Gemeinschaft

1926


 

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Alle Rechte, einschließlich
Übersetzungsrecht beim Autor.

 

 

"AGNI YOGA" Verlag
Riga, Elizabetesstr. 21, W. 7
[Zweite, geänderte Herausgabe, 1936.]

 


Wanderer-Freund, lass uns gemeinsam wandern. Die Nacht bricht herein. Wilde Tiere sind um uns, und das Lagerfeuer könnte verlöschen. Doch wenn wir uns einigen, die Nachtwache zu teilen, schonen wir unsere Kräfte.
   Der morgige Pfad ist weit und wir könnten ermüden. Lass uns gemeinsam wandern. Es wird für uns ein Feiertag und eine Freude sein. Ich werde dir das Lied deiner Mutter, Frau und Schwester singen. Du wirst mir die Geschichte deines Vaters erzählen, von einem Helden und seiner Heldentat. Möge unser Pfad ein gemeinsamer sein.
   Sei vorsichtig, tritt auf keinen Skorpion und warne mich vor Nattern. Wanderer-Freund, denke daran, dass wir einen bestimmten Gebirgsort erreichen müssen.
   Wanderer, sei mein Freund.


 

[Russisches Original. Seite 6.
Leeres Blatt.]


Wir vertreiben Aberglauben, Unwissenheit und Furcht. Wir schmieden Mut, Willen und Wissen.
   Jedes Streben nach Bildung ist willkommen. Jedes auf Unwissenheit beruhende Vorurteil wird aufgedeckt.
   Schaffender, leuchten in deinem Bewusstsein nicht die Grundlagen der Zusammenarbeit und der Gemeinschaft?
   Hat diese Flamme deinen Verstand bereits erleuchtet, so nimm die Zeichen der Lehre aus Unseren Bergen an.
   Schaffender, werde nicht müde, über gewisse Ausdrücke angestrengt nachzudenken. Jede Zelle ist im höchsten Maße einfach.
   Einen Gruß den Schattenden und den Suchenden!


 

[Russisches Original. Seite 8.
Leeres Blatt.]


GEMEINSCHAFT

    1. Die Familie, die Sippe, das Land, die Völkervereinigung — jede Gemeinschaft strebt nach Frieden, nach Verbesserung des Lebens. Jede Zusammenarbeit und jedes gemeinschaftliche Leben bedarf der Vervollkommnung. Niemand vermag die Grenzen der Evolution festzulegen. Demnach wird auch der Schaffende zum Schöpfer. Wir wollen vor den Aufgaben der schöpferischen Tätigkeit nicht zurückschrecken. Wir wollen für die Wissenschaft freie Wege finden. So wird der Gedanke an die Vervollkommnung ein Zeichen der Freude sein.

    2. Mutlosigkeit ist der Feind jeder Vervollkommnung. Im Zweifel kann es keinen Aufbau geben, in Angst gibt es kein Lernen. Beobachtung ist ein Schritt zur Gerechtigkeit. Ichsucht ist Verrat an der Selbstlosigkeit. Der Pfad kann ohne Heldentat nicht beschritten werden.

    3. Klöster nannte man oft Gemeinschaften. Das gemeinschaftliche Leben ist bereits seit langem ein Zeichen von Zusammenarbeit und gegenseitiger Achtung. So ist auch jede Werkstatt bereits eine Zelle der Gemeinschaft, wo jeder sein Können beisteuert. Um sein Können dem Werk der Gemeinschaft abzugeben, ist Freundlichkeit erforderlich.


    4. In sämtlichen Glaubensbekenntnissen wird auf die Einigkeit als das einzige Bollwerk des Erfolges hingewiesen. Bessere Erfolge können erzielt werden, wenn über die Einigkeit der Mitarbeiter Gewissheil herrscht. Man kann viele Beispiele anführen, wo gegenseitiges Vertrauen unter den Mitarbeitern zu großen Entschlüssen verhalf. Mögen die Menschen sich des Wertes der Zusammenarbeit bewusst sein, angefangen vom häuslichen Herd bis zu den welträumlichen Vorherbestimmungen. Die Saat der Arbeit vertrocknet ohne den Segen gegenseitiger Hilfe. Wir wollen nicht zuviel zurückschauen. Wir — eilende Wanderer — werden ermüden, wenn wir gegeneinander stoßen. Uns wird eine herrliche Bedeutung bewusst, wenn wir den großen Begriff "Freund" aussprechen können. Eine Gemeinschaft kann nur aus Freunden bestehen.

    5. Der Pfad des Lebens besteht aus gegenseitiger Hilfe. Die Teilnehmer an einer großen Aufgabe können keine Menschenhasser sein. Dieses lange Wort bezeichnet einen schändlichen Hass. Vielleicht werden es die Menschen um so besser im Gedächtnis behalten und beschämt sein.

    6. Vergessen wir auch nicht, dass ein klares Bewusstsein die Erkenntnis erleichtert. Verlieren wir jedoch den kürzesten Pfad nicht, denn die Zeit ist kostbar. Wir dürfen durch unsere Schwerfälligkeit niemanden berauben. Faulheit und Unwissenheit schlafen in der gleichen Wiege.

    7. Bosheit hat Pest und Aussatz im Gefolge. Bosheit kann den friedlichen Herd in einen Schlangenhaufen verwandeln. Die Eigenschaften


der Bosheit taugen nicht für die Gemeinschaft. Die gemeinsame Aufgabe ist das Allgemeinwohl.

    8. Zusammenarbeit muss auf gesunden Vorschriften begründet sein. So ein Ausgangsbast lehrt Ordnung, das heißt, sie hilft Rhythmus zu erlangen. So äußern sich die großen Gesetze des Universums selbst in der alltäglichen Arbeit. Es ist besonders notwendig, sich bereits von Kindheit an stetige Arbeit zu gewöhnen. Möge die bessere Evolution sich auf der Arbeit als Wertmaßstab aufbauen.

    9. Auch eine andere unerlässliche Bedingung muss erfüllt werden. Arbeit muss freiwillig getan werden. Zusammenarbeit muss auf freiwilliger Basis beruhen. Die Gemeinschaft muss eine freiwillige sein. Arbeit darf nicht durch Zwang zur Sklaverei werden. Die Bedingung der freiwilligen Zustimmung muss dem Fortschritt zugrunde liegen. In das neue Haus darf niemand Zersetzung hineintragen. Arbeiter, Erbauer, Schöpfer gleichen hoch schwebenden Adlern. Nur im weiten Flug fallen Staub und Schmutz der Verwesung ab.

    10. Liebe zum Handwerk wird die saubere Arbeit mit hoher Qualität ausstatten. Eine vortreffliche Qualität wird sich das ganze Leben hindurch behaupten. Nichts wird in der Dunkelheit verharren. Unwissenheit wird ein schmähliches Verbrechen sein. Finsternis wirkt ansteckend, doch Licht ist anziehend. Wollen wir also die das ganze Leben erhebende Liebe zum Handwerk bejahen.


Wissenschaft sollte die bessere Qualität aufzeigen. Wissenschaft sollte die stärkeren Energien anziehen. Geistiges Wissen leuchte über jeder Werkbank.

    11. Manch falsche Anschauung hat sich über den Begriff Arbeit gebildet. Noch vor kurzem wurde die Arbeit verachtet und als gesundheitsschädlich betrachtet. Welch grobe Herabsetzung, die Arbeit als schädlich anzusehen! Nicht die Arbeit ist schädlich, sondern die unzulänglichen Arbeitsbedingungen. Nur durch bewusste Zusammenarbeit kann die geheiligte Arbeit wieder genesen. Nicht nur die Qualität der Arbeit muss gut sein, sondern auch der gegenseitige Wunsch, die Bedingungen der Arbeit klar verständlich zu machen, muss erstarken. Man darf die Arbeit nicht verfluchen, man soll den besseren Arbeiter auszeichnen.

    12. Es ist also nötig, Achtung vor dem Handwerk einzuflößen, damit es als höhere Auszeichnung aufgefasst wird. Die ehemaligen Gilden haben Beweise ihrer Lebenstüchtigkeit hinterlassen. Man kann sehen, wie die Menschen ihre Fähigkeiten vervollkommnten. Sie verstanden einander zu schützen und die Würde ihrer Gemeinschaft zu wahren. Solange die Menschen es nicht lernen, die Verdienste ihrer Mitarbeiter zu wahren, werden sie das Glück des Allgemeinwohls nicht erfassen.

    13. Der Begriff der Gerechtigkeit erweist sich auf der Arbeitsgrundlage. Auch Mut steigert sich leicht bei wechselseitiger Bürgschaft. In der Tat, alle wie einer, doch


jeder trägt mit seinen besten Fähigkeiten zum Gelingen bei. Wir wollen nicht zerstören, sondern Herzenswärme hervorbringen.

    14. Ein Gefühl, frei von Spezialisierung, ist Unser Gefühl, denn Wir leben für das Leben in seiner Gesamtheit. Jeder sich Uns nähernde Spezialist wird unvermeidlich seine einfarbige Brille verlieren. Deshalb seid bemüht, dass die Spezialisierung nur eines der Gerichte eurer Tafel ist. Wie die Vögel über der Erde, wie die Bienen über all den Blumen, so können wir das ganze Weltenall in uns aufnehmen.
    Ohne Spezialisierung ist es leichter, sich für die laufende Aufgabe der Evolution vorzubereiten — den Verkehr mit den fernen Welten und die Umwandlung der Astralwelt, der Welt der finsteren irdischen Überreste. Die Annahme des Begriffes Gemeinschaft die Tore für die nächsten Errungenschaften erschließen, wobei die Fristen von den Menschen selbst abhängen. Nehmen wir daher jedwede Suche nach Gemeinschaft auf.

    15. Aus einem wilden Dickicht vermag Ich einen Hain zu schaffen, doch ein von demutsvollen Stirnen polierter Stein gebiert kein Samenkorn.

    16. Unter den mechanischen Errungenschatten der gegenwärtigen Zivilisation verdient die Fortbewegungsart eine besondere Beachtung. Dieses Verschlingen des Raumes ist bereits ein gewisser Sieg über die überirdischen Sphären. Doch ein Kreis des niederen Materialismus hält diese Eroberungen in den Grenzen der niederen Materie und


verursacht mehr Schaden als Nutzen. Die Hauptgefahr dieser Fortbewegungsbeschleunigung liegt im erhöhten Gefühl der Verantwortungslosigkeit. Die gewohnten Grenzen überschreitend, wird der Mensch leicht, und infolge seiner groben Gefühle verliert er das Verantwortungsbewusstsein.
    Wer mit einer Geschwindigkeit von 400 Meilen in der Stunde fliegen oder höher aufsteigen kann als andere, nimmt die Psychologie eines Faustkämpfers an und das geistige Verantwortungsbewusstsein verlässt ihn.
    Man kann die Eroberung veredeln, wenn man ihr jede sportliche Bedeutung nimmt und sie auf die Arbeit hinlenkt. Eile, die Unglücklichen zu retten, fliege, die Menschheit zu vereinigen! Dann werden diese Errungenschaften der Evolution dienen, denn die Menschen müssen die überirdischen Bestrebungen im Alltag einführen, ohne dabei die Verantwortung zu vergessen. Noch verbleiben diese Errungenschaften auf der Stufe hässlicher Zentauren. Doch wenn die Menschen begreifen werden, wohin und warum sie fliegen sollen, dann wird es möglich sein, die Flugapparate zehnfach zu verbessern.
    Man kann eine Menge nutzbringender Experimente in die Schichten des Raumes flüstern. Atomenergie, Verdichten von Prana1, farbige Raumstrahlen, Ernte in Zusammenhang mit wiederholten Explosionen und vieles andere ist für die Menschheit bestimmt.

    17. Oft habt ihr gehört, dass Unsere Weisungen zu befolgen sind, und ihr konntet euch davon überzeugen, dass die genaue Befolgung


der Hinweise sich als zweckmäßig und nützlich erwies. Dies ist die erste Stufe. Hernach muss mit der Selbsttätigkeit begonnen werden. Die Grundlagen Unserer Lehre kennend, ist es notwendig, sich als Schüler zu erweisen, die in voller Entsprechung und Unanfechtbarkeit schaffen. Wenn der Lehrer sagt: "Jetzt offenbart selbst die Wirkung Meiner Weisungen" bedeutet dies nicht, alte Gewohnheiten an den Tag zu legen, Zwistigkeiten zu stiften, beleidigt zu sein und einander zu kränken. Das kann den Maultiertreibern überlassen werden. Euch aber steht es zu, an Unsere Gemeinschaft zu denken und dieser in harmonischer Arbeit nachzueifern. Wenn die Zeit kommt, den Schiffskurs zu andern, erfolgt auch die Weisung. Doch für das Flicken der Schuhsohle erwartet keine Weisung. Sonst fangen wir bald an, uns zum Geburtstag zu beglückwünschen.
    Man muss immer die Wichtigkeit und den Wert der gegebenen Arbeit erfassen und soll die kindlichen Gewohnheiten dem Archiv übergeben.
    Ohne von den Grundsätzen abzuweichen, kann man Hunderte von würdigen Lösungen finden. Ich möchte euch auf der nächsthöheren Stufe sehen.

    18. Manche träumen davon, sich dem Lehrer zu Füßen zu werfen, wagen es jedoch nicht, mit ihm in den Kampf zu ziehen. Doch gerade jetzt ist die Zeit des Kampfes gekommen, und Wir können nur zum Kampf aufrufen. In voller Kenntnis der Wahrheit des Guten bestätigen Wir, auf persönliche Verantwortung, den Kampf, doch einen gesetzmäßigen.

    19. Lernet es, wie ihr während des ganzen Kampfes frisch bleiben könnt. Der Kampf des Lichtes setzt eben ein,


Millionen sind daran beteiligt, ohne den Ausgang zu kennen. Doch ihr kennt ihn, und diese Kenntnis sollte euch weise machen und zu einer würdigen Entscheidung veranlassen. Euer Geist muss sich im Namen der Wahrheit beflügeln. Wie kann man durch eine Heldentat für die Evolution der Welt emporgehoben werden? Mein Strahl überbringt die Bitte, sein Leuchten nicht zu stören. Anstatt Schwingen der Heldentat können leicht schwarze Hörner wachsen — Flügel einer falschen Vernunft. Die niederen Geister haben schwarze Ausstrahlungen, die Hörnern gleichen.

    20. Man muss dem Höchsten, dem Absoluten zustreben. Die höchste, absolute Anziehung wird die zu den fernen Welten sein. Irdische Schönheit schwindet im Glanz himmlischer Strahlen. Irdische Wissenschaft, die sich schwer an das Gestern erinnert und das Morgen nicht kennt, ist unbedeutend und trägt nichts bei zum Wissen über den Verlauf der Entstehung von Gestirnen.
    Wie kann man sich dem erwähnten Absoluten nähern. Es geht weder mit technischen Mitteln noch mit der irdischen Wissenschaft, noch durch die darstellende Kunst. Dies ist nur durch eine Erweiterung des Bewusstseins möglich, wenn das irdische Wesen von den Ausstrahlungen ferner Sphären verschlungen wird. So verlieren jene, die sich Uns, oder vielmehr den Grenzen der Erdbahn nähern, ihre Spezialisierung. Nur mit einem allumfassenden Bewusstsein kann man den Glanz der Gestirne ertragen. Doch um dieses Leuchten aufnehmen zu können, muss man seine inneren Feuer entfachen.
    Das Element Feuer ist höchst treffend, höchst


transzendent, und wenn ihr Unsere Gemeinschaft nach Elementen einordnen wollt, so bezieht euch auf das große Feuer, das alles gibt, alles reinigt und nichts verlangt.

    21. Wir sind keine Freunde der Welt körperlicher Oberreste, doch wie alles Bestehende kann sie in der geistigen Entwicklung nicht vermieden werden. Die Welt der körperlichen Überreste enthält bestimmte Elemente, die für den Verkehr zwischen den Welten nötig sind. Zum Beispiel, die Fortbewegungsart wird von den Bewohnern der Feinstofflichen Welt wenig verstanden. Obwohl sie die Möglichkeit haben, aufwärts zu streben, beschäftigen sie sich mit dem Bau von finsteren Häusern, die irdischen nachahmend. Doch hätten sie noch zu Lebzeiten ihr Bewusstsein erweitert, könnten sie den Saum des Gewandes der Mutter der Welt ausmessen.
    Die besseren Möglichkeiten können von jenen geweckt werden, die mit einem geistigen Bewusstsein wahrzunehmen vermögen. Doch um das Bewusstsein zu bewahren, ist es erforderlich, dies zu Lebzeiten zu fühlen. Dann wird der Zustand der gegenwärtigen Welt der körperlichen Überreste nahezu verschwinden. Es gilt nicht das Gebet "Ruhe in Frieden", sondern der Ausspruch "Lerne im Räume des Lichtes". Denkt mit dem ganzen Bewusstsein an die Aufgaben der Evolution! Sobald das Streben nach Ruhe verschwindet, sind die Tore nahe.

    22. Uns kann man nur in Einigung erreichen. Es ist nicht nötig, Uns zu vergöttern; es bedarf einer bestimmten Eigenschaft des Geistes, wie eine Lampe mit übereinstimmender Spannung. Eine flackernde Lampe ist bei langwieriger Arbeit


unerträglich. Die Gesetze sind überall die gleichen, und nach dem Gesetz der Gerechtigkeit schadet sich eine flackernde Lampe selbst. Ich rate Meinen Lampen, nicht zu flackern. Das Dynamo wird nicht durch die Beschaffenheit der Lampen beschädigt, stimmt aber die Spannung der Lampen nicht überein, endet dies oft mit einem traurigen — Zing! Und das Grundmetall muss erneuert werden. Die Gesetze sind in allem gleich.

    23. Es gibt keine seelenlose Gerechtigkeit, sondern nur leuchtende Zweckmäßigkeit. Wahrlich, die herrliche Zweckmäßigkeit kann nicht quälen, sondern sie erschließt die Tore der Schönheit. Und der Ruf der Zweckmäßigkeit erfüllt den Raum mit Siegesgefühl. Die Zweckmäßigkeit aufbauenden Ereignisse und Schöpfungen sind keine kleinen abgenutzten Bruchstücke, sondern sie sind die kostbaren Teile des Kosmos.
    Nur ein Begreifen der Kosmischen Individualität kann die Stufen der Evolution erleuchten. Ansonsten bleibt nach irdischer Auffassung die Evolution nur eine einträgliche Kapitalsanlage. Doch ihr wisst bereits, dass ein Kapital, bar der Zweckmäßigkeit, nur ein Mühlstein um den Hals ist. Und wie das Auftreten einer Seuche geistige und körperliche Geschwüre hervorruft, so bringt auch das Auftreten des Wahnsinns der Habsucht dem Geist und dem Körper Schaden.
    Auf der Erde kümmern wir uns auch um den Körper, und deshalb sollte man die Ursachen der Krankheiten ergründen. Der Arzt könnte dem Kranken sagen: "Sie haben einen Anfall von Habsucht",


oder "eine Anämie des Eigendünkels", oder "Steine des Verrats", oder "den Aussatz der Klatschsucht", oder "einen Schlaganfall des Hasses".
    Auf den Friedhöfen erinnern wir uns so gern an die Verdienste des Abgeschiedenen; es wäre gut, die wahren Ursachen der Krankheiten aufzuzeigen, dies wäre ein lehrreiches Schauspiel.
    Freunde, Ich wiederhole — haltet eure Gedanken rein, dies ist die beste Desinfektion und das beste Stärkungsmittel.

    24. Was ist Prophezeiung? Das Voraussagen des Schicksals einer bestimmten Verbindung von Materieteilchen. Deshalb kann Prophezeiung sich erfüllen, doch durch ein unpassendes Verhalten kann sie auch verdorben werden, genauso wie eine chemische Reaktion verdorben werden kann. Gerade das können die Menschen nicht verstehen, obwohl sie die Bedeutung eines Barometers begreifen können.
    Prophezeiungen können in befristete und unbefristete unterteilt werden. Wenn wir es mit einer befristeten Prophezeiung zu tun haben, so bedeutet dies, dass wir alle dazwischenliegenden Bedingungen verstehen müssen. Eine große Frist besteht aus kleinen Fristen; deshalb ist es richtig, die kleine Frist zu beachten.
    Es muss daran erinnert werden, dass die Finsteren mit kleinen Fristen arbeiten und die großen zu erschweren suchen.

    25. Können Prophezeiungen unerfüllt bleiben? Natürlich können sie. Wir haben ein ganzes Lagerhaus von verloren gegangenen Prophezeiungen. Eine wahre Prophezeiung sieht die besten Verbindungen von Möglichkeiten voraus, doch es ist möglich, dass man diese entweichen lässt.


    Das Thema der Erfüllung von Prophezeiungen ist sehr tiefschürfend, in ihm vereinen sich Zusammenarbeit und höheres geistiges Wissen. Der Unweise sagt: "Welche Küche!" Doch eine Küche kann leicht in ein Laboratorium verwandelt werden.
    Seit undenklichen Zeiten sind von Unserer Gemeinschaft Prophezeiungen als segensreiche Zeichen für die Menschheit ausgegeben worden. Die Wege der Prophezeiungen sind verschieden. Sie werden entweder einigen Personen eingegeben, oder es sind von Unbekannten hinterlassene Aufzeichnungen. Durch Prophezeiungen werden die Menschen auf die beste Art informiert. Gewiss, die Symbole sind oft verschleiert, doch der ihnen zugrunde liegende Sinn ruft eine Schwingung hervor. Eine Prophezeiung erfordert natürlich Wachsamkeit und Bestrebung.

    26. Wenn Materie überall vorhanden ist, dann hinterlässt auch Licht sein Protoplasma. Man kann die ganzen Lichterscheinungen nicht als zufällig betrachten. Bestimmte Augen können das Lichtnetz einfangen. Wegen der Erhabenheit der Lichtenergie sind diese Gebilde alle sehr schön. Eine Dissonanz ergibt sich weit öfter beim Ton. Das Lichtprotoplasma ist nichts Abstraktes, seine Ablagerungen schmücken das Pflanzenreich. Der Rhythmus der Wellen und der Sandflächen sowie die Planetenkruste werden durch Lichtknoten beachtlich stabilisiert. Lernet es, Lichtgebilde lieb zu gewinnen. Die auf der Leinwand festgehaltenen Bilder sind nicht so sehr von Bedeutung wie die eingefangenen Lichtschwingungen. Die Eigenschaft des Blickes wird völlig unterschätzt. Sie gleicht einem Strahl für den Photofilm. Man muss daran denken, dass wir mit


dem geistigen Blick das Bild der Elementargeister festsetzen. Genauso hält der physische Blick das Lichtnetz im Raum fest. Die Bedeutung dieser Zusammenarbeit sollte man kennen. Jede Bewegung des Menschen ist mit der wesenhaften Natur der Elemente verbunden.
    Ich weise auch auf die Bedeutung der Musik der Pythagoreer bei Sonnenaufgang hin. Licht ist der beste Reinigungsfilter für den Ton. Nur die Barbarei der Menschheit kann den Ton in den Staub der Finsternis sperren.

    27. Der mit Schönheit gesättigte reine Gedanke weist den Weg zur Wahrheit. Die Lehre der Entsagung setzt die Herablassung zu einem beschränkten Bewusstsein voraus. Ein erweitertes Bewusstsein befreit den Menschen von vielen Fesseln. Leben in Schönheit ermöglichen es, frei und großmütig hinüberzugehen, um als Sieger wiederzukehren. Wer im Bewusstsein der Schönheit voranschreitet, kann nicht in Verwirrung geraten. Nur Verwirrung kann den Weg versperren.
    Es ist nicht ganz richtig, zu sagen, dass Schönheit die Welt retten wird. Richtiger ist es zu sagen, dass das Begreifen der Schönheit die Welt retten wird.
    Über hässliche Hindernisse kann man zum Leuchtturm der Schönheit gelangen, zahllose Samenkörner ausstreuend. Wenn man einen Garten der Schönheit anlegen kann, dann ist nichts zu befürchten. Es gibt keine Müdigkeit, wenn der Garten des Geistes Neuankommenden Eintritt gewährt.


    28. Die Erstarrung der Erde hat die Höchstgrenze erreicht. Wir halten äußerste Maßnahmen für notwendig, damit der Geist wieder erwacht. Mit Lächeln allein wird die Lehre nicht erreicht. Das Auftreten von Wüsten hat vor langer Zeit den Beginn der Barbarei gekennzeichnet. Schon lange wurden Zeichen gegeben sowie auch Zeit, sich zu besinnen. Hinweise wurden erteilt, doch niemand hat darauf gehört.

    29. Die Lehre der Neuen Welt wird alle Unbequemlichkeiten beseitigen. Wahrlich, nur der Schild der Gemeinschaft kann dem Dasein auf der Erde Sinn verleihen. Wie unbeschreiblich schön ist es, über die Zusammenarbeit mit den fernen Wellen nachzudenken. Diese bewusst aufgenommene Zusammenarbeit wird in den Verbindungsbereich neue Welten einbeziehen, und dieses erhabene Zusammenwirken wird die Möglichkeiten unbegrenzt erweitern.
    Wenn alle Möglichkeiten durch eine Gemeinschaft bedingt sind, offenbaren sich diese durch den geistigen Kanal. Es wurde gesagt, dass der Laut als erster durchdringen wird. Mögen diese Bruchstücke noch unausgebildet sein, wie die ersten Kerben eines Eoliths. Mögen bis zum Verstehen eines komplizierten Sinnes ganze Jahre vergehen, dennoch ist es unbestreitbar, dass diese Errungenschaft weder in Laboratorien noch in Optikerläden einsetzen wird. Das geistige Gehör wird die ersten Botschaften einbringen, nicht für Magisterabhandlungen, sondern für das Leben, das die Evolution schmiedet. Den Feinfühlenden kann die Lehre sagen: Beim Erwachen denkt an die fernen Welten, beim Einschlafen denkt an die fernen Welten.


    Vernehmt ihr irgendwelche Lautfragmente, lehnt diese nicht ab, denn jedes Fragment kann die Möglichkeiten für die Menschheit vermehren. Allmählich können unbekannte Worte durchdringen, worüber man nicht erstaunt sein sollte, eingedenk dessen, dass sich das Bewusstsein fristgemäß ebenso zu anderen Zeiten erweitert hat.
    Ihr begreift, dass die Erde ohne Gemeinschaft nicht leben kann. Ihr begreift, dass ohne Erweiterung der himmlischen Wege das Dasein bedeutungslos ist. Die Neue Welt braucht neue Grenzen. Suchende müssen einen Pfad haben. Ist dieser über den ganzen Horizont hinweg etwa schmal? Es ist ein Glück, dass die Suchenden ihr Ohr nicht an die Erde legen müssen, sondern den Blick in geistige Höhen richten können. Für den Strahl ist es leichter, erhobene Häupter aufzusuchen. Jeder Fortschritt der Welt ist von der Gemeinschaft abhängig.

    30. Die Erweiterung des Bewusstseins ist ein Grund zum Beglückwünschen. Kein Laboratorium ist in der Lage, dieses dauernde Wahrnehmen von unbegrenzten Möglichkeiten zu bieten. Nur persönlich, bewusst und frei ist es möglich, sich an die ununterbrochenen Stufen aus dem Raum anzupassen. Die Lehre vermag die Tür zu Öffnen, doch eintreten kann man nur selbst. Weder Belohnung noch Gerechtigkeit, sondern das unumstößliche Gesetz trägt den inkarnierten Geist in einer aufsteigenden Spirale empor, wenn er die Notwendigkeit der Bewegung erkannt hat. Der Lehrer darf diese Erkenntnis durch nichts beschleunigen,


denn jede Beeinflussung würde die persönliche Errungenschaft beeinträchtigen.
    Eine Sache ist es, abstrakt über die fernen Welten zu sprechen, eine andere, als Teilnehmer sich dort bewusst zu werden. Nur wer sich den Weg zur Schönheit nicht verschloss, kann begreifen, wie nahe ihm die fernen Welten sind.
    Das Ohr vermag Bruchstücke des Großen Atems einzufangen, doch das geistige Wissen räumt dem Menschen einen Platz in der Unbegrenztheit ein.
    Es ist nützlich, auf entfernte Epochen zurückzublicken, wann dieses Bewusstsein geweckt wurde. Wir sehen, dass das kosmische Bewusstsein nicht zur Blütezeit der Wissenschaft, sondern zur Zeit der Verkündigung von Religion erwachte, denn nicht Hypothesen, sondern allein geistiges Wissen führt zu den Sternenpfaden. Ich bedauere, dass keine astronomischen Berechnungen den Augenblick der Verbindung voranbringen konnten, ebenso wenig, wie eine Ameise mit einer Riesenkanone zu schießen vermag. Es ist besonders wertvoll, dass solch eine Heldentat mit Hilfe des Geistes bekundet werden muss. Hier sprechen wir sozusagen materiell, doch ohne Geist lässt sich diese Energie nicht anwenden. Gerade der Geist verleiht der Materie eine bestimmte Eigenschaft. Der Zustand der Erde erfordert einen außergewöhnlichen Arzt. Der Planet ist krank, und wenn es nicht gelingt, ihn voranzubringen, dann wäre es besser, ihn vorübergehend aus der Planetenkette auszuschließen — es mag wie mit dem Mond geschehen. Die Brutstätten der niederen Schichten der Feinstofflichen Welt sind in gefährlichem Maß unerträglich


geworden. Man darf auch nicht vergessen, wie die Menschheit unter den Einfluss der niederen Schichten der Feinstofflichen Welt geriet.
    Die Gemeinschaft wird allen helfen, der Gemeinschaft hingegen wird die Erweiterung des Bewusstseins helfen.

    31. Der Lehrer schätzt den Wunsch, die großen Bildnisse vom Staub reinzuwaschen. Der Lehrer schätzt den Wunsch, große Worte einfach auszudrücken. Der Lehrer schätzt den Wunsch, den Wortschwall einzudämmen. Um das Wesentliche zu erwählen, ist es notwendig, von der Grundlage auszugehen.
    Man sollte wissen, dass uns kein einziges Denkmal ohne Verstümmelung überliefert wurde. Ähnlich wie aus Lehm, kann man Abdrücke von einer Gemeinschaft vernünftiger Zusammenarbeit und des Strebens über die Grenzen des Sichtbaren hinaus machen. Die Lehre kann unter dem Wahlspruch zum Ausdruck gebracht werden: "Wer anderer Meinung ist, möge das Gegenteil beweisen." Es ist besser, das Maß nach hinten anzulegen, als mit unabwaschbarem Staub bedeckt zu sein. Wahrlich, das Wissen über das führende Prinzip beleuchtet die verstümmelten Symbole.
    Ihr wisst, wie man zu Lebzeiten über euch spricht. Wie wird dies nach Jahrhunderten sein? Doch das Prinzip wächst unaufhaltsam, und die Impulse seines Wachstums erschüttern die Erdfeste.
    Vergangene Völker hinterließen auf der Freiheit des Geistes eine Patina. Ihr möget fragen: "Wo sind denn die Verfolgten?" — Diesen Zeichen folget. Ihr werdet unter den Verfolgten die ersten Christen und Buddhisten finden, doch als die Tempel sich von Christus und Buddha abwandten, hörten die Verfolgungen auf.


    Ich gebe die Weisung, die Lehre einfach zu halten, sie bedarf keiner schwierigen Ausdrücke, denn das Leben ist schön in der Einfachheit. Wie um eine Pflanze herum öfters gegraben werden muss, so sind auch Wiederholungen unvermeidlich.

    32. Nicht die Evolution der irdischen Menschheit ist wichtig, sondern diejenige der Menschheit des Universums. Könnten die Menschenherzen diese einfache Formel aufnehmen, würde das ganze Sternenzelt greifbar werden. Wahrlich, es wäre für die Wesen anderer Welten leichter, die stickige Atmosphäre der Erde zu durchdringen, wenn ihnen Anrufe von irdisch Inkarnierten entgegenkämen.
    Wo befinden sich denn die nächsten Welten, zu denen wir unser Bewusstsein hinlenken könnten? — Jupiter und Venus.
    Denkt über das [russische] Wort "tschelowek"2 tief nach. Es bedeutet: "tschelo"3 oder Geist, der durch "wek"4 besteht. Sämtliche Inkarnationswechsel sowie der ganze Bewusstseinswert kommen in einem einzigen Wort zum Ausdruck. Könnt ihr eine andere Sprache nennen, in welcher der inkarnierte Bewohner genauso geistig benannt wird? Andere Sprachen drücken den Tatgedanken nur dürftig aus. Der Lehrer könnte Hunderte von Bezeichnungen [für das Wort "Mensch"] anführen, doch diese würden entweder anmaßend oder ausdruckslos sein.

    33. Wozu naturwidrige Wunder? Ein Wunder ist es, wenn du dein Pferd reiten und mit dem geoffenbarten Schwert die Gemeinschaft der Welt verteidigen kannst. Genauso einfach wird die Neue Welt beginnen. Gleich reifen Früchten werden Tatsachen gesammelt werden. Die Lehre von den Magneten lehrt gewiss keine Wunder,


sondern sie offenbart das Gesetz der Anziehung. Verberget nicht die Offenbarung des Geistes, und das Schwert wird dem Aufstieg der Evolution dienen.
    Ich kann nur dem Freude bereiten, der die Gemeinschaft weder in Beschwörungen noch im Brennen von Weihrauch, sondern im Alltagsleben angenommen hat. Der Lehrer kann einen Strahl der Hilfe senden, doch Er wird nicht eingreifen, wenn das verliehene Schwert sich gegen die Freunde der Gemeinschaft wendet. Dann wird sich das Schwert in eine Geißel des Blitzes verwandeln.

    34. Wie vermag man Herzen zu rühren? Indem man die Einfachheit nicht verliert. Erfolg wird nicht durch Magie, sondern durch das lebendige Wort erreicht. Wir können unsere Aufgabe erfüllen, wenn wir an das Einfachste heranzutreten verstehen. Ich denke darüber nach, wie den unermüdlich Schaffenden das Leuchten der fernen Welten verliehen werden kann. Wenn der am meisten gedemütigte Mensch zum Himmel aufschauen wird, dann kann der Regenbogenstreifen aus den fernen Welten erwartet werden.

    35. Paracelsus pflegte zu sagen: "per aspera ad astra.5" Später wurde dieser bedeutsame Ausspruch eine Devise auf Schildern und Wappen und verlor jeden Sinn. Begreift man seinen Sinn, fällt es einem schwer, sich nur an die Erde allein zu binden. Wie der Rauch durch den Kamin fliegt, so eilt der Geist, der erkannt hat, in den geoffenbarten Raum. Welche Ausmaße können ihm irdische Gewänder bieten? Welche Beweglichkeit kann er auf der Erdoberfläche entfalten? Mit welchen Gedanken kann er an der irdischen Sphäre teilhaben?
    Man fragt, warum Wir so viel Energie der Erde wegen verschwenden? Nicht um der Erde willen, sondern um die Bahn zu berichtigen. Reißt ein Übeltäter die Schienen auf,


benötigt der Ingenieur oft viel Zeit, um sie wieder instand zu setzen. Wenn wir jene mit kosmischem Bewusstsein unverzüglich von der Erde hinüberführen könnten, könnte man Unseren Willen, dies zu tun, vielleicht aufhalten? Und so ist es Unser Bestreben, diesen Prozess zu beschleunigen. Ich fühle, dass kosmische Bedingungen es vielleicht bald erlauben werden, mit diesen Arbeiten auf dem Gebiet der Verbindung mit den fernen Wellen zu beginnen. Dazu sind alle Überlegungen über die Schönheit und die ungestüme Eile in der persönlichen Sendung erforderlich. Es ist wahr, über der so genannten Schönheit steht der allumfassende Begriff der Verbesserung des Kosmos. Der Regenbogenstrahl kann die Vorstellung übertreffen. Ein aufsteigendes Silberlicht kennzeichnet den Beginn des Regenbogens. Der unter irdischen Bedingungen sichtbare Regenbogen gleicht einer aus der Nahe gesehenen Schminkung. Nur wenige können den überirdischen Regenbogen erahnen.

    36. Ich fühle, wie die Aufschichtung von Ereignissen beschleunigende Wellen heranträgt. Diese Wellen dienen dem kosmischen Aufbau.
    Ich schreibe Meine Aufzeichnungen über Möglichkeiten und komme zu dem Schluss, dass gerade jetzt alles möglich ist. Es ist seltsam, wenn höherer Glaube entlang dem Pfad mit höherem Unglauben wandert, wenn Schmähung und Lobpreisung in einem Chor sein können, wenn Heftigkeit und Friedfertigkeit Freude gebären. Wenn Misserfolg sich als ein Zeichen des Erfolges erweist, und wenn Entfernung als ein Zeichen der Nähe gilt, dann werden die Ströme der Ausstrahlungen der Gestirne mit den inneren Feuern vereinigt. Solch


eine Zeit kennzeichnet einen neuen Zyklus, und selbst die noch nicht aufgenommene Gemeinschaft dient als eine Brücke.
    Lasst uns mit einer heiteren Note enden. Ist es möglich, auf dem Jupiter über Börsenspekulationen zu sprechen, oder auf der Venus über Freudenhäuser? Die Vorstellung ist einfach undenkbar. Selbst ein Kaminfeger wäscht sich das Gesicht, wenn er zu Besuch geht. Könnten die Menschen denn schlechter sein? Die Zeit ist gekommen, die Erde auf einen neuen Pfad zu setzen.

    37. Fähigkeiten für eine ferne Sendung sind äußerst selten. Wie immer, ist es notwendig, die Güte des Ergebnisses zu erkennen. Die Sendungen können unruhig sein, die wie Fliegen abzuwehren sind; sie können drückend wie ein Sargdeckel sein und flößen Schrecken ein; sie können wie ein Sausen von Pfeilen sein und diese bewirken unverständliche Erregung. Selten kommt es vor, dass Sendungen klar sind; es ist selten, dass sie eine Zusammenarbeit der entsprechenden Zentren hervorrufen. Das mag teilweise von den Auren abhängen, doch der hauptsächlichste Faktor ist die Qualität der Sendung. Diese Eigenschaft wird als Nutzbarkeit des Willens bezeichnet, was Verständnis der Stärke der Spannung des Berichterstatters bedeutet. Um eine elektrische Lampe aufleuchten zu lassen, ist eine bestimmte Spannung erforderlich. Nicht nur der Inhalt der Sendung, sondern auch ihre Qualität ist wichtig. Geistiges Wissen verleiht der Sendung Nutzen. Eine Folge des Nutzens der Sendung wird Freude des Empfanges sein, denn alles richtig Angemessene wird eine Freude sein.

    38. Die Offenbarung der reinen Lehre muss mit Vertrauen verbunden sein. Nachher wird es notwendig sein, solch ein Vertrauen zu entwickeln,


dass der offensichtlichste Beweis nicht zu erschüttern vermag. Mein Strahl weiß, wo Übel sich verbirgt.

    39. Schafft eine Atmosphäre der Tatbereitschaft. Wenn zum Schlag ausgeholt wird, fallen unerwartet viele alte Schranken. Viele Schlachten sind geschlagen, noch mehr stehen bevor. Jedes Atom des Kosmos kämpft. Todesruhe ist Uns unbekannt.

    40. Die neue Lehre ehrt die Überbringer der früheren Gebote, doch sie schreitet ohne Gepäck verflossener Zeiten voran. Andernfalls würde die Last der Lehrbücher ungeheure Ausmaße annehmen. Am zweckmäßigsten wäre es, alle Kommentare, die dreihundert Jahre nach dem Abgang eines Lehrers herausgebracht wurden, zu vernichten. Von Zeit zu Zeit müssen die Bücherregale gesäubert werden. Durch diese Säuberung werden die Bildnisse der Lehrer des Lichtes an Größe gewinnen.

    41. Wir treiben die ganze Furcht aus. Wir übergeben das ganze bunte Gefieder der Furcht dem Wind: die blauen Federn des erstarrten Schreckens, die grünen Federn des verräterischen Zitterns, die gelben Federn des heimlichen Davonschleichens, die roten Federn des rasenden Herzklopfens, die weißen Federn des Verschweigens, die schwarzen Federn des Sturzes in den Abgrund. Es ist notwendig, auf die Vielfältigkeit der Furcht wiederholt hinzuweisen, sonst bleibt irgendwo ein graues Federchen gefälligen Gestammels oder ein Flaum hastiger Unruhe, und hinter diesem wird sich der gleiche Angstgötze verbergen. Jede Schwinge der Furcht trägt hinunter.
    Der in Furchtlosigkeit gehüllte Gesegnete "Löwe" gebot, den Mut zu lehren.


    Schwimmer, wenn ihr alles euch Mögliche tut, wohin kann die vernichtendste Welle euch tragen? Sie kann euch nur emportragen. Und du, Sämann, wenn du die Saat ausstreust, wirst du eine Ernte erwarten. Und du, Hirte. wenn du deine Schafe zählst, wirst du ein geoffenbartes Licht anzünden.

    42. Der Kosmos entsteht durch Pulsation, anders gesagt durch Explosionen. Der Rhythmus der Explosionen verleiht der Schöpfung Harmonie. In der Tat, das geistige Wissen überträgt den Faden des Kosmos in das geoffenbarte Leben. Mit einem leuchtenden Schwert sollte die neue Stufe freigeschlagen werden. Man muss erkennen, wann die Blumen des Lichtes zurückzuhalten sind, damit sie nicht wieder im Nebel der Elemente aufgelöst werden.
    Der Gärtner weiß, wann es Zeit ist, die Blumen einzusammeln, denn er legte die jetzt verborgene Saat aus. Nicht jener, der die Samenkörner am Markte kaufte; nicht jener, der in Faulheit befahl, die Körner auszustreuen, sondern der Gärtner des Geistes, der bei einsetzendem Unwetter die Saat in die Frühjahrserde verbarg.
    Ja, ja, er, der Gärtner des Geistes, wird die Zeit des Sprießens kennen, er wird die jungen Halme vom Unkraut unterscheiden, denn er leistete die verborgenste Arbeit, und ihm gebührt die beste Blüte.
    Wahrlich, es ist eine große Sache, das Schwert im rechten Augenblick zu schwingen, und zur Zeit der Explosion den Arm zu erheben.
    Wahrlich, hier steigen wieder Ströme des Kosmos auf die bereite Erde nieder; und deshalb ist das geistige Wissen so kostbar.


Dieser himmlische Regenbogen spiegelt sich in den Tautropfen der Erde. Vermittelt das geistige Wissen nicht das Licht? "Materia Lucida" ist für den wilden Geist ein Chaos, doch für den wissenden Geist ist sie die Harfe des Lichtes. Wie das Klingen geschlagener Harfensaiten eilen die Wellen der lichttragenden Materie dahin, und der Geist schafft aus ihnen geheimnisvoll klingende Symphonien. Zwischen den Welten spannt sich, wie Fäden. "Materia Lucida". Nur ungeheure Weite verschmilzt die Wellen der Fäden zur Schwingung des himmlischen Regenbogens.
    Man kann beginnen, zu den fernen Welten zu streben, indem man einem vom Geist erkannten Faden des Lichtes folgt; dies ist ein hochwissenschaftlicher Versuch. Wie gesagt wurde, bedürfen kleine Taten der Hilfe und der Apparate, doch eine große Tat benötigt keine äußeren Hilfsmittel.

    43. Ich fühle, dass die Lehre für die Furchtsamen zu einem schweren Hammer werden kann. Noch vor kurzem hätte allein bei Erwähnung der Gemeinschaft ein Schrecken das Herz durchbohrt, doch jetzt sind bereits einige Hindernisse überwunden worden. Doch eine noch schwerere Prüfung für die Menschheit folgt dem Verzicht auf den hinfälligen Eigentumsbegriff. Nachdem man die Bedeutung des Geistes begriffen hat, ist es besonders schwierig, auf Wunder zu verzichten. Selbst die von Buddha erwählten Archate6 trennten sich nur schwer von dieser Möglichkeit.
    Drei Archate baten Buddha inständig, sie ein Wunder erfahren zu lassen. Buddha brachte jeden in einen dunklen Raum und schloss ihn darin ein. Nach längerer


Zeit ließ der Gesegnete die drei rufen und fragte sie, was sie gesehen hätten. Jeder erzählte über verschiedene Visionen, Buddha aber sprach: "Jetzt müsst ihr zugeben, dass Wunder keinen Nutzen bringen, weil ihr das Hauptwunder nicht wahrgenommen habt. Denn ihr hättet ein Sein jenseits des Sichtbaren fühlen können, und dieses Gefühl hätte euch über die Grenzen der Erde hinausgeführt. Doch ihr führet fort, euch auf der Erde sitzend zu erkennen, und eure Gedanken zogen Elementarwellen auf die Erde hernieder. Das Anschwellen der Elemente rief in verschiedenen Ländern Erschütterungen hervor. Ihr ließet Felsen niederstürzen und durch einen Sturm Schiffe zerstören. Du sahst ein rotes Tier mit einer flammenden Krone, aber das von dir aus dem Abgrund angezogene Feuer brannte die Häuser Schutzloser nieder — eile zu Hilfe! Du sahst einen Drachen mit einem Mädchengesicht und ließest damit die Wellen Fischerboote hinwegspülen — eile zu helfen! Du sahst einen fliegenden Adler, und ein Sturm vernichtete die Ernte der Schaffenden — gehe und entschädige sie! Worin, Archate, besteht eure Nützlichkeit? Eine Eule in einer Baumhöhle hat die Zeit nützlicher verbracht. Entweder arbeitet auf der Erde im Schweiße eures Angesichts oder erhebt euch in einem Augenblick der Einsamkeit über die Erde. Doch der unnütze Aufruhr der Elemente möge keine Beschäftigung für den Weisen sein."
    Wahrlich, eine aus dem Flügel eines Vögleins fallende Feder ruft in den fernen Welten Donner hervor.
    Luft einatmend, sind wir an alle Welten angeschlossen. Der Weise erhebt sich von der Erde nach oben, denn die Welten werden


einander ihre Weisheit enthüllen. Wiederholt dieses Gleichnis jenen, die der Wunder bedürfen.

    44. Das Wesen des Strebens zu den fernen Wellen besteht in der Aneignung eines Bewusstseins unseres Lebens in ihnen. Die Lebensmöglichkeit auf ihnen wird für unser Bewusstsein wie zu einem Kanal der Annäherung. In der Tat, dieses Bewusstsein muss wie ein Kanal durchgegraben werden. Die Menschen können schwimmen, dennoch schwimmt ein beachtlicher Teil von ihnen nicht. Solch eine offensichtliche Tatsache wie die fernen Welten zieht die Menschen überhaupt nicht an. Es ist Zeit, diese Saat in das menschliche Gehirn zu streuen.
    Die Alleinstehenden und die Unglücklichen vermögen diesen Gedanken leichter zu fassen. Irdische Fesseln sind für sie nicht so dauerhaft. Am schlimmsten daran sind die wohl begüterten Menschen. Ganz leicht können Blinde diesen Gedanken aufnehmen, doch am schwersten wird es für die Schielenden sein, weil eine falsche Kreuzung der Ströme immer die Weite des Strebens verzerren wird. Versuchet, ein Kanonenrohr mit verschiedenen Spiralen zu riefeln; das Ergebnis wird ein schlechtes sein. Das Gesagte bezieht sich natürlich nur bis zu einem bestimmten Grad auf die Schieläugigkeit, sofern diese mit den Nervenzentren zusammenhängt.

    45. Ich weise darauf hin, dass es wichtig ist, gelegentlich gute Pfeile auszusenden, und dass der Geist hernach eine Erleichterung verspürt. Wie ein grauer Schwarm rasen Fragmente abwegiger Gedanken umher, verpesten die Luft und versperren allmählich den Raum. Dann wirkt der Pfeil des Geistes wie ein Blitz.


Er erreicht nicht nur die bestimmte Person, sondern reinigt auch den Raum. Diese Reinigung des Raumes ist nicht unbedeutend. Ein reinerer Pfeil zieht als stärkerer Magnet die grauen Splitter an sich und trägt sie zurück. Auf diese Weise werden die grauen Gedanken mit ihrer Last zum Urheber zurückgeführt, doch ohne Schaden für die anderen. Diese grauen Gedanken lassen sich wie Verbrennungsrückstände auf die Aura nieder, und der Säer erntet. Es ist weise, die Worte auszusenden — berühre nicht! Diese Formel wird den geringsten Gegenschlag bewirken. Sie ist nämlich eine alte Schutzformel. Es ist zweckmäßig, entweder eine gute Anrufung oder eine Schutzformel auszusenden. Jede böswillige Sendung ist unzweckmäßig. Das Schwert der Empörung des Geistes kann man wohl zulassen, doch nur in seltenen Fällen, denn Empörung des Geistes nutzt die Hülle ab.

    46. Nie sprach Ich darüber, dass es leicht wäre, das neue Bewusstsein im Leben einzuführen. Nicht die Zerstörer, sondern die verschimmelte, herkömmliche Tugend ist der Feind. Die Zerstörer kennen die Unhaltbarkeit dessen, was sie zerstören, und das Prinzip der Rückgabe ist für sie leichter. Doch die rosawangige Tugend liebt ihre Spartruhe und wird diese immer beredsam verteidigen. Solche Menschen werden heilige Worte aus den Schriften zitieren und feine Beweise erfinden, warum sie bereit wären nicht diesem, sondern einem anderen Menschen, der gar nicht existiert, diese auszuliefern.


    Die herkömmliche Tugend offenbart eine unübertroffene Habgier und lügt gerne. Und solche rosawangige, wohlgestaltete Tugendlehrer sind glatt wie Öl; Heldentat, menschliche Heldentat ist diesen Tugendlehrern unbekannt und ihre prunkvollen Gewänder sind mit Knechtschart gestärkt!

    47. In den Schulen muss Achtung vor dem Aussprechen eines Begriffes gelehrt werden. Natürlich, Papageien können Begriffe, oft von großer Bedeutung, sinnlos in den Raum werfen. Die Menschen müssen verstehen, dass das Wort der Trethebel des Gedankens und jedes Wort ein donnertragender Pfeil ist.
    Der Verlust der wahren Bedeutung der Begriffe hat zur gegenwärtigen Verwilderung viel beigetragen. Die Menschen verstreuen Perlen wie Sand. Wahrlich, es ist an der Zeit, viele Begriffsbestimmungen zu ersetzen.

    48. Man soll alles ohne Furcht und womöglich selbst tun. Es ist richtig, persönliche Verantwortung zu bekunden. Weder Wunsch noch Zitate, noch Kundgebungen, sondern durch persönliches Beispiel bekräftigte Bestätigung ist erforderlich. Sogar ein in mutiger Verwegenheit begangener Fehler kann leichter wieder gutgemacht werden als niederträchtiges Gestammel.
    Wertvoll ist die Tat, die weder der Apparate noch der Hilfe bedarf. Wer eine wertvolle Formel entdeckt, kann sie nicht zum Fenster hinausschreien, weil der dadurch entstehende Schaden die beste Nützlichkeit vernichten würde.


    Wie ein verschlossenes Gefäß, wie ein unausgeplünderter Berg, wie ein pfeilgespannter Bogen — so stehet da! Und wie ein Trunk aus dem Gefäß feurig ist, und wie der Berg unerschöpflich ist, und wie der Pfeil tödlich ist — so handelt! Denn wer wagt zu behaupten, dass Schwierigkeit nicht die schnellste Errungenschaft ist! Milchige Flüsse werden sauer, und glitschige Ufer sind unbequem zum Sitzen. So lasst uns in der Rüstung persönlicher Verantwortung beeilen.
    Beachtet, dass es nur dort Erfolge gab, wo voller Mut geoffenbart wurde. Kleine Zweifel erzeugen eine sklavische Ängstlichkeit.
    Besonders in den Tagen ernster Krankheit des Planeten ist es wichtig, mit Mut erfüllt zu sein. Tastend hat man keine Durchschlagskraft, doch das Schwert kann die schädlichen Schleier spalten. Der Augenblick ist sehr ernst, und der ganze Mut muss aufgeboten werden.

    49. Je mehr einer abgibt, um so mehr empfängt er. Aber die Völker haben das Abgeben verlernt; selbst der Geringste denkt nur an das Empfangen. Unterdes ist der Planet krank und in dieser Krankheit geht alles unter. Jemand möchte durch Verseuchung des ganzen Planeten dem Endkampf entgehen. Mancher hofft, auf Trümmern zu entsegeln, vergisst aber dabei, dass auch das Meer verschwindet. Es ist leicht, sich vorzustellen, dass der Planetenkörper genauso krank sein kann wie ein anderer Organismus, und der Geist des Planeten wird vom Zustand seines Körpers beeinträchtigt. Wie ist die Krankheit des Planeten zu bezeichnen? Am besten


als ein Vergiftungsfieber. Erstickende Gase von den Anhäufungen der niederen Schichten der Feinstofflichen Welt sondern den Planeten von den Welten, die Hilfe senden könnten, ab. Das Schicksal der Erde kann durch eine gigantische Explosion enden, wenn die Dichte der Hülle nicht durchbrochen wird. Eine erstaunliche Beschleunigung zwingt alle Bahnen zu schwanken. Man hätte erwarten können, eine Beschleunigung sei für ein bestimmtes Land nötig, doch sie ist für den ganzen Planeten erforderlich.

    50. Es kommt nicht darauf an, wie die Neue Welt ihren Einzug hallen wird — ob in einem Kaftan, einem Gehrock oder einem Hemd. Wenn wir die kosmische Bedeutung der Gemeinschaft festsetzen, sind alle Einzelheiten nicht mehr als die Staubkörner unter den Sohlen. Man kann jede Unvernunft verzeihen, sofern sie nicht gegen die Neue Welt gerichtet ist.

    51. Wenn Ich ein Wort öfter wiederhole, so bedeutet dies ein Auffüllen des Raumes. Der verloren gegangene Rhythmus ist in Gemurmel ausgeartet. Die Brandung der Wellen lässt Felsen abstürzen. Desgleichen muss in einer Prozession der Rhythmus des Klanges vorhanden sein. Der Klangrhythmus hält eine Masse vom leeren Geschwätz ab.

    52. Wie kann man in die geheimen Tiefen des Geistes eindringen? Nur durch das Ungewöhnliche. Der Legende von den heiligen Räubern liegt die Schärfung des Geistes durch das Ungewöhnliche zugrunde. Hingegen erhält ein sanfter Bäcker selten den Schlüssel zum Geist, wenn das tägliche Spiel der Flamme ihm nicht das Licht der Elemente enthüllt.


    Geeignete Kräuter müssen gesammelt, doch ihr Standort muss ohne Vorurteil gesucht werden.

    53. Ich werde erklären, warum Wir vom "Angriff der Purusha7" sprechen. Es wäre gut, wenn die Menschen das gleiche Prinzip allgemeiner Anspannung beherrschten. Ein Auftreten allgemeiner Gefahr muss solch eine allgemeine Anspannung hervorrufen. Die erste Bedingung des Fortschritts ist Befreiung von gewohnter Beschäftigung. Die gewöhnlichen Gehirnzentren müssen erschlaffen, damit eine neue Verbindung der Nervenströme in Erscheinung treten kann. Das gleiche Prinzip ist anzuwenden, um Müdigkeit zu vermeiden. Und solch neue Anspannung, bar des persönlichen Elements, wird als ein Angriff der Purusha bezeichnet.
    Beim Versteckspiel mit dem Stäbchen muss der Suchende dieses finden und nicht, der es versteckt hat. Nicht ohne Grund nennen die Inder das Höchste Wesen den Spieler. Wahrlich, die Erde muss durch irdische Hände gerettet werden, und die Himmlischen Kräfte senden das beste Manna; doch wird es nicht gesammelt, verwandelt es sich in Tau. Wie soll man sich da nicht freuen, wenn Sammler gefunden werden? Wenn diese Suchenden, ohne auf Spöttelei zu achten, eingedenk Unseres Schildes voranschreiten.
    Niemals kann die Anspannung der Purusha ohne Gedankenbeweglichkeit hervorgerufen werden.
    Der Geist muss durch einen einzigen Kanal streben, wie eine Kugel im Gewehrlauf. Das Auftreten vorausgegangener Umstände darf den Drall nicht stören.


    54. Lichtauslöscher sind die besonderen Diener der finsteren Kräfte, deren Beschäftigung es ist, die Feuer in der Feinstofflichen Welt auszulöschen. Je stärker der Angriff der Finsternis, um so wirksamer zerstören sie jeden Lichtpunkt. Wir kennen keine Zeit größerer Finsternis in der Feinstofflichen Welt. Alle falschen Olympe sind in Zwielicht versunken. Doch jetzt ist keine Zeit, sich mit ihnen zu befassen; jetzt ist die Zeit, den irdischen Plan zu erwägen. Die derzeitige Weltlage gleicht einem Meeressturm.

    55. Streben ist das Boot des Archaten. Streben ist das geoffenbarte Einhorn. Streben ist der Schlüssel zu allen Höhlen. Streben ist die Schwinge des Adlers. Streben ist der Strahl der Sonne. Streben ist die Rüstung des Herzens. Streben ist die Lotosblüte. Streben ist das Buch der Zukunft. Streben ist die geoffenbarte Welt. Streben ist die Zahl der Sterne.

    56. Warum gleicht das Erkennen der in die Zukunft weisenden Zeichen dem Webvorgang? Bei der Webarbeit ist die Kette von einer bestimmten Färbung und Fädengruppen sind nach Farben eingeteilt. Es ist leicht, die Kette zu bestimmen, und auch die Fädengruppe kann man leicht herausfinden; doch das Muster dieser Gruppe lässt verschiedene Verbindungen zu, die von Tausenden laufender Umstände abhängen. Natürlich, die innere Beziehung des Subjekts selbst wird die Hauptbedingung sein. Wenn seine Aura zu sehr schwankt, wird die Prognose relativ sein. Dann wird es einem bestimmten Spiel gleichen, in dem nach


einigen verstreuten Punkten eine bestimmte Figur gefunden werden muss.
    Wo ist denn das beste Ferment, das die schwankende Aura festigt? Das beste Ferment ist Streben. Es ist unmöglich, einen strebenden Körper zu verletzen oder zu zerbrechen. Streben in Bewegung erlangt Gesetzlichkeit, und zum Gesetz werdend wird es unaufhaltsam, weil es in den Rhythmus des Kosmos eingeht.
    So schreitet vorwärts im Kleinen wie im Großen und euer Gewebe wird einmalig, kristallen, kosmisch, kurz gesagt — schön sein.
    Streben, nichts anderes, verleiht Beherrschung der Elemente, denn die grundlegende Eigenschaft der Elemente ist Streben. In diesem Zustand koordiniert ihr die Elemente mit der höheren Schaffenskraft des Geistes und werdet zum Beherrscher des Blitzes. Der Mensch wird zum Beherrscher des Blitzes werden. Glaubet es, nur durch Streben werdet ihr siegen.

    57. Ist es wirklich möglich, dass nicht in jeder Bewegung des Planeten eine Sturmglocke vernommen wird? Kommt nicht in jeder Bewegung aller Wesen ein qualvoller Schrei zum Ausdruck? Erklingt nicht aus jeder Bewegung der in knechtischer Unterwürfigkeit am Boden liegenden Geister eine Empörung? Doch gab es bessere Zeiten?
    Es ist besser, wenn eine Eiterbeule aufgeschnitten wird und es möglich ist, das Loch nachher zu schließen. Doch erst muss der Eiter herausgezogen werden; deshalb treffen Wir keine halben Maßnahmen.


    Wir erwarten weitreichende Taten, und wenn die Sturmglocke ruft, ist es unmöglich, an ein Stück Garn zu denken.

    58. Ihr kennt bereits die Nützlichkeit von Hindernissen, ihr kennt bereits den Vorteil von Unannehmlichkeiten. Es kann sogar eine Nützlichkeit der Schrecken geben. Gewiss, für Uns und für euch gibt es keine Schrecken im üblichen Sinn. Im Gegenteil, ein Schrecken ohne Angst verwandelt sich in eine Tat von kosmischer Schönheit.
    Kann man ohne einen Akkord des Entzückens an Schönheit denken? Jetzt rufen Wir mit lauter Stimme, Wir senden Zeichen des Kampfes, doch alles wird vom Entzücken überragt angesichts großer Entscheidungen. Mut öffnet alle Türen: "Es ist unmöglich", sagen wir selbst, während alles Seiende laut kündet: "Es ist möglich!"
    Jede Epoche hat ihr eigenes Wort. Dieses Wort ist wie ein Schlüssel zum Schloss. Alle Lehren sprachen inständig vom machtvollen Wort, das eine genaue und kurze Formel beinhaltet. Unveränderlich wie ein Kristall bekannter Zusammensetzung, sind die Worte dieser Formel; sie lassen sich weder verlängern noch verkürzen. Die Bürgschaft des Kosmos liegt im Guss dieser Worte. Selbst die absolute Finsternis erschaudert vor der Klinge des Weltbefehls; und für Strahlen und Gase ist es leichter, die Finsternis dort niederzuschlagen, wo das Schwert der Welt zugeschlagen hat.
    Nehmen wir den Befehl des Kosmos nicht sklavisch entgegen, sondern begeistert! Die Zeit naht, wo die Kraft des Lichtes


die Finsternis verbrennt. Die Zeit steht bevor, und die Stunde kann nicht zurückversetzt werden.
    Man kann die geheimen Botschaften aller Zeiten erforschen und eine Spirale des durchdringenden Lichtes sehen. Eine Legion von Würmern kann die Spitze der Spirale nicht ändern, und Hindernisse verstärken den Lichtstrahl nur. Das Gesetz der Widerspiegelung schafft neue Kräfte. Und wo der Sprecher schweigt, wird der Stumme sprechen.

    59. Ein klarer, kurzer Befehl ist schwierig, aber dafür stärker als ein Zauberstab. Bestätigung ist leichter, doch ein Befehl gleicht einer unverhofften Flammensäule aus einem Vulkan. Ein geballtes Gefühl persönlicher Verantwortung liegt in einem Befehl. Ein Hinweis auf die Unversiegbarkeit der Kraft klingt in einem Befehl. Die Strebsamkeit des Kosmos offenbart sich in der Heftigkeit des Befehls wie eine niederschmetternde Welle. Trocknet die Tränen der Güte, Wir benötigen Funken der Empörung des Geistes!
    Welch einen Damm errichtet Bedauern, doch Schwingen wachsen am Ende des Schwertes! Sand kann töten, doch für Uns ist eine Sandwolke ein fliegender Teppich.

    60. Vieles kann dem verziehen werden, der auch in der Finsternis den Begriff des Lehrers bewahrte. Der Lehrer erhöht die Würde des Geistes. Wir vergleichen den Begriff des Lehrers mit einer Lampe in der Finsternis. Deshalb möge der Lehrer ein Leuchtturm der Verantwortung genannt werden. Die Bande der Lehre gleichen einem Rettungsseil in den Bergen. Der Lehrer


offenbart sich mit dem Augenblick der Entflammung des Geistes. Von diesem Zeitpunkt an ist der Lehrer vom Schüler unzertrennlich.
    Wir sehen das Ende der Kette der Lehrer nicht, und das mit dem Lehrer erfüllte Bewusstsein erhöht die Errungenschaft des Schülers wie ein kostbarer, alles durchdringender Wohlgeruch. Die Verbindung des Schülers mit dem Lehrer bildet ein Schutzglied in der vereinigenden Kette. Unter diesem Schute erblühen Wüsten.

    61. Meine Hand sendet die Lösung inmitten der Klippen der Welt. Erachtet das Bretterdach für stabiler als Eisen. Erachtet eine festgesetzte Minute für länger als eine Stunde. Der verlängerte Pfad ist kürzer als der steile Abgrund. Ihr werdet fragen: "Wozu Rätsel, wozu Esoterismus?" Der Knäuel der Ereignisse ist voll von vielfarbigen Fäden. Jeder Schöpfeimer schöpft aus einem Brunnen anderer Farbe. Unter Ereignissen gibt es viele, die sich überstürzen; diese fernen, nach außen hin unverbundenen Freunde füllen unseren Korb, und das letzte Licht triumphiert.

    62. Man möge sich freuen, wenn eingegebene Gedanken sich mit eigenem Denken verbinden, weil es bei Zusammenarbeit keine Grenzen der Arbeitsteilung gibt, sondern nur Wirkungen. Man kann die Funktionen des Kosmos nicht zergliedern, wenn Taten wie ein Fluss dahinströmen.
    Welche Bedeutung hat der Aufbau der Wellen, die einen nützlichen Gegenstand tragen? Wichtig ist, dass der Gegenstand nicht verloren geht!


    63. Das größte Unverständnis wird die Tatsache auslösen, dass Arbeit Erholung sein kann. Viele Vergnügungen werden abgeschafft werden müssen. Vor allem muss man begreifen, dass die Werke der Wissenschaft und der Kunst der Erziehung dienen und nicht der Zerstreuung. Viele Vergnügungen werden als Brutstätten der Abgeschmacktheit abgeschafft werden müssen. Die vorderste Front der Kultur muss die Spelunken der Narren säubern, die ihre Zeit über einem Krug Bier verbringen. Ebenfalls muss der Gebrauch von Schimpfworten eine viel härtere Bestrafung finden. Auch die Erscheinungen enger Spezialisierung müssen missbilligt werden.

    64. Wichtig ist es, über die Notwendigkeit der Vergleichbarkeit zu reden. Ich halte es für erforderlich, zwischen wiederkehrenden und unwiederholbaren Dingen zu unterscheiden. Man kann Dinge des Alltags zurückstellen, doch Fristrufen muss unverzüglich Folge geleistet werden. Es kann bestätigt werden, dass ein Augenblick kosmischer Möglichkeit unersetzbar ist. Es gibt Speisen, die nur in einer bestimmten Reihenfolge verdaut werden können. Auch der Jäger geht nicht aus Müßiggang auf Jagd; wenn er die Stunde für gekommen hält, kann ihn nichts zurückhalten.
    Man kann Meinen Stein in der Wüste finden, aber er kann wieder verloren gehen, wenn er nicht sofort aufgehoben wird. Die Mich kennen, begreifen die Bedeutung der Unverzüglichkeit, doch die Neuen müssen sich dieses Gesetz einprägen, wenn sie sich nähern wollen. Wahrlich, Ich sage, die Zeit ist kurz! Ich sage mit Sorge: Versäumt keine Stunde, denn die Fäden


des Knäuels sind vielfarbig. Nicht in der Annehmlichkeit der Ruhe, sondern in der Finsternis des Sturmes ist Meine Stimme für euch nützlich; lernet zu hören!
    Ich kenne Menschen, die den Ruf wegen ihres Suppengerichtes versäumten. Aber Mein Pfeil fliegt in der Stunde der Not. Meine Hand ist bereit, den Schleier des Bewusstseins zu heben, deshalb ist Vergleichbarkeit des Kleinen und des Großen sowie des Wiederkehrenden und des Unwiederholbaren nötig. Strengt euch an, zu verstehen, wo das Große ist! Ich sage — die Zeit ist kurz!

    65. Unsere Bedingung für die Mitarbeiter ist der volle Wunsch, im Leben Unsere Grundsätze anzuwenden, nicht in der Theorie, sondern in der Praxis.
    Der Lehrer trägt die Flamme einer unauslöschlichen Heldentat. Die Lehre wird weder durch Müdigkeit noch durch Elend unterbrochen. Das Herz des Lehrers lebt durch Heldentat. Er kennt keine Furcht und die Worte "Ich fürchte mich" fehlen in Seinem Wörterbuch.

    66. Die Evolution der Welt wird durch Umwälzungen oder Explosionen der Materie aufgebaut. Jede Evolution hat eine fortschreitende Aufwärtsbewegung. Jede Explosion wirkt als eine aufbauende Kraft spiralförmig. Deshalb ist jede Umwälzung naturgemäß dem Gesetz der Spirale unterworfen.
    Der irdische Aufbau gleicht einer Pyramide. Versucht nun, von jedem Punkt der fortschreitenden Spirale die vier Seiten einer Pyramide herunterzuziehen. Ihr erhaltet sozusagen vier Anker, die sich in die niederen Materieschichten herabsenken. Ein solcher Aufbau wird trügerisch sein, weil er


auf sterbenden Schichten errichtet ist. Nun wollen wir versuchen, von jedem Punkt aufwärts einen Rhombus zu errichten; wir erhalten einen die Spiralbewegung überholenden Körper, der höhere Schichten erobert. Dies wird ein würdiger Aufbau sein! Gewiss, er muss ins Ungewisse beginnen und sich gleichlaufend mit der Bewusstseinsentwicklung erweitern. Deshalb ist Aufbau in der Revolution ein sehr gefährlicher Moment. Viele unvollkommene Elemente werden den Aufbau in Schichten der abgenutzten und vergifteten Substanz hinunterdrücken. Nur verwegener Mut kann den Aufbau hinauflenken in Schichten, die unerforscht und durch den Gehalt neuer Elemente schön sind. Darum sage Ich und werde immer wieder sagen, dass veraltete Formen im Aufbau vermieden werden müssen. Ein Zurücksinken in die alten Gefäße ist unzulässig. Die Neue Welt muss in ihrer ganzen Strenge begriffen werden.

    67. Was wird in Unserer Gemeinschaft verlangt? Vor allem Vergleichbarkeit und Gerechtigkeit. Das Zweite ergibt sich natürlich aus dem Ersten. Gewiss, man muss die Gutmütigkeit vergessen, denn Gutmütigkeit ist nicht das Gute selbst. Gutmütigkeit ist ein Ersatz für Gerechtigkeit. Das geistige Leben wird von Vergleichbarkeit beherrscht. Der Mensch, der das Kleine vom Großen, das Nichtige vom Erhabenen nicht unterscheidet, kann geistig nicht entwickelt sein.
    Man spricht von Unserer Entschlossenheit, doch diese ist nur das Ergebnis Unserer entwickelten Vergleichbarkeit.


    68. Versteht den Namen des Sohnes der Furcht und des Zweifels — sein Name ist Bedauern. Das Bedauern über den Antritt zum Großen Dienen macht sämtliche Wirkungen früherer Arbeiten zunichte. Wer zweifelt, bindet einen Stein an seinen Fuß. Wer sich fürchtet, dem verschlägt es den Atem. Doch wer seine Arbeit im Namen des Großen Dienens bedauert, begrenzt die Möglichkeit der Annäherung.
    Wie könnte man denn jenen Mut nicht hervorheben, der zur Errungenschaft führt? Wie nicht der Hand gedenken, die den Feindesdolch zurückhielt? Wie nicht jene Kraft umgürten, die für die Entwicklung der Welt alles aufgab? Begreifet, solange die Regenbogenbrücke nicht alle Farben verkörpert, werde Ich nicht aufhören zu wiederholen.
    Zedern bewahren ein heilsames Harz, doch sie lächeln, wenn der wunderbare Saft zu Stiefelschmiere verwendet wird. Lasst uns daher die Hauptwege behüten indem wir die Einzelheiten nutzbringend anwenden.

    69. Gebrüll und wildes Geschrei erfüllen die Erde. Tierisches Gebrüll ist an die Stelle des menschlichen Gesanges getreten. Doch wie wundervoll sind die Feuer der Heldentat!

    70. Meine Hände kennen keine Ruhe. Mein Haupt stützt die Last des Werkes. Mein Verstand ermittelt die Strenge der Entscheidungen. Die Macht der Erfahrung schlägt fremde Ohnmacht. An der Schwelle des Verlustes biete Ich neue Möglichkeiten. Auf der Rückzugslinie erbaue Ich Festungen. Vor den Augen des Feindes schwinge Ich das Banner. Ich nenne den Tag der Überanstrengung einen Tag der Erholung. Ich halte Unverständnis


für Kehricht auf der Schwelle. Ich kann das Sakrale in den Falten eines Arbeitskleides verbergen. Ein Wunder ist für Mich nur die Spur eines Hufeisens. Mut bedeutet für Mich nur der Pfeil im Köcher. Entschlossenheit ist für Mich nur das tägliche Brot.

    71. Vergesst vor allem sämtliche Nationalitäten und begreift die Tatsache, dass das Bewusstsein durch Vervollkommnung der unsichtbaren Zentren entwickelt wird. Manche erwarten einen Messias für eine einzige Nation, doch dies bedeutet Unwissenheit; denn die Evolution des Planeten kann sich nur im planetaren Ausmaß vollziehen. Gerade die Erscheinung der Universalität muss erfasst werden. Es fließt nur ein Blut, und die Außenwelt wird nicht mehr in die ursprünglich entstandenen Rassen geteilt werden.

    72. Die Gemeinschaft, als Kameradschaft, kann die Evolution des Planeten ungeheuer beschleunigen und neue Möglichkeiten im Verkehr mit den materiellen Kräften bieten. Man darf nicht denken, dass Gemeinschaft und die Eroberung der Materie sich auf verschiedenen Ebenen befänden. Es ist ein Kanal, ein Banner — Maitreya8, Mutter, Materie!
    Die Hand, welche die Fäden erkennt, weist den Pfad zu Unserer Gemeinschaft. Gewiss, Wir werden über keine genaue Entstehungszeit Unserer Stätte sprechen. Naturkatastrophen schufen die günstigen Bedingungen, und mit Unserem Wissen können Wir das Zentrum vor ungebetenen Gästen schützen. Das Auftreten heftiger Feinde zwang Uns, die Eingänge noch dichter zu verschließen und den Nachbarn ein strenges


Schweigen aufzuerlegen. Stören und Verraten bedeutet vernichtet zu werden.

    73. Das Wesen der Neuen Welt enthält ein Vakuum, das der Knoten der Unbeweglichkeit genannt wird; in ihm werden die Ablagerungen unverstandener Evolutionsaufgaben gesammelt. Wenn der Verstand an diese Pfade des Nichtbegreifens des Geistes nahe heranführt, ist der Zutritt zu Unseren Sendungen nahezu verloren. Können die Menschen wirklich die schöpferische Tätigkeit vergessen, die zur Verschönerung des Lebens führt?

    74. Es ist notwendig, das Unaufschiebbare zu erforschen. Es ist nötig, persönliche Begeisterung zu bewahren. Für jeden ist es notwendig, selbständig voranzuschreiten — keine Hand auf der Schulter, keinen Finger auf den Lippen. Wehe dem, der die Wache aufhält. Wehe dem, der Reis auf den Schild schüttet. Wehe dem, der Wasser in seinem Helm trägt. Das größte Wehe der grauen Angst. Wahrlich, das Netz der Welt wurde ausgeworfen. Es darf ohne Fang nicht eingezogen werden. Wahrlich, auch nicht das Geringste wird vergessen werden. Das Saatgut wurde bezahlt. Zwang war nicht zugelassen. Möge jeder voranschreiten, doch Ich bemitleide jene, die das Ziel nicht erreichen. Wie finster ist der Pfad zurück! Ich kenne nichts Schlimmeres, als des Nachbars Pfad zu überqueren. Sagt jedem: "Geh allein, bis du die Weisung des Lehrers erhältst." Über das Meeresbrausen sollte man sich freuen. Zeigt Verständnis für die große Zeit! Erhebet den Kelch! Ich rufe euch.

    75. Wahrlich, man möge der Erfüllung aller Prophezeiungen entgegensehen. Ich sehe keine geänderten Fristen. Denkt über den Film der Ereignisse nach und begreift, wie


unwichtig das Äußere ist; nur die innere Bedeutung ist wesentlich. Die Saat der Generationen beginnt zu sprießen, der Same beginnt aufzugehen.

    76. Man muss die Kampfmethode des so genannten Felssturzes kennen. Wenn die Schlacht eine bestimmte Spannung erreicht hat, reißt der Führer Teile der Aura ab und wirft sie in die Horden der Feinde. Gewiss, die Auren der Krieger werden auch stark zerrissen, deshalb ist zu dieser Zeit das Schutznetz zwar nicht stark, aber die Feinde sind besonders siegreich geschlagen. Das Auragewebe verbrennt heftiger als der Blitz. Wir bezeichnen diese Methode als heldenhaft. Man darf nicht denken, dass wir in einem Luxuszug reisen — wir schreiten auf einem Brett über einen Abgrund. Aurafetzen gleichen durchlöcherten Adlerschwingen. Es muss erinnert werden, dass wir die Mauern ohne eine Deckung ersteigen. Nicht jedes zerbrochene Glas klirrt sofort, doch wenn es die tiefen Schluchten erreicht, dann knirschen die Splitter. Das Übrige werdet ihr selbst verstehen. Die allergrößten Kräfte stehen im Kampf für die Rettung der Menschheit.

    77. Eine Erscheinung ist nicht als Beweis für das Auge zu verstehen, sondern für das Bewusstsein. Hierin liegt der Unterschied zwischen eurer und Unserer Auffassung. Was ihr als eine Tatsache bezeichnet, ist ein Ergebnis, während Wir die wahre, euch unsichtbare Tatsache erkennen können.
    Ein Blinder beurteilt den Blitz nach dem Donner, doch der Sehende fürchtet den Donner nicht. So ist es notwendig, wahre Tatsachen von ihren Wirkungen unterscheiden zu lernen.


    Wenn Wir von einem vorbestimmten Ereignis sprechen, sehen Wir dessen wahren Ursprung; doch wer nach sichtbaren Wirkungen urteilt, wird mit seiner Beurteilung zu spät kommen. Wenn Wir sagen: "Widerstehet der Augenscheinlichkeit", meinen Wir: "Verfallet nicht der Illusion vergänglicher Ereignisse." Man muss Vergangenes vom Zukünftigen klar unterscheiden. In der Tat, sich in den Illusionen der Wirkungen drehend, leidet die Menschheit unter diesem Mangel an Unterscheidung.
    Im Vorgang des Ereignisses ist ein schöpferischer Funke enthalten, jedoch nicht in seinen Wirkungen. Befangen von Wirkungen gleicht die Menschheit einem Blinden, der nur den Donner vernehmen kann. Zwischen jenen, die nach Ereignissen, und solchen, die nach Wirkungen urteilen, kann man einen Unterschied feststellen.
    Sagt euren Freunden, dass sie es lernen sollten, das Wahre entsprechend dem Eintreten der Ereignisse zu beobachten. Andernfalls bleiben sie Leser einer von einem Betrüger herausgegebenen Zeitung.
    Strengt das Bewusstsein an, um den Ausgangspunkt von Ereignissen zu erfassen, wenn ihr mit der Evolution der Welt vereint sein wollt. Man kann zahllose Beispiele bedauernswerter, verbrecherischer und tragischer Missverständnisse nennen, als Ergebnis durcheinander geratener Fristen.
    Die Eiche wächst aus der Eichel unter der Erde, doch der Einfältige nimmt dies nur wahr, wenn er über sie stolpert. Viele Fehltritte beflecken die Erdkruste. Genug der Fehler und des Unverständnisses in der Stunde der Weltspannung!


    Man muss begreifen, wie vorsichtig man Energie ausgeben muss. Man muss verstehen, dass nur die richtigen Türen in das Zimmer des Allgemeinwohls führen werden.

    78. Jedes Buch muss ein Kapitel über Gereiztheit enthalten. Es ist unumgänglich, dieses Untier aus dem Haus zu jagen. Ich begrüße Strenge genauso wie Entschlossenheit. Ich gebe die Weisung, höhnische Scherze zu unterlassen. Jedem sollte geholfen werden, aus den Schwierigkeiten herauszukommen. Man sollte jeden Keim von Gemeinheit ersticken. Jedem muss es gestattet sein, seine Meinung zu sagen, und Geduld zum Anhören muss aufgebracht werden. Das leere Gerücht muss ausgerottet werden, und für jedes den Lehrer verleumdende Wort müssen zehn Worte entgegengestellt werden, in der Tat, schweiget nicht zu einem gegen den Lehrer gerichteten Pfeil. Mutter und Lehrer — diese beiden Begriffe müssen in jedem Buch geschützt werden. Das Licht der Erhabenheit darf nicht ausgelöscht werden.

    79. Beim kosmischen Aufbau verlangt Dienen eine Bewusstseinsänderung. Fehler können vorkommen. Der größte Fehler kann entschuldigt werden, vorausgesetzt, dass die Quelle rein ist; doch diese Reinheit kann nur ein erleuchtetes Bewusstsein ermessen. Freude am Dienen kann nur durch ein erweitertes Bewusstsein erfahren werden. Es muss daran erinnert werden, dass jede Zeitspanne von drei Jahren eine Stufe des Bewusstseins darstellt; genauso wie alle sieben Jahre die Zentren erneuert werden. Lernet verstehen, dass sich die Fristen des Bewusstseins nicht wiederholen, weshalb sie nicht versäumt werden dürfen.


    Es ist berechtigt, einem Menschen, der erwägt, den Pfad des Großen Dienens zu beschreiten, die Fragen vorzulegen, was er aufzugeben gedenkt. Oder ob er sich lediglich die Verwirklichung seiner süßen Träume erhofft? Oder ob es für ihn angenehm erscheint, für ein Körnchen Glauben irdischen Reichtum zu erwerben und eine Stellung einzunehmen, die seinem Bewusstsein nicht entspricht?
    Man kann die Methoden der Bewusstseinserweiterung nicht alle aufzählen, doch allen liegt die Erkenntnis der Wahrheit und der Selbstaufopferung zugrunde.

    80. Es ist notwendig, die Klarheit des Denkens zu verstehen und diese in Zukunft anzuwenden — so ist ermöglich, die raue Form des Handels zu vermeiden. Man sollte andere nicht nachäffen. Jedes Körnchen Entschlossenheit ist kostbar. Ich will euch mit Kühnheit sättigen. Es ist besser, als ungewöhnlich zu gelten als in die Uniform der Banalität gekleidet zu sein. Es ist nötig, Meine Belehrungen zu lesen. Es ist notwendig, bestrebt zu sein, sie bei jeder Tat im Leben anzuwenden, nicht nur an Feiertagen. Sagt selbst, ob es möglich ist, morgens zu streben und abends ein Papagei zu sein.

    81. Es ist weise, zwischen Vergangenheit und Zukunft einen Strich zu ziehen. Es ist unmöglich, alles das aufzuzählen, was getan wurde — es ist unermesslich. Es ist besser, zu sagen: "Das Gestern ist vorbei, lernen wir es, einem neuen Morgenrot entgegenzugehen." Wir alle wachsen, und unsere Werke erweitern sich mit uns. Nach


dem siebenundzwanzigsten Lebensjahr ist keiner jung, und wir alle können dann die Heldentat des Dienens verstehen. Es ist unwürdig, im Staub von Gestern zu wühlen. Lasst uns von nun an eine neue Stufe errichten. Beginnen wir zu arbeiten, uns mit Tausenden Augen umgebend. Eignen wir uns Reinheit des Denkens an sowie Unterscheidungsvermögen der Taten. So lasst unsere Tage ausgefüllt sein; gewöhnen wir uns Beweglichkeit und Entschlossenheit an. Wir wollen auch nicht vergessen, dass es auf Erden nichts Höheres gibt als den gegebenen Plan für das Allgemeinwohl. Lasst uns für die Lehren des Lebens Verständnis bekunden. Wie Moses der Menschheit die Würde überbrachte, wie Buddha sich der Erweiterung des Bewusstseins zuwandte, wie Christus die Nützlichkeit des Gebens lehrte, so ist jetzt die Neue Welt zu den fernen Welten bestrebt! Denkt nach, welche Vergleiche uns umgeben! Denkt nach über den Grundstein. Denkt nach über den aufgezeigten Pfad. Denkt darüber nach, wie die Grenzen des Kosmos euch berühren. Erinnert euch der Schritte der wunderbaren Anspannungen, nicht durch ein Buch, sondern im Leben. Denkt darüber nach, dass so vieles noch nicht gehoben und aufgenommen wurde, und ihr noch auf eurem Platz steht. Seid daher durch Fehler nicht entmutigt, sondern steiget auf durch die Hierarchie der Lehre.

    82. Am Tag des Beginns der neuen Stufe wollen wir ohne Vorwurf über die großen Zeiten sprechen, in denen wir es lernen, von der Erde aufzubrechen und bereits im Körper mit den Höheren Welten vereinigt werden.
    Niemandem wird etwas verweigert, komm, strecke deine Hand


dem Altar des Geistes entgegen. Bejahe den Geist als von Materie und erinnere dich, wie das Herz vor dem Leuchten der Berge erbebt.
    Mein Wort muss euch in der Schönheit der Heldentat bestärken. Den Pfad vor Augen, wollen wir die Regeln der Taten unbeachtet lassen; wir wollen erneut das Bewusstsein über dem Firmament sammeln. Es ist schön, bereits den feinstofflichen Körper zu haben, wenn der Geist über die weiten Flüge nicht mehr verwirrt ist. Freuen wir uns daher über jede Bewegung auf der Erdkruste — lernen wir es, als flögen wir darin!
    Fliegen — welch ein schönes Wort! Es enthält bereits das Pfand unserer Bestimmung. Wenn euch schwer zu Mute ist, denkt an die Flüge. Möge jeder an Schwingen denken. Den Mutigen sende Ich alle Ströme des Raumes!

    83. Wahrlich, es ist notwendig, zehn Ausgänge für einen Brand zu haben. Kräftig ist eine Tat, wenn durch sie zehn Lösungen gegeben sind. Die Unerfahrenen brauchen einen Brand hinter sich, doch den Gerufenen sind alle Zugänge erschlossen.
    Man muss imstande sein, zu erkennen, wie sich die Klinge des Feindes biegt; zu lächeln, wenn die Hufschläge des Feindes an das Ohr dringen; es fertig zu bringen, aufrecht zu stehen, wenn der Pfeil über dem Kopfe schwirrt.

    84. Es ist schwer, das Große aufzunehmen, aber es ist noch schwerer, mit einem erweiterten Bewusstsein das Kleine aufzunehmen. Es ist schwer, für eine kleine Tatsache einen Maßstab großen


Verstehens anzuwenden. Wie kann man ein großes Schwert in eine kleine Scheide stecken?
    Nur ein erprobtes Bewusstsein versteht den Wert des Saatkornes der Wirklichkeit. Herrschaft besteht weder in Kronen noch in Volksmassen, sondern in der kosmischen Ausbreitung von Ideen. So ergänzen die Lehren des Lebens einander, bar des Bedürfnisses, Massen anzuziehen.
    Ich versprach euch, ein drittes Buch zu übergeben, sobald die Gemeinschaft angenommen worden ist. Doch wir bedürfen keiner Massen; nur die Bewusstseine jener, die annehmen, werden von Uns gebraucht. Deshalb übergeben Wir das dritte Buch. Deshalb sprechen Wir wiederholt über die Fakten der Wahrheit, und Wir segnen lieber die Geburt, als Beerdigungsprozessionen über Uns ergehen zu lassen.
    Für manche ist es notwendig, die Lehre in die Ohren zu posaunen, für andere braucht man nur die Wegweiser zu setzen; dritten braucht man nur einsilbige Andeutungen zu geben, wenn ihr Bewusstsein selbst das Kleine erfassen kann. Wie sehr begrüßt die Lehre dann jene, die alle und jede Krume aufnehmen können, die universelle Bedeutung jeder von ihnen schätzend!
    Der Zerfall von Äonen9 verschiebt ganze Welten. Aus diesem Grunde sind eure Gedanken zur Erhaltung der geistigen Energie aufgerufen.

    85. Jeder Organismus wird von einer besonderen Energie bewegt, doch es ist notwendig, die genaue Richtung des Grundstrebens festzusetzen. Einmal fragten die Schüler den Gesegneten,


wie die Erfüllung des Gebotes auf Verzicht des Eigentums zu verstehen sei. Trotzdem ein Schüler alle Sachen im Stich gelassen hatte, wurde er vom Lehrer wegen seines Besitzes getadelt. Ein anderer behielt seine Sachen und erhielt keinen Vorwurf. Das Gefühl des Eigentums wird nicht nach Sachen, sondern nach Gedanken gemessen. Genauso muss die Gemeinschaft vom Bewusstsein angenommen werden. Man kann Sachen besitzen ohne Gefühl des Eigentums.
    Der Lehrer sendet den Wunsch, dass die Evolution gesetzmäßig wachse. Der Lehrer kann jene erkennen, die ihr Bewusstsein befreit haben. So sprach der Gesegnete, und Er bat, im allgemeinen nicht an das Eigentum zu denken, denn Entsagung ist eine Reinigung der Gedanken. Denn nur durch gereinigte Kanäle kann sich das Grundstreben seinen Weg bahnen.

    86. Ich erinnere mich an eine von Akbar gehörte Erzählung. Ein Herrscher fragte einen Weisen: "Wie erkennst du ein Nest des Verrates und ein Bollwerk der Treue?" Der Weise zeigte auf eine Menge herausgeputzter Reiter und sagte: "Das ist ein Nest des Verrates." Dann wies er auf einen einsamen Wanderer und sagte: "Das ist ein Bollwerk der Ergebenheit; denn Einsamkeit kann nichts verraten." Und von diesem Tag an umgab sich der Herrscher mit Treue.
    Der Lehrer hat das volle Maß der Treue angenommen. Meine Hand ist der Hand des Wanderers Feuer in der Finsternis. Mein Schild birgt die Stille der Berge. Ich weiß, Ich weiß, wie beengt es für Meine Gemeinschaft ist. Die Enthüllung der Grundfeste des Baues vollzieht sich in der Stille.


    Das Verstehen der Materie kann nur dort wachsen, wo Verrat unmöglich ist.

    87. Wenn eine Schwierigkeit mit einer Erbschaft auftritt, kann gesagt werden, dass es möglich ist, der Gemeinschaft den Wunsch zu hinterlassen, dass bestimmte Gegenstände einer bestimmten Person zur Benutzung für eine Probezeit von drei Jahren übergeben werden. So wird die Erbschaft in eine würdige Zusammenarbeit verwandelt werden. Man möge besonders ausgewählte Leute beauftragen, die Qualität bestimmter Arbeiten zu überwachen. Es ist nötig, das Bewusstsein durch ständiges Prüfen zu vertiefen; denn das Volk versteht es noch nicht, unter Prüfung zu arbeiten. Unterdes ist die ganze Substanz der Welt durch gegenseitiges Erproben in Anspruch genommen. Doch man sollte verstehen, dass Prüfen nur Verbesserung bedeutet.

    88. Wir fangen immer mit einem sehr kleinen Umriss an. Dies ist eine viele Jahrhunderte alte Erfahrung und ein grundlegendes kosmisches Prinzip. Ein festes und unteilbares Samenkorn wird ein Wachsen der Elemente verursachen. Doch wiederholtes Schwanken und Mangel an Feinfühligkeit ergeben Unklarheit. Die Feinfühligkeit des Lebensprinzipes zwingt, mit festen Körpern sparsam umzugehen. So bewertet der Chemiker unteilbare Körper. Wahrlich, der Aufbau muss unzerstörbar sein, wenn er durch die Notwendigkeit der Evolution hervorgerufen wurde. Man sollte zwischen jenem, das zugelassen ist, und jenem, das unbestreitbar gegeben ist, zu unterscheiden verstehen.

    89. Unsere Gemeinschaft bedarf keiner Beteuerungen und Eide. Echt ist der Arbeitsaufwand und unvergesslich


die Verpflichtung. Kann es dort etwa Weitschweifigkeit geben, wo Leben in Schutz genommen wurde — wo eine Stunde zum längsten Maß werden kann? Könnte man die Möglichkeiten einer Zeit verraten, wenn Geist und Bewegung verneint werden? Es ist notwendig, Schüchternheit zu überwinden, um den Wirbel der Spirale zu fühlen und im Kernpunkt des Wirbels die Ruhe des Mutes aufzubringen.
    So viel habe Ich über Mut und Furcht gesagt, weil Wir nur eine kosmische wissenschaftliche Methode kennen! Beim Eintritt muss man sich Rechenschaft geben, ob man die Furcht abgelegt hat und einen starken Mut besitzt.
    Ich sehe kein einziges Merkmal von Dialektik und Methodik. Wir kennen nur die herben Blumen der Notwendigkeit. Und zu Uns muss man im Bewusstsein der Standhaftigkeit gelangen.
    Strenge ist keine Herzlosigkeit und Standhaftigkeit keine Begrenztheit. Durch all die Schwerkraft des Firmaments werdet ihr den Wirbel des Raumes verspüren, und ihr werdet die Hand nach den fernen Welten ausstrecken. Die Wahrnehmung der Offenbarung der Welten kann nicht aufgezwungen werden, aber gerade durch diese Erkenntnis nehmen wir verantwortungsvolle Arbeit auf und widmen uns den wirklichen Möglichkeiten der Evolution.

    90. Um die Beweglichkeit der Tat zu verstehen, trübe man die Oberfläche des Wassers in einem Bassin und beobachte die Unbeweglichkeit der niederen Schichten der Flüssigkeit. Um sie in Bewegung zu bringen, muss die Oberfläche so stark umgerührt werden, dass der Rhythmus ohne Unterbrechung


bis zum Grund durchdringt. Verneinende Kräfte haben keine bis zum Boden führende Strömung, denn dazu ist es erforderlich, die Ursubstanz zu zersetzen; eine solche Leistung aber übersteigt ihre Kräfte.
    Neuankommende fragen oft, wo die Grenzlinie zwischen einer beweglichen Schicht und einer unerschütterlichen Grundlage liegt? In der Tat, hier kann es keine festgesetzte Grenze geben, doch das Gesetz der Strahlenbrechung besteht, und ein Pfeil kann ohne die vorbestimmte Linie zu durchschneiden das Ziel nicht erreichen.
    Wie soll man denn die Beschädigung der Schichten verhindern? Es ist natürlich notwendig, feste Pfeiler vorzusehen, die eine Strömung brechen werden. Ich erwähnte die Welle des Geistes als den Mittelpunkt einer Spirale. Behaltet diesen Aufbau im Gedächtnis, weil von zentrifugaler Bewegung umgebene Unbeweglichkeit allen Unruhen widerstehen kann. Der Aufbau Unserer Gemeinschaft erinnert an solche von mächtigen Spiralen umgebene Wellen. Es ist der beste Aufbau für den Kampf, dessen Ende ein vorausgegangener Beschluss ist. So ist es notwendig, Unseren Aufbau vom materiellen Standpunkt aus zu verstehen. Wozu bedarf es einer unverständlichen Vorstellung, wenn es im Kosmos nur ein Prinzip gibt? Das System des Anwachsens von Kristallen zeigt ebenfalls, wie mannigfaltig die Welt der Schwerkraft ist. Suchende können verstehen, dass man im Verfolgen höheren Wissens materielle Wege einschlagen muss. Wer die Klarheit der Kristalle nicht liebt, wird Uns nicht erreichen. Einmalige Reinheit erlangt man durch Vervollkommnung der Form.


Man zeige einem Kind einen Kristall, und das Kind wird die Vervollkommnung desselben begreifen. Wahrlich, der Aufbau des Kristalls der Gemeinschaft wird Vervollkommnung der Form gewähren.

    91. Warum muss man linkisch sein? Warum muss man einen unwissenden Eindruck machen? Warum müssen Unsere [Anhänger] nachlässig sein? Warum müssen sie bei Streitfragen aufgebracht sein? Warum müssen sie endlos schwatzen? Vermeidet unnützen Schmutz. Ihr seht, wie notwendig es ist, jede Einzelheit zu unterstreichen, andernfalls werden sich die Sitten Unserer Gemeinschaft in euch nicht festigen.
    Die Disziplin der Freiheit zeichnet Unsere Gemeinschaften aus. Nicht allein der Geist ist diszipliniert, sondern auch die Eigenschaften äußerer Taten. Es ist nicht Unser Brauch, Uns zu sehr zu grämen. Es ist nicht Unser Brauch, zu sehr zu tadeln. Es ist nicht Unser Brauch, den Menschen zu sehr zu vertrauen. Es ist nicht Unser Brauch, zuviel zu erwarten. Man muss einen komplizierten Plan auch einfach gestalten können, niemals umgekehrt, denn Unsere Gegner wirken vom Einfachen zum Komplizierten. Überlegt, wie ihr eure Freunde stärken könnt.
    Bewahret in euren Wohnungen reine Luft, empfanget eure Besucher mit guten Wünschen, und erwartet Uns gespannt. Möge jede Gemeinschaft ihren Lehrer erwarten, denn eine Gemeinschaft und ein Lehrer bilden die Enden einer Säule. Auch bei den alltäglichen Kleinigkeiten muss man an das Fundament des Hauses denken. Wieder erwähnen Wir die Änderung


der Qualität des Bewusstseins, dann ist der Übergang leicht.

    92. Drohende Hände erreichen euch nicht, wenn ihr umgeben von der Spirale der Hingebung voranschreitet. Wenn das Auge in der niederen physischen Sicht den Panzer der Hingebung schauen könnte, würde sich der Mensch nicht mehr in einem niederen Bewusstseinszustand befinden. Lehren aus früheren Leben erreichen geschlossene Augen nicht. Wahrlich, ohne Flügel über den Abgrund bleibt jeder, der sich Unserer Gemeinschaft mit veraltetem Bewusstsein nähert. Jeder, der versucht, sich Uns in Stolz zu nähern, wird wie durch eine Explosion von Ozon geschlagen sein. Doch wie soll man erklären, dass nicht Wir schlagen, sondern der Eitle sich selbst einen Schlag versetzt? Genauso geht der zugrunde, der in Schuhen mit Metallsohlen eine Pulverwerkstatt betritt. Wer seine Schuhsohlen mit Stahlnägeln versieht, wird zum guten Schnellläufer, doch jeder Arbeiter wird einem raten, für eine explosive Oberfläche weiche Pantoffeln anzuziehen. Ebenso ist für eine gesättigte Atmosphäre ein Puffer erforderlich.
    Ich verweise auf den Gesegneten. Wenn Er in die Berge ging, wählte Er eine geeignete Zeit, um den Übergang zu erleichtern. Dadurch wird Wirtschaftlichkeit der Energie erreicht. Wahrlich, dies ist die einzige Wirtschaftlichkeit, die zugelassen und gerechtfertigt ist, andernfalls können sich zwischen den Welten Kavernen bilden, und wer weiß, mit welchem Gas sie gefüllt sein können? Ich kann den Rat geben, mit der Energie sparsam umzugehen, denn jede


unnütze Verschwendung durchschlägt den Raum wie die Schwingung einer Saite auf weite Entfernung hin. Es ist wichtig, den Kosmos in jedem Grashalm zu hüten, wenn wir bereit sind, Bürger des Weltenalls zu werden.

    93. Ich spreche über die Beschaffenheit der Reisen. Es ist unerlässlich, Reiseerfahrungen zu sammeln. Es ist nicht nur notwendig, sich vom Heim zu trennen, sondern auch den engen Begriff Heim zu überwinden. Genauer ausgedrückt, man sollte den Begriff Heim erweitern. Wo wir sind — dort ist das Heim. Evolution verwirft die Bedeutung von Heim als ein Gefängnis. Fortschritt in Befreiung des Bewusstseins wird die Möglichkeit der Beweglichkeit gewahren. Weder Heldentat noch Entbehrung, noch Verzücktheit, sondern die Eigenschaft des Bewusstseins ermöglicht es, sich von einer altgewohnten Heimstätte zu lösen. In einer altgewohnten Heimstätte gibt es so viel Verräuchertes, so viel Bitterkeit und Staub. Wir sind gegen das Einsiedlerleben, aber kleine Hütten mit stickiger Atmosphäre sind schlimmer als Höhlen. Wir rufen jene, die dem Gedanken Raum geben können.
    Ich will euch über das Antlitz der Erde schreiten sehen, wenn alle nationalen Grenzen ausradiert sein werden. Wie können wir fliegen, wenn wir auf einem kleinen Nagel aufgespießt sind? Überlegt, wie notwendig das Reisen für die Menschheit ist!

    94. Ihr sprecht oft über die Unvollkommenheit vorhandener Bücher. Ich möchte hinzufügen: In Büchern niedergelegte Irrtümer gleichen einem schweren Verbrechen. Unwahrheit in Büchern


muss als eine schwerwiegende Verleumdung gerichtlich verfolgt werden. Die Lüge eines Redners soll entsprechend der Zahl seiner Zuhörer verfolgt werden. Die Lüge eines Schriftstellers sollte entsprechend der Zahl seiner verkauften Bücher verfolgt werden. Die Volksbibliotheken mit Unwahrheiten anzufüllen, ist ein schweres Vergehen. Es ist notwendig, die wahre Absicht des Schriftstellers zu spüren, um die Qualität seiner Irrtümer abzuschätzen. Unwissenheit wird die schlechteste Grundlage sein. Furcht und Gemeinheit nehmen den nächsten Platz ein. Keine dieser Eigenschaften eignet sich für die Gemeinschaft. Sie im neuen Aufbau zu beseitigen, ist eine Notwendigkeit. Verbietende Maßnahmen sind wie immer unangebracht, doch ein entdeckter Irrtum muss aus dem Buch entfernt werden. Die Notwendigkeit einer solchen Entfernung und der Neudruck des Buches werden den Autor zur Besinnung bringen. Jeder Bürger hat das Recht, einen Irrtum zu beweisen. Gewiss, man sollte neue Ansichten und Formen nicht verhindern, doch unrichtige Angaben dürfen nicht in die Irre führen, denn Wissen ist die Waffe der Gemeinschaft und die Verteidigung des Wissens ist die Pflicht jedes Mitgliedes.
    Spätestens nach einem Jahr müssen Bücher überprüft werden, sonst wird die Zahl der Opfer zu groß. Besonders notwendig ist es, das Buch zu überwachen, wenn sein Wert erschütternd ist. Die Regale der Bibliotheken sind voll von Eiterherden der Lüge. Es sollte nicht zugelassen werden, diese Parasiten aufzubewahren. Man kann wohl jemandem zumuten, in einem schlechten Bett zu schlafen, doch es ist unmöglich, ein lügenhaftes Buch zum Lesen anzubieten.


    Warum die beste Ecke des Heimes in einen lügenhaften Possenreißer verwandeln?! Gerade schlechte Bücher verderben das Bewusstsein der Kinder. Mit der Frage über das Buch muss man sich auseinandersetzen!

    95. Einst verweilte eine Frau zwischen den Bildern des Gesegneten Buddha und Maitreya und wusste nicht, wem sie ihre Verehrung darbringen sollte. Und das Bildnis des Gesegneten Buddha brachte zum Ausdruck: "Meinem Vermächtnis gemäß verehre das Zukünftige. Im Schütze der Vergangenheit stehend, richte den Blick nach dem Sonnenaufgang."
    Denkt daran, wie Wir für die Zukunft arbeiten, und richtet euer ganzes Wesen in die Zukunft! In Strahlen des Wissens bringen Wir eine für die Welt fremde Lehre, denn das Licht der Welt ist von Finsternis verhüllt.

    96. Die Beschleunigung der Termine ist unerlässlich, andernfalls wird sich Unwissenheit verdichten. Alle Geschwüre haben sich auf der Schwelle der Neuen Welt angehäuft. Der Wirbelwind hat Haufen von Abfall zusammengefegt. Die Fähigkeit, der Abscheulichkeit der Unwissenheit mutig ins Auge zu sehen, lässt ungewöhnliche Maßnahmen entstehen. Endlich sollte man verstehen, die Verdienste wertvoller Menschen aufzuzeigen. Warum sollen fähige Menschen inmitten von Ketten oder Vorurteilen untergehen?
    Kinder müssen gefragt werden, ob sie die Angst, in den Augen der Menge als lächerlich zu gelten, ablegen können? Ob sie bereit sind, um der Neuen Welt willen persönliche Annehmlichkeiten aufzugeben? Es wäre gut, die Fragen ernst zu stellen, denn die offenbarte Flamme fürchtet den Wind nicht.


    Hingebung trägt über den Abgrund, doch das Beben der Feinfühligkeit muss die Hingabe beflügeln.

    97. Auf dem Pfade raste unter keinem morschen Baum. Im Leben pflege keinen Umgang mit Menschen mit erloschenem Bewusstsein. Ein unentwickeltes Bewusstsein ist nicht so ansteckend wie ein erloschenes. Das erloschene Bewusstsein ist ein wirklicher Vampir. Es ist unmöglich, von außen her den Abgrund des unwissenden Bewusstseins zu füllen. Gerade diese Menschen saugen einem nutzlos Energie ab. Nach einem Beisammensein mit ihnen fühlt man ungeheure Müdigkeit. Man muss sie meiden wie üblen Geruch, um den Weg zu den Fluiden der Zersetzung abzusperren. Es ist schwierig, die Grenze zwischen Unentwickeltheit und Erloschenheit zu erkennen. Doch eine Eigenschaft ist unverkennbar: Unentwickeltheit wird oder kann von dem Beben der Hingabe begleitet sein, doch ein erloschener Krater ist voller Schlacke und Schwefel. Die Lehre lehnt es nicht ab, Energie an Unentwickelte abzugeben, doch es gibt einen Grad von Erloschenheit, wo der Abgrund mit einer neuen Substanz nicht überflutet werden kann. Nur der Schrecken eines überraschenden Kataklysmus kann eine erstarrte Lava zum Schmelzen bringen.
    Denkt an den Schatz des Bewusstseins. Das Beben der kosmischen Substanz offenbart die Pulsation des erwachten Bewusstseins. Wahrlich, der Regenbogen des Wissens entströmt dem Beben des Bewusstseins — ein sichtbarer Strom aus einer unsichtbaren Quelle.
    Mit allen Erfahrungen der Vergangenheit und allen Errungenschaften der Zukunft denkt an das Bewusstsein.


    98. In der Kälte wärmt sogar ein Hund. Es gibt unerhört wenige Menschen, daher ist es auch unmöglich, armselige Gegner davonzujagen, wenn in ihnen die Zelle des Geistes nicht mit Unkraut überwachsen ist.
    Ich möchte euch daran erinnern, wie der Gesegnete sogar den Feinden Beachtung schenkte. Dieses Buch wird in der Vorhalle zu der Gemeinschaft gelesen. Der Neuankommende muss vor vielen Verwirrungen gewarnt werden. Oft scheint es, als wären Widersprüche unlösbar. Doch, Wanderer, wo sind denn Widerspruche, wenn wir nur eine Fülle von Wegzeichen sehen? Der Abgrund wird vom Berg begrenzt, und der Berg wird vom Meer begrenzt. Bergschuhe eignen sich nicht für das Meer. Doch die Eintretenden werden genötigt stündlich ihre Waffen zu wechseln. Nicht nur Beweglichkeit, nicht nur schnelles Denken, sondern vor allen die Gewohnheit des Waffenwechsels ist nötig. Es ist nicht so leicht, sich an das Wechseln der Waffen zu gewöhnen. Neben dem Gefühl des Eigentums steht die Gewohnheit, und es ist schwer, die Anpassung an Gegenstände durch die Anpassungsfähigkeit des Bewusstseins zu ersetzen. Für oberflächliches Denken mag dies nur ein Wortspiel scheinen, doch wie notwendig wird es für die Führer, welche die Schicksale der Völker lenken, diesen Unterschied der Begriffe zu verstehen!
    Für ein vergiftetes Bewusstsein ist es unmöglich, die Augenblicke der Freiheit und der Gebundenheit zu unterscheiden. Der Mensch, der sich in Mutmaßung verliert, wo Sklaverei und wo Freiheit ist, ist unfähig, an die Gemeinschaft zu denken. Der Mensch, der das Bewusstsein seines Bruders unterdrückt, kann nicht an die Gemeinschaft denken. Der Mensch,


der die Lehre verdreht, kann nicht an die Gemeinschaft denken. Die Grundlage der Gemeinschaft liegt in der Freiheit des Denkens und der Ehrfurcht vor dem Lehrer. Den Lehrer anerkennen heißt, wie Feuerwerker in Reih und Glied den Brand bekämpfen. Wenn jeder ohne Ordnung von der Quelle zum Brand eilt, wird die Quelle zertrampelt werden, ohne Nutzen zu bieten.
    Es wäre besser, die Sorgfalt im Bewusstsein zu verstehen; dies wird den Begriff Lehrer schützen. Es ist doch der Lehrer, es ist das Wissen, es ist die Evolution der Welt — die als Pfade zu den fernen Welten dienen werden!
    Über die fernen Welten werden Wir im Buch "Unbegrenztheit" schreiben. Hier wollen Wir daran erinnern, dass die Tore der Gemeinschaft zu den fernen Welten führen.

    99. Ein Siegel ist der Hüter eines Geheimnisses. Heimlichkeit hat es zu allen Zeiten gegeben. Wo geringes Wissen vorhanden ist, muss man sich der Heimlichkeit bedienen. Es ist erschreckend, darüber nachzudenken, dass eine gewisse Eigenschaft des Bewusstseins sich in keiner Weise vom Niveau des Steinzeitalters unterscheidet. Fremdes Denken, nicht menschliches, will den Fortschritt nicht bejahen; es will tatsächlich nicht.
    Der Lehrer kann Wissen ausgießen, doch es dient weit mehr der Sättigung des Raumes, deshalb ist ein Lehrer auch ohne sichtbare Schüler nicht einsam. Denkt daran, die ihr euch der Gemeinschaft nähert! Denkt an das Geheimnis — nicht zu verzweifeln.
    Das Geheimnis der Zukunft liegt im elementaren Streben. Die Eruption eines Vulkans kann nicht verzögert werden;


genauso kann auch die Lehre nicht aufgeschoben werden. Der Hinweis auf eine bestimmte Zeit lässt keine Verzögerung zu — ob sie in den Kelch des Bewusstseins fließt oder in den Raum aufsteigt. Es ist unmöglich, zu errechnen, wann das individuelle Bewusstsein wichtiger erscheint und wann der Faktor des Raumes. Und in dem Augenblick, wo der Nächste nicht aufhorcht, erschallt das Echo des Raumes. Darum zweifelt nicht, euch der Gemeinschaft nähernd.
    Das Buch "Der Ruf" kannte keine Hindernisse. Das Buch "Die Erleuchtung" gleicht einem Fels. Das Buch "Gemeinschaft" gleicht einem Schiff vor dem Sturm, wenn jedes Segel und jedes Tau belebt wird.
    Die Gemeinschaft gleicht einer chemischen Verbindung, deshalb seid rein, seid tiefgründig und vergaßt die Kelten der Verneinung. Eifert durch Verbote und Verneinungen nicht Tyrannen und Fanatikern nach. Werdet durch Unwissenheit und Hochmut nicht vergoldeten Narren gleich.
    In der Tat, die Gemeinschaft lässt den Dieb nicht zu, der durch Diebstahl die schlimmste Art von Eigentum bejaht. Seid streng, versteht das Geheimnis so zu hüten, dass ihr euch selbst einen Termin nicht wiederholt — seid wie die Welle, die den Stein nur einmal fortschwemmt.

    100. Versteht die Lehre, verstehet, dass man ohne Lehre nicht vorwärts kommen kann. Diese Formel muss wiederholt werden, denn im Leben wird vieles ohne die Lehre getan. Die Lehre muss jeder Tat und jedem Gespräch die Färbung geben. Diese Tönung wird wie ein schönes Gewebe die Wirkungen der Rede verschönern. Nach


den Wirkungen muss die Qualität einer Sendung beurteilt werden. Man sollte sich an die Tatsache gewöhnen, dass die Sendung selbst unverständlich scheinen kann, denn nur ihre innere Bedeutung hat einen Schild.
    Gewöhnt es euch an, jedes Gespräch sinnvoll zu gestalten und nutzloses Geschwätz auszurotten.
    Es ist schwer, sich vom Gefühl des Eigentums freizumachen; ebenso schwer ist es, Geschwätz zu überwinden.

    101. Versteht es, aufzufassen, wenn ihr Materialisten genannt werdet. Im Handeln und im Denken können wir von der Materie nicht getrennt werden. Wir wenden uns entweder höheren Schichten oder den gröbsten Formen derselben Materie zu. Diese Wechselbeziehung kann wissenschaftlich nachgewiesen werden. Ebenso kann man wissenschaftlich beweisen, wie die Qualität unseres Denkens auf die Materie wirkt.
    Egoistisches Denken zieht die niederen Schichten der Materie an, denn diese Denkart isoliert den Organismus wie einen einzelnen Magneten, der über seine Stärke hinaus nicht mehr anziehen kann. Anders ist es, wenn das Denken im Weltmaßstab vor sich geht; dann ergibt sich eine Gruppe von Magneten, und es kann ein Zutritt zu höheren Schichten erreicht werden.
    Man kann es besser an einem empfindlichen Apparat beobachten, der die Qualität des Denkens festhält. Es können Spiralen gesehen werden, die entweder aufsteigen oder in einem dunklen Dampf untergehen — eine sehr anschauliche


Darstellung über den materialistischen Denkvorgang durch die Qualität inneren Potentials. Diese einfachen Manifestationen haben eine doppelte Bedeutung: erstens überführen sie die Unwissenden, die sich die Materie als etwas Lebloses vorstellen und mit dem Sitz des Bewusstseins nichts Gemeinsames haben; zweitens haben sie eine Bedeutung für jene Suchenden, die sich für die Qualität ihres Denkens verantwortlich fühlen.
    Es ist lehrreich zu beobachten, wie der Gedanke den Raum infiziert — es lässt sich hier ein Vergleich mit dem Vorgang bei einem Schuss aufstellen. Die Kugel fliegt weit, aber der Rauch verbreitet sich nach atmosphärischen Bedingungen. Die Dichte der Atmosphäre zwingt den Rauch, den Sonnenaufgang auf lange Zeit zu verdecken. Daher Überwacht euer Denken. Lernet auch, schön und kurz zu denken. Viele sehen nicht den Unterschied zwischen einem Tatgedanken und einem Gehirnreflex. Man muss verstehen, die rückstrahlenden Krämpfe, die zu Halb-Bewusstsein führen, zu unterbinden. Die Entwicklung der rückwirkenden Tätigkeit gleicht der Berauschung.
    Die Gemeinschaft wird durch klares Denken erreicht. Denken verursacht eine klare, unaussprechliche Verantwortung. Wir sind sehr besorgt, dass euch das Bewusstsein der Verantwortung nicht verlassen möge.

    102. Die Erziehung eines Volkes muss bereits mit der Grundausbildung der Kinder im frühesten Alter beginnen.


Je früher, desto besser. Ihr könnt sicher sein, dass Übermüdung des Gehirns nur von Schwerfälligkeit herrührt. Wenn sich die Mutter der Wiege ihres Kindes nähert, spricht sie die erste Formel der Erziehung: "Du kannst alles." Verbote sind nicht erforderlich. Auch das Schädliche sollte nicht verboten werden. Es ist besser, die Aufmerksamkeit auf das Nützlichere und Anziehendere zu lenken. Jene Erziehung wird die beste sein, welche die Anziehungskraft des Guten zu steigern vermag. Außerdem ist es nicht notwendig, die im kindlichen Unverstand eingebildeten schönen Bilder zu entstellen; demütigt Kinder nicht! Denket fest daran, dass wahre Wissenschaft immer mahnend, kurz, genau und schön ist. Es ist notwendig, dass in der Familie wenigstens ein Keim von Verständnis für die Erziehung vorhanden ist. Nach dem siebenten Lebensjahr ist bereits vieles verloren. Gewöhnlich ist der Organismus nach dem dritten Lebensjahr voll aufnahmefähig. Schon bei den ersten Schritten muss die Hand des Führers die Aufmerksamkeit auf die fernen Welten lenken und auf sie verweisen. Unbegrenztheit muss vom jungen Auge gefühlt werden. Gerade das Auge muss sich dar