, welche Typen von Ansteckungsträgern besessene Menschen sein können, deshalb muss man sie meiden.

    304. Für den physischen Körper ist die Manifestation von Feuer zerstörerisch, aber für den feurigen Körper ist das Naturelement Feuer ganz normal. Das heißt, dass diese Wechselwirkung im weiten Raum der Feinstofflichen Welt vor sich geht. Aufgrund des Zustandes des feinstofflichen Körpers ist es tatsächlich möglich, die Grenze der wohltätigen Einwirkung des Feuers zu bestimmen. Hohe, von groben physischen Bestrebungen gereinigte Schichten erfahren bereits die feurige Wohltat, hingegen unterliegen die niedersten Schichten der Feinstofflichen Welt noch der physischen Empfindung der Flamme. Je mehr physische Hülle diesbezüglich vorhanden ist, um so schmerzhafter kann das Feuer wirken. Daher stammt die Andeutung über das Höllenfeuer. Nicht ohne Grund lenkt einen jedes wahre Wissen in die höheren Schichten. So ist es auch völlig wissenschaftlich, die Menschen davor zu warnen, in die Feinstoffliche Welt tierische Lüste hinüberzunehmen. Man kann die Unklugen, die über den Zustand nach dem Tode spotten, nur bedauern.

    305. Nun lasst uns von der Feurigen Welt zu den Rachen der Tiger niedersteigen; auch das muss man voraussehen. Man kann die höchsten Schichten nur erreichen, wenn man den vielen Rachen und unheilvollen Masken entkommt.


Solange die Menschheit diese niederen Schichten nicht durch gemeinsame Anstrengungen erleuchteten Bewusstseins reinigt, muss auf dem Pfad zu den Höhen viel Hass durchschritten werden.

    306. Der Lehrer kann die Richtung weisen, manchmal kann er warnen, aber viele Taten müssen von den Schülern selbst vollführt werden. Darüber hinaus müssen diese Taten freiwillig vollbracht werden. Dieses freiwillige Streben birgt die Selbstvervollkommnung. Jede Beimengung von Eigennutz und Furcht wird das rettende Band trennen.

    307. Die Finsteren hegen immer die Hoffnung, durch Schädigung des Aufbaus das Erreichen des Zieles zunichte zu machen; doch sie übersehen immer die Tatsache, dass Bestehendes unvernichtbar und in seinen Zuständen verschieden ist. Selbst der finsterste Ort - Marakara24 genannt - kann die Möglichkeit des Lichts nicht ausschließen. Man muss nur den Zugang finden.

    308. Es gibt eine Störung im Aufbau, die zu neuer verfeinerter Vervollkommnung führen kann. Deshalb treiben Wir so kräftig die Furcht aus, sie stört die Wahrnehmung einer gedeihlichen Verbreitung vieler Teile. Die gleiche Meinung muss für alle Lebensumstände gelten; dann kann es keine Niederlage geben; denn eine glückliche Verbindung von Teilen kann nur verändert werden, aber sie kann nicht schwinden. Jedoch das durch Schrecken getrübte Auge verliert das Blickfeld.

    309. Marakara ist ein sehr düsterer Ort in den niedersten Schichten der Feinstofflichen Welt. Es ist schwierig, sich dort aufzuhalten, weil dort praktisch nie Prana eindringt. Dennoch ist es manchmal notwendig, in diese satanischen Schichten einzudringen.


    310. Nach einem Angriff kann man gewöhnlich merken, dass sich der Zustand bessert. Der Feind spricht das Urteil und sucht es zu verkünden; doch findet die angekündigte Zerstörung nicht statt, dann senden viele umgebende aufmerksame Augen neue Kraft.

    311. Der Lehrer bestätigt, dass man völligen Sieg erhoffen kann, wenn es Einheit im Bewusstsein gibt. Man kann keinen Sieg erhoffen, wenn es das geringste Misstrauen des Lehrers gibt. So ist es notwendig, zusammenzuarbeiten, wissend, dass alles gewährt wird, was nach dem Gesetz des Universums möglich ist. Wer wird dann diese Zeit als Erholung betrachten? Niemand, sogar jener nicht, der nicht weitsichtig ist, er wird leugnen, dass eine solche Zeit je gegeben hat und dass man sogar im Schlafe ständig Wache halten muss! Der Lehrer versteht, dass auch eure Herzen bedrückt sind. Jeden Tag verschlechtert sich die Weltlage. Vom Standpunkt des Armageddon aus gesehen ist dies völlig natürlich, aber das Bewusstsein, dem der Begriff Armageddon absurd erscheint, tobt, weil es seinen Weg nicht kennt.

    312. Warum müssen wir die Gesetze des Universums beachten? Natürlich deshalb, weil sie die Erscheinung des Armageddon für uns leisen. Verlieren wir den Faden des Armageddon, so sinken wir ins Chaos. Und es gibt keinen solchen Pfad des Aufstiegs, auf dem es keiner rettenden Verbindung bedürfte. Ihr kennt diese Verbindungsfäden auf den Felsen des Aufstiegs.

    313. Die Folgen des Beginns der Größten Schlacht wirken vor allem auf das Herz der Menschheit. Vor allem der Bestätigung des Herzens bedarf es jetzt, denn sonst vermag das unbewusste Herz


dem Orkan der Verwirrung der Naturelemente nicht standzuhalten. Betrachtet deshalb das Herz als das zentrale Prinzip, das euch mit den fernen Welten verbindet. Man muss erkennen, was das Herz wirklich am meisten belastet. Besondere Ereignisse belasten das Herz nicht so sehr, wie die Serie winzigen täglichen Staubes. Daran zu erinnern ist dringend notwendig, denn große Ereignisse können sogar einen besonderen Zustrom an psychischer Energie bewirken. Doch Armageddon besteht nicht nur aus großen Ereignissen, im Gegenteil, eine Menge kleiner Handlungen erlangen Bedeutung; und es ist nötig, dass sich das arme Herz an diese Fülle kleiner Ströme gewöhnt. Ich sage armes Herz, denn an sich kennt es bereits die gewaltigen Feurigen Sphären, aber einstweilen muss es an den Felsen der Erde zerschellen.

    314. Ihr wisst, wie sehr Wir am Rande eines Brandes und des Abgrunds wandeln. Ihr wisst, wann die geschwängerte Stille die verstärkte Schlacht anzeigt. Ihr fühlt Unsere Spannung. Nur Toren und Egoisten können glauben, dass über ihnen nur Hymnen erschallen. Aber wer seinen Blick der Unbegrenztheit zuwandte, der versteht: je höher, umso angespannter. So bereitet die Menschen auf eine unausweichliche Verstärkung vor. Das heißt nicht, dass die Lehre zur Spannung führt, sondern, dass dieser Druck das Gesetz des Daseins ist.
    Vielen erscheint der Rhythmus der Ströme völliger Unsinn zu sein, doch ihr kennt diese rettenden Einwirkungen. Seid Meiner Nähe gewiss.

    315. Gemütsruhe ist das Gleichgewicht der Spannung. Die Bewusstseinsvereinigung ist in erster Linie die Bewahrung der Energie. Diese wichtige Regel wird gewöhnlich vergessen.


Wenn anstatt beschränkter Physiologie Psycho-Physiologie eingeführt wird, dann wird man verstehen, wie wichtig die Wirtschaftlichkeit der Energie ist.

    316. Sogar ein Riese kann durch einen als Missklang wirkenden nichtigen Gedanken gehemmt werden. Jetzt blicken viele Menschen zurück, zucken die Achseln, ändern ihre Richtung und schenken Gedanken Gehör, ohne gar deren Quelle zu beachten. Das Gesetz der Anziehung und Abstoßung durch Gedanken wird am ehesten von Musikern angenommen, die den Wohlklang sowie die Bedeutung des Missklangs für die ganze Komposition mit einer festgelegten Tonart verstehen. Wer immer begreift, was es heißt, eine vielstimmige Symphonie nach einer vorgegebenen Tonart zu dirigieren, der wird die Manifestationen des Grundgedankens der Aufgabe sogar in der Vielfalt viel leichter verstehen. Nach der ganz gleichen Tonart verhindert solch ein aufbauender Gedanke die Manifestation vieler Verzweigungen nicht. Und es wird keine fremde, mitklingende Erinnerung geben, wenn die Hauptaufgabe echt ist.

    317. Wahrhaftig, es ist allein notwendig, Schrecken und Zersetzung zu vermeiden, denn es gibt keine solche Situation, die nicht mit fundamentaler Kraft zur besten Lösung verändert werden könnte. So ist es unmöglich, in völligem Stillstand und Niedergang zu schaffen, doch jede bestrebte Regung ist schon von einem bestimmenden Wohlklang erfüllt.

    318. Menschen, die Visionen haben, sollten von Ärzten sorgfältig untersucht werden. Dabei würden besondere Symptome des Herzens und der Nervenzentren festgestellt werden. Wie die Kadenz25 des alten Indiens weit


feiner ist als die Tonleiter des Westens, so wird auch das Herz, das die Feinstoffliche Welt kennt, unvergleichlich feinere Modulationen ergeben. Natürlich, die Ärzte meiden es, gesunde Menschen zu untersuchen und lassen so eine in die Zukunft weisende wertvolle Seite außer Acht. Gewöhnlich werden alle Wunder und Visionen in die Kategorie der Hysterie eingereiht, doch niemand erklärt, was Hysterie ist. Man wird sie als verstärkte Reaktion des sympathischen Nervensystems deuten oder einer Reizung der peripheren Nervenenden zuschreiben. Man wird viele Ursachen mit verschiedenen Gründen anführen und äußerst starke Arzneimittel anwenden, doch man wird sich keine Mühe geben, darüber nachzudenken, ob diesen Erscheinungen nicht eine höhere Ursache zugrunde liegt.

    319. Ein "Wunder" ist eine Offenbarung der feinstofflichsten Energien, die in Schulfächern für Chemie und Physik keine Beachtung finden. Nicht allein Levitation und Gewichtsverlust, deren Zeugen ihr wart, sind "Wunder", sondern die ganz gleichen feinstofflichen Energien werden im Leben öfter genutzt als die Menschen denken, und diese für die meisten unbegreiflichen Erscheinungen müssen studiert werden. Das ist weder Nekromantie noch Spiritismus, sondern einfach die Wissenschaft über die feinsten Energien. Vor uns liegt das menschliche Herz, das heiligste Schatzkästchen, aber es ist notwendig, ihm zu lauschen und unsere Hände reinigend, sich diesem höchsten Throne nähern. Ihr wart Zeuge von Beispielen nachlässiger Ärzte, die aus dem schönen Beweis eines flammenden Herzens keinen Nutzen zogen. Nun zahlen sie für ihre Blindheit.
    Es kann "Wunder" geben, aber dazu ist es notwendig, die feinsten


Fäden des Herzen zu vereinen. Deshalb verweisen Wir auf die Notwendigkeit der Bewusstseinsvereinigung.

    320. In alten Zeiten wurde die Koordinierung der Herztätigkeit mit fernen Welten durch bestimmte mechanische Methoden verstärkt. So hielt man zum Beispiel die gefalteten Hände über den Kopf und bildete so den magnetischen Kreis. Man pflegte die gefalteten Hände auch auf die Körperstelle des "Kelches" zu legen, so dass das Ende der linken Handfläche dem Herzen zugewandt war. So wurden die Ströme der magnetischen Wellen verstärkt. Natürlich, jetzt beim Lehren der Bewusstseinserweiterung wollen Wir mechanische, äußere Methoden vermeiden. Es ist weit feinstofflicher, durch das innere Bewusstsein zu wirken. Wir müssen fühlen, wie der Bewusstseinssendung das Wesen des Herzens innewohnt, die Regung aufwärts lenkend, als zöge es diese in die Unbegrenztheit. Gewiss, viele unserer Empfindungen hängen von atmosphärischem Zustand ab. Man kann Niedergeschlagenheit oder Feierlichkeit verspüren, doch lasst uns erkennen, dass in diesen Augenblicken das Herz die überirdischen Tore öffnete. Nur Bosheit und Furcht benutzen die unterirdischen Gänge.

    321. Ein Bildhauer berührt beim Modellieren seiner Skulpturen einige Stellen nur einmal, auf andere Stellen aber konzentriert er eine ganze Reihe von Schlägen, sowohl kräftige als auch zarte. So wird auch in der Lehre oft vermerkt, welche Verschiedenheit erforderlich ist, bestimmte Situationen ohne Wiederholung zu berühren, denn auch der Bildhauer wiederholt mit seinem Meißel keine Bewegung, sondern bestimmt nur die nötige Form. Diese Stellen sind gewöhnlich verantwortungsvoll; so beachtet


ebenfalls jene Passagen, die öfter als einmal vermerkt wurden. Sie sind entweder ungewöhnlich neu für das Bewusstsein oder wurden aus Unachtsamkeit übersehen. Und wie ein zaudernder Meißel entscheidende Bedeutung haben kann, so wird auch eine versäumte Gelegenheit der ganzen Aufgabe einen anderen Sinn verleihen. Wenn Ich über das Herz spreche, sind damit nicht die vielen Individuen gemeint, die absolut unwiederholbare Offenbarungen hervorbringen? Es kann nicht anders sein, denn die äußerst verfeinerten Energien sind in ihrer Strahlenbrechung und gegenseitigen Verflechtung in verschiedenen Sphären unberechenbar.

    322. Man muss die Mannigfaltigkeit verfeinerter Erscheinungen ständig bezeugen, andernfalls werden sich die Menschen wieder beeilen, sie in groben Grenzen zu halten, ohne sich zu bemühen, ihre Aufmerksamkeit gegenüber dieser Methode individueller Konzentration zu verschärfen. Man muss sich wieder bestimmten Feuern des Herzens zuwenden, die sowohl vom Zustand der Aura als auch vom physischen Zustand abhängig, manchen purpur, anderen violett oder lila erscheinen. Aber diese Unterschiede ändern nicht das Wesen der Feuer.

    323. Die individuelle Methode ist für die Annäherung an die äußerst verfeinerten Energien unentbehrlich. Der Hauptfehler ist, an das Transzendentale mit alten Methoden heranzugehen. Wer an die unwägbare Große mit Gewichten herangeht, der ist zum Misserfolg verurteilt; denn diese höchsten Energien durchdringen wahrhaftig das gesamte menschliche Wesen und verbinden es mit den höchsten Welten. Es ist absolut klar, dass man nach diesen höchsten Zeichen nicht unter Menschen suchen darf, die mit Krankheiten behaftet sind,


sondern nur unter feinfühligen gesunden Organismen. Mögen diese feinstofflichen Organismen, die für sie unerklärlichen, aber sichtbaren Erscheinungen in sich wahrnehmen. Mögen sie sich nicht schämen, manchem lächerlich zu erscheinen; möge es ihnen nur gelingen, erfolgreiche Wesenszüge der Erscheinungen der feinstofflichen Energien herauszufinden. Seien wir überzeugt, dass es derzeit besonders zahlreiche Erscheinungen von Ablagerungen der Feinstofflichen Welt gibt. Sie gleichen Mikroorganismen, die fast unsichtbar sind, aber deren Wirkung sichtbar ist.

    324. Man sollte die individuelle Methode nicht als unwissenschaftlich betrachten, ganz im Gegenteil, sie liefert eine Anreicherung für die Verstärkung der Formel. So wurde die Ähnlichkeit bestimmter Nervenzentren mit tierischen und anderen Formen auch von den alten Vedas26 vermerkt. Auf diese Weise lieferte Beobachtung die ersten Grundlagen für systematische Einteilungen. Auf die gleiche Weise werden die von gewissenhaften Beobachtern aufgezeigten Fakten in ein genaues System gebracht werden. In letzter Zeit lenkte menschliche Beobachtung ihre Anstrengungen auf den Spiritualismus, ungeachtet seiner Gefahr; aber es ist weit natürlicher, mit Beobachtungen der in grobstofflicher Form bereits bekannten Energieerscheinungen zu beginnen. So wird die Stellung der Wissenschaft nicht nur nicht wanken, sondern wird neue Kreise ziehen.

    325. Gleicht nicht ein Schlag ins Herz dem Schlag in die Saiten einer Harfe oder Zither? Spricht nicht das Erklingen des Herzens von unsichtbaren Saiten, welche die Ausweitung der Nerven in den feinstofflichen Zustand darstellen? Ist es nicht wissenschaftlich, diese Schläge auf die Aura zu beobachten, wenn entweder das Auge, das Herz, der Kelch oder der Scheitel ganz deutlich zurückgewiesene


Pfeile empfängt? Aber es ist bemerkenswert, dass das Herz weit stärker erklingt als alle anderen Zentren. Nicht ohne Grund wird das Herz die Sonne der Sonnen genannt. Sollte die Übertragung auf weite Entfernungen nicht als feinstofflicher, aber völlig natürlicher Zustand betrachtet werden? Es ist notwendig, den Bereich so genannter Hysterie in viele Abteilungen zu unterteilen. Gegenwärtig erstreckt sie sich von Besessenheit bis zur verfeinerten Geistigkeit. Natürlich sollte man es bei solchen widersprüchlichen Vermengungen nicht bewenden lassen, denn ist es äußerst unwissenschaftlich, alles auf einen Haufen zu werfen, nur um das Gehirn nicht mit Überlegungen zu bedrängen. Sonst könnte es vorkommen, dass man die Heilige Theresia als Besessene erklärt und den widerlichsten Dämon an den Altar heranbringt. Es ist unstatthaft, der Vermengung verschiedene Zustände beizustimmen!

    326. In Richtung Wissenschaft zu streben verpflichtet vor allem zu genauen Beobachtungen! Kann man einander widersprechende Erscheinungen verallgemeinern? Im Gegenteil, die Fülle des Bestehenden sollte unsere Gedanken auf viele Beobachtungen lenken. In erster Linie lasst uns diese Beobachtungen sammeln, und lasst uns in unseren Folgerungen nicht oberflächlich sein. In der Lehre sind genügend Ratschläge erteilt worden. Jetzt gilt es, über die Verfeinerung des in uns Aufgenommenen nachzudenken; so werden wir uns der Grenze der Feinstofflichen Welt nähern.

    327. Die Aufmerksamkeit zu schulen gilt als Bedingung für die Beobachtung der Zeichen der Feinstofflichen Welt. Aufmerksamkeit kann man durch verschiedene Methoden entwickeln. Man kann aus einer Symphonie eine Stimme wählen und verfolgen, oder man kann auch mehrere gleiche Töne gleichzeitig festhalten. Ebenso


nützlich ist es, die Klänge der Stille festzustellen. Stille hat viele zarte Stimmen, und ihren Rhythmus beachten heißt, der Feinstofflichen Welt näher kommen. Doch beim Erforschen der Stille ist es lehrreich, den Missklang jeder physischen Einmengung zu erkennen. Es gibt kein besseres Beispiel, als den Vergleich des physischen Tones mit der Feinstofflichen Welt. Aber solch ein Gegenpol ist auch im Bereich des Geruchssinns zu bemerken. Diese Eigenschaft entwickelt sich jedoch weit seltener! Da sich der Geruch in der Feinstofflichen Welt als eine Form von Nahrung erweist, ist es verständlich, dass der Geruchssinn in der physischen Welt nicht so hoch entwickelt ist. Natürlich, wie ihr bemerkt habt, ist die Feinstoffliche Welt von Düften erfüllt. Je höher, um so vollkommener sind diese. Aber die niederen Schichten sind voller Verwesung. Wenn sich nichtverkörperte Wesenheiten in den niederen Schichten aufhalten, tragen sie die Hülle der Verwesung mit sich; deshalb ist es sehr nützlich, sich zu Lebzeiten den Flug in die höheren Schichten anzugewöhnen.

    328. Die Vorbereitung für die höheren Sphären besteht vor allem in der Reinigung des Bewusstseins, in der Entwicklung des Lebens des Herzens. Doch diese Bedingungen sollte man sich vor Augen halten. Gewöhnlich erinnern sich die Menschen ihrer nur in Untätigkeit oder bei Erholung, doch wenn es notwendig erscheint, sie anzuwenden, sind sie vergessen und werden durch Reizbarkeit ersetzt, aber der Gestank der Reizbarkeit ist schrecklich.

    329. Wer wird denn an Fortschritt in der Feinstofflichen Welt denken, wenn es nicht zulässig ist, darüber zu sprechen und nachzudenken? Eine Lehre, welche die Feinstoffliche Welt nicht kennt, ist nicht führend, denn irdisches Dasein ist nicht der hundertste Teil des Lebens in der Feinstofflichen Welt. Das heißt, dass es nützlich ist,


die Bedingungen des länger währenden Aufenthaltes zu kennen. Aber derzeit sind die Schlacht und die Bedingungen in der Astralwelt noch komplizierter.

    330. Der verfeinerte Zustand des Herzens ruft eine besondere Tätigkeit sämtlicher Gefühle hervor. Die Sinne des Geruchs, des Gehörs, des Sehens und des Geschmacks wirken unausgesetzt. Es gibt keine Ruhe, denn nach dem Verstummen irdischer Klange erreichen einen die Klänge des Widerhalls der Feinstofflichen Welt. Es gibt keinen Augenblick ohne Geruch, denn die reinste Luft ist voller Wohlgerüche; es gibt keine visuelle Leere, denn die Lichter der Feinstofflichen Welt verlöschen weder für das offene noch für das geschlossene Auge. Ist nicht der klarste Himmel voller Gebilde? Gleichfalls kann der Geschmack nicht aufhören, wenn der Mensch selbst das mächtigste chemische Laboratorium ist. Was die Berührung betrifft, wisst ihr selbst, wie sehr einen die Feinstoffliche Welt berühren kann. So macht uns das Herz, ohne diese Welt zu verlassen, zu Mitarbeitern von vielen feinen Erscheinungen. Wenn jemand auf das Vorhandensein absoluter Ruhe besteht, erachtet sein Herz als nicht verfeinert.

    331. Verfeinerung des Herzens verlangt den Verzicht auf Fleischnahrung, wobei Verstehen der Feinstofflichen Welt nicht allein auf den Schaden des Verzehrens verwesender Produkte hinweist, sondern auch aufzeigt, welche Nachbarn Verwesung anzieht. Freilich, es ist schwierig zu sagen, worin der größere Schaden besteht - im Verzehren von Fleisch oder in der Anziehung der unerwünschten Gäste durch Fleisch. Sogar das getrocknete und geräucherte Fleisch, das verhältnismäßig weniger schädlich ist, zieht durch seinen Geruch trotzdem Hungrige


aus der Feinstofflichen Welt an, und werden diese gar noch durch gemeine Reden begrüßt, so ergibt sich die schädlichste Gesellschaft. Wie ihr hörtet, nehmen viele die Nahrung schweigend ein oder führen würdige Tischgespräche. Natürlich, jede Fäulnis ist unzulässig; auch für die Nahrung bestimmtes Gemüse darf nicht verwest sein. Die Menschen brauchen nicht viel - zwei Früchte, etwas Getreide und Milch. So kann man sich nicht nur innerlich reinigen, sondern auch viele Nachbarn loswerden. Ist es für Ärzte, die Mittel studieren, Krebs und Lebersteine zu bekämpfen, nicht erforderlich, diesen einfachen vorbeugenden Mitteln Beachtung zu schenken? Die Menschen sprechen vom Räuchern mit Weihrauch und Duftstoffen. Aber bestimmte Gifte sind wohlriechend und töten das Bewusstsein! Auch diese Erforschung sollte nicht vergessen werden.

    332. Die Feinstoffliche Welt entspricht in vielem der irdischen Welt. Sogar das Urbild der Jahreszeiten durchzieht das Bewusstsein der Feinstofflichen Welt. Darum sind auch die Formen von Pflanzen, Bergen und Wasserflächen der Feinstofflichen Welt nicht fremd, allerdings in verklärtem Zustand. Das Herz, das die Feinstoffliche Welt kennt, kennt auch die Blumen, die Berge, den Schnee und die Meere. Die Blumen gedeihen in einem Formenreichtum, ihre Farben sind jedoch unsagbar komplizierter als die irdischen; der Schnee weißer und kristallener sowie dichter als der irdische. Man kann beginnen, die ganze Struktur der Höheren Welt zu erkennen; so wird ein Mensch, der sich auf Erden ein klares und wohlwollendes Bewusstsein geschaffen hat, auch in der Feinstofflicher Welt ein guter Baumeister sein. Anstatt Verunstaltungen wird der Mensch schöne Ebenmaße und Rhythmen mitbringen, die der Herrlichkeit der Unbegrenztheit entsprechen.


Ist die Pflicht des Geistes so übermäßig, wenn er das Herz vervollkommnte? Denn nur das lichttragende Bewusstsein des Herzens wird den feinstofflichen Körper in die Höchsten Gefilde empor tragen. So erfüllt jeder, der sein Herz vorbereitet und die Herzen seiner Nächsten erhebt, schon den Willen Dessen, Der ihn aussandte! Fragt man euch, ob das Herz nicht ein Ballon ist, da es sich erheben kann, so antwortet, dass der Scherz der Wahrheit sehr nahe kommt. Wahrhaftig, die Herzenergie gleicht merkwürdigerweise tatsächlich dem Helium und anderen feinsten Gasen, so dass es der geistigen Wahrheit sehr nahe kommt, sich den Aufstieg des Herzens so vorzustellen.

    333. Wer könnte in seinem Herzen nicht die Schönheit des Aufstiegs begreifen? Wer wird nicht im Herzen die Last der Rückkehr in ein vorübergehendes, gefahrvolles, beengendes Haus empfinden? Deshalb sollte man die Höhere Welt erkennen, um entzückt zu werden und mit seinem ganzen Wesen aufzusteigen. Kann man aus dem Fenster des beengten Hauses schauen, ohne an die Höchsten Welten zu denken? Und das Herz wird einen den Pfad Christi entlang wie zur Stufe der Verklärung führen. So werden wir die Pforten des engen Hauses erschließen! Jede Bewusstseinsverschmelzung bedeutet schon offene Pforten.

    334. Fragt einen klugen Menschen, was ihn am häufigsten vor Gefahr warnte, ihn vor Irrtümern und Abschweifungen bewahrte? Ein ehrlicher Mensch wird sagen, das Herz. Er wird weder das Gehirn noch den Verstand nennen. Nur ein einfältiger Mensch wird auf herkömmliche, verstandesmäßige Schlussfolgerungen bauen. Das Herz ist vom Gefühlswissen durchdrungen. Wir haben diese Begriffsbestimmung vor langem erklärt, doch jetzt kehren wir auf einer anderen


Spiralkurve zu ihr zurück. Wir haben die Disziplin des Herzens, die Hierarchie, erwogen und haben über die Unbegrenztheit nachgedacht. So erwies sich Gefühlswissen nicht als eine Art vage Intuition, sondern als Ergebnis geistiger Disziplin mit dem Verstehen der Bedeutung des Herzens. So führt auch die Schüler. Werft zuerst, als weitreichendes Netz, den notwendigen Begriff aus, dann zieht die Enden des Netzes vorsichtig ein, um jenes, was ihr sucht, völlig zu umgarnen. Nicht ohne Grund wird oft auf das Symbol des Fischers, der das Netz auswirft, hingewiesen. Das Herz ist nicht so leicht einzufangen! Es ist nicht leicht, die Sprache des Herzens als Wirklichkeit anzunehmen. Zeit, Hingabe und Streben sind erforderlich, um Verständnis für die Äußerung des Herzens zu erlangen.

    335. Wer inmitten des Schreckens der Zügellosigkeit an das Herz denkt, wird beweisen, dass dieser Gedanke seit langem in ihm wohnt. Ihm kann man in hohem Maße vertrauen, denn er erlangte schon Erkenntnis und bewahrte so den Geist vor der Verderbnis des Verrats. Seid gewiss, dass der Mensch, der den Keim des Verrats in sich trägt, den Schatz des Herzens nicht kennt. So speichert die feinsten Vorstellungen inmitten der Schrecknisse der Finsternis! Das Hören und Sehen des Herzens sind gewaltig.

    336. Geistlose Klügelei gilt als bestimmte Form des Gegenpols zur Errungenschaft des Herzens. Klügelei ist eine Form von Magie, aber Magie ist der Gegenpol des Wohlwollens. Wir müssen sowohl Magie als auch Klügelei ganz erkennen, weil sie mit der Persönlichkeit, dem "ich", dem Egoismus in so engem Zusammenhang stehen. Geistlose Klügelei kommt vom "ich"; Magie widerstrebt dem Höchsten. Doch sowohl Errungenschaft des Herzens


als auch des Wohlwollens sind dem Wesen nach keine Ichsucht, mit anderen Worten kein beschränktes Beginnen. Das Stachelschwein stellt seine Stacheln von selbst auf, und es ist schwierig, es von oben anzufassen. Jeder Streitsüchtige beraubt sich der erhabenen Verbindung nach Oben. Verwechseln wir Vernunft nicht mit herkömmlicher Klügelei. Die Vernunft führt zur Weisheit, mit anderen Worten zum Herzen. Aber ein Wurm argumentiert, wenngleich er mit Mühe über den menschlichen Pfad kriecht. Lasst uns deshalb auf der Errungenschaft des Herzens bestehen. Denn dort befindet sich der Schrein der Entzückung, der mit Gold nicht erworben werden kann.

    337. Ihr habt das Herz vor euch, das auf alle Erscheinungen kosmischer Bestätigung erklingt. Ist das nicht ein universelles Bewusstsein? Wahrhaftig, durch diesen Pfad wird die Verklärung des Lebens erneut vertieft. Dadurch kann man beobachten, wie diese Erscheinungen allmählich die üblichen Wandergefährten der Zukunft werden. Beachtet, wie Armageddon wirkt. Wenn sich die Tiefen der Erde erheben, kann der verstärkte Aufruhr der Naturelemente nicht unbeachtet bleiben. Wenn Wir zur Vertiefung der Gedanken aufrufen, bieten Wir ein wertvolles Heilmittel für den Ausgleich des Chaos. Der Lehrer behält das Wissen nicht für Sich, bei der ersten Gelegenheit wappnet Er einen gegen das Chaos. Die Wahnsinnigen versuchen, die Kräfte des Chaos gegen Uns aufzuwiegeln, ohne sie selbst zügeln zu können. Man muss verstehen, dass Chaos nicht nur durch physische Erschütterungen der Erde in Erscheinung tritt, sondern auch in der Welt psychischer Energien. Es ist nicht schwierig, psychische Wahnsinnstaten zu steigern, aber wie lenkt man sie? Toren erkennen nicht, wie schlecht ihre Verbündeten sind; ihr Wunsch besteht allein darin, den Pfad des Aufstiegs zu erschweren.


Man kann staunen über die Art in der sie alle verderblichen Maßnahmen antreiben, als bedürften sie nur Ruinen.

    338. Man muss ungeheuren Mut aufbringen, um inmitten von Zerstörung die Kräfte des Herzens zu entfalten. Würde man nicht die Notwendigkeit dieser Metamorphosen für alle Welten kennen, würde man meinen, die Errungenschaften des Herzens seien nutzlos. Aber zum Glück sind sie für alles Bestehende notwendig. Deshalb sollte man selbst im Staub der Zerstörungen die Festungen des Herzens errichten

    339. Die Lehre des Herzens wurde manchmal Surya-Vidya genannt. In dieser Begriffsbestimmung wurde auf die Feurigkeit, die Sonnenhaftigkeit, den Mittelpunkt des Herzens hingewiesen. Wahrhaftig, jeder, der das Herz erkennen will, kann sich ihm nicht als bloßen Bestandteil des Organismus nähern. In erster Linie sollte man den zentrifugalen Aspekt des Herzens erkennen und von diesem nach außen studieren, aber nicht nach innen zu ihm. Der Solarplexus ist die Vorhalle vom Tempel des Herzens; Kundalini selbst ist das Laboratorium des Herzens. Das Gehirn und alle Zentren sind die Güter des Herzens; denn nichts kann ohne das Herz bestehen. Sogar das Gehirn kann zu einem gewissen Grad vervollständigt werden. Sogar Kundalini kann von einer Art Elektrizitätserscheinung genährt werden, und der Solarplexus kann vom blauen Licht gestärkt werden. Das Herz aber gilt als der Tempel der Menschheit. Man kann weder über das Gehirn noch durch Kundalini an die Einheit der Menschheit denken, aber die Ausstrahlung des Herzens vermag sogar über weite Entfernungen hin die scheinbar unterschiedlichsten Organismen zu vereinen. Dieses


Experiment der Vereinigung von Herzen über Entfernung hin erwartet seine Arbeiter.
    Der Wunsch, mit langwierigen Versuchen zu beginnen, ist durchaus richtig, denn über sie kann man ein weiteres Band zwischen den Generationen knüpfen.

    340. Manche werden spalten, aber Wir werden vereinen, denn die Theorie des Brennpunkts ist in der Einheit zu finden. Früher verwiesen Wir auf den Brennpunkt der Hierarchie, aber jetzt ist es notwendig, sich auf das Herz zu konzentrieren, als den Kanal zur Hierarchie. So wird niemand sagen, dass Hierarchie keine Wirklichkeit sei, weil es keinen Zugang zu ihr gibt. Wahrhaftig, das Herz als Vermittler ist der echteste Zugang - dasselbe Herz, das unermüdlich pocht und pulsiert, damit die Menschen es nicht vergessen - das zarteste, das angespannteste, das dem Nahen und Fernsten zugänglichste.

    341. Entartung, Verfettung, Erweiterung des Herzens entstehen infolge unzuträglicher Lebensweise. Herzkrankheiten haben selten karmische Ursachen. Herzerweiterung kann von guten aber ungenutzten Potenzen herrühren. Die Herzverfettung allerdings ist ein unentschuldbarer Zustand; denn jede Verfettung kann zu Beginn unterbunden werden. Arbeit ist das beste Gegenmittel bei Neigung zur Verfettung. Man sollte wenigstens eine leichte Herzhygiene befolgen. Bestrebtheit zur Arbeit ist das beste Herzstärkungsmittel. Nicht Arbeit, sondern der Abbruch des Herzstrebens wirkt verderblich. Natürlich, starke feindliche Pfeile sind ebenfalls schädlich, aber für diese Wunden kennt ihr


den Balsam Hierarchie. Aber die Anwendung dieses Balsams muss von Dauer sein! Es ist entschieden ein großer Fehler, das Vorhandensein solch eines Heilmittels zu vergessen.

    342. Gleich schädlich ist jeder Verrat. Man sollte nicht vergessen, dass offener Verrat oft nicht so schwerwiegend ist wie geheimer. Meistens bekennt sich der Verräter sogar sich selbst gegenüber nicht zum begangenen Verrat. Die Abschätzung solch feinstofflichen Verrats ist höchst kompliziert. Durch das Eingeständnis des Verrats entladet der Verräter wenigstens teilweise die von ihm hervorgerufene Spannung. Aber noch abscheulicher wäre es gewesen, hatte Judas nicht bekannt.

    343. Der feurige Körper kann manchmal auch über einer physischen Hülle sichtbar sein. So beginnt unter bestimmter Spannung der Manifestationen des Raumfeuers der feurige Körper scheinbar in kleinen Feuern über dem physischen Körper aufzuleuchten. Dieser feinstoffliche feurige Zustand kann selten gesehen werden. Nicht nur das Auge ist unfähig, diese winzigen Lichter aufzunehmen, sondern auch die Kraft des Blickes löscht scheinbar diese feinstofflichen Blitze. Kosmische Erscheinungen, wie solche vulkanischer Eruptionen sowie andere feurige Erscheinungen fördern die Phänomene des feurigen Körpers. Diese Erscheinung hat nichts gemein mit den Feuern der Aura oder mit äußeren Feuern, wie das St. Elmsfeuer27 Ur.28 wurde heute mit den Flammen des feurigen Körpers bekannt. Nicht Schmerzen, sondern kosmische Zerstörungen lieferten die Hinweise auf den feurigen Körper. So wurden die Symptome der Verbindung mit den kosmischen Erscheinungen vermehrt. Eruptionen im


Mikrokosmos können nicht nur Eruptionen der Drüsen, sondern auch die Feuer des feurigen Körpers hervorrufen.

    344. So kann man die feinstofflichen Erscheinungen allmählich vermehren. Ich bestätige, dass es leicht zu arbeiten ist, wenn Einheit herrscht. Die Lehre ruft oft vergeblich zur Bewusstseinsvereinigung auf, aber die Menschen betrachten dies als einen unanwendbaren idealistischen Aufruf. Indes gleicht diese wirkungsvolle Tätigkeit vielen mächtigen Energien. Warum deshalb die feinstofflichsten Energien belasten, wenn der Mensch mit so mächtiger Waffe ausgerüstet ist?

    345. Das Öffnen des Herzens ist auch deshalb bedeutsam, weil es das Erkennen kosmischer Fristen ermöglicht. Daher wird sich die Offenbarung trüber Vorahnungen ohne das Herz niemals in die Gestaltung von Ereignissen verwandeln. So kann man ohne die Anteilnahme des Herzens ferne Ereignisse nicht fühlen. Zum Beispiel muss sich gerade jetzt die Vernichtung ganzer Strukturen der Feinstofflichen Welt im Herzen stark widerspiegeln. Diese Vernichtungen sind nicht nutzlos, denn Anhäufungen sollten die Vervollkommnungsfähigkeit nicht behindern. Man sollte nicht erstaunt sein, dass auch feinstoffliche Formen vernichtet werden können, um durch nachfolgende ersetzt zu werden. Aber für solche Erschütterungen ist die Anwendung von Feuer erforderlich; solch feuriges Opfer errichtet eine neue Stufe, aber für die physische Welt ist sie äußerst schwierig.
    Dieser Begriff sollte allmählich erweitert werden, sonst könnten sogar erfahrene Krieger verwirrt werden. Doch lasst uns mit dieser nie dagewesenen Anspannung vertraut werden. Lasst uns feinfühlig sein zueinander. Nicht ohne Grund warnten Wir einmaligen Zeit.


    346. Man sollte auch nicht vergessen, dass alle Einzelheiten dieser Zeit einen höchst verworrenen Aspekt annehmen. Die Menschen sollten nicht im gewohnten Denken verharren, wenn selbst die Luft ungewöhnlich ist. Man muss die Schwierigkeiten der Zeit hinnehmen und Sündhaftigkeit bewahren. Trost liegt darin, dass wir die Zukunft gedanklich bejahen können. So haltet durch, denn außer dem Faden des Herzens gibt es nichts.

    347. Dem Wissenschaftler steht eine große Aufgabe bevor - die Verwandtschaft zwischen einer vulkanischen Eruption und den Formen der Feinstofflichen Welt festzustellen. Aber dies wird ebenfalls bald verstanden werden.

    348. Zufriedenheit mit jedem physischen Zustand und unersättliches Aufwärtsstreben des Herzens ist der Rat eines feinfühlenden Arztes. Man sollte nicht meinen, vollkommene Ethik hänge nicht mit Medizin zusammen. Man sollte nicht meinen, dass nur der Gedanke den physischen Zustand hemmen kann. Das wäre einseitig. Wir leben in einem chemischen Laboratorium und bilden selbst einen Teil davon. Die Alten sagten von einer Person, die ernstlich krank war, "sie müsse zum Feurigen Berg getragen werden". Damit verstanden sie zweierlei: Zum ersten die Mahnung an den feurigen Körper, der keine Krankheit kennt, zum ändern eine rein physische Bedeutung, denn das Feuer von Eruptionen enthält eine besondere Verbindung von Energien, die bestimmte Nervenzentren anregen können. Es kann nicht anders sein, da die Flamme des Herzens auf die entferntesten unterirdischen Feuer reagiert. Inwieweit die Flamme des Herzens den unterirdischen Strom steuert, muss ebenfalls erforscht werden. Wie Organismen eines bestimmten Naturelementes


unterirdische Gewässer wahrnehmen können, so fesselt feurige Menschen natürlich die Vereinigung mit dem Feuer. Gerade dieses Naturelement bedarf ungeheurer Beobachtung.

    349. Man sollte auch die Anhäufung von Weltereignissen beobachten. Man kann eine ungewöhnliche, rasche Progression zusammenbringen. Die Ereignisse zwängen sich ins ganze Leben hinein und nicht der Krieg als solcher, wie vermutet, sondern der Konflikt aller Naturelemente lasst das Leben nicht als Märchen erscheinen. Es ist genauso wie bei früheren Katastrophen, als die Menschen die vorhandenen Zustände nicht bemerken wollten.

    350. Gleichzeitig mit dem Druck kann man eine scheinbare Leere verspuren. Dieses Gefühl sollte sehr sorgfältig beachtet werden. Es weist auf bestimmte Zeiten der Verteidigung hin, die das Herz vor vernichtenden Schlägen schützen, eine Art Verteidigungspanzer. Diesen Zustand sollte man kennen. Die einen betrachten dieses Gefühl als Absonderung und sind unnötig betrübt; andere betrachten dieses Gefühl als das Ende der Gefahr und geben ihre Wachsamkeit auf. Beide verhindern den Energiestrom. Doch der bereits erfahrene Krieger schätzt diesen Schild, der seine Kraft so sehr behütet. Ihr wisst bereits, dass die Schläge auf die Aura für die Augen und die Ohren besonders schmerzhaft sind, aber sie können auch als Schnitt- oder Stoß-wunde empfunden werden. Diese Gefühle sind in den Schultern, im Nacken und im Unterleib besonders schmerzhaft. Auch beim Öffnen der Stigmata-Wunden sind diese Gefühle spürbar, wenn die Herzenergie ein verdichtetes Fohatteilchen zu dieser bestimmten Stelle lenkt und das Zellgewebe der Haut verletzt wird. So


bietet die Verschmelzung des Herzens mit der Energie der Seligkeit die stärkste Verbindung.

    351. Chaos wird nicht begriffen; die einen betrachten es als vom Manifest getrennt, andere verstehen es gänzlich als Abstraktion. Doch wurden die Menschen erkennen, wie vielfältig sich Chaos ins Dasein drängt, sie würden begreifen, wie notwendig es ist, Vorsicht walten zu lassen. Jeder Missklang, jede Zersetzung, die nicht augenblicklich aufgehoben werden, tragen die Flut des Chaos der vernichtenden Naturelemente mit sich. Um das Chaos wahrzunehmen bedarf es daher keiner Teleskope; die Menschen können das wahre Chaos sehr nahe an sich studieren und spüren. Wahrhaftig, das Herz erbebt vom vorhandenen Chaos. So können wir uns wieder dem Herzen zuwenden.

    352. Der Verfolgte zieht seine Verfolger hinter sich her; daher ist die Wahrheit über das Vorrecht des Verfolgten alt. Sie begreifen heißt, den Pfad des Verfolgten betreten. Viele Verfolger wandten sich dem Pfad der von ihnen Verfolgten zu, denn die ganze Verfolgung eines vorgeschriebenen Pfades übte eine gewisse Anziehung auf sie aus. Deshalb geben Wir dem Pfad der Verfolgten den Vorzug.

    353. Das Herz denkt, das Herz bestätigt, das Herz vereint. Man kann immer an die Bedeutung des Herzens erinnern, das vom Gehirn so lange überschattet war. Das Herz wird als erstes schaudern, das Herz wird als erstes erbeben, das Herz wird als erstes vieles erkennen, ehe der Verstand zu überlegen wagt. Können wir, ohne den gewundenen Weg des Gehirns zu unterminieren, die unmittelbare Errungenschaft des Herzens stillschweigend missachten, den pfeilähnlichen Strahl, dem das Wunder Herz gleichkommt?


So möge man sich im Herzen vereint gegen alle Angriffe des Bösen schützen. Nur mit dem Herzen kann man das braune Gas spüren und die Erstickung rechtzeitig verhindern. So wird auch auf dem Feld Armageddon das Herz Sieger bleiben. Daher rate Ich, das Herz, als das vernichtende Schwert alles Bösen, zu bewahren.

    354. Von Unserem Standpunkt aus ist jede Vivisektion am Herzen unzulässig, und genauso unmöglich ist es, im lebenden Organismus nach dem "Ringse" zu suchen. Aber bei der Entwicklung des Herzens kann man viele psycho-physiologische Erscheinungen beobachten. So bringt das feurige Herz auf dem oberen Gewebe einen lichten Fleck hervor, der sich bei Zunahme des Feuers beinahe in Weiß steigert. Die Alten nannten diese Erscheinung die "Heilige Asche". Dies hat mit einer Vergrößerung des Herzens nichts zu tun, sondern bezieht sich auf seine Verfeinerung. Man möge auch verstehen, warum es unmöglich ist, ein am Herzen eines Tieres ausgeführtes Experiment mit einem solchen am Herzen eines Menschen zu vergleichen. Wenn das menschliche Herz der Altar des Bewusstseins ist, so muss es sich natürlich in bestimmten Funktionen vom Herzen eines Tieres unterscheiden. Darüber hinaus wäre eine gewaltsame Aufrechterhaltung der Herztätigkeit nach Austritt des feinstofflichen Körpers ein wirkliches Verbrechen. Jeder künstliche Herzschlag zieht den feinstofflichen Körper wiederum an und schafft den unzulässigen Akt der Zersetzung und Qual.

    355. Die Rettung des Herzens liegt durchaus nicht in der Vivisektion. Man kann mit einem Strahl operieren, der eine Schwingung erzeugt, die sich als Vereisung bekundet. So sollte man das menschliche


Herz mit weit zarteren Methoden behandeln, als es aufzuschneiden. Natürlich kann es Fälle von Verwundungen geben, aber diese sind Ausnahmen.

    356. Es wird erzählt, wie ein Yogi in einem Moment von Spannung ein Gefäß mit Wasser erhob und es zerbrach. Als man ihn über den Grund dieser Zerstörung befragte, antwortete er: "Anderenfalls wäre mein Herz zersprungen." Solche Entladungen gibt es in allen Zuständen. Die Spannung des Herzens kann sich derart steigern, dass es unumgänglich ist, im Raum eine Handlung zu vollführen, um die notwendigen Zustände aus der verdichteten Sphäre zu befreien. Solche Gerinnung kann äußere Ursachen haben, aber sie kann auch von innen ausgehen, genau wie bei kosmischen Störungen. Daher sollte man die Eingebungen des Herzens behutsam überwachen. Es spürt und widerspiegelt auch unsichtbare Vorgänge derart, dass man in Übereinstimmung damit die ganze Geschichte des Unsichtbaren niederschreiben kann. Eine Beziehung zwischen seismischen Ursachen und den Kataklysmen der Feinstofflichen Welt festzustellen ist schwierig, doch das Herz reagiert auch auf sie.

    357. Um das aus verschiedenen Gründen angegriffene Herz wiederherzustellen, verwenden Wir Schwingungen. Wenn Mahavan den irdischen Ursachen entspricht, so sind die Schwingungen der "Silbernen Brücke" bei Störungen in der Feinstofflichen Welt notwendig.

    358. Ihr wisst bereits, wie langsam das Bewusstsein wächst; ebenso langsam wandelt sich die Wohnstätte des Bewusstseins - das Herz. Daher sollte man erkennen, dass wer nicht an das Herz denkt, auch keine Fortschritte in der Bewusstseinserweiterung erzielen wird.


Es ist wahr, seinem Wesen nach ist das Herz von den höchsten Sphären nicht getrennt, doch dieses Potential sollte umgewandelt werden. Wie viele Strahlenbrechungen treten in einem Herzen auf, das nicht durch das höchste Denken geläutert ist! Viele wertvolle Sendungen nehmen hässliche Umrisse an; nur weil das Herz verwahrlost blieb. So viele der besten, der feinstofflichsten Schattierungen und Gefühle werden dem vernachlässigten Herzen fernbleiben. Wird in einem unreinen Herzen die Bosheit nicht ihr Nest bauen? Lasst uns diese Worte nicht als abstrakte Belehrung auffassen, das Herz muss erzogen werden. Man kann das Gehirn nicht ohne Verfeinerung des Herzens entwickeln. Die alte Metaphysik und die moderne Psychologie versuchen beide, das Herz zu erreichen, aber wie kann ein Lehrfach das Herz erreichen, in dem das Wort "Herz" nicht erwähnt wird?!

    359. Es sollte ein eigenes Lehrfach - Herzenskunde -eingeführt werden. Das einfachste Dienstmädchen versteht das vom Herzen ausgehende liebevolle Gespräch. Für einen Wissenschaftler schiene es weit einfacher, diesen Begriff zu erweitern. Die Geschichte der Menschheit selbst bietet vergleichende Aufzeichnungen über Schaffende des Gehirns und solche des Herzens. Werden diese Bildnisse der Heldentat und der Helden der Selbstlosigkeit nicht die beste Vervollkommnung des Herzens bieten?

    360. Wenn Ich vom Herzen spreche, so kann man verstehen, warum Wir vor der Schlacht über die Hierarchie sprachen; denn in der Schlacht bestätigen Wir das Herz. Wahrhaftig, nur durch das Herz werdet ihr siegen.

    361. Die Anspannung der psychischen Energie kann in den Fingerspitzen scheinbare Krämpfe hervorrufen. Man kann leicht verstehen, dass die kochende Lava der psychischen Energie


einem Vulkan gleicht. Deshalb ist besondere Vorsicht geboten. Obwohl die Tropfen Meines Schweißes triefen, belastet Mich dennoch stärker!

    362. Die Wehmut ist eine Widerspiegelung des Armageddon; die Kraft des Zusammenpralls kann nicht verfehlen, das Herz zu bedrücken. Schaut um euch; gibt es da viel Erfreuliches? Man kann sogar beobachten, dass das Lächeln rarer geworden ist. Wundert euch nicht, denn sogar unwissende Gemüter spüren die Bedrückung, doch sie kennen die belastende Ursache nicht. Viele werden diese Worte völlig abstreiten, spüren aber dennoch die Last des Herzens. Verfeinerung des Herzens ermöglicht viele feinstoffliche Erscheinungen - zum Beispiel sowohl die Handberührung des feinstofflichen Körpers als auch viele Schmerzverhinderungen.

    363. Wenden wir uns erneut der Beschaffenheit des Pulses zu. Von verschiedenen Gesichtspunkten aus wird es notwendig sein, auf diesen unbestreitbaren Beweis der Bestätigung des Herzens oft hinzuweisen. Nicht so sehr der Pulsschlag als vielmehr die Beobachtung seiner Beschaffenheit wird das Bild über die Lebensfähigkeit des Herzens vermitteln. Bevor es gelingt, die Aura zu photographieren, kann man jetzt schon darangehen, den Puls nicht bei Krankheit, sondern bei guter Gesundheit zu beobachten und zu vermerken, welche Gefühle Pulsveränderungen bewirken und genau wie. Wenn die Aura den Beweis über das Vorhandensein einer Krankheit liefert, so bietet die Beschaffenheit des Pulses die ganze Skala von Einwirkungen. Aber die Aura ist für die meisten etwas Transzendentales, wohingegen der Puls eine völlig physische Erscheinung bietet. Doch wie sorgfältig und vorsichtig sollte man das Studium des Pulses verstehen. Die Ärzte von heute nehmen von der Beschaffenheit des Pulses kaum Notiz. Wir werden noch öfter auf das Studium des Pulses zurückkommen, wenn wir an Schwingungen denken.


    364. Um durch Schwingungen zu heilen, ist es unbedingt erforderlich, die Beschaffenheit des Pulses zu kennen, worauf sonst könnte die Anwendung verschiedener Schwingungen basieren? Ihr selbst wisst bereits, wie unterschiedlich Schwingungen sind, und welche Wirkungen sie hervorrufen. Es ist keine Übertreibung zu sagen, dass das Herz viele Gefahren nur durch Schwingungen übersteht. So sprechen wir an einem Tag von der das Herz heilenden psychischen Energie, aber am ändern erinnern wir an physische Erscheinungen, die, wie es scheint, allen zugänglich sind. Letzteres bezieht sich ebenfalls auf das Herz, auch auf seine Schmerzen, und diese kann man nur durch die Verbindung mit dem Herrscher überwinden.

    365. Wenn ihr einem Bigotten begegnet, wisset, dass er nicht des Herzens ist. Wenn ihr einem Abergläubischen begegnet, wisset, dass er nicht des Herzens ist. Wenn ihr einem Ängstlichen begegnet, wisset, dass er nicht des Herzens ist. Nichtsdestoweniger werden diese ungebetenen Gäste das Wort Herz auf den Lippen führen. Es ist höchste Zeit, alle Herzensgaukler auszuschalten, damit sie nicht mit menschlichen Herzen spielen. Es sollte erforscht werden, wann das Herz durch Ichsucht und Rohheit getrübt ist. So kann man durch die Beobachtung des Pulses den Schätzen des Herzens näher kommen. Gleichfalls kann man fühlen, wann das Herz schweigt und es die Rufe nicht erreichen. Viel Arbeit ist für Gedankenübertragung auf Entfernung aufgewendet worden - auch dafür kann der Puls dienlich sein. Mit seiner äußersten Feinfühligkeit kann der Puls eine Gedankenübertragung sogar vor ihrer Verwirklichung aufspüren. Auf diese Weise kann man sich erneut davon überzeugen, wie viele höchst feinstoffliche Möglichkeiten der Organismus bietet, von denen sich die Menschen nur ein unklares,


physisches Bild geschaffen haben. Diese Verrohung häufte sich bereits seit Tausenden von Jahren an, und das Licht des Körpers entfernt sich immer mehr vom Feuer.

    366. Erlebt ihr ein Gefühl des Strebens und des Voraussehens, deutet es nicht für die nächsten Tage. Ihr fühlt oft, wie die Grundlage auf der notwendigen Bestätigung beruht. Dieses Gefühlswissen hat nichts zu tun mit dem Erfolg von morgen; im Gegenteil, es zeugt davon, das etwas Größeres bereits bestimmte Form annimmt. Gewöhnlich leiden die Menschen unter eigener Unangemessenheit. Oft behindern sie durch ihre vorgefassten Meinungen den Strom der sich schon gestaltenden Ereignisse. Trost liegt nicht im Morgen, sondern in herrlicheren Zeiten. Aber das Gefühlswissen hat recht.

    367. Würde man alle für die Selbstvervollkommnung nachteiligen Handlungen in ein Buch zusammenfassen, konnte man sich leicht davon überzeugen, wie einfach es ist, sie zu vermeiden. Man kann sehen, aus welch nichtigen Handlungen sich dieses Übel anhäuft. Ist es so schwierig, sich im Leben von unbedeutenden Gewohnheiten zu befreien? Ist es so schwierig, kleine, den Körper vergiftende Übel loszuwerden? Schämt sich das Kind nicht seiner ersten Lüge? Das Herz des Kindes wird nur durch Gewohnheit verhärtet. Daher nennen wir Gewohnheiten die Schwielen der Seele. Wer kennt nicht die Warnung des Herzens vor jeder unwürdigen Tat? Diese Warnungen des Herzens sind die besten Mahnrufe, aber die Menschen gebieten dem Herzen oft, zu schweigen. Das ist ein großes Verbrechen - gleich groß wie das Durchtrennen der Leitung, die dem Nächsten Rettung bringt.

    368. Einigkeit ist das erste Zeichen dafür, dass die Lehre


kein leerer Schall ist. Die Lehre ist ein Licht auf dem dunklen Pfad. Es sollte begriffen werden, wie oft es der Vorsicht bedarf, weil das Megaphon des Raumes jeden Ton verstärkt. Die geringste Reizbarkeit verwandelt sich zum Jubel der Feinde, in einen Wirbelwind. Der Feind hat eine neue Freude zu verzeichnen - trotz der Lehre handeln die Menschen in ihrer gewohnten Art.

    369. Ich sprach bereits von der Bedeutung der harmonischen Arbeit, durch welche sogar Maschinen nicht abgenutzt werden. Man mag sich die wohltätige Energie vorstellen, die von vereinter Arbeit ausgeht. Man kann erstaunliche Beobachtungen machen, wenn harmonische Bewusstseine in. Gruppen zusammengefasst werden. Regierungen sollten solche dem Bewusstsein gemäße Arbeitseinteilungen in Erwägung ziehen. Solch eine Unterteilung könnte die beste Seite politischer Wirtschaftlichkeit schauen. So sollte man sich dem Wesen der Tat zuwenden und nicht, den Nachahmungen veralteter Dogmen.

    370. Wenn unerschütterliches Streben und Erkenntnis der Rechtschaffenheit angetrieben werden sich zu vereinen, wird das Schöpferische Kreuz errichtet. Zweifellos erweckt gerade solch ein Umstand den Ärger der Finsternis. Ihr kennt sämtliche Beinamen, mit denen die Menschheit Kreuzträger belohnt. Aber ihr wisst auch, dass dies der kürzeste Pfad ist. Der Verstand der Menschen sieht dort Eigennutz, wo es Selbstlosigkeit gibt - genau wie in konvexen Spiegeln.

    371. Ich sprach bereits von der Bedeutung der den Raum durchdringenden Strahlen und Ströme. Es schiene, als wären solche Überlegungen wissenschaftlich nicht schwer zu überprüfen. Warum


wird die von jedwedem Strahl und gewaltsamer Sättigung durchdrungene Atmosphäre nicht überprüft? Man könnte sich davon überzeugen, dass die Atmosphäre übersättigt werden kann. Diese gewaltsame Übersättigung der Atmosphäre muss natürlich anormale Ergebnisse zeitigen. Der Mensch kann nicht ständigen Blitzschlägen oder ständigen Schauern von Arsen oder einem anderen Gift ausgesetzt werden Neben medizinischen Überlegungen sollte an das Kreuzen der Wellen gedacht werden. Sogar die einfachste Drehung eines Gegenstandes erzeugt gewaltige Störungen. Wie sehr muss dann die Wellenbrechung auf das menschliche Herz einwirken! Aber scheinbar denken die Menschen an nichts anderes als an ihre eigene Statur.
    Sicherlich ist die Ursache vieler Krankheiten in der Atmosphäre zu suchen, aber Übersättigung und Vergiftung wirken besonders auf das Herz und die Gehirnreflexe. So sollte man keine Energien wecken, ohne deren Einflusssphäre zu kennen.

    372. Ihr beginnt schon über Themen wie Astrophysik und Astrochemie nachzudenken. Es wäre Zeit, darüber nachzudenken, wie diese mächtigen Einwirkungen das Wesen der Menschen beeinflussen. Bald wird man darangehen, die mächtigen Hebel der fernen Welten für die Lebens Verbesserung heranzuziehen. Aber bei der ganzen Fülle von Möglichkeiten muss allem das Element Herz beigefügt werden. Die Offenbarung der feinstofflichen Energien des Herzens verwandelt den Chemismus der Strahlen. Man kann sich kein chemisches Laboratorium ohne die Mitwirkung des Herzens vorstellen. Sobald der menschliche Gedanke das Herz als Antrieb anerkennen wird, nicht als egoistisches


persönliches Instrument, sondern als Mitarbeiter der feinstofflichsten Energien, wird das Leben sogleich seine vorherbestimmte Umgestaltung erfahren.

    373. Ist es nicht wahr, dass Einigkeit schwierig zu erlangen ist, trotz der Tatsache, dass sie als das für jeden äußerst notwendige Mittel vorgeschrieben ist? Es ist schwierig, Einigkeit sogar vorübergehend zu erfassen. Ist es nicht wahr, dass man durch Reizbarkeit leicht fortgerissen werden kann? Es ist nicht schwierig, die Epoche Armageddon und alles Bestehende zu vergessen, nur um dem Ärger zu frönen. So ist es weit von Reizbarkeit bis zur Astrochemie.
    Die das Herz durchdringenden Pfeile sind nicht das Ergebnis einfacher Nervenzusammenziehung, sondern eine weit tiefere Erscheinung, weil sie mehr geistigen Ursprungs sind. Wie viele menschliche Krankheiten sind auf mangelnde Zusammenarbeit zurückzuführen! Das Verständnis für Zusammenarbeit führt leicht zur Zusammenarbeit mit den Kräften der Natur. Wo ist die Grenze zwischen den Kräften der Natur und der Vergeistigung? Der Diener des Geistes muss geistige Allgegenwärtigkeit erlangen.

    374. Barmherzigkeit, Mitgefühl, Mitleid, Liebe und alle von Uns aufgezeigten wohltätigen Bestrebungen erweisen sie sich nicht als wunderbarer Verbindungspfad mit den höchsten Energien? Man sollte es sich zu eigen machen, diese hervorragenden Eigenschaften als wirksame Mittel zur Verbindung mit den höchsten Welten zu betrachten. Für einen Menschen, dem diese Eigenschaften ermangeln, wird die ganze Astrochemie Astro-Gift sein. Seit undenklichen Zeiten verstanden die Alchemisten die Bedeutung der vom Herzen ausgehenden lichttragenden vereinigenden Substanz. Deshalb schaffen die Emanationen des Herzens dauernd jene leuchtende Substanz, die wir eben als die Essens der psychischen Energie bezeichnen. Gewiss, auch die Gegenseite


versucht dieses Problem auf ihre Art zu lösen. Doch anstelle der leuchtenden Schöpfung des Herzens sucht man nach einer Schöpfung durch Sperma und versucht auf diese Weise, ebenfalls die vereinigte Substanz zu finden. Ich will ihre Namen nicht wiederholen. Die Zauberer der ersten drei Grade benutzen die Sperma-Substanz zur Vereinigung mit den räumlichen Energien. Es lohnt nicht, zu erklären, dass ihre gewaltsamen Maßnahmen nicht stark genug und zu langwierig sind. Sie können mit dem Feuer des Herzens nicht verglichen werden.

    375. Ein euch bekannter Yogi, der ohne sich zu schaden, das stärkste Gift einnahm, starb wegen geringer Verzögerung bei Anwendung der Herzenergie. Immunität ist im Herzen enthalten. Der Yogi überträgt gedanklich die Gifte ins Herz, das ihre Wirkung zunichte macht, indem es ihn mit dem räumlichen Feuer vereint. Aber dazu ist es notwendig, die Feuer des Herzens zu wecken, und ihr wisst, wie viel Zeit dies erfordert. Natürlich, die Einnahme des Giftes muss allmählich erfolgen. In dem euch bekannten Fall brauchte der Organismus sieben Jahre, um sich an die Zusammenarbeit mit den Raumfeuern zu gewöhnen. Nur eine Minute Verzögerung gereichte der Macht des Giftes zum Vorteil. Man darf nicht einen Augenblick zögern, das Bewusstsein dem Herzen zu übertragen.

    376 Manche Menschen fühlen das Herz in sich als etwas Abgesondertes. Solch eine Empfindung kann bei der Entwicklung der vereinigenden Substanz des Herzens sehr von Nutzen sein. Wollt ihr, dass das Herz einen bestimmten Einfluss umwandelt, musst ihr diese Aufgabe dem Herzen vor allem bewusst übertragen; ihr werdet fühlen,


dass das Herz als etwas Abgesondertes empfunden wird. Weder Schmerz noch Druck, sondern das Gefühl eines sich selbst erhaltenden Apparates wird das Vorhandensein des Herzens andeuten. So muss es sein, wenn das Herz fremde Einwirkungen in sich aufnimmt, um sie umzuwandeln und die Vergiftung des ganzen Systems zu verhüten.

    377. Ein Wissenschaftler könnte fragen, wie man Immunität des Herzens erlangt. Seine Frage wird berechtigt sein. Das Herz mit seiner völlig unbestrittenen Potenz wird sich nicht ohne bewusste Immunität, offenbaren. Das Gleichgewicht zwischen Herz und Bewusstsein verleiht der vereinigenden Substanz den Anstoß. Zu diesem Zweck kann der Wissenschaftler an zweierlei herangehen; zuerst möge er das Bewusstsein reinigen, weil der physische Ballast dem Bewusstsein nicht dienlich ist. Nur ein mittels Kunst und Befreiung von Knechtschaft gereinigter Gedanke kann das Erblühen des Bewusstseins fördern. Hier lenke Ich die Aufmerksamkeit auf die Befreiung von Knechtschaft. Gerade von jedweder Knechtschaft muss man sich befreien. Die zweite Forderung für den Wissenschaftler ist, das Herz als selbständigen Apparat zu fühlen und daranzugehen, die Reaktionen und Reflexe des Herzens zu beobachten. Dann werden sich die ersten Boten des Erfolgs einstellen - eben die Lichtsterne; sie werden noch weitere Beobachtung lehren.
    Bei allen Aufgaben sollte man stetige Wachsamkeit üben; diese Beweglichkeit ist für ferne Wanderer unerlässlich.

    378. Alle Arten von Pranayama sind ihrem Wesen nach


auf das Entfachen der Herzfeuer ausgerichtet. Natürlich, von den meisten, die Pranayama üben, erzielen nur sehr wenige positive Ergebnisse. Woran liegt das? Gewiss an einem gleichgültigen Verhalten zum Herzen. Es ist an eine schwierige Übung gedacht, und das Bewusstsein ist nach Berechnung und Veränderung der Körperbewegungen bestrebt, mit anderen Worten nach oberflächlichen Methoden. Doch keine irdischen Berechnungen werden den Talisman des Herzens entfachen. Ohne Sonne gibt es keine Sonnenenergie; so wird auch das Herz nicht ohne Bestrebung zum Brennpunkt entfacht werden. Somit ist es leichter, das Herz durch Verzückung zum Brennpunkt zu entfachen, als auf materielle Berechnungen zu vertrauen. Gewiss, als Hilfsmittel zur Beschleunigung der Ergebnisse ist weise Pranayama festgesetzt worden. Doch sobald das Mantram des Herzens seine Bedeutung verlor, verwandelte sich auch Pranayama in ein mechanisches Mittel gegen Erkältung. Deshalb lasst uns an das heilige Herz denken, als den Pfad zum Brennpunkt.

    379. Ruhe des Herzens bedeutet nicht Besänftigung des Herzens. Das lodernde Herz kann nicht besänftigt werden. Ruhe des Herzens bedeutet Festigkeit und Unerschütterlichkeit. Durch dieses Verstehen kann man die zu Nirwana führende Anspannung erlangen. Aber wie viele Stufen müssen mutig erstiegen werden, um die Unerschütterlichkeit des Herzens zu erkennen. Es ist leicht, bei scheinbarer Ruhe der Umgebung zu sprechen, aber das Stählen des Herzens sollte nicht in Untätigkeit gesucht werden. Tätigkeit besteht nämlich nicht im Händewinken, sondern in der Anspannung des Herzens.

    380. Natürlich, die vergangene Schlacht kann nicht


mit der Schlacht von Morgen verglichen werden. Man darf nicht glauben, dass Armageddon ein Durcheinander in der Küche bedeute. Nein, die größten Geschütze sind aufgefahren, und die schnellste Kavallerie ist eingesetzt. Wenn wir mit dem vergangenen Krieg Vergleiche anstellen, dann ist es, als verglichen wir Europa mit der ganzen Welt. Ich bringe diesen Vergleich, damit niemand denkt, die Gegenwart wäre alltäglich und leicht. Es sollte Unerschütterlichkeit erlangt werden, um in den Reihen des Rigden zu schreiten. Ihr besitzt ein Bild über diese Schlacht. So sollte man nicht vergessen, in welcher Zeit wir leben
    Zur Zeit gibt es niemanden, der nicht des Mutes bedürfte. Nur äußerster Unverstand munkelt, dass alles von selbst in Ordnung kommen wird - das kann nicht sein! Denn die Finsteren haben die Grundprinzipien in Bewegung gesetzt, ohne sie zu beherrschen. So sollte man in allem geeint voranschreiten. Man sollte verstehen, dass die geistige Spannung dieser Zeit nicht mehr in den Dimensionen der Feinstofflichen Welt verläuft, sondern schon an die Feurige Welt heranreicht. Der Lehrer gemahnt daran, dass die Herzen der Krieger des Armageddon nicht von Schrecken, sondern von Größe erfüllt sein sollten!

    381. Die Gedankenübertragung auf Entfernung sowie Fernheilung sind euch zur Genüge bekannt. Aber es ist notwendig, dies beharrlich zu wiederholen, weil die Menschen das Unbestreitbare am wenigsten gelten lassen wollen. Die Gedankenübertragung muss natürlich zugegeben werden, weil die Annahme der Sendungen über das Herz wesentlich erscheint. Sogar ein Telegraphenbeamte verwirrt die mechanischen Übertragungen, wie weit feinstofflicher muss daher der Empfang des Herzens sein. Außerdem wisst ihr, wie leicht ein fremder Gedanke das Bewusstsein durcheilt und trotz klarer Übermittlung vergessen wird. Das Herz


muss die unaussprechlichen Worte in sein Innerstes aufnehmen. So können auch die heilsamsten Ströme leicht übersehen werden, wenn wir uns ihnen im Bewusstsein widersetzen. Das ganze Bett kann von den Strömen erschüttert werden, aber das Klopfen kann zurückgewiesen werden. Es ist auch gut, wenn das Herz gutwillig begreift, dass inmitten der Wärme nicht ohne besonderen Grund eisige Ströme aufkommen. Um diese einfachen wissenschaftlichen Erscheinungen zuzugeben, bedarf es keines blinden Glaubens, sondern allein eines zugänglichen guten Willens.

    382. Allmählich werden viele feinstoffliche Erscheinungen zu gewohnten Lebensbedingungen. Eine solche ist die Verklärung des Lebens, und sie kann zum erhabensten Zustand führen, ohne dass man sich vom Leben entfernt. Ihr selbst wisst, wie man auf Entfernung Zwiesprache halten kann, und ihr habt öfter als einmal eine ganze Batterie verschiedener Ströme erlebt. So wisst ihr auch, wie die Ströme allmählich zunehmen und wie sogar sehr gefährliche Fälle durch Unsere Ströme auf Entfernung geheilt werden.

    383. Unter einer Unzahl von Strömen sind die äußerst kühlenden und feurigsten die stärksten. In Tibet hat Ur. die feurigen Ströme erlebt und nachher die kühlenden.
    Für die feurigen Ströme wenden die Lamas eine von ihrem Lehrer völlig übertriebene Methode an, aber wie ihr seht, kann man unmittelbar vermittels des Herzens vorgehen. Der Lehrer lenkt die Ströme, aber das Herz des Lehrers selbst bedarf manchmal einer kohäsiven Substanz; dann ist die Energie des Schülers von besonderer Bedeutung. Der Lehrer muss sehr dankbar sein, wenn die geläuterte Energie des Schülers in einer mächtigen Spirale aufsteigt. Das


wird das Rad der Zusammenarbeit genannt. So ist auch der Lehrer immer bereit, den Energievorrat zu teilen, der Schüler jedoch muss darauf bedacht sein, ein geläutertes Herz zu haben.

    384. Der Vorgang beim kühlenden Strom ist dem Auflegen eines Eisstückes auf den Körper zu vergleichen. Allerdings lässt der Rhythmus der Ströme an eine Art Kühlapparat denken. Solch eine Schwingungsbewegung ruft nicht nur ein äußeres, sondern auch ein inneres Durchdringen hervor.

    385. Strebt in die Zukunft. Die gegenwärtige Zeit muss als Brücke über einen tosenden Strom betrachtet werden. Es ist nicht notwendig, das Bewusstsein an abwegige Bedingungen zu knüpfen - sie sind nur das Gestrüpp auf der Brücke. Menschliche Missgeschicke ergeben sich gewöhnlich im Verhältnis zur Verzögerung, verursacht durch Beachtung der zu meidenden flüchtigen Stöße. Jeder Führer ist bestrebt, nicht aufgehalten zu werden.

    386. Das Herz ist seinem Wesen nach ein höher wirkendes und schenkendes Organ; daher entspricht jedes Geben der Natur des Herzens. Jede echte Lehre gebietet das Geben. Gerade solch eine Bekräftigung erweist sich als nützlich, weil das Herz ohne zu geben, nicht leben kann. Natürlich muss das Geben richtig aufgefasst werden. Man darf darunter nicht nur das Spenden von Geld oder nutzlosen Gegenständen verstehen. Die wahre Gabe ist die Gabe des Geistes. Möge jedes Herz Ströme von geistigen Gaben ergießen. Nicht ohne Grund sagt man, jeder Herzschlag ist ein Lächeln, eine Träne und Gold. Das ganze Leben fließt durch das Herz. Man muss es verstehen, dem Herzen ständig Arbeit zu geben. Nichts vermag das Herz derart zu verfeinern, wie


unbegrenztes geistiges Geben. Gewöhnlich wird das geistige Geben nicht geschätzt, wie alles Unsichtbare nicht geschätzt wird. Doch der Born des Reichtums, sowohl geistig als auch materiell, ist das Herz. Konnte er doch nur in jedem Fall, in dem es wertvolle Herzschläge gibt, offenbar werden.

    387. Das Öl der Deodar-Zeder wurde der Balsam des Herzens genannt. Tatsächlich gehören einige Substanzen dem Herzen der Natur an, und ihre edle Eigenschaft bewirkt die Läuterung des Herzens. So auch die Rose, der Moschus, der Bernstein. Ich nenne diese Essenzen verschiedener Eigenschaften, um das Ausmaß des Herzens der Natur zu erklären.

    388. Es ist unmöglich, sich vorzustellen, welch ein Kampf im Gange ist! Man vermag seine Nächsten nicht zu erkennen, weil das Herz träge ist. Nicht ohne Grund ist die Lehre des Herzens für das Leben der Zukunft so notwendig. Wie sonst werdet ihr die Grenzen der Welten überschreiten?!

    389. Man sollte vor allem zur Überzeugung gelangen, dass das Herz durchaus nicht unser eigenes Organ ist, sondern dass es für die höchste Verbindung verliehen wurde. Könnten die Menschen das Herz als von Oben verliehen betrachten, sie gingen wahrscheinlich behutsamer damit um.
    Ein Eremit trat mit einer Botschaft aus seiner Einsamkeit. Zu jedem, den er traf, sagte er: "Du besitzest ein Herz." Als man ihm die Frage stellte, warum er nicht von Barmherzigkeit, Geduld, Hingabe, Liebe und anderen segensreichen Lebensgründlagen spreche, antwortete er: "Das Herz allein darf nicht vergessen werden, das übrige ergibt sich." Wahrlich, können wir uns der Liebe zuwenden, wenn es für sie keine Wohnstätte gibt? Und wo wird Geduld einkehren, wenn ihre Wohnstätte versperrt ist? Um sich daher


nicht mit Segnungen abzuquälen, die keine Anwendung finden, muss für sie ein Garten errichtet werden, der dem Begreifen des Herzens offen steht. Lasst uns fest auf dem Herzensfundament stehen und begreifen, dass wir ohne das Herz nur vertrocknete Hüllen sind.

    390. Wer Blumen liebt, ist auf dem Pfad des Herzens. Wer das Streben zu den Höhen kennt, ist auf dem Pfad des Herzens. Wer rein denkt, ist auf dem Pfad des Herzens. Wer von den höchsten Welten weiß, ist auf dem Pfad des Herzens. Wer die Unbegrenztheit anerkennt, ist auf dem Pfad des Herzens. So lasst uns die Herzen zum Erkennen der Quelle aufrufen. Es ist richtig, das Wesen des Herzens gehört sowohl der Feinstofflichen als auch der Feurigen Welt an. Man kann die Welten im Herzen, aber nicht im Verstand wahrnehmen. So ist die Weisheit dem Intellekt entgegengesetzt; es ist jedoch nicht verboten, den Verstand mit Weisheit zu schmücken.

    391. Das Gefühl wird immer über dem Verstand stehen. Man muss dies als unbestreitbare Wahrheit annehmen. Wenn wir daher vom Herzen sprechen, so bestätigen wir die Zitadelle des Gefühls. Doch wie verschieden ist das Gefühl des Herzens von der sinnlichen Lust! Die Lehre vom schöpferischen Fühlen führt zur Erkenntnis der Schöpferkraft der Gedanken. Wir wollen den Bereich des Gefühls nicht zergliedern, denn es ist ein einzig blühendes Feld. Wir kennen die Saat des Gefühls, doch wo sind denn die Fruchte des isolierten Verstandes? Der Verstand kann nicht schaffen, wenn das Saatkorn des Herzens nicht gegeben wird. Wenn wir daher vom Herzen sprechen, so sprechen wir vom Schönen.

    392. Ich meine, dass man das gegenwärtige Alltagsleben dem Kanal des Herzens entlang voranschreiten lassen kann, doch mit der Kenntnis der fundamentalen Gesetze. So bestätige Ich das Wesen eines festen und schönen Aufbaus.

    393. Lasst uns neben der Lehre nicht den Kampf vergessen.


Es ist ungewöhnlich, dass wir inmitten des unerhörten Angriffs über das Herz, das Schöne, sprechen. Man kann unsere Gespräche als die Bejahung der Gelassenheit bezeichnen.

    394. "Am Abend vertraute er den Gedanken seinem Herzen an, und am Morgen verkündete er seinen Entschluss", so heißt es in den persischen Annalen vom Weisen des Berges. Für viele Menschen ist dies bloß ein Ausspruch. Doch dieser Ausspruch umfasst genau eine ganze Lehre: "Er vertraute den Gedanken seinem Herzen an." Nirgendwo sonst, als auf dem Altar des Herzens kann der Gedanke umgewandelt werden! Viele Leser des Buches "Herz" werden sich fragen, ob sie etwas Neues und Anwendbares erfahren haben. Solche Menschen benötigen ein Apothekerrezept, um ihr Herz mit Patentpillen zu erheben. Für sie ist das Gebot, den Gedanken seinem Herzen anzuvertrauen, Unsinn, und für sie ist es schwierig, in ihrem verwirrten Bewusstsein den Gedanken zu zergliedern. Sie können m ihren Gehirnwindungen das Herz nicht entdecken. Doch wer den Altar des Herzens bereits fühlte, wird auch die Zucht des Geistes erkennen. Wir senden jenen Freunden die Rufe des Herzens, die einander auf den Kreuzwegen des Ostens begegnen. Wir senden jenen die Rufe der Eintracht, deren Herz bereits die Musik der Sphären vernahm. Für den, dem die Sphäre Leere bedeutet, ist das Herz nur ein Blutbeutel.

    395. Wem könnte es denn jetzt nicht ernst zumute sein, wenn alle denkenden Wesen den Zusammenbruch der alten Welt erkennen? Richtig, den Zusammenbruch! Denn vieles ist noch nicht ausgelebt. Doch unvereinbare Bestandteile werden in einem Schmelztiegel zusammengeworfen. Und der auszehrende Mangel an Disziplin bringt Zersetzung mit sich. Es ist notwendig, die ganze Tapferkeit aufzubieten, um im Herzdenken voranzuschreiten. Die Schwingungen erbeben,


und man kann von Kriegern keine Genauigkeit verlangen, wenn Verrat die Augen trübt. Überwindet die Angst, denn die Welt erbebt, doch glaubt nicht, ihr könnt die gewohnte Denkart beibehalten. Daher denkt nur an die Zukunft, nur an den Lehrer!

    396. Der Altar des Herzens ist nicht nur symbolisch so benannt, sondern auch deshalb, weil man am oberen Teil des Herzens einen scheinbar leichten Druck verspürt, wenn der Gedanke dem Herzen anvertraut wird. Dieses Gefühl ist so zart, dass ein dem feinstofflichen Fühlen Unerfahrener es gar nicht zu bemerken vermag. Aber Menschen mit verfeinertem Bewusstsein werden diesen Druck der Gedankenenergie genau spüren.

    397. Oft wird die Herzensenergie mit der Willensäußerung verwechselt. Ein Willensbefehl, bei dem das Gehirn durch das Auge oder durch die von den Gliedmaßen ausgehenden Ströme wirkt, ist leicht zu erkennen. Bei der Einwirkung des Herzens ist keine äußere Methode erforderlich. Man kann sagen, dass sich der Westen im letzten Jahrhundert der Methoden des Gehirns bediente, weil sie sichtbar sind, wenngleich oberflächlich und unvollkommen, wie alles, was auf äußere Technik angewiesen ist. Der Osten bewahrte trotz mehrmaligen Niedergangs dennoch die Methoden des Herzens. So lasst uns in allem, der Verinnerlichung, mit anderen Worten, der Vertiefung zustreben.

    398. Um der Technik des Herzens näher zu kommen, muss man die Welt des Herzens kennen lernen, oder richtiger gesagt, alles das, was mit dem Herzen zusammenhängt, schätzen lernen. Viele Menschen können sich die unterschiedlichen


Pfade zwischen Gehirn und Herz gar nicht vorstellen. Diesen "Gehirn-Menschen" fällt es schwer, die Höheren Welten anzuerkennen. Sie können sich auch nicht die Vorzüge der Feinstofflichen Welt vorstellen. Das Offenbarwerden der feinstofflichen Sphären entspricht dem Zustand des Herzens. So kennt das Herz, das bereits auf den Rhythmus des Weltenraumes erklingt, sowohl den Widerhall der Sphären als auch den feinstofflichen Wohlgeruch, und die Blumen verneigen sich in Harmonie vor ihm. Blumen der Feinstofflichen Welt zu schauen bedeutet, schon in die Schönen Sphären aufzusteigen. Man vermag diese verklärten Bildnisse auch im wachen Zustand zu schauen, doch dazu bedarf es der Flamme des Herzens. Man kann auch das Feuer des Herzens sehen: schön, und über dem Herzen schwebend. Doch für diese Erscheinungen muss das Herz entflammt werden. So ist das Herz keine Abstraktion, sondern eine Brücke zu den Höchsten Welten.

    399. Verteidigung ist noch kein Widerstand. Alle träumen von der Entfaltung des Widerstandes. Abweisung ist nur ein schwacher Grad von Widerstand. Immunität ist im Herzen, doch sogar aktiver Widerstand ist nicht im Gehirn. Nur die Herzenergie macht einen Menschen unverwundbar und trägt ihn über Hindernisse hinweg. So möge man das Herz als Waffe betrachten. Richtig gesagt, das Herz ist die Waffe des Lichts! Doch man möge Uns nicht als Gegner des Gehirns verdächtigen. Möge das Gehirn, der gute Pflüger, seine Saat bearbeiten. Möge es die Saatkörner nähren und Träger des durch Kämpfe verfeinerten und geschärften Gedankens sein. Doch der gegenwärtige unheilvolle Zustand der Dinge wurde durch das verkehrte Denken des Gehirns geschaffen. Wenden wir uns deshalb wieder dem Herzen zu, unserem Richter und Führer. Wer immer


den ihm Nahestehenden hilft, den Pfad des Herzens zu finden, der wird sich selbst vervollkommnen.

    400. Ihr habt richtig bemerkt, dass vieles von uns selbst getan werden muss. Das ist der Grund, warum sich Hilfe erst im letzten Augenblick einstellt. Anders könnte man sich nicht geistig vervollkommnen. So wäre es auch unzulässig, den Energiestrom zu unterbinden, wenn er richtig fließt. Wie Selbstmord das größte Verbrechen ist, so ist auch jede andere Unterbindung der strebenden Energie schädlich. Wir sind nur hier, um unseren Geist zu vervollkommnen. Unterbrechen wir daher die lebentragende Energie nicht. Das Verstehen von Santana bedeutet unermessliche Bestätigung des Energiestroms.

    401. Lasst uns zur Bekräftigung des Widerstandes Findigkeit aufbieten. Dieser Gedanke muss dem Herzen anvertraut werden, andernfalls wird er keine Erfüllung erfahren. Lasst vor allem die Gebote nicht ungenutzt. Gesegnet seien die Hindernisse, sie lehren uns Eintracht und Widerstand. Werden diese Eigenschaften durch die Bekräftigung des Herzens gestärkt, ist auch die Rüstung bereit. Die Rüstung des Mars wurde vom Vulkan und von der Venus vorbereitet und geschmiedet. So beinhaltet das Symbol der weisen Mythen die Lebenserkenntnis.
    Wie notwendig ist es, zuweilen durch Schweigen vereint zu sein; nichts beeindruckt das Herz stärker als angespanntes Schweigen.

    402. Ein Mantram sowie alle Gebete können den äußeren Rhythmus unterstützen und auch zur Vereinigung mit der Höchsten Welt dienen. Viele Menschen verstehen weder den äußeren


noch den inneren Sinn des Gebets. Die herrlichen Hymnen der Rigveda29 schwanden, weil sie nicht ins Herz eindrangen. Dieser Mangel an Rhythmus kann als Zeichen der Endzeit von Kali Yuga angesehen werden. Gerade die Finsternis stört mit allen Mitteln jegliche Harmonie. Dissonanz ist das Wesensmerkmal aller zeitgenössischen Künste. Man kann sogar bemerken, wie Konsonanz und die Dur-Tonart zum Wesenszug des Altmodischen wurden. Es ist ein gewisser Mut erforderlich, um weiterhin in der Konsonanz der Dur-maestoso-Tonart zu schaffen! So ist im ganzen Lebensgefüge das Abweichen von jedwedem Heldentum zu bemerken. Und in der ganzen Welt zeichnet wütende Feigheit die Anhänger der Finsternis und des Chaos aus. Doch das Herz verlangt nach Aufbau, denn es weiß, wie zerstörerisch Chaos ist. Verfall gebiert Verfall!

    403. Man muss verstehen, dass die Grenzlinie zwischen Licht und Finsternis verläuft. Natürlich, diese Linie ist gewunden, doch dem Herzen gemäß kann man die Anhänger der Finsternis unfehlbar erkennen. Kann jener mit finsterem Herzen aufwärtsstreben? Wird er im Leben Lüge und Ichsucht meiden? Wird er die Furcht vor der Zukunft überwinden? So erkennt, dass, wer die Zukunft fürchtet, der Finsternis angehört; dies ist der sicherste Prüfstein.

    404. Den Aufzeichnungen der Mutter des Agni Yoga kann man entnehmen, dass der Aufruhr fast wie kosmische Erschütterungen wirkt. Worum handelt es sich? Der Aufruhr, der das Auflodern der durch besonderen Hass geweckten Feuer bewirkt, kann nämlich mit den unterirdischen Feuern verglichen werden. Es kann schließlich ganz blutige Schlachten geben, bei


denen mehr Schrecken oder Pflichterfüllung zutage treten, ohne dass es zur besonderen Spannung kommt. Kriege stehen selten unter gleicher Spannung; so kann sich in religiösen oder revolutionären Wirren eine unvergleichlich stärkere allgemeine Spannung ergeben. Spannung wird daher weder von der Anzahl der Schüsse noch von der Anzahl der Feinde bestimmt, sondern vom allgemeinen bewussten Streben des Herzens. Genau wie gesagt ist, der Aufruhr der Naturelemente ist gleich ob er vom unterirdischen oder überirdischen Feuer kommt. Doch es gibt kein stärkeres Feuer als das Feuer des Herzens.

    405. Ereignisse tragen die verdorbene Welt davon. Auf diese Zeit wurde in allen Bündnissen hingewiesen. Dennoch denken die Menschen nicht darüber nach, was vor sich geht. Sie können sich eben nicht anschicken, an die Zukunft zu denken. So kann kein Buch erscheinen, in dem nicht auf die Lehre der angebrochenen Zeit hingewiesen wird. Man kann nicht annehmen, dass irgend etwas den von den Menschen geschaffenen Stromverlauf noch ändern wird. In den ferner Welten hat die feurige Unvermeidbarkeit bereits Entsetzen ausgelöst, die Erde jedoch umgibt sich weiter mit einer finsteren Hülle. Was sonst ein Jahrhundert erforderte, das ereignet sich jetzt in fünf Jahren; der Anstieg der Beschleunigung wirkt gesetzmäßig. Wenn Ich daher über das Herz spreche, so heißt das, dass man diesem Kanal entlang Rettung finden kann. Hört ihr? Ich wiederhole Rettung! Weder Argumente noch Zweifel, noch Unschlüssigen, sondern Rettung wird das Zeichen jener Stunde sein. Man muss verstärkt begreifen, wie ungeeignet die alten Maßnahmen jetzt sind. Es verbleibt nur eine Brücke zu den höchsten Welten - das Herz. Nähern wir uns der Quelle der Lichtempfindung. Begreifen wir, dass sogar die Jünglinge im Feuerofen


nicht verbrannten, 30 weil sie durch das Herz emporstiegen. Die Zeit ist schwierig!
    Das werden wir ohne Furcht vor dem Gespött der Unwissenden wiederholen. Sie haben von der Bedeutung des Herzens gar keine Ahnung.

    406. Wenn ihr gefragt werdet, wie man eine schwierige Stunde zubringt, antwortet: "Nur in Erwartung; nur im Streben zum Lehrer, oder in Arbeit." Sagt: "Wahrhaftig, durch alle drei Maßnahmen." So muss Arbeit als das Sammeln aller Werte für die ferne Reise gelten. Die Qualität der Arbeit öffnet die Tore des Herzens.

    407. Jemand, der von einer schrecklichen Krankheit befallen war, versuchte in einem Anfall von Hass, zum Schaden der Menschheit möglichst viele Gegenstände zu berühren. So bekundet sich die Regsamkeit des Bösen von selbst. Das Böse ist an keine bestimmten Personen gebunden, sondern allein an das Bedürfnis, allgemein Schaden zuzufügen. Würde sich Güte doch bloß durch eine noch größere Regsamkeit auszeichnen! Würde jeder, der von Güte erfüllt ist, sie doch mit jeder Berührung aussäen! Welche Myriaden segensreicher Funken würden in den Raum gesandt werden, und wie einfacher wäre der Kampf mit dem Bösen! Freilich, zuweilen ist menschliche Güte sehr tief verankert, doch es mangelt ihr oft an Regsamkeit. Dies kommt vom Mangel an Herzensbildung. Die Potenz des guten Herzens arbeitet gewöhnlich krampfhaft und ist für Tatbereitschaft nicht immer aufgeschlossen. Jedoch gerade dieses krampfhafte Handeln ermöglicht viele Angriffe des Bösen, das gleich einer Kornschwinge nach allen Richtungen hin wirkt. Man kann sich nur durch einen undurchdringlichen Panzer von Güte verteidigen. Es ist nicht ratsam,


die Rüstung sehr fest am Rücken anzulegen und gerade das Herz ungeschützt zu lassen.

    408. Die Erziehung des Herzens muss mit dem zweiten Lebensjahr beginnen.
    Vor allem kann zu Mutter- oder Ziegenmilch geraten werden, doch die angeheuerte Amme ist ein grässlicher Brauch. Außerdem ist die Muttermilch oft leichter zu verdauen und enthalt bereits Teilchen der Herzenergie. Das ist jedoch bisher nicht bedacht worden; sogar die einfachsten Menschen fühlen die Wahrheit stärker als die kalten Dogmatiker.

    409. Sogar ein gewöhnlicher Lama versteht, dass man einen tollen Hund mit dem Blick töten kann. Doch es wäre unmöglich, den tödlichen Blick im Westen zu zulassen, denn hier würde ein unzulässiges Scharmützel einsetzen. So möge das Herz die Grenzen des Zulässigen bestimmen. Man kann jedoch schadlos nicht nur mit Pflanzen, sondern auch mit Insekten und Tieren experimentieren, indem man ihnen durch den Blick Befehle übermittelt.

    410. Gegen viele Verbrechen wurden Gesetze erlassen, doch es muss auch ein Gesetzbuch für das Herz geben. Mit jedem Blick und jeder Berührung muss man Gutes säen. Und im Üben des Guten wird das Herz wachsen. Ihr seht natürlich, dass die Herztätigkeit nicht so sehr von der Hitze herrührt, wie von den Strömen. Und das verfeinerte Herz kann der geringsten Prüfung zugänglich sein. Es gibt viele Formen von Verrat. Das Herz spürt diese Abscheulichkeit besonders.

    411. Bei der Erziehung des Herzens ist vor allem der Begriff Arbeit hervorzuheben. Von Kindheit an


ist Arbeit als die einzige Lebensgrundlage, als der Vervollkommnungsprozess, anzuordnen. Auf diese Weise wird die Vorstellung von Arbeit als Selbstzweck zunichte gemacht und das Gegenteil erreicht, nämlich ein weites Verstehen der Arbeit für das Allgemeinwohl. Solch eine Darstellung verfeinert das Herz bereits beträchtlich; für später ist solch eine Erweiterung des Begriffs Arbeit jedoch unzureichend. Dann wird in den Feuern des Herzens die welträumliche Arbeit für die Zukunft geschaffen. Dann kann keine Ablehnung den Arbeitsanstieg aufhalten. Dann durchdringt die räumliche Arbeit bewusst die Höchsten Sphären. In diesem Bewusstseinszustand erhält das Herz eine feste Rüstung, die sogar für die feurige Welt von Nutzen ist. Lasst uns eine Rüstung finden, die überall anwendbar ist!

    412. Sogar die Höchsten Wesenheiten müssen im Geiste entflammen, um zu wirken. Der Ausdruck. "Entflammtwerden" ist wirklich exakt. Man muss tatsächlich entflammt werden! Das heißt, man muss bis zum Überfluss vom Geist erfüllt sein. Doch heißt das nicht, mit der Hierarchie in Berührung kommen? Nur wenn der Geist aus der Höchsten Quelle schöpft, erlangen wir Erneuerung und Anspannung der feurigen Energie. Daher ist nirgends darauf verwiesen, dass man sich im Geiste absondern muss; im Gegenteil, man muss von der zum Licht führenden Kraft des Geistes erfüllt sein. Ihr habt euch zu Recht an das Stehen am Rande des Abgrunds, als Grenze der Anspannung, erinnert. Nur diese Wellenkämme erheben und entfachen den Geist. Doch wer an sich denkt, an Selbstbehauptung, der wird nie aus dem Ewigen Feuer schöpfen. So lasst uns unser Streben in welträumlichen Maßstäben anwenden. Euch,


mächtige Krieger, die ihr vom Phönix, der aus der Asche steigt, wisst, kann Ich willkommen heißen.

    413. Viel Böses ist vom Standpunkt irdischer Dimensionen aus nicht schlecht. Wenn es Amphibien gibt, warum kann dann eine davon nicht eine feurig-irdische sein? So werden große Fische in großen Netzen gefangen.

    414. Das phosphorige Gewebe ähnelt völlig dem feurigen Körper. Zündet ein solches Gewebe an, und ihr werdet sehen, wie die Flamme in viele Richtungen gleichzeitig aufblitzt. So lodert der feurige Körper auf, wenn er durch Reizbarkeit oder Erschütterung entzündet wird.

    415. Manche könnten nach dem Erscheinen eines zweiten Buches über das Herz fragen. Antwortet, dass die Menschen gern nur die letzte Seite lesen, ohne sich zu bemühen, den Sinn der ersten Seite zu verstehen. Daher muss die Lehre in Stufen eingeteilt werden. Es ist besonders traurig mit anzusehen, welchen Schaden das sinnlose Verschlingen allein der letzten Seiten verursacht. Das Herz erfordert Sorgfalt und Koordinierung, sonst kann es geschehen, dass das phosphorige Gewebe in Brand gesetzt wird.

    416. So sehr die Erscheinungen der Feinstofflichen Welt verborgen sind, gibt es dennoch sehr viele und sehr verschiedene Menschen, die sie erlebt haben. Weder durch Seancen noch durch Beschwörungen, sondern durch die natürliche Schau kennen viele die Wesenheiten der Feinstofflichen Welt. Es kommt allerdings sehr selten vor, die Feurige Welt wahrzunehmen, doch das feinstoffliche Wesen steht unserem Zustand nahe. Viele reden von diesen Erscheinungen gar nicht, weil sie sie gewohnt sind. Sogar die einfachsten Menschen fürchten sie nicht, ihr Herz weiß, dass es sie nicht zu fürchten braucht. Vor allem Furcht trennt die Menschen von der Feinstofflichen Welt.


So wird die natürlichste Erscheinung entweiht. Die Menschen wenden auch die abscheulichste Nekromantie an und vergessen, dass jede Entweihung gegen die Natur ist und dem Lauf des Gesetzes schadet. Doch bei den natürlichen Erscheinungen ist zu bedenken, dass die geistige Schau auch im Einklang mit dem Herzen wirkt. Das niederste Bewusstsein sieht das Niederste, doch geistige Läuterung wird höhere Schau ermöglichen. So wird der Herzenszustand das Bewusstsein über die üblichen Erscheinungen halten.

    417. Das Neue ist das Älteste. Man sollte daher nicht fürchten, dass etwas unmöglich sei. Alles ist vorstellbar, weil alles existiert. Man kann keine Armut der Schöpfung vermuten. Es ist erstaunlich, wie leicht sich die Wissenschaft enge Grenzen setzt und darauf, was sie nicht kennt, reagiert. Kinder sagen manchmal richtiger: "Ich weiß es nicht." Unverhohlene Unkenntnis gilt als die Pforte der Erkenntnis.

    418. Wenn es euch gelingt, die Menschen davon zu überzeugen, dass das Herz an Barmherzigkeit, Mitleid und Liebe teilhat, bleiben dennoch die anderen Bereiche des Herzens unverständlich. Wird euch der Verstand nicht tausend unbekannte Größen vorsetzen, sobald ihr von Kosmogonie zu sprechen beginnt? Und ohne den Mut des Herzens werden diese Gespräche von den höheren Regionen abschweifen. So könnt ihr ohne Anteilnahme des Herzens nicht von der allem Bestehenden zugrunde liegenden Qualität sprechen. Verstand verschmäht Qualität; doch ihr seht schon, wie Leben, ohne die Qualität zu achten, zunichte gemacht wird. Nur das Herz freut sich über wahre Qualität. Begreifen wir daher, warum nach schwierigen Berechnungen allein die eine Lösung verbleibt - der Pfad


des Herzens. Einer ungezügelten Flamme, dem Schrecken entfesselten Giftes, kann allein mit dem Herzen begegnet werden. Außerdem muss mit dem Begreifen des Herzens von den ersten Stufen an begonnen werden, denn gestern wurde das Herz abgelehnt. Es ist auch nicht schlecht, denn auf diese Weise könnte man einen scheinbar neuen Schatz erwerben. Die Menschen lieben alles Neue, und nach den Integralsystemen ist es verlockend, ein neues Spiel zu haben - das Herz. Kinder lieben Spiele, die jenen der Erwachsenen gleichen.

    419. Man kann die Menschen bitten, wenigstens manchmal an das Herz zu denken. Zuerst muss ein allgemeines Streben in diese Richtung geschaffen werden. Es können nicht etwa nur hundert Herzen den Bestand des Planeten aufrechterhalten. Es ist notwendig, dass die Menschen wenigstens teilweise das Herz als Führer des Lebens anerkennen.

    420. Nur selten kann die feurige Rüstung genauso gefühlt werden wie mit den Strahlen der Schwingen der Heldentat. So kann man erkennen, wie diese Rüstung einen schützen kann, obwohl sie, wie jede feurige Erscheinung, außergewöhnlicher Vorsicht bedarf. Die Mutter des Agni Yoga weiß, dass solch eine Rüstung nicht leicht ist, denn irdische Zustände weichen zu sehr von den hohen feurigen Erscheinungen ab. Doch wenn die feurigen Tätigkeiten vor sich gehen, ist das Vorhandensein der feurigen Rüstung spürbar. Gewiss, wenn das Herz die feurigen Erscheinungen bereits gewohnt ist, kann man an feurigen Schlachten teilnehmen.

    421. Eine ernste Zeit erfordert eine kraftvolle Rüstung. Man muss dies noch tiefer erkennen. Die Menschen müssen das Ausmaß der Weltschlacht zwecks gegenseitiger Ermutigung zu gemeinsamen Anstrengungen annehmen. Verurteilung und Spott


sind besonders unangebracht. Wie in der Herrlichkeit des Tempels sollte man sein Herz nach oben öffnen. So kann man dem Verstehen der Ausmaße des Geschehens näher kommen.

    422. Nur schwer haben die Menschen die Idee begriffen, dass die Radiowellen über die ganze Welt gleichzeitig aufblitzen; doch die Geschwindigkeit und Unbegrenztheit des Gedankens sind im wesentlichen außerhalb der Reichweite des Bewusstseins. Die einfachsten und nützlichsten Wahrheiten werden mit besonderer Scheu angenommen. Die ganzen Forschungsmethoden solcher Gesetze verdienen oft Mitleid. Bei Experimenten in Gedankenübertragung werden zur Beobachtung Anzeigegeräte und Ausübende eingesetzt, die jedweder Wahrnehmungsfähigkeit entbehren. Auf der anderen Seite werden Menschen mit feinfühligen Herzen nicht befragt. Die gegenwärtige Schwierigkeit besteht darin, dass sich Menschen, die kein Verträum verdienen, anscheinend im Namen der Wissenschaft versammeln. Man sollte nicht Angst haben, Fehler zu begehen, und die Massen sollten weitestgehend befragt werden. Natürlich wird es Widersprüche geben, doch der aufrichtige Fragesteller wird gleichzeitig wahrhaft umfangreiches Material erhalten. Die Sozialwissenschaften müssen sich ausschließlich mit der Verbreitung des Gedankens, als die Grundlage menschlichen Wohles, beschäftigen. So sind im Zeitalter der Entdeckung von Energien die Forschungen im Bereich des Gedankens notwendig.

    423. Bei den Diskussionen über die Erziehung des Herzens können scheinbar sich widersprechende Meinungen aufkommen. Manche werden auf einem behutsamen Verhalten gegenüber dem Herzen bestehen, andere hingegen werden sich Meiner Worte erinnern: "Belastet Mich noch mehr!" Das Offenbarwerden des Schildes gegen jede böse Versuchung ist notwendig, doch man muss eine größere Last im Namen des Großen Dienstes hinzufügen. So muss die Energie für den Dienst


angespannt werden, sie wächst mit der Anspannung. Viele beneiden alles, was sich von Bedrückung erhebt; denn es ist besonders entmutigend, sogar von den Finsteren Kräften nicht beachtet zu werden. Doch wenige schätzen Anspannung als Quelle der Entfaltung schöpferischer Energie. Gewiss, beim Gedanken an Mord ist keine Anspannung möglich. Bei einem auf Vernichtung gezielten Angriff ist eine feurige Rüstung erforderlich. Jeder Krieger muss solch eine Rüstung erwägen. Das ist kein Zeichen des Rückzugs aus der Schlacht, sondern weiser Vorsicht. Belastung des Herzens und Vorsicht bedeuten keinen Widerspruch. Man muss auf alle möglichen Angriffe gefasst sein, und dafür bedarf es der Beweglichkeit im Denken.

    424. Es ist durchaus keine Feigheit, sich scharfsichtig umzusehen, vor allem, wenn ihr die Beschlüsse Satans kennt. Ein verstreutes Körnchen vermag sogar einem Riesen zu schaden. So werden jene, die anderen Schaden zufügen wollen, alle Maßnahmen erproben, ohne sich zu vergewissern, wo Böses nicht gedeihen kann. In dieser bösen Saat hegt der Erfolg der Finsternis. Die Menschen vergessen, wie vorsichtig sie sein müssen, denn böse Absicht schleicht sich nicht nur als Tiger ein, sondern auch als Mäuschen.

    425. Beim Beobachten der Herztätigkeit wird der Durchschnittsverstand auf viel Unverständliches stoßen. So wird es ihm seltsam erscheinen, dass sogar das feinstofflichste Herz die stärksten Ereignisse sehr schwach registriert, jedoch auf verhältnismäßig unbedeutende Handlungen stark widerhallt. Dafür gibt es zahlreiche Gründe, äußere und innere, doch man muss sie weise auseinander halten. Man muss alle Gegenwirkungen der Ströme erwägen, doch andererseits muss man auch alle


karmischen Umstände begreifen, welche die Übermittlung verherrlichen oder herabsetzen können. Man sollte darüber, dass sich das Gesetz nicht mit totem Buchstaben äußern kann, nicht bekümmert sein. Im Gegenteil, die Vielfalt der sich ergebenden Umstände vermehrt die Möglichkeiten neuer Beobachtungen. So sollte man sogar den Kindern in den Schulen die Aufmerksamkeit lehren; sie sind oft viel ehrlicher und beweglicher als Erwachsene; man sollte an sie nur mit anziehendem Vorschlag herantreten, damit sie den eigenen Sinneswahrnehmungen Beachtung schenken.

    426. Die Entwicklung der Beobachtungsfähigkeit führt zur Furchtlosigkeit. Wir sollten das uns Umgebende nicht fürchten. Und so werden wir neue Konstruktionen enthüllen, die noch gestern unwahrnehmbar und unsichtbar waren. So sollte man sich an das scheinbar Ungewöhnliche gewöhnen. Was aus Unwissenheit gestern verboten war, das wird morgen am Leben teilhaben und zur Eingebung werden.

    427. Niemand würde glauben, dass ihr so viel von dem jetzigen Geschehen wusstet, doch es wird auch niemand an die Zeichen glauben, die ihr zu erkennen gewohnt seid. Soll man aber jenen, die weder verstehen noch annehmen wollen, Beachtung schenken? Ihr kennt viele Anhänger der Höchsten Lehren, wenden sie diese aber im Leben an? Im Gegenteil, ihre Hartherzigkeit und Eigenliebe sind erstaunlich! Das heißt, dass Verstand das Herz betäubte.

    428. Cor Bovis,31 mit anderen Worten: Das Bullenherz - ist ein bekannter Zustand von Herzerweiterung. Dafür gibt es viele Gründe, aber nur der Hauptgrund beschäftigt uns. Die Herzerweiterung kann durch Überfluss


ungenutzter Herzenergie verursacht werden. Man kann sagen, dass Menschen, die an Herzerweiterung leiden, mit der Erziehung des Herzens nicht rechtzeitig begonnen haben. Die Leistungsfähigkeit ihres Organs war gut, doch die Herzenergie wurde nicht angewendet. Allerdings ist die Herzerweiterung der Herzverfettung vorzuziehen. So kann das Herz das individuellste Organ genannt werden. Daher müssen die Methoden zur Erziehung des Herzens sehr anpassungsfähig sein. Von Kindheit an muss man den Zu- und Abneigungen Beachtung schenken. Es ist töricht, unverstandene Abneigungen bloß als unkundigen Unsinn zu betrachten. Oft widerspiegelt sich in diesen der ganze Herzaufbau. Und sehr nützliche Schlussfolgerungen können daraus abgeleitet werden. Doch vor allem muss man sich vor dem Herzen hüten, das weder Abneigung noch Zuneigung kennt. Das heißt, dass das Herz schläft. Es gibt viele solche Herzen, und das führt zum geistigen Verfall. Daher noch einmal: das höchst unbegreiflich Geistige steht mit der physischen Erscheinung in Zusammenhang.

    429. Die höchstgeistigen Probleme lassen sich nach den äußerst physischen Gesetzen erklären, und die Vernachlässigung unseres Zentrums - des Herzens - kann wahrhaftig als unmenschlich bezeichnet werden. Es ist nicht üblich, den Gefühlen des Herzens Beachtung zu schenken, doch es erklingt wirklich auf alles.

    430. Der Strom der Herzenergie kann sich willkürlich oder unwillkürlich ergießen. Das Herz kann durch einen Appell von außen oder die unwiderstehliche Freigebigkeit des Herzens selbst hervorgerufen werden. Man kann sich die Fülle dieser edlen Gaben, und wie viel


Kraft sie verschlingen, vorstellen; doch die Freigebigkeit des Herzens ist unermesslich, und das flammende Herz kennt keinen Geiz. Das gleiche sollte auch bei den von fernen Orten erweckten Herzenssendungen befolgt werden. Dem übermittelten Ruf gesellen sich viele auf dem Weg befindliche ähnliche Sendungen hinzu, denn Gleiches sammelt sich nach seinem Element. Auf diese Weise wird der Energiestrom besonders verstärkt. Ihr allerdings wisst um die Teilbarkeit des Geistes und versteht diesen freigebigen Widerhall des Herzens. Nicht ohne Grund wird von Wirtschaftlichkeit gesprochen; diese ist in allem nötig - auch bei den Herzenssendungen. Es ist eine schwierige Zeit!

    431. Man kann bei Menschen eine Unaufmerksamkeit bemerken, gleich einer sonderbaren Geistesabwesenheit. Bei diesem Vorgang nehmen sie ihre Umgebung nicht wahr. Neben Geistesabwesenheit und Herzverfettung sollte man dafür viele andere, höhere Gründe nicht ausschließen. Der Geist kann seine Arbeit zu verschiedenen Zeiten leisten. Er bedarf weder zeitweiliger Unterbrechungen noch besonderer Vorbereitungen - er fühlt das Bedürfnis entweder selbst oder wird angerufen. Er dirigiert seine fernen Verbindungen auf verschiedene Weise. Die Geschichten von Heiligen, die plötzlich scheinbar in einen Trancezustand fielen und wahrend dieser Zeit große geistige Hilfe leisteten, beruhen auf Wahrheit. Oft wird eine solche so genannte Trance weder von den Anwesenden noch von den Betroffenen selbst bemerkt. Nur das Nichtbewusstwerden der umgebenden Umstände bewies die völlige Abwesenheit. Es ist unmöglich, die Dauer dieser Abwesenheit zu ermessen, weil es für den Geist keine Zeitrechnung gibt. Doch jeder, der sich in ähnlichen Abwesenheitszuständen befand, kann sagen, dass etwas jenseits irdischer Dimensionen vor sich ging. Man sollte dieses Entrücktsein beachten. Man kann


allmählich ganz flüchtig sogar bekannte Einzelheiten erkennen. Wie ein feuriger Pfeil blitzen die Einzelheiten der geistigen Arbeit vorbei und sinken nachher nieder wie eine in Gift getauchte Blume. Die große Arbeit des Geistes ist von den niederen vergifteten Sphären sehr weit entfernt!

    432. Die erste Verpflichtung ist, seine eigenen Gefühle zu überwachen. Eine solche Aufmerksamkeit ist nicht als Übertreibung anzusehen; im Gegenteil, sie sollte dem höchsten Urbild Achtung erweisen. Es ist Zeit, mit der Zufallstheorie aufzuräumen. Ihr habt richtig bemerkt, dass sogar das einfachste Experiment nicht wiederholt werden kann. Doch das individuelle Handeln kommt nicht vom Zufall, es ist das Ergebnis unwiderlegbarer Gesetzesfolgen. So kann man sich daran gewöhnen, der Wirklichkeit Achtung zu zollen. Ihr habt richtig bemerkt, dass nur das neue Bewusstsein die Zukunft bejahen wird. Im Namen der Zukunft wollen wir uns konzentrieren.

    433. Bei der Erziehung des Herzens werden wir, ganz unmerklich für uns, an die Sphären der Feinstofflichen Welt gewöhnt. Dies geschieht nicht durch etwas Außergewöhnliches oder durch wundersame Phänomene, sondern durch geringste Empfindungen, die das feinfühlige Herz zu erkennen beginnt. Man muss den Gedanken über die Bedeutung zarter Gefühle bejahen, aber man sollte kein Frömmler werden, der sich in das Dogma unbedeutender Zergliederungen vergräbt. Das Herz wird die gewundene Linie zwischen dem Wesentlichen und dem Bedingten aufzeigen. Allmählich, kleinweise erkennen wir, dass es um uns Myriaden von Erscheinungen gibt, die in die Gesetze elementarer Physik nicht einbezogen werden können. Die Experimente werden zunehmen, und es wird sich eine ganze Reihe von Empfindungen der Feinstofflichen Welt bilden. Das wird der sichtbarste Beginn der Annäherung an


die Feinstoffliche Welt sein. Diesen Empfindungen folgend, werden wir beginnen, auch den grobstofflichen Körper mit den besonderen Eigenschaften des nächsten Zustandes vertraut zu machen. In das Wesen der Gesetze der Feinstofflichen Welt eindringend, erlangen wir sogleich bestimmte Stufen in ihr. Wir erachten das Schulen des Bewusstseins als völlig natürlich für die feinstofflichen Gefühle, um auf diese Weise körperliche Eignung zu erlangen.

    434. So ändert sich die ganze Psychologie des Daseins. Ihr könnt schon verstehen, dass es keine Langeweile mehr geben kann, sogar wenn ihr euch in unzugänglichen Höhlen befändet. Ihr kennt bereits die Furchtlosigkeit, obgleich ihr an der Frontlinie des Armageddon steht. Ihr kennt bereits die Geduld, sogar inmitten des Sturmes der Welt. So gehen schon viele Wesenszüge in euer Leben ein, die eine Reihe unzerstörbarer Aufspeicherungen mit sich bringen. Dies ist der Beginn wahren Reichtums.

    435. Die Frage, ob psychische Experimente durch den Widerstand des Willens sehr gestört werden, ist berechtigt. Wir antworten: außerordentlich. Nicht nur der sich widerstrebende Wille behindert sie, sondern auch die Unempfindlichkeit des Herzens. Sogar die sich äußerst günstig gestaltenden Phänomene werden durch das Entgegenwirken von Gegnern beeinträchtigt. Man kann weder die Kraft der Levitation noch des Schreitens auf dem Wasser erreichen, wenn entgegenwirkende Kräfte vorhanden sind. Sogar das Durchschreiten von Feuer sowie der tödliche Blick werden bei entgegenwirkenden Willenskräften nicht voll gelingen. Deshalb hat Mein Rat zur Einigkeit besondere Bedeutung. Das ist nicht nur ein ethischer Hinweis, sondern auch eine Bedingung für die Praxis. Sogar geringer


Widerstand beschädigt das Gewebe schon. So muss Feierlichkeit bewahrt werden, weil dieses Gefühl kleinliche und nichtige Reizbarkeit sowie Zersetzung nicht zulässt.

    436. Natürlich, die Theorie des Aufspulens der psychischen Energie ähnelt stark der Ruhmkorff-Spule.32 So können viele Geräte, die für gröberen Gebrauch bestimmt sind, die wesentliche Idee für feinstoffliche Versuche liefern; doch man muss die Augen offen halten, um nicht aus Verlegenheit unverhoffte Verbündete und Materialien zu gebrauchen.

    437. Die Frage, warum die Begründer geistiger Lehren von verschiedenen physischen Krankheiten nicht verschont blieben, beschäftigt die Menschen ganz besonders. Gewöhnlich wird diese Frage gerade von jenen gestellt, die durch Argwohn, Verurteilung und alle Arten von gegensätzlicher Tätigkeit zur geistigen Arbeit zu solchen Krankheiten selbst am meisten beitragen. Doch bringt diesen Fragesteller in einen vergifteten Raum, er wird sofort von hunderterlei Krankheiten befallen sein. Man muss sich natürlich die Anspannung des Organismus bei geistiger Arbeit vor Augen halten. Im Wunsch zu helfen, saugt er gleich einem Magneten die umgebenden Zustände auf. Das Übertragen der Krankheit eines anderen auf sich selbst ist kein Märchen. Bei diesem Vorgang kann man beobachten, dass der Schmerz nicht gleichartig übertragen wird, sondern dass er die angespanntesten oder die schwächsten Zentren befällt. Man sollte die in den Leben der Heiligen geschilderten Schmerzen nicht als übertrieben erachten. Im Gegenteil, sie sind genauso angespannt und verschiedenartig wie die Menschheit selbst. Aber was erleichtert diese Leiden? Wenn nicht der silberne Faden der Hierarchie selbst, dann gibt das Herz selbst oft das Zeichen für den Einsatz des heilenden


Strahls. Wir sind oft erstaunt, dass Ärzte den Leuten, die den Kranken besuchen, keine Aufmerksamkeit schenken. Vielleicht würde die Hälfte aller Heilungen nicht von Medikamenten abhängen, sondern von der Verbannung der schädlichen Elemente, die von jenen, die geistige Ansteckung mit sich tragen, so reichlich eingeschleppt werden.

    438. Eine Untersuchung von Menschen, die reinigend wirken und solchen, die schaden, ist in der Medizin notwendig. Ohne Losung dieser Frage kann man keinen Schutz vor den neuesten Krankheiten finden. Man sollte nicht vergessen, dass sich Krankheiten zusammen mit Rassen und Epochen entwickeln. Doch unsere anerkannte Wissenschaft ist noch zu jung, um zu ihr über vergleichende Methoden zu sprechen. Sie ist nur mit wenigen Jahrhunderten vertraut, wo aber bleiben die Dutzende von Jahrtausenden? Wir sind sehr eingebildet geworden und haben all das, was uns unbekannt ist, außer Acht gelassen. Doch das Herz kennt die Fristen, und sogar ein unwissendes Herz erbebt beim Nahen der Feurigen Welt.

    439. Die Gedankenprojektion auf einen hochempfindlichen Film ist durchaus möglich, doch dafür bedarf es des schärfsten Denkens. Die Hauptsache liegt in der Denkfähigkeit. Ton bildet Rhythmus auf dem Sand. Auch vom Gedanken gehen Schwingungen aus. Diese sind allerdings viel feiner als der Ton. Deshalb kann er nicht nur auf die groben Sandkörner einwirken, sondern auch auf den feinsten Film. Die Menschen werden solche Verfeinerung und Konzentration nicht bald erreichen. Sie ersetzen Konzentration durch Vergnügungen. Doch wurde Zerstreuung angeordnet? Überall wurde auf die Tat verwiesen, doch nicht auf das Chaos von verstreuendem Sand.

    440. Der Lehrer übermittelt das Begreifen der Weltereignisse.


Ohne Hierarchie verwandelt sich das Chaos der Ereignisse in Wolkenschwaden. So wurde richtig bemerkt, dass die gegenwärtige Zeit ohne die Läuterung des Bewusstseins in kein System gebracht werden kann. Die Bestätigung von Kernpunkten der Völkerbewegungen kann vom Berg aus erfolgen.

    441. Wer wird sich mit der Lehre belasten, wenn sein Herz nicht aufwärts strebt? Nicht Unterhaltung, sondern die Einführung der Qualität der Einzelheiten im Leben ist erforderlich.
    Jeder Tag bringt einiges Wissen sowie Vertiefung des Herzens mit sich. Gerade darin besteht schon die Energieaufspeicherung. Nur von Langeweile, die gleich Furcht so vieles unterbindet, sollte man sich befreien.

    442. "Wünscht dem Gesegneten nichts Böses" - lautet das Gebot der Bündnisse. Dieser Weisung wohnt große Weisheit inne. Nicht selten werden die Yogis der Rachsucht und der Vergeltung für Böses bezichtigt. Dies widerspricht natürlich völlig der Natur des Yogi; aber dennoch sind die traurigen Ergebnisse von Verleumdung eines Yogi offensichtlich. Diese Erscheinung ist nicht schwer zu erklären; wenn der feurige Magnet des Herzens Strahlen in ferne Länder sendet, kann man die Kraft dieser Ausstrahlung ermessen. Stoßen die Sendungen des Feindes mit dieser Kraft zusammen, so ist der Rückschlag unvermeidlich. Von Seiten des Yogi ist sogar äußerste Anspannung erforderlich, um die schweren Folgen für den Feind teilweise zu mindern. Aber oft hat der Strahl des Yogi eine eilige, besondere Bestimmung, und dann muss sich der Feind die Schuld selbst zuschreiben.

    443. Sehr oft kann man Zeuge dieser Rückschläge sein. Man kann sie sehr klar mit dem physischen Zustand des Feindes in Einklang bringen. Diese Rückschläge


treffen die empfindlichsten Stellen des Angreifers. Damit erklärt sich auch der Unterschied in den zeitlichen Wirkungen. Wirklich, anstatt Arzneien zu schlucken sollte man öfter die Spuren der Bosheit zunichte machen. So hat das Gebot "Wünscht dem Gesegneten nichts Böses" eine praktische, nahezu heilsame Bedeutung.

    444. Unter den heiligen Schmerzen gibt es eine bestimmte Art, die man "Die Vina33 des Schöpfers" nennt. Wie Akkorde über ein Musikinstrument so gleiten die Schmerzen über die Zentren der Kehle, der Schultern, der Ellbogen, der Gliedmaßen, der Knie und andere Zentren. Auf diese Weise wird das Herz gestimmt. Ohne Zweifel bleibt der Kontakt des Herzens mit dem Höchsten die einzige Zuflucht der Menschheit. Andere Yogasysteme entsprachen verschiedenen kosmischen Bedingungen. Das Herz wird wie ein Anker im Sturm ausgelegt, und es ist nicht schwierig, sich dem feurigen Yoga des Herzens zu nähern. Erstens sollte man die große Schlacht sowie die sich über der Erde zusammenballende drohende Gefahr spüren; zweitens sollte man sein eigenes Herz als Zufluchtsstätte betrachten; und drittens sollte man in der Hierarchie verankert sein. Es könnte scheinen, dass diese Bedingungen nicht schwierig zu erfüllen seien. Doch sehr oft ziehen wir Ablenkungen vor und bevorzugen sogar Täuschung, als uns den einfachsten Wegen zuzuwenden. Natürlich, Anspannung des Herzens ist erforderlich, und nicht ohne Grund nannte man das Herz "Den Großen Gefangenen".

    445. Die gewaltigen Vulkane erwachen; das Feuer sucht einen Ausgang. Die Menschen wissen es, entsagen jedoch keiner einzigen Gewohnheit. Ebenso schwierig ist es für sie, das Bewusstsein ins Herz zu übertragen. Man sollte sich durch die beste Rüstung gegen alle Gifte schützen. So sehen die Menschen auch


die Staatsereignisse nicht voraus, doch diese Folgeerscheinung wird unvermeidlich angetrieben. Es ist keine leichte Schlacht; man muss den ganzen Mut des Herzens aufbringen. Nur so werdet ihr mit Uns Schritt halten.

    446. Am Ende von Kali Yuga werden wirklich sämtliche Vorgänge beschleunigt; deshalb sollte man die vergangenen Fristen nicht als unabänderlich ansehen. Sogar ein halbes Jahrhundert ist am Ende des Kali Yuga kein unbedeutender Zeitraum mehr. So wird auch Agni Yoga zur Brücke in die Zukunft. Man sollte streng erkennen, dass die Kräfte des Geistes, für deren Entwicklung bisher mehrere Jahrzehnte erforderlich waren, jetzt über den Weg des Herzens bis zur höchsten Stufe beschleunigt werden. Man kann Agni Yoga als das Beschleunigen der Evolutionskräfte annehmen. Wo man früher ganze Jahre hindurch die Verfeinerung und Beherrschung des Körpers übte, kann das Herz den Geist fast augenblicklich voranbringen. Natürlich ist eine Erziehung des Herzens erforderlich, doch liegt dies im Bereich der Gefühle und nicht der Mechanik. So wollen wir uns beeilen, das Herz für den Dienst der Neuen Welt aufzurufen.

    447. Wir verstehen es, die große Zukunft vorzubereiten. Allerdings nehmen die Menschen Unsere Methoden nicht an. Sie schätzen die unabänderliche und führende Eigenschaft des Bewusstseins nicht. Sei meinen, dass etwas durch die üblichen Lobpreisungen und durch Geld voranschreiten kann, doch nach Unserer Methode wird Schönheit aus Anspannung geboren. Lasst uns nicht herabsetzen, wenn die Wurzeln der Bäume schon wachsen. Deshalb bedarf es so sehr der Vorsicht, wenn es unerhörte Spannung gibt. Dem Leben das Herz als führendes Prinzip näher zu bringen, ist keine Wiederholung früherer Lehren, sondern eine wahre Verklarung des Lebens.


    448. Die Menschen anerkennen den niederen Hatha Yoga einfach als Wissenschaft, doch sie versuchen gar nicht, die höchsten Zeichen dem Kreis wissenschaftlicher Beobachtungen zuzuführen. Welchen Nutzen haben mechanische Siddhis34 verglichen mit den Erscheinungen des höchsterhabenen Herzens? Die Siddhis des Körpers können nicht oft angewendet werden, die Herztätigkeit hingegen ist ein nie versiegender Strom. Gewiss, man sollte seine Aufmerksam verstärken, um die feinstofflichsten Regungen des Herzens wahrzunehmen. Doch ernste Versuche erfordern ebenfalls Aufmerksamkeit. Ist es nicht besser, sich die Aufmerksamkeit durch sein eigenes Herz anzueignen? Diese Versuche der Aufmerksamkeit werden nicht vergeblich sein. Durch sie gelingt es vor allem, sich der Feinstofflichen Welt zu nähern. Wer einmal seinem eigenen Herzen lauschte, der sieht sogar kein Ende der Beobachtungen. Zu Hause begonnene Beobachtungen werden das Bewusstsein des universellen Beobachters unvermeidlich leiten und den Pfad zu den Höchsten Welten weisen. Wozu eine Menge Formeln schreiben, ohne sie im Leben anwenden zu wollen? Berührung mit den feinstofflichsten Energien verfeinert das ganze Wesen. Wer den feurigen Pfad betrat, versteht die Verfeinerung, Kühnheit und Wachsamkeit, von der Ich spreche.

    449. Es wurde richtig beobachtet, dass Bhakti Yoga ebenfalls auf das Herz einwirkte, doch der Unterschied liegt darin, dass Bhakti Yoga dem Pfad des Gefühls der Liebe entlang wandelte, ohne auf die anderen Empfindungen kosmischer Erscheinungen sowie auf die hinter die Grenzen des Planeten führenden Strahlen Bedacht zu nehmen. Die Wissenschaft kann die Wege des Bhakti Yoga schwer erkennen. Doch jetzt verrichtet das Herz zweifache Arbeit - das Herz führt zur Welt der Liebe über die Runden der Feinstofflichen und der Feurigen Welt.


Die feierliche Liebe wird zu den höchsten Welten emporführen, andere Arten von Liebe werden ihren Weg zur Feurigen Welt nicht finden, doch die Feierlichkeit, die Ich Mich bemühe, euch zu vermitteln, führt zu den feurigsten Wegen der Errungenschaft. Die sich in feierlicher Hingabe offenbarende Seligkeit ist nicht einfach, doch die Rüstung der Feierlichkeit ist herrlich.

    450. Ein Rishi schickte Notleidenden und Kranken kleine Stückchen Leinen, Palmenblätter oder Birkenrinde. Die Empfänger dieser Geschenke spotteten darüber und sagten: "Ist es nicht lächerlich, seine Kräfte mit dem Aussenden von blanken Fetzen zu vergeuden?" Sie ließen eben nur Worte gelten. Doch die Weisen unter ihnen legten diese Sachen auf die kranken Körperstellen oder auf das Herz und empfanden Erleichterung. Sie verstanden, dass der Rishi durch Handauflegen das Gewebe mit seiner psychischen Energie durchtränkt hatte. Ebenso bekannt sind die wundersam Übermittelten Bilder oder Handabdrücke, die durch Wärme oder Licht zum Vorschein kommen. Gewiss, jeder Arzt wird mehr zu gröbsten Pflastern und Salben Vertrauen haben, als dem Magnetismus von Gegenständen Glauben zu schenken. Vielleicht kann man den Arzt sogar damit besänftigen, indem man auf die Fettablagerungen hinweist; doch im übrigen gibt sich ein Hund für höhere Dinge verständnisvoller. Deshalb ist es unerhört schwer, dem menschlichen Gehirn all das einzuprägen, was die Würde des Menschen erhebt.

    451. Wir lieben es nicht, eingehende, handgreifliche Ratschläge zu erteilen. Vor allem deshalb nicht, weil die Menschen sie nicht befolgen. Die Menschen kümmern sich nicht um die Grundsätze der Lehre. Sie bevorzugen immer Fakire und Wahrsager. Doch sogar diese beliebten Methoden werden nicht


zwecks Ausführung angenommen. Gewiss, man sucht Rat, doch man bemüht sich nicht, ihn zu verstehen und verdreht und missbraucht ihn.

    452. Nicht allein Narren leugnen das für sie Unsichtbare, sondern auch Gelehrte zerstören auf dem Weg ihrer Suche nach Fakten viele nützliche Dinge. Ein voreingenommener Gedanke, der alles bereits Vorbestimmte tötet, wirkt wie eine schwere Last. Es ist auch möglich, dass der Rat augenblicklich befolgt und gerade dann zur Seite geschoben wird, wenn das Samenkorn sich zu bilden beginnt.
    Wer kann sich die Verwicklung der voraneilenden Ströme vorstellen? Ihr wisst, wie die große Zukunft vorbereitet wird, und sie kann nicht einfach verlaufen. Man muss sich an Ausbreitungen, die für Uns, doch nicht für jedermann sichtbar sind, gewöhnen. Es gelang Uns, in die Finsternis einzudringen, und man muss daran denken, dass Feierlichkeit die beste Stärkung ist.

    453. Wahrhaftig, alles im Universum ist einmalig, doch das Individuellste bleibt das Herz des Menschen. Doch wer kann den Abgrund ermessen? Und wer wird die Aufgabe übernehmen, aufzuklären und zu den Völkern über das Herz zu sprechen? Weder Rechtsgelehrte noch Arzte, noch Krieger, noch Priester, sondern die Schwestern vom Großen Berg werden die feierliche Pflicht übernehmen; eine Hand auf das schmerzende Herz legend werden sie mit der anderen auf die unbegrenzte Seligkeit hinweisen. Wer sonst wird die Feierlichkeit der Liebe begreifen, die den silbernen Faden mit der Zitadelle des Höchsten Herzens verbindet? Deshalb senden Wir die Schwestern zu einer Heldentat des Herzens aus. Die Unermesslichkeit des Höchsten Herzens kann ein unentwickeltes Bewusstsein nicht erfassen und kundtun. Doch euch muss es bereits gelingen,


Feierlichkeit in euch aufzunehmen. Ihr müsst darum besorgt sein, Feierlichkeit nicht durch Nichtiges and Unebenbürtiges zu stören. Auf diese Weise werden die Schwestern vom Berg im Dienst voranschreiten. So werden sie die Herzen der Menschen vor Niedertracht und den durch Finsternis erzeugten Gestank schützen.

    454. Bei allen Rassen und zu allen Zeiten gab es den Kult des Herzens. Sogar der Wilde - ein lebendiges Herz verzehrend - betrachtete es als die höchste Kraft und erwies damit auf seine Art dem Herzen Verehrung. Aber unser Zeitalter hat die Lehre des Herzens völlig vergessen und abgelehnt. Das Herz verlangt nach neuem Verstehen. Man muss darauf vorbereitet sein, dass die rein wissenschaftlichen Fakten über das Herz besondere Anschuldigungen von Aberglauben erwecken werden. Die dogmatischen Fachleute werden sich besonders anstrengen, ihr kümmerliches Dasein zu verteidigen. Man muss sich daher bewusst sein, dass der Kampf um das Verständnis für das Herz besonders hart sein wird. So werden die finsteren Kräfte das Gehirn verteidigen und es dem Herzen entgegenstellen. Dies wird natürlich nur zu Entstellungen führen. Der Fuß hat wichtige Funktionen, es ist jedoch unzweckmäßig, die Nahrung mit seinen Füßen zum Munde zu führen. Daher steht Zweckmäßigkeit an erster Stelle.

    455. Die Atmosphäre ist ungewöhnlich dicht! Man muss schon sehr abgestumpft sein, um nicht bei jedem Schritt die offenbaren Phänomene zu fühlen. Man kann den Zustand der Welt nicht als normal ansehen; doch auch die Menschen von Atlantis versagten gleichermaßen, um all das zu sehen, was bereits in Staunen versetzte. Sie gingen sogar noch weiter. Sie verurteilten jeden zum Tode, der das offenkundige Unheil aufzeigte. Eine solche Maßnahme beschleunigte natürlich den Untergang bloß.


Die Menschen haben nie freiwillig zugegeben, dass sie selbst die Grundlage der Umwandlung der psychischen Energie waren, und sie scheuten sich nie, diesen wertvollen Kraftstrom abzuwenden.

    456. Wahrhaftig, die unnachgiebige, nie abweichende Kraft des Herzens schafft die der Feurigen Welt geziemende Beharrlichkeit. Nicht krampfhaftes, verwirrendes Streben, sondern das flammende Herz führt das Bewusstsein den Höchsten Welten entlang. Lasst uns in Feierlichkeit verweilen.

    457. Der Strom der Herzenergie wird oft auf der rechten Seite des Organismus gefühlt. Die Energie trifft den "Kelch" und reflektiert naturgemäß von hier auf der rechten Seite des Organismus. Die Schläfen, der Nacken, die Schultern, die Knie und die Gliedmaßen offenbaren ein Gefühl, das ganz dem Abfluss physischer Kraft gleicht. Unberechenbar ist die auf diese Weise vom feurigen Herzen ausstrahlende Energiemenge. Daher mahnt der Lehrer oft zur Vorsicht. Es ist schwierig, sofort genau den Beginn dieser Ausströmung festzustellen, denn die räumlichen Magneten und Anziehungskräfte erfordern oft gleichzeitig Projektionen in verschiedene Teile der Welt und in verschiedene Sphären. Könnte man die Rufe nach der Herzenergie mit einer elektrischen Glocke verbinden, so ergäbe dies oft einen Dauerton, der nur in seiner Starke variiert. Solche Experimente wird man zweifellos durchführen, doch die Forscher werden selten zugeben, dass diese Erscheinung von der Herzenergie ausgeht, sie werden sie eher der Nervenzusammenziehung zuschreiben. Es ist nicht lange her, seit man für solch einen Telegraphen auf dem Scheiterhaufen verbrannt worden ist.

    458. Schließlich wurde vor gar nicht langer Zeit die Kartoffel als Teufelsapfel angesehen. Wir wollen nicht überschwänglich werden,


denn es gibt unzählige dieser Beispiele von Unwissenheit. Man kann sogar der Unwissenheit Wilder den Vorzug geben, denn sie lassen sich über die Möglichkeiten der fernen Welten leichter aufklären. Selbst die Reinkarnation bleibt eine Kuriosität oder Aberglaube. Sämtliche Hinweise bis zu den Naturgesetzen führten bisher zu keinen entscheidenden Schlussfolgerungen. Ich wiederhole das nicht für euch, doch für die feigen Unwissenden, die Verbrechen mit Verantwortungslosigkeit bemänteln wollen. Wie sie den Tod fürchten! Zudem fürchten sie sich an das andere Ufer des Stromes zu gelangen. Mitunter ist es notwendig, sie in ihrer Unwissenheit aufzurütteln. Schlafende bedürfen häufig eines Schlages.

    459. Schlafende könnten leicht verbrennen, weil sie das Feuer neben sich brennen ließen und es nicht bemerken wollten. Doch auch das sage Ich nicht euch, denn ihr wisst bereits, was Wachsamkeit bedeutet.

    460. Nicht allein Schwingungen, sondern auch das Wesen des Herzens ruft Schaffenskraft hervor. Dieselbe Energie sollte in den geringsten Lebenserscheinungen geschätzt werden. Sogar in seiner geringen Erscheinung stellt Leben ein Wunder dar, das es verdient, in zahlreichen Büchern beschrieben zu werden. Lenken wir unsere Aufmerksamkeit auf die physische Hülle, so wird die Beachtung unserer Herztätigkeit unvermeidlich verstärkt. Die Lehre des Herzens ist die Lehre von den Ursachen der Erscheinungen. Bei den Alten begann die Lehre, indem sie ihre Hände auf das Herz legten; worauf der Lehrer die Frage stellte: "Hörst du?". "Ich höre", antwortete der Schüler. "Das ist das Pochen deines Herzens, doch es ist nur das erste Pochen an die Tore des Großen Herzens. Beachtest du deinen Herzschlag nicht, dann wird dich der Schlag des Großen Herzens betäuben." So wurde mit einfachen Worten die Weisung erteilt;


so wurde der Pfad der Unbegrenztheit über die Selbsterkenntnis gelegt. Doch kann es sein, dass wir von den Alten abwichen und uns den Pfad des Bebens, den Pfad ewiger Bewegung nicht mehr vergegenwärtigen können? Ihr habt richtig bemerkt, dass die Bewegungskraft das Pfand der Vervollkommnung ist. Deshalb wird ein statischer Zustand, bar jeder Anspannung und jeden Strebens, den Gedanken der Menschheit nicht erheben.

    461. Es ist wertvoll zu erkennen, dass jedes unserer korrekten Urteile den Raum bereichert. Doch wie groß ist die Verantwortung für jegliche Verschmutzung!

    462. Viele Begriffe und Zustände sind unaussprechlich. Allein durch Missachtung des Wortklanges ist es möglich, dass Menschen oft zwitschern wie Vogel; doch studierten wir die Sprache der Vögel, wir waren über ihre Feierlichkeit erstaunt. In den Worten der Vögel gibt es mehr Begeisterung als in den verzerrten Urteilen zweibeiniger Erdbewohner. Nicht ohne Grund spreche Ich erneut über die Feierlichkeit, ist sie doch die Nahrung des Herzens! Weder durch Verurteilung noch durch Reizbarkeit, sondern in Feierlichkeit bereiten wir uns für den großen Marsch nach vorn vor.
    Dieser Marsch nach vorn muss als Dienst an der Lehre des Lebens verstanden werden. Ihr seht selbst, wie Ereignisse zusammentreffen. Ebenso seht ihr, dass Quantität keine Bedeutung hat und oft nur eine Last sein kann. Ihr seht selbst, dass die Ereignisse zunehmen; denn die kosmischen Erscheinungen versetzen sogar die Kurzsichtlichen in Staunen. Doch zählt die Stunden, denn die Zeit ist gesättigt wie nie zuvor.

    463. Die Störung klimatischer Verhältnisse ist offensichtlich. Doch die Menschen nehmen von den Sonnenflecken oder dem Verschieben der Erdachse oberflächlich Notiz. Solche


Behauptungen werden von den Feigsten gemacht, doch auch ihnen ist nicht bewusst, was sie sagen. Das Verschwinden von Zivilisation, die Vernichtung von Leben, von der der Planet öfter als einmal heimgesucht wurde, stießen genau auf die gleichen Argumente. So beachteten die Menschen auch die Zeichen der Bedrängnis nicht und fuhren fort, über das Verlängern der erschöpften Lebensbedingungen oberflächlich zu argumentieren. So fragen die Menschen unter zahllosen missverstandenen Begriffen auch, warum beim Studium des höchsten Wissens eine größere Feinfühligkeit und besondere Schmerzen unvermeidlich sind. Würde man ihnen sagen, dass die Auserwählten ihrer Sorglosigkeit wegen leiden, sie würden es nicht glauben. Sie wollen es nicht wahrhaben, dass sie selbst die Energieverdichter und Energieumwandler sind. Sind daher zahlreiche solcher Apparate beschädigt, ist die Energieverteilung gestört, und nur einige feinfühlige Herzen nehmen den Druck auf sich, der auf die ganze Welt verteilt sein sollte. Die Sonnennaturen nehmen den Druck der feurigen Energie auf sich und müssen für Millionen Drohnen Verantwortung tragen.

    464. Wir tragen Unseren Schülern auf, sowohl die Wüste als auch die Stadtatmosphäre kennen zu lernen. So können sie vergleichsweise die Unterschiede im Druck der feurigen Energie feststellen. Menschenansammlungen sind untersagt, solange die Menschen nicht erkennen, welch wertvolle Energiegefäße sie darstellen. Sie sind für den Gedanken über den Wert ihres Geistes unzugänglich. Deshalb ist das Gefühl der Feierlichkeit für sie das schwierigste. Das Beben der Schwingen und stetiger Aufstieg übersteigen die Kräfte des einzelnen,


solange die Bedeutung des Geistes verneint wird. Es gibt zweifellos eine Störung klimatischer Verhältnisse. Ist nicht der Geist der Menschheit für diese gefährliche Erscheinung verantwortlich?

    465. Die Wiedergabe der Aura auf einen Film hängt nicht vom Film selbst ab, sondern vom Photographen und dem zu photographierenden Subjekt. Eine gewöhnliche, jedoch gute Platte genügt. Wichtig sind vor allem die Eigenschaften der Beteiligten und der Zeugen. Sogar bei guten Eigenschaften eines Beteiligten sollte man nicht sofortige Resultate erwarten. Man muss die Vina stimmen, um wohlklingende Töne zu erhalten! Doch die Menschen bringen vor allem für Vorbereitungsarbeiten am wenigsten Verständnis auf. Außerdem ist eine weitere Bedingung zu erfüllen, man muss fähig sein, wenigstens einen einzigen Tag ohne die geringste Reizbarkeit zu verbringen. Imperil zerfrisst die bedeutendsten Energiereflexe. Eine reizbare Person kann man im wahrsten Sinn des Wortes als leere Hülle bezeichnen. Durch einen einzigen Kristall von Impenl werden die bedeutendsten Ergebnisse getrübt. Man sollte Imperil nicht als Hauspflanze betrachten; sein giftiger Hauch verbreitet sich weithin und vernichtet alle Ströme. Wenn Ich daher gegen Gereiztheit spreche, habe Ich kein Dogma, sondern einen medizinischen, heilsamen Hinweis im Sinn. Wie immer, diese Überlegung muss verwirklicht werden - angefangen beim Geringsten.
    Für das Photographieren der Aura sind auch andere, mechanische Methoden von Wert. Es ist nützlich, vor der Aufnahme Moschus einzunehmen, der die Energieströme anregt. Es ist günstig, einen schwarzen Samtschirm zu verwenden und tunlichst Feierlichkeit zu bekunden. Es wäre natürlich töricht, den Raum mit gelegentlichen, neugierigen Besuchern zu füllen.


Die Atmosphäre des Raumes muss mit Eukalyptusöl gereinigt werden. So sollten nicht nur die okkulten, sondern auch die rein hygienischen Vorkehrungen getroffen werden.

    466. Die Gedanken des einzelnen sollten stets auf die Kette der Weißen Kräfte gerichtet sein. Keine Verurteilung, sondern allein der künftige Aufbau ist nötig. Die Weiße Kette von den Bergen des Lichts strahlt. Wenn sogar der Geringste die Herrlichkeit der Weißen Kette wahrnimmt, so sind das bedeutende Zeiten. Sämtliche Weisungen sollten befolgt werden, damit kein Deut Imperil die Macht der Weißen Kette hindert. Ebenso schön ist es, jede Kleinlichkeit hinwegzufegen, wenn titanische Körper erschüttert werden.

    467. Herzhygiene setzt gute Taten voraus, doch im weitesten Sinn. So zählen zu den guten Taten weder die Aufmunterung zu Verrat und Bosheit noch die Unterstützung von falschen Propheten und Betrügern, Feiglingen und sämtlichen Dienern der Finsternis. Gute Taten sind auf das Wohl der Menschheit ausgerichtet. So erwirbt das Herz Feierlichkeit als Harmonie der Sphären. Wahrhaftig, gute Taten zeichnen sich wirksam als wohltätige Heldentaten aus - nicht als fanatische, sondern als zweckdienliche. Oft werden gute Taten als die Grimasse von Unverantwortlichkeit verstanden; es ist bequemer, nicht zu überlegen und leicht auszuweichen.

    468. Das Herz erkennt, wo es Abweichung, wo es Neugierde, wo es einen Wunsch nach Wissen gibt - so erkennet jene, die sich nähern. Doch vertraut das Feuer nicht den Oberflächlichen an, vertraut den Neugierigen nicht das Zählen der Seiten an. Viele Missgeschicke rühren von Vertrauensseligkeit her, die dort unangebracht erscheint, wo die Schätze verwahrt werden.


    469. Licht sollte als lebendige Substanz erkannt werden. Der Aufstieg sollte als die einzig vorbestimmte Richtung verstanden werden. Es ist schwierig, Missgeschick als eigenen Fehler zu erkennen.

    470. Möge man das Wesen des Herzens auch nur als untilgbares Substrat erkennen. Die Bezeichnung ist unwichtig, doch das Wesen des Herzens ist unverkennbar. So muss man sich an die allen Menschen vertrauten, unabänderlichen Begriffe gewöhnen. Die Betroffenen werden erkennen, warum vor undenklichen Zeiten Osiris35 getötet und seine Teile über die ganze Welt verstreut wurden. Ohne dieses Töten wären die Boten nicht in alle Welt gesandt worden. So bedeutet Leiden von einem anderen Gesichtspunkt aus Erweiterung. So ist auch das genaue Lesen der in vielen Büchern aufscheinenden Arbeiten sehr bedeutungsvoll. Wer diese studiert, der wird die Lehre nicht in den gleichen Stimmungen aufnehmen, und so ergeben sich zahlreiche Gesichtspunkte. Deshalb ist es weise, in jedem Buch, wenn auch nur kurz, das, was früher verborgen blieb, zu berühren, um die Aufnahme in ähnlichen Gemütsverfassungen zu ermöglichen. Stimmungen sind die Geburt von Gesichtspunkten.

    471. Die Menschen halten die Lehre des Herzens für wenig begründet. Aber kann man den Strom der Herzenergie als etwas Okkultes betrachten? Im Gegenteil, es gibt nichts Genaueres als den Herzschlag. Das feinfühlige Herz führt zur Bewusstseinserneuerung. Erweist wenigstens der Herztätigkeit Achtung.

    472. Jedes Vorurteil, ob negativ oder positiv, ist falsch. Es steht im Widerspruch zu jedem Yoga; es unterbindet den phänomenalen Aspekt des Aufstiegs.


Oft wird Vorurteil mit Gefühlswissen verwechselt. Doch diese Eigenschaften widersprechen einander geradezu. Das Vorurteil entspringt dem Verstand, während das Gefühlswissen im Herzen wohnt. So kann man das Kind des Verstandes nicht mit jenem des Herzens gleichsetzen. Solch eine Annahme ist nicht nur falsch, sondern es ist sogar schädlich, die Herztätigkeit abzumindern. Man kann beobachten, wie sich Vorurteile anhäufen, bis das ganze Leben zu einem selbst geschaffenen Gefängnis wird. Doch Gefühlswissen berührt die kosmische Wahrheit, es enthält daher nichts Herabsetzendes. Die Selbstentfaltung des Gefühlswissens führt zur Feierlichkeit des Gefühls. So nähern wir uns durch verschiedene Tore der Wohnstätte der Feierlichkeit.

    473. Wer das heilige Beben der Feierlichkeit nicht erlebte, der kann den Schaden von Vorurteil nicht ermessen. Es bildet sich nicht bei großen Taten, sondern bei jeder geringen Handlung. So erwacht der Sklave des Vorurteils bereits fluchend über den Traum, der in die Beschränkungen seines Wesens nicht hineinpasst. Er wird den ganzen Tag verurteilen und fluchen, weil er keine Maßstäbe des Herzens kennt. Er wird einschlafen in Verurteilung und wird sich in die der Verurteilung geziemenden Sphären begeben.

    474. Sowohl das Aussterben des menschlichen Geschlechts und des tierischen Lebens als auch die Erschöpfung der Zeugungskräfte der Natur deuten auf das Ende von Kali Yuga hin. Dieser Prozess enthüllt sich vor euren Augen, aber nur wenige bemühen sich, diese kosmische Erscheinung zu bemerken. Sogar ihr seid zuweilen geneigt, die Beweise des von der Menschheit erwirkten


strengen Gesetzes dem Zufall zuzuschreiben. Es wäre unmöglich, die Vorkommnisse der letzten Jahre nicht wahrzunehmen! Aber dennoch beschwichtigen sich die Menschen mit den Tröstungen von gestern, sollten sie aber irgendwo bedrohliche Zeichen wahrnehmen, verfallen sie dem Bann tierischer Angst. Jedoch niemand hört auf das Wort über das Herz. Die erhabene Substanz der Rettung bleibt ungenutzt.

    Ihr wollt Unsere Gespräche für das Allgemeinwohl sammeln; so sei es, doch die Leser können an euren Fingern abgezählt werden. Viele werden die Seiten des Buches durchblättern und über die kindlichen Beurteilungen des Herzens, über Armageddon, über die Erschöpfung der Zeugungskräfte lächeln. So geschah es bereits öfter als einmal. Und so muss es wieder kommen, und man kann nur wünschen, dass das Ende von Kali Yuga nicht Das Ende werde!

    475. Indes bedarf es nicht vieler entschlossener Geister, um die unheilvolle Lage zu ändern. Einige feurige Herzen könnten sich in selbstloser Wache erheben und das feste Schutznetz weben. Weder das Überirdische noch die Magie, sondern einfach feurige Bestrebung des Herzens wird die Welten vereinen. Ich sprach bereits vom Ende des Kali Yuga, doch manche denken, dass scheinbar hundert Jahre verbleiben. Es wird keiner Möglichkeit zur Eile stattgegeben, obwohl einfache chemische Experimente beweisen, dass Reaktionen Erscheinungen beschleunigen.

    476. Sogar dem zartesten, dem mitleidigsten Herzen sollte es nicht an Mut fehlen. Das Herz ist ein Fels, auf dem Festungen erbaut werden können. Kann eine Festung ohne Mut


und Feierlichkeit bestehen? In den bedrängtesten Verhältnissen gewährt Mut Aufschwung zum Weitblick, und Feierlichkeit führt zu den Höhen. Man sollte unermüdlich nach Mut und Feierlichkeit streben. Mut kann entweder unter den Trümmern der Zerstörung erstickt werden oder gänzlich unentwickelt bleiben. Diese Eigenschaft ist in den Reihen jener zu finden, die nach Entwicklung trachten. Jede Beschaffenheit des Mutes ist in der Vergangenheit erprobt worden, doch es ist nicht schwierig, Mut zu entfachen, wenn seine Klinge bereits kampferfahren ist. Die Menschen gebrauchen oft schöne Aussprüche, ohne ihre Herkunft zu kennen. Sie sagen richtig: "Das Herz entbrannte" oder "Der Geist entflammte". Das heißt, dass es Zeiten gab, in denen man sich an das Feuer des Herzens erinnerte, doch jetzt schämt man sich dieses Feuers. Man ist vor allem bereit, den schönen Ausspruch als Aberglauben, Phantasie oder Ammenmärchen abzutun. Doch in den besten Augenblicken lasst uns des Feuers, des Mutes und der Feierlichkeit gedenken. Die reiner Feierlichkeit innewohnende Liebe bedarf immer der Verteidigung gegen finstere Verleumder. Mut wird zum Schild, und Feuer verschweißt seine Ströme zu einem feurigen Schwert. Nicht ohne Grund gebiete Ich Mut; er festig den Weitblick.

    477. Der Panzer kann von verschiedener Art sein. Er konzentriert sich oft in eine Sonnenscheibe über dem Solarplexus. Unter östlichen Rüstungen begegnete man oft diesem Merkmal. Es wurde manchmal als der Mithraskult36 gedeutet, doch es ist weit älter. Der Panzer des Solarplexus diente als Entwurf für diese Kriegrüstung. Aber der Solarplexus legt


im Kampfe seine Rüstung an. Jetzt ist der Kampf im Gange, und der Geist eilt natürlich in die vordersten Reihen. Kriegerin, mächtig hast du deinen Mut geschmiedet!

    478. Mögen sie Unsere Ratschläge über das Herz belächeln. Am schwierigsten für sie wird es sein, die Ausmaße von allem zu erfassen, angefangen mit ihrem eigenen Herzen. Aber Wir können das Verstehen abwarten. Wir kennen die Charaktere der Menschen! Deshalb setzen Wir Unser Vertrauen in die Kraft der Geduld. Mut bejahend werden Wir die Geduld nicht vergessen. Es ist ein Trost zu wissen, dass Geduld jedwede Reizbarkeit überwindet. Mit der Verstärkung der Geduld wird eine besondere Substanz geschaffen, die gleich einem kräftigen Gegengift sogar Imperil unwirksam macht. Doch Geduld bedeutet natürlich nicht Gefühllosigkeit. Bei verbrecherischer Gleichgültigkeit treten keine segensreichen Wirkungen zutage. Geduld ist eine bewusste Anspannung und Widerstand gegen Finsternis.

    479. Geduld ist die Quelle des Segens. Nichts erprobt das Herz so sehr wie bewusste Geduld. Ihr kennt das Wesentliche dessen, was jetzt vor sich geht. Könntet ihr der Spannung der Sphären standhalten ohne die durch Erfahrung in vielen Zeitaltern erworbene Geduld?

    480. Wenn sich jemand auflehnt, dass man mit der Feinstofflichen Welt nicht in Berührung kommt, so weist darauf hin, wie sehr diese Behauptung nicht stimmt. Die Schwingen der Feinstofflichen Welt berühren die Menschen öfter als man gewöhnlich denkt. Doch die Menschen selbst vertreiben die unsichtbaren Fliegen und unsichtbaren Spinnweben. Die Menschen bekämpfen oft auch den sich aufdrängenden Gedanken und wenden sich um mit der Frage: "Wer ruft mich?" Viele feinstoffliche, doch völlig echte Empfindungen


füllen das Leben. Viele von ihnen können zufolge ihrer physischen Wirklichkeit sogar mit relativ groben Apparaten studiert werden. Wie ihr wisst, kann das Gefühl von unsichtbaren Spinnweben im Gesicht deutlich und anhaltend empfunden werden. Für Ärzte, die sich mit dem Erforschen von psychischen Erscheinungen befassen, müsste diese Empfindung doch sehr bedeutsam sein. Warum untersucht man bei solchen Menschen nicht mittels verschiedener Apparate den Puls, die Beschaffenheit der Sekrete, das Herz sowie die Empfindlichkeit der Haut? Das feinstoffliche Element wird auch in der Nähe des Beobachteten ein gewisses Beben anzeigen. So konnte man durch Herantasten mit nützlichen Beobachtungen beginnen, doch die Hauptschwierigkeit besteht darin, dass solche Versuche gewöhnlich sporadisch durchgeführt werden, ohne unentwegte eiserne Geduld. Die Feinstoffliche Welt erfordert Bestrebung, kein Verkrampfen.

    481. Wenn Ich von der Berührung der Feinstofflichen Welt spreche, meine Ich auch die Empfindung eines Händedrucks oder eine Aufmerksamkeit hervorrufende Berührung. Aber diese Erscheinungen können unerwartet eintreten und entziehen sich daher der Beobachtung. Doch die unsichtbare Spinnwebe und der so genannte sich aufdrängende Gedanke können erforscht werden. Natürlich nicht in Irrenhäusern, sondern man möge die Feinstoffliche Welt gerade an gesunden Menschen studieren. Besessenheit bietet natürlich eine Reihe von Erscheinungen, doch die niederen Sphären dürfen nicht berührt werden, weil sie schrecklich ansteckend sind.

    482. Ist es nicht eine starke psycho-physische Erscheinung, wenn das Bett, der Lehnstuhl und der Tisch von heilkräftigen Schwingungen erbeben? Es ist nicht verwunderlich,


wenn diese manchmal irrtümlich als das Beben eines Erdbebens angesehen werden. Skeptiker werden diese Empfindung oft als Schwindel bezeichnen. Die Schwingungserscheinung liefert auch Material zum Experimentieren. Sogar mit einfachen Apparaten kann man die Schwingungen schwerer Gegenstände beobachten. Von solch groben Beispielen kann man zum menschlichen Organismus übergehen, der in allen Nervenzentren vibriert. Ihr kennt diese Schwingungen und nehmt sie als ganz natürlich hin, doch lasst uns nicht in der Hoffnung wiegen, dass viele Menschen damit vertraut werden wollen. Jedoch alle Lehren kennen sie und sprechen ausdrücklich von ihnen. Sogar primitive Lehren messen den Schwingungen große Bedeutung bei. An das Herz denkend, lasst uns untrüglich an die mächtige Heilkraft durch Schwingungen erinnern.

    483. Doch wenn Ich von Vorsicht spreche, so denke Ich auch an Schwingungen, denn viele sich kreuzende Ströme können giftige Verbindungen schaffen. Deshalb ist es sehr wichtig zu wissen, woher die Schwingungen kommen, ehe man sie mit dem Herzen aufnimmt. Wunderbar ist der Herzensstrom; er begreift die Verbindung besser als Telegraphie. Die Erkenntnis der Hierarchie führt ebenfalls dahin. Man muss verstehen, welche Bedeutung Bewusstsein für das ganze Wesen hat.

    484. Schwarzes Herz war immer als das Symbol großer Gefahr betrachtet worden. Nur der unerschütterliche Mut konnte diesem Missgeschick widerstehen. Doch solcher Mut wurde selten aufgebracht. Der Grad des Mutes wird durch die Starke des Unheils erprobt, und wahrer Mut verstärkt sich in Übereinstimmung mit der Verstärkung der Gefahr. Unsere Kriegerin kennt den Grad des Mutes


von dem Ich spreche. Wenn die finsteren Legionen angreifen, sind die Folgen unterschiedlich. Bei Verletzung der Wesenheit ergibt sich Besessenheit, der geläuterte Geist kann zwar nicht der Besessenheit erliegen, doch von Krankheit befallen werden. Ihr habt gelesen, dass Unser Bruder, der sich schon auf einer hohen Stufe befand, durch finstere Gegenangriffe dennoch erkrankte. Man muss an solche Folge erinnern, denn der Kampf ist gewaltig. Gewiss, die Wirkungen der finsteren Pfeile können abgeschwächt werden, doch es bedarf dennoch der persönlichen Vorsicht. Die gleiche Bestrebtheit muss zur Erlangung von Mut, als Kur gegen das schwarze Gift, aufgewendet werden. Physische Schwächung bedeutet nicht geistige Schwächung; im Gegenteil, der Aufwand geistiger Schätze ist manchmal uneingeschränkt.

    485. In der Großen Schlacht muss man sehr vorsichtig sein. Die Hauptbedingung ist, davon überzeugt zu sein, dass hinter einem die Gefahr der Unschlüssigkeit lauert, die Verrat ausheckt. Man sollte daran denken, wie allmählich Wir die Eigenschaften des Herzens enthüllten und für die großen Taten vorbereiteten. Man muss immer daran denken, dass Unsere Weisungen nicht abstrakt sind. Auch muss man verstehen, dass Yoga zur rechten Zeit gegeben wird. Weder durch das am Boden Wälzen des Körpers noch durch Einnehmen von physischen Giften, sondern, wie seit langem bekannt, wird zur Rettung der Welt das geistige Gift durch Agni Yogis getilgt. Die schwarzen Herzen werden diesen Großen Dienst nicht verstehen. Für sie sind physische Gifte weit stärker als geistige. Man muss dies unermüdlich wiederholen. Dann wird sich Mut mit Vorsicht vereinen.

    486. Gefahr droht auch, wenn die Weisung


nicht sogleich befolgt wird. So ist es sogar im täglichen Leben: Wenn wir jemanden bitten zur Seite zu treten und er anstatt dies zu befolgen, den Grund wissen will oder sich bestenfalls umblickt, kann ihn der Stein treffen. Das gleiche geschieht mit erfolglosen Schülern. Ihre Herzen werden schweigen, wo es augenblicklich zu handeln gilt. Das ist auch für das Herz selbst schädlich, denn was könnte verheerender sein als unausgeführte Befehle des Herzens? Wenngleich das Herz schweigt, so heißt das nicht, dass in seinem Innern das Telegrafenzeichen nicht dennoch aufgenommen wurde. Das ist genauso schädlich wie das Herz durch Verstand zu trüben! Wie viele Herzen sind wegen der Anspannung von unausgeführten Befehlen stehen geblieben! Der Zwiespalt zwischen Herz und Verstand ist die traurigste Seite der Menschheit.

    487. Eine unerlässliche Bedingung zur Aufwärtsbewegung ist das Verzehren des Erdengiftes oder die Kreuzigung. Es ist, als ob eine Abrechnung mit der gröbsten Materie stattfände. So lernen wir fliegen, indem wir das schwere Schuhwerk unten lassen.

    488. Bereits vor Beendigung des ersten Buches fragte mein Freund nach dem Erscheinen des nächsten. Ohne eine einzige Weisung erfüllt zu haben, wollte mein Freund wissen, wann die nächsten Ratschläge erteilt werden. Ohne ein einziges Geheimnis behütet zu haben, forderte mein Freund, ihm weitere anzuvertrauen. So wisst ihr, wie die Dinge sich verhalten. Ihr wisst, wie der Schriftkundige, ohne das Buch gelesen zu haben, einem versichert, alles von Geburt her zu wissen. Ihr wisst wie der Bescheidenste, ohne eine einzige Gewohnheit abgelegt zu haben, euch seiner völligen Erneuerung versicherte. Daher ist seit undenklichen Zeiten auf die Nützlichkeit, die Gewohnheiten abzulegen, hingewiesen worden. Das Reisen


durch viele Länder verleiht unter anderem die Eigenschaft, sich den unterschiedlichsten Bedingungen anzupassen. Ein Mensch, der die Herzen vieler Völker verstanden hat, der wird im Gedränge der Feinstofflichen Welt nicht verloren gehen. Doch das ist natürlich eine der mechanischen Methoden der Bewusstseinserziehung; die grundlegende Stärkung des Bewusstseins erfolgt über das Herz.

    489. Wer im Herzen erkannt hat, der wird nicht danach fragen, was folgt, ohne das Vorangegangene gelesen zu haben. Somit verleiht Wahrnehmung des Herzens Anmut, die nicht mit Gold erworben werden kann. Die Erscheinung "Anura", mit anderen Worten: Anmut des Herzens - wird äußerst geschätzt. Sie gehört zu den aufgespeicherten und unveräußerlichen Eigenschaften. "Anura" - Anmut des Herzens - oder das königliche Herz. Man kann sehen, wie sich für einen von Kindheit an dieser Liebreiz manchmal sogar als Belastung erweist, weil Menschen mit unterschiedlichen Spannungen die Rhythmen verwirren.

    490. Wird ein Haus zum Vermieten angeboten, werden sogar die gröbsten Menschen jeden Winkel untersuchen und ihren Gefühlen Ausdruck verleihen. Könnten dann Wir Unsere Schüler in nicht untersuchte Wohnungen setzen? Man muss alles um sich herum kennen. Man muss alle Aufschichtungen der Vergangenheit empfinden, bevor man in die Zukunft strebt. Doch rückt die Entscheidung für die Zukunft heran, fällt die Vergangenheit ab wie der Schatten des schwindenden Sonnenuntergangs. Nur die Glut des Sonnenaufgangs erleuchtet die Stirn. Ohne Grund verdächtigen Uns manche Menschen ungenügender Zusammenarbeit. Unsere Besorgtheit um sie ist weit größer als ihre Gedanken an Uns. Wurde man die vielen vergeblichen Ratschläge und unvollendeten Aufbauwerke zählen, konnte man sich vorstellen, wie schwierig es ist, die Abgründe zu füllen!


So möge man sogar jetzt schöne Bollwerke errichten!

    491. Ihr seht, wie mächtig Feierlichkeit ist. Ihr seht, wie man gerade durch Feierlichkeit ans Ziel gelangen kann. Deshalb müsst ihr nicht nur zur Feierlichkeit raten, sondern sie als Rettung auch fordern. Wir haben mit dem Pfad der Feierlichkeit erst begonnen. Wenn ihr ihn fortsetzt, werdet ihr Wunder wahrnehmen. Bereits einen Monat widmen wir uns dem feierlichen Aufstieg. Trotz des Kampfes versammeln wir uns in Feierlichkeit. Wir haben alles in Arglist Gepflanzte zurückgewiesen und haben den sich bekundenden Vorrat an Gutem gesammelt. Über alle herzliche Errungenschaft erstrahlt Feierlichkeit. Zu ihr rufen Wir auf, auf sie weisen Wir hin!

    492. Vermehrt Feierlichkeit zehnfach! Vermehrt sie wie die Gebetslampen! Wenn Wir dem Pfad des Aufstiges entlang voranschreiten, dann vertraut eure Hände den Unseren an. Eilt zum Gipfel des Herzens. Bald werden Wir Uns den "Feurigen Zeichen" widmen. Jetzt wollen Wir die Eigenschaft des Herzens bestätigen und sie im Leben beweisen. Spannt eure Energie zu Ehren der Herrscher feierlich und mutig an!

    493. Ist es nicht eine wunderbare Erfahrung, die Herzenergie auf große Entfernungen anzuwenden und das große Werk zu fördern? Die Fristen können überprüft und absolute Genauigkeit kann bezeugt werden. Deshalb ist es so dringend notwendig, die wichtigsten Erscheinungen und Empfindungen niederzuschreiben. So vermag man Sinnwidrigkeiten entgegenzutreten, die überall nur Zufall und Zusammentreffen gelten lassen. Jene, die für die wichtigsten Energien keine bewusste Anwendung finden, schaden sich dadurch nicht nur selbst, sondern auch


anderen. Es gibt nichts schlimmeres als chaotische Gedankengänge und das Unterbrechen der Energieströme. Jeder ärgert sich, wenn seine Fackel unter seiner Nase ausgelöscht wird; doch gerade die Unterbrechung der Herzenergie kann als das Verlöschen der Fackel bezeichnet werden. Werdet nicht müde, dies zu wiederholen. Bei starkem Energiefluss ist es sehr gefährlich, den Rhythmus durch die alltäglichsten Reizbarkeiten zu unterbrechen. Ihr wisst nie, wofür eure Energie gebraucht wurde, deshalb wird Feierlichkeit der sicherste Schutz vor Unterbrechungen und Stacheln sein. Besonders im Armageddon müssen die üblichen Methoden aufgegeben werden. Ich bezeuge die große Zeit, der nur Feierlichkeit entsprechen kann.

    494. Ihr wollt Rettung und Erfolg, doch dafür ist vereintes Handeln erforderlich. Man muss begreifen, wie verderblich jede Unterbrechung des Rhythmus ist. Ein Jahrzehnt lang bereitete Ich diese Stunde der Schlacht vor. Sagt den Ungehorsamen, dass eine Verletzung des Fadens einen Abfall vom Herrscher gleichkommt. Lasst uns besonders jetzt endgültig daran erinnern. Jetzt ist es nötig, eiligst viele Brücken zu überschreiten, und der Schatz darf nicht vergeudet werden! Wir verlangen wenigstens jetzt, dass die gegenwärtige Zeit als nie dagewesen erkannt wird, andernfalls kann man, anstatt glänzenden Sieg zu erringen, dem Untergang anheim fallen. Wir führen euch zum Sieg, und niemand hat das Recht, Uns daran zu hindern! Die Finsteren werden jetzt durch unwürdige Kleinlichkeit wirken, doch gerade an ihnen kann Feierlichkeit gestählt werden.

    495. Die Menschen sind zuweilen geneigt, die Macht des Gedankens zuzugeben, doch sie wenden dieses Zugeständnis nicht bei sich an.


Sie träumen von erhabenen Gedanken, wollen aber die unbedeutenden nicht beherrschen lernen. Man wird fragen, wie der Gedanke in die Tat umgesetzt wird. Mit dem Beherrschen der unbedeutendsten Gedanken muss begonnen werden, und nachher darf nur der Gedanke aufkommen, der Berge versetzt. Der Rat, die unbedeutenden Gedanken zu beherrschen, ist der Beginn zur Förderung der Gesundheit des Herzens. Verlasst euch nicht auf verschiedene äußere Pranayamas. Der Weg des Agni Yoga führt über das Herz, doch dem Herzen muss durch Beherrschung der Gedanken geholfen werden. Ungeordnete Gedanken gleichen Gewürm und Fliegen; sie verletzen die feinstoffliche Substanz. Oft bergen sie tödliches Gift. Besonders die unbedeutendsten Gedanken sind Wahnsinn; und sie bilden das Haupthindernis für die Annäherung der feinstofflichen und der grobstofflichen Welt. Wie soll man die Freunde dazu bewegen, unverzüglich das anzunehmen und auszuführen, was über unbedeutende Gedanken gesagt ist?! Dazu bedarf es nur geringer Aufmerksamkeit sowie das Erkennen der Verantwortlichkeit.

    496. Beim Morgenrot der Schlacht sind Gedanken an die Zukunft sowie für das Gemeinwohl besonders notwendig. Die Skala Furioso37 wird das durch den Gedanken an den Dienst gefestigte Herz nicht berühren.

    497. Man wird euch die Frage stellen, warum sich die offenbare Hilfe erst am Rand des Abgrunds einstellt. Dafür gibt es viele Gründe: Karma und der Wunsch nach Selbstvervollkommnung, obgleich andererseits der Grund in der Anspannung der Herzenergie liegt. Für Zusammenarbeit mit den Höchsten Kräften bedarf es der Anspannung des Herzens, aber sie wird gewöhnlich nur erlangt, wenn die Anstrengung ihre äußerste Grenze erreicht hat. Das heißt: würde die Herzenergie sich so kundtun, wie es sein sollte, dann käme die Zusammenarbeit früher zustande. So gelangen wir wieder


zur Ausbildung der Herzenergie. Lasst uns erneut daran erinnern, dass dieses Ausbilden bei den geringsten Empfindungen und den gewöhnlichsten Tätigkeiten beginnen sollte. Dieser Umstand erschwert die Sache, weil die Menschen gewöhnlich zu sagen pflegen: "Lasst mich einen Riesen bekämpfen, verschont mich aber mit dem Flöhefangen". Jedoch Riesen sind selten, wogegen es unzählige Flöhe gibt. Durch diese finsteren Schwärme muss man hindurch. Das Haus muss vor ihnen bewahrt werden. Das vorn Riesen herbeigetragene Gift ist geringer als jenes vom Floh. Ebenso erweckt die Erscheinung des Riesen ungewöhnlichen Mut, doch Mut ist auch gegen Mücken und Flöhe vonnöten, und für gewöhnlich haben die Menschen eher unter Flöhen zu leiden als durch Riesen.

    498. Das Denunzieren der Lehre kann vielfältiger Art sein. Manche können die Lehre überhaupt nicht erfassen, genauso wie sie sich im allgemeinen weigern, weisen Rat anzunehmen. Doch weit gefährlicher ist es für jene, die den Wert der Lehre verstehen, sie aber bewusst ablehnen, weil sie bereits im Dienste der Finsternis stehen.
    So ist es auch mit Menschen, die von ihren sichtbaren Bestrebungen plötzlich abweichen. Dies geschieht aus mangelnder Herzensbildung. Dieser Gegenstand sollte in der Familie und in der Schule aufgegriffen werden. Ihm sollte mehr Wichtigkeit beigemessen werden als einem Experiment; er sollte entschieden zur Entwicklung des Gedächtnisses, der Aufmerksamkeit, der Geduld, des Wohlwollens und schließlich zur Beachtung der Herzempfindungen führen. So werden Feierlichkeit und Liebe zum Schönen Wurzeln fassen. So wird die Grenze von Licht und Finsternis bestimmt werden. Kinder lieben das Licht!


    499. Böses schafft eine Substanz, die an Dichte dem Guten ähnelt. Allerdings ist es unmöglich, im Raume Pflanzstätten von Gift zu unterhalten. Ist dann das Gesetz nicht gerecht, wonach der Säer ernten muss, mit anderen Worten, seine Ausgeburt umwandeln muss? Es wäre ungerecht, alles Böse den guten Geistern aufzubürden. Gewiss, ein großer Geist nimmt viel Böses in sich auf und wandelt es um; doch sogar ihm fällt es nicht leicht, das Gift der Welt aufzunehmen. Ihr wisst, wie schwierig es ist, das Böse aus allen Teilen der Welt umzuwandeln. Ihr wisst, welchen Preis an Herzenergie der Aufwand fordert.

    500. Das Herz galt immer als der Brennpunkt des Lebens. Dann erkannten die Menschen in ihren Herzen den Yoga der Hierarchie, mit anderen Worten, die Verbindung mit dem Höchsten. Jetzt ist der Yoga der Feinstofflichen und der Feurigen Welt festgelegt worden, diese Mitwirkung des Herzens tritt als neuer Bewusstseinszustand der Menschen in Erscheinung. Genau genommen, wir dürfen nicht in den Grenzen abstrakter Ethik verharren. Die Ereignisse und unbestreitbaren Zustände führen die Menschheit auf neue Wege; deshalb raten Wir so eindringlich, sich vom Joch der Gewohnheit zu befreien und unsere einmalige Zeit zu verstehen.
    Moses vertiefte sich in die Wissenschaft Ägyptens, überflügelte sie jedoch durch Zehn Gebote. So wirkte der Yoga der Hierarchie. Jetzt raten Wir den Wissenschaftlern: Es ist notwendig, dass ihr das Herz mit euren sämtlichen Verfahren beobachtet, und ihr werdet auf Erscheinungen stoßen, die euch nicht ganz verständlich.

    501. Wir schlagen den Ärzten vor, alle unverständlichen Erscheinungen als zur Feinstofflichen Welt gehörend zu behandeln, dann wird es keine Irrtümer geben. Mögen sie aber beginnen, alle so genannten gesunden Herzen zu messen und Vergleiche anzustellen! Ich erachte es für wichtig,


zu begreifen, wie ungewöhnlich diese Zeit ist, und wie notwendig es ist, sich an sie zu gewöhnen. Man muss auch immer an die gegenwärtige Schlacht denken.

    502. Ist es möglich, dass die Menschen die eigenartige Hitze, die eigenartigen Gewitter und Wirbelsturme nicht bemerken? Daher grämt ihr euch mit Recht über die durch menschlichen Wahnsinn verursachte kranke Natur!

    503. Erleuchtung ist ihrem Wesen nach eine bestrebte Seligkeit; daher kann sie nicht tödlich sein. Das Leben beweist jedoch ganz das Gegenteil. Woher kommt dieses widernatürliche Ergebnis? Natürlich nicht von den Lichtträgern selbst, sondern von der verbrecherischen Verseuchung der umgebenden Atmosphäre. So zeigt das Leben wieder einmal, wie sehr es den von Menschen geschaffenen Zuständen der Übereinstimmung mit den schönen Möglichkeiten ermangelt. Deshalb lasst uns unablässig Rufe in den Raum senden, um die Bewusstseine zu erneuern! Zahlreich sind die von Uns festgesetzten Bestrebungen, um die Aufmerksamkeit der Menschen auf den unberechenbar steigenden verbrecherischen Wahnsinn zu lenken. Man will sich über das Gesetz des Universums hinwegsetzen, doch in erster Linie ist es notwendig, die versäumten Möglichkeiten zu erkennen, wissend, dass alles gutgemacht werden kann. Wir träumen von neuen Rassen, doch lasst uns zunächst erwägen, warum die neue Rasse nötig ist, und wie jeder zu ihrer Verwirklichung beitragen kann. In erster Linie durch Regsamkeit. Es ist notwendig, Kindern diese beschwingte Regsamkeit zu lehren.

    504. Wahrhaftig, bald werden wir genötigt sein, uns vor dem Chaos der Naturelemente zu retten. Doch sogar diese Katastrophe kann durch die Erziehung des Herzens beträchtlich gemildert werden. Wir bitten die Ärzte der verschiedenen Länder, sich mit dem Studium des Herzens zu befassen. Es gibt viele Sanatorien für alle möglichen


Krankheiten, doch es gibt kein Herzinstitut. Dies ist ein Mangel an der Herzenserziehung, denn sogar Unwissende betrachten das Herz nicht als zweitrangig. Jedoch die Herzkrankheiten übersteigen zahlenmäßig Krebs und die Lungenkrankheit. Es muss Heilstätten für Herzstörungen geben, in denen sofortige Beobachtungen angestellt werden können. Natürlich können sich diese Heilstätten auf unterschiedliche Klima Verhältnisse und unterschiedliche Höhenlagen erstrecken. Es wird sich herausstellen, dass eine ganze Legion mit notwendiger Forschungsarbeit im Zusammenhang sowohl mit geistigen Problemen als auch mit landwirtschaftlichen und anderen Fachgebieten beschäftigt werden könnte. Das Herzinstitut wird der Tempel der künftigen Rasse sein. Das Herzinstitut wird in die Kulturgesellschaft eingehen, denn Verstehen des Herzens ist von Kultur nicht zu trennen.

    505. Der Mangel an Beobachtung unter den Menschen ist erschütternd! Versucht, ein Zimmer allmählich mit Rauch zu füllen und beobachtet, wer von den Anwesenden ihn zuerst bemerken wird. Gewöhnlich verwandelt sich der Zustand der Selbstzufriedenheit sofort in Verzweiflung. Der Schrecken hegt darin, dass Verzweiflung durch Selbstzufriedenheit ersetzt wird. So haltet unrhythmische Schwingungen für das größte Unglück. Bei Uns wird die Aufmerksamkeit in erster Linie auf die zur Harmonisierung der Zentren beitragende Beobachtung gelenkt.

    506. Es ist vor allem notwendig, einfach Achtung vor der psychischen Energie zu haben. Eine Energie, die gleich Feuer den ganzen Raum durchdringt und sich in den Nervenzentren verdichtet, muss geachtet werden. Sogar Kinder sollten verstehen lernen, dass jeder Händedruck und jeder Blick diese verbindende Energie ausstrahlen.


Das Bemühen, Achtung zu empfinden, wird auch Behutsamkeit gegenüber diesem Schatz des Herzens einflößen. Jedem vernünftigen Menschen geziemt es, Achtung zu haben. Deshalb, weil sie von der Menschheit missbraucht wird, braucht man sich nicht zu schämen, über Achtung zu sprechen. Wie kann man Bekundung der Herzenergie erwarten, wenn man sie nicht achtet? Die Energie tritt nur mit ihrer Erkenntnis in Erscheinung. Wenn das Gesetz des Ausgleichs gilt, muss man alles, was empor führt, achten.

    507. Ein erfahrener Herrscher legt seine Hand oft auf die Schulter oder auf die Hand seines Gesprächspartners. Manche tun dies bewusst, doch die meisten unbewusst. Doch sogar jene, die dies bewusst tun, wissen diese Handhabung nicht immer zu nutzen. Sie erachten die Hand für ausreichend und meinen, dass die Handflache schon die Macht des Gedankens überträgt; doch sehr selten erkennen die Menschen, dass die Fingerspitzen eine stärkere Ausstrahlung haben. Danach müssen, wenn ein Gedanke eingegeben wird, die Fingerspitzen zusammengepresst werden; will man jedoch die Erwiderung des Gesprächspartners erlangen, sollten die Fingerspitzen gespreizt werden. So wird eine beträchtliche Anregung einer ganzen Zentrengruppe bewirkt. Wie viele Möglichkeiten sind in jeder Handlung verborgen! Man muss sie nur bewusst anwenden. Bewusstheit und Unbewusstheit können mit dem Schwimmen, mit oder ohne Erfahrung, verglichen werden. Gewiss, manche können sofort schwimmen, doch das ist sehr selten der Fall. So ist es in allem notwendig, die Hierarchie zu beachten, die unser Bewusstsein sichtbar und unsichtbar durchdringt. Es ist traurig, wenn das Bewusstsein als etwas Abstraktes und Übernatürliches dargestellt wird. Jeder Herzschlag erfüllt uns sowohl mit Bewusstsein und


Dasein als auch mit dem wahren Verstehen des Seins. Trübe Gedanken resultieren allein von Missachtung gegenüber dem Bewusstsein. Diese Worte sollten in jeder Schule niedergeschrieben werden. Sollten Kinder die Frage stellen, wie man sich vor tödlichen Gewohnheiten bewahrt, so kann man auf die Ausführungen über die Achtung hinweisen.

    508. Man wird fragen, wie sich der Einfluss der Lehre im Alltagsleben bemerkbar macht. Antwortet, durch die kleinsten Dinge, bei jeder Tätigkeit, bei jeder Berührung. Verneinung und tägliche Gewohnheit berauben manche Schüler um vieles.

    509. Wo also ist jenes Gefühl, jene Substanz, mit der wir den Kelch des Großen Dienstes füllen können? Lasst uns dieses Gefühl von den besten Schätzen sammeln. Lasst uns seine Bestandteile in religiöser Ekstase finden, wenn das Herz über das Höchste Licht erbebt. Lasst uns seine Bestandteile im Gefühl herzlicher Liebe finden, wenn die Träne der Selbstverleugnung schimmert. Lasst sie uns in der Heldentat des Heroen erkennen, wenn im Namen der Menschheit die Macht ansteigt. Lasst sie uns in der Geduld des Gärtners finden, wenn er über das im Samenkorn verborgene Mysterium nachsinnt. Lasst sie uns in dem Mut finden, der die Finsternis durchdringt. Lasst sie uns im Lächeln des Kindes finden, wenn es sich dem Sonnenstrahl entgegenstreckt. Lasst sie uns inmitten aller Flüge finden, die uns in die Unbegrenztheit tragen. Die Verwirklichung des Großen Dienstes ist unbegrenzt. Er muss das für immer unversiegbare Herz erfüllen. Möge das heilige Beben nicht zum Alltagsgericht werden. Die besten Lehren wurden in eine seelenlose Hülle umgestaltet, als das Beben sie verließ. So denkt inmitten der Schlacht an den Kelch des Dienstes, und schwört den Eid, dass das heilige Beben euch nie verlassen wird.

    510. Das Herz muss erzogen werden. Der "Kelch" muss


gefüllt werden. Das Streben muss vom Klingen des Glockenzentrums begleitet sein. Die flammenden Schwingen der Feurigen Welt müssen entfacht werden. Vom Herzen werden wir zum Feuer übergehen - bald werden wir dazu übergehen!

    511. Wieder darf man sich nicht wundern, dass ihr im Geiste gute Taten vollbringt, ohne sich ihrer immer im Körper zu erinnern. Ein edler Spender zählt seine Gaben nicht. Es ist unmöglich, die Gaben des Geistes in Worten aufzuzählen. Viele von ihnen sind so feurig und mit Worten nicht zu beschreiben. So enthält weltliches Verstehen nicht, was am Feinsten und am Höchsten ist. Man muss daran erinnern, dass das feurige Herz jede Stunde das schafft, was die Menschen Wunder nennen. Auf diese Weise kann man im Einklang mit den Gesetzen des Universums schaffen. Wendet diese Fähigkeit feierlich an.

    512. Wenn der Naturmensch sich an etwas erinnern will, so wird er seinen Kopf schütteln. In dieser Bewegung verbirgt sich der alte Gedanke über die wirkliche Substanz von Ideen. Um die verborgene Erinnerung an die Oberfläche zu bringen, ist sogar eine physische Bewegung erforderlich. Als ob man die festgesetzten Dinge verschieben müsste. Jetzt, nachdem wir verschiedene Kristallablagerungen kennen, erscheint uns dieser bekundete Instinkt nicht fremd; ganz im Gegenteil, man muss die Bewegungen primitiver Völker studieren. Man wird unter ihnen nicht nur Äußerungen des kosmischen Rhythmus erkennen, sondern auch Erscheinungen, die auf das Wissen über die Nervenzentren hinweisen. So kennt ein menschliches Wesen substantiell vieles, was der ersten Gedächtnisschicht entschwand. Nebenbei tragen Reisen und Ortsveränderungen im Leben dazu bei, die Erinnerung zu wecken; genauso wie ein Kaleidoskop neuen Verbindungen Ausdruck verleiht, so


werden in der Erinnerung viele kleine Samenkörner mit großem Potential geweckt. So kann die Regsamkeit den Beweis einer völlig verfeinerten Stofflichkeit liefern. Deshalb muss man fühlen, dass man sich der Höchsten Hierarchie hingeben soll, damit unser Wesen der kosmischen Bewegung von Nutzen ist. Natürlich, die Regsamkeit mag durchaus keine körperliche, sondern eine geistige sein, denn ihr wisst, dass es zwischen diesen Bereichen keine Grenzen gibt.

    513. Ich sage so viel, als notwendig und möglich ist. Die Weisung muss wie ein Befehl in der Schlacht angenommen werden. Derzeit bedarf es der Hilfe, sie darf nicht nur Einheit und Feierlichkeit umfassen, sondern muss sich auch im Anspannen des Herzens Uns gegenüber kundtun. Alle unwesentlichen Gedanken müssen verbannt werden, um Unsere Sendungen an euch zu erleichtern. Die Bedeutung des flammenden Herzens ist groß, es ist tatsächlich ein Kosmischer Magnet. Am allerwenigsten werden die Menschen ihre kosmische Bedeutung zugeben! Jedermann ist gewillt, in den Himmel zu fliegen, doch auch hier ist die Bedeutung eines jeden groß!

    514. Wenn eine einfache Regung Erinnerung weckt, so sind für plötzliche Erkenntnis eigene Bedingungen der Feinstofflichen Welt erforderlich. Mit Staunen kann man bemerken, dass plötzliche Erkenntnis nicht von verstandesmäßigen Bedingungen abhängen. Plötzliche Erkenntnis senkt sich in ganz unverhofften Augenblicken hernieder. Man kann sogar eine Reihe der seltsamsten Regungen verstärkter Anspannungen und Gedanken wahrnehmen, als kämen sie von außen. Psychiater sollten diesen Zustand erforschen. Man kann wertvolle Beobachtungen sammeln, die uns helfen werden, den Bedingungen der Feinstofflichen Welt näher zu kommen.


Gewiss, ein feinfühliges Herz wird diesen Erleuchtungszustand durch die Beschaffenheit des Pulses merken. Das Offenbarwerden des heiligen Wissens hat nichts mit Mondsüchtigkeit und Spiritismus zu tun; plötzliche Erkenntnis ist ein ganz natürlicher Zustand. Man muss diese Feuer der Vergangenheit und der Zukunft nur bemerken. Auch in der Feinstofflichen Welt muss man das Bewusstsein verfeinern. Daher ist jede Erziehung des Herzens das Tor zu den Höchsten Welten. Wir befürchten, dass diese unaufschiebbaren Ratschläge den Platz alltäglicher Herkömmlichkeiten einnehmen werden. Mancher wird sagen: "Dies wussten wir seit langem" und wird sich auf den Basar begeben. Dann könnt ihr fragen, warum er dann nicht über das Herz nachsinnt und an das Feuer denkt?

    515. Es ist gefahrvoll, keine Verantwortung zu fühlen. Die Erscheinung des vorübergehenden Wanderers ist ebenfalls gefahrvoll, und wir alle sind wie angetriebene Himmelskörper zeitlose, dem Aufstieg zustrebende Wesen. Daher ist jede Abtrünnigkeit so widernatürlich wie Verbrechen und Böses. Jeder steigt entsprechend seiner Natur auf, und Verantwortlichkeit wird nicht zur Last, sondern zu Schwingen. Doch sobald jemand ins Wanken gerät, wird dieselbe Verantwortlichkeit zum Mühlstein um seinen Hals. Doch ohne Verantwortlichkeit können wir auch nicht auf dem Meer der Naturelemente schwimmen. Das ist keine Moral, sondern ein Rettungsring. Der Abschied ist nur die willkommene Widerbegegnung. Wir sind keine vorübergehenden, sondern unendliche Wesenheiten.

    516. Der unsichtbare Energieabfluss bei physischer Schläfrigkeit ist ein echtes Zeichen für die Beteiligung an der Abwehr der Finsternis. Wir können jederzeit den Ruf zur Schlacht erschallen lassen, weshalb man dem unverhofften Anflug von Schläfrigkeit Beachtung schenken muss. Doch


die Energieabgabe bleibt nicht unbemerkt. Sie wird viel Herzenergie rauben; deshalb ist es nur angebracht, zuzuwarten, bis sich die Energie wieder sammelt. Es ist unweise, diese Energie versiegen zu lassen; deshalb mahnen Wir zur Erholung in Form von Arbeitswechsel.

    517. Das Wahrnehmen von Blumen der Feinstofflichen Welt ist sehr anregend; es weist darauf hin, dass dem flammenden Herzen die Schaffenskraft der Feinstofflichen Welt zugänglich ist. Wahrhaftig, für den bewussten Geist ist es dort leicht. Er kann ohne Anstrengung schaffen, die irdischen Bildnisse in eine bessere Form verwandelnd. Doch diese Schaffenskraft ist nicht einseitig; durch diesen Prozess werden auch auf Erden bessere Bildnisse eingeprägt.

    518. Nicht ohne Grund sprechen Wir über die Schaffenskraft der Feinstofflichen Welt. Bewusstsein und Aufmerksamkeit räumen uns ein unermessliches Feld für Schaffenskraft ein. Man kann bemerken, dass einen dieses Schaffen nicht ermüdet und unerschöpflich ist, so vollzieht sich die Zusammenarbeit zwischen den Welten. Wir können die Formen der Feinstofflichen Welt verfeinern. Daher muss jeder Vorrat an Verfeinerung wie ein Schatz gehütet werden. Das Herz verbraucht sich weniger, wenn die Umgebung diese Verfeinerungen nicht hemmt. Deshalb sind Wir so sehr gegen die den Aufstieg des Herzens behindernde Unwissenheit. Unwissenheit ist nämlich die Verbündete der finsteren Kräfte.

    519. Wahrhaftig, das Festhalten eines Eindrucks auf dem dritten Auge ist die Grundlage der Schaffenskraft. Nicht nur die alten Buddhisten, sondern auch die ältesten Bündnisse forderten die Ausbildung der Beobachtungsgabe. Ein des Schatzes der Beobachtung beraubtes Herz verschwendet einen Großteil


an Energie dort, wo es gilt, allein große Vorsicht walten zu lassen. Ein Lehrer muss mit Hilfe der schönsten Gegenstände Beobachtung entwickeln. Besonders unverzeihlich bei einem Menschen ist der flüchtige Blick, der weder etwas wahrnimmt noch etwas gibt. Wird nicht der Chemismus des Blickes für einen wahren Wissenschaftler ein höchst dankbares Problem sein?

    520. Nach dem Pulsieren der Welt ist das Beben der menschlichen Herzen nicht furchterregend. Daher muss überall ein großer Prüfstein angewendet werden, denn in den Morast der Niedertracht sinkend, wird man anders nicht bestehen können. Dort wo Armageddon tobt, bedarf es des Maßes des gesamten Universums. Trost Hegt in der Angemessenheit. Man muss seine ganze Beobachtung aufbieten, um das Wesen der Schlacht zu ermessen. Dennoch verstehen die Menschen unter der Schlacht oft nicht mehr als Straßengezänk, vergessend, dass die Schlacht im Briefkasten, im Lächeln listiger Falschheit sowie in der Behinderung des Lichts geführt wird. Die Schlacht ist weitaus dramatischer als die Erdenbürger annehmen. Wenn Ich über Vorsicht spreche, so versteht sie ebenfalls auf siebenfache Weise.

    521. Ich rate, im Herzen bereit zu sein, den Befehl des Lehrers auszuführen. Manchmal bedarf es einer Handlung, die nicht enthüllt werden kann. Auf den Bergpfaden kann man weder rechts noch links vorankommen, sondern nur geradeaus. Man kann weder in den Abgrund springen noch einen steilen Fels hinaufklettern. Es gibt nur einen Pfad, und von oben wird das Ziel gesehen.
    Meine Ratschläge gleichen dem väterlichen Abschied für einen scheidenden Sohn. Der Reisekoffer muss Gegenstände für a