Bruderschaft

[1938]

Teil II

[Das Überirdische]


Einführung


     Freund, kann man sich denn über das Überirdische unterhalten, wenn die energetische Grundlage des Seins nicht erfasst ist? Viele verstehen überhaupt nicht, was mit diesen Worten gesagt wurde; andere nehmen an, dass sie die Bedeutung der Grundenergie kennen, aber über diese nicht richtig nachdenken können. Aber ihr wisst, dass es notwendig ist, den Gedanken an die Energie zu üben, bis das Gefühl über sie genauso real ist, wie das Gefühl über jeden beliebigen irdischen Gegenstand. Wir sprechen über das Gefühl, denn das Wissen allein kann sich nicht dem Verständnis der Energie nähern.
     Wenn der Mensch zulässt, dass sich auf dem Grund nur eine einheitliche Energie befindet, so wird das für den Fortschritt noch nicht ausreichend sein. Man muss lernen, sich alle unzähligen Qualitäten dieser Energie vorzustellen.
     Die gewohnte Begrenztheit des Denkens versucht, die Eigenschaften der Energie zu begrenzen, und verhindert auf diese Weise die Weite des Verständnisses. Das erhabene Denken ermöglicht es, der schädlichen Beschränkung zu entrinnen. Aber es ist nicht leicht für den Menschen, die wunderbare Stufe des hohen Denkens inmitten des schweren Elends zu errichten. Nur Wenige sind vorbereitet zu verstehen, dass genau diese Schwierigkeiten dem erhabenen Denken helfen sollen.
     Nur Zweckmäßigkeit wird dem Nachdenken über die Qualitäten der Grundenergie helfen, diese Qualitäten können widersprüchlich erscheinen. So kann der Blinde die ihm unbekannten Erscheinungen nicht erfassen, aber jeder, der über das Überirdische nachdenken möchte, muss es verstehen, viele Eigenschaften der Grundenergie einzumischen.
     Es werden auch die Recht haben, welche sich das Überirdische als etwas unvergleichlich Höheres vorstellen. "Wie unten, so auch oben" - lasst diesen alten Ausspruch wegweisend zu den Überirdischen Kräften sein.


Bruderschaft

Teil II

Inneres Leben


     1. Urusvati kennt Baschnja Tschung. Urusvati weiß, wie sehr der Turm äußerlich einem natürlichen Felsen gleicht. Es ist nicht schwer, den Zugang zum Turm zu verwehren. Ein kleinerer Erdrutsch kann das Bauwerk unten verdecken. Ein kleiner Damm kann den Strom in den See lenken. So kann man unverzüglich jeden Ort umgestalten, wenn die Zeit dafür gekommen ist. Die Leute mögen lächeln und annehmen, daß ausgesandte Expeditionen früher oder später zu allen Schluchten vordringen werden. Doch vergessen wir nicht, daß bis zur Umgestaltung des Ortes die Kraft des Gedankens jede Karawane hinwegführen wird. Gleichfalls werden chemische Einwirkungen Neugierige nicht vorlassen - so schützen Wir die Bruderschaft.
     Selbst höchst vervollkommnete Flugzeuge können Unseren Ort nicht bestimmen. Die in den umliegenden Höhlen lebenden Einsiedler stellen unermüdliche Wächter dar. Wanderer können erzählen, wie bisweilen ein entgegenkommender Sadhu ihnen beharrlich zu einem bestimmten Wege riet und sie vor den Gefahren einer anderen Richtung warnte. Selbst mit dem Sadhu war es nicht weit her, aber es war ihm geboten worden, den Wanderern nicht die Richtung zu weisen. Die Sadhus wissen von den Geweihten Orten und können das Geheimnis wahren. Mitunter sind sie selbst fast Räuber, aber über das heilige Geheimnis sind sie zuverlässige Wächter. So darf man die Annahme nicht herabsetzen, daß eine Unverletzliche Wohnstatt existieren kann.
     Urusvati erinnert sich an die Konturen der Zugänge zu Uns, erinnert sich auch des Lichts aus dem Turm. Sie hat Mitarbeiter gesehen, die nützliche Pflanzen sammelten. Vieler Einzelheiten erinnerte sich Unsere Schwester. Solch wichtige Momente sind unvergeßlich, sie verleihen den Mut für alle



Wege. Auch Unsere tiefgelegenen Archive hat Unsere Schwester gesehen. Man muß die gesammelten Materialien des Wissens sehen, um zu erfassen, wie sich die Arbeit der Gemeinschaft gestaltet. Man muß den Gesang hören, um das Leben Unseres Ashrams zu verstehen.
     So werden Wir von Unserem Leben und Unseren Arbeiten sprechen.

     2. Urusvati hat viele Unserer Apparate gesehen. Dem Aussehen nach unterscheiden sie sich wenig von bestehenden gleichartigen, jedoch ihrer Anwendung nach: es muß ihnen die psychische Energie hinzugefügt werden. Bereits seit langem ist bekannt, daß gewisse Apparate nur im Beisein eines bestimmten Menschen funktionieren können. Jetzt gibt es viele solcher Leute, die an die Stelle ganzer komplizierter Apparate treten können. Auf diese Weise wird die Menschheit mit der in ihr selbst enthaltenen Kraft vertraut.
     Bei Uns jedoch ist bereits vor langer Zeit das Prinzip bestätigt worden, daß jeder Apparat verstärkt werden kann, gerade durch den Menschen. Man kann eine Umwandlung des gesamten Lebens erreichen, allein durch Annahme des klaren Bewußtseins von der uranfänglichen Energie. Über Zeitalter hinweg haben Wir Uns mit dem Gedanken vertraut gemacht, daß die Sammlung der Energie auf jeden Bereich hin ausgerichtet werden kann. Die Energie vereinigt, wie der Blitz, bei ihrer Entladung die angesammelten Kräfte. Auf demselben Prinzip sind die als magisch bezeichneten Erscheinungen begründet. In Wirklichkeit ist solch eine Bezeichnung nur irreführend. Man kann jede beliebige elektrische Maschine als einen magischen Apparat bezeichnen. Selbst ihr habt, als ihr Levitation und Übertragung von Gegenständen durchführtet, dies nicht durch Magie getan, sondern ihr habt nur eurer Energie keinen Widerstand geleistet. Die angenommene, offenbarte Energie habt ihr in Tätigkeit versetzt, und sie vereinigte sich mit der kosmischen Energie.
     Man darf Unsere Spiegel nicht als Magie bezeichnen. Sie begünstigen nur die Arbeit Unserer Energie. Vieles kann zur Verstärkung der Wirksamkeit der Energie verwendet werden. Starke Magnete etwa könnten als magisch bezeichnet werden, aber die Wirkung ist bemerkenswert. Der feinstoffliche Körper und alle ihn betreffenden Erkenntnisse werden der Wissenschaft angehören, jedoch keineswegs der Magie. So muß man den mit dem unverstandenen Terminus Magie verbundenen Aberglauben beseitigen.
     Der Mensch fürchtet sich beständig vor allem Geheimnisvollen, wobei er vergessen hat, daß sich der Schlüssel zum Sesam in ihm selbst befindet. Man muß sich von allen störenden Begleitumständen, die für jeden Menschen individuell sind, befreien. Unsere erfolgreiche Entwicklung hängt vom freien Willen ab,



der auf das Gute gerichtet ist. Die Kraft des Guten veranlaßt sogar Maschinen, nicht für sich, sondern für die Menschheit zu arbeiten. Derart wirken Unsere Maschinen unter Unserer Beteiligung.
     Die Menschen mögen lachen, doch Ideen lenken die Welt. Diese Worte sind im Statut der Bruderschaft eingetragen.

     3. Urusvati hat einen Teil Unserer Archive gesehen. Nach Epochen sind Kunstdenkmäler gesammelt. Doch diese Sammlungen sind kein Museum nach herkömmlichem Verständnis. Diese Gegenstände dienen als Reservoir aufgespeicherter Auren. Die schöpferischen Abstrahlungen der früheren Besitzer bleiben bei weitem länger auf den Gegenständen erhalten als angenommen wird. Wenn es gelingt, eine Reihe von Gegenständen einer bestimmten Zeit und einer bestimmten Richtung zu sammeln, so wird man tatsächlich die Abstrahlungen einer Epoche erhalten. Auf solche Weise kann man den Grundgedanken bestimmter Epochen studieren. Für die Psychologie ist solch eine Möglichkeit außerordentlich wichtig. Außerdem befinden sich unter den Brüdern auch ehemalige Besitzer mancher Gegenstände. Von Zeit zu Zeit wird der Gegenstand zur Erfüllung eines bestimmten Auftrages in die Welt gesandt. Zudem wird ein Gegenstand in der Eigenschaft eines Magneten an einem festgesetzten Ort vergraben.
     Mögen die Unwissenden nicht über die Archive der Bruderschaft spotten! Möge der Egoismus der Unwissenheit sich Unsere Archive ruhig als Schätze geiziger Menschen vorstellen. Wahrhaftig, jedes Ding erweist sich als ein notwendiger Apparat. Die Dinge können wichtigen Beobachtungen dienen. Es ist wertvoll, das Verhältnis der alten Auren zu den gegenwärtigen Ausstrahlungen zu beobachten. Es ergibt sich bisweilen geradezu ein Kampf der Dinge oder eine wechselseitige Freundschaft.
     Wir beobachten nicht nur mittels offenbarten geistigen Sehvermögens, sondern Wir überprüfen auch mittels Unserer Apparate. Viele Versuche mit alten Gegenständen werden von Uns durchgeführt. Es handelt sich hierbei nicht um die sogenannte Psychometrie, sondern um die Wissenschaft der Ausstrahlungen. Ebenso wie ihr die Nützlichkeit von Früchten und Pflanzen beobachten könnt, vergleichen Wir die Sprache der Dinge gemäß ihren Ausstrahlungen. So kann man beobachten, daß nur ein geringer Teil heiliger Gegenstände schöne Ausstrahlungen besitzt. Allzu oft werden sie aus Eigennutz hergestellt und fallen in noch habsüchtigere Hände.



     Ebenso aufschlußreich ist die Sammlung von Erfindungen. Nachdem die psychische Energie die Erfindung bestätigt hat, drückt sie ihr ihren Stempel auf. Solche inneren Beschaffenheiten begleiten, qualvoll oder wohltuend, die Entdeckungen. So mögen die Hände der Erfinder rein sein.
     Wir beobachten die Erfinder aufmerksam. Wir freuen Uns, doch noch öfter sorgen Wir Uns. So ist Unser Turm offen für alles Neue. Es ist besonders erfreulich, wenn ein ausgesandter Gedanke von einem würdigen Schaffenden aufgenommen wird.

     4. Urusvati weiß, wie schwierig die Gedankenübertragung auf Entfernung in der Regel ist. Viele Umstände können sie beeinflussen. Der menschliche Organismus ist wie ein siedender Kessel und der Raum wie ein leuchtender Diskuswerfer. Man muß sich nicht nur in der Gewalt haben, sondern auch die chemischen Einwirkungen in Betracht ziehen, die in ihrem Zusammentreffen auch einem starken Willen Einhalt gebieten können.
     Wir erhalten oft Vorwürfe, warum die Gedankensendungen bisweilen ausgesetzt würden. Unsere Freunde legen sich keine Rechenschaft darüber ab, daß Wir während solcher Unterbrechungen nicht Uns, sondern sie schonen. Man muß die räumliche Spannung spüren können und die Freunde, die sich unter irdischen Bedingungen befinden, schützen.
     Man darf nicht annehmen, daß die Beachtung äußerer Formen bereits erschöpfende Ergebnisse bringt. Das Wichtigste verbleibt in der Tiefe des Bewußtseins. Ein unreiner Diener kann keine reine Tätigkeit ausführen. Ein noch so bestätigtes Ritual befreit den Diener nicht von unreiner Denkweise. So irren viele, wenn sie annehmen, daß äußere Rituale auch innere Abscheulichkeiten verdecken könnten.
     Der Gedanke des Lehrers muß viele Hindernisse im Raum überwinden. Ich bestätige, daß jede Handlung mit der Denkweise des Lehrers in Übereinstimmung gebracht werden muß. Solche Hilfe wird wahre Zusammenarbeit sein.
     Wir besitzen auch Apparate, die Gedankenübertragung auf Entfernung unterstützen. Die Menschen würden staunen, wenn sie sähen, daß einige Apparate ihnen bekannt sind, jedoch einer vollkommen anderen Anwendungsweise unterliegen.
     Die Anwendung der psychischen Energie verwandelt die einfachsten Motoren.



     5. Urusvati hat Uns sowohl im grobstofflichen wie im feinstofflichen Körper gesehen. Nur wer solche Empfindungen erlebt hat, vermag die mit ihnen verbundene Spannung zu beurteilen. Nicht selten geben Wir nur das Antlitz oder die Hände zu erkennen, um keine Erschütterungen zu verursachen. So kann man sich der schreibenden Hand erinnern; doch auch eine derartige Erscheinungsform war bereits spürbar. Die Schwingungen können nicht verborgen werden. Umso mehr muß man allerhöchste Behutsamkeit anwenden.
     Nicht ohne Anlaß sprechen Wir immer wieder von der Behutsamkeit. Die Menschen verstehen die Bedeutung dieser Eigenschaft nicht im geringsten. Wieviele verderbliche Krankheiten erwachsen aus unzureichender gegenseitiger Behutsamkeit. Doch umso mehr ist sie dort erforderlich, wo der Unterschied der Schwingungen gewaltig ist. Es sind Scharfsicht und gegenseitiges Wohlwollen erforderlich, um keinen Schaden zu verursachen.
     Bei Unseren irdischen Reisen haben Wir des öfteren Aufträge durch eine dritte Person übergeben lassen, die das Wesen des Auftrages nicht kannte und nur formal handelte. Die Erscheinung Unseres Schildes ist ebenfalls ganz von verschiedenen Vorsichtsmaßnahmen erfüllt. Die Bedeutung einer solchen Sorge mag schwer zu verstehen sein. Die Menschen können nicht alle Ursachen in Betracht ziehen, die Uns zwingen, sehr vorsichtig zu sein. Aus Unwissenheit wollen die Menschen die mächtigsten Offenbarungen erhalten, ohne an die Folgen zu denken.
     Gleichfalls wollen die Menschen nicht die Unterschiede zwischen der Schwingungsstärke eines gewöhnlichen feinstofflichen Körpers und der des Unsrigen verstehen. Nicht selten haben die Menschen Materialisationen gesehen, ohne besondere Erschütterungen zu fühlen, jedoch Unsere Schwingungen sind viel spannungsreicher. Alles ist relativ, und gegenüber Rhythmus und Schwingungen muß man eine ernsthafte Haltung einnehmen.
     Heute habt ihr über die von Pflanzen empfundene Angst gesprochen. Wenn schon in Pflanzen eine derart entwickelte Schwingung vorhanden ist, muß sie in Menschen unermeßlich stärker sein. So möge man nicht übersehen, daß diejenigen, die Unsere Schwingung erfahren haben, sie niemals vergessen werden. In ihr ist Freude, doch auch eine solche Anspannung, daß nicht jedes Herz ihr standhalten kann.

     6. Urusvati kann die von Uns gesandten heilsamen Schwingungen bestätigen. Diese Rhythmen sind vielfältig. Nicht alle vermögen sie nach ihren Merkmalen zu unterscheiden. Der eine vermutet ein Erdbeben, der andere hat einen Fieberschauer in Verdacht, ein weiterer schreibt sie seiner eigenen Unruhe zu, und vor allem denkt man, daß einem etwas einfach nur so schien. Nichtsdestoweniger ist auf verschiedenen Kontinenten des öfteren Unsere heilsame Fürsorge spürbar. Die Menschen erhalten Unterstützung



und erfahren unerwartete Verbesserungen, verstehen jedoch nicht, woher diese Hilfe kam. Nicht über Dankbarkeit sprechen Wir - Wir benötigen sie nicht. Doch eine bewußte Annahme der Hilfe steigert die nützlichen Folgen. Jede Verneinung und jeder Spott lähmt sogar starke Schwingungen. Wir eilen zu Hilfe. Wir eilen, Gutes zu überbringen, doch empfängt man Uns oft?
     Unwissende behaupten, daß Wir Revolutionen und Unruhen einleiten würden. Doch oftmals haben Wir versucht, gerade Mord und Vernichtung rechtzeitig zuvorzukommen und sie abzuwenden. Gerade Bruder Rakoczi verwirklichte ein höchstes Maß an Menschenliebe und wurde von denen abgelehnt, um die Er sich sorgte. Es sind Aufzeichnungen verblieben, die bereits allgemein bekannt sind, doch gewisse Lügner bezeichnen Ihn als Vater der französischen Revolution.
     Desgleichen verstehen die Menschen Unsere Haltung gegenüber Königin Viktoria nicht, aber die Geschichte selbst hat bewiesen, wie sehr Wir recht hatten. Unsere Warnung wurde abgelehnt. Es ist jedoch Unsere Pflicht, die Völker zu warnen. Ebensowenig wurde Unsere Warnung an Moskau verstanden. Die Menschen werden sich nicht so bald auf die Wirklichkeit besinnen und Vergleiche anstellen. Man kann viele historische Fakten aus dem Leben verschiedener Länder nennen. Man kann sowohl an Napoleon als auch an das Erscheinen eines Ratgebers bei Begründung der amerikanischen Verfassung erinnern und ebenso auf die Offenbarung an Schweden wie auch auf die Weisung an Spanien aufmerksam machen.
     Mögen die Menschen sich erinnern, daß bereits vor zehn Jahren auf die Zerstörung Spaniens hingewiesen wurde. Es wurde ein Zeichen der Rettung gegeben, doch aus Gewohnheit wurde es nicht angenommen. Wir eilen überallhin zu Hilfe. Wir freuen Uns, wenn sie angenommen wird. Wir sorgen Uns zu sehen, welches Schicksal die Völker vorziehen.

     7. Urusvati kennt Unsere sowohl schallenden als auch ruhigen Stimmen. Man kann sich über solch einen Unterschied bei den Übertragungen wundern. Doch es gibt viele Ursachen jenseits irdischer Bedingungen.
     Oft raten Wir dazu, Einigkeit zu wahren. Solche Weisung wird nicht allein als moralische Belehrung gegeben. Die Absonderung von der Einheit ist dem widerwärtigsten Mißklang ähnlich. Nichts verletzt den Raum so sehr wie die Dissonanz. Doch wenn die Menschen ganz von boshaften Spaltungen erfüllt werden, ergeben sich unmittelbar verheerende Zerstörungen im Raum. Solche Menschen schaden nicht nur sich selbst, sondern schaffen auch räumliches Karma, in das sie viele ihnen Ähnliche mit hineinziehen. Es ist entsetzlich, mit solch einem neugeschaffenen Chaos zu kämpfen.



     Menschen, welche Spaltung von der Einheit hervorrufen, werden Urheber des Chaos genannt. Schwerwiegend sind die Auswirkungen solch boshafter Lästerer. Wir sind gezwungen, ständig mit ihnen zu kämpfen. Man darf sich nicht wundern, daß solch ein Kampf gewöhnlich härter ist als der Zusammenstoß mit manchen räumlichen Strömen. Überall, wo man dem freien Willen des Menschen begegnen muß, findet ein besonderer Energieaufwand statt. Die Macht des freien Willens ist gewaltig; sie gleicht den mächtigsten Energien. Die Menschen können in Bosheit die Zerstörung von ganzen Schichten der Astralwelt erreichen. Wie viele Anstrengungen erfahrener Weber werden erforderlich sein, um diese Wunden des Raumes zu heilen!
     Wir müssen gegen die Zerstörung von der Einheit kämpfen. Nicht durch Odengesang mit Harfen, sondern durch Arbeit und Kampf. Wenige nur werden zur Bruderschaft streben, wenn sie von harter Arbeit hören.

     8. Urusvati hat Tropfen Unseres Schweißes gesehen. Urusvati weiß, welch schmerzhafter Zustand durch die räumliche Spannung entsteht. Doch anders ist Arbeit auf weite Entfernungen nicht möglich. Jede Zusammenarbeit ist hilfreich. Nicht ohne Anlaß sprechen Wir von der Zusammenarbeit. Es handelt sich hierbei nicht nur um eine moralische Belehrung; solch ein Rat ist vielmehr eine weitere Voraussetzung für den Erfolg der Arbeit.
     Wenn sich die Menschen nur dessen bewußt würden, an welcher sichtbaren und unsichtbaren Zusammenarbeit sie mitwirken könnten! Wenn die Menschen nur begriffen, wie sehr sie ihre Kräfte in der Zusammenarbeit mit der Bruderschaft vermehren könnten. Wenn sie doch über Zusammenarbeit, die in jedem Augenblick offenbart werden kann, nachdächten. Doch nicht nur, daß die Menschen sich nicht im Denken der Bruderschaft nähern, sie halten Betrachtungen über die Bruderschaft sogar für lächerlich.
     Jeder kann seine Kraft in jedem Augenblick hinzufügen; man muß sich nur vorstellen, daß auf den Höhen ununterbrochen an der Hilfe für die Menschheit gearbeitet wird. Nur ein einziger dieser Gedanken bewirkt bereits ein Anwachsen der Energie. Er wird das Bewußtsein dem Dienst an der Menschheit näherbringen. Er wird dem Bewußtsein eingeben, daß die Liebe zur Menschheit möglich ist. Unter irdischen Bedingungen ist es oft schwer, sich die Möglichkeit einer solchen Liebe vorzustellen. Doch möge der Gedanke von der Existenz der Bruderschaft dazu beitragen, das Herz weit zu öffnen. Dann wird die Zusammenarbeit sich nicht als eine Pflicht, sondern als Freude erweisen. Und sowohl Schweißtropfen als auch heilige Schmerzen werden die Krönung der Erkenntnis sein. Laßt uns diese Worte nicht als abstrakte Überlegung nehmen, da eine solche Verneinung das beste Gefäß verschließen wird - das Herz. Jeder Tropfen Schweiß durch



Arbeit, jeder Schmerz um die Menschheit lebt im Herzen.
     Möge Ruhm dem Herzen zukommen, das aufgenommen hat!

     9. Urusvati war in Unserem Laboratorium. Urusvati hat eine der Formeln der Atomenergie gesehen. Das äußere Gedächtnis vermochte sie nicht zu bewahren, doch der innere Speicher hat sie aufgenommen. "Atomistische Atome!" rief Unser Bruder bei der Spaltung des Atoms aus. Wie die Ähren bis zur Frist der Getreideernte reifen, so muß auch die Errungenschaft bis zur Stunde der Übergabe gehütet werden. Es ist ebenso schwer zu entdecken, wie bis zur Frist zu bewahren. Unbesonnenheit möchte das Wissen umherwerfen, so wie Hagel auf die Felder fällt. Der Unbesonnenheit ist es kein Anliegen zu wissen, welche Mißgeburten aus ungezügelten Leidenschaften erwachsen können. Die Frist zu verstehen wird bereits eine Stufe zur Bruderschaft sein.
     Die nordischen Tundren und die Wüste Gobi hüten die Schätze, doch darf man sich mit ihrer Übergabe beeilen? Nur ein hohes Bewußtseinsniveau eines Volkes kann über solche Kostbarkeiten verfügen. Wenn man die Evolutionsspirale kennt, darf man Diamanten nicht unter Wagenräder werfen. Sogar einer erprobten Geduld fällt es manchmal schwer, das Herannahen einer erfolgreichen Karawane zu erwarten. Auch kann es sein, daß die Frist bereits gekommen ist und folglich das Herz schlägt. Doch die Verstandeserfahrung flüstert, es sei noch zu früh. Der Wettstreit des Herzens mit dem Verstand bietet den erschütterndsten Anblick. Glücklich wird derjenige sein, der das Gebot des Herzens richtig deutet.
     Viele Formeln sind vorbereitet. Die Strahlen aus Baschnja Tschung leuchten, wenn das Bewußtsein der Wissenschaftler mit den Fristen übereinstimmt. Doch in ihrer Naivität verstehen die Menschen die Harmonie der Fristen nicht. Sie möchten überall ihre Verschwendungssucht und ihre Verantwortungslosigkeit aufdrängen. Es bedeutet ihnen wenig, wenn etwas sich nicht vollzieht, wenn sogar ein großer Gedanke sich zerschlägt. Zudem fordern sie, daß alles sich nach ihren eigenen Maßstäben vollziehe. Erfolg werden sie als Unglück bezeichnen und werden sich über Unheil freuen. Das Geringe erscheint ihnen bedeutend, doch das Bedeutende als nichtig.
     Die exakten Erkenntnisse aus Unserem Laboratorium werden nicht angenommen werden, da die Formeln in ungewöhnlichen Bezeichnungen ihren Ausdruck finden. Doch weshalb sollten Wir uralte Bezeichnungen entstellen, auch wenn sie jetzt vergessen sind? Wenn einige Formeln aus Atlantis übriggeblieben sind, so dürfen sie unmöglich durch heutige wissenschaftliche Begriffe begrenzt werden. Die zusammenfassende und die zergliedernde Wissenschaft haben sich voneinander getrennt. Umso schwerer ist es, eine Harmonie zu finden, die in



der Bruderschaft erstarken kann.

     10. Urusvati kennt Unsere Sprache. Doch Wir müssen auch die Mundarten aller Völker kennen. Ständig entstehen Bedenken, in welcher Sprache Gedanken gesendet werden müssen, um die beste Übermittlung zu erreichen. Jeder sendet Gedanken in seiner eigenen Sprache, nämlich in der Sprache, in der er denkt. Es wäre ein Fehler, Gedanken in einer fremden Mundart zu senden, wenn man einen Beitrag zur Stärkung derjenigen Person beabsichtigt, zu der ein Gedanke geschickt wird. Solch eine fremdartige Wiedergabe vermindert nur die Kraft der Sendung. Wenn die Menschen sich dazu zwingen, in einer fremden Sprache zu denken, werden sie die inneren Bilder hervorrufen, die mit dem Volk jener Mundart verbunden sind. Dadurch stören sie auch die Klarheit ihres eigenen Denkens. Ich rate dazu, Gedanken nicht nur in der eigenen Sprache zu senden, sondern dies auch in der einfachsten und gewohntesten Umgebung zu tun. Mit der Zeit erworbene Gegenstände werden weniger als alles andere die Aufmerksamkeit erschweren. Selbst die Ausstrahlungen solcher Dinge werden keine Gereiztheit hervorrufen.
     Wir verwirklichen die Gedankenübertragung in einem fast leeren Zimmer. Die Wände sind in blauer oder grüner Farbe gestrichen, wobei das letztere für viele Individuen besonders günstig ist. Ebenso geben Wir einem passenden Sessel den Vorzug, damit die Wirbelsäule sich in aufrechter Haltung befinde. Der Sessel soll den Körper nicht in der einen oder anderen Weise stören. Ebenso darf auch das Licht nicht die Augen reizen. Besser ist es, eine Lichtquelle hinter sich zu haben. Gewaltsame Anspannung darf es nicht geben, sondern nur völlige Sammlung. Manchmal kann man eine Darstellung derjenigen Person vor sich stehen haben, zu der die Sendungen gehen. Doch es ist besser, solch ein Bild gedanklich vor sich zu haben. Ruhe und mitunter die Harmonie von Musik begleiten die Gedankensendung.
     Erinnert euch dieser Bedingungen, wenn ihr euch Uns bei Gedankensendungen vorstellt.

     11. Urusvati hegt den großen Wunsch, den Menschen mehr Kenntnisse zu vermitteln, doch das Gefühlswissen zeigt die Grenze der Möglichkeiten auf. Das Erkennen dieser Grenze ist für viele schwierig. Großes Unglück ist gerade aus der Unachtsamkeit gegenüber dieser Grenze entstanden. Es ist unmöglich, mit irdischen Worten zu bestimmen, wo sich die vergleichbar höchste Grenzlinie verbirgt. Das erweiterte Bewußtsein vermag einem einzugeben, wo der Schaden beginnen wird. Ihr wißt selbst, wie oft die Menschen eine Antwort fordern, die sie gar nicht aufnehmen können. Die Menschen werden sagen: "Sprecht schneller, und wir werden entscheiden, was wir annehmen und ablehnen werden." Sie möchten



die Zeit vergeuden und sich nur die ihnen angenehmen Stückchen herausgreifen. Doch es interessiert sie dann nicht, ob etwa der gesamte Aufbau zusammenbricht. Sogar Kinder wissen, daß man das Ganze nicht zerstören darf. Aber die Erwachsenen bewerfen einander mit Bomben und geraten in völlige Verwirrung darüber, wenn die eigene Bombe sie selbst verstümmelt. Sie lieben es, Unseren Vergleich vom Bumerang zu wiederholen, sehen aber nicht die Folgen ihrer ureigensten Schläge.
     Die Menschen lieben es, Uns zu bezichtigen, daß Wir vieles verneinen würden. Die Menschen versteigen sich bis zu solcher Lüge und Schmähung zu sagen, Wir lehnten Christus ab. Kann man solch eine Lästerung fassen? Doch nichtsdestoweniger sind viele Diener der Finsternis bereit, auch eine solche Verleumdung zu verbreiten, aber nur, um Trennung von der Einheit zu verursachen. Jeder aber, der den Aufbau und die Zusammensetzung der Bruderschaft kennt, gerät über die Unwissenheit solcher Verleumdung in Entsetzen. Gewöhnlich beruht eine Verleumdung auf Unwissenheit, doch selbst erwachsene Menschen scheuen sich nicht, eine offenkundige Lüge zu wiederholen. Man kann viele Verleumdungen der Bruderschaft anführen. Man kann darauf hinweisen, daß die Brüder für finstere Kräfte gehalten wurden. Man kann aufzählen, wie die entsetzlichsten Nöte der Bruderschaft zugeschrieben wurden. Wir wurden der Einschüchterung und der Gewalt angeklagt. Besonders beharrlich damit sind jene, die Unser Wort nicht hören wollen. Schämt euch, Ungläubige! Schämt euch, Unwissende! Schämt euch, ihr Vertreter der Spaltung!
     Mögen sie sich, wenn es auch selten wäre, fragen: "Irre ich mich nicht?" Doch die Unwissenden können sich nicht irren, da sie in ihren Fehlern leben und ihnen daher nicht mehr verfallen können. Gegenwärtig möge diese Seite der Bruderschaft sich denen im Gedächtnis einprägen, die im Herzen entflammt sind. Jeder hat doch die Möglichkeit, die Wahrheit zu verwirklichen, selbst wenn es sich nur um ein Körnchen handeln würde!

     12. Urusvati kann von jenem ungewöhnlichen Gefühl erzählen, das die Flüge im feinstofflichen Körper zu den fernen Welten begleitet. Es ist schwer, mit irdischen Worten von den äußerst feinen Empfindungen jenseits der Grenzen der irdischen Sphäre zu sprechen. Doch es ist unerläßlich, solche Flüge kennenzulernen, damit das Bewußtsein die überirdischen Empfindungen aufnehmen kann. Bei den Brüdern ereignen sich solche Flüge oft. Die Menschen streben gleichfalls nach den höheren Sphären, doch leider lassen sie die Tätigkeit des feinstofflichen Körpers noch nicht ganz zu. Im allgemeinen gelingen viele Experimente, doch nur unter schwierigsten Umständen.
     Es wird so viel von Energiestrahlen gesprochen, die den Menschen unsichtbar machen. Eine kommende Stufe wird die Erfindung eines kleinen Apparates sein, den man ständig bei sich haben kann und der den Träger unsichtbar macht. Doch danach verbleibt noch Unsere Stufe der Unsichtbarkeit, wenn



Wir bestimmte Lichtstrahlen, die für die Unsichtbarkeit nötig sind, aus dem Raum heranziehen. Etwas Ähnliches ist es, wenn einzelne Teile des Körpers dematerialisiert werden. Vor kurzem habt ihr von diesem gehört. Flüge in die fernen Welten erfordern unbedingt Beweglichkeit des feinstofflichen Körpers, der in seiner Anspannung Feurigkeit erreicht. Nur über viele Verkörperungen hin und durch unaufhörliche Bestrebung wird eine solche Fähigkeit erlangt. Es ist unmöglich, sich diese Beweglichkeit gewaltsam anzueignen.
     Unsere Schwestern machen bei solchen Flügen besonders gute Fortschritte. Die Synthese des weiblichen Wesens unterstützt die Flüge. Vergessen wir nicht, daß solche Flüge mitunter lang andauern, aber in der Bruderschaft versteht man, den zurückgelassenen Körper zu schützen.
     Lethargie ist oft nichts anderes als ein weiter Flug, doch man weiß mit solchen Naturen nicht richtig umzugehen. Ihre "Krankheit" hätte man im Altertum für heilig gehalten und ihre dabei erlebten Empfindungen in Erfahrung gebracht. Wir besitzen viele Aufzeichnungen über solche Untersuchungen. Beharrlich verzeichnen Wir jedes Gefühl, weil es in der Unbegrenztheit unzählig zu Beobachtendes gibt. Es bleibt noch zu bemerken, daß Funkwellen und ein Übermaß an Elektrizität häufig die Beobachtungen stören.

     13. Urusvati kann die Namen von Mitgliedern der Bruderschaft nennen; doch sie wird es nicht tun, da sie abwägen wird, ob solche Bekanntgabe angemessen wäre. Bereits sieben Namen sind in aller Munde, doch wo ist der Nutzen dessen? Notwendig sind Taten, aber keine Namen. Wenn Wir daher Seiten des persönlichen Lebens der Brüder streifen, werden Wir von Taten sprechen, jedoch keine Namen nennen. Die Menschen streiten nicht über Taten, sondern vor allem über Namen. Die Offenbarung eines Namens bewirkte, daß Unser Bruder bei Seinem irdischen Aufenthalt gezwungen war, sich nach Absprache kurzfristig begraben zu lassen, um Seine Handlungsfreiheit zu bewahren. Wir mußten ständig die Namen ändern, um keine Neugier zu erregen. Wir mußten Uns eilends verbergen, damit die Sache des Guten keinen Schaden erleide. Eine der ersten Bestimmungen der Bruderschaft ist es, daß die innere Grundlage einer Tat höher als alles übrige anzusetzen ist.
     Es gibt zwei Arten des Denkens. Der eine Gedanke erwächst aus dem Gefühl, anders gesagt aus dem Herzen, und der andere in der Nachbarschaft des Verstandes. Selbstaufopferung erwächst aus dem Herzen. Auf solchem Gedanken ist die Bruderschaft gegründet. So lebt auch Unsere Zusammenarbeit aus dem Herzen.
     Wenn Wir von Einigkeit sprechen, setzen Wir voraus, daß das Herz lebendig ist. Die widerwärtigste



     Erscheinung ist vorgetäuschte Einigkeit. Viele bildeten sich ein, sich bereits der Bruderschaft zu nähern, doch gerade durch Heuchelei wurden sie abtrünnig. Heuchelei kann in Unsere Gemeinschaft nicht eintreten. Es ist unmöglich, auf heuchlerische Weise am Großen Dienst teilzunehmen.
     Die Menschen verstehen nicht, wie man sich mit gegenseitigem Gedankenlesen abfinden kann, doch bei Uns ist ein solcher Vorgang völlig selbstverständlich und dient nur der Vereinfachung der wechselseitigen Beziehungen. So ersetzen Gedanken oft einen ganzen Wortwechsel. Sogar im gewöhnlichen Alltag verstehen Menschen, die schon lange miteinander leben, die Gedanken ihrer Gefährten. Doch bei gewissen Übungen kann man ohne jegliche Apparatur die Gedanken des Mitarbeiters verstehen. Wir sprechen allein über dasjenige, was bei Uns bestätigt ist und für die Tat angewandt wird.
     Mögen die zu Uns Strebenden die Arbeit verstehen, die sich auf dem Boden des Herzensempfindens entwickelt.

     14. Urusvati, vermagst du auch nur eine Schwester der Bruderschaft, auch nur einen Bruder zu nennen, die im irdischen Leben nicht Leid und Verfolgung ausgesetzt gewesen wären? Wahrhaftig, es ist unmöglich. Jede Heldentat ist mit Verfolgungen verbunden. Der Zweikampf mit der Finsternis ist unvermeidlich, und die Wellen des Chaos müssen über dem mutigen Kämpfer zusammenschlagen. Doch auch solche Prüfsteine zeugen nur von der Unbesiegbarkeit des Geistes. Unsere Mitarbeiter wurden sowohl verbrannt, gekreuzigt, enthauptet wie auch erwürgt oder durch Raubtiere getötet, sie wurden in die Sklaverei verkauft, vergiftet oder in Kerkern eingeschlossen - mit einem Wort, sie erlitten alle Qualen, um ihre Standhaftigkeit zu erproben.
     Man darf nicht meinen, daß die Erweiterung des Bewußtseins sich leicht und ohne Kämpfe aneignen ließe. Jeder, der gemeinsam mit Uns dienen will, weiß, daß er dem Druck der Finsternis standhalten muß. Mit Worten sind alle dazu bereit, doch in der Tat wünscht jeder oder fast jeder sich Möglichkeiten, um dem zu entgehen. Er wird nicht darüber nachgedacht haben, daß jede solche Abweichung nur eine Verlängerung des Pfades bedeutet.
     Irdische Güter sind offensichtlich, doch unsichtbar in Wolken sind die überirdischen Welten. Jede Erfahrung der Annäherung an die Feinstoffliche Welt kann die Vorstellung von der Unbegrenztheit erleichtern. Sogar gewöhnliche Menschen sind in den Träumen gleichzeitig in verschiedenen Teilen der Erde sichtbar. Es liegt nichts Unmögliches darin, daß der feinstoffliche Körper gleichzeitig an weit voneinander entfernten Punkten in Erscheinung treten kann. Das Studium der menschlichen Eigenschaften wird die Entwicklungsrichtung und die Erweiterung des Bewußtseins eröffnen. Die Menschen werden auf natürliche Weise Unseren Ufern nahen; frühere Boote werden nicht notwendig sein. Möge Santana sie zu den neuen Pfaden führen, die an jenem Ufer auf sie warten.



     Es gibt viele, die warten; mögen sie vor allem von den Schwierigkeiten des Pfades hören. Mögen sie sich den Kampf mit der Finsternis klar vor Augen halten. Mögen sie nicht davon träumen, ihm auszuweichen. Der Pfad zur Freude kann nicht leicht sein.
     Die Freude wird herrschen. Von der Freude werden wir sprechen, doch gegenwärtig laßt uns in der ganzen Rüstung des Geistes erscheinen.

     15. Urusvati geriet in großes Erstaunen, als sie Unsere Anspannung bei den Sendungen von Ideen in weite Entfernungen sah. Wahrhaftig, Wir sind erfüllt von Elektrizität, um die uranfängliche Kraft zu vermehren. Wir verwenden auch ungewöhnliche elektrische Apparate, um eine besondere Atmosphäre zu schaffen, die Gedankensendungen unterstützt. Ihr könnt bemerken, daß in der Nähe von Elektrizitätswerken gesteigerte psychische Wahrnehmungen möglich sind. Eine Übersättigung der Atmosphäre mit Elektrizität kann jedoch feurige Krankheiten hervorrufen. Überall ist die rechte Harmonie notwendig.
     Beachtet, daß Ich von Anspannung bei der Sendung von Ideen gesprochen habe. Der an einen festgesetzten Ort und einer bestimmten Person gesandte Gedanke erfordert nicht eine solche Anspannung wie eine räumliche Sendung. Sie trifft auf viele eindeutige Gegenwirkungen. Im Umkreis solcher Sendungen brodelt eine wahre Schlacht, und daher ist eine Rüstung aus elektrischen Wirbeln erforderlich.
     Man darf nicht vergessen, daß solche Wirbel offenbarte, verfeinerte Seelen in ihren Bereich ziehen, und diese Seelen können eine starke Erschöpfung erfahren, da ihre Energie sich magnetisch dem allgemeinen Strom anschließt. Wenn ihr eine unerklärliche Anspannung und Erschöpfung der Kräfte spürt, überlegt, ob ihr nicht an räumlichen Sendungen teilnehmt.
     Sogar in der Zeit allergrößter irdischer Verwirrung senden Wir Gedanken, die dem Wunsch der Mehrheit der Menschheit widersprechen. Die Menschen können nicht begreifen, daß Wahnsinn nicht durch Wahnsinn ausgeheilt werden kann. Sie streben danach, die Zerstörung, die schon einmal die Erde heimgesucht hat, zu wiederholen. Nach Möglichkeit halten Wir das Gleichgewicht, doch das Ergebnis des freien Willens ist imstande, die nützlichen Weisungen zu überlagern.
     Urusvati wird nicht vergessen, wie Wir in der Anspannung ein anderes Aussehen bekommen. Möge die Menschheit nach einer heilenden Kur verlangen, denn ohne Übereinstimmung ist es unmöglich zu heilen.



     16. Urusvati kennt drei Unserer Zustände in der Bruderschaft. Jeder von ihnen hat seine Eigenheiten. Den grobstofflichen Zustand darf man nicht als irdisch bezeichnen. Er ist derart verfeinert, daß man ihn kaum für gewöhnlich halten kann. Der feinstoffliche Zustand hat sich so sehr der irdischen Atmosphäre angepaßt, daß er sich wesentlich von den üblichen Hüllen der Feinstofflichen Welt unterscheidet. Schließlich erweist sich der dritte Zustand, der sich zwischen dem grobstofflichen und dem feinstofflichen befindet, bereits als ein noch nicht alltägliches Phänomen.
     So sind alle drei Zustände dermaßen ungewöhnlich, daß sie eine vollkommen außerordentliche Atmosphäre schaffen, die für irdische Lungen und Herzen nicht leicht zu ertragen ist. Menschen müssen sich an diese Atmosphäre gewöhnen, sonst bekommen sie, im besten Fall, Herzklopfen. Dies ist keine Magie, sondern die natürliche Spannung der Atmosphäre in Unserer Wohnstatt.
     Jedes irdische Haus hat seine ihm eigene Atmosphäre. Es ist begreiflich, daß, je mehr die Arbeit sich entwickelt, auch die Atmosphäre umso gesättigter ist. In der Bruderschaft, wo jeder allergrößte Anspannung bekundet, wo es so viele leistungsstarke Apparate gibt, wo so viele verschiedene Experimente gleichzeitig laufen, muß eine gesättigte Atmosphäre herrschen. Vergessen wir auch weder die Beschaffenheit chemischer Substanzen noch die Heilpflanzen. Ihre Emanationen sind überaus stark. Den Aromen kann man ausweichen, doch bei den Ausstrahlungen ist dieses unmöglich.
     Wenn es möglich ist, räumliche Ideen zu senden, so muß am Ort ihrer Absendung auch große Harmonie herrschen.
     Ein Lama spricht vom Aufenthaltsort erhabener Rishis. Jeder beschreibt Schambhala auf seine eigene Weise. Die Erzählung von den Schätzen ist richtig, da Schätze von unterschiedlicher Art sind. Die Legende von den über die ganze Welt verstreuten Kriegern entbehrt nicht der Grundlage. Es gibt viele Tore und Spiegel. Selbst die Legende von der Übergabe von Losungen an Schambhala durch den Taschi Lama ist symbolisch. Das Auftreten gleichgestalteter Symbole in verschiedenen Teilen der Welt weist bereits darauf hin, wie sehr die Wahrheit sich verbreitete. Sogar das alte Mexiko wußte vom Heiligen Berg, wo auserwählte Menschen wohnen. Es ist nicht verwunderlich, daß alle Völker Asiens eine Erinnerung an die Heiligen Berge bewahren. Die Beschreibung des Ortes entspricht annähernd der Wirklichkeit, doch der Ungerufene wird ihn nicht erreichen.
     Die Mehrheit der Menschen trachtet danach, Uns zu finden. Es ist nur richtig, solche Reisenden zurückzuhalten. Vor allem ist es notwendig, Uns nicht geographisch, sondern im Geiste zu finden. Ihr wißt,



was man von Uns erwartet. Nicht genug, daß man es erwartet, sondern sogar fordert. Dabei zerreißen die Klagen die letzten Fäden. Die Menschen kommen nicht auf den Gedanken, daß ihre Klagen die ohnedies gesättigte Atmosphäre zusätzlich anspannen. Natürlich schreiben sie Uns sogar Fehler nach ihrem eigenen Ermessen zu. Wir könnten weder reden noch schreiben. Die Menschen verstehen die Unvergleichbarkeit ihrer eigenen Taten mit den Unsrigen nicht. Haltet diesen Hinweis nicht für Unzufriedenheit. Wir können es nur bedauern, wenn Wir sehen, daß die Energie nicht dem rechten Nutzen zugeführt wird. Statt zu klagen, ist es besser, miteinander zu sprechen. Ein herzliches Gespräch geht besser als alles andere in die Harmonie Unserer Gemeinschaft ein. Wenn Hilfe erwiesen werden kann, so wird sie nicht auf sich warten lassen; darin besteht die Schönheit des geistigen Schaffens.
     Klar erkennbar arbeiten Wir an der Hilfe für die Leidenden, doch die Tore darf man nicht mit Fäusten niederreißen. Es ist gesagt: "Das Reich Gottes wird im Sturm genommen" - jedoch im Geiste. Auf diese Weise möge man an die Bruderschaft denken. Möge nicht vergessen werden, wo die wahren Tore sind.

     17. Urusvati hat nicht vergessen, daß Wir in Unseren Archiven Modelle von Städten und anderen historischen Stätten besitzen. Offensichtlich müssen solche Modelle auch eine innere Bedeutung haben. Sie dienen in der Art von Teraphimen zur Herstellung einer Verbindung der antiken Stätten mit den neuen Aufgaben. Dort nämlich werden denkwürdige Gegenstände verwahrt, die von Zeit zu Zeit in die Welt als Magnete zur gezielten Wirksamkeit gesandt werden.
     Es hat eine große Bedeutung, wenn Unsere Boten die bestimmten Orte nacheinander aufsuchen. Manchmal markieren sie festgesetzte Gegenstände, doch andere Orte passieren sie nur und festigen auf diese Weise die Aura des Ortes. Die Menschen lenken ihre Aufmerksamkeit nicht auf solche berührten Orte, doch das Auge des Historikers könnte in solchen Reisen eine Periodizität wahrnehmen. Nach einer gewissen Zeit kann man sich davon überzeugen, daß sich solche geweihten Orte in der Geschichte der Völker als besonders maßgebend erwiesen haben. Niemand vermag zu bezweifeln, daß es außer den Bewohnern des Bollwerks auf der Erde noch weitere Personen gibt, die Unseren Auftrag erfüllen. Man kann durch die Jahrhunderte hindurch verfolgen, wie in verschiedenen Ländern Personen auftraten, die viel Ähnlichkeit bei ihren Aufgaben und Methoden der Ausführung besaßen. Gewöhnlich verhalten sich die Menschen ihnen gegenüber mißtrauisch und feindselig, da sie etwas spüren, was nicht in Worte zu kleiden ist.
     So kann man in Unseren Archiven sehen, daß auf Landkarten bestimmte Grenzen markiert sind, die den heutigen nicht entsprechen. Wie Funken sind die ausgelegten Magnete angedeutet.



Man muß nur manchmal einige Jahre warten, um von der Bedeutung solcher ausgelegten Magnete Gewißheit zu erhalten.

     18. Urusvati nimmt im feinstofflichen Körper beständig an Unserer Hilfe für die Menschheit teil. Unsere Mitarbeiter erweisen mit ihren Flügen im feinstofflichen Körper den Menschen soviel Nutzen, wie es keine Annalen zu fassen vermögen. Man muß daran denken: Wir zeigen Uns selten auf sogenannten spiritistischen Seancen. Wir erachten solche Versammlungen aufgrund der disharmonischen Auren der Anwesenden als schädlich. Es gibt fast keinen solcher Zirkel, der den Auren entsprechend zusammengesetzt wäre. Man kann sich vorstellen, welche Wesen sich in der Gegenwart solch unkoordinierter seelischer Verfassung zeigen und materialisieren können. Man hat bereits die Aufmerksamkeit auf die Unsinnigkeit der erhaltenen Antworten gerichtet, doch solch eine offensichtliche Begleiterscheinung beweist nur, mit welchen Existenzen ebenso unvernünftige Kreise zu tun haben.
     Unsere Offenbarungen und Unsere Hilfe sind vollkommen andere. Wir retten Menschen, die dessen würdig sind, in der Minute der Gefahr. Mit kaum wahrnehmbaren Berührungen lenken Wir die Aufmerksamkeit der Suchenden. Wir verhüten eine Entscheidung, die nicht nützlich wäre. Wir helfen, das Gute zu vollbringen und unterstützen es. Man muß verstehen, daß Unsere Arbeit dem Wissen gewidmet ist. Wir erweisen jedem freudig Nutzen schaffenden Arbeiter Hilfe. Wir sind nicht durch künstlich geschaffene Unterschiede der Rassen und Klassen eingeengt. Wir beobachten angestrengt, wo der Lichtstrahl selbstloser Heldentat aufblitzen wird. Unser Tempel ist der Tempel des Wissens. Wir sammeln für ihn alles Höchste und bewahren in ihm sorgfältig die Bestätigungen der Zukunft.
     Verliert die unmittelbare Aussprache mit Uns nicht. Möge es die höchste Äußerung eures Wesens werden. Laßt es nicht zu, daß ein solches Gespräch zu einer formalen Pflicht wird. Niemals wird Zwang eine Stufe der Standhaftigkeit sein. Selbst die Arbeit im feinstofflichen Körper soll eine ganz natürliche Äußerung des freien Willens sein. Versucht nicht, jemanden zu solcher Arbeit zu zwingen. Der Wunsch danach soll im Bewußtsein erweckt werden. Es ist schwer zu beurteilen, wie der Wunsch nach Arbeit für die Menschheit geweckt werden kann. Jeder möge seinen Weg finden. Laßt uns auf solchem Weg helfen.

     19. Urusvati ist Indien und Tibet für die Verteidigung der Bruderschaft dankbar. Wahrhaftig, man kann Dank empfinden, wenn die Kenntnis von der Bruderschaft so behutsam gewahrt wird. Gewöhnlich



werden sogar Gespräche über die Bruderschaft nicht unterstützt. Die Namen werden nicht ausgesprochen, und man wird sogar eher das Vorhandensein der Bruderschaft ableugnen, als sie zu verraten. Selbst die Legenden über die Bruderschaft werden in einer Reihe mit den heiligen Schriften aufbewahrt. Die Erscheinung der westlichen Neugierde wird vom Osten nicht verstanden werden. Laßt uns prüfen, aus welchen Beweggründen heraus der Westen danach trachtet, von der Bruderschaft zu erfahren.
     Will der Westen etwa die Bruderschaft im Leben nachahmen? Entschließt sich der Westen etwa, die Vermächtnisse der Bruderschaft zu hüten? Will der Westen etwa seine Erkenntnisse vertiefen? Einstweilen ist er nur neugierig, sucht nur nach einem Anlaß zur Verurteilung. Auf dem Weg der Verurteilung werden Wir keine Hilfe leisten.
     Stellen wir uns eine Militärexpedition vor, die die Bruderschaft entdeckt. Sogar ohne Vorstellungsvermögen zu besitzen, wird man sich ausmalen können, was aus einer solchen Entdeckung wird! Man kann sich die Verfluchungen und Verdammungen vorstellen, die dann erfolgen. Die Kreuzigung währt bis zum heutigen Tag! So wird man im Westen auch niemals das Wesen Unserer Hierarchie verstehen. Der allgemein übliche Begriff von Führung reicht nicht an den der Hierarchie heran. Wir haben festgesetzt: Bündnis - Macht - Opfer. Wer von den Führern der Gegenwart reicht an solches Opfer heran?
     Auch den Zustand des Ostens kennen Wir ausgezeichnet, doch gerade angesichts dieser seiner Lage muß man umso mehr auf seine Hochachtung gegenüber Unserer Gemeinschaft hinweisen.
     Laßt uns nicht vergessen, daß viele Aschrams in den Himalaya übersiedeln mußten, da die Atmosphäre der anderen Orte unerträglich geworden war. Auch der letzte ägyptische Aschram war gezwungen, in den Himalaya überzusiedeln, da jedem die Ereignisse gerade in Ägypten und den angrenzenden Gebieten unübersehbar klar wurden. Rechtzeitig zum Harmagedon mußten alle Aschrams um Unsere Wohnstatt in den Bergen des Himalaya versammelt werden. Man muß verstehen, daß Wir zur Zeit Unsere Wohnstatt nicht verlassen, sondern nur im feinstofflichen Körper auf weite Entfernungen hin verkehren. So wird die Aufzeichnung über das innere Leben Unserer Gemeinschaft vervollständigt.

     20. Urusvati unterscheidet feinfühlig fördernde und hemmende Ströme. Man kann sich vorstellen, welchen Einfluß die Massen ausüben, wenn sie von ein und derselben seelischen Verfassung ergriffen sind. Eines Tages wird man Experimente unter Beteiligung der Massen durchführen. Die Ergebnisse werden zeigen, aus welch weiter Entfernung die Energie der Massen wirkt. Auch in Unserer Wohnstatt macht sich der Zustand weitentfernter Massen deutlich bemerkbar. Nicht ohne Anlaß sprechen Wir wiederholt davon: wie notwendig die vom Guten bestimmte Einigkeit ist. Sogar rein physiologische Experimente zeitigen verschiedene



Ergebnisse. In bezug auf die menschlichen Einwirkungen muß man verstehen, daß sich die Schwingungen empfindlicher Apparate sogar bei der Annäherung eines einzigen Menschen bereits verändern. Das heißt, die erregte und ungezügelte Aura der Massen kann die wertvollsten Experimente stören. Daher rührt Unser blutiger Schweiß.
     Wir müssen nicht nur die entfernten Massen psychologisch, sondern auch Unsere wissenschaftlichen Forschungen schützen. Archimedes bewahrte seine Formeln vor sichtbaren Barbaren, doch um wieviel schwerer ist es, wissenschaftliche Schätze vor unsichtbaren, erhitzten Zerstörern zu behüten. Doch nicht nur zerstörerische Feinde bedeuten eine Gefahr, sondern auch Uns wohlwollende Menschen schaffen des öfteren zersetzende Bedingungen. Dann sind Wir bereit, darum zu bitten, daß man Unsere Formeln nicht verletzen möge. Es gibt viele Arten solcher Verletzung, aber vom Grund her wird es der Zweifel in all seinen Schattierungen sein.
     Stellt euch Unsere Wohnstatt vor, wo jeder Laut bereits die Harmonie der Schwingungen durchschneidet. Wir haben Unsere Laboratorien hinreichend isoliert, doch die psychische Energie kann nicht abgeriegelt werden. Unsere Mitarbeiter, die nächsten wie die entfernten, sollten sich klar machen, durch welche geistige Verfassung sie Uns helfen können. Das große Dienen wird immer ein gemeinschaftlicher Dienst sein. Jeder, der sich Uns, auch wenn nur einmal annähert, wird dann bereits die Verantwortung übernommen haben, Unsere Arbeiten nicht zu behindern.
     In Unseren Türmen gibt es viele Stockwerke. Ununterbrochen finden viele Forschungen statt. Wer wäre denn derart leichtfertig, es zu wagen, die angesammelten Energien in Unordnung zu bringen? Der Rückschlag kann entsetzlich sein, und niemand vermag sich ihm zu entziehen, wenn die Elementarenergien in Tätigkeit versetzt sein werden. Daher warnen Wir so sehr besorgt davor, unliebsame Erschütterungen hervorzurufen.

     21. Urusvati bewahrt eine Erleuchtung aus der Kindheit, daß irgendwo ein leuchtender Lehrer wohne. Nur die Erinnerung an die Wirklichkeit kann im kindlichen Bewußtsein solch leuchtende Vorstellung hervorrufen. Wir freuen Uns zu sehen, daß Unsere Mitarbeiter von ihren ersten bewußten Stunden an bereits eine Vorstellung früherer Erfahrungen in sich tragen. Ein unklarer Geist besitzt auch unklare Vorstellungen, doch ein von vielen Errungenschaften erleuchteter Geist bewahrt eine deutliche Erinnerung.
     Das durch niemanden angespornte kleine Mädchen wendet sich selbst aus seinem Bewußtsein heraus der gottbestimmten



Heldentat zu. Sogar prägnante Belehrungen können nicht oft in der neuen Hülle ungeschwächt erhalten bleiben. Doch wenn ein Wanderer sich in Unserem Auftrag auf den Weg macht, wenn er sich auch früher schon der Bruderschaft angenähert hat, dann erfährt er bereits vom Kindesalter an Erleuchtung. Er sieht die Banner des Lichts, ihm nähern Wir Uns in verschiedener Gestalt, er vernimmt silberhelle Klänge, und sein silberner Faden ist zu Uns herauf gespannt.
     Die Wanderin des Lichts schreitet beharrlich, trotz der unschönen Verhältnisse der Kindheit, voran. Innerlich standhaft werdend, erfährt sie schließlich, als Geleit auf dem Weg zur Heldentat, eine Vision. Wir freuen Uns, wenn solche Heldentat nicht in einem Lippenbekenntnis, sondern im Entflammen des Herzens angenommen wird. Solches Entflammen kündigt sowohl Erleuchtung als auch heilige Schmerzen an. Doch nur in der Annahme des Leides wird auch der Keim weisheitsvoller Freude gebildet. Zu ihr kann man ohne Leid nicht gelangen. Doch allein in Unserer Nähe wird auch die Freude geboren.
     Urusvati ist freiwillig in die Welt gegangen. Schon bei den früheren Berührungen mit der Bruderschaft wurde das Wort über das Feuer beschlossen, das in den Tagen des Harmagedon erschallen sollte. Es ist keine leichte Zeit! Es ist kein leichtes Wort, und leicht ist nicht die Bestätigung der Bruderschaft, wenn alle Kräfte der Finsternis zum Kampf rüsten. Doch Wir heißen den Kampf willkommen. Wir freuen Uns, daß die Heldentat sich erhebt.
     Glaubt nicht, daß Unser inneres Leben selbstgenügsam sei, im Gegenteil, die Erscheinung des Menschen wird von der Menschheit geschaffen. Jeder silberne Faden erklingt wie eine Saite der Unbegrenztheit.

     22. Urusvati kann die unvergleichbar hohe Bedeutung des Herzens bestätigen. Nach dem Erwachen aller übrigen Zentren tritt die Bedeutung des Herzens hervor. Sogar Kundalini wird sich im Vergleich mit dem Herzen als irdisch erweisen. Die Bedeutung des Herzens wird nicht verstanden. Man hält es für den Mittelpunkt des Lebens, doch eine solche Definition allein ist unzureichend. Das Herz ist die Brücke zwischen den Welten. Dort, wo die gegenseitigen Berührungen der drei Welten besonders offen zutage treten, wird die Bedeutung des Herzens tief empfunden.
     In Unserer Gemeinschaft lebt die Verehrung des Herzens. Bei Uns kommen durch viele Jahrhunderte getrennte Persönlichkeiten zusammen. Es scheint, daß ihre Psychologie sehr unterschiedlich sein müßte, verändern sich doch in einem Abstand von drei Generationen die Denkmethoden völlig. Doch bei Unserer Zusammenarbeit läßt sich das nicht feststellen. Eine der Hauptursachen dafür wird das erweiterte Bewußtsein sein, doch auch das allein ist noch zu wenig; die Mitwirkung des Herzens ist erforderlich. Nur das Herz vermag die durch viele Jahrhunderte getrennten Bewußtseine zu vereinen.



Das Herz wird als Grundlage für alle höchst feinstofflichen Tätigkeiten erforderlich sein.
     Wenn die Gedankenübertragung auf Entfernung von den Menschen angenommen ist, wird man die Voraussetzung erklären müssen, die am Anfang solcher feinstofflichen Tätigkeit steht. Man wird sagen, es sei Harmonie notwendig, doch das legt noch nicht genau fest, welches Zentrum sich an der Tätigkeit beteiligen wird. Das Herz wird auch bei der Gedankenübertragung auf Entfernung die wesentliche treibende Kraft sein.
     Stimmt eure Herzen, wenn ihr Gedanken sendet, aber denkt daran, daß dem angespannten Herzen eine feurige Entzündung droht. Nur wer einen solchen, mit Worten nicht zu beschreibenden Brand erlitten hat, kann von dessen unsagbarer Gefahr wissen. Diese Qual besteht in erhabensten, heiligen Schmerzen. Sie entstehen als Folge aus der Unausgeglichenheit der Welten untereinander. Gerade daraus entstehen verschiedene Herzerkrankungen. Der Mensch will sich nicht um seinen Mittelpunkt sorgen, der in allen Welten sein feuriges Korn bewahrt.
     Ihr habt erfahren, daß es möglich ist, das innere Feuer gewaltsam zur Äußerung hervorzurufen. Ein solcher Eingriff ist durchaus möglich, doch sehr gefährlich, da solches Feuer mit dem räumlichen Feuer in Berührung kommen und unheilvolle Folgen zeitigen kann.
     Die Bedeutung des Herzens ist umso erhabener, als es in der Zukunft viele Apparate unnötig machen wird. Tatsächlich wird es in der neuen Epoche Menschen geben, welche sehr komplizierte Apparate durch sich selbst ersetzen werden. Jetzt erfindet man noch laufend Automaten, doch nach dem Fieber des mechanistischen Denkens wird man seine Aufmerksamkeit wieder den Energien des Menschen zuwenden.
     In Unserer Wohnstatt sind die Forschungen daraufhin ausgerichtet, den Menschen aus seiner Abhängigkeit von den Maschinen zu befreien. Bei diesem Prozeß ist es notwendig, das Herz zu erziehen. Man muß der Stimme des Herzens aufmerksames Gehör schenken können. Diejenigen, die Uns des Egoismus bezichtigen, mögen sich der namenlosen Werke erinnern.

     23. Urusvati hat oftmals Unsere Heilbehandlung durch Schwingungen erfahren. Es beginnt die Zeit, in der die Medizin völlig umgestaltet werden wird, und gleichberechtigt neben physikalischen Medikamenten wird man Schwingungen und Suggestion anwenden. So werden die bekannten, außerordentlich hohen Dosen an Medikamenten verringert werden, da nur ein kleiner physikalischer Impuls erforderlich sein wird; die übrige Gesundung wird mit Hilfe von Schwingungen und Suggestion erfolgen. Die Homöopathie hat bis zu einem gewissen Grad die Richtung der künftigen Medizin vorweggenommen. Gewiß, gegenwärtig können nur diejenigen Homöopathen erfolgreich sein, die über ein hohes Maß an psychischer Energie verfügen. Es mag sein, daß sie es nicht einmal wissen, worin der Erfolg ihrer



Behandlung besteht. Doch allmählich erfahren sie von der Harmonie der inneren und äußeren Einwirkungen, dann wird ein neues Heilverfahren seinen Anfang nehmen. Jetzt, unter den von Unwissenheit bestimmten Bedingungen, entschließen sich die Ärzte nicht, wenigstens sich selbst einzugestehen, daß in weitem Maße ihre psychische Energie tätig ist. Sie sind bereit, den Erfolg den unwirksamsten Medikamenten zuzuschreiben, wobei sie ihren eigenen mächtigen Einfluß vergessen.
     Nur wenige richten ihre Aufmerksamkeit auf die Schwingungen, die unzweifelhaft bei gewissen Schmerzen beginnen, tätig zu werden. Gleichfalls bemerken sie nicht, daß nach Abklingen der Schmerzen auch die Schwingungen enden, die gerade erst die Bettstelle erbeben ließen. Bei Uns ist besonders die Heilung durch Schwingungen entwickelt worden, die auf weite Entfernungen hin wirken kann, wenn der Kranke diese feinstofflichen Einwirkungen aufnimmt. Die freiwillige Aufnahme ist unerläßlich, andernfalls werden die Ströme einschneidend verändert, und es resultiert Unheil.
     Wir müssen auch in Unserer Gemeinschaft des öfteren Schwingungen einsetzen, besonders, wenn es für den verdichteten feinstofflichen Zustand notwendig ist. Nicht zufällig also sorgen Wir Uns um den verdichteten feinstofflichen Zustand. Dieses seit langem vorherbestimmte Problem erfordert ein besonders fürsorgliches Verhalten.

     24. Urusvati versteht die Wechselbeziehung zwischen Schlafen und Wachen. Für die einen ist der Schlaf der Gegensatz zum Wachen, doch für Uns ist der Schlaf die Fortsetzung der Arbeit in einem anderen Zustand. Es ist unmöglich, den Schlaf auf eine andere Weise richtig zu verstehen. In keiner Weise darf man die unbedingte Lebensnotwendigkeit des Schlafes verneinen. Bestimmte Bedingungen können die Dauer des Schlafes verkürzen, jedoch nicht seine grundsätzliche Notwendigkeit ausschließen. Auf den Höhen ist es möglich, sich mit vier Stunden Schlaf zu begnügen, doch die Voraussetzung dafür ist erst ab einer bestimmten Höhe gegeben.
     Glaubt nicht, wenn jemand versichert, daß er keinen Schlaf nötig habe. Mit Ausnahme der üblen Krankheit der Schlaflosigkeit fassen die Menschen den Schlaf als einen Teil des Daseins auf. Jeder schläfrige Zustand bringt den Menschen näher an die Feinstoffliche Welt heran. Es kann jeden möglichen Grad an Bewußtheit während des Schlafes geben, doch diese Bewußtseinsklarheit muß man entwickeln. Der Mensch muß sich immer wieder sagen, daß er sich zur Arbeit begibt, wenn er in den Schlaf sinkt. Wenn sein freier Wille sich dieses Axiom aneignet, so wird es umso leichter werden, seine Kräfte in der Feinstofflichen Welt anzuwenden. Mögen die Menschen nicht befürchten, daß auf diese Weise die Erholung verloren ginge. Sie bleibt in vollem Maße erhalten, da in der Feinstofflichen Welt auch feinstoffliche Qualitäten aufgenommen werden, die einen nicht ermüden lassen.



     Weitaus schlimmer ist es, wenn ein Mensch sich, von irdischen Leidenschaften ergriffen, in den Schlaf zurückzieht, ohne auch nur an irgendwelche Höheren Welten zu denken. Dann irrt dieser Mensch, statt mit lichtvoller Arbeit und Erkenntnis befaßt zu sein, in dunklen Schichten umher, und man kann sich vorstellen, welche Begegnungen ihn dann ermüden werden. Möge das Einschlafen zu einem bewußten Übergang in die Höhere Welt werden. Das freie bewußte Streben wird ihn wie beflügelt hinauftragen. So spreche Ich über den Schlaf, um zu zeigen, daß auch Wir in Unserer Wohnstatt nicht von Schlaf eigener Art befreit sind, der ein Übertragen des Bewußtseins in die Höheren Welten darstellt.
     Urusvati versteht es richtig, daß Wir die Äußerung des freien Willens nicht behindern; darin besteht Stärke.

     25. Urusvati hat vielen erläutert, warum man Uns die Weltregierung nennt. Wahrhaftig, jeder Mensch spürt in unterschiedlichem Maße, daß sich irgendwo der Mittelpunkt des Wissens befindet. Dort, wo das Wissen ist, dort ist auch die Macht. Nicht ohne Grund sehnen sich die einen nach Uns, während andere Uns hassen und Unsere Wohnstatt vernichten möchten.
     Bei Weltereignissen könnten Beobachter etwas sich außerhalb menschlicher Logik Vollziehendes feststellen. Oftmals haben sogar Ergebene Uns Verzögerung und Indifferenz vorgeworfen, aber diese eiligen Ankläger haben selbst nur einen Ausschnitt der Ereignisse gesehen. Sie konnten die Ursachen und Folgen nicht erkennen. Sie konnten die Nebenumstände nicht vergleichen. Sie konnten nicht vorhersehen, wann gerade der entscheidende Schlag geführt werden mußte. Wer ist imstande, den großen Plan und die zu seiner Entwicklung führenden Stufen zu erkennen?
     Ihrem Teilverständnis gemäß setzen die Menschen ihre eigenen Maßnahmen durch, doch Unsere Schüler unterbinden nie gewaltsam den Beschluß des Lehrers. Sie verstehen, wie ihr eigener freier Wille mit Unserem Beschluß in Einklang zu bringen ist. Man muß ein großes Gleichgewicht besitzen, um das Vernünftige Unserer Führung anzuerkennen und nicht seinen eigenen freien Willen zu entstellen. Wir sorgen Uns äußerst aufmerksam um solch einen Beschluß. Die besten der öffentlich erschienenen Volksführer besaßen solches Gleichgewicht, und umso leichter war es, ihnen Unseren Beschluß zu erteilen. Der "Grüne Lorbeer", von dem ihr oft gesprochen habt, vermochte Führerschaft mit Feinfühligkeit gegenüber den Ratschlägen der Bruderschaft zu vereinen. Die belehrenden Hinweise von Saint Germain nahm er in vollem Vertrauen auf, und darin bestand sein Erfolg. So mag gewesen sein, daß Saint Germain nochmals aus dem Grund kam, um einen künftigen Führer vorzubereiten!



     Auf der ganzen Erde lassen sich die Entwicklungsperioden Unserer Führung feststellen. Einige hohe Persönlichkeiten haben sie bestätigt, aber bedauernswerte Pseudo-Monarchen verwarfen Unsere Ratschläge und führten ihre Länder dadurch ins Elend. Doch auch solche Zustände wenden Wir zum Guten. Der Gedanke von der Tactica adversa ist euch bekannt.
     Man kann daran erinnern, daß vor dem großen Krieg ein bestimmter selbstherrlicher Monarch Unsere Warnung erhalten hatte, doch er zog es vor, den Thron einzubüßen und mißachtete Unseren Erlaß. Ebenso hörte ein anderes Staatsoberhaupt Unseren Gesandten nicht an und zog es vor, sein Land in Unruhen zu stürzen.
     Man darf nicht sagen, daß in längst vergangenen Zeiten Weisungen häufiger gegeben worden seien. Auch heute gibt es ihrer viele, doch wie ehedem ist das menschliche Ohr taub.
     Wir stehen auf der Wacht für die Welt.

     26. Urusvati hat Freunde oft vor den Angriffen der finsteren Kräfte gewarnt. Solche Warnungen sind überall notwendig. Man darf nicht denken, daß die Finsteren ihre Zerstörungen einstellen werden. Verwesung ist ihre Nahrung. Mord ist ihr Handwerk. Der Anschlag auf Geist und Körper ist ihre Freude. Man darf nicht annehmen, daß sie es nicht versuchen werden, auch hinter die bestverteidigten Grenzen zu dringen. Sie ziehen es eher vor, zugrundezugehen, werden aber von ihrer zersetzenden Tätigkeit nicht lassen.
     Manche Leichtgläubige meinen, daß ein mechanisches Rezitieren der Höchsten Namen sie bereits vor finsteren Angriffen schütze. Doch nicht Mechanik, sondern das reine Feuer des Herzens allein vermag einen sicheren Schild zu schaffen.
     Die Winkelzüge der Finsteren sind verschiedenartig. Neben gröbsten Anschlägen kann es feinste Berührungen geben, die auf die schwächste Stelle einwirken. Das Hineintragen von Zweifel wird das Lieblingsverfahren der Finsteren bei ihrer Annäherung sein. Der Zweifelnde ist bereits wehrlos. Man sollte meinen, daß solches Axiom ausreichend bekannt wäre, doch wie viele sind gerade an diesem Gift zugrunde gegangen!
     Ich meine, daß insbesondere viele Gegner der Wahrheit von solchen Einflüsterern hervorgebracht werden. Die offenkundigen Wahnsinnigen sind nicht so gefährlich wie die kleinen Hinterlistigen. Neue Arten von Giften werden erfunden, warum also nicht mit neuen Arten von Hinterlist auftreten? Solcher Überlegung über die finsteren Angriffe solltet ihr euch erinnern, wenn ihr euch das Innere Leben der Bruderschaft vorstellt.



Wir sind ununterbrochen auf der Wacht. Es vergeht keine Stunde, in der nicht irgendwo den ausgeklügeltsten Angriffen der Finsteren Einhalt geboten werden müßte.
     Glaubt nicht, daß sie nur Unsere Schüler angriffen. Sie versuchen es überall, jeglichen guten Aufbau zu zerstören. Nach dem Gesetz der Schwingungen erfassen sie ausgezeichnet, wo die ihnen verhaßten Formen des Guten entstehen. Es ist nicht nötig, ihnen Allwissenheit zuzuschreiben, doch sie wittern, wo sich ihre Antipoden befinden. Unsere Arbeit wird durch den Verlust von Energie bei Abwehr der finsteren Anfechtungen belastet. Sie wissen zwar, daß sie letzten Endes nicht mit Uns kämpfen können, doch sie träumen davon, die in den Raum gesandte Energie aufzusaugen. Wenn Wir daher auf Einigkeit und Vertrauen hinweisen, so rufen Wir dadurch zum schnellstmöglichen Sieg auf.
     Viele Zeichen eilen Uns zu. Niemand vergegenwärtigt sich, wieviel Zwietracht in der Welt herrscht! Die Menschen haben vergessen, daß jedes Land aus vielen Herzen besteht. Ihr Schmerz ist Unser Schmerz.

     27. Urusvati hat die Legende über den Aufbau des Tempels durch die Djin gehört. Jede Legende enthält einen Teil Wahrheit. Ebenso der Wahrheit entsprechend sind historische Angaben über jede Art von Verrat, der die Errichtung eines Tempels begleitet. Es ist gesagt worden, daß Verrat der Schatten des Aufbaus ist. Jeder Verrat trägt zur Höhe des Bauwerkes bei. Wir sind durch alle Arten des Verrats geprüft. Man hat Uns mit jeglicher Hinterlist versucht. Es ist gesagt: Um die Liebe zur Menschheit zu erhöhen, muß man ihre Abgründe durchschreiten. Wer aber wird in sich genügend Geduld finden, um in sämtliche Abgründe zu blicken und dabei die Zuversicht in den Aufstieg der Menschheit nicht zu verlieren? Unsere Gemeinschaft erscheint als ein Bollwerk solcher Geduld. Und wer bei Uns war, wer von Uns gehört hat, wer in seinem Herzen Unsere Berührung erfahren hat, der besitzt bereits die Rüstung der Geduld. Wir schätzen diese Eigenschaft als Erfordernis für die Unbegrenztheit.
     Die Menschen müssen in sich eine Vorstellung von der Unbegrenztheit finden, sonst werden auch Unsere Türme unzugänglich bleiben. Der Mensch muß sich in der Zeit von Leid und Elend Uns zuwenden. Ohne es selbst zu wissen, erfährt der Mensch Unsere Fürsorge, wenn sein Herz nicht versteinert ist. Sogar sehr Unerfahrene werden zum Aufbau zugelassen werden, wenn sie den Mut eines Löwen und die Anerkennung der Hierarchie bewahren. Mögen diese Arbeiter überzeugt sein, daß von ihrem Arbeitstisch aus ein unsichtbarer Faden zu Uns gespannt ist. Mögen solche Mitarbeiter ihre Kraft aus dem Bewußtsein des Vorhandenseins der Bruderschaft schöpfen.



Unsichtbar werden Wir ihnen helfen. Wir werden die ihnen notwendigen Bücher heraussuchen. Wir werden ihre Gedanken mit den Hoffnungen der fernen Welten vereinen. Wir werden ihr Vertrauen festigen. Wir werden ihnen das liebende Herz entdecken. Mögen nur alle Schlangen und Skorpione verbannt werden! Auf diese Weise macht ihr euch mit einer wichtigen Seite Unseres Lebens vertraut.
     Ihr könnt euch vorstellen, wie erfreut Wir über jeden arbeitsamen Menschen sind, der des Vertrauens würdig ist. Solche bestrebten Geister ängstigen sich nicht, erst Prüfungen abzulegen. Allein Hinterlistige fürchten, daß der Strahl des Lichts in die gewundenen Tiefen ihres Inneren eindringen könnte. Geöffnete Herzen bilden einen herrlichen Halsschmuck für die Höheren Welten.
     Der Lehrer verleugnet seine Pflichten nicht. Sein ganzer Tag ist von Pflichterfüllung bestimmt. Wem diese Worte schrecklich erscheinen, der möge nicht an die Bruderschaft denken.

     28. Urusvati war von Unseren Blumen entzückt. Wir haben in der Tat eine Vervollkommnung mancher Arten erreicht. Bedeutsam war dabei vor allem die psychische Energie, die die Entwicklung der Pflanzen fördert. Unter gleichzeitiger Anwendung der psychischen Energie gießen Wir mit sodahaltigem Wasser und gehen auf diese Weise von der äußeren und inneren Seite heran. In weitem Maße kann man mittels der psychischen Energie Einfluß nehmen. Doch es ist notwendig, dies systematisch durchzuführen und nicht zu vergessen, daß nicht viel Zeit und Geduld erforderlich sind. Im allgemeinen verderben die Menschen viele erfolgreich begonnenen Versuche durch Mangel an Geduld. Bei Uns sind zudem die Ausstrahlungen harmonisiert, und daher kann jeder einen immer gleichwirkenden Willen äußern.
     Die Menschen können nicht verstehen, wie sehr solche Forschungen für sie selbst nützlich sind. Die psychische Energie bedarf des Austausches. Wenn man sie den Menschen zuwendet, kann dies Erschöpfung hervorrufen, doch die Berührung mit der Pflanzenwelt wird keinen Rückschlag verursachen. So möge man nicht vergessen, daß Wir eine äußerst enge Zusammenarbeit mit der Feinstofflichen Welt pflegen, und dieses Reservoir kann die Energie leicht erneuern.
     Vielen fällt es schwer, sich vorzustellen, wie die Geschöpfe der drei Zustandsebenen zusammenarbeiten können, doch in Wirklichkeit ist das nicht kompliziert. Feinstoffliche Mitarbeiter sind oft sichtbar, denn dafür ist kein Ektoplasma erforderlich. Es gelangen hingegen gewisse chemische Zusammensetzungen zur Anwendung, die auf eine Verdichtung von Materie hinwirken. Sogar während des letzten Krieges hat man viele Erscheinungen bemerkt, doch ohne anzunehmen, daß die Ursache in gewissen chemischen



     Mithelfern liegen würde. Oft kann etwas für die grobstoffliche Welt Zerfallenes in umgekehrter Weise für die Feinstoffliche Welt dienlich sein, so verschieden sind die Bedingungen.
     Urusvati war erstaunt, daß auf Unseren Höhen Blumen tiefgelegener Regionen existieren können. Man darf nicht meinen, daß solche Akklimatisation rasch vonstatten gehen könne. Urusvati hat ihren tibetischen Bekannten im Blumenbeet gesehen. Wir halten auch im Inneren der Räume viele Pflanzen. Für viele Versuche sind die Lebensstoffe lebendiger Pflanzen notwendig. So raten Wir dazu, des öfteren zu den Pflanzen zu sprechen. Solche Ströme sind der Feinstofflichen Welt sehr nahe. Ich bestätige, daß Wir Unsere Kraft allem Existierenden zusenden. Auf diese Weise entsteht jene organische Einigkeit, auf die Wir so beharrlich hinweisen.

     29. Urusvati weiß Unsere Hilfe zu schätzen. Wer etwas schätzt, geht auch behutsam damit um. Jede echte Zusammenarbeit erfordert vor allem Behutsamkeit. Man darf mit der Hierarchischen Zusammenarbeit nicht nach seiner zufälligen Stimmung verfahren. Aus Hochachtung muß man der Stimme des Älteren aufmerksames Gehör schenken. Sogar jene, die sich aus Unwissenheit Unsere Bruderschaft nicht vorstellen können, können dennoch ein Verständnis für die Existenz überirdischer Stimmen entwickeln. Wer sich Unsere Bruderschaft vergegenwärtigen kann, der sollte sich gegenüber Unserer Wohnstatt angemessen verhalten; er sollte verstehen, daß jedes leichtfertige Schwanken den Gedankenfluß des Lehrers stören muß. Jedes unwürdige Wort wird irgend etwas entstellen. Jeder zerrissene Faden bildet eine Schlinge. Es geht nicht um Einschüchterung, sondern allein um den Wunsch nach besten Errungenschaften.
     Es ist richtig, sich der uralten Weisheit Indiens zu erinnern, in der die Pflicht der höchsten Bestimmung des Menschen entsprach. In seiner tiefsten Wurzel ist der Begriff der Pflicht einheitlich, doch in seinen Differenzierungen erfährt er entsprechende Anwendung. Uns ist der Begriff des Lehrers heilig. Jeder von Uns hat einen Lehrer, und auf dieser Leiter gibt es unendliche Sprossen. Auch an der Spitze eines Planeten zu stehen bedeutet kein Ende. Und da es kein Ende geben kann, gründet darin Freude. Wenn man die unsagbaren Namen der höchsten Herrscher nennen wollte, so würde dies großen Schaden nach sich ziehen. Denn solcher Verrat könnte außerordentliche Folgen zeitigen. Es könnte sichtbare und unsichtbare Zerstörungen geben. Umso mehr muß man sich der Hierarchie gegenüber zu einer behutsamen Einstellung erziehen.



     Es hat eine Zeit gegeben, in der man es verstand, sich dem Begriff des Höchsten gegenüber würdig zu verhalten, doch heute wird das Große Dienen nicht verstanden. Zwar scheint es einerseits, daß sich die Feinstoffliche Welt der physischen annähert, andererseits auch, daß es bereits allzu viele Erwähnungen über Uns gibt, doch der finstere Abgrund wird immer tiefer. Sogar der Begriff des Lehrers ist in Zweifel gezogen worden. Nicht nur einmal habt ihr erfahren, daß Menschen, die genug über Uns wissen, höchst unanständig über die Bruderschaft gesprochen haben. In solchen Äußerungen ist Zerstörung enthalten.
     Man will Uns die Art und Weise der Hilfe vorschreiben, doch solch ein Zwang bewirkt eine Brechung der Ströme. Ein wirtschaftlich denkender Hausherr bedauert jede Verschwendung. Große Freude wäre bereits eingetreten, wenn diejenigen, die von der Hierarchie wissen, ihre Öllampen freiwillig dargebracht hätten.
     Freiwilligkeit ist Unsere treibende Kraft.

     30. Urusvati ist mit vielen Lichterscheinungen vertraut. Solche natürlichen Lichterscheinungen werden als geistige Scharfsicht bezeichnet. Für sich allein bedeuten die Lichterscheinungen nichts Ungewöhnliches, doch sie sind wie Banner auf dem Weg zu Uns. Ein schwaches Nordlicht wird von den Menschen nicht bemerkt; ebenso ist auch ein erstes Aufflammen des Geistes vielen nicht offensichtlich.
     Es läßt sich beobachten, wie kleine leuchtende Punkte geradezu aufflammen und sich zu regenbogenfarbenem Leuchten entwickeln. Auf solche Weise kann um Menschen herum eine herrliche Aura aufflammen. Besonders zu erwähnen sind solche Lichterscheinungen in Unserer Wohnstatt. Seit alten Zeiten wird dieses Licht gesammelt und kann auf Wunsch hell erstrahlen. In Legenden werden Menschen erwähnt, die in der Lage sind, ein blendendes Licht um sich herum hervorzurufen. So kann man sich auf Wunsch mit der feurigen Kraft umgeben.
     Die Menschen müssen sich an die Möglichkeit solcher Erscheinungen gewöhnen. Schon jetzt können manche Leute Auren unterscheiden, doch andere reiben sich die Augen und denken, daß mit ihrem Sehvermögen etwas nicht in Ordnung sei. Mitunter erweckt ein schwaches Schimmern inmitten des Tages einen Eindruck von Verschwommenheit, so verschiedenartig sind die Wahrnehmungen solchen Leuchtens. Bei Uns ist diese Eigenschaft so weit entwickelt, daß man bei seinem eigenen Licht lesen könnte.
     Man muß sich vorstellen, wie der Begriff der Finsternis allmählich schwindet, da alles Umgebende erfüllt ist von Feuern, Lichtstrahlen, Lichtsäulen und Myriaden blitzender Punkte. Solche Umgebung ist bei geöffneten ebenso wie bei geschlossenen Augen gleich wahrnehmbar. Die Finsternis selbst verliert sich. Nur in den niederen Schichten der Feinstofflichen Welt herrscht ein Zustand des Halbdunkels, denn deren Bewohner können nicht an das Licht denken. Sogar eine solche Erscheinungsform hängt vom Denken ab. Denken schafft



Licht. Gerade der Denkende sendet den Befehl aus: Es werde Licht! So werden Wahrheiten gelehrt, doch die Menschen halten sie für Märchen.
     Nur im Geist und in der Erfahrung kann man die höchst natürlichen Gesetze erfassen. Es ist nicht leicht, gerade die Widerstände der Umgebung zu bezwingen. Unsere Gemeinschaft ist gerade dadurch so stark, daß es in ihr keinerlei Zersetzung gibt. Der Wille aller fließt zu einem einzigen mächtigen Strom zusammen. Der Dynamo der Einigkeit vermehrt alle Energien. Nicht Magie, sondern Wille, der geläuterte Wille sendet den Befehl in die Welt aus: Es werde Licht! Man muß Unsere Gemeinschaft als einen Triumph der Einigkeit betrachten.

     31. Urusvati versteht die Ursache der Beständigkeit Unseres Äußeren richtig. Die Verbindung mit der Feinstofflichen Welt verleiht eine besondere, der Feinstofflichen Welt eigene Beschaffenheit. So verändert sich das Äußere nicht, es sei denn auf ausdrücklichen Wunsch hin. Der Gedanke schafft Bilder in der Feinstofflichen Welt. Es ist möglich, aus den Tiefen der Zeitalter beliebige Bilder hervorzurufen und zu fixieren, wenn genügend Vorstellungskraft vorhanden ist. Doch gibt es neben den Bedingungen der Feinstofflichen Welt in Unserer Wohnstatt noch die Erscheinung der Einigkeit. Solch eine Voraussetzung kann in Einzelheiten des Daseins hilfreich sein. Sie schafft eine heilsame Atmosphäre und schmiedet ein dauerhaftes Bewußtsein.
     Ihr habt gehört, daß Unsere Brüder durch die Berührungen mit der irdischen Disharmonie erkranken. Nicht nur einmal haben Sie unter der lang andauernden menschlichen Abspaltung gelitten. Daher suchen Wir selten die Städte auf. Solche Besuche sind mit außergewöhnlichen Umständen verbunden und pflegen nicht lange anzudauern. Anläßlich solcher Besuche verweilen Wir in ein und derselben Stadt nur äußerst kurze Zeit. Es lassen sich in der freien Natur Plätze finden, an denen die Ströme der Zersetzung nicht allzu stark sind. Sowohl in Frankreich wie in England gibt es in der Nähe der Städte gelegene Wälder, in denen sich das für Uns unentbehrliche Ozon in ausreichendem Maße vorfindet. Man darf sich nicht wundern, daß sogar Unsere gesammelte Energie Ozon benötigt. Man soll nicht denken, daß Wir nicht stark genug wären, um den Fluida der Zersetzung standzuhalten. In der Tat könnten Wir die Energie bis zu einer gewaltigen Anspannung konzentrieren, doch in allem bedarf es der Angemessenheit und Behutsamkeit.
     Ihr habt gelesen, wie qualvoll die Auren mancher Irdischer für Unseren Bruder zu ertragen waren. Gewiß, Er wäre imstande gewesen, sie mit einer einzigen Energieentladung zurückzuwerfen, doch eine solche Tötung hätte in der Aufgabe Unseres Bruders keinen Platz gefunden. So ist es in vielen Fällen eben notwendig zu vergleichen und den Lichtstrahl



dem allerhöchsten Nutzen zuzuwenden. Solche Fähigkeit zum Vergleich wird die Bestimmung der Bruderschaft definieren. Den Ansturm der Finsternis zurückzuhalten, jene zu schützen, die ihre eigenen Kräfte nutzen und alle nur möglichen Voraussetzungen für das Wohl zur Anwendung kommen zu lassen, dies wird die Erfüllung Unseres Statuts sein.

     32. Urusvati hat das Vorhandensein eines bestimmten Stoffes erahnt, der das Gleichgewicht und die Dauerhaftigkeit des Organismus bewahrt. Ich werde die vollständige Zusammensetzung dieses Stoffes nicht nennen, da er auf den grobstofflichen Zustand zerstörend wirken kann. Starke Radioaktivität entspricht dem feinstofflichen Zustand, kann jedoch den grobstofflichen Körper zersetzen. Unter irdischen Bedingungen ist sogar der Baldrian manchmal zu stark; daher ist es nötig, die Wechselbeziehungen verschiedener Stoffe zu unterscheiden. Zum Beispiel wurde bei dem bekannten Experiment Meines Freundes ein äußerst starkes Gift angewandt, das für jeden Menschen tödlich gewesen wäre. Da jedoch der Körper Meines Freundes dem feinstofflichen Zustand bereits nahe war, erwies sich selbst die Wirkung eines Giftes als nützlich. Man könnte viele Beispiele nennen, bei denen die Wirkung eines Giftes nicht zum Tod führte. Die Ursache dafür wäre in einem ungewöhnlichen Zustand des Organismus zu suchen.
     Bei Menschen ist oft ein eigener physiologischer Zustand beobachtbar, wenn sie, ohne es selbst zu wissen, die Feinstoffliche Welt streifen. Besonders bemerkenswert ist, daß solche Menschen oft überhaupt nichts von anderen Welten wissen. Irgendwo in der Tiefe des Bewußtseins ist eine Möglichkeit verborgen, doch sie kann nicht formuliert werden. So wenden Wir oft die Tactica adversa an, um das menschliche Bewußtsein zu wecken. Dabei ist es notwendig, das Geschehen ad absurdum zu führen, andernfalls können die Schlafenden nicht erwachen. Bei weltweiten Ereignissen ist gerade diese Taktik unerläßlich. Es ist unmöglich, die Lage der Dinge in ihrem tatsächlichen Fluß aufzuzeigen.
     Ihr habt es des öfteren bedauert, daß die große Prägnanz des menschlichen Charakters früherer Epochen verlorengegangen ist. Man muß anerkennen, daß dies der Wahrheit entspricht. Wir sehen, wie sehr die psychische Energie nach und nach verkümmert. Sie wird nicht zur Tätigkeit aufgerufen und gerät in einen Schlafzustand, wobei sie die ihr eigene Feurigkeit einbüßt. Es gibt keine Reibung, die das Feuer hervorriefe. Dadurch ist Unsere Wohnstatt vereinsamt, und alle Erwähnungen ihrer selbst klingen abstrakt. Wir werden Uns darum nicht grämen. Ich bestätige, daß gerade die Schlacht die Kraft der Bruderschaft unter Beweis stellt. Die in den Tagen des Harmagedon herrschende Schlacht ist nicht unbedeutend!
     Wir legen das Ohr an die Erde, und dort wächst die Anspannung.



     33. Urusvati freut sich, wenn sie bei jemandem eine Erweiterung des Bewußtseins bemerkt. Man kann sich wahrhaftig freuen, wenn ein weltumspannendes Geschenk dargebracht wird. Die Erweiterung des Bewußtseins darf nicht als eine persönliche Bereicherung gewertet werden; in jeder solcher Läuterung wird auch das Allgemeinwohl mitinbegriffen sein. Die Welt begrüßt jedes Aufblitzen von Bewußtseinserweiterung mit Freude - dies ist ein wahrer Festtag!
     In einigen Mysterien wurde die Bewußtseinserweiterung mit dem Frühlingserwachen verglichen. Niemand vermag den gesamten Wachstumsprozeß der Gräser zu verfolgen, doch jedes Herz erfreut sich der Frühlingsblumen. Ebenso unmöglich ist es, die Einzelheiten der Bewußtseinserweiterung wahrzunehmen, die Wandlung des Menschen jedoch ist offensichtlich. Selbst der Gewandelte weiß nicht, wann seine Erneuerung begann. Er vermag nicht zu erzählen, auf welche Weise sein neues Bewußtsein gewachsen ist. Des öfteren wird ein Mensch die unbedeutendsten Ereignisse aufzählen und außergewöhnliche Begebenheiten, die auf ihn einwirken, seiner Beobachtung entweichen lassen.
     Nicht zufällig sind die Drei- und Siebenjahresfristen genannt worden; allein innerhalb solcher Fristen ist es möglich, eine Bewußtseinsveränderung zu bemerken. Doch Wir und Unsere Vertrauten, die einen Auftrag erfüllen, vermögen auch kürzere Fristen des Bewußtseinswachstums festzustellen. Ein Gärtner kennt sein Blumenbeet selbst am besten, und so verfolgen auch Wir aufmerksam jede Ansammlung von Bewußtsein jener, die sich Uns nähern. Es gibt viele Gründe für solch eine Beobachtung.
     Es kann bestätigt werden, daß jede vom Guten bestimmte Annäherung an Uns im Verlauf mehrerer Jahrhunderte nicht folgenlos bleiben wird. Wir können dankbar sein - diese Eigenschaft wird in Unserer Gemeinschaft als unerläßlich angesehen. Jede Bestätigung der Bruderschaft wird ihre gute Ernte einbringen. Jede Unterstützung Unserer Arbeit wird gewürdigt werden. Jeder in gutem Streben erfolgten Erwähnung der Bruderschaft wird gedacht werden. In Unseren Ashrams werden Aufzeichnungen solch wohltätigen Schaffens verwahrt. Wir lieben es, jedes Lächeln des Guten zu bemerken. Und Unsere Schüler können sich ebenso eines liebevollen Wortes über die Bruderschaft erfreuen. Niemand kann diese lichtvolle Freude gewaltsam vermitteln. Niemand kann Dankbarkeit anordnen. Nur ein erweitertes Bewußtsein zeigt an, wann man des Guten noch mehr tun kann.
     Die Menschen sprechen überhaupt nicht gern über das Bewußtsein. Denn jede Erweiterung ist ihnen eine Qual. Sind es viele, die nach der Schule die Erkenntnispflege fortsetzen? Man muß



das gesamte Leben völlig umgestalten, damit die Schulung des Wissens zu einem unablässigen Bedürfnis wird. Wir freuen Uns über jedes Erwachen des Bewußtseins und weisen durch die Bestätigung des Erfolgs auf den Wunsch hin, an die Bruderschaft zu denken, selbst wenn es nur Gedanken darüber wären, wie man sich der Bruderschaft zuwenden, wie sich ihr anschließen könnte.

     34. Urusvati ist bestrebt, jede Stunde nutzvoll zu verwenden. Solche Grundentscheidung bildet sich in Unserer Gemeinschaft heraus, in der man keine Stunden zählt. Ist es angesichts der Dauer des Lebens möglich, sich nach dem Stundenmaß zu richten? Bei Uns gibt es keine irdischen Stunden, da die Arbeit sich nicht nach künstlichen Maßeinheiten aufteilen läßt. Außerdem ergehen von allen Enden der Erde her so viele Bitten und Hilfsgesuche an Uns, daß die Tätigkeiten unmöglich nach Stunden eingeteilt werden können. Wir müssen das Bewußtsein in solcher Anspannung halten, in jeder Sekunde bereit zu sein, den Willen an den Bestimmungsort zu lenken.
     Zweifellos beschuldigt man Uns, daß Hilfe an Unwürdige oder in unzureichendem Ausmaße übermittelt würde. Die Menschen urteilen nach alltäglichen Maßstäben und können keinen Blick auf Ursachen und Folgen werfen. Ich spreche nicht nur von der Angespanntheit der Arbeit, sondern auch von Weitsicht, die es ermöglicht, augenblicklich abzuwägen und zu entscheiden, wann welche Handlung die nützlichste sein wird. Jede Bitte um Hilfe trägt die Emanation des Vergangenen und den Wohlgeruch des Zukünftigen bei sich. Es ist notwendig, solche Zusammenklänge in seinem Bewußtsein zu vereinen und die Bedeutung der Disharmonie zu verstehen. Man darf das zur Tat bereite Böse nicht unterstützen und muß dagegen dort Hilfe erweisen, wo ein Mensch leidet. Oft sind Gegensätze unvereinbar, und allein die Kenntnis des Vergangenen verhilft dazu, das Gleichgewicht zu finden. Indessen wird keine Bitte an Uns zurückgewiesen. Bringt der Mensch doch bereits in der Minute des Ersuchens sein Bekenntnis zum Ausdruck, und solche Realität lebt schon im Raum. Wir werden an der Stimme des Bittenden nicht vorübergehen. Wir werden kein Flehen abweisen, doch Wir werden alle heilsamen Substanzen sammeln, um in zweckmäßiger Weise zu helfen. In diesem letzteren Begriff ist eine besondere Weitsicht enthalten.
     Wir sind immerfort tätig und müssen in Unserer eigenen Verantwortung entscheiden, wo die Hilfe notwendiger und dringender ist. Unsere Schwester hat sich vor weit zurückliegender Zeit die Fähigkeit angeeignet, jederzeit zu der nützlichsten Arbeit zu streben. Solch eine Eigenschaft kann nicht schnell erworben werden. Man muß sie in unterschiedlichen Erscheinungsformen bestätigen, damit sie zu einer Quelle der Freude wird. Diese Quelle vermittelt Befreiung von Gereiztheit. Der Gedanke von Arbeit in Unbegrenztheit verleiht auch ein Streben ohne Angst vor negativen Folgen. Es wird keinen Gedanken



über Vergangenes geben, und im Flug nach vorn erzittern die Folgen des Gewesenen. So wird der interplanetare Wirbel Mut verleihen und die Freude des erweiterten Bewußtseins nicht beeinträchtigen.

     35. Urusvati erinnert sich vieler Wechsel ihres langen Lebens. Solche Erinnerungen belasten das Bewußtsein nicht, sondern bereichern es nur. Eine rechte Einstellung zu früheren Leben ist sehr selten. Gewöhnlich begeistern sie nicht für die Zukunft, sondern ketten an die Überreste der Vergangenheit. Daher ist es nur selten möglich, den Menschen eine Kenntnis ihrer vergangenen Leben zu gewähren. Vieles läßt sich in das gegenwärtige Bewußtsein nicht übertragen. Die Menschen können es überhaupt nicht verstehen, warum sich berühmte und arbeitsreiche Inkarnationen miteinander abwechseln. Das Trugbild eines Königs oder einer Königin hindern zu erkennen, welche Vervollkommnungen noch nötig sind. Die irdische Denkweise begreift nicht, wie sehr eine Verkörperung voller Arbeit das Bewußtsein über alle Machtinhaber der Welt erhöhen kann. Umso wertvoller ist es, wenn schon im irdischen Zustand ein Verständnis für den geistigen Aufstieg reift.
     Viele, die von irgendeiner eigenen berühmten Verkörperung erfahren haben, verfallen in Stolz. Noch schlimmer ist es, wenn Menschen sich aus unechten Chroniken ungewöhnliche Charakterzüge herauslesen, sie nachzuahmen beginnen und damit nur ihren Pfad verdunkeln. Alte Geister haben irgendwann auch berühmte Verkörperungen durchlebt. Auf diese Weise entsteht die Fähigkeit, die Massen zu führen, doch unter vielen Eigenschaften wird solche nicht die erste sein. Die Verfolgten lernen mehr als die Verfolger. Alle Bereiche mühsamer Arbeit sind voller Freude. Prüfsteine sind über alle Wegkreuzungen verteilt. Ich erinnere deshalb daran, weil auch Wir über alle Prüfsteine hinweggeschritten sind. Wir haben den Schmerz vergessen, und Leiden sind in Freude verwandelt worden. Selbst Unsere Peiniger kämpfen irgendwo und steigen durch Arbeit empor. Unsere Gemeinschaft könnte nicht existieren, wenn Wir es Uns einfallen ließen, Unseren Peinigern zu drohen. Der Verlauf des Karmagesetzes ist unanfechtbar.
     Wir erinnern Uns Unserer Inkarnationen. Wir müssen Uns ihrer nicht Unseretwegen erinnern, sondern um aller Begegnungen willen, die Wir beschlossen haben. Die Erscheinung des Wanderers mitten auf den irdischen Pfaden bringt sogar ungleichartige Menschen einander näher. Das Erwarten der Fristen, die Freude der Begegnung, die Trauer des Abschieds - kein menschliches Gefühl geht verloren. Wer gemeinsam



sich gefreut und getrauert hat, der wird über lange Zeitalter hinweg nicht vergessen.
     Urusvati erinnert sich vieler Begegnungen. Das durch sie erzeugte Gefühl bleibt über Jahrtausende hin lebendig. Solch ein Gefühlsgedächtnis kann eine Erweiterung des Bewußtseins begründen. Die Feuer des Gefühls entflammen in voller Unanfechtbarkeit. Irdische Worte werden sie nicht zum Ausdruck bringen, das Herz jedoch wird ebenso schlagen wie Jahrtausende zuvor. Auch heute wird, ganz genauso wie ehemals in der Wüste, der Regenbogen über Christus leuchten. Ebenso lebt die Freude über Hellas. So geht auch der nordische Held nahe vorbei. Gleichfalls gibt es viele Begegnungen sowohl in der Feinstofflichen Welt wie auch in dem Land, wo Wir gerade jetzt sprechen.
     Inmitten des inneren Lebens der Bruderschaft darf man dieses lebendige Gefühl nicht vergessen. Die Gemeinschaft des Wissens kann ohne das Gefühl nicht leben. Ein Gedanke des Wissens wird auch ein Gedanke des höchsten Gefühls sein. Ohne dieses wird es weder Märtyrer und Helden geben, noch Sieger.
     Wir besitzen sowohl künstlerische Darstellungen als auch Teraphime, die einer Verstärkung der Hilfe dienlich sind.

     36. Urusvati versteht die Bedeutung der für das Handeln unentbehrlichen Ruhe. Es gibt viele Erklärungen für diese Eigenschaft. Die einen nehmen an, daß es ohne Willensanstrengung keine Ruhe geben könne. Andere glauben, in der Ruhe einen angeborenen Charakterzug zu erkennen, und die dritten sagen: Ein schiefer Anfang wird auch ein krummes Ende geben. Das Phänomen der Ruhe ist von der Arbeitsmethode abhängig. All diese Aussagen enthalten einen Teil Wahrheit. Oft jedoch vergißt man gerade das Hauptsächliche, und zwar die Erfahrung. Sogar ein junger, unerfahrener Seemann gerät in innere Unruhe, wenn er das Schiff betritt, doch nach zehn Seefahrten überrascht er die Umgebung durch seine Ruhe.
     Unsere Handlungen sind voller Ruhe. Wie erfahrene Seefahrer kennen Wir die zahllosen Stürme und die Mittel für den Kampf mit ihnen. Das Chaos und die Finsternis zu überwinden wird die gewöhnlichste Bekundung Unseres Tuns sein. Keine unverhoffte Schlacht, sondern ununterbrochenes Handeln wird der Inhalt jeden Tages sein.
     Eure Vermutung, daß durch die Fortsetzung einer Handlungsrichtung eine andere verkürzt wird, ist richtig; solches Vorgehen jedoch muß mit bewußter Ruhe verknüpft sein. Diese Ruhe



ist keine wie durch Narkotika ausgelöste Starrheit; sie muß im Gegenteil besonnene und erfahrene Anwendung zweckdienlicher Kräfte sein. Über die Ruhe ist vieles gesagt worden, und nicht selten wird sie beschrieben, als wäre sie ein erstarrter Eisklumpen. Welche Verirrung!
     Ebenso verzerrt worden ist der Begriff des Nirvana. Die Ruhe der Handlung wird höchste Anspannung, sie wird das Leuchten des Blitzes und das schützende Schwert sein. Ruhe ist weder Schlaf noch ein Grabhügel, denn aus ihr wird die schöpferische Idee geboren. So möge man daran denken, daß Unsere Wohnstatt von Ruhe durchdrungen ist. Das Vorhandensein solcher Spannung wird unsichtbar sein, da der Mensch solche Spannung nicht wahrnehmen kann. Ungezählte Versuche beweisen, daß man lächeln, arbeiten und Energie sammeln kann - gerade in solcher Ruhe.

     37. Urusvati trägt Furchtlosigkeit in ihrem Herzen. Wir können bestätigen, daß solche Eigenschaft durch Vertrauen und lange Erfahrung aufgespeichert wird. Die Hüterin hat ein Beispiel völliger Furchtlosigkeit im Leben gegeben. Unter allen Umständen war sie mutig, und Furcht konnte sich nicht in sie einschleichen. Ein weit zurückliegendes Leben der Hüterin war voller Möglichkeiten der Angst. Auf üble Weise entwickelten sich Verfolgungen, der Name erlitt Verleumdungen, Wohlstand war nicht vorhanden, und von überall her drohten Ankläger. Wahrhaftig, ein Prüfstein der Furchtlosigkeit! Solche Beispiele können für mehrere Jahrhunderte aufgezeigt werden. Jeder von Uns hat nicht nur einmal die Gelegenheit gehabt, Furchtlosigkeit zu beweisen.
     Man darf nicht annehmen, daß Wir im irdischen Leben vor allen Angriffen der Finsternis bewahrt gewesen wären. Wer einen irdischen Auftrag ausführt, befindet sich auch unter irdischen Bedingungen. Gewöhnlich glauben die Menschen, daß Wir Uns immerwährend in Gefahrlosigkeit befinden; auf diese Weise machen sie aus Uns Wesenheiten, die gar nicht existieren. Wir können verhältnismäßig viel überwinden, doch die Schlacht ist eine echte Schlacht. Wir bleiben Sieger, da die Hierarchie des Lichts von der Finsternis nicht überwältigt werden kann.
     Wenn eine Unserer Schwestern ausruft: "Entsetzlich!", so beweist sie keine Furcht, sondern weiß nur die Anspannung zu schätzen.
     Wir sind Wanderer in den fernen Welten; dort kann man viele Lehrstunden in Furchtlosigkeit nehmen. Die fremden Bedingungen der Planeten und die ungewohnte Atmosphäre können das Herz des Besuchers beeinflussen. Unsere Schwester Urusvati kennt die bei fernen Flügen auftretende Empfindung. Sie kennt



     das besonders schwere Gefühl bei der Rückkehr des feinstofflichen Körpers, können doch immer Komplikationen auftreten. Und viel Mut ist bei einem solchen Experiment erforderlich. Man muß sich die Skizzen ferner Flüge bei Uns ansehen, um den Grad der Kühnheit zu erkennen.
     Bei den Menschen ist das Streben zu Flügen erwacht. Einige erinnern sich ihrer kühnen Träume, andere fliegen wie Vögel fort. Doch gerade das Streben nach oben verleiht diesem Jahrhundert sein Zeichen. Schon vor langem wurden eiserne Vögeln angekündet, und solch eine Aussage bestätigt die neue Epoche.

     38. Urusvati hütet den Gedanken von der Mutter der Welt. Die Frauenbewegung hat eine besondere Bedeutung für die allernächste Zukunft. Man darf diese Bewegung nicht als Behauptung einer Vorrangstellung ansehen, sondern als Herstellung von Gerechtigkeit. Vieles ist über Entsprechung und Gleichgewicht gesagt worden; gerade für die Erkenntnis dieses Prinzips muß das volle Recht der Frau bekräftigt werden. Man darf nicht meinen, daß diese Maßnahme allein zum Nutzen der Frau geführt werde; sie wird zum irdischen Gleichgewicht beitragen und ist dadurch für die Harmonie der Evolution unabdingbar.
     Wir leiten Maßnahmen zur Herstellung des Gleichgewichts ein, doch bei dieser Arbeit treten besonders viele Widerstände hervor. Unter den verschiedenen Völkern äußern sich Züge ein und desselben überlebten Atavismus. Daher darf man nicht nach Nationalitäten urteilen und muß sich unverzüglich in das Gewebe der verworrenen persönlichen Verhältnisse vertiefen. Leider unterstützt selbst die Frau nicht immer die Situation. Umso mehr wissen Wir die Arbeit Unserer Schwestern zu schätzen. Während sie den fernen Flügen entsagen, die dem Herzen teuer sind, suchen sie voller Eifer die häuslichen Herde auf und führen unermüdlich Gespräche, die bisweilen überaus unangenehm und belastend sind.
     Möge Unsere Schwester sich ins Gedächtnis zurückrufen, wie oft sie im feinstofflichen Körper mit unbekannten Frauen gesprochen hat. Wie oft war sie Zeugin von Streit und Mißverständnissen, doch die Tat der Aufklärung zögert nicht. Ganze Völker streben zum Wissen. Mit dem Wissen wird auch das volle Recht eintreten. Wir können ein Diagramm der Frauenbewegung aufzeigen, und das Resultat ist sehr erfreulich. Man darf nicht schematisch denken. Gerade jetzt ist die Welt aus dem gewöhnlichen Rahmen herausgetreten. Das Schiff hat den Kurs verloren, dafür jedoch wird ein Wirbelwind die Bewegung beschleunigen.



     Wir führen das Steuer, doch auch die anderen Seefahrer müssen mithelfen. Der Schrecken des Harmagedon kann durch die Bekundung des Erfolgs abgelöst werden. Doch man muß das Harmagedon erkennen und die Bedeutung der Hierarchie verstehen. Die Erscheinung der Frau in der Weltwirtschaft setzt sich durch; nie zuvor wurden so viele Frauen zu hohen Ämtern herangezogen. Unsere Ratschläge dringen auf weiten Gebieten durch.

     39. Urusvati hat Mitleid mit den Menschen, die die Bruderschaft ablehnen. Wir bedauern jeden, der sich selbst des Wissens um das Bollwerk der Erde beraubt. Wenn ein Mensch das unerschütterliche Bewußtsein in seinem Herzen hütet, daß irgendwo Arbeit zum Wohl der Menschheit vollbracht wird, so nimmt er dadurch schon an jenem rettenden Denken teil. Mag es zunächst auch erst ein Wunschtraum sein, mag es nur manchmal erglühen wie das Strahlen eines Wetterleuchtens, doch jedes Wetterleuchten zeugt bereits von einer im Inneren verborgenen Energie. Der Mensch darf sich nicht gegen eine Bestätigung der Wahrheit erheben.
     Jeder, der das Wort "Bruder" ausspricht, errichtet schon eine Brücke in die Zukunft.
     Die Menschen sollten sich vor Augen halten, daß jede Anerkennung ebenso wie jegliche Schmähung der Bruderschaft bis zu Uns vordringt. Wie eine Stromwelle über die ganze Erde eilt, so erreicht auch der Klang "Bruderschaft" Unsere Wohnstatt. Vergeßt nicht, daß das Wort "Bruderschaft" von Uns gehört wird; es zieht wie ein Magnet alles damit Harmonisierende zu sich heran. Umso mehr kann man die Schmäher der Bruderschaft bedauern. Sie wollen nicht begreifen, an welche Macht sie rühren. In ihrem bösen Unglauben werden sie sagen, die Bruderschaft existiere nicht. Wenn man ihnen aber vorschlägt, ihre Behauptung doch zu beweisen, werden sie beharrlich wiederholen, daß sie die Bruderschaft nicht gesehen hätten. Sie haben jedoch sehr vieles auf dem Planeten nicht gesehen; bedeutet das etwa, daß all dies nicht existiert? Die Schmäher können Unser Nichtvorhandensein gar nicht beweisen, und daher erregen sie sich so sehr bei jeder Erwähnung Unserer Wohnstatt.
     Es wäre sehr wünschenswert, die Schmäher tiefgehender zu befragen und sie nicht in ihrem Ausbruch von Lästerung zu belassen. Der Wahrheit entsprechend ist gesagt worden, daß nicht nur für jedes böse Wort, sondern auch für die unausgesprochenen guten Worte Rechenschaft gefordert werden wird. Viele treffende Aussprüche aus ferner Zeit unterweisen die Menschheit mittels einfachster Wahrheiten; doch sie sind auch für die heutige Zeit neu. So laßt uns sehr behutsam mit dem Begriff der Bruderschaft umgehen. Laßt uns nicht vergessen, daß feinfühlige Apparate jedes Wort über die Bruderschaft verzeichnen.
     Laßt uns nicht zu denen zählen, die absichtlich oder unabsichtlich Verrat üben. Um eine besondere Krankheit der Lästerung handelt es sich, wenn ein Verzweifelnder die Höchsten Kräfte durch Schmähungen zu einer Antwort zu veranlassen sucht.



Doch dies ist eine Krankheit. Man darf ihr nicht die unwissenden und bösartigen Schmäher hinzurechnen. Sie verzweifeln nicht, sondern ergötzen sich an der Zerstörung der besten Träume der Menschheit. Sie können von der Bruderschaft keine Zeichen erhalten. Ihr Werk wird nicht von schönen Gedanken angeregt. Und daher bedauern Wir alle, die die Bruderschaft ablehnen.

     40. Urusvati nimmt in ihrem Herzen alle Ereignisse der Welt wahr. Alle Handlungen lassen sich in herzliche und herzlose einteilen. Solch eine Einteilung muß besonders jetzt der Menschheit in Erinnerung gebracht werden. Herzliche Wahrnehmungen können sich vereinigen, ungeachtet vieler Unterschiede. Herzlosigkeit jedoch bedeutet eine Vereinigung von finsteren Kräften. Unter ihnen wird man keine Mitarbeiter der Bruderschaft finden. Erinnert man sich all der Wege Unserer Mitbrüder, so wird man nicht eine einzige herzlose Handlung finden. Die Erscheinung des flammenden Herzens führte Sie auf den Scheiterhaufen, an das Kreuz und zu allen von boshaften Unwissenden ersonnenen Qualen.
     Wir haben Uns nicht vom Leben entfernt. Wenn Wir Uns zeigten, unterschieden Wir Uns nicht von den übrigen Einwohnern. Ihr selbst könnt es bezeugen, daß Dsch. K. sich nicht von Lamas unterschied, als Er zu einer Begegnung mit euch erschien. Urusvati hat das Ungewöhnliche sofort gespürt, doch die äußere Erscheinung hätte ebenso dem Klostervorsteher zugeschrieben werden können. So tragen auch alle Mitbrüder und Mitarbeiter ein gewöhnliches irdisches Äußeres. Doch sogar unter der Bedingtheit des Äußeren wird die Herzlichkeit aus jedem Blick und jedem Lächeln hervorschimmern. Mag man diese Eigenschaft der Herzlichkeit auch mit einem anderen, mehr wissenschaftlichen Namen bezeichnen wollen, so wünschen Wir jedoch, daß Unsere Gemeinschaft mit einem besonders menschlichen Blick betrachtet wird.
     In Büchern kann man einige sehr feierliche Bezeichnungen Unserer Selbst finden. Man kann von Manus und Bodhisattvas lesen, doch vergessen wir nicht, daß einige Völker solcher Bezeichnungen bedürfen. Wir sind Diener des Lichts und verehren die Hierarchie. Der erste Ruf wird der nach Vervollkommnung sein, doch nicht nach standesgerechten Benennungen. Das Wort "standesgerechte Benennungen" darf nicht im irdischen Sinne verstanden werden, nachdem die Menschen alle Art von Rängen und Auszeichnungen so sehr lieben. Wir dienen der unbegrenzten Hierarchie. Wir fassen Führerschaft nicht als eine Auszeichnung auf, sondern als unanfechtbare Notwendigkeit. Solch eine Verantwortung möge als Grundstein zu allen menschlichen Gemeinschaften gelegt werden.
     Wir legen den Bezeichnungen keine Bedeutung bei, da Wir im Wechsel des Lebens eine Vielzahl von Benennungen



in den verschiedensten Sprachen trugen. Viele Namen sind vollständig aus dem Gedächtnis der Menschheit verschwunden. Wer vermag die prachtvollen Gebieter von Atlantis zu nennen? Nur unter den Sümpfen von Zajdam kann man bisweilen eine Spiegelung glänzender, ehemaliger Städte sehen. Urusvati erinnert sich dieser Bauten und des großen Stieres.
     Möge man sich ins Gedächtnis rufen, daß Wir in Unseren Inkarnationen die Erinnerung an die bedeutendsten Ereignisse bewahrt und sie in den Archiven der Bruderschaft festgehalten haben. Wer sich eine Vorstellung von Unserem inneren Leben bilden will, der möge nicht müßig sein, sondern sich mit vielen Einzelheiten bekanntmachen, aus denen das Statut Unserer Gemeinschaft besteht.

     41. Urusvati kann den feindlichen Strömen widerstehen. Diese Fähigkeit tritt nicht in prägnanter Weise ohne Veranlassungen und Aufspeicherungen hervor. Vor allem muß man die Überirdische Welt kennen, ohne sich von der Erde zu entfernen. Die Ströme können auf verschiedenste Art in Erscheinung treten. Es können psychische Einflüsse sein, es kann sich um ungewöhnliche Erkrankungen handeln, und schließlich können sich alltägliche Komplikationen ergeben, die eine weise Entscheidung erfordern. So muß man sich Unterscheidungsfähigkeit in allen Bereichen aneignen.
     Es ist notwendig zu verstehen, wie die räumlichen Ströme die Psychologie ganzer Völker beeinflussen, wie die Ströme neue Arten von Krankheiten hervorrufen und wie höchst betrübliche Lebenserscheinungen ebenso die Folge feindlicher Ströme sein werden. Im Erkennen der Ströme darf man nicht zu einem scheinheiligen, feigen oder abergläubischen Menschen werden. Jedes Schwanken liefert den Menschen schon der Gewalt des Wirbels des Chaos aus. Wir begrüßen ein Gleichgewicht, das im irdischen Leben durch vielgestaltige Erfahrung erworben wurde. In dieser fortschreitenden Bewegung wird man selbst vom Karma nicht eingeholt. Ein Denken, das die Wechselbeziehung der Welten begriffen hat, schöpft aus ihnen bereits seine Macht.
     Jeder Mitarbeiter der Bruderschaft tritt in enge Berührung mit der Feinstofflichen Welt. Wir verfügen dort über ganze Festungen. Ihr kennt bereits deren Bezeichnungen und habt schon von einem wundersamen Baum sowie von aus Gedanken geschaffenen Bauwerken gehört. Man muß besonders scharf und klar diese Gegebenheiten erkennen, um nach Dokiud gelangen zu können. Nur ein durch keinen Zweifel gehemmtes Denken kann zu Unseren Überirdischen Wohnstätten führen. Diese Wohnstätte im Himalaya befindet sich in immerwährender Verbindung mit der Feinstofflichen Welt, und auch die irdische Schlacht dröhnt unter dem gleichen Donner wie jene der Feinstofflichen Welt. Die Menschen wollen diese Wechselbeziehung nicht verstehen, daher erscheint Harmagedon



für sie nur ein irdischer Konflikt der Völker zu sein. Der hauptsächliche Wirkungsbereich des Harmagedon wird immer noch nicht zur Kenntnis genommen. Wie aber könnte man an etwas teilhaben, wenn nur ein kleiner Teil der Geschehnisse bekannt ist?
     Wir bekräftigen, daß die Schlacht in der Feinstofflichen Welt bei weitem heftiger tobt als auf der Erde. Tatsächlich widerhallt ein Großteil der räumlichen Schlacht auf der Erde. Oft versucht die Erde, die Menschen vor der drohenden Gefahr zu warnen, doch vergeblich. Einer Unserer Brüder sagte: "Laßt Uns nochmals zu den Menschen sprechen; doch es ist schwer, zu Tauben zu sprechen". So wird die Warnung ein Wort der Gerechtigkeit und des Mitleids sein.
     Ihr habt des öfteren eine unverständliche Schläfrigkeit bemerkt. Sie zeugt von einer Teilnahme der Energie an irdischen, weit entfernten Erfordernissen, oder sie zeugt von einer Mitarbeit mit den Kräften der Feinstofflichen Welt. Man muß die Belange des Organismus aufmerksam verfolgen. Man darf nicht an Zufall denken, wenn sich etwas Bedeutungsvolles vollzieht. So kann man aus Unwissenheit sogar Unsere Rufe unbeachtet lassen. Große Freude herrscht jedoch, wenn nicht nur die Bruderschaft erkannt wird, sondern auch die Verbindung mit der Feinstofflichen Welt.

     42. Urusvati hat in schöner Weise Musikalität in sich ausgebildet. Diese Eigenschaft erweist sich als Folge von viel Arbeit im Leben. Gemäß dem Vermächtnis Platons darf Musikalität nicht nur im engeren Sinne der Musik aufgefaßt werden, sondern als Teilhabe an allen harmonischen Künsten. In Musik, Gesang, Dichtung, Malerei, Bildhauerei, Baukunst, Sprechkunst und schließlich in allen Erscheinungen des Klanges wird Musikalität zum Ausdruck gebracht.
     Dem Erkennen Hellas entsprechend, vollzog sich der Dienst an allen Musen. Die Tragödie, Tänze und alle rhythmischen Bewegungen dienten der Harmonie des Kosmos. Viel spricht man von Schönheit, doch gering versteht man die Bedeutung der Harmonie. Schönheit wird ein erhebender Begriff sein. Jede Darbringung an die Schönheit wird bereits ein Opfer an das Gleichgewicht des Kosmos sein. Jeder, der Musikalität zum Ausdruck bringt, opfert nicht für sich, nicht für andere, nicht für die Menschheit, sondern für den Kosmos.
     Die Vollkommenheit des Gedankens erscheint als Äußerung schöner Musikalität. Höchster Rhythmus wird auch beste Prophylaxe sein. Er wird zudem eine reine Brücke zu den Höchsten Welten sein.



So bestätigen Wir in Unserer Gemeinschaft die Schönheit.
     Urusvati hat darauf hingewiesen, daß die Sphärenmusik in rhythmischer Harmonie besteht. Gerade diese Eigenschaft führt die Menschheit zu schöpferischer Begeisterung. Die Menschen denken gewöhnlich nicht über solche Quellen schöpferischer Begeisterung nach, doch wenn sie es täten, so würden sie Unsere Arbeit sehr erleichtern.
     Ihr wißt auch von ungewöhnlichen Musikinstrumenten, die es bei Uns gibt. Urusvati hat sie gehört. Die verfeinerte Tonleiter und den Rhythmus der Schwester O. kann man als höchsten Wohlklang ansehen. Nicht nur einmal hat solcher Gesang der Befriedung der Welt gedient. Sogar die Diener der Finsternis weichen vor der Harmonie des Gesangs zurück. Man muß alle Kräfte, die zur Entfaltung von Musikalität führen, erkennen.
     Das herzliche Gefühl macht sich nicht in Worten selbst bemerkbar, sondern in deren Klang. In Harmonie wird keine Gereiztheit enthalten sein. Schadenfreude kann dort nicht existieren, wo der Geist sich erhebt. Nicht zufällig wurden im Altertum erzählende Dichtungen in Gesangsform dargebracht, was nicht allein wegen der mechanischen Einprägung, sondern auch zur Anregung schöpferischer Begeisterung geschah. So sind auch Rhythmus und Harmonie die Ursachen dafür, daß Wir nicht ermüden.
     Musikalität muß man von den ersten Lebenstagen an zur Entfaltung bringen.

     43. Urusvati war in allen Leben zu den Höhen bestrebt - "Bergvogel", so sprachen die Ärzte -, doch nicht aus Krankheitsgründen, sondern aufgrund der inneren Suche nach den herrlichen Bergen. In diesen Flügen kommt eine ungewöhnliche Hingabe zur Bruderschaft zum Ausdruck. Jeder Berg erinnerte auch an Unsere Höhen. Jede Heldentat zeugt bereits von den Wegen zu Uns.
     Selbst die Luft der Berge ist nicht nur wohltuend für manche Herzen, sondern sie erinnert auch an die Höhen oberhalb zehntausend Fuß - so treffen geistige und körperliche Bedürfnisse zusammen. In der Höhe reinigen die Elemente Feuer und Luft den Raum nicht nur im physischen, sondern auch im geistigen Sinn. Erfahrene Herzen streben in die Höhe, da ihnen das Wissen von der heilsamen Sphäre kündet. Überdies wird doch jeder, der die Bruderschaft liebgewonnen hat, von überall her zu Uns streben.
     Wir streben gleichfalls zu Sphären, in denen Wir schon gewesen sind. Wir gliedern Unseren Geist in viele Teile. Wir senden Unsere Pfeile über Boten und Stellvertreter. Es gibt auch Stellvertreter, denen Wir sogar in fernen Welten leitende Aufgaben anvertrauen. Solche Stellvertreterschaft



ist schwer mit irdischen Worten zu erklären. Der Mensch ist nicht imstande, alle Eigenschaften des Geistes zu erfassen. Sogar auf der Erde kennt man Besitzergreifung - und gewöhnlich im schlechten Sinne. Man weiß auch von Doppelgängern, faßt dies jedoch ebenso wie Besessenheit auf. Die Geschichte weiß aber von Menschen, die in allen Existenzen unzertrennlich miteinander verbunden waren. Laßt uns diese Eigenheit in die Unbegrenztheit erweitern, dann wird vieles möglich werden.
     Vergessen wir nicht, wie verschiedenartig die Verhältnisse der Feinstofflichen Welt und des Lebens in fernen Welten sind. Vom irdischen Standpunkt aus ist das Leben auf manchen Planeten schwerlich als Leben zu bezeichnen, doch der Gedanke pflanzt sich in Keimen fort, und solches Prinzip nennen Wir Leben. Unter den ersten Anpflanzungen erheben sich die strahlenden Säulen eines Führers. Er kann Unser Mitbruder und Stellvertreter sein. Wenn Wir nämlich in eine nächste Sphäre hinüberwechseln wollen, so kann der Stellvertreter als Vorbote auftreten. So existieren sowohl in den fernen Welten wie auf der Erde Unsere Boten, Vorläufer und Stellvertreter. Es läßt sich ein ganzes Netz von Wechselbeziehungen wahrnehmen, und irdische Mitarbeiter können spüren, daß in den fernen Welten ihre Mitbrüder arbeiten!
     Heiliges Wort Bruderschaft! Möge es sowohl im Angesicht der Gebirgshöhen wie im Denken an sie leben. Wir verehren die Hierarchie im Raum der Unbegrenztheit.
     Mögen auch alle irdischen Wanderer wissen, daß Wir sie auf allen Wegen zu Uns erwarten.

     44. Urusvati trägt Feurigkeit in sich. Worin besteht diese kostbare Eigenschaft? Eine gewisse Feurigkeit ist in jedem Menschen vorhanden, doch es gibt besondere feurige Naturen, die mühelos mit den fernen Welten in Verbindung treten können. Die Menschen vermuten unter Feurigkeit gewöhnlich die Neigung zu Zorn, Jähzorn und Gereiztheit. Doch diese Eigenschaften erweisen sich allein als irdisch. In solchen Äußerungsformen darf man wahre Feurigkeit nicht suchen. Hingegen ist sie in der Verbindung mit der unsichtbaren Welt und in der Mitwirkung an Unseren Aufträgen bemerkbar.
     Dabei darf man Feurigkeit nicht mit Mediumismus in Verbindung setzen. Im Gegenteil, bei einer feurigen Natur sind die Schleimhäute trocken, und das Ektoplasma wird nicht abgesondert. Einzigartig steht das Besondere der Feurigkeit da. Feurige Menschen empfinden keine Angst und fürchten die Erscheinungen der Feinstofflichen Welt nicht.
     Üblicherweise fürchten die Menschen jede ungewöhnliche Erscheinung, und darin besteht ihre Entfremdung von der Feinstofflichen Welt. Doch ohne eine solche selbstverständliche Verbindung kann keine Umgestaltung des Lebens eintreten.



Mittels aller erdenklichen Maßnahmen sind Wir bestrebt, den Menschen Furchtlosigkeit nahezubringen. Wir versuchen, ihnen behutsam vom Schaden der Furcht und von der Sinnlosigkeit des Schreckens zu sprechen. Seit altersher jedoch haben sich die Menschen daran gewöhnt, den sogenannten Tod zu fürchten. Man schüchterte die Menschen mit der Vorstellung der Hölle ein, und gleichzeitig verschwieg man die Bedeutung der Vervollkommnung. Es ist unmöglich, vom Menschen Kühnheit zu verlangen, wenn er nicht weiß, warum er auf der Erde ist und wohin er sich als Befreiter wenden soll. Wir beauftragen Unsere Mitarbeiter, so oft wie möglich den Menschen die Bestätigung der erhabenen Ewigkeit und der fortdauernden Lebenskette zu wiederholen.
     Wir verlassen die Erde freiwillig nicht. Wir haben das irdische Leben bewußt angenommen. Wir könnten weit weg sein, haben es jedoch vorgezogen, bei den Leidenden zu bleiben. Standhaftigkeit wäre nicht Unsere Verteidigung, wenn Wir der Furcht verfallen könnten. Doch Wir wissen wie Ärzte, welch verheerende Zustände die Angst im menschlichen Organismus hervorruft. Irdische Ärzte sollten die besonderen, von Furcht verursachten Krankheiten bestimmen. Könnten sie einige Zeit in Unserer Anspannung verweilen, würden sie verstehen, wie überaus schädlich die Furcht ist.
     Glaubt nicht, daß Feurigkeit von allein herbeigeflogen käme. Man muß sie in vielen Leben entwickeln.

     45. Urusvati hat die irdischen Irrtümer von Gefahrlosigkeit und Wohlversorgtheit überwunden. Weder das eine noch das andere existiert unter irdischen Bedingungen. Doch solch finsteres Trugbild hat die Mehrheit der Menschen verführt. Sie haben sich eingebildet, solche Türme errichten zu können, in denen es möglich wäre, sich in völliger Gefahrlosigkeit zu verbergen. Sie haben davon geträumt, solche Schätze ansammeln zu können, durch die sie sicher versorgt wären und haben dabei vergessen, daß man allein außerhalb irdischer Bedingungen zu solchen Festungen gelangen kann. Man könnte fragen, ob Wir die Menschheit zur Verzweiflung treiben wollten. Hingegen kann man sich vorstellen, daß Unanfechtbarkeit sich allein jenseits der Grenzen aller Gefahren festigt. Erst wenn wir die Nutzlosigkeit irdischer Schätze erkannt haben, werden wir in den Besitz nicht abnehmenden Reichtums gelangen. Fassen wir diese Weisungen nicht als abstrakte Moralpredigten auf. Schon vom wissenschaftlichen Standpunkt aus betrachtet kann man sich davon überzeugen, daß das Erkennen des irdischen Wesens der Menschheit zu Freiheit des Gewissens und der Vervollkommnung führen wird.
     Glaubt nicht, daß die Menschheit nach Millionen Jahren ihrer Existenz die Grundlagen des Daseins erkannt hätte - ganz und gar nicht. Es kann gerade jetzt, da die Regale unter der Vielzahl von Büchern



fast zusammenbrechen, geschehen, daß materieller Nutzen und Anschein die Menschheit in besonderer Weise überwältigen. Wir sind darum besorgt, daß die Menschen das Trügerische der irdischen Verhältnisse erkennen.
     Keiner der Lehrer hat der Menschheit die Hervorhebung der individuellen Persönlichkeit und das Streben nach persönlichem Nutzen anempfohlen. Diese Vipern sind nicht vom Licht geboren worden. Es existieren schwarze Bruderschaften, in denen Lehren über alle schändlichen Eigenschaften der Zerstörung, des Zerfalls und der Spaltung von der Einheit verbreitet werden.
     Man muß sich in die Vorstellung hineindenken, welch ununterbrochene Schlacht Wir gegen die finsteren Kräfte führen. Die Menschen denken nicht daran, daß sie von erfahrenen Zerstörern umgeben sind. Niemand wiederholt beharrlich die Tatsache, daß man sich an das Bollwerk des Guten wenden muß. Wir erhielten Kunde, daß sich erneut eine Verschwörung gegen das Aufbauende zu organisieren beginnt. Wir eilen, dem zuvorzukommen, doch ihr wißt selbst, in wieweit man Uns zuhört. Dies bedeutet, daß wiederum die Tactica adversa angewandt werden muß.
     Wir freuen Uns über jedes Verstehen der Wahrheit.

     46. Urusvati hat sich die Macht gleichmäßigen Leuchtens angeeignet. Vor langem haben Wir von der Untauglichkeit flackernder Lampen gesprochen. Solches Flackern rührt entweder von mangelhaftem Öl oder von einem fehlerhaften Zustand der Lampe her. Bei einer Verbesserung der Lampe wird sich allmählich ein gleichmäßiges Leuchten ergeben, und alle werden für das gleichmäßige Licht dankbar sein. Ebenso ist es bei der menschlichen Vervollkommnung; nach mehrmaligem Fall und Aufstieg wird sich ein mächtig strahlender Glanz einstellen, und dann nimmt die Hilfe für die Menschheit zu. Wir begrüßen die Stufe gleichmäßigen Brennens, da Wir auf ihr zusammenarbeiten können. Es wäre unmöglich, sich Unsere Wohnstatt von Dissonanz erfüllt vorzustellen. Sogar die Masse ist stark, wenn sie sich in einer mächtigen Konsonanz vereinigt. So muß man bei der Zusammenarbeit das Denken disziplinieren. Es gibt viele Mißverständnisse bei Gedankensendungen. Die Menschen geraten dabei in äußerstes Erstaunen, selbst wenn sie Schaffen mittels Gedanken für möglich halten, ohne die sofortigen Folgen des Denkens zu sehen. Sie vergessen jedoch, daß die Folgen sich unsichtbar an unverhofften Orten einstellen können. Sie verlieren es aus dem Blick, daß die Gedankenenergie über den geeignetsten Kanal wirksam wird. Solche unverhofften Folgen ergeben sich ständig. Deren Ursache wird undiszipliniertes Denken sein. Die Menschen meinen, nur einen einzigen Gedanken ausgesandt zu haben, doch in Wirklichkeit haben sie es zuwege gebracht, Hunderte von höchst unverhofften Sendungen ausschwärmen zu lassen, und deren Ergebnis wird ebenso unverhofft sein. Viel Schädlichkeit erwächst aus den Gedankenflöhen, die unvermutet Menschen überfallen und beißen. Wenig Aufmerksamkeit wird auf die Verbreitungswege der Gedanken gerichtet.



     Wir erachten die Erhaltung eines reinen Denkens für überaus wichtig. Sie ist bei gleichmäßigem Leuchten möglich. Ein Gedanke kann gezielt auf der Grundlage der Konzentrationsfähigkeit übermittelt werden. Es gibt besondere Apparate, die eine Konzentrierung des Denkens unterstützen. Sie sind bei Sendungen auf weite Entfernungen nützlich. Seid nicht erstaunt, daß solche Apparate sich als Verbindung verschiedener Legierungen erweisen. Die Legierung galt seit alten Zeiten als eine besondere Wissenschaft und wurde "Chor der Metalle" genannt.

     47. Urusvati wahrt Entsprechung. Aus dieser Eigenschaft erwächst sowohl Verehrung der Hierarchie wie auch das Erkennen der Menschen. Wir wahren Entsprechung. Ein altes Sprichwort lautet: "Die Last eines Elefanten zermalmt einen Esel." Es gibt viele Beispiele dafür, daß die Hervorhebung der eigenen Persönlichkeit das Erkenntnisvermögen der Entsprechung verhindert. Doch ohne die Fähigkeit zum Vergleichen kann es auch keine Gerechtigkeit geben. Wir haben Uns nicht nur einmal gesorgt, sehen zu müssen, daß werdende Denker den Faden der Verbindung durch Eigendünkel zerrissen. Doch jeder sollte sich dessen erinnern, daß auch hohe Persönlichkeiten das Unterscheiden und die Entsprechung gelernt haben.
     Jeder Lehrer war in Seinen vergangenen Leben der Notwendigkeit ausgesetzt zu entscheiden, ob Er Sich in die fernen Welten zurückziehen oder auf der leidgeprüften Erde bleiben wolle. Es ist keine geringe Entsprechung für solch eine Entscheidung erforderlich, und jeder bestätigte Seine Wahl darin, das Leid der Unglücklichen mitzutragen. Wir gestatten Uns selbst nur Flüge zur Vertiefung der Erkenntnis. Nur in seltenen Fällen geben Wir die Möglichkeit zu längeren Aufenthalten auf anderen Planeten. Doch auch solche Aufenthalte sind dann keine Loslösung, sondern im Gegenteil wie ein Garn, das mehrere Fäden vereinigt. So ist die Bruderschaft, gegründet auf Entsprechung und Ergebenheit, unzerstörbar.
     Die Menschen können Uns nachahmen, da jeder die Grundlagen der Bruderschaft im Leben zu bekunden vermag. Nur finstere Verneiner beharren auf der völligen Unanwendbarkeit des Bruderschaftsprinzips auf der Erde. In Büchern habt ihr von den Erbauern der Planeten und den Führern der Völker gelesen. Jeder sollte sich freuen, daß in seiner Zeit, jetzt, auf der Erde, Lehrer existieren, zu denen der Weg nicht verboten ist. Jeder sollte die Quelle schöpferischer Begeisterung darin finden, daß er in Verbindung mit einem Führer stehen kann.
     Doch erinnern wir uns nochmals der Entsprechung. Ohne sie kann man sich die verzerrteste Vorstellung von der Bruderschaft und der Wechselbeziehung zwischen Lehrer und Schüler bilden. Gewöhnlich lieben die Menschen



es nicht, als Schüler bezeichnet zu werden, doch Wir behalten Uns diese ehrenvolle Bezeichnung vor. Jeder Lehrer ist auch Schüler, darin liegt die hohe Entsprechung.
     Ihr seid zu Recht entrüstet, wenn man sich in unzulässigen Worten über den Lehrer äußert. So etwas bedeutet, daß auch das Denken weit entfernt von Entsprechung ist. Wundert euch nicht, daß Wir dieses Wort so oft wiederholen, doch solch ein Begriff wird von den Menschen besonders oft entstellt. Wir bestätigen die Entsprechung als eine der Grundlagen Unseres inneren Lebens.

     48. Urusvati befindet sich in ständiger Verbindung mit Uns. Es ist nicht leicht, die Ströme angespannter Energien zu empfangen, während man sich im physischen Körper und im irdischen Dasein aufhält. Wir erachten solch eine Übereinstimmung als eine ungewöhnliche Errungenschaft. Man muß imstande sein, sich den Eigenheiten der feinstofflichen Energien anzupassen. Bei Träumen können sich die Menschen davon überzeugen, daß für inhaltsreichste Traumgeschehnisse keine Zeit erforderlich ist. Augenblicklich lassen sich die kompliziertesten Handlungen verstehen und lange Gespräche führen. Solche Eigenheiten sehr feinstofflicher Wahrnehmungen sind auch für die Verbindungen mit Uns charakteristisch.
     Der Mensch versteht komplizierte Botschaften, sogar ohne zu wissen, in welcher Sprache sie gegeben wurden. Der Gedanke erreicht die entsprechenden Zentren und offenbart den inneren Gehalt des Gespräches. Auf diese Weise verkehrt man auch im feinstofflichen Körper. Doch zu solch einer Wahrnehmung muß man sich ebenfalls erziehen. Es ist unmöglich, dies ohne Bewußtseinserweiterung zu verstehen. Viele Fragen müssen ohne irdische Begrenzungen verstanden werden. Oft haben die Menschen nur ein einziges Detail bemerkt und es dann zu einem unanwendbaren Gesetz erhoben.
     Die Zentren des Menschen sind überaus relativ begriffen worden. Ihre höchsten Bezeichnungen wechselten in den verschiedenen Sprachen im Lauf der Jahrtausende. Einige mögen die Zentren als "Kelch" oder "himmlische Achse" bezeichnen, doch dadurch ändert sich ihre Funktion nicht. Andere sprechen von der Einwirkung der Mutter der Welt, doch "Shakti" beinhaltet ihrem Wesen nach bereits die erhabene Bedeutung der uranfänglichen Energie. Zudem vergißt man die kollektive Tätigkeit der Zentren, die sich überaus individuell vollzieht. Natürlich, ebenso individuell ist auch die Transmutation der Zentren im feinstofflichen und im feurigen Körper. Sie bewahren ihr Wesen in allen Körpern, doch ihre Entwicklung wird davon abhängen, wie man das irdische Dasein durchschreitet.



     Die Muskeln sind scheinbar genügend wissenschaftlich erforscht worden, doch ihre Funktion hängt vom Charakter des Menschen ab. Die Tätigkeit jedes Körperteils vollzieht sich individuell. Die Art des Gehens ist von der psychischen Konstitution abhängig, und dadurch werden auch die Muskeln in einem der psychischen Eigenart entsprechenden Zusammenspiel arbeiten.
     Die Relativität eines Urteils äußert sich besonders prägnant im Urteil über die feinstofflichen Energien. Es ist unmöglich, eine bestimmte Anzahl von Lotos-Blütenblättern festzusetzen. Zudem wird sich jedes Blütenblatt vom anderen unterscheiden. Laßt uns die Vielgestaltigkeit des Weltenaufbaus nicht begrenzen. Gewebewachstum und Verzweigungen der Nerven, die höchst unerwartet auftreten, verleihen dem Organismus unverhofften Reichtum. Jede Beobachtung ist kostbar, doch seien wir mit Verallgemeinerungen sehr vorsichtig.
     Wir haben erfolgreich vieles erforscht, doch gerade die Erkenntnis hat Uns Vorsicht im Ausdruck gelehrt. Jeder Neophyt beeilt sich, das ihm zu Ohren Gekommene hinauszuschreien, ohne sich wegen der Folgen zu beunruhigen. Mit der Erkenntnis jedoch stellt sich auch die Entsprechung ein.
     Wir sind darum besorgt, wie das Verstehen des Weltengebäudes besser und leichter faßbar zu vermitteln wäre. Vor allem muß man die zeitlich überholten Aufspaltungen aufgeben.

     49. Urusvati hat Unsere Sammler von Arzneipflanzen beobachtet. Einige von ihnen wissen, daß sie mit einem bestimmten wichtigen Ziel tätig sind, doch die Mehrheit sammelt ohne irgendein Wissen. Sie liefern die gesammelten Pflanzen an einem festgelegten Ort ab. Jemand sieht nach ihnen und bezahlt sie. Manchmal tun dies chinesische Kaufleute, aber auch das offene Auftreten eines Sarten oder Hindus beunruhigt die kleinen Arbeiter nicht im geringsten.
     Es ist unmöglich, auch nur mit knappen Worten einen Hinweis über die hohe Bedeutung der Arzneipflanzen zu geben. Unvermeidlich würde sich ein Gerücht verbreiten, und die Gefahr einer Invasion entstünde. Wenn es auch nicht schwer ist, sich vor solchen Expeditionen zu schützen, so ist es weitaus schwerer, die Aufmerksamkeit der ortsansässigen Leute nicht auf sich zu ziehen. Sie bewahren viele mündliche Überlieferungen und sind bereit, sie auf die Wirklichkeit zu übertragen. Ihre Vorstellungskraft ist dermaßen entwickelt, ihr Hör- und Sehvermögen derart scharf, daß sie vieles bemerken können, was für andere unsichtbar ist. Sie kennen das Leben in den Bergen und können dort Spuren finden, wo andere gar nicht daran denken, sie zu suchen.
     Doch auch die ortsansässigen Leute verstehen die Bedeutung der verbotenen Stätten - auf diese Weise entsteht eine Schutzmauer. Sie ist unerläßlich, da für Unsere Apparate Verbindungen mit den Städten nötig sind.



Mitunter erwerben seltsame Käufer gewisse Dinge, deren Zweck ihnen selbst unbekannt ist. Solche Käufe gehen über Nepal. Ich erzähle dieses, da keine Gefahr besteht, daß auch diese Wege gefunden werden. Viele Märchen ranken sich um Unsere Wohnstatt.
     Man darf nicht annehmen, daß viele Jahrhunderte die Menschen nicht darin unterrichtet hätten, auf Unseren Rat zu hören. Man vergesse nicht, daß Wir zu verschiedenen Zeiten in den Ländern des Westens aufgetreten sind. Wir hatten sogar, neben den östlichen Ashrams, auch Unsere Zufluchtstätten in westlichen Städten - in Lyon, in Nürnberg, in der Umgebung von London, Petersburg und in Italien. So mußten Wir neben den östlichen und ägyptischen Ashrams auch über Bollwerke in einigen großen Städten verfügen. Man darf nicht vergessen, daß der Kampf mit den Kräften der Finsternis die Notwendigkeit vieler Vorkehrungen bedingte.
     So kann man eine nicht geringe Anzahl von Aufgaben verfolgen, die der Menschheit zu verschiedenen Zeiten übermittelt wurden. Die Homöopathie ist den Menschen als Mittel übergeben worden, um sie von der Gefahr der ungeheuer hohen Giftdosen zu befreien. Vor langem gab es den Traum von einer Weltsprache. Nur auf diese Weise kann man die Reinheit aller Sprachen bewahren. Jeder möge die eigene und die Weltsprache kennen, so wird man die beste Form für die menschlichen Beziehungen finden können. Die Menschen verstehen nicht, daß eine Verstümmelung der Sprache ein Verbrechen ist, da viele ihrer Klangwurzeln eine tiefe Bedeutung haben. So legen Wir den Pfad an.

     50. Urusvati hat gefragt, wie die finanziellen Mittel Unserer Gemeinschaft entstehen. Vergessen wir nicht, daß viele Flüsse überaus goldhaltig sind und sowohl Silber als auch Saphire in den Bergen nicht selten vorkommen. Man möge ebensowenig vergessen, daß Wir viele verborgene Schätze kennen. Erinnert ihr euch, wie die Pfund Sterling in London ankamen? Oft ist Unterstützung für Menschen erforderlich. So wird das Irdische mit dem Überirdischen verbunden. Desgleichen ist es nötig, ständig mit der Feinstofflichen Welt zusammenzuarbeiten. Man muß sämtliche Verschiedenartigkeiten der feinstofflichen Schichten verstehen, um zu erkennen, wie kompliziert die Arbeit in Unserer Wohnstatt ist.
     Vor allem muß man auf der Erde helfen, doch ebensolche Hilfe ist auch in der Feinstofflichen Welt erforderlich. Eine Angstepidemie eigener Art erschüttert die Feinstoffliche Welt. Außer den Schlachten sind dort regelrechte Krankheiten in Entstehung begriffen. Die Menschen auf der Erde haben sich besonders daran gewöhnt, jegliche Ansteckung zu fürchten. Und diese Befürchtungen tragen sie mit in die Feinstoffliche Welt hinüber. Dort wird der Gedanke der Angst tätig. Wollen die Menschen tatsächlich nicht anerkennen, daß sie all ihre irdischen Vorurteile



mit sich in die Feinstoffliche Welt hinübertragen? Wenn es auf der Erde schon nicht leicht ist, sich von aller Art verderblicher Auswüchse zu befreien, so ist dies in der Feinstofflichen Welt umso schwerer. Dort kristallisieren alle irdischen Aufspeicherungen aus. Ich meine, daß sich die Lage des Planeten um vieles verbessern würde, wenn die in die Feinstoffliche Welt hinübergetragene Fracht von besserer Beschaffenheit wäre. Ein Gedanke, nur ein einziger Gedanke, kann eine Vielzahl von Mikroben vernichten.
     Man stelle sich vor, wie viele Gegenwirkungen jeden treffen, der nutzbringende Gedanken aussendet. Urusvati hat heute viele Unserer vermehrt angespannten Ströme erfahren. Solch ein Wechsel der Ströme zeigt, welche Findigkeit bekundet werden muß. Ringt doch jeder Strom mit einem Widerstand. So erfordern die unaufschiebbaren Entscheidungen auch eine Abwehr von überaus listigen Zerstörern.
     Urusvati hat Uns während der ganzen Nacht unterstützt und sogar genügend Zeit gefunden, in der Heimat zu verweilen.

     51. Urusvati ist immer bestrebt gewesen, ihren Aufenthalt in der Feinstofflichen Welt abzukürzen. Solch ein Bestreben beweist die Hingabe an die unmittelbare Arbeit mitten unter den Leidenden. Wenn die auf der Erde lebenden Menschen sich nach ihrer Herzlichkeit oder Herzlosigkeit einteilen lassen, so existiert desgleichen eine Einteilung in solche, die danach streben, lange in der Feinstofflichen Welt zu verweilen und solche, die zur Vervollkommnung durch Inkarnation eilen.
     Wir fühlen mit den Eilenden, ganz ungeachtet der Paradoxität von Eile in der Unbegrenztheit. Wir heißen jede Vervollkommnung gut, da in ihr das Allgemeinwohl angelegt ist. Wir haben Uns dem Großen Dienen geweiht und rufen zu ihm alle auf, die um die unbekannten Leidenden Sorge tragen können.
     Gerade auf der Vorstellung über die Unbekannten gründet sich Unser Bollwerk. Solche unzählbare Menge von Unbekannten, die der Fürsorge bedürfen, existiert sowohl auf der Erde wie in der Feinstofflichen Welt. Möge man Unsere Gemeinschaft als Großes Dienen bezeichnen.
     Wir alle sind, zur entsprechenden Zeit, auf die Erde geeilt und haben Uns dafür die allerschwierigsten Aufgaben erwählt. Solche Umstände bewirkten eine Stählung und lehrten, Verfolgungen zu verachten. Die Bestätigung der Wahrheit wird immer von der Lüge verfolgt sein. Niemand sollte annehmen, daß solche Verfolgungen nur außergewöhnlichen Menschen beschieden seien. Solche Berührungen mit dem Chaos sind unausweichlich.
     Ihr habt bemerkt, daß die Völker in ihrer Vorstellung Schambhala in den Norden verlegt haben. So existiert schließlich



bei den Samojeden und den Kamtschadalen die Überlieferung von einem wunderbaren Land jenseits von Mitternacht. Die Ursachen solcher Verlegung sind unterschiedlich. Der eine will den Ort Unserer Wohnstatt geheimhalten. Ein anderer hat seine Verantwortung bei der Berührung mit etwas Schwierigem von sich fortgeschoben. Ein weiterer hat vielleicht seinen Nachbarn eines besonderen Glücks verdächtigt. Doch im wesentlichen ergibt sich, daß alle Völker von dem geweihten Land wissen und sich selbst für unwürdig halten, dieses Land in ihren eigenen Grenzen zu haben.
     Wir besitzen eine umfangreiche Sammlung von Literatur über dieses Thema. Es ist unmöglich aufzuzählen, wieviele legendäre Helden mit Unserer Wohnstatt verbunden sind. Ihr wißt von Ghessar Khan und vom Priesterkönig Johannes. Möge jeder die Grenze zwischen Wahrheit und Volksphantasie erkennen. Unsere Wohnstatt kann nicht über lange Zeitalter hinweg bestehen, ohne ihre Ausstrahlungen dem Volksgedächtnis eingeprägt zu haben. Ebenso muß man sich daran erinnern, daß man Uns in der Feinstofflichen Welt besser kennt als auf der Erde. Von dorther kommen die undeutlichen Erinnerungen, auf die sich die Eile derjenigen gründet, die die Bedeutung des Großen Dienens verstanden haben.

     52. Urusvati hat es vermocht, wirklichkeitsgerechte Beziehungen zur Feinstofflichen Welt zu wahren. Ich werde erläutern, weshalb wir sie als wirklichkeitsgerecht bezeichnen. Üblicherweise verneinen die Menschen die Existenz der Feinstofflichen Welt gänzlich, und mit einer solchen Lüge sprechen sie bereits eine Schmähung aus. Andere - obwohl sie die Feinstoffliche Welt grundsätzlich anerkennen - treten unter Vorurteilen an sie heran. Solch eine verzerrte Einstellung unterscheidet sich bisweilen wenig von einer Verleumdung. Es ist nicht schwer zu verstehen, wie nachteilig sich eine solche Einstellung im kosmischen Sinne auswirkt. Beide Irrtümer vergiften die Atmosphäre und stoßen dasjenige fort, was einem im irdischen Dasein bei der Mitarbeit helfen sollte.
     Man kann unmöglich die Annäherung der Feinstofflichen Welt erwarten, wenn sie von der Erde aus verneint, verdammt und gefürchtet wird. Eine wirklichkeitsgerechte Einstellung wird die Feinstoffliche Welt gelassen, aufrichtig und wohlwollend annehmen. Der Magnet des Wohlwollens ist in allen Welten wirksam. Wie kann man denn das verneinen, was ebenso wie wir selbst existiert!
     Man muß nicht nur die Unsterblichkeit des Geistes anerkennen, sondern es auch lernen, an alle Erscheinungen der Unbegrenztheit heranzugehen. Die Feinstoffliche Welt kann sich in klarer Weise nähern, wenn man sie nicht verbannt. Es existieren zwei Arten von Mut. So kann man die Verwegensten, im irdischen Sinne Mutigen, antreffen, die bei der Erwähnung von Geistererscheinungen erzittern. Doch echter Mut



fürchtet keinerlei Erscheinung von Geistern. Sie können sich in der entsetzlichsten Art und Weise zeigen, doch der erfahrene Beobachter weiß, daß sie dort keinen Schaden anrichten können, wo der Mut lebt.
     In vielen Inkarnationen bildet sich eine wirklichkeitsgerechte Einstellung zu allen astralen Erscheinungsformen heraus. Man könnte fragen, ob verschiedene feinstoffliche Wesenheiten sich Unserer Wohnstatt nähern. Natürlich, sie können sich nähern, jedoch keinen Einfluß ausüben. Jeder irdische Ort ist von feinstofflichen Wesenheiten erfüllt. Die Frage besteht nur darin, inwieweit sie in das irdische Leben eindringen.
     Der Lehrer muß vor allem die Zusammenarbeit der Welten untereinander verständlich machen. Man kann die Bewohner der Erde unmöglich in dem Irrtum von ihrer Isoliertheit belassen. Man muß, bevor es zu spät ist, das Wissen über die unmittelbare Zusammenarbeit der Welten vermitteln. Wir werden nicht auf Bezeichnungen beharren, die verschiedenen Bewohnern der Feinstofflichen Welt verliehen worden sind. In einer Reihe von Lehren sind den überirdischen Boten feierliche oder einschüchternde Namen gegeben worden.
     Wir kämpfen nicht mit Namen und vergeuden keine Energie mit Erwähnungen der vielen Schichten der Feinstofflichen Welt. Diese ganze Vielfalt mag für die menschliche Phantasie notwendig sein - wenn sie sich nur entwickelte! So begrüßen Wir eine wirklichkeitsgerechte Einstellung zur Feinstofflichen Welt. Ihr Widerschein ist in der ganzen Welt zu finden. Unsere Gemeinschaft wird für all diejenigen näher sein, die eine der Wirklichkeit entsprechende Einstellung zu den Erscheinungen der Feinstofflichen Welt finden konnten.

     53. Urusvati ist sich der Bedeutung der Volkskunst tief bewußt. Wir richten das Denken auf Unsere Aufgabenprojekte und auf die Volkskunst. Es ist an der Zeit zu verstehen, daß die Volkskunst eine begeisterte Bestätigung der Würde sein wird. Wir finden, neben allen anderen Arbeiten, die Zeit, um vielfältiges künstlerisches Schaffen anzuregen. Nicht nur die Künstler, die sich der Kunst gänzlich gewidmet haben, sondern das gesamte Volk muß seine Gedanken dem künstlerischen Schaffen zuwenden. Möge der Alltag durch die Hände der Familie künstlerisch gestaltet werden. Möge die freie Zeit mit künstlerischem Tun erfüllt werden, und möge das Volk singen. In Chören ist die erhabene Kraft der Harmonie enthalten.
     Die Schulen müssen unbedingt in allen Künsten unterrichten. Man darf dies nicht gewaltsam tun, doch jeder Anfänger ist bereits fähig, die Schönheit der Kunst zu spüren. Es wäre ein Fehler, wenn nur eine bestimmte Klasse von Künstlern sich daran machte, künstlerisch tätig zu sein und ihre Früchte mechanisch vervielfältigt würden. Solche Mechanisierung hilft dem Volk nicht. Jeder sollte es versuchen, dem künstlerischen Schaffen zu dienen, auch wenn es nur ein Anfang wäre. Möge das Volk den Sport des künstlerischen Schaffens lieben lernen, da



der Marathon des künstlerischen Schaffens unvergleichlich bedeutender ist als der Marathon der Läufer.
     Man wird fragen, ob Wir Unsere Wohnstatt schön gestalten. Wahrhaftig, Wir tun es. Jeder von Uns war einmal ein Künstler. Man kann in sich selbst aus dem "Kelch" der Aufspeicherung beliebigen Vorrat künstlerischen Schaffens hervorrufen und ihn in den verschiedenen Bereichen der Kunst ausdrücken. Wenn die Menschen lernten, ihre vergangenen Leben in besonnener Weise zu erkennen, so könnten sie jeden Nutzen aus der früheren Erfahrung gewinnen. Doch die Menschen sind nicht imstande, von ihren früheren Errungenschaften vernünftigen Gebrauch zu machen. Solch einfache Wahrheit erfordert einen mühsamen Aneignungsprozeß.
     So ist es unmöglich zu beschreiben, wie man mittels des Gedankens künstlerisch schaffen kann. Die Menschen glauben nicht, daß Saiten unter den Strömen des Denkens erklingen können. Sie werden nicht glauben, daß trockene Farben sich unter dem Druck des Denkens zu harmonischen Gestaltungen organisieren können. Indessen wissen die Menschen, welche Zeichnungen ein Rhythmus im Sand gestalten kann. Die Menschen betrachten mit Freude Frostblumen. Die Menschen wundern sich nicht, wenn Saiten unter feinen Rhythmen erklingen. Doch das Denken bringt stärkste Rhythmen hervor, und in solchen Schwingungen kann man künstlerisch schaffen.
     Haltet Uns nicht für Magier und Zauberer, wenn ihr von Spiegeln erfahrt. Gerade diese Konzentration des Denkens fixiert Gestaltungen. So muß man vor allem das Denken verfeinern.

     54. Urusvati hat sich die Eigenschaft augenblicklicher Reaktion angeeignet. Diese Eigenschaft wird leichthin ausgesprochen, doch selten im Leben angewandt. Es ist leicht auszurufen: "Ich habe einen Gedanken!", schwer jedoch, sich solche Augenblicklichkeit anzueignen. Im Wirbel der Ereignisse senden Wir manchmal nur ein einziges Wort, und auf ihm ist dann ein ganzer Gedanke aufzubauen. Für die Mehrheit blitzt solch ein Wort ohne Folgen auf, doch ein erweitertes Bewußtsein erfaßt aufmerksam jedes Zeichen. Es gibt viele Gründe für solch eine Kürze. Manchmal ist ein Wirbel dermaßen angespannt, daß jeder Laut bereits die Möglichkeit seiner Übertragung überschreitet. Auch sind mitunter derart viele Ohren bereit, diese Sendungen aufzufangen, daß es unzulässig ist, die ungebetenen Zuhörer zu informieren. In einer ruhigen Stunde ist es möglich, eine gesonderte, unerreichbare Leitung zu errichten. Während einer wirbelartigen Schlacht jedoch können sogar die besten Ströme plötzlich gestört werden, und ihre übermäßige Spannung kann für den Empfänger schädlich sein.
     Gemeinsam mit der Fähigkeit zu augenblicklicher Reaktion hat Urusvati sich auch jene zu authentischer Wiedergabe angeeignet. Unsere Stimmen sind an ihrer Klangfarbe erkennbar. Eine Uns nahestehende Person täuscht sich nicht in Unseren Stimmen. Doch außer der klanglichen Wahrnehmung existiert noch der Sinn für



die Authentizität. Solch eine Empfindung irrt niemals. Ein Kind erkennt die Schritte von Mutter und Vater, ohne zu irren. Um wieviel tiefer fühlt dann das Herz die Sendung des Lehrers!
     Unwissende sagen, daß es Irrtümer geben, daß jemand die Stimme des Lehrers nachahmen könne. Ein erweitertes Bewußtsein kann nicht irren, da das Gefühl keinen Irrtum aufweisen wird. Im Wirbel der Anspannung kann es eine Erschütterung geben, doch dann kann man nochmals fragen. Besonders erschwerend ist, daß die Menschen keine Vorstellung von der Existenz von Auseinandersetzungen im Raum besitzen. Doch im irdischen Zustand ist es nicht leicht, sich eine Schlacht inmitten der Unbegrenztheit vorzustellen.
     Sogar die Stimme der Stille wird falsch verstanden. Ungeachtet dessen prägt sie sich dem Bewußtsein ein oder, genauer gesagt, erklingt im Bewußtsein. Jeder aufgenommene Gedanke hallt schwingungsartig. Ebenso beginnt der Empfänger des öfteren, einen Gedanken zu wiederholen. Diesen Prozeß nennt man das "Besiegen eines Gedankens". Ihr wißt, wie sehr notwendig es ist, das Empfangene mehrmals zu wiederholen, damit es nicht verfliegt. Die geringste äußere Erschütterung prägt bereits das Empfangene. Dies ereignet sich sogar bei einem erweiterten Bewußtsein.
     Die Verwunderung darüber, daß die Bewohner der Feinstofflichen Welt nicht über die Schlachten im Raum sprechen, ist begründet. Die Höheren schonen die Erde. Die Niederen wissen nichts von der Schlacht. Ebenso ist es auf der Erde; obwohl einige Kriege stattfinden, wissen doch manche Bewohner nichts von ihnen oder belegen sie mit anderen Bezeichnungen. Auch in der Feinstofflichen Welt finden Verwirrungen und Zerstörungen statt, doch die niederen Massen begreifen nicht deren Ursachen. Die niederen Schichten sind zahlreicher als die höheren. Zudem erreichen die Verwirrungen nicht die "Gesegneten Gefilde", von denen ihr wißt. Daher bleiben die Helden auch nicht dort, sondern streben zur Tätigkeit im Großen Dienst.
     Gerade im Himmel ist es wie auf der Erde.

     55. Urusvati vermag Freude zu vermitteln. Solch eine Fähigkeit besteht in der Disziplin des Willens. Nicht durch Dinge, sondern aus der Überzeugung heraus erwächst das Bewußtsein der Freude. Es kann keinen Zustand geben, der sich nicht zur Freude wandeln ließe. Wenn Wir wiederholt von der Freude sprechen, so rufen Wir sie herbei als eine erhabene Realität. Man darf sich Unsere Wohnstatt nicht ohne Freude vorstellen. Die angespanntesten Schlachten sind mit Freude gesättigt; ohne sie wird es keine Tätigkeit geben. Doch wenn man die Bedeutung und den Wert der Freude für sich begriffen hat, wird dies eine Entscheidung für die Nutzung dieser bedeutenden physiologischen Grundlage bedingen.



     Unwissende machen Freude abhängig von einer gesunden Verdauung oder einem Erfolg im Leben. Die Freude jedoch lebt jenseits von Gesundheit und Erfolg. Sie kann selbst inmitten von Krankheit und unter Beschimpfungen existieren. Solch ein Gefühl wird nicht nur während vieler Lebenswechsel entwickelt, sondern auch bei einem weisen Aufenthalt in der Feinstofflichen Welt.
     Die Menschen überlasten sich mit Dingen, die nicht nur auf der Erde unnötig sind, sondern erst recht in der Feinstofflichen Welt. Jedes unnötige Ding wird bereits eine schwere Last sein. Doch ebenso unerträglich ist ein unvernünftiges Schaffen in der Feinstofflichen Welt. Man kann dort soviel Unheil anrichten, daß man hiervon in allen Leben verfolgt wird. Freude kann sich unmöglich entwickeln, wenn man viele schmutzige Anbindungen hinterherschleppt. Die Freude kann nur im Denken über die Zukunft leben, doch nicht in der Vergangenheit.
     Man muß verstehen, daß Wir die Freude als etwas Schöpferisches und Begeisterndes zu erläutern suchen. Freude wird ein zuverlässiger Magnet sein. Wir wollen, daß die Menschen verstehen, wo ihr Allheilmittel liegt. In Freude werden sie eine bessere und höhere Verbindung knüpfen können. In Freude werden sie unerschütterliche Mitarbeiter finden. In Freude werden sie wünschen, daß es der Welt gut ergehe.
     Wir können bestätigen, daß Verzagtheit die Schwelle Unserer Wohnstatt nicht überschreiten wird, denn dort lebt die Freude. Mögen die Menschen sich dessen erinnern, daß niemand sie ihrer Freude berauben kann. Sogar ein Apparat arbeitet besser, wenn wir ihn in freudiger Weise benutzen. Ausnahmslos alles kann verbessert werden, und nichts wird den Pfad der Vervollkommnung versperren können.
     Für Uns ist es ein Festtag, wenn Wir sehen, daß Unsere Mitarbeiter den Schild der Freude erkannt haben.

     56. Urusvati versteht die Bedeutung ärztlicher Behutsamkeit. Wir erweisen Uns immer als Ärzte in all ihrer Wirklichkeit. Wir müssen mit ärztlicher Zielsetzung an die Menschen herantreten. Wir begegnen unentwegt Kranken und müssen vor allem rechtzeitig für das Gleichgewicht sorgen. Die Menschen suchen Uns besonders dann, wenn bei ihnen das Elend bereits seinen Anfang genommen hat. Man muß nicht nur Maßnahmen zur Erhellung des Bewußtseins ergreifen, sondern auch die Krankheiten behandeln.
     Die Menschen verstehen nicht, daß Wir mit ihnen wie mit gefährlichen Kranken umgehen müssen. Wenn Wir euch Behutsamkeit anraten, so bedeutet dies nicht, daß Wir euch für unvorsichtig halten. Im Gegenteil, Wir lenken nur die Aufmerksamkeit darauf, daß sich jemand in einer ungewöhnlichen Anspannung befindet und besonderer Behutsamkeit bedarf. Wenn ihr euch in die Lage eines Arztes versetzt fühlt, so werdet ihr dem Ziel viel näher kommen.



     Besonders jetzt sind die Menschen angespannt und bedürfen daher einer weisen Einflußnahme. Oft wird man genötigt sein, ihnen in Einzelheiten beizupflichten, um das Wichtigste zu bewahren. Man wird Mut zusprechen müssen, um von der Angst zu befreien. So sollte ein Lebenslehrer sich die gesamte Methode eines weisen Arztes zu eigen machen. Nicht selten kann einer offenkundigen Erkrankung mit einem einfachen Wort der Ermutigung Einhalt geboten werden. Laßt uns nicht kleinlich zu analysieren suchen, wo und wann die Krankheit begann. Vor allem spricht ein Arzt keine Verurteilung aus, sondern sieht die beste Möglichkeit voraus, um die Zersetzung zu beseitigen. In jeder Krankheit kommt Zersetzung zum Ausdruck. So muß man auch bei den menschlichen Irrtümern heilkräftige Substanzen anwenden.
     Vor kurzem habt ihr von einer Besessenheit gehört - ein fast hoffnungsloser Fall, da die Kranke es leid geworden war zu kämpfen und zu einem Opfer des Besitzergreifers wurde. Durch den persönlichen Magneten kann man die Entwicklung des Entsetzlichen zum Stillstand bringen, auf schriftlichem Wege jedoch ist es bereits unmöglich, Einfluß auszuüben. Desgleichen begünstigt auch die bisherige Umgebung eine Verstärkung der Krankheit. Gewöhnlich müssen solche Besessenen vor allem an einen neuen Ort gebracht und die gesamte Umgebung erneuert werden. Die Menschen begreifen nicht, wie sehr die Umgebung die Entwicklung mancher Krankheiten fördert. So muß man sich die Einstellung eines Arztes anerziehen. Unser inneres Leben ist von ärztlichen Tätigkeiten erfüllt.

     57. Urusvati wird mit Uns gemeinsam sagen: Versteht es, gut zu sein. In diesem einen Wort ist eine ganze Weltanschauung enthalten. Es ist unmöglich, einen ähnlichen Begriff anzuführen, der so sehr entstellt wurde wie dieser. Von tatenloser Scheinheiligkeit bis zu unverhüllter Grausamkeit findet alles seinen Platz unter der Maske des Guten. Man muß es wahrhaft verstehen, auf eine Art gut zu sein, die nicht nur uns selbst, sondern auch für die anderen nützlich ist.
     Wir senden Gedanken über das Gute, die Arbeit und die Tat. Das Gute kann nicht ohne die Tat existieren. Das Gute wird nicht herrschen, wo es keine Arbeit gibt. Das Gute wird es nicht geben, wenn man sich dem Bösen nicht widersetzt. Es wird kein Platz für das Gute sein, wenn wir nicht die Verantwortung übernehmen, das Böse klar zu erkennen. Laßt uns die Verwesung wahrnehmen und es nicht versäumen, das Licht einzubringen. Schön ist jenes Wort, welches sagt, daß vom Hineintragen des Lichts die Finsternis durchleuchtet wird. Doch man muß das Licht hineintragen, und eine solche Tat wird bereits voller Selbstaufopferung sein. Licht erhellt auch furchterregende Ungeheuer. Natürlich werden sie sich nicht auflösen, doch es wird Augenblicke geben, in denen sie sich mit dem abscheulichsten Gesicht zeigen werden. Solche Augenblicke muß jeder Lichtträger durchleben. Er darf seinen Schritt nicht verlangsamen und muß das Ungeheuer kühn betrachten. Es wird jedoch absolut kein von Furcht bestimmter Verrat sein, wenn der Lichtträger



dann die Augen abwendet in der Hoffnung, daß das Licht das Ungeheuer beseitige. Nicht nur das Licht, sondern die uranfängliche Energie wird den Schlag versetzen, der die Finsternis vernichtet.
     Ihr habt bereits erfahren, daß Wir den Pfeil erst im letzten Moment senden. Dies muß man verstehen und wissen, wo sich die letzte Grenzlinie befindet. Für alle Entscheidungen muß man die Verantwortung übernehmen. Die Menschen fliehen vor ihnen mit aller Kraft, und dadurch sind solche Kämpfer unzuverlässig. Wir erproben jeden Mitarbeiter, doch wenige sind es, die solch eine Aufgabe freudig annehmen. Man weicht aus und versucht, sich zu verbergen, wenn die Stunde der Enthüllung anbricht. Möge sich erweisen, wer gut und wer böse ist. Möge sich erweisen, wer zur Tat bereit ist und wer das träge Halbdunkel vorzieht, von dem es nicht weit bis zur Finsternis ist.
     Unsere Gemeinschaft ist überaus friedliebend, doch bereit zum Kampf für das Gute. Wir besitzen umfangreiche Kenntnis davon, wann die finsteren Verräter neue Angriffe beginnen werden. Doch für jeden Gegenschlag muß man die beste Stunde auswählen. Erneut gelangen wir zu den karmischen Gesetzmäßigkeiten. Jede Handlung hängt von etwas Vergangenem ab, und die Folgewirkung wird inmitten nebensächlicher Umstände ihren Verlauf nehmen. Es ist unerläßlich, sie zu erkennen und dementsprechend seine Taten zu gestalten. Ich spreche deshalb davon, weil viele meinen, daß Wir die Karmagesetze mißachten könnten.
     Es bedarf vieler Voraussetzungen, um Folgen zu vermehren oder zu verringern. So werden Wir auf der Wacht stehen, damit das Gute keinen Schaden erleide.

     58. Urusvati empört sich gegen jegliche Quälerei. Dies geschieht nicht infolge von Nervenschwäche, sondern aus der von klein an lebendigen Erkenntnis heraus, daß im Namen der Menschenwürde Grausamkeit nicht zugelassen werden darf.
     Es gibt viele Arten von Grausamkeit in bezug auf Menschen und Tiere. Man muß daran denken, daß das Karma der Grausamen überaus qualvoll ist. Die Einführung gesetzlich legitimierter Grausamkeiten können nicht sämtliche vollbrachten Ungerechtigkeiten rechtfertigen. Man muß das primitive Bewußtsein erhellen, damit die Zweibeiner begreifen, was man tun kann und was man bereits nicht mehr darf. Ein erfahrener Arzt erkundigt sich vor allem nach dem Befinden des Kranken. Dessen Zustand ist höher einzuschätzen als die Wirkung von Medikamenten. Doch welches Befinden kann denn auf der Erde herrschen, wo niemand vor den verschiedensten Grausamkeit geschützt ist?
     Das Befinden kann die kompliziertesten Fragen des Staates entscheiden. Es muß



jedoch die Unverletzlichkeit der Persönlichkeit gewahrt sein. Doch wird die Würde etwa gewahrt? Wir werden Uns nicht mit der behaupteten Unparteilichkeit der Gerichte abfinden, denn sie wird von gröbster Willkür mit Füßen getreten. Es ist einfach, über Sadismus zu sprechen, doch entsetzlich zu sehen, daß solchem unvorstellbaren Wahnsinn nicht unmittelbar und sehr energisch Einhalt geboten wird. Man könnte meinen, daß jene grundlegende Eigenschaft, über die Wir sprechen, nicht verstanden wird, soviel Grausamkeiten, kleinere und entsetzliche, gibt es auf der ganzen Erde! Das bewußte Quälen des Nächsten unterscheidet sich nicht von den rohesten Epochen. So kann man sich der Massen in den römischen Zirkusarenen erinnern, doch können sich die heutigen Massen etwa eines würdigen Verhaltens rühmen? Hat etwa die Veränderung der Kleidung das Bewußtsein positiv beeinflußt? An solch einen Zustand muß erinnert werden, damit man weiß, womit Wir in Unserer Wohnstatt zu kämpfen genötigt sind.
     Es existiert eine Gesellschaft zum Schutze der Tiere, doch keine zum Schutz des Menschen. Mögen die Hartherzigen es nicht wagen, sich als barmherzig auszugeben. Schwer ist es, die Hartherzigkeit umzuerziehen. Wir unternehmen gewaltige Anstrengungen, indem Wir stärkste Gedanken aufbieten, doch sie dringen oft nicht in die versteinerten Herzen ein.
     Man kann die Energien des Sonnenaufgangs und das Sonnenprana sammeln, es erfordert jedoch eine unermeßliche Geduld, um mit der Grausamkeit zu kämpfen. Fortwährend erstehen vor Uns Beispiele raffiniertester Grausamkeit, gerade als ob die Menschen sich verabredet hätten, das Karma des Planeten zu erschweren. So sind nicht nur Krieg und Unruhen, sondern auch die Schule und die Familie von niederträchtigen Grausamkeiten erfüllt. Man muß verstehen, wieviel Qual und Wehklagen Unsere Wohnstatt erreichen. Man muß allen helfen.

     59. Urusvati wird mit Hilfe des Gefühlswissens übermenschliche Handlungen an deren Merkmalen erkennen. Betrachten wir die Arten der menschlichen Taten. Sie können Handlungen des freien Willens sein, sodann karmische Handlungen und schließlich Handlungen unter dem Einfluß von Besessenheit. Doch außer diesen kann es noch eine Art von Taten geben, die unter den aufgezeigten keinen Platz findet. Wir nennen sie übermenschlich. Auserwählte Menschen führen Unsere Aufträge aus. Sie bieten ihr bestes Können auf, und dennoch können solche Handlungen nicht aus freiem Willen erfolgen und noch weniger aus Besessenheit. Ebenso unmöglich ist es, sie als karmisch begründet zu bezeichnen, weil dabei altes Karma erfüllt oder neues Karma angelegt werden kann. Angesichts dieser Vergleiche kann man zu der Schlußfolgerung gelangen, daß solche Handlungen eine ungewöhnliche Äußerung sein werden, eine Äußerung von oben gesandter Kräfte.



Solche Handlungen wurden im Altertum als heilig bezeichnet, da man von ihnen etwas verspürte, was nicht der Erde angehörte.
     Das Erkennen solcher Taten kann im Gefühlswissen inbegriffen sein. Es ist schwierig, sie menschlichen Gesetzmäßigkeiten entsprechend einzuteilen, doch ein erweitertes Bewußtsein kann ihre Gegenwart spüren. Auch verhält es sich so, daß die feindlichen Kräfte in ihren höheren Graden in besonderer Weise die Träger solcher Aufträge hassen. Die Finsteren können deren Aufgaben nicht erkennen. Sie können auch das Ausmaß solcher Aufträge nicht bestimmen, und um so mehr geraten sie in Wut.
     Es lassen sich viele Beispiele aus der Geschichte anführen über Personen, die Unsere Aufträge erfüllt haben. Solche Aufgaben sind von vielfältiger Art. Manchmal übergeben Wir nur eine einzelne Tat zur Ausführung, doch zuweilen zieht der Auftrag sich über den Verlauf eines ganzen Lebens hin. Wir übernehmen Bürgschaften für Auserwählte. Jedes Mitglied der Gemeinschaft schlägt eine aufmerksam beobachtete Person vor und nimmt sie in seine Obhut. Dafür benötigen Wir langandauernde Erprobungen, die sich über einige Leben hinziehen.
     Man muß davon überzeugt sein können, daß der Auftrag ausgeführt werden wird. Wir zählen nicht die Einzelheiten, da örtliche Bedingungen neue Erscheinungen mit in den Entwicklungsprozeß einbringen können. So bestehen Wir auch nicht auf untergeordneten Fristen, da Uns das Wesen der Bekundung wichtig ist. Wo Erfolg und wo Mißerfolg eingetreten ist, können nur Wir entscheiden. Viele Komplikationen veranlassen Beurteilungen über Ursachen und Folgen. So oft richten Wir Unsere Aufmerksamkeit in die Zukunft, um eine unzeitgemäße Ausführung rechtzeitig zu verhindern.
     Es könnte gefragt werden, warum Wir nicht bereits früher den Begriff der übermenschlichen Handlungen in den Vordergrund gerückt haben. Man darf jedoch nicht ausführlich über solche Aufträge sprechen, da anderenfalls die Mehrheit der Menschen in Dünkel verfiele und für ihre eigenmächtigen Handlungen irgendwelche angeblichen Aufträge vorgeben würde. Im allgemeinen wird die Einteilung in die vier Arten des Handelns nicht verstanden, doch wenn das Gefühlswissen einem diese Grenzen nicht eingibt, so wird kein Verstand sie bestimmen.
     "Die Geschichte von dem Stückchen Brot" wurde von dem einen gern gelesen, doch für andere war dies eine überaus langweilige Erzählung. So wird auch die Betrachtung über die übermenschlichen Handlungen vielen langweilig erscheinen. Doch laßt Uns an die Bürgschaften denken, die mit den übermenschlichen Taten verbunden sind. Mögen die Menschen Uns helfen, ihnen zu helfen.



     60. Urusvati kann bestätigen, wie leer ein Leben ohne die Verbindung zu Uns für denjenigen ist, der bereits an die Bruderschaft herangeführt wurde. Oft muß man die Stütze fühlen können und einen Entschluß mit den Grundlagen vergleichen, die schon durch eine lange Erfahrung einer Überprüfung unterzogen wurden. Die Lehre wird besonders lebendig, wenn sie mit der bestehenden Quelle verbunden ist. Kalt ist es und dunkel, wenn man einsam zwischen den gegnerischen Lagern einherschreitet. Natürlich, auch die Feinstoffliche Welt läßt die Einsamkeit vergessen, doch unermeßlich ermutigend ist es, sich Unsere Wohnstatt zu vergegenwärtigen. Nicht dort in der Unbegrenztheit, sondern hier ist das Bollwerk offenbart. Doch sogar diejenigen, die den genauen Ort der Wohnstatt nicht wissen, können sich auf den Weg zu ihr begeben: Diesen Weg wird die Bestrebung des Denkens auftun.
     Wenn ein Künstler Unsere Wohnstatt darstellen würde, so könnte sogar solch eine Widerspiegelung jemand anderem als Teraphim dienen. Der beste Teraphim im menschlichen Leben jedoch ist das Herz. Von Herz zu Herz entwickelt sich ein mächtiger Magnet. Solch eine Zugkraft ist sogar physisch stark. Die Anziehung zu Unserem Herzen kann so stark werden, daß es unmöglich wird, sie zu ertragen. Sie wird "Feuriger Wagen" genannt. Solche feurigen Empfindungen erfordern eine große Harmonie, da sie sich andernfalls in einen chaotischen Wirbel verwandeln.
     Wer Uns verstehen gelernt hat, ist davon überzeugt, daß er nicht abgewiesen wird. Seine Gedanken sind bekannt, und groß ist die Erleichterung, wenn man sich vor ihm nicht verbergen muß. Er weiß, daß jeder gute Gedanke die Verbindung mit Uns festigt. Und ohne in Worte gefaßte Äußerungen, sondern nur mit einem tiefen Erbeben des Herzens erreicht Uns die gute Sendung. Aus Unerfahrenheit kann es noch unnötige Anrufungen geben, doch Harmonie und Hingabe errichten die wahre Zusammenarbeit. Wir freuen Uns, wenn die Stufe wahrer Zusammenarbeit erreicht wird; dann wird bereits das geringste Zeichen verstanden. Eine weise Kürze der Äußerungen wird geschätzt, und man kann sagen: Unsere Freude ist eure Freude.
     Solange die Menschen von Magie, Zauberei und Hexenkunst träumen, sind sie nicht die Unsrigen. Für Unsere Gemeinschaft ist nur das Herz notwendig. Wenn es ein leidendes Herz ist, so wird es sich zu einem zuverlässigen Herzen entwickeln. Das herrliche Herz muß auf der Erde leiden. Der Fisch kann nicht ohne Wasser leben; der Adler kann sich ohne Freiheit nicht freuen. Wir möchten Unseren Freunden zur Einfachheit raten, da jede Kompliziertheit des Lebens sich bereits zum Schaden verwandelt hat. Es ist notwendig, über gewisse Enthüllungen Schweigen zu bewahren. Bei Uns liegen viele Formeln bereit, doch ist es noch zu früh, die Wissenschaftler mit



ihnen zu inspirieren. Allzu nah beieinander liegen eine gute Zweckbestimmung und eine schadenbringende Anwendung.
     Mögen die Menschen, die Uns kennengelernt haben, nicht versuchen, dieses Wissen wegzuwischen. Sogar den Glaubensverrätern werden unheilbare Wunden geschlagen. Wir werden nicht weiter über die Folgen sprechen, da dies jemand als eine Drohung ansehen könnte. Jeder Weber grämt sich über einen zerrissenen Faden und freut sich über ein festes Garn - so ist es auch im menschlichen Geist.

     61. Urusvati wird sich nicht entziehen und sich nicht fürchten, in der Zeit der Schlacht mit Uns zu sein. Viele erschrecken schon bei der Erwähnung einer Schlacht. Andere geraten angesichts langer Fristen des Kampfes in äußerste Bestürzung. Dritte schließlich verfallen in endgültiges Entsetzen, wenn sie erfahren, daß die Schlacht ohne Ende ist. Die Menschen lieben es, sich angesichts der Unbegrenztheit an einer Endlichkeit festzuhalten.
     Man könnte lächeln, wenn man das Entsetzen der Menschen sieht, die sich als Kenner des Okkultismus dünken. Leicht fällt es ihnen, Traktate zu schreiben, jedoch erblassen sie beim Wort über die Schlacht. Sehr weit von Tätigkeit entfernt sind viele, die so hochmütig und wichtigtuerisch von ihrer eigenen Einweihung sprechen. Wie soll man sie dazu anhalten, die Schlacht für das Gute liebzugewinnen! Es gibt keine Worte, die einen Feigling in einen Tapferen verwandeln. Nur die Gefahr kann dazu anspornen, zur Tat zu streben. Die Menschen flehen oft darum, vor Gefahr behütet zu werden, doch für ihr Wachstum ist die Gefahr unerläßlich.
     Ebenso kann die Unendlichkeit der Schlacht einige unwissende Menschen sehr beunruhigen. Es ist unmöglich, zu Unvorbereiteten von der Unbegrenztheit der Schlacht zu sprechen. Mögen sie lieber bei ihrem Begriff von Sieg bleiben, so wie sie ihn fassen können. Natürlich, bei einem solchen Verständnis von Sieg schwebt über ihnen auch drohend das Trugbild der Niederlage. Angesichts der Schlacht in der Unbegrenztheit kennen Wir keine Niederlage.
     Wir werden die finsteren Gegner nicht herabsetzen, denn sie sind nicht von geringer Art. Ihre Mittel sind raffiniert, und sie wissen von der Unbegrenztheit. Doch Wir wissen auch noch etwas, das sich außerhalb ihres Wissens befindet. Sie verstehen, daß etwas für sie Unzugängliches existiert. Gewaltig ist ihre Wut über diese Beschränkung, doch so ist das Gesetz. Es ist erstaunlich zu verfolgen, mit welch niederträchtigen Methoden sie die Menschen anlocken. Das bedeutet also, daß man sich nicht auf irdische Eintagsfliegen stützen darf, sondern auf unwandelbare Werte.
     Man könnte Uns fragen, ob Wir während der Schlacht nicht in Erschöpfung gerieten. Solch ein Ausdruck ist unpassend;



es wäre zutreffender, nach dem Grad der Anspannung zu fragen - sie ist schlechthin groß. Wenn Schwester Urusvati das Fallen Unserer Schweißtropfen gehört hat, so kann man sich die Anspannung aller Energien vorstellen! Wenn die Haare im elektrischen Wirbel aufrecht stehen, so kann man sich Unsere Anspannung vorstellen! Wir verbergen es nicht, daß die Schlacht Momente allerhöchster Anspannung mit sich bringt. Wenn sich hier jemand fürchtet, der möge sich der Schlacht für das Gute nicht nähern. Wenn hier jemand menschliches Urteil fürchtet, der denke nicht über die Grundlagen der Ethik nach. Wenn hier jemand um sein irdisches Leben zittert, möge er dahingehen, um in der Finsternis ganz zu verfaulen. Es läßt sich beobachten, daß ein Feigling schneller als ein Tapferer zugrunde geht. Man kann sich davon überzeugen, daß, wer den Tod fürchtet, ihn herbeiruft. So wird an allen Erscheinungen sichtbar, daß es nützlich ist, ein Bewußtsein für das Gute zu entwickeln. Wir werden nicht länger bei den Epidemien der Furcht verweilen, denn wenn Wir über die Bruderschaft sprechen, kann die Furcht keinen Platz haben.

     62. Urusvati zeigt sich im feinstofflichen Körper gewöhnlich mit einem hellenischen violetten Gewand bekleidet. Laßt uns den Grund dafür aufmerksam betrachten. Die Farbe des Gewandes entspricht gewöhnlich der Farbe der Aura, doch das Gewand selbst wird einer besonders vertrauten Epoche entlehnt. So bleibt auch in der Feinstofflichen Welt die Schönheit der Gewandungsart unbestreitbar lange bewahrt. So pflegen wir auch in der Welt der Gedanken unsere frühere Bekleidungsweise. Menschen, die sich keine Erinnerung an die Vergangenheit bewahren, geraten in der Feinstofflichen Welt oft in Verlegenheit. Sie erinnern sich an einzelne Bekleidungsteile verschiedener Epochen, und daraus ergibt sich die vielfältigste Verwirrung. Sie gewahren die Notwendigkeit, sich unverzüglich ein Gewand zu schaffen, doch ihre undisziplinierte Vorstellungskraft vermag nur irgendwelche Bekleidungsfetzen hervorzubringen. Wenn sie in der Umgebung die verschiedenen Gewänder sehen, beginnen die Neuangekommenen, in Gedanken eilig umherzuirren, und jeder Gedankenstoß trägt ihnen einen unerwarteten Gegenstand herbei.
     Genau das gleiche geschieht mit den gedanklichen Bauwerken, und letzten Endes ergibt sich die Notwendigkeit, viele häßliche Ansammlungen zu vernichten. Nicht ohne Anlaß raten Wir dazu, das Denken anzuspannen und die Empfindung der Harmonie zu pflegen. Entschieden jede geistige Ansammlung wird in der Feinstofflichen Welt von Nutzen sein. Wir lieben einfache Gewänder, die nicht bei der Arbeit stören. Es ist besser, wenn jeder im Leben die für ihn geeignetste Bekleidungsart verwirklicht, sie wird ihm in der Feinstofflichen Welt nützlich sein. Es ist sehr traurig, wenn man auch dort



eine ungeeignete irdische Bekleidungsweise pflegt. Gewiß, der Führer klärt über Häßlichkeit und Unbequemlichkeit auf, doch einige sind derart stumpf, daß sie nicht einmal den Sinn der Ratschläge verstehen. Es kommt hinzu, daß solche Bewohner nur mit Worten in eine Verbindung treten möchten und keine gedankliche Mitteilung verstehen.
     Die niederen Schichten der Feinstofflichen Welt weisen viel Häßlichkeit auf. Es ist unabdingbar, die Erde davon zu reinigen. Wenn Ich so von der Kraft der Schönheit spreche, habe Ich nicht nur die Erde im Sinn, sondern auch die Feinstoffliche Welt. Wir leben zur Hälfte in der Feinstofflichen Welt. Viele Unserer Nächsten befinden sich im feinstofflichen Körper. Es läßt sich vorstellen, welche Vielfalt das innere Leben Unserer Wohnstatt aufweist, wo das irdische Äußere mit den überirdischen Welten in Berührung kommt - hell entflammen das Feuer und die Strahlen!

     63. Urusvati ist fähig, den Wert alles Existierenden anzuerkennen. Jede Erscheinung ist bereits die Folge von Gedankenarbeit. Selbst wenn die Erscheinung in Involution verfiele, so bliebe dennoch irgendwo in ihr ein Funke der höchsten Energie verborgen. Gewöhnlich verwerfen die Menschen eine Sache gern gänzlich, wenn auch nur ein einziger Teil ihrem Verständnis nicht entspricht. So verfährt ein unkluger oder unerfahrener Hausherr, doch die Erkenntnis wird ihn jede schöpferische Kraft schätzen lehren, befände sie sich auch in der unschönsten Hülle. Sogar die Djin können einen Tempel erbauen. Sie verstehen zwar nicht den Sinn des Bauwerks, doch die ihnen innewohnende Kraft kann einen ausgezeichneten Maurer schaffen.
     In jeder Legende ist ein Teil Wahrheit enthalten. Man erzählt von dem unterirdischen Volk Agartha - ein solches Volk gibt es nicht. Die Grundlage dieser Sage jedoch hat sich im Umkreis Unserer Wohnstatt gebildet. Die unterirdischen Gänge existieren nicht in jenem Ausmaß, wie in der Legende angegeben, aber Wir verfügen trotzdem über genügend ausgedehnte Gänge. In anderen Sagen wird von Weißwasser-Bjelovod und dem himmlischen Jerusalem erzählt - beide Sagen haben eine Beziehung zu Unserer Wohnstatt. Es wäre töricht, alle Sagen abzulehnen, ohne sich in ihren grundlegenden Sinn zu vertiefen. Jede von ihnen bewahrt einen äußerst genauen Hinweis, der oftmals bewußt verschleiert worden ist. Nicht selten verhüllen Wir selbst den grundlegenden Sinn einer Legende, da andernfalls die Erkenntnisfähigkeit der ortsansässigen Leute vieles entdecken könnte. Ebenso ist es manchmal erforderlich, es in strenger Weise zu verhindern, daß bestimmte Grenzen überschritten werden. So muß man in allem eine genaue Einschätzung der Lage vornehmen.



Wir werden nicht jede Situation präzisieren, da die Mitarbeiter verstehen sollten, wie sehr alles von den dringlichsten Entschlüssen erfüllt ist. Mögen sie sich vor Augen halten, welch große Anzahl an Berichten in Unserer Wohnstatt zusammenströmt! Jeder Bericht erfordert eine unverzügliche Entscheidung. Daneben dürfen Wir jedoch die irdischen Beteiligten nicht erschrecken und müssen in allem den angemessenen Energiefunken finden. Vergessen wir nicht, daß viele nützliche kleine Helfer eine Belehrung nicht auf den ersten Rat hin aufnehmen können und daher vielfach wiederholter Ermahnungen bedürfen. Dies übt die Geduld sehr. Ist doch Reizbarkeit nichts anderes als Willensschwäche. Eine nebelhafte Denkweise liebt Wiederholung, doch die Ereignisse drängen.
     Wir legen höchstes Maß an Behutsamkeit an, damit die Mitarbeiter sich nicht unnötiger Gefahr aussetzen. Man kann sich jedoch vorstellen, wie schwer es ist, den Menschen zu schützen. Er selbst stürzt dem Unglücksschlag entgegen und entrüstet sich dann über die Führende Hand. Dermaßen gesättigt ist Unsere Atmosphäre. Allein die Zusammenarbeit mit der Feinstofflichen Welt gestattet es Uns, die Möglichkeiten zu erweitern.

     64. Urusvati achtet die Fristen. Seid nicht erstaunt, daß Wir zum Gegenstand der Fristen zurückkehren. Er ist für Unser inneres Leben allzu wichtig. Man könnte den Menschen viele Fristen mitteilen, doch die Mehrheit könnte sie nicht zu ihrem Nutzen aufnehmen. Insbesondere wird die Ichbezogenheit ein Hindernis darstellen, da sie den Menschen dazu veranlaßt, alle Mitteilungen auf sich selbst zu beziehen. Man kann den Tag eines bedeutenden Ereignisses aufzeigen, doch der Mensch wird auf seiner gewohnten Schlafstatt erwachen und gereizt fragen: "Wo ist es denn nun, das besondere Ereignis?" Gewöhnlich halten es die Menschen für unmöglich, daß sich etwas vollziehen könnte, das nicht ihrer eigenen Betrachtungsweise gemäß verläuft. Gereiztheit und Zweifel werden nur hinderliche Grundlagen bilden, und Uns sind solche Splitter nicht nützlich, da ihre Beseitigung die Energie stark beansprucht. Wenn die Menschen doch nur behutsam mit der Energie umgingen, die doch gerade ihnen zum Nutzen gereicht!
     Es ist ebenfalls schädlich, neidisch zu sein, wenn man von dem Aufstieg eines anderen hört. So könnte man erfahren, daß jemand Unsere Wohnstatt allein aufgrund einer einzigen Diensterweisung einem Unserer Brüder gegenüber erreicht hat. Jeder wird denken, daß er ebenfalls bereit sei, einen Dienst zu erweisen, doch hat er vergessen, daß ein solcher Dienst nur die letzte Perle in der ganzen Kette der Selbstaufopferung war. Auch halten die Menschen es nur schwer für möglich, daß ein Mensch von scheinbar gewöhnlichem Äußeren in seinem Herzen viele Aufspeicherungen tragen könnte. Über viele Leben hinweg leuchten die Feuer



des Dienstes hell, und wer könnte denn über den Herzensaufstieg urteilen?
     Die Menschen lieben es ganz und gar nicht, daß sich in ihrer Nähe etwas Besonderes zeigt. So wird vieles verworfen, was für Unsere Arbeit von Nutzen sein könnte.
     Auch Wir haben mit gewöhnlichsten Antlitzen auftreten müssen. Wir mußten sogar Titel tragen, um auf diese Weise leichter in noch so abgeschlossene und abseitsstehende Kreise gelangen zu können.
     Wir sind unentwegt darum bemüht, daß sich jede Einflußnahme fristgemäß vollzieht. Wenn Unsere Widersacher die Welt in Verwirrung und gar in Krieg hineinziehen, so müssen Wir Vorsorge dafür treffen, daß die Folgen der Ereignisse sich für den Fortschritt der Völker als nützlich erweisen. Daher nennt man Uns die Weltregierung. Die Menschen fürchten solche Bezeichnungen, beten jedoch selbst gern zum Höchsten und sind bereit, Seine Hand zu ergreifen. Wenn wir uns das Höchste und einen lebendigen Glauben daran vorstellen, warum ist es dann nicht möglich, sich eine Weltregierung vorzustellen? So kann man auch dem höchsten Begriff der Hierarchie Verehrung erweisen.
     Die Fristen werden sichtbar; mögen die Menschen sie mit voller Behutsamkeit zur Kenntnis nehmen.

     65. Urusvati hat nicht nur einmal fremde Schmerzen auf sich genommen. Solch eine Bereitschaft entwickelt sich als Teil des Großen Dienens. Anfangs sind die Schmerzen überaus schwer zu ertragen, doch später wird solche Übernahme und solche Selbstaufopferung wie zu einer zweiten Natur. Die Ärzte sollten nicht nur die Übertragung von Empfindungsfähigkeit, sondern auch die Übertragung von Krankheiten mit allen Symptomen erforschen. Dabei können solche Symptome sehr kompliziert sein. Kann sich doch die Krankheitserscheinung aus verschiedenen Quellen gleichzeitig verstärken. Zudem kann die Übernahme eines Schmerzes sich noch durch eine persönliche Veranlagung verstärken. Zunächst bleibt die Übernahme von Krankheiten auf die nächste Umgebung beschränkt, doch später weitet sich solch eine Selbstaufopferung auf sehr weite Entfernungen hin aus.
     Man wundere sich nicht, daß Unsere umfangreichen Verbindungen auch vielfältige Schmerzen mit sich bringen; der Mensch jedoch gewöhnt sich an jeden beliebigen Zustand. Wenn Wir daher zur Behutsamkeit raten, sehen Wir die Möglichkeit einer Ausweitung der Schmerzen voraus. Indessen bedürfte die Menschheit normalerweise keiner Schmerzen. Solch ein naturwidriger Zustand ist die Widerspiegelung eines fehlgerichteten Lebens.



     Mitunter möchte man die Menschen bitten: Belastet Unsere Arbeit nicht mit solchen Sendungen. Fallt Unseren Mitarbeitern, die in hohem Maße sowohl physischen als auch geistigen Schmerz auf sich nehmen, nicht zur Last. Die Mehrheit der Menschen ruft bei Krankheit laut nach Hilfe, während sie sich tags zuvor die Komplikationen selbst geschaffen hat. Man kann nur bitten, sich in die Ursachen der Erkrankungen zu vertiefen, um sie gleich von Anfang an zu unterbinden. Viele Krankheiten sind nicht nur physisch, sondern auch geistig ansteckend. Man kann sehen, daß die geringste Ansteckung oft am Anfang steht und sich dadurch die Übertragung eines Schmerzes verstärkt.
     Man kann von ungewöhnlichen Schmerzen bei bemerkenswerten Personen lesen; es handelt sich hierbei nicht allein um heilige Schmerzen, sondern auch um eine Übernahme fremden Leidens auf sich selbst. In bezug auf Unsere Wohnstatt läßt sich sagen, daß es dort keine Krankheiten gibt, Leid jedoch zur Genüge. Dies ist bei der Fürsorge für die Menschheit unvermeidlich.

     66. Urusvati hat richtig bemerkt, daß bei der Mehrheit der zu Uns Strebenden das Interesse nachläßt, wenn sie von Unseren Arbeiten erfahren. Doch Wir überreden niemanden. Offensichtlich wird ein zuverlässiger Mitarbeiter nur derjenige sein, der auf karmische Weise an den Großen Dienst herangeführt wird. Man darf die Liebe zur Arbeit nicht erzwingen wollen. Jede Gewaltanwendung in dieser Richtung erzeugt nur Widerwillen. Der Anklopfende sollte angehört werden, doch wird es nicht weise sein, Marktbummler zu sammeln. Jeder hat beobachten können, daß Freunde sich auf ungewöhnlichen Wegen einander nähern. Weder geburtsrechtliche noch rassische Begriffe haben hier eine Bedeutung.
     Besonders muß man verstehen, daß Wir keine Quantität erwarten - und wir sind auch nicht zahlreich. Doch solch eine enge Zusammenarbeit ist ungewöhnlich und kostbar. Kann doch jenseits irdischer Zusammenarbeit die Teilnahme der Feinstofflichen Welt herbeigerufen werden. Für gewisse Einflußnahmen sind solche Mitarbeiter sehr nutzbringend. Sie haben nichts mit jenen Hüllen gemein, die auf spiritistischen Sitzungen erscheinen und die Kräfte der Teilnehmer aussaugen. Mit solchen Hüllen kann man unmöglich irgend etwas Nützliches aufbauen. Gewiß kann bisweilen ein harmonischer Zusammenklang der Anwesenden die Möglichkeit bieten, daß ein höherentwickelter Geist auftritt, doch eine solche Harmonie ist sehr selten und erfordert große Gewöhnung aneinander. Unsere Zusammenarbeit mit den höheren Sphären der Feinstofflichen Welt hat eine andere Aufgabe. Flammarion ist Uns nützlich, und Marconi wird es sein, da sie beide die Kräfte der Feinstofflichen Welt in besonnener Weise anwenden können,



auf der Erde arbeiten konnten und das Dienen verstanden. Die Bewohner der höchsten Sphären können sich leicht materialisieren, ebenso wie Erdbewohner höchster Auslese leicht die Feinstoffliche Welt aufsuchen können.
     Urusvati hat wiederum vom Kummer der Schwester O. gehört. Man darf wahrhaftig nicht in Entsetzen geraten, wenn der irdische Zerfall nie dagewesene Ausmaße erreicht. Solche Prozesse am Ende des Kali Yuga können nicht durch einen Erlaß aus der Welt geschaffen werden. Sie müssen ausgelebt werden, und der durch ihre Wirbel an die Oberfläche gebrachte Unrat muß sich einem Umarbeitungsprozeß unterziehen. Es ist nicht leicht, wenn soviel Unrat unschädlich gemacht werden muß. Möge die Spreu vom Weizen getrennt werden! Wir bestätigen, daß die Sorge um jedes Korn groß ist.
     Die Erscheinung untauglicher Elemente ist zur Endzeit eines Yuga gewöhnlich sehr weitreichend. Das Harmagedon in seinem stürmischsten Stadium bedeutet die Befreiung vom Unrat. Der Fürst der Erde sieht es jedoch anders; er schätzt den Unrat und hofft, ihn vermehren zu können. Es gibt Hausherren, die ihr Haus nicht gern reinigen, und so enden die entstandenen Aufspeicherungen meist in einer Feuersbrunst.
     Wer also die Arbeit fürchtet, möge Unsere Existenz vergessen.

     67. Urusvati weiß, daß man Unsere Freunde unmöglich nach irdischen Maßstäben erkennen kann. Die Verbreitung Unserer Mitarbeiter kann dem irdischen Verständnis nicht angepaßt werden. Sie können sich in den unterschiedlichsten, ja sogar einander entgegengesetzten Lagern befinden. In Kämpfen können sie auf beiden Seiten auftreten. Es ist unmöglich, dem irdischen Bewußtsein den Grund für solche Gegensätzlichkeiten zu erklären, doch Unsere Gemeinschaft handelt nicht irdischen Gesetzen gemäß. Ein erweitertes Bewußtsein vermag zu begreifen, daß es Zusammenhänge jenseits unserer grobstofflichen Gesetzmäßigkeiten geben kann. Ist es denn so schwer vorstellbar, daß Unsere Freunde sich an verschiedenen Teilen der Welt befinden und in ihrer jeweiligen, ganz individuellen Art und Weise dem menschlichen Wahnsinn Einhalt gebieten können? Ohne einander kennen zu müssen, sind sie dennoch für ein und dasselbe, das Allgemeinwohl, tätig.
     Oftmals haben Unsere Freunde darum gebeten, ihnen ein gemeinsames Zeichen zu geben, an dem sie sich gegenseitig erkennen könnten. Doch solche Versuche sind unschön geendet. Sie haben vor allem verschiedene Verräter ermuntert. So haben Wir aufgehört, über äußere Unterscheidungsmerkmale nachzusinnen, und nur im engsten Kreise gestatten Wir ein Zeichen Unserer Wohnstatt. Man sollte



auch hierbei in keiner Hinsicht irdische Bedingungen vermuten. Das Herz kann auch jenseits irdischer Begrenzungen etwas erahnen. Der Gedanke an Uns kann ganz in der Tiefe des Herzens brennen.
     Unser Mitarbeiter wird sich selbst nicht als eingeweiht bezeichnen, noch sich seiner Exklusivität brüsten. Unsere Maßstäbe liegen jenseits irdischer Kategorien. Auch wenn Unsere Freunde dazu genötigt sein sollten, irdische Auszeichnungen anzunehmen, kennen sie deren Wert.
     Einmal erschien Unser Bruder bei einer Regierungsstelle, bedeckt mit Auszeichnungen, und Sein Freund sagte Ihm lächelnd: "Schwer sind die irdischen Auszeichnungen!" Doch Unser Bruder erwiderte: "Dem Schlüsselhalter sind die Schlüssel auch nicht leicht." Mit solcher Einstellung muß man irdische Auszeichnungen annehmen.
     Sollte es etwa unmöglich sein, daß Wir erste weltliche Stellungen einnehmen? ! Wir lassen dies jedoch nur manchmal, als ein besonderes Opfer, zu. In weitem Maße muß man die überirdischen Möglichkeiten verstehen. Bei Uns ist man sehr betrübt, wenn es notwendig werden sollte, einen Bruder oder eine Schwester auf eine irdische Reise gehen zu lassen. Wer wird ein solches Opfer verstehen? Wer wird sich bemühen, gegenüber einer ungewöhnlichen Erscheinung behutsam zu sein? Wird eine solche Reise nicht dem Tragen eines Kreuzes gleichen? Den Menschen sind herrliche Symbole gegeben, doch selten dringt jemand in ihre tiefe Bedeutung ein.

     68. Urusvati verspürt sogar weitentfernte Erdbeben und belastende atmosphärische Druckverhältnisse. Unwissende werden sagen: Wozu solche krankhaften Wahrnehmungen, wenn sie doch die Erdbeben nicht verhindern können? Solche Bemerkungen gleichen vielen anderen Aufständen gegen das Wissen, wenn bei bestimmten wissenschaftlichen Entdeckungen Zweifel geäußert werden. Wer kann behaupten, daß Wir die Wahrnehmung der Planetenschwingungen keinem wissenschaftlichen Nutzen zuführten? Leider werden feinfühlige Organismen nicht erforscht, und dadurch läßt man die Gelegenheit zur wissenschaftlichen Beobachtung verstreichen. Über Jahrhunderte hinweg haben die Menschen gern über versäumte Erscheinungen geklagt, doch vor deren Umrissen verschließen sie sich durch Zweifel. Feinstoffliche Wahrnehmungen sind indessen mit einem erweiterten Bewußtsein und der Wissenschaft von den Schwingungen verknüpft. Beide Faktoren sind voll tiefer Bedeutung und werden die Umgestaltung des Lebens begründen.
     Ebenso lassen sich viele Besonderheiten der Verbindung mit Uns beobachten. Bisweilen erfolgt Unsere Antwort unverzüglich, und zwar so schnell, daß kaum die Frage beendet werden kann. Doch es kommt auch vor, daß eine Antwort für eine längere Zeit zurückgehalten wird. Dies läßt sich



mit dem Zustand der Atmosphäre oder Unserer Inanspruchnahme bei der Arbeit erklären. Es kann eine Vielzahl von Bedingungen geben, und man muß sie beobachten. So laßt uns auch nicht vergessen, daß eine Verzögerung der Antwort nicht selten davon abhängt, daß die Nachricht vor heimlichen Zuhörern geschützt werden muß. Solch ein Umstand ist bedeutungsvoll, da man die Gedankensendungen unterwegs abfangen kann. Daher raten Wir dazu, äußerst vorsichtig mit Worten wie Gedanken umzugehen. Man könnte eine ganze Wissenschaftsdisziplin begründen, die sich mit der Erforschung der Energie von Worten und Gedanken befaßt. In Abhängigkeit von den menschlichen Ausgeburten solcher Art wird auch die Einwirkung auf die Pflanzenwelt und andere planetare Verhältnisse bestätigt. Bei Uns werden Experimente mit Schwingungen durchgeführt, und Unser Bruder V. ist ganz mit ihnen beschäftigt. Viele Wissenschaftler sollten ihm für seine Hilfe danken.
     Bei Uns herrscht Freude, wenn solche Saat gut aufgeht.

     69. Urusvati weiß von den Uns Nahestehenden, die sich in die fernen Welten zurückgezogen haben. Unwissende könnten diese Abwesenheit in übelwollender Weise auslegen, und nur einige werden solche Flüge als besondere Missionen verstehen. Es ist nicht leicht, sich vorzustellen, daß zwischen den Welten gedankliche Verbindungen bestehen können. Es fällt den Menschen nicht leicht, sich von der irdischen Grundfeste zu lösen und anzuerkennen, daß sich alles Wesentliche nicht auf der Erde, sondern dort befindet, wo die von den Menschen so benannte Leere ist. Man muß wiedergeboren werden, um zu verstehen, daß die irdische Schönheit nur deshalb als solche erscheint, weil die Menschen die überirdische Schönheit nicht kennen. Vieles wird auf der Erde in verzerrter Weise verstanden. Die Menschen sind willens sich vorzustellen, daß zwischen den Welten eine ebensolche Feindschaft bestünde wie auf der Erde.
     Die Menschen halten es nicht für möglich, daß das Haupt der Bruderschaft sich in eine ferne Welt begeben könnte. Ebensowenig werden sie verstehen, weshalb manche irdisch Tätige, treu und kulturell hochstehend, ihre Mitbrüder verlassen können. Nur irdische Begrenzungen sind es, die es nicht gestatten, die Gemeinschaft auf mehrere Welten zu erweitern. Ebenso ist es nicht leicht sich vorzustellen, daß man in neuen Körpern in unterschiedlichen Umgebungen das Korn klaren irdischen Bewußtseins bewahren kann. Die uranfängliche Energie ist indessen überall dieselbe. Solch eine Verbindung ist dauerhafter als alle existierenden Substanzen.
     Nicht nur über die fernen Welten sind die Menschen unschlüssig, sondern auch die Erde betreffend wird vieles falsch verstanden. Ihr wißt zum Beispiel, daß der Pantschen Rimpotsche Pässe für Schambhala ausgibt. Es scheint, als hätte solch eine Tradition keinen Sinn, doch nicht für Schambhala wird



der Paß ausgegeben, sondern über Schambhala. Seit alter Zeit existierte eine Art Erinnerung über Schambhala, die es den Menschen leichtfallen ließ, in förderlicher Weise in diese Richtung zu denken. Später wurde der Sinn entstellt, und es entstanden irgendwelche absurde Pässe. Genauso verstehen viele zu Recht nicht, weshalb unwissende Lamas sich für Beschützer Unserer Bruderschaft halten können. Doch zum einen sind hier ungewöhnliche Lamas gemeint, und zum anderen wird die Erscheinung Schambhalas von ihnen trotz allem als ein heiliger Schatz gehütet.

     70. Urusvati ist zu Recht entrüstet angesichts der Unwahrheiten, die man über Uns schreibt. Wenn man tatsächlich alle über Uns erfundenen Geschichten sammeln wollte, so erhielte man eine noch nie dagewesene Sammlung von Lügen. Symbolische Formulierungen, durch die Jahrhunderte entstanden, haben sich zu wirklichkeitsfremden Sammlungen über irgendwelche Schätze verwandelt, auf denen die Herrscher Schambhalas angeblich thronen würden. An den ausgeschmückten Erzählungen aus Tibet wird man schwer erkennen, wie sich die entsetzlichsten Übertreibungen angehäuft haben, doch dort hat das Volk den Ort des Weltmittelpunktes ausgeschmückt darstellen wollen. Die Kämpfer Schambhalas sind unüberwindlich und unzählbar. Der Führer vernichtet alles Böse im Kampf und behauptet die Herrschaft des Guten - so denkt der Osten und bewahrt damit die Legende über den Sieg des Lichts im Herzen. Jede Ausschmückung zur Verherrlichung des Lichts ist verzeihlich, doch die Denkweise des Westens ist entgegengesetzt. Er möchte alles entweihen, die schützende Hülle in einem solchen Maße herunterziehen, bis er zu nichts anderem als einer gemeinen Herabsetzung gelangt ist.
     Richtet eure Aufmerksamkeit darauf, wie man im Westen über die Weiße Bruderschaft spricht. Die Mitglieder der Bruderschaft säßen im Restaurant, dächten sich Erschütterungen der ökonomischen Grundlagen aus, Sie würden aufschneiden, sich irren, andere irreführen, wären unfähig, Menschen richtig auszuwählen, zögen die Staaten in Aufstände und Kriege, dächten über Verschwörungen nach und brächten Herrschergeschlechter zu Fall, Sie mischten sich unentwegt in das ruhige Leben der Familien ein und fügten der Kirche Schaden zu, Sie wären unfähig, die Überlieferungen des Altertums zu wahren - mit einem Wort, man kann alle möglichen, unverzeihlichen Verbrechen aufzählen, und das Finsterste davon wird Uns zugeschrieben werden. Dabei laßt uns nicht vergessen, daß alle diese Beschuldigungen von Leuten vorgebracht werden, die über die Weiße Bruderschaft ein äußerst wichtigtuerisches Wort führen.
     So kann man hören, daß Bruder R. in den Karpaten lebte, doch das wäre ebenso richtig, wie daß Ich in London wohne. Bruder R. ist unzweifelhaft in den Karpaten gewesen, ebenso wie Ich mich zeitweise in London aufgehalten habe, doch es ist unzulässig, die Menschen irrezuführen, indem man Uns einen solchen ständigen Wohnsitz zuschreibt. Ebensowenig darf man annehmen, Bruder H. lebe in Deutschland,



auch wenn einige seinen Wohnsitz gern auf die Gegend um Nürnberg festlegen möchten. Es lassen sich viele Beispiele anführen, wie die Menschen willkürlich über Uns verfügen, während sie sich obendrein selbst bestenfalls als eingeweiht bezeichnen und im schlechtesten Fall als Mahachohane.
     Unwissende füllen Bücher mit angeblich von Uns autorisierten Mitteilungen und Anweisungen, doch geben sie solche Anweisungen wieder, als seien es persönliche Wünsche. So kann man sich vorstellen, wie sehr Unser Leben durch solche Hirngespinste erschwert wird. Um Uns dann vollends zu diskreditieren, werden irgendwelche Portraits in Umlauf gesetzt und Versammlungen organisiert, auf denen die verräterischsten Persönlichkeiten sich nicht schämen, Fremden etwas von außerordentlichen Visionen vorzuflüstern.
     Natürlich existieren besondere Vereinigungen, die auf schlimmste Zerstörungen ausgerichtet sind. Von ihnen sprechen Wir nicht, ihre Herkunft ist völlig klar. Wir möchten hingegen die Aufmerksamkeit auf das Verhalten jener lenken, die beharrlich von der Weißen Bruderschaft sprechen und sie gleichzeitig mit Schimpfworten bedenken.

     71. Urusvati hat wiederholt die Beobachtung gemacht, daß bei den Gesprächen mit Uns eine Veränderung von Strömen eintritt. Es muß erläutert werden, daß eine solche Erscheinung nicht auf Unserem Einfluß beruht, sondern auf räumlichen Strömen, die durch Berührung mit Unseren Strömen in Schwingung versetzt werden. Dies muß man beachten, da man anderenfalls Unserem Strom eine Qualität beimessen könnte, die ihm gar nicht eigen ist. Der Lehrer ist ständig darum besorgt, daß die Verbindung mit Ihm nicht zu einer Belastung führe.
     Die Erscheinung sich kreuzender Ströme kann von der Stimmung Anwesender abhängen. Im allgemeinen sollte man jede aufkommende Stimmung beobachten. Oft legen sich nicht einmal die Teilnehmer Rechenschaft darüber ab, in welcher Verfassung sie sich befinden. Wir haben Menschen beobachten müssen, die in völliger Offenherzigkeit ihre derzeitige Stimmung bestritten. Aus vielerlei Anlaß können die Menschen sich nicht auf ihren jeweiligen Zustand konzentrieren. Sie befinden sich derart unter dem Einfluß äußerer Maja, daß es ihnen scheint, als sagten sie die Wahrheit, sie sich jedoch im Gegenteil dabei selbst belügen.
     Unsere Gemeinschaft vertieft vor allem das Bewußtsein, um jegliche Einwirkung von Maja zu vertreiben. Eine solche Erkenntnis läßt sich nicht leicht erringen, jedoch befreit sie von den Ansammlungen täuschender Empfindungen. Die Arbeitsfähigkeit wächst, wenn man sich von der Last der Zweifel befreit, die durch sich kreuzende Ströme hervorgerufen werden. Jede Brechung von Strömen



führt zu einer Art Entlastung. Nur ein verfeinertes Bewußtsein unterscheidet solche Entladungen von Krankheitsempfindungen. Wie oft kann man eine unerwartete Temperaturerhöhung und Schüttelfrost, stechende Schmerzen und Muskelkontraktionen beobachten. Entladungen vermischter Ströme können auf solche Weise wirksam werden, doch wer solche Erscheinungen kennt, wird dann nicht irgendeine Erkrankung vermuten.

     72. Urusvati kennt Unsere Zusammenkünfte zur Konzentration des Willens. Der Wille eines jeden von Uns ist genügend diszipliniert; es treten jedoch Erscheinungen auf, die eine gemeinsame Konzentration erfordern, und dann raten Wir allen Nächsten zur Gelassenheit. Wir wissen, daß ein solcher Rat schwer in die Tat umzusetzen ist, doch ist Gelassenheit mitunter besonders notwendig. Jede Unruhe in den Auren der Nächsten ist für den gemeinsamen Zustand der Konzentration schädlich.
     Man wird sagen: Wie kann es Gelassenheit geben, wenn die Welt erschaudert? Gerade wenn die Welt sich in einer besonderen Anspannung befindet, ist eine ungewöhnliche Gelassenheit erforderlich. Die Probleme lassen sich dann bereits nicht mehr mit gewöhnlichen Mitteln lösen. So ist es notwendig, aus tief verborgenen Reserven die gesamte uranfängliche Energie hervorzurufen. Man muß das Bewußtsein völliger Unanfechtbarkeit manifestieren, auf der nämlich die Gelassenheit gründet. Es gibt jedoch viel irdische Ungeduld; sie bohrt sich, Pfeilen ähnlich, in die Konzentration. Wenn ihr damit beginnt, diese Pfeile zu vernichten, so werdet ihr eure Aufmerksamkeit vom Wichtigsten ablenken. In der entscheidenden Zeit wird es das Wichtigste sein, sich Unserer Konzentration anzuschließen.
     Mitunter sagen wir: Seid zu Uns mit aller Kraft bestrebt. Für Unwissende wird solch ein Ruf absurd sein, doch die Wissenden werden verstehen, wieviel Dringlichkeit darin liegt. Es ist nicht leicht, sich auf einen einzigen Gegenstand zu konzentrieren. Über viele Jahre hinweg arbeiten die Menschen daran, diese Eigenschaft in sich zu entwickeln, doch in einer Stunde höchster Anspannung kann eine kleine Fliege die Bestrebung stören. Alle haben Wir einmal solche Übungen durchschritten. Ihr Erfolg hängt nicht von besonderer Begabung ab, sondern von angespanntem Wünschen. Jeder möge es versuchen, zu seinem Lehrer zu streben, doch so zu streben, daß er dabei alles ihn Umgebende vergißt. Es unbeachtet zu lassen, ob es Tag oder Nacht, warm oder kalt ist, schnell oder langsam vorangeht - dies alles liegt in der Macht des Menschen. Und solche Bestrebung ist Uns entschieden nützlich, da sie Ströme im Raum verursacht, die sich Unseren Strömen anschließen.



Stellt euch vor, welch mächtige Entladungen bewirkt werden, wenn man solche Gedanken von mehreren Ländern aussendet!
     Wir sagen den Menschen: Äußert keine persönlichen Bitten; Wir wissen, was ihr benötigt. Die Menschen können sich nämlich nicht auf das Wichtigste konzentrieren, und solche Bitten sind nur hinderlich. So werden Wir alles tun, was möglich ist, und die Menschen mögen Uns ihren guten Willen senden. Wir beklagen Uns nicht über jene, die sich in der Auswahl ihrer Wünsche verlieren, sondern raten nur zu einer einfachen Methode, um aus dem irdischen Labyrinth herauszukommen, und die besteht im Herzensstreben zu Uns. Möge es eine schweigende Bestrebung sein. Möge das Herz das Zeichen geben. Alle haben Wir solche Zeiten der Bestrebung durchlebt und können daher sagen: Je stärker sie ist, umso besser. Solche Bestrebung bildet eine Verdichtung des Blutes, was wohltuend sein kann, wenn dieser Vorgang auf Gelassenheit basiert. Wenn aber eine solche Gelassenheit nicht gegeben ist, muß man sie über Willensenergien aufbauen.
     Jeder Mensch kann erkennen, daß sich die Ereignisse seines Lebens nicht so gestaltet haben, wie er es vorher vermutet hatte. Oft kann man die Spuren höchsten Einflusses finden. Wenn man diese Einwirkungen mit Eigeninitiative verbindet, so wird man Harmonie erreichen.
     Der Mensch wird fragen: Seid Ihr immer mit uns? Wir können immer mit euch sein, wenn euer Wunsch danach vorhanden ist. Wir sprechen von vielen Eigenheiten Unseres inneren Lebens zu euch. Wir selbst haben alle Schwierigkeiten durchschritten, und wenn Wir uns zum Schlafe legten, so wußten Wir nicht, ob Wir am nächsten Morgen erwachen würden. Jeder von Uns hat es gelernt, unerschütterlich den Pfad des Lehrers zu gehen.
     In den schwersten Tagen spricht der Lehrer: Denkt daran, daß ihr glücklicher als viele andere seid. Laßt uns dankbar sein.

     73. Urusvati ist fähig, die Hüllen der Maja klar zu erkennen. Wenn Wir von Hüllen sprechen, so bedeutet dies, daß es etwas Verborgenes gibt. Solch Verborgenes ist die uranfängliche Energie. Weise ist derjenige, der in den verschiedenen Schöpfungen erkennen kann, wo die ewige, unzerstörbare Grundlage lebt. Ohne solch tiefes Erkennen wird sich alles als Maja erweisen, als wesenloses Trugbild. Es ist unmöglich, nur unter Phantomen zu leben. Gerade die Grundlage des Lebens erfordert die tiefgreifende Erkenntnis, wo sich jenes Dauerhafte befindet, an das sich der müde Wanderer anlehnen kann. Unvermeidlich wird der Mensch zu dem Stadium der Suche nach der ewigen Grundlage gelangen. Der Gedanke von seiner Unzerstörbarkeit kann den Menschen zur Tat bewegen. Solch ein Streben zur Tat ist ein Zeichen



von Gesundheit.
     Man könnte Uns fragen: "Unter welchen Bedingungen ist es Euch leichter, den Menschen zu helfen?". Natürlich unter denen der Tätigkeit. Wir können den um Hilfe Bittenden sagen: "Seid tätig, denn in solch einem Zustand ist es Uns leichter, euch zu helfen." Sogar eine wenig erfolgreiche Tätigkeit ist besser als Tatenlosigkeit. Wir können Unsere Energie derjenigen Energie hinzufügen, die von euch bewiesen wird. Man darf sich nicht darüber wundern, daß verwandte Materie sich in günstigerer Weise mit gleichartiger vereinigen läßt. Wenn Wir daher Unsere Energie anwenden wollen, so suchen Wir danach, wo dies auf eine nützlichere Weise erfolgen kann. Nicht um den Menschen aufzuwecken, senden Wir die Energie, sondern zur Verstärkung bereits angespannter Kräfte. Ein Mensch, der geschlafen hat und plötzlich aufgeweckt wird, kann die törichsten Handlungen begehen. Man darf die Schlafenden nicht unerwartet in Unruhe versetzen, doch wenn ein Mensch sich in bewußt wachem Zustand befindet, so können Wir ihm helfen.
     So wird man euch auch jetzt noch fragen: "Was sollen wir denn tun?" Antwortet: "Handelt!", denn in dieser Bewegung wird auch Unsere Hilfe kommen. So bitten Wir und Unsere Brüder: "Seid tätig! Es ist Entwicklung notwendig, und notwendig ist die Verfeinerung der uranfänglichen Energie, sonst werden die Hüllen der Maja alle Zugänge fest verschließen."
     Wir raten oft zur Tätigkeit. Wenn ihr den Freunden schreibt, so ratet ihnen, tätig zu sein. Jetzt sind die Kräfte der Natur angespannt. Der Fliehende geht zugrunde, doch der Widerstehende wird neue Kraft finden. Wir helfen dem Kühnen, und in Unserer Wohnstatt ist man tätig. Eine neuerliche Anspannung wird keine Erschöpfung bedeuten, sondern eine Erneuerung.

     74.Urusvati ist zu Recht über bestehende Relikte des Traditionellen betrübt. Ewig lebendige Weisheit ist eine Sache, doch eine andere der verschlissene Plunder, der die Entwicklung erschwert. Auf allen Lebensgebieten kann man schädliche Überreste wahrnehmen. Sie haben ihre Brutstätten sowohl unter dem Porphyr, unter der Toga wie auch unter den verschiedenen Ornaten. Sie sind dermaßen von dem ursprünglichen Sinn abgewichen, daß es fast nicht vorstellbar ist, wie unsinnige Bräuche einstmals erhabene Symbole zum Ausdruck bringen konnten. Diese heute befremdlichen Zeremonien besaßen im fernen Altertum ihre besondere Bedeutung, die gewöhnlich ganz verlorengegangen ist.
     Die Staatsoberhäupter vereinigten auf sich dereinst auch höchste geistige Ämter. Später



standen sie an der Spitze von Vereinigungen, die ein höheres Ziel verfolgten. Mit der Zeit ging diese Mission verloren, und die Staatsoberhäupter wurden Diener niederer und schädlicher Institutionen. Solche Beispiele lassen sich aus vielen Gebieten anführen. Besonders betrüblich jedoch ist, daß einige Fragmente von Zeremonien übriggeblieben sind, die ihre innere Bedeutung bewahrt haben. In den Händen Unwissender aber bringen solche Fragmente nur Schaden hervor. So sorgen Wir entweder für eine Reinigung oder eine Beseitigung solcher rituellen Fragmente, die nur das Bewußtsein trüben.
     Man sagt über Uns, daß Wir Gegner von Zeremonien seien. Dies ist unwahr, da einige Zeremonien hohe Schwingungen hervorrufen und die Gefühle läutern können. Wir haben viel über den Rhythmus gesprochen, und keiner von Uns wird zur Harmonie führende Rhythmen mißbilligen. Gerade habt ihr einen schönen Gesang gehört; er kann die herrlichen Tore öffnen. Unterscheidet daher äußerst umsichtig, wo sich absurde Relikte vorfinden und wo sich eine weitere Stufe der Schönheit bietet.
     Der Lehrer muß in Erinnerung rufen, daß ein Rhythmus seinen Einfluß auf das gesamte Nervensystem ausüben kann. Umso gefährlicher sind die Überreste alter Zeremonien, die sich bis in unsere Zeit hinein bewahrt haben und nur das Bewußtsein verwirren. Worte, die in verschiedenen geistlichen Diensten verwendet werden, sind einst in die Beschwörungsformeln finsterer Geister eingegangen, doch nun werden sie ohne Sinn und sogar in fehlerhafter Skandierung ausgesprochen. Solche lautlichen Umstellungen können dann jedoch eine andere Bedeutung haben; daher sollte man die alten Quellen studieren und anhand ihrer den Staub des Alters entfernen. Wir sprechen nicht von grober Verletzung, sondern von einer Läuterung des Denkens.
     Bei Uns herrscht große Traurigkeit, wenn gute Schwingungen plötzlich gestört werden und sich statt eines Aufbaus Zerstörung ergibt.

     75. Urusvati versteht den Schaden eines nachtragenden Denkens. Solch eine Eigenschaft kann sich nur unter irdischen Beschränkungen entwickeln. Stellt euch Unser Leben mit seiner klaren Einsicht in frühere Existenzen vor, und dann wird solch eine Eigenschaft wie die Rachsucht sich als gänzlich unmöglich erweisen. In jedem Leben wird es viele Anlässe zur Rachsucht geben. Doch summiert man sie für viele Leben auf, so wird sich eine lange schwarze Schleppe ergeben, und mit solch einem Anhängsel wird man nicht weit kommen.
     Beobachtet, wie sehr jene Menschen sich schaden, die sich selbst auf eine einzige Existenz



begrenzen. In den verschiedensten Bereichen errichten sich die Menschen Schranken. Wenn Wir die Menschen in die Zukunft lenken wollen, begreifen sie überhaupt nicht, wie man an eine solche zukunftsgerichtete Denkweise herangehen sollte. Der eine meint, er sei für immer an einen einzigen Ort gebunden; ein anderer redet sich ein, daß er bei einer einzigen Arbeit bleiben solle; ein dritter ist davon überzeugt, daß er eine Umstellung nicht ertragen könne; einem vierten schließlich dünkt es, daß er an der ersten Krankheit sterben müsse - so denkt sich jeder seine Fesseln aus, ohne zu wissen, daß er bereits in den vergangenen Leben alle Arten der Existenz durchlebt hat. Ein solchen Bedingtheiten unterworfenes Leben bei völliger Unwissenheit über die Vergangenheit verleiht keine Möglichkeit, über die Zukunft nachzudenken.
     Die Menschen verlassen die Erde, ohne daran zu denken, daß sie dorthin zurückkehren müssen. Wenn sie sich jedoch wenigstens teilweise der Vergangenheit erinnerten und es lernten, über die Zukunft nachzudenken, so würden sie sich vor vielen Irrtümern bewahren.
     Nicht die Furcht vor der Hölle, sondern der Wunsch nach Vervollkommnung führt die Menschen zur Verbesserung des Lebens.
     Wir leben in der Zukunft, wir kennen die Vergangenheit, Wir fürchten nicht die Unbegrenztheit und erwarten jede Vorwärtsentwicklung. Die Zukunft ersteht vor uns als erhabene Wirklichkeit. Nur eine feine, verschlossene Tür trennt uns von der Zukunft, die bereits durch jeden unserer Atemzüge ihre Form annimmt. Wenn das Bewußtsein in die Zukunft übertragen wird, kann man dann noch nachtragend sein? Es sollte nicht einmal Zeit für solch eine Schmähung übrig sein. Die Menschen sollten von dem unabänderlichen Gesetz wissen und sich nicht mit ihrem menschlichen Bewußtsein in das Karmagesetz einmischen. Auf diese Weise lernen wir, nicht nur im feinstofflichen Körper zu fliegen, sondern auch im Bewußtsein. Laßt uns verstehen, daß jeder Augenblick bereits der Vergangenheit anheimfällt, doch uns ist die Zukunft gegeben. So raten Wir jedem, der Unsere Wohnstatt liebt.

     76. Urusvati kann ihr Anvertrautes bewahren. Es ist nicht leicht, das Gleichgewicht zwischen Bewahrung und Verbreitung zu finden. Anfänger eilen, alles Erfahrene preiszugeben, ohne über die Folgen nachzudenken. Viel Elend ist durch solche unüberlegten Preisgaben entstanden, doch die Erfahrung schmiedet die Maße der Vernunft. Nur mit der Zeit lassen sich die rechten Wege der Verbreitung finden. Der Weg wird schwer, wenn man erkennen muß, wieviel der Gesprächspartner überhaupt fassen kann. Wir schätzen es, wenn das Allheilmittel in dem notwendigen Maß verabreicht wird, nicht mehr und nicht weniger. Man kann an Begebenheiten erinnern, als nach langwährenden Gesprächen



eine Frage gestellt wurde, die das völlige Nichtverstehen des Zuhörers offenbarte. Ebenso aber kann großer Schaden die Folge sein. Daher lautet Unser Rat, daß die Bücher der Lehre auf die Kreuzungen des Lebensweges gelegt werden mögen, auf daß sie selbst ihr Schicksal fänden. So verweisen wir auf die besonderen Wege der Verbreitung.
     Es können solche Wanderer vorüberziehen, denen das Buch nicht gegeben wurde, deren Herz jedoch ebenso für die Wahrheit brennt. Die äußere Erscheinung steht einem der Wirklichkeit entsprechenden Urteil oft im Wege. Der eine ist allzu schön gekleidet, der andere allzu zerlumpt - viele nichtige Überlegungen behindern nützliche Begegnungen.
     Unter den umherziehenden Sadhus kann es widerwärtige Individuen geben, doch lassen sich auch hervorragende und erfahrene Menschen unter ihnen finden. Ein kluger Beobachter wird zufälligen Erscheinungen keine Bedeutung beimessen. So muß man in allem das innere Wesen erkennen. Man kann Uns nahestehende Personen treffen, ohne sie zu erkennen. Oft müssen wir bedauern, daß eine nützliche Sendung nicht erkannt wird. Das Gesetz des freien Willens erlaubt es jedoch nicht, auf der Durchsetzung von Weisungen zu beharren. So weist auch die Verbreitung der Lehre ihre eigenen Wege auf. Im Altertum sagte man: Eile langsam. Und solch ein behutsames Gleichgewicht wird auch mit der Verbreitung der Lehre verbunden sein. Über Jahrhunderte hinweg läßt sich verfolgen, wie eine von Uns gegebene Lehre ihren Weg nimmt.
     Den Volksmassen öffnen sich die Augen langsam.

     77. Urusvati weiß, daß jede mechanische Erscheinung zu einem geringen Grad die unsichtbare Welt eröffnet. Ihr habt von Filmen gesprochen, die etwas für die Augen Unsichtbares registrieren können, während sie gleichzeitig Teile des physischen Körpers nicht aufnehmen. Dies ist durchaus möglich. Ausstrahlungen lassen sich manchmal mit den gewöhnlichsten Filmen festhalten. Starke Ausstrahlungen der uranfänglichen Energie können einen Menschen ganz oder teilweise verhüllen. Natürlich könnten Skeptiker fragen: "Warum ergeben sich solche phänomenalen Photographien vergleichsweise selten?" Ursachen dafür gibt es viele, vor allem die Abhängigkeit von der uranfänglichen Energie und schließlich eine Unaufmerksamkeit bezüglich der Filme. Es gibt eine große Anzahl sogenannter schon verdorbener Filme. Niemand unterzieht sich der Mühe, diese erfolglosen Filme genau anzusehen.
     Wenn man sich mit photographischen Versuchen beschäftigen will, so erwartet man unverzügliche Resultate.



Sofortige Folgen kann es jedoch nur in Ausnahmefällen geben, wenn die Menschen sich bewußt oder unbewußt vorbereitet haben - ohne Vorbereitung geschieht gar nichts.
     Bei Uns werden viele Versuche mit Filmen durchgeführt. Es läßt sich zuverlässig sagen, daß die neuesten Filme für die Versuche geeignet sind. Die Erfinder unterstützen die Fragen, die durch die unsichtbare Welt aufgeworfen werden. Außer den mittels Photoapparat gemachten Aufnahmen lassen sich auch Spuren aufzeichnen, indem man einen Film in der Hand hält oder ihn nachts unter das Kopfkissen legt.
     Mit allen Maßnahmen sollten Fakten über die unsichtbare Welt weiter erforscht werden. Im Erläutern dieser Wahrheit ist der Erfolg der Evolution inbegriffen, und danach wird auch die Erkenntnis der feinstofflichen Energien folgen. Wenn Wir von der Sichtbarkeit vieler Erscheinungen sprechen, halten die Menschen es dennoch für ein Märchen. Solche Menschen kann man unmöglich in Unsere Wohnstatt führen. Vor allem werden sie sich nämlich zu Tode erschrecken. Alle feinstofflichen Merkmale werden ihnen als nie dagewesen und unzugänglich erscheinen.
     Unsere Apparate sind Telegraphenempfängern ähnlich, jedoch für feinere Schwingungen empfänglicher. Bei solcher Anspannung ist eine Verdichtung von Prana erforderlich. Die seufzerartigen Geräusche der Ozonapparate könnten für das Atmen lebender Wesen gehalten werden. Unsere Beleuchtung kann hell brennen, etwa in der Art von Neonröhren. Solche mechanischen Einrichtungen können durch eine klare Vergegenwärtigung der unsichtbaren Welt verstärkt werden.

     78. Urusvati hat eine Explosion schwarzer Geschosse gesehen. Welche Bedeutung aber haben sie? Müssen sie als ein symbolischer Vorgang aufgefaßt werden oder als eine Erscheinung echter Geschosse? Bedauerlicherweise muß man die Tatsache solcher unheilvollen Geschosse in der Feinstofflichen Welt bestätigen. Durch sie breitet sich ein giftiges Gas aus, welches das braune, die Erde vergiftende Gas noch verstärkt.
     Die finsteren Kräfte wenden äußerst zerstörerische Mittel an, um die irdische Atmosphäre ganz zu durchdringen und eine tödliche Gefahr zu verursachen. Sie ziehen aber die Gesetze des Weltalls nicht in Betracht und hoffen, über Erzeugen von Verwirrung ihren Sieg zu erreichen. Sie sind nicht nur gefährliche, sondern auch törichte Gegner, da sie gegenüber dem Gleichgewicht des Planeten nicht nachsichtig sind. Wer die furchtbaren Explosionen schwarzer Geschosse gesehen hat, kann ermessen, welche Gegenwirkung notwendig ist, um die schädlichen Folgen zu beseitigen.



     Urusvati weiß, wie sehr sich solche Schlachten auch auf die Gesundheit auswirken. Außer den giftigen Dünsten entsteht auch eine Art elektrischer Entladung, die, ähnlich einem Erdbeben, eine Erschütterung bewirkt. Die sich ergebenden Symptome sind mit denen stärkster Erschütterungen vergleichbar. Viele Menschen nehmen sie wahr, verstehen jedoch nicht ihre Ursache. Bei starken Menschen treten unerwartete Schmerzen auf, doch da sie sich rasch wieder legen, denkt man nicht weiter darüber nach. Der Organismus jedoch erfährt eine heftige Zerrüttung und weist vielerart Erkrankungen auf. So toben die finsteren Kräfte über die Menschheit hinweg.
     Ihr könnt euch vorstellen, wieviel Energie aufgewendet wird, um solche Versuche der Finsternis zu vereiteln! Wir haben gesagt, daß Wir auf der Wacht stehen, doch nicht zur Beobachtung, sondern um der Schlacht willen. Die Menschen können mithelfen, doch sie möchten nichts davon wissen, daß jeder sein Denken und seine Kraft für das Allgemeinwohl einsetzen kann.
     Wer die schwarzen Geschosse gesehen hat, wer das räumliche Stöhnen vernommen hat, der wird seine Pflicht gegenüber der Menschheit nicht mehr vergessen.

     79. Urusvati hat die Berührung mit der schwersten irdischen Erscheinung erfahren - die Wahrnehmung absoluter Finsternis. Sie ist furchtbar, da die Verdichtung von Traurigkeit dem Erdrosseln gleicht. Wodurch entsteht solche extrem gefährliche Finsternis? Ist sie vielleicht nicht mehr als eine geistige Vorausschau, die, wie das Gefühlswissen, den Organismus in der Wahrnehmung von irgend etwas Künftigem versenkt? Sie ist in der Tat viel gefährlicher; sie stellt die Fluida der irdischen Zersetzung dar. Umso verständlicher ist die unaussprechliche Wehmut irdischer Bewohner, wenn sie mit ihr in Berührung kommen. Ein Unterschied wird nur darin bestehen, daß viele solche Berührungen unbewußt empfinden. Einige jedoch haben die vernichtendste Finsternis bewußt gesehen. Es ist klar, daß sie diese Finsternis besonders schwer fühlen müssen. Stark krankmachende Empfindungen können auftreten, und sogar ein Aufflammen von Zentren, wenn man in der irdischen Schicht in Berührung mit der absoluten Finsternis kommt.
     Wir kennen diese Berührung. Es ist unmöglich, daß sie keine Einwirkung auf die psychische Energie hätte. Umso notwendiger ist ein Vorrat an Prana, um den Druck der giftigen Stoffe zu bewältigen. Eine Berührung mit der Finsternis ist jener mit einem verwesenden Leichnam ähnlich. Wenn ein besonderer Druck der Finsternis zu erwarten ist, verstärken Wir besonders die Lebenskräfte. Personen, die unter Unserer Führung stehen, erhalten dann einen besonderen Vorrat an Kräften, um dem Druck



der Finsternis standzuhalten.
     Für viele werden die Worte über die Finsternis ein Lügenmärchen sein, doch sogar die Skeptiker kennen tödliche Gase, die aus dem Erdboden entweichen. Erweitert man diese Vorstellung, wird man als höchsten Grad die absolute Finsternis erreichen. Wir haben sie Urusvati gezeigt, auf daß sie als lebende Zeugin bestätigen kann, was sie gesehen und daß sie die Empfindung der tödlichen Wehmut in der Berührung mit diesem Feind des Planeten erfahren hat. Genau das gleiche Gefühl von Hoffnungslosigkeit ist bei Wesen vorhanden, die von einer Riesenschlange überfallen werden.
     Man darf nicht meinen, daß die Finsternis nur einzelne Personen berührte - von einer schlechten Stimmung sind bis zur gefährlichen Erkrankung überall Spuren giftiger Einwirkungen sichtbar. Wenn von oben her schwarze Geschosse herniederfallen und von unten her Finsternis aufsteigt, dann ist, so scheint es, die Lage der Menschheit hoffnungslos. Doch die Mutigen sagen: Denkt nicht an die gegenwärtige Lage, denkt lieber über die weitere Entwicklung nach!

     80. Urusvati hat die Hymnen der Natur vernommen. So nennen Wir die Harmonien, die bei der Überwältigung der Finsternis aufkommen. Sie sind beinahe das gleiche wie die Sphärenmusik, gehören aber mehr der Erde an als den höheren Räumen. Die Menschen wehren jede Erwähnung der höchsten Harmonie ab. Erklingt sie ihnen dennoch, so gestehen die Menschen sich eher ein Ohrenklingen ein.
     Viele, die sich selbst für Okkultisten halten, verschließen sich fest vor den natürlichen Wahrnehmungen. Die Mehrzahl der Bücher führt sie in die Irre, indem sie ihnen irgendwelche Formeln vorschreibt, die irgendwann einmal für ganz andere Zwecke aufgestellt worden sind. Oft ziehen Wir es vor, fortschrittlichen Menschen zu begegnen, die nicht mit unanwendbaren Formeln vollgestopft sind. So hören jene die Sphärenmusik oder die Hymnen der Natur, die ein in Liebe angespanntes Herz haben. Wer Formeln über das Herz, über die Liebe, über das Mitleid fordert, öffnet sein Ohr für die höchsten Harmonien nicht.
     Glaubt nicht, daß wir die Bücher und die Arbeit derjenigen verwerfen wollten, die das Universum zu verstehen suchen - keineswegs. Wir möchten nur nicht, daß solche Erkenntnisbemühungen in ungekonnter Weise auf das Leben angewandt werden. Unsere Anhänger ähneln nicht denen, die sich der volkstümlichen Unterhaltung widmen. Wer sich Unserer Gemeinschaft anschließen will, möge öfter Zwiesprache mit dem Herzen halten und Uns über das Herz Rufe zusenden, auch wenn sie schweigender Art sein sollten. Manchmal werden solche Rufe als gedankenlos bezeichnet, da sie sich bereits ohne Gedanken über das Gefühl äußerten. Die Grenze zwischen Denken und Fühlen ist sehr gewunden,



und dennoch versteht ihr solche Grenzen, die wie die feingeschliffenen Facetten eines einzigen Edelsteins sind. Nur das Licht vermag solche Facetten darzustellen, und das Licht des Herzens wird gerade eine solche klare Offenbarung des Edelsteins sein.
     Man könnte annehmen, daß dies alles sehr kompliziert sei, doch tatsächlich läßt es sich in den kurzen Worten zum Ausdruck bringen: "Ich liebe Dich, Herrscher!" Und darin liegt die Verbindungslinie zu Uns. Solch eine Verbindung ist bei weitem stärker als die Bitte: "Hilf mir, Herrscher!". Wir wissen selbst, wann geholfen werden kann, doch leicht fliegt die Hilfe auf den Schwingen der Liebe. Sie entgeht den widrigsten Hindernissen.
     Laßt uns einander lieben.

     81. Urusvati tut recht, wenn sie die Liebe zur Bewegung bestätigt. Es ist unmöglich, ohne Liebe die Notwendigkeit der Bewegung zu verstehen. Man kann Unterweisungen über das Gesetz der Weltenbewegung hören; man kann verstehen, daß die geringste Unterbrechung der Bewegung das gesamte Weltall zerstören würde, und dennoch kann man unmöglich ohne Liebe einen Bewegungsbeginn im Leben erfolgreich ansetzen. Solch eine Bewegung hat nichts mit eitlem, hastigem Marktgedränge gemein, sondern sie ist der Nerv eines schöpferischen Lebens, der das Bewußtsein zur Vervollkommnung anspornt.
     Der Müßiggänger wird nicht verstehen, von welcher Art Bewegung Wir sprechen, denn er manifestiert Untätigkeit und zieht es vor, von der kosmischen Bewegung wie ein lebloses Sandkörnchen gerollt zu werden. Es ist richtig, wir alle sind kleiner noch als Sandkörnchen angesichts der Unbegrenztheit, doch jede Bewegung unseres Bewußtseins wird bereits eine große Zusammenarbeit darstellen. Es ist nicht leicht, den Menschen Liebe zur Bewegung einzuflößen, doch mögen sie verstehen, daß Wir in Unserer Arbeit die Bewegung des Weltenalls offenbaren.
     Urusvati weist zu Recht beharrlich auf die Einigkeit hin. Wir nennen die Einigkeit eine heilkräftige Arznei, sie erscheint als Harmonie der Bewegung, doch Einigkeit darf man nicht befehligen. Durch keinerlei Zwang kann man schöpferische Einigkeit herstellen. Die Menschen blicken auf den Rat zur Einigkeit wie auf Ketten. Sie ziehen es vor, zerquetscht zu werden, aber keine Anstrengung für eine Zusammenarbeit zu unternehmen. Wir werden nicht ermüden, von der Einigkeit zu sprechen und nicht ermüden, Mitleid mit den Unvernünftigen zu haben, die sich ihre eigene Zerstörung vorbereiten. Ist es etwa nicht klar gesagt worden? Ist die Menschheit denn nur durch die bitteren Folgen zu belehren?
     Von Uns ergeht allein der Rat zur Bewegung und zur Einigkeit.
     Unsere Gemeinschaft ruht auf diesen Grundprinzipien.



     82. Urusvati weiß, wie unverhofft sich bedeutende Erscheinungen einstellen. So hat sie gerade eine Schicht der Feinstofflichen Welt gesehen, allerdings nicht im feinstofflichen, sondern im physischen Körper, mit geöffneten Augen und in völligem Wachzustand. Sie hat gesehen, wie sehr angefüllt die Feinstoffliche Welt ist. Zugleich konnte sie sich über die Massen wundern, die ohne Arbeit umherschweifen. Natürlich wurde gerade diejenige Schicht der Feinstofflichen Welt gezeigt, die Uns großen Kummer bereitet. In ihr werden zeitgenössische Hüllen sichtbar, die auch die irdische Denkweise verstärken. Es handelt sich um kleingeistige Stadtbewohner, die wie auf einem Marktplatz einer heutigen Stadt ziellos umherschlendern. Es betrübt Uns sehr, daß diese Masse in keiner Weise der Evolution zugänglich ist.
     Es läßt sich weiterhin beobachten, daß ihre Denkweise dermaßen egozentrisch ist, daß sie nicht bestrebt sind, über die Grenzen ihres eigenen Kreises hinauszugelangen. So entsteht ein Gedränge, doch keine Bewegung. Sie stecken sich gegenseitig an und können nicht nach oben blicken, ganz so wie auf der Erde. Doch die Beobachterin kann bezeugen, wie beeindruckend angefüllt diese Schichten sind.
     Man darf nicht oft eine Betrachtung der Feinstofflichen Welt mit geöffneten Augen zulassen. Ein solches Experiment kann eine besondere Anspannung des Organismus hervorrufen und ist schädlich für das Sehvermögen. Doch zum Gedenken an den Feiertag des Sergej haben Wir eine klare Vision vermitteln wollen. Nur im Schlaf und im feinstofflichen Körper kann man sich leicht der Feinstofflichen Welt nähern. Mögen sich aber auch im irdischen Körper die Umrisse des Unsichtbaren dem Gedächtnis einprägen.
     Wir sehen die Feinstoffliche Welt mit geöffneten Augen. Es ist nicht leicht, solch eine klare Sicht zu erlangen. Wir beherrschen mehrere Arten des Schauens, doch diejenige mit geöffneten Augen ist die schwierigste. Urusvati kann mit offenen Augen jene Erscheinungen der Feinstofflichen Welt sehen, die irgendwie zugänglich zu werden wünschen; in diesem Moment jedoch sprechen Wir vom Versenken des Blickes in die Feinstoffliche Welt, ohne selbst an ihr teilzuhaben, einfach so, als ob man auf eine Straße der Feinstofflichen Welt geriete. Das Wissen um jenes nicht zu verbergende Leben muß man bisweilen in seinem Gedächtnis erneuern, um dann umso nachhaltiger über diese Schichten hinaus nach oben zu streben.

     83. Urusvati versteht die Einheitlichkeit der Gesetze in allen Welten. Gewöhnlich hegt man die Vorstellung, daß die Gesetze der physischen Welt im geistigen Sinne nicht anwendbar seien. Doch jedes Lebensbeispiel wird daran erinnern, daß die innere Grundlage eines Gesetzes unwandelbar ist. So legt der Mensch, der sich in die Höhen begibt, vorher jede Last ab, da sie ihm dort unerträglich wird.



Ist es nicht genauso in der geistigen Welt? Ein Mensch, der von großer Höhe hinunterstürzt, nimmt beim Fall an Geschwindigkeit zu. Ist es nicht genauso in der geistigen Welt? Es ist unmöglich, einen Fall aus großer Höhe aufzuhalten. Sogar die weichste Unterlage wird für den Fallenden tödlich sein. Ist es nicht genauso in der geistigen Welt? Auf diese Weise kann man alle Grundlagen der Welten miteinander vergleichen und zu der Gewißheit von der Einheit der Gesetze gelangen. Mit solch einem Maßstab muß man an die Feinstoffliche Welt herantreten.
     Einzig die Rückwirkungen werden weniger sichtbar sein als in der grobstofflichen Welt, doch statt dessen werden einige andere klarer hervortreten. In den niederen Schichten nimmt jede sinnliche Begierde noch zu, doch dafür verstärken sich in den höheren Sphären die besten Eigenschaften. Das Gefühl der Pflicht erstarkt und äußert sich dann in besonderer Weise bei nachfolgenden Verkörperungen. Ein hoher Geist widersetzt sich dem natürlichen Daseinswechsel nicht. Er freut sich selbst über die Möglichkeit, einen neuen Aspekt seines Lebens zu vervollkommnen. Er hilft selbst mit, schwierige Aufgaben zu finden, um an ihnen das erneuerte Bewußtsein zu erproben. Jeder hohe Geist strebt auf einen schweren Weg, doch der Schwache wird sein feiges Müßiggängertum zu bewahren suchen.
     Zu Uns kommt man nur auf schwierigen Wegen. Es ist unmöglich, einen einzigen Bruder, eine einzige Schwester zu nennen, die keine schwierigen Wege durchschritten hätten. Jeder hätte seinen Weg erleichtern können, tat es jedoch aufgrund der Dringlichkeit des Aufstiegs nicht. Man kann sich die Atmosphäre vorstellen, die durch solche Anstrengungen komprimiert wird!
     Ohne daran gewöhnt zu sein, wird niemand solche Schwingungen ertragen. Doch außer der Kraft der Schwingungen strahlt klar auch die Einheitlichkeit der Anspannung. Sie tritt in der Tat in einer einzigen Richtung hervor. Es herrscht völlige Einmütigkeit, und die Vielfarbigkeit der Ausstrahlungen bildet einen herrlichen Regenbogen - derart erfüllt ist die Atmosphäre Unserer Wohnstatt.

     84. Urusvati weiß, in welch weitem Maße der Mensch ununterbrochen von der uranfänglichen Energie gelenkt wird. Von großen Heldentaten bis zu gewöhnlichen Alltagserscheinungen befinden die Menschen sich unter der Einwirkung der uranfänglichen Energie. Sie hat derart viele Bezeichnungen erhalten, daß sie in den Augen der Menschheit ihre Einheit verloren hat. Es ist an der Zeit, wieder zu ihrer grundlegenden Bedeutung zurückzukehren, und daher ist es besser, nicht einen der früheren Begriffe zu verwenden, sondern auf den einfachsten und bedeutsamsten einzugehen, nämlich auf den der uranfänglichen Energie.



     Leere Seite.



Das Wichtigste ist, daß die Menschen sich dazu erziehen, ihre Gegenwart wahrzunehmen; dann wird auch die Zusammenarbeit mit ihr bekundet werden.
     Man sollte sich nicht wundern, wenn Wir von einer Zusammenarbeit mit der uns selbst innewohnenden Energie sprechen. Wie kann man denn mit sich selbst zusammenarbeiten? Vergessen wir jedoch nicht, daß die uranfängliche Energie in allem Existierenden ausgegossen ist und unser Energiefunke mit den höheren Strömen ein und derselben Macht zusammenarbeiten muß. Auf diese Weise werden wir die Führung, von der so viel gesprochen wird, besser verstehen. In der Tat, es gibt ebenso Beschützer wie Verführer. Jeder Inkarnierte hat sowohl Freunde wie Feinde um sich herum. Die vergangenen Leben werden notwendigerweise um den Menschen herum viele Kümmernisse und Haß ansammeln. Wenn ein Mensch Hilfe herabruft, so spürt er, daß sich um ihn herum etwas Wirkliches befinden muß. Und, in der Tat, der Mensch irrt darin nicht. Doch wenn er sich noch die Gegenwart der uranfänglichen Energie ganz bewußt machte, so wäre seine Anrufung noch wirksamer.
     Wir möchten jede Art von guter Zusammenarbeit begründen. Wir wären hocherfreut, wenn Wir sehen könnten, daß die Menschen sich einem höchst zuverlässigen Führer zuwendeten. Gerade die uranfängliche Energie zeigt dem Menschen das Maß des Erlaubten auf. Er vernimmt die Stimme des Gewissens, doch die Energie vermittelt den Impuls zu dieser Stimme. Jeder innere Antrieb ist eine Folge der Energie. Doch wir können solche Folgen zu einer Reife weiterführen, indem wir sie bestätigen. Eine solche Bestätigung wird wie das Hervorrufen von Energien sein. Unter den Zeremonien alter Mysterien kann man eine innige Anrufung dieser Kräfte finden. Dies darf man nicht nur als eine Abschirmung gegenüber finsteren Mächten verstehen, sondern gerade als einen Aufruf derjenigen Kräfte, die in der Tiefe des Organismus verborgen sind. So kann jeder seine Kräfte vervollkommnen, indem er sie anerkennt.

     85. Urusvati fühlt den Magnetismus der Dinge. Solch eine Fähigkeit ergibt sich durch die Synthese vieler feinstofflicher Empfindungen. Laßt uns nicht von einer Darstellung der Geschichte jedes einzelnen Gegenstandes sprechen, da allzu viele Aufschichtungen Hinweise aus verschiedenen Zeiten mit einbringen könnten. Außerdem wäre es nicht dienlich, wenn die Menschen bei jeder Berührung eines Gegenstandes gleich einen ganzen Bericht von dessen Leben geben würden. Es ist wichtig, das Wesen der Dinge wahrnehmen und deren Harmonie spüren zu können; besonders wichtig ist dies für das tägliche Leben, um Dingen mit ungünstiger Schwingung ausweichen zu können.



     Viele Gegenstände erfahren im Laufe ihrer Existenz ungünstige Nachbarschaften, die auf sie einwirken. Sogar Gegenstände aus neuester Produktion tragen die Ausstrahlungen ihres Herstellers. Es ist unmöglich, sich in solche Einzelheiten der Dinge zu vertiefen, doch mittels der uranfänglichen Energie sollte man rechtzeitig das Wesen der Dinge, die sie umgeben, erkennen. Man sollte keine Gegenstände in seiner Nähe belassen, die eine bedrückende Empfindung verursachen.
     Der Magnetismus von Dingen zeigt sich auch bei Ringen, die ihr Aussehen verändern. Ich erinnere an einen Ring, dessen Farbe sich in Abhängigkeit von Ereignissen änderte. Der Magnetismus des Wassers ist euch bekannt, doch der Magnetismus einiger Metalle erweist sich als ein komplizierterer Umstand. So hatten Wir einen Ring zu Uns genommen, um ihn zu magnetisieren. Laßt uns solche Gegenstände nicht als magisch bezeichnen, sie sind nur mit der uranfänglichen Energie der sie tragenden Person in Übereinstimmung gebracht worden. Nicht der Ring hat die Qualität des Ereignisses angezeigt, sondern die uranfängliche Energie seines Besitzers. Reines Silber reagiert in seiner Schwingung auf die uranfängliche Energie. Der Ring Urusvatis wurde jeweils rot, schwarz oder gelb, ganz in Abhängigkeit von den stattfindenden Ereignissen. Wir führen derartige Experimente durch, da Wir in besonderer Weise die Ausstrahlungen der uranfänglichen Energie untersuchen.
     Vieles unterstützt die Verbindungen mit der Feinstofflichen Welt. Die drei wesentlichen Welten werden bisweilen mit drei Meeresströmungen verglichen. Ein erfahrener Seefahrer schenkt der angeschwemmten oberen Schaumschicht keine Beachtung. Er fürchtet keine mittleren Wogen und sieht einen Sturm an der Tiefenströmung voraus. Ängstigen wir uns nicht vor dem äußerlichen Schaum eines Körpers. Richten wir unsere Aufmerksamkeit auf die feinstofflichen Erscheinungen, und lernen wir, das Wesen an den feurigen Zeichen zu erkennen. Ist doch die uranfängliche Energie feurige Substanz. Wir sind tatsächlich Brüder und Schwestern durch das Feuer. Wenn ihr daher an Uns denkt, umgebt Uns mit Feuer. Und Wir werden euch am feurigen Korn erkennen.

     86. Urusvati kennt die Bedeutung großer Anspannung. Wir sagen: Wendet euch Uns zu. Man muß jedoch darüber nachdenken, wie man sich Uns zuwenden soll. Es kann gesagt werden: Mit ganzem Denken und ganzem Herzen! Es ist leicht, dies zu sagen, schwer jedoch, es zu tun. Sich mit ganzem Herzen zuzuwenden bedeutet, liebzugewinnen. Wo aufrichtige Liebe herrscht, ist kein Platz für Zweifel. Sogar wenn etwas unklar ist, wird der Liebende keinen Tadel äußern. Wo Tadel aufkommen



konnte, herrschte keine volle Liebe.
     In Tagen großer Erschütterungen kann es keine halben Maßnahmen des Gefühls geben. Man muß so einmütig vereint sein, daß es nicht den kleinsten Riß gibt. Feindliche Kräfte nisten gern in solchen Rissen. Das Gift zersetzt die eingerissenen Schichten. Unsere Waffe liegt in der uneingeschränkten Liebe. Mögen alle Unsere Freunde diese sichere Rüstung anlegen. Man darf sich nicht damit trösten, daß ein kleiner Splitter nicht gefährlich sei; sogar der kleinste kann unheilvolle Geschwüre verursachen. In Unserem angespannten Leben sind Risse mangelnden Vertrauens sehr empfindlich spürbar.
     Besonders oft raten Wir dazu, die Gesundheit zu wahren. Lassen Wir es etwa zu, daß Unsere Mitarbeiter unbedacht sind? Wahrhaftig nicht, Wir sehen die Angriffe der Finsteren voraus. Sie bemühen sich besonders eifrig, das Leben der hellen Arbeiter zu verkürzen. Sie nutzen jede Schwächung des Organismus aus, um an der schwachen Stelle anzugreifen. Man darf den Gedanken, daß Unsere Hilfe erschüttert werden könnte, nicht zulassen. Jeder schwankende Schritt kann die Stufe höher ansetzen. Wir können beschützen, wenn die Menschen selbst Uns die Möglichkeit dazu geben. Nicht selten durchtrennt unwürdiges Denken den Faden. Oft senden die Menschen sehr schädliche Gedanken aus, ohne es zu bemerken. Doch in den Stunden großer Erschütterungen muß man sich mit ganzem Herzen dem Lehrer zuwenden und wissen, daß Er keinen Augenblick versäumen wird zu helfen.
     Vertrauen ist unanfechtbares Wissen. Erachtet das Bezeigen von Vertrauen als Mittel zum Fortschreiten. Gewöhnlich entsteht Mißtrauen aus einer unzureichenden Vorstellung von Unseren Arbeiten. Man muß jeden Zustand mit den Weltverhältnissen vergleichen. Ebenso muß man erkennen, wie viele menschliche Fehler eine Hilfe erschweren. Die Menschen vernichten die besten Möglichkeiten. Wir weisen auf die Unabdingbarkeit der Einigkeit hin, aber noch nicht einmal drei Menschen können diese Forderung erfüllen. Wenn sie sich doch wenigstens angesichts der Gefahr um Einigkeit bemühten, wenn schon nicht aus dem Herzen heraus, so doch zumindest aus vernünftiger Einsicht. So muß man in den Tagen großer Erschütterungen denken.

     87. Urusvati weiß, mit welchem Eifer Wir Uns mit der Astrochemie befassen. Die interplanetaren chemischen Einwirkungen werden Gegenstand der zukünftigen Wissenschaft sein. Gleich unter welcher Bezeichnung, in den Lehrinstituten wird diesem Gegenstand



     große Aufmerksamkeit gewidmet werden. Es wäre richtig, ein solches Fach "Psychochemie" zu nennen, da nicht nur Himmelskörper, sondern alles Existierende starke Chemismen ausstrahlen. Es ist bereits an der Zeit, die Aufmerksamkeit auf solche Wechselwirkungen zu richten, nicht nur unter dem Gesichtspunkt des sogenannten Magnetismus, sondern gerade unter dem der chemischen Reaktionen.
     Jeder Händedruck bringt schon eine gewisse chemische Wechselwirkung mit sich. Auf diesem Wege können nicht nur physische Infektionen übertragen werden, sondern es werden auch psychochemische Substanzen erzeugt. Die Menschen lehnen nicht nur solche Einwirkungen ab, sondern halten es nicht einmal für möglich, daß alle interplanetaren Räume von starken chemischen Strahlungen erfüllt sind. Zwar spricht man viel von der Spektralanalyse, doch damit zusammenhängende Schlußfolgerungen bleiben in den Grenzen der Abstraktion. Indessen üben die chemischen Strahlen einen überaus bemerkenswerten Einfluß auf das irdische Leben aus. Würde man wenigstens teilweise erkennen, daß alle Körper Ausstrahlungen aufweisen, so wäre der nächste Schritt die Erkenntnis des Chemismus solcher Ausstrahlungen. Vom Kleinen kann man auch zum Großen gelangen, und so auch zu den interplanetaren Einwirkungen.
     Wir befassen Uns in größtem Eifer mit der Psychochemie. Die Beschaffenheit der Feinstofflichen Welt unterstützt solche Forschungen, da sie voller feinstofflichster Chemismen ist. Solch eine Eigenschaft unterstützt ferne Verbindungen, und es ergibt sich eine Art feinfühliger Unterscheidung. Möge jeder Mensch mit solchen Versuchen beginnen und dabei verfolgen, warum er Anziehung oder Abstossung bei verschiedenen Gegenständen empfindet. Geduldiges Beobachten wird dazu verhelfen, ein ganzes System solcher Erscheinungen zu entdecken. Später jedoch wird man auch in Chemielaboratorien entsprechende Experimente beginnen. Man wird indessen verstehen können, weshalb sogar reine Substanzen gewisse unterschiedliche Eigenschaften aufweisen. Gerade solche reinen Substanzen saugen psychochemische Einwirkungen auf. So laßt uns mit allem Existierenden umsichtig sein, ohne aber die Wirkungsstärke unseres Handelns einzubüßen.

     88. Urusvati ist empört, wenn sie von dem Krieg erfährt, über den auch Unsere Schwester O. sich so entsetzt. Wir alle grämen Uns über die Bekundungen der menschlichen Roheit. Die roheste Äußerung des freien Willens ist der Krieg. Die Menschen wollen nicht darüber nachdenken, welche Art von Strömen sie hervorrufen und welche Bedeutung dieser Massenmord hat! Die alten Vermächtnisse haben wahrheitsgemäß darauf hingewiesen, daß derjenige, der das Schwert erhebt, durch das Schwert umkommen wird.



     Das Karma des Angreifers ist von dem des Verteidigers verschieden. Es kann gezeigt werden, wie sehr alle Angreifer sich den schwersten Folgen aussetzen, und in der Feinstofflichen Welt ist ihre Situation nicht leicht. Die Menschen trösten sich gewöhnlich damit, daß große Sieger im Verlauf ihres irdischen Lebens nicht die Last des Karma auf sich verspüren. Doch Karma tritt nicht sofort hervor. Es nähert sich auf einem besonderen Wege. Und schließlich - setzt sich das Leben etwa nicht ohne Unterbrechung fort? Weise erkennen ihre irdischen Leben als eine einzige Perlenkette.
     Nun laßt uns die Angreifer daran erinnern, daß sie ihr Karma nicht allein durch Mord erschweren, sondern auch durch die Verunreinigung der Atmosphäre, die bei jedem Krieg stattfindet. Solch eine Vergiftung der Erde wie auch anderer Sphären wird sich auf lange Zeit hin auswirken.
     Ihr, die ihr gewaltsam in das Land eures Nachbarn einfallt - hat euch etwa niemand irgendwann einmal gesagt, welche Folgen euer Brudermord hervorrufen wird?
     Unsere Wohnstatt ist Zeuge vieler Kriege gewesen. Wir können sagen, wie sehr dieses Übel sich in völlig unerwarteten Formen vermehrt. Die Menschen wissen, daß Schüsse Regen auslösen können, werden aber dadurch entstehende giftige Gase nicht die entsetzlichsten Erscheinungen hervorrufen? So kann man sich vorstellen, wie sehr betrübt Wir darüber sind, diese roheste Erscheinung des freien Willens sehen zu müssen. Dieser Wille wurde jedoch als höchste Gabe überreicht.

     89. Urusvati versteht die Bedeutung des Schweigens. Doch welcher Art sollte das Schweigen sein? Die Menschen sind der Auffassung, daß das Nichtaussprechen eines Lautes bereits Schweigen sei. Doch um seine wahre Macht zu entfalten, muß das Schweigen das gesamte Wesen ergreifen und erfüllen, dann wird sich die Verbindung mit der höheren Welt einstellen und ein Anwachsen der Energie erfolgen. Wir kennen diese Stunden des Zustroms von Energie. Es kann bestätigt werden, daß ein solches Schweigen höchste Anspannung darstellt.
     Man muß sich solch eine Fähigkeit anerziehen; jeder erlangt sie allmählich. Über verschiedene Leben hinweg läßt sich verfolgen, wie die Erkenntnis der Energie angesammelt wird. Der Mensch kann aus jedem beliebigen Wesenszustand heraus damit beginnen, seine Möglichkeiten zu vertiefen. Je eher er an eine Vermehrung seiner Erkenntnisse herangeht, desto besser.
     Wenn in Unserem Turm Schweigen herrscht, so bedeutet es, daß sich eine besondere Anspannung entwickelt. Die Verbindung mit der höchsten Welt stellt das Schöpfen neuer Kräfte dar. Wie alles Existierende bedürfen auch Wir einer solchen



Ansammlung von Energie. Es wäre falsch anzunehmen, daß Wir keiner Erneuerung von Energie bedürften. Ich zeige Uns von einer menschlichen Seite, um so das Band mit der Menschheit stärker zu festigen. Wir wünschen keineswegs, Uns als über den Wolken schwebende Wesen darzustellen, im Gegenteil, Wir möchten den Menschen vertraute Arbeiter sein. Auf diese Weise möge sich Vertrautheit bilden, die eine Schwelle zur Zusammenarbeit sein kann, eine Vertrautheit, die besonders notwendig ist.

     90. Urusvati hat erfahren, daß eine Umlenkung des Sehvermögens Erinnerungen an frühere Verkörperungen heben kann. Man könnte meinen, daß die Fähigkeit zu solcher Konzentration des Sehvermögens jedem Menschen eigen sei, aber zwei Bedingungen lassen dies zu einer ausnahmsweisen Erfahrung im irdischen Körper geraten; erforderlich ist eine besondere Anspannung der psychischen Energie, und ebenso unerläßlich ist eine außerordentliche Anspannung der Sehnerven. Wie sich in einem Kaleidoskop aus einzelnen Teilchen ganze Bilder gestalten, so gewinnen aus den tiefliegenden Ausstrahlungen früherer Erfahrungen Bilder des Vergangenen Gestalt.
     Ich bestätige, daß dieses Experiment im irdischen Körper schwer durchzuführen ist. Wir lassen es nur selten zu, da es sich nachteilig auf das Sehvermögen auswirkt. So kann man im irdischen Körper viel Bemerkenswertes sehen, doch die Lebensbedingungen erlauben es oft nicht, diese naturgegebenen Möglichkeiten anzuwenden. Auch bei Uns müssen jene, die sich im physischen Körper aufhalten, umsichtig solche Anspannungen berücksichtigen. Die Menschen werden wahrscheinlich nicht verstehen, weshalb sogar in Unserer Wohnstatt die irdischen Gesetze Anwendung finden müssen. Für die Menschen ist entweder alles möglich oder alles unmöglich. Sie wollen nicht verstehen, daß es die Gesetze des Weltalls sind, die geachtet werden müssen.
     Viele Male haben die Menschen sich erst an Uns erinnert, wenn eine Tat bereits vollbracht war, oder sie bedachten Uns mit Vorhaltungen, wenn etwas sich noch nicht vollzogen hatte. Wir möchten nach Möglichkeit eine größere Anzahl von Voraussetzungen schaffen, die eine natürliche Verbindung mit Uns unterstützen. Früher sprachen Wir nicht darüber, wie leicht man mit Uns in Verbindung treten könne, doch jetzt erachten Wir es für notwendig, die Menschen daran zu erinnern, daß Wir bereit sind, dort zu helfen, wo die Umstände für solch eine Verbindung gegeben sind. In den vorausgegangenen Büchern sind viele Voraussetzungen zur Harmonisierung des menschlichen Bewußtseins aufgezeigt worden. Jene, die sich die Lehre aufmerksam aneignen, können den Weg der Verbindung mit Uns leicht verstehen.



     Wir sind keine Wahrsager, Wir sind keine Rächer, Wir sind keine Bedrücker, doch Wir sind die Weber von Flügeln, Wir sind die Schmiede der Rüstung, Wir sind die Führer des Denkens. Man muß jedoch verstehen, daß eine vielschichtig zusammengesetzte Energie einer umsichtigen Annäherung bedarf. Durch höchst unangemessene Berührungen kann große Not verursacht werden. Wir haben an das Beispiel erinnert, wie leicht man frühere Verkörperungen schauen kann, doch darunter kann das Sehvermögen leiden. Ebenso muß auch in der Verbindung mit Uns die Macht des Herzens angewandt werden, kein Zwang, sondern natürliche Bestrebung, die im Fundament des ganzen Lebens angelegt sein muß.

     91. Urusvati kennt das Ausmaß der Bestrebung. Dieses Maß muß im Bewußtsein verwirklicht werden. Es ist unmöglich, es mittels des Verstandes zu erzwingen. Nur mit den Augen des Herzens kann man erkennen, ob nicht irgendeine Möglichkeit bleibt, die Bestrebung noch mehr zu steigern. Man kann sich über jede Bestrebung, die im höchsten Ausmaß erfolgt, freuen. Solch ein volles Ausmaß erzeugt Sphärenmusik. Eine besondere Harmonisierung entsteht, wenn alle Saiten des Herzens erklingen. Nehmt solche Vergleiche nicht als Symbole; schon vor langem haben Wir von den Augen des Herzens gesprochen. Besonders der Mensch sieht mit ihnen und hört mit den Ohren des Herzens. Wie könnten wir ohne diese Organe existieren!
     In Unserer Wohnstatt verwenden Wir besondere Apparate, die die Tätigkeit des Herzens verstärken. Wir würden Uns freuen, könnten Wir sie breiter Verwendung überlassen, doch menschliche Hände würden damit nur Herzensweh schaffen. Derartige Apparate dürfen nicht ohne Übereinstimmung der Gedanken angewendet werden, sonst überlasten sie das Herz nur. Zudem müssen die Umgebungsverhältnisse beachtet werden. Ihr wißt, wie leicht es ist, sich mit Uns zu verbinden, wenn die Feuer des Herzens entflammt sind, und wenn der Geist in schöpferischem Aufschwung triumphiert. Daher sagen Wir - hütet euch vor Gereiztheit und Furcht. Diese nichtigen Beschränkungen entfernen euch nicht nur von Uns, sondern belasten Uns zudem. Sucht im Naheliegenden, sucht im Kleinen, sucht im Alltäglichen. Wir sprechen von den Pfaden, die in die fernen Welten führen sollen. Das Nichtige ist für solche Vorbereitungen untauglich.
     Man kann Beispiele von Annäherung an die Bruderschaft nennen. Gerade in verschiedenen Jahrhunderten ist ein hohes Maß an schöpferischer Begeisterung erkennbar. Wenn die Bruderschaft den Auftrag erteilt, ein großes Opfer zu erbringen, kann man da ohne Begeisterung ins Leben eintreten? Das Ausmaß der Bestrebung



wird von der Begeisterung geschaffen. Wir fördern solch erhabenes Fortschreiten. Mögen nicht Tand und Staub den herrlichen Pfad beschmutzen. Laßt uns nicht durch Einzelheiten des Weges in Zweifel geraten. Sogar Abgründe kann man auf dem Regenbogen des Lichts überschreiten. Doch der Regenbogen kommt nach dem Sturm. So laßt uns das Ausmaß der Bestrebung im Gedächtnis bewahren.
     Keine menschliche Verwirrung, keine Lästerung wird den Pfad des herrlichen Opfers beschmutzen.

     92. Urusvati weiß, daß Zusammenarbeit mit Uns Großer Dienst und Verehrung der Hierarchie ist. Soviel Zersplitterung hat die Welt erfüllt, daß man weltweit eine Vereinigung der Begriffe finden muß. Wir werden mit vielen Namen in verschiedenen Sprachen benannt. Auch Unsere Arbeit wird von den Menschen unterschiedlich aufgefaßt. Man darf unmöglich eine noch weitergehende Aufspaltung zulassen. Nicht eine einzige Lehre ist geblieben, die nicht durch Falschauslegung zerstückelt worden wäre. Sogar die Bewegung der vor weniger als einem Jahrhundert gegebenen Lehre ist bereits in viele sich gegenseitig bekämpfende Gruppen zerfallen. Daher ist es notwendig, die Begriffe zu vereinigen.
     Der uranfänglichen Energie sind viele Namen gegeben worden. Es ist unmöglich, sich nicht darüber zu wundern, wie die Menschen über ein und dasselbe streiten. So schlagen Wir vor, alle zufälligen Bezeichnungen zu vergessen und sich der uranfänglichen Energie zuzuwenden. Eine solche Vereinheitlichung sollte die Wissenschaft nicht kränken, da sie versteht, daß sich unter verschiedenen Aspekten eine einzige, grundlegende Energie verbirgt. Genau das gleiche laßt uns auf Unsere Namen beziehen. Möge nur der Begriff der Bruderschaft übrigbleiben, und es wird nicht mehr nötig sein, sich den vielsprachigen Bezeichnungen zuzuwenden.
     In jeder Periode gibt es Jahrhunderte der Zersplitterung und darauf eine Phase der Vereinigung. So muß man sich auf das Folgende vorbereiten. Diese Weisung sollte nicht als Rat zur Übung im Sammeln von Begriffen aufgefaßt werden. Man sollte sie hingegen als dringende Hilfe zur Zusammenführung der Aufteilungen der Menschheit verstehen, worin auch die Richtung des Großen Dienens und die Annahme der Hierarchie mit inbegriffen sein wird. Dies wird von den Menschen bisher nur unklar verstanden.
     Ihr tut recht, indem ihr das Buch über die Hierarchie mit einem hohen Anspruch verbunden herausgebt. Viele ertragen die Vorstellung von einer freien Annahme solcher Hierarchie nicht. Es darf nichts erzwungen werden, wenn das Bewußtsein



verdunkelt ist; allein der freie Wille wird irgendwann den Weg zum Großen Dienen aufzeigen. So kann man sehen, worauf Unser inneres Leben gerichtet ist. Denkt über die Einheit von allem nach - gerade in Tagen entsetzlicher Abkehr von ihr.

     93. Urusvati hat es seit langem erahnt, Wer das Haupt der Bruderschaft ist. Man kann eine lange Reihe von Leben und von Aufenthalten in der Feinstofflichen Welt verfolgen, doch bei all ihrer Verschiedenartigkeit wird man immer eine einzige grundlegende Aufgabe des Daseins feststellen können. Desgleichen kann man sehen, daß irdische Tempel und Festungen eingestürzt sind, doch daß die Ideen, die sie geschaffen haben, nicht vergehen. Diese Ideen nähren nicht nur ganze Geschlechter, sondern erblühen sogar nach Jahrhunderten herrlich in neuem Verstehen. Wir messen einer scheinbaren Erschütterung des Fundaments keine Bedeutung bei, wohl wissend, daß die innere Grundlage eben unerschütterlich ist.
     Man kann eine Reihe von Inkarnationen miteinander vergleichen und sich über die Verschiedenartigkeit ihrer äußeren Form sehr wundern: Herrscher, duldender geistiger Lehrer, Held, Einsiedler, Führer von Völkern, weiser Regent, Monarch, Philosoph und schließlich, in der Feinstofflichen Welt, Arzt und Heiler irdischer Völker. Es wäre zu langwierig, alle vergangenen Leben aufzuzählen, doch immer waltete dasselbe Dienen und dieselbe Zielsetzung. Beim Dienen in der Feinstofflichen Welt herrscht mehr Ungestörtheit, da es möglich ist, sich in einem festgesetzten Kreis zu bewegen, in dem die Energie nicht ziellos beansprucht wird. Auf der Erde indessen ist weniger eine fortschreitende als eine verteidigende Energie dienlich. Man muß sich im Verlauf von Jahrhunderten dazu erziehen, die Energie nur dort auszugeben, wo sie nützlich sein kann. Erinnert euch jedoch daran, daß jedes Aussenden mit einem auf das Wohl gerichteten Ziel ein gutes Ergebnis zeitigt.
     Wir haben die Ruinen ehemals heiliger Stätten, die Wir selbst einst errichtet hatten, aufsuchen müssen. Es gibt ihrer viele in Ägypten und Griechenland, wie auf der ganzen Erde. Doch Wir wissen, daß die Mauern ihren Dienst erfüllt haben und jetzt nicht mehr gebraucht werden. Ungeachtet dessen verliert die innere Grundlage ihre Lebenskraft nicht - so sprechen Wir, die Wir viel erfahren und gesehen haben. Die Menschen begreifen oft nicht den engen Zusammenhang zwischen Vergangenheit und Zukunft. Unsere Wohnstatt hütet so viele Beispiele Großen Dienens, daß man bezeugen kann, wie lebendig alle erbrachten Opfer sind.
     Inmitten all Unserer Arbeiten vergessen Wir jene nicht, die ein herrliches Opfer dargebracht haben.



     94. Urusvati weiß sehr gut, daß es überaus schwierig ist, die Ströme des freien menschlichen Willens in Übereinstimmung zu bringen. Es hat bisher kein Kataklysma die Aufmerksamkeit der Menschheit auf den Tatbestand lenken können, durch den es geschaffen wurde. Laßt uns daran erinnern, daß zu Zeiten vergangener großer Kataklysmen die Überlebenden sich keine Mühe gaben, über die Ursachen des Geschehens nachzudenken. Sie hielten sich für unschuldige Opfer irgendeines grausamen Schicksals. Sie verbesserten ihr Bewußtsein nicht, und statt eine Läuterung einzuleiten, begannen sie in ihrem Wahnsinnswillen neue Schlachten.
     Die Willensströme geraten sehr schnell in Konflikt miteinander, und eine undisziplinierte Denkweise erfüllt den Raum mit überaus zerstörerischen Explosionen. Aller Wahrscheinlichkeit nach werden die Unwissenden erneut sagen, daß Wir drohen und einschüchtern wollten. Doch mögen sie sich den Tafeln der Geschichte zuwenden. Mögen sie die Katastrophen der Menschheit genau studieren. Nicht vom Himmel sind diese Katastrophen ausgegangen, sondern von den menschlichen Herden. Die Menschen verfolgen ausgerechnet ihre Retter, was man mit einem Musikanten vergleichen kann, der alle Saiten noch kurz vor dem Auftritt zerreißt.
     Es wird unausweichlich sein, daß Wir der Grausamkeit bezichtigt werden, wenn Wir an die naturgesetzmäßigen Folgeerscheinungen von Unwissenheit und Wahnsinn erinnern. Es fehlen die irdischen Worte, um die Menschen nachdrücklich genug davor zu warnen, sich ins Verderben zu stürzen, den ganzen Planeten zugrundezurichten und den Raum zu beschmutzen. Eine über Jahrhunderte hinweg angesammelte Geduld ist erforderlich, der Menschheit Rettung zu bringen und dabei zu wissen, wie sehr sie abgelehnt und gekreuzigt werden wird. An jedem Tag und zu jeder Stunde beschimpft man Uns irgendwo und weist die helfende Hand zurück.
     Man kann sich vorstellen, welche Ströme eines von Wahnsinn bestimmten Willens jegliche, auf das Wohl gerichtete Bewegung zugrundezurichten suchen! Warum über ferne Hierophanten des Bösen nachdenken, wenn die Menschen, während sie angeblich das Böse bekämpfen, es selbst bis zum Äußersten vermehren. So ist die Lage der Erde. Die undankbaren Söhne der Erde eilen, den Zeitpunkt der Katastrophe näher heranzurücken, und jede Warnung wird als eine Beleidigung aufgefaßt. Auf diese Weise hat die Welt die Wahrheit von Golgatha vorgezeichnet.
     So muß man auch diese Seite Unseres inneren Lebens kennen. Nehmt sie zur Kenntnis und arbeitet daran, Verständnis für die Wirklichkeit zu offenbaren.

     95. Urusvati kennt irdische Stickigkeit. So bezeichnen Wir einen Zustand der Atmosphäre, wenn,



unter der Anspannung unterirdischen Feuers und der Einwirkung menschlichen Wahnsinns, schwere räumliche Ströme eine unerträgliche Niedergeschlagenheit schaffen. Wir kennen solche Perioden. Die Menschen suchen eine solche Lage mit Sonnenflecken zu erklären, mit dem Vorüberziehen von Kometen; doch derartige äußere Bedingungen können keine in solchem Maße unerträglich schweren Druckverhältnisse schaffen. Selbst das unterirdische Feuer ist nicht imstande, ohne Mitwirkung des Menschen den ganzen Planeten so weitgehend einzukreisen.
     Die Menschen spüren Niedergeschlagenheit, eine nervöse Unbeherrschtheit bemächtigt sich ihrer, doch sie können nicht bestimmen, worin die Ursache liegt. Viele verweisen auf Massenepidemien, auf neue Krankheitsformen, erkennen jedoch nicht ihr eigenes Verhalten als den Hauptgrund an. So entwickelt sich die irdische Stickigkeit. Feinfühlige Herzen erfahren sie in besonders schwerer Weise. Sogar physische Schwüle und eine Niedergeschlagenheit des Herzens machen sich bemerkbar. Man kann hier zu einer besonderen Behutsamkeit im Umgang mit dem Herzen raten. Eines läßt sich zum Trost sagen: daß nämlich solche überaus belastenden Druckverhältnisse nicht lange anhalten werden. Sie können sich unter einem Zustrom von Prana auflösen oder ein Kataklysma nach sich ziehen. Doch mitunter ist sogar ein Kataklysma besser als diese leichenartige Stickigkeit.
     Wir kennen diese Stickigkeit.

     96. Urusvati kennt die Bedeutung der Synthese. Eine Verneinung dieser Grundlage zerstört wahrlich oft überaus nützliche Taten. Das Verstehen der Bedeutung Unserer Wohnstatt leidet unter willkürlicher Abgrenzung. Die einen halten Uns für Einsiedler am Kailas, andere sehen Uns als Wesenheiten der Feinstofflichen Welt an - solche Unterteilungen zerstören die Synthese Unseres Daseins.
     Die Menschen wollen überaus logische Argumente nicht annehmen, nur um ihre Hypothesen nicht erweitern zu müssen, doch auf diese Weise erleidet gerade der Sinn Unserer Existenz Schaden. Wenn Unser Spannungsfeld als Verbindung zwischen den Welten fungiert, so müssen in ihr die Bedingungen sowohl der physischen als auch der feinstofflichen Welt zum Ausdruck kommen. Eine solch einfache Überlegung jedoch kann nur derjenige anstellen, der die Erhabenheit der Synthese versteht.
     Alle Menschen können entsprechend ihrer Anerkennung der Synthese eingeteilt werden; es lassen sich viele finden, die einen Nutzen der Synthese wütend verneinen, doch sie kennen die Geschichte der Menschheit nicht.



     Gab es etwa keine Epochen blühender Entwicklung, in denen zeitweise die Erkenntnis der Synthese herrschte? So hat sich jede Zusammenarbeit der Zentren als eine Erweiterung des Bewußtseins erwiesen.
     Glaubt nicht, daß begrenztes Fachwissen den Ruhm einer Epoche entscheiden könnte. Allein wohlwollende, integrierende Synthese wird den Antrieb zu neuer Fortentwicklung des Bewußtseins verleihen.
     So laßt uns nicht vergessen, daß Beschränkung einem Verstehen Unserer Bruderschaft im Wege stehen kann.

     97. Urusvati kennt das Gleichgewicht zwischen Harmonie und Evolution. Unwissenheit stellt diese verwandten Begriffe oft in einen Gegensatz zueinander. Wahrhaftig, ist es denn möglich, daß Evolution nicht harmonisch wäre? Kann es Harmonie ohne Evolution geben? Die Menschen jedoch möchten Harmonie als etwas Unbewegliches und Tatenloses sehen. Die Menschen wünschen, daß Harmonie ihre Verantwortungslosigkeit verbräme. Wenn die Welt erbebt, ziehen die Menschen es vor, in süßem Vergessen dazusitzen und solch einen totenähnlichen Zustand mit dem erhabenen Wort "Harmonie" zu bezeichnen.
     Starke Akkorde der Harmonie sind jedoch überaus angespannt, und indem sie anwachsen, nähern sie sich der Evolution. Ebenso liegt das Heil der Evolution in ihrer stetigen Steigerung der Bewegung. Herrlich ist das Bewußtsein, daß die Welt in bestrebter Bewegung unaufhörlich evolviert. Evolution kann unmöglich ein statischer Zustand sein. Doch die Menschen werfen keinen Blick in die Zukunft und sinnen insgeheim über einen Zustand der Unbeweglichkeit nach, den es nicht gibt. Die Evolution ist herrlich, da sie in ihrer Spiralbewegung in ewigem Aufstieg voranschreitet. Sogar die Konvulsionen des Chaos werden den Aufstieg der Spirale nicht zum Stillstand bringen.
     Nicht immer können die Menschen im irdischen Zustand nutzbringende Steigerungen der Entwicklungsbewegung wahrnehmen. Jede Steigerung erfolgt unter Qualen, bei Blitz und Wirbelwind. Nur ein vollkommenes Bewußtsein kann im Sturm das Aufblitzen der Wahrheit erkennen. Und jeder aufsteigende Denker muß seine Erkenntnis der Wahrheit im Leben in die Tat umsetzen. Ohne eigene Anwendung der Wahrheit im Leben kann der Mensch nicht als Denker bezeichnet werden. Der Gedanke ist Leben, und das Leben wird durch den Gedanken in Bewegung versetzt. So versteht ihr zwei Grundlagen Unseres Daseins. Wir leben in Harmonie für die Evolution. Wir müssen evolvieren, da wir uns andernfalls in Mumien verwandeln.
     Man muß die Evolutionsbewegung liebgewinnen; in ihr ist Ewigkeit begriffen.



     98. Urusvati erfüllt den Auftrag: Heldentat und Tapferkeit! Beide Begriffe sollten über Beispiele von Helden geformt und anerzogen werden. Man muß an Helden erinnern, die übermenschliche Aufgaben bewältigt haben. Dabei ist es notwendig, die ganze Kompliziertheit der sie umgebenden Verhältnisse zu verstehen. Die Geschichtschroniken berichten nicht davon, wie sehr sie aus Nah und Fern bedroht waren. Die Menschen glauben, daß heldenhafte Handlungen plötzlich und ohne lange Vorbereitungen manifestiert werden könnten, doch in Wirklichkeit sehen wir, daß viele Gedanken zusammenkommen müssen, ehe sich der Entschluß zu einer selbstaufopfernden Tat bilden kann.
     Die kühnsten Helden könnten von Visionen aus der Kindheit, von Träumen, von rufenden und befehlenden Stimmen erzählen. Von frühester Kindheit an reifen die Gedanken, auf welche die Antwort erst sehr viel später kommt. Der Held konnte berichten, wie sehr eine bestimmte Kraft seinen Handlungen die Richtung gegeben hat. Der Held könnte unerwartete Worte aussprechen, deren Bedeutung er erst mit der Zeit verstand. So erfüllt Unser Einfluß viele Tatmenschen und festigt ihre Tapferkeit. Man sollte dankbar sein für Unsere beständige Sorge um die Herausbildung von Helden.
     Unsere Wohnstatt ist das Zentrum kühnster Entscheidungen. Hierbei muß große Geduld bekundet werden, um den freien Willen mit dem Konzept der Aufgabe in Übereinstimmung zu bringen. So könnte man Uns an Unserer Geduld gemessen als Prüfsteine bezeichnen.
     Man sollte nicht annehmen, daß alle potentiellen Helden zu einer Entscheidung gelangen, da sich der freie Wille nicht selten einer Entscheidung widersetzt. Doch wenn die Menschen verstehen, wie sehr Wir bemüht sind, ihre erfolgreiche Entwicklung zu unterstützen, so werden sie darüber nachdenken, wie nützlich eine Zusammenarbeit mit Uns ist. Heldentat und Tapferkeit werden dann entflammen und als höchste Freude aufgefaßt werden.

     99. Urusvati wird mit Uns gemeinsam sagen: "Das gegenwärtige Jahrhundert ist die Epoche des Gedankens." In der Tat, erst im gegenwärtigen Jahrhundert begann man zu verstehen, daß der Gedanke Energie ist. Kein Denker vergangener Zeiten enthüllte die Bedeutung des Gedankens als Beweger der Welt. Zur Erkenntnis der Mechanik des Gedankens waren erst das Wissen der Mechanik allgemein und viele andere Entdeckungen erforderlich.
     Es ist richtig, daß Platon von der Kraft des Gedankens wußte, doch er bestätigte vorerst nur die Macht der Ideen. Bis zur bestimmten Frist durfte die Erkenntnis der Mechanik des Gedankens den Massen nicht übergeben werden. Erst jetzt erkennen einige Forscher immer mehr Eigenschaften



des Gedankens. Für solche einfachen Beobachtungen waren viele Jahrhunderte der Entwicklung erforderlich, und nun erst kann man darauf hinweisen, daß der Gedanke ein mechanischer Beweger ist.
     Doch um wieviel schneller und umfassender könnte sich ein Urteil über den Gedanken im Bewußtsein der Massen bilden, wenn die Menschen Unsere Existenz anerkennen würden. Überaus mächtige Gedankenströme eilen aus Unserer Wohnstatt in die Welt. Die Gedankenübertragung auf Entfernung aus einer starken Quelle könnte leicht verstanden werden. Indessen richten jene Menschen, die sich mit Gedankenübertragung befassen, ihre Aufmerksamkeit zu wenig auf ihren eigenen geistigen Zustand. Erneut kann man die alte Wahrheit von der Notwendigkeit erinnern, vor einem Experiment die Hände zu reinigen. Es ist anzuraten, daß Beobachter von Experimenten ihre Aufmerksamkeit auf ihre eigene harmonische Verfassung richten. Bei einer fehlenden Übereinstimmung des eigenen Zustandes mit dem Vorhaben ist eine überzeugende Entwicklung des Experiments nicht zu erwarten. Auf eine solche Weise kann allenfalls das erste Stadium einer Übertragung erreicht werden, doch wünschenswert wäre es, mit der Entwicklung von Übertragungen auf weite Entfernung rascher voranzukommen.
     Man sollte natürlich jenen Gelehrten dankbar sein, die Vorurteile überwinden und die Menschen veranlassen, über ihren Besitz nachzudenken. Wir senden ununterbrochen Gedanken, auf daß sie, Pfeilen gleich, das Bewußtsein der Menschheit erwecken. Mögen die Menschen spüren, wie viele Boten an ihre Türen klopfen.

     100. Urusvati erinnert sich, daß bereits vor zehn Jahren auf die Ereignisse in Spanien im voraus hingewiesen und desgleichen die Jahre anderer großer Ereignisse genannt wurden. Man könnte fragen: Warum konnten die einen Ereignisse im voraus aufgezeigt werden, andere, noch größere jedoch unerwähnt bleiben? Eine solche Frage besitzt, vom irdischen Standpunkt aus, unzweifelhaft ihre Berechtigung. Doch man müßte ebenso mit einer Frage entgegnen: Warum können die einen Ereignisse für wichtiger als die anderen gehalten werden? Vergessen wir nicht, daß außer den irdischen auch noch überirdische Maßstäbe existieren. Ereignisse können das menschliche Urteil erschüttern und gleichzeitig dennoch keine Spuren auf den Tafeln der Geschichte hinterlassen. Andererseits können Ereignisse eintreten, die nur von lokaler Bedeutung zu sein scheinen, in Wirklichkeit jedoch Hebel für eine Wende des Weltgeschehens darstellen. Solche Zusammenstöße irdischer und überirdischer Werturteile können eine Verwirrung der Geister verursachen.
     Uns sind nicht wenige Beschuldigungen zu Ohren gekommen, daß Wir absichtlich die wichtigsten Ereignisse



verheimlicht und nur auf zweitrangige hingewiesen hätten. Darauf sagen Wir: Kleingläubige, woher habt ihr eure Gewichte, um die Weltereignisse wahrheitsgetreu abwägen zu können? Könnt ihr etwa ein Werturteil über die Wechselbeziehungen der Völker untereinander, die die karmischen Folgen in die Tat umsetzen, auf euch nehmen? Sogar über einzelne Personen sollte man behutsam urteilen.
     Nicht selten wird ein Führer zu Lebzeiten falsch eingeschätzt. Erst die Folgeerscheinungen können zeigen, welche Ernte die Saat des Führers einbringt. Sehen kann man nur den heutigen Tag, doch den künftigen Tag muß man spüren. So erweisen sich die Weltereignisse als ein Mosaik, das man nur von den Bergen aus genau erkennen kann.
     Inmitten von Sturm und Wirrnis wird Karma vollendet, und die Fristen werden erfüllt. Ein Land, das gestern noch ein Riese war, kann morgen ein Zwerg sein. Die Menschen mögen sich über solch ein Schicksal wundern, doch Wir sehen die Kette der Ursachen.
     Man muß lernen, das Große vom Kleinen zu unterscheiden.

     101. Urusvati versteht, worum es sich bei lebenden Leichnamen handelt. Üblicherweise ruft diese Erscheinung Verwunderung hervor. Die Menschen sehen, daß Personen, die als lebende Leichname bezeichnet werden, weiterhin ihren Lebensweg auf der Erde fortsetzen können, und so bilden sich Zweifel an der Richtigkeit des gegebenen Hinweises. Doch warum einen Begriff nur auf äußere, physische Erscheinungen begrenzen? Der Organismus weist auf den Tod hin, und solch ein Hinweis ist um vieles wichtiger als physischer Augenschein.
     Selbst in den höchsten Ämtern können Wir einige lebende Leichname benennen; jeder von ihnen trägt auch eine physische Krankheit in sich, doch diese ist nur eine Nebenursache. Die Hauptsache besteht darin, daß der feinstoffliche Körper ausgetreten ist und dann nicht mehr gänzlich in den physischen wieder eintritt. Solche Puppen können nicht mehr selbständig handeln. Sie befinden sich am Gängelband der anderen, ohne es selbst zu bemerken. Sehr erdgebunden denken sie über den Tod mit Grauen. Sie spüren es, daß sie dem irdischen Leben nicht mehr völlig angehören. Gewöhnlich handelt es sich um sogenannte Materialisten, die jede Andeutung einer Fortsetzung des Lebens im feinstofflichen Körper fürchten. Ebenso fürchten sie, einen Blick auf ihre eigenen Taten zu werfen. Jedenfalls sind solche



lebenden Leichname erkennbar und als leere Hüllen zu verstehen. Ich weiß, daß solche Puppen überaus gereizt reagierten, würde man ihre Namen nennen. Wir werden dies nicht tun, da ihr es auch so wißt, von wem Ich spreche. Ebenso wißt ihr, wen Wir als "leeren Ort" bezeichnen.
     Laßt uns keine irdischen Maßstäbe anlegen, sondern einen Blick in die Zukunft werfen. Viele Handlungen kann man zu Recht als Wahnsinn bezeichnen, doch bei der Kompliziertheit der Wechselbeziehungen können sowohl die Djins als auch die Wahnsinnigen nicht unverzüglich vernichtet werden. Wir befinden uns in den Wogen der Weltereignisse, und es ist unmöglich, Knoten zu zerschlagen, die dann eine Katastrophe auslösen können. Die Menschen verlangen nicht selten von Uns, bestimmte Verhältnisse zu beenden, ohne aber zu ahnen, daß die Enden solcher Fäden sich für sie in ein Fangnetz verwandeln können.
     Wir haben viele Sorgen, Ich wiederhole dies, da die Menschen Uns für in Purpur gehüllte Prediger halten, die mit Harfen auf Wolken sitzen.
     Möge die Beschreibung Unserer Sorgen und Arbeiten im Gedächtnis erhalten bleiben.

     102. Urusvati fühlt die Wechselbeziehung der Welten. Ihre Grenzen sind indessen gewöhnlich nicht erkennbar. Die Welten lösen sich in viele Zustände auf und gehen sogar ineinander über. Nur das Gefühlswissen vermag die Grenzen solcher Daseinszustände zu erkennen, noch schwieriger jedoch ist es, die Evolution der Welten klar zu verstehen. Wenn alles durch Bewegung lebt, so kann der Zustand der Welten kein bewegungsloser sein.
     Wir haben bereits über den verdichteten Astral gesprochen, andererseits erreicht die physische Welt die Energie des Gedankens und modifiziert auf diese Weise den physischen Körper. Das heißt, zwischen der feinstofflichen und der physischen Welt entstehen, geradezu vor den Augen der Menschheit, neue Daseinszustände. Auf die gleiche Weise beginnen sich auch neue Daseinsformen zwischen der Feinstofflichen und der Feurigen Welt zu bilden. Diese neuen Wesensglieder schaffen eine Zugkraft nach oben. Niemand sollte daran zweifeln, daß in der Unbegrenztheit solch grenzenloses Anwachsen möglich ist.
     Wenn wir uns einen sehr großen Helden auf der Erde vorstellen, so wird er natürlich in der Feinstofflichen Welt erst recht eine einzigartige Macht darstellen. Die Berührung mit dem gereinigten Feuer des Raumes wird ihn in die Feurige Welt ziehen. Und es gibt keinerlei Grenzen, die



den Aufstieg eines von Zweifeln unanfechtbaren Geistes behindern könnten.
     Zweifel ist wie ein Riß in einem Luftballon. Unbegrenztheit bedarf der bestrebten Bewegung. Ich sage dies deshalb, um daran zu erinnern, daß die natürliche Bestimmung des Menschen nach oben gerichtet ist. Aber Zweifel sind nichts anderes als eine durchlöcherte Tasche - in ihr kann man keine Diamanten tragen.
     Kehren wir zu Unserer Gemeinschaft zurück. In ihr gibt es keinen Zweifel. Die Anziehung nach oben ist gewaltig. Und es sind starke Anstrengungen erforderlich, um sich nicht von der Erde abzuwenden. Die irdischen Ketten der Entsagung sind freiwillig und bewußt auferlegt. Die Opferbereitschaft erwächst aus Liebe; und die Erfahrung früherer Leben hat die Liebe zu den Leidenden entstehen lassen. Die Erfahrung entzündet entweder die Liebe, oder sie verschärft noch den Haß. Doch wer wird der erste sein, der den Haß entfacht? Ist man nicht selbst schon der Hassende?
     Liebe muß klug und wirkungsstark sein. In einem solchen Verständnis von Liebe kann man aber leicht stolpern oder in Scheinheiligkeit verfallen. Allein Arbeit zum Nutzen der Welt wird Gleichgewicht verleihen. Arbeit wird sowohl Freude wie auch das Verstehen der Unbegrenztheit vermitteln. Und sie wird zum Verständnis der Weltenbewegung führen.
     Man wird fragen: Worin besteht das beste Pranayama? Wie läßt sich der beste Rhythmus herausbilden? Wie kann der Wurm der Verzagtheit besiegt werden? - Durch die Arbeit. Allein in der Arbeit entsteht der Antrieb zur Vervollkommnung. In der Arbeit wird auch die Feuertaufe erfolgen.

     103. Urusvati kennt die Stunde der Dringlichkeit. Es ist nicht leicht, Dringlichkeit mit Harmonie, Zurückhaltung mit Unaufhaltsamkeit zu verbinden. Es lassen sich viele augenscheinliche Gegenüberstellungen nennen, doch das Leben wird für alles einen Platz finden. Wir müssen nur in allem grundsätzlich die Tat bestätigen, und das Gefühlswissen wird dann den Rhythmus der Tat bestimmen. Die Welt schreitet in unaufhaltsamer Bewegung voran, und das Tempo der Arbeit sollte sich diesem Lauf in die Unbegrenztheit anpassen.
     Wir haben bereits von der Anziehung nach oben gesprochen, doch es kann auch einen fortlaufenden Fall in den Abgrund geben. Allein die Arbeit kann jene Qualität geben, die sich als Rettungsring erweisen wird. Man muß es lieben, dem gesamten Leben Qualität zu verleihen. Der geringste Verlust an Qualität drückt alle vorwärts gerichteten Bewegungen nieder. So bedauert ihr zu Recht jene Völker, die die Erhabenheit des gesamten Lebens vergessen haben. Laßt uns jedoch nicht verzweifeln, wenn



das Herzenspotential groß ist. Die Stunde der Dringlichkeit verhilft ebenso dazu, alle Kräfte des Menschen anzuspannen.
     Glaubt nicht, daß Unsere Gemeinschaft nicht auf die Stunde der Dringlichkeit achtete. Solche Dringlichkeit zeigt sich nicht nur in einer einzigen Beziehung, sondern in ganzen Komplexen von Beziehungen und kann anhand der allgemeinen Spannung bestimmt werden. So kann man auch jetzt sehen, wie sehr die Ereignisse drängen. Die Menschen versuchen, diese Dringlichkeit nicht zu bemerken, doch solche Versuche ähneln dem Taumeln von Blinden.
     Laßt uns die Stunde der Dringlichkeit verstehen.

     104. Urusvati wahrt selbst in der Stunde der Gefahr Feierlichkeit. Nur wenige verstehen die Kraft eines solchen Schildes. Inmitten tobender Stürme steht der Fels unverbrüchlicher Feierlichkeit fest, ohne zu schwanken. Man kann jede den Menschen umgebende Macht wissenschaftlich erforschen. Der Mensch selbst kann jede beliebige Kraft in sich hervorrufen und sich aus ihr einen undurchdringlichen Panzer schmieden. Ebenso muß man verstehen, daß Feierlichkeit die beste Brücke zu Uns ist. Unsere Hilfe fliegt schnell über den Kanal der Feierlichkeit, überaus langsam jedoch auf dem Weg der Furcht und Mutlosigkeit.
     Man möge wissen, daß Wir in der Stunde der Gefahr hellblaue Strahlen der Hilfe senden. So hatten gelehrte Brahmanen ein Erdbeben vorausgesagt, doch vollzog es sich dann in nur geringem Ausmaße. Jemand wird von einem Fehler der Gelehrten sprechen, doch wird er nichts von den Maßnahmen wissen, die Wir ergriffen haben. So suchen die Menschen oft die Ereignisse irgendwo weit entfernt, während sich diese hinter ihrem eigenen Rücken vollziehen. Doch der weiße Schwan der Feierlichkeit wird auf dem direkten Wege fliegen.
     Laßt uns nicht vergessen, daß jede Hilfe angenommen werden muß. Wenn Wir auf die Einigkeit als Mittel zum Erfolg hinweisen, so wird solch ein Rat einfach ein wissenschaftlicher sein. Für Uns ist eine bestimmte Spannung der Energie notwendig, die von den Beteiligten durch Einigkeit zu erbringen ist. Ein Einbruch läßt das gesamte Netz zusammenbrechen. Wer vermag zu beurteilen, ob es leicht ist, das zusammengebrochene Netz wieder aufzubauen? Die Menschen wollen über solche einfachen Fragen nicht nachdenken und sind bereit, ihr eigenes Wohlergehen der Gefahr auszusetzen. Wer wird denn entscheiden, wann die Nichtbeachtung eines Ratschlages sich als unheilvoll erweisen kann?
     Wir lenken des öfteren die Aufmerksamkeit der Menschen auf Uns, um auf diese Weise leichter einen Kontakt herzustellen. Doch der freie Wille ermöglicht es ihnen offensichtlich nicht, der Stimme der Bruderschaft Gehör zu schenken.



     105. Urusvati spürt, wie weitreichend die irdischen Aussaaten bei echter Zusammenarbeit sein können. Niemand weiß, wie weit ein menschlicher Gedanke sich unbeschadet fortbewegen kann. Niemand kann gänzlich erfassen, welche Art Auftrag ihm in der Feinstofflichen Welt anvertraut worden ist. Jedem aber ist ein Körnchen des Guten verliehen worden, damit er um dieses herum seine irdische Erfahrung aufschichte. Die Menschen denken jedoch nicht über diese Teilchen des Guten nach, da sie keine Vorstellung von jenen Höchsten Welten hegen wollen, denen die herrlichen Wellen des Guten entspringen.
     Wenn die Menschen sich solcher ihnen anvertrauter Körnchen des Guten erinnerten, so würden viele Erscheinungen des Bösen von allein beseitigt werden. Wir senden den Menschen Gedanken über das ihnen als Auftrag zur Verwirklichung verliehene Gute, doch solche Sendungen werden oftmals nicht nur nicht angenommen, sondern sogar unter Aufbegehren abgelehnt. Solch ein Aufbegehren erwächst aus dem Unwillen, sich der Welten zu erinnern, wo das irdische Leben nur noch als ein Staubkörnchen erscheinen wird.
     Die Menschen können sich nicht vorstellen, daß ihre aufgeblasenen irdischen Ansammlungen vor dem gedanklichen Schaffen in den Höchsten Welten verblassen. Aus solchem irdischen Egoismus erwächst auch die Ablehnung der Zusammenarbeit. Es ist indessen nicht mehr möglich, ohne Zusammenarbeit weiter gefaßte Bereiche zu erkennen. Es ist unerläßlich, die Höheren Welten zu erkennen. Es ist unerläßlich, damit zu beginnen, über sie nachzudenken. In solchem Denken wird man sich auch wieder der zusammen mit einem Auftrag verliehenen Körnchen des Heils erinnern. In der Stunde der Morgendämmerung wird man sich daran erinnern, daß man den Auftrag übernommen hat, feinstoffliche und herrliche Lehren auf die Erde zu bringen. Wird doch jedem, der sich auf eine Verkörperung vorbereitet, seinen Fähigkeiten entsprechend ein Auftrag zur Verwirklichung des Guten mitgegeben. Im Wirbelwind des freien Willens kann der Mensch diesen kostbaren Auftrag zurückweisen, doch irgendwann wird er zurückkehren, um die verstreuten Samenkörner wieder zusammenzusuchen.
     Unter Unseren Arbeiten ist jene besonders schwierig, die Menschen an ihre Bestimmung zu erinnern. Die Menschen bezeichnen Uns sogar als Unsichtbare Regierung, möchten jedoch nicht einmal den einfachsten Rat befolgen. Wieviele Ratschläge werden verworfen und der Verspottung ausgesetzt. So handeln jene, die Uns als Heilige und Weise bezeichnen.

     106. Urusvati weiß, daß unter den feinstofflichen Wahrnehmungen eine der schwierigsten das Hellhören ist. Sehr viele Einflüsse können in solches Hören gewaltsam eindringen. Es ist aufschlußreich,



daß sogar starke Stimmen oder Gedanken durch einen einzigen Laut gefärbt werden können. Der Gedanke vermag zu erklingen. Dieser Umstand wird von den Menschen nicht begriffen. Ebenso schwer fällt es ihnen zu lernen, daß dasjenige Wort erklingen wird, auf das gedanklich der Akzent gesetzt wurde.
     In einer Zeit schwerer Ströme wird auch eine Gedankensendung unliebsamen Einflüssen ausgesetzt sein. Gerade in diesem Moment führen wir Unser Gespräch unter äußerst schwierigen Voraussetzungen. Im Altertum bereits hat man bemerkt, daß belastende kosmische Perioden sehr lange andauern können. Heute jedoch werden, ungeachtet der Erfolge der Wissenschaft, solche kosmischen Bedingungen nicht als Realität anerkannt, und es bleiben nur noch Streitgespräche über die Einflüsse der Sonnenflecken und verschämte Andeutungen über Einwirkungen des Mondes. Letzteres wird dem Bereich der Zauberei zugeordnet, und nur wenige Gelehrte wagen es, an die Einwirkungen des Mondes auf das irdische Leben zu erinnern. Ängstlich denken sie an die vergessene Lehre des Ostens, in der bereits auf die Bedeutung der Mondeinflüsse hingewiesen wurde.
     In den Puranas kann man viele wissenschaftliche Hinweise finden. Urusvati hat schon vor einigen Jahren von Uns über die Bedeutung des Jahres zweiundvierzig gehört. Nun findet diese Frist ein breites Interesse. Das Ende des Kali Yuga muß man bemerken, da mit ihm viele kosmische Ereignisse verbunden sind. Aus mehreren Gründen ist diese Frist verschleiert worden, und nur wenige haben erraten, daß die gigantischen Zahlenzeichen sich als Symbole erweisen würden. Auch die Hinweise über Krishna, den Avatar Vishnu, sind symbolisch. Ihr versteht sehr gut, auf welchen Begriff diese Hinweise sich beziehen. Schon jetzt kann jeder eine ungewöhnliche Zunahme von Ereignissen bemerken. Das Harmagedon ist lange vorhergesagt worden. Die Besonderheiten des Kali Yuga sind in den Puranas beschrieben, doch sogar wache Geister haben ihre Aufmerksamkeit nicht auf solche Hinweise gerichtet.
     Das Ungewöhnliche der Ereignisse beunruhigt die Menschheit wenig. Nichtsdestoweniger ist auch die Verwirrung der Geister vor langem prophezeit worden. Die Bekanntgabe einer solchen wichtigen Frist vermittelt auch Unserer Wohnstatt einen besonders angespannten Rhythmus.
     Die Menschen klagen, daß sie damit absolut nichts anfangen könnten. Doch solch eine Haltung resultiert aus dem Rhythmuswechsel. Das innere Bewußtsein hat das Zukünftige schon aufgenommen, aber



die mechanische Routine hängt noch an den Formen des Kali Yuga. Durch diese Bewußtseinsspaltung erwächst Uns eine weitere Anspannung des Arbeitsrhythmus. Über der Erde schweben drohend alle möglichen Erschütterungen. Karma arbeitet verstärkt. Man muß daran denken, daß Karma-Dev auch nicht eine Stunde verstreichen läßt. So spannt diese Macht sich vor dem Wechsel des Yuga besonders an. Laßt uns dessen bewußt werden und ganz von Tapferkeit erfüllt sein.

     107. Urusvati weiß, daß die meisten Krankheiten durch Suggestion entstehen. Es wird viel über Autosuggestion gesprochen, doch weniger Aufmerksamkeit widmet man der Suggestion auf Entfernung. Mittels des Gedankens kann man auf Entfernung hin Krankheiten behandeln, doch genauso auch hervorrufen. Solch ein Umstand wird zukünftig erforscht werden, doch jetzt halten es nur wenige für möglich, daß eine Krankheit mittels eines Gedankens über weite Entfernung hinweg verursacht werden kann. Hierbei ist es besonders bemerkenswert, daß der Gedanke direkt oder indirekt sein Ziel erreichen kann, doch die Pfeile dringen in die Zellen ein, die sich dann zu einer Erkrankung organisieren. Der Begriff des sogenannten bösen Blickes hat eine uralte Begründung. Ein solcher indirekter Gedanke war vielleicht nicht darauf ausgerichtet, eine bestimmte Erkrankung hervorzurufen, doch die Energie des Bösen wird den Organismus an seiner schwächsten Stelle verletzen oder ihn seines Selbstschutzes berauben.
     Es ist lehrreich zu beobachten, daß ein Gedanke nicht nur äußere Krankheitssymptome verursachen, sondern auch ruhende Krankheitskeime veranlassen kann, aktiv zu werden und das Werk der Zerstörung zu beginnen. Ist das etwa kein Beweis der Gedankenenergie? Eine Unzahl solcher Gedankensendungen irren auf der Erde umher.
     Die Ärzte vermuten, daß Infektionen allein auf mechanischem Wege erfolgen, vergessen jedoch die hauptsächliche, treibende Kraft gleichartiger Infektionen. So sollte die Wissenschaft des Gedankens als überaus vielschichtig aufgefaßt werden. Radiowellen können sich gegenseitig stören, und Gedankensendungen können unerwartete Verwirrungen hervorrufen. Die Menschen bemerken sie nicht, aber dadurch ist noch nicht bewiesen, daß solche Erscheinungen nicht existieren. Es existiert vieles, was noch nicht bemerkt wird.
     Ihr könnt euch jetzt vorstellen, wie kompliziert Unsere Arbeit ist, wenn Wir nicht nur Gedankensendungen verstärkend unterstützen, sondern auch vielen bösen Elementen Einhalt gebieten müssen, die Seuchen in Umlauf bringen. Wir können beobachten, wie sehr die Menschen



selbst gefährliche irdische Krankheiten erzeugen. Im wahrsten Sinne des Wortes verhexen sie sich gegenseitig. Solche Einwirkungen wurden ehemals der Zauberei zugeschrieben, doch von solchen Hexenmeistern des Gedankens gibt es mehr, als man denkt.
     Gerade jetzt entwickeln sich ungewöhnliche Krankheiten. Die Menschen bemerken sie nur schwerlich und wollen nicht über die Ursachen nachdenken. Aus spießbürgerlicher Sicht könnte man sagen, daß ja nichts Neues passiere. Man darf jedoch nicht vergessen, daß gerade jetzt viele verdichtete Energien in das Alltagsleben Eingang finden und das menschliche Denken dadurch neue Impulse erhält.
     Viel Neues, gerade über sich selbst, sollte der Mensch erfassen.

     108. Urusvati hat einen Lichtstrahl gesehen, der von einer Vielzahl Augen erfüllt war. Auch eine solche Evolution muß man sehen. Man muß sich ihrer Realität vergewissern. Um einen besonderen Lichtstrahl sichtbar werden zu lassen, bedarf es solcher räumlicher Formen, die Wir als Prototypen der Schöpfung bezeichnen. Die Klischees großen Gedankenschaffens sind in den Schichten des Akascha festgelegt. Man kann sich davon überzeugen, wie sehr der Raum von vielerlei Arten schöpferischer Werke der großen Baumeister erfüllt ist. Im Strom mächtiger Gedanken wird eine VieIzahl Formen geschaffen.
     Betrachten wir den genannten Prototypen des Blickes. Der ist sowohl im Ausmaß als auch im Ausdruck vielgestaltig. Mancher bewegt sich schnell und strahlt, andere sind halb geschlossen, wieder andere erinnern an östliche Blicke, weitere hingegen konzentrieren sich in der Art von nördlichen Blicken. Man kann sehen, wie der Gedanke unaufhaltsam aus den Schätzen des Akascha schöpft und die Welten emährt.
     Jetzt gerade blitzt ein Fischschwarm in höchster Vielgestalt in dem Lichtstrahl auf. Ein Gedanke muß ungewöhnlich exakt organisiert sein, um solche harmonischen Erscheinungen zu schaffen. Jede nebelhafte Vorstellung schafft Mißgeburten. Es ist sehr wichtig, wenigstens einmal einen Blick in die Schatzkammer des Akascha zu werfen. Solch eine Betrachtung kann jedoch der irdischen Sehfähigkeit schaden, und so gehen Wir mit Unseren Mitarbeitern behutsam um. Doch bei den Aufzeichnungen über Unser inneres Leben möchten Wir aufführen, daß Unsere Schwester auch im irdischen Körper solche Schätze des Gedankenschaffens gesehen hat. Solche Betrachtungsvorgänge dürfen nicht oft wiederholt werden. Die Menschen verseuchen die niederen irdischen Schichten in einem solchen Ausmaß, daß viele Experimente für den Organismus gefährlich werden. So kann



Unser hellblauer Lichtstrahl viele äußerst feinstoffliche Erscheinungen sichtbar werden lassen, doch kann er nur selten offenbart werden.
     Urusvati hat gesehen, daß dieser Lichtstrahl sich in einem Zweikampf mit Ausbrüchen von Feuer befindet. Nur im äußersten Notfall jedoch kann man solch einen starken Lichtstrahl auf der ganzen Erde anwenden.
     Erinnern wir uns gleichfalls, daß ihr Unsere Abbilder auf einer polierten Holztafel gesehen habt. Es handelte sich hierbei um dieselben Grundlagen wie bei der Television, doch ihr habt dies bereits vor siebzehn Jahren gesehen. Man muß solche Erscheinungen notieren, da man sie mit späteren wissenschaftlichen Entdeckungen vergleichen können wird. Es wird vieles in die Welt geworfen, lange bevor es erkannt wird.

     109. Urusvati weiß, wie behutsam man sich gegenüber der psychischen Energie verhalten muß. Es erscheint unverständlich, wie der Mensch sein Verhältnis gegenüber der uranfänglichen, alles durchdringenden Energie bemessen soll. Wird man sich nicht stolz als Hüter dieser unermeßlichen, unbegrenzten Kraft achten? Trotz seines Unverständnisses wacht der Mensch über die uranfängliche Kraft. Es sind ihm Maßstäbe anvertraut, und er weiß genau, wann er dem von oben verliehenen Segen Gewalt antut.
     Der Mißbrauch der uranfänglichen Energie ist mit der Wirkung des Alkohols verglichen worden, der in kleinen Dosen bei Krankheiten wohltuend sein kann, zerstörerisch jedoch ist bei Mißbrauch. So kann auch die psychische Energie ein Segen sein wie gleichfalls zerstörerisch wirken. Nur ein erweitertes Bewußtsein wird verstehen, in welchem Maße man aus der Quelle der Energie schöpfen kann, ohne die Harmonie zu stören. Die Menschen meinen, sich unbegrenzt der schönen Energie bedienen zu können, aber sie vergessen die Gesetze des Aufbaus, die Möglichkeiten gewähren, aber auch gleichzeitig Grenzen errichten.
     Der Gesegnete selbst gebot den Mittelweg, auf dem echte Behutsamkeit gegenüber der uranfänglichen Energie bewiesen wird. Unsere Gemeinschaft lebt nach dem Gesetz des mittleren Weges. Jeder, der an Unsere Gemeinschaft zu denken wünscht, muß sich fragen, ob er die Schönheit des mittleren Weges versteht. Niemals werden Zerstörung und Unordnung in den Bereich des mittleren Weges eingehen. Das Fundament ruht auf dem Besten, auf den Besten für das Beste. So führt der Mittelweg die Besten auf dem besten Arbeitsfeld. Gerade



die Arbeit wird die Grenzen der Harmonie nicht überschreiten und wird sich so der Grundlage der Feinstofflichen Welt nähern.
     Urusvati hat die Massen in der Feinstofflichen Welt gesehen. Nicht in diesen Schichten wohnen Jene, von Denen Wir sprechen. Man muß aber die verschiedenen Schichten kennen. Man muß erkennen, wovon die Erde umgeben ist. So wird man rascher verstehen können, weshalb Wir in einem ständigen Kampfe stehen.

     110. Urusvati strebt danach, schon im irdischen Leben die Zeichen der drei Welten zu erkennen und nähert sich damit der Fülle des Seins. Wo aber sind die Funken der Feurigen Welt zu suchen? Können sie gar inmitten des irdischen Staubes verstreut sein? Gerade in jeder irdischen Erscheinung werden Funken der Feurigen Welt verborgen sein. Um so mehr muß man alles Umgebende erkennen.
     Man muß lernen, sich verfrühter Schlußfolgerungen zu enthalten, denn sie können einen schädlichen Einfluß ausüben. Es ist notwendig, den Schaden unangebrachten Tadels zu verstehen, da man anderenfalls einem Menschen ähnelt der, vor dem Ertrinken gerettet, zuallererst über seine verdorbene Kleidung klagt. Oft haben wir Menschen gerettet und bekamen nur Klagen über ihre dabei geschädigten Kleider. Nicht selten ist ein Leben um den Preis des kleinen Fingers gerettet worden, über den in der Folge jedoch mehr Gerede entstand als über das ganze Leben.
     Laßt uns die von fern aus der Feurigen Welt herübergekommenen Zeichen nicht übersehen, doch vernachlässigen wir auch nicht die Hilfe, und erinnern wir beharrlich daran, daß die Kostbarkeiten der drei Welten zu hüten sind.
     Urusvati hat das in einigen Schichten der Feinstofflichen Welt herrschende Bewußtsein richtig verspürt. Insbesondere tiefe Hoffnungslosigkeit ist es, die jene Schichten erdrückt, und die Ursache liegt allein in dem Unvermögen zu denken und Vorstellungen zu entwickeln. Niemand lehrt die Fähigkeit, auf allen Wissensgebieten denken zu können. Niemand sorgt sich um eine Entwicklung der Vorstellungskraft; ohne diese Flügel aber ist es unmöglich, sich in höhere Schichten emporzuschwingen. Man muß sich indessen davon überzeugen, wie schön der Aufstieg dorthin ist, wo das Denken in einem geläuterten Zustand herrscht. Dort wird der Gedanke zum Gefühl, und das irdische Herz kann diese schöpferische Glückseligkeit empfinden.
     Laßt uns keinen Augenblick versäumen, um auch schon im irdischen Leben die Fülle des Seins zu verspüren. Man kann einen solchen Zustand als Begeisterung oder geistiges Durchdrungensein bezeichnen, doch die Beschaffenheit solch eines Zustandes gestaltet das ganze Leben um.



     Sucht daher jedes kleinste Zeichen im Herzen und bewahrt es im Gedächtnis, daß die Freunde von den fernen Bergen sich um euch sorgen und für euch arbeiten.

     111. Urusvati weiß, wie vielgestaltig das Große Dienen ist. Gewöhnlich wird es gar nicht verstanden, doch sofern man es für möglich hält, stellt man es sich als eine Art klösterlicher Einförmigkeit vor. Indessen muß das Große Dienen auf alle irdischen Erfordernisse reagieren, und dafür muß der Dienende die Lebensverhältnisse kennen. Er darf den Unwissenden nicht kränken, muß den Verzweifelnden behutsam zu überzeugen suchen, und er muß verschiedene Arbeitsgebiete kennen, um entsprechende Anregungen geben zu können. Auf diese Weise muß das Dienen überall Nutzen tragen, und der Diener des Guten wird auch ein bedeutsames Wort finden, um in eine lichte Zukunft zu weisen.
     Laßt uns nicht meinen, solch eine Zukunft sei lediglich Maja. Besonders jetzt, an der Schwelle eines neuen Yuga, müssen wir alle verstehen, daß eine überaus lichtvolle Zukunft möglich ist, und daß allein das vom Menschen verursachte Böse einen möglichst raschen Beginn der lichtvollen Epoche verhindern kann. Man wird fragen, wie die Gefahr der Existenzbedrohung des ganzen Planeten mit der Möglichkeit der lichtvollen Epoche zu vereinbaren sei. Den Menschen ist die ganze Möglichkeit gegeben, in eine glückliche Epoche großer Entdeckungen einzutreten. Doch wenn der freie Wille sie von einer Fortentwicklung fernhält, können sie eine Katastrophe beliebigen Ausmaßes schaffen. So können die Menschen sich nicht beklagen, daß ihnen die herrliche Zukunft nicht aufgezeigt worden wäre. Nur der böse Wille kann die Völker zu einem planetaren Kataklysma treiben. Es ist unmöglich, die von zahllosen Möglichkeiten erfüllte Wahl zu ermessen, doch die Menschen sinnen am allerwenigsten darüber nach, wie man die verliehene Freiheit anwenden könnte.
     Wir beobachten erstaunliche Kontraste in der Denkweise der Menschen. Die Gelehrten schicken sich an, die Zukunft aufzubauen, ohne die über ihnen schwebenden Keulen der Wilden zu bemerken. So sendet Unsere Gemeinschaft unaufhörlich Warnungen aus, doch die Menschen lassen sie leichthin unbeobachtet und wollen die Gefahr nicht sehen. Möge irgend jemand ruhig die Unvernünftigen retten, nur aber nicht ihren illusorischen Aufbau stören. Jetzt ist eine schwere Zeit, da die Menschen die Zerstörung und den Krieg nicht bemerken, die in der Feinstofflichen Welt größte Verwirrungen verursachen.



     112. Urusvati weiß, wie fest der Schild ist, der durch ein klares Bewußtsein von der Rechtschaffenheit der eigenen Handlungsweise gebildet wird. Unerläßlich sind nicht allein Vertrauen und Glaube, sondern ebenso ein unerschütterlich klares Bewußtsein der rechten Handlungsweise.
     Woraus konnten Kämpfer und Märtyrer ihre Unerschütterlichkeit schöpfen? Gerade aus dem Bewußtsein der Rechtschaffenheit ihres Tuns. Sie konnten beliebige Schmähungen erfahren, und ihr Geist triumphierte nur. So verläuft auch in Unserer Wohnstatt das Leben auf der Grundlage der Rechtschaffenheit aller Arbeiten.
     Möge niemand annehmen, Wir seien so weit von der Erde entfernt, daß Uns keinerlei irdische Verwirrung erreichen könnte. Doch jeder irdische Ansturm prallt an der Festung der Rechtschaffenheit ab. Zum Großen Dienen gehört das unüberwindlich standhafte Bewußtsein der Rechtschaffenheit. Die Menschen verlieren den Boden unter ihren Füßen gerade dadurch, daß sie das Bewußtsein der Rechtschaffenheit ihres Tuns verlieren. Man kann sich unmöglich bewegen, ohne festen Boden unter sich zu spüren. Der Geist jedoch muß sich auf eine ebensolche Festigkeit des Bewußtseins stützen.
     Menschen, die viele Gefahren durchschritten haben, können bezeugen, daß nur das volle Bewußtsein der Rechtschaffenheit ihres Tuns sie über den Abgrund geführt hat. Möge daher jeder sich solcher Gefahrenmomente erinnern und sich vergegenwärtigen, was gerade es war, das ihn beschützte. Wir sind natürlich jederzeit bereit, die helfende Hand zu reichen, doch dafür ist volles Vertrauen erforderlich. Es wird jedoch nur dort erblühen, wo das Bewußtsein der Rechtschaffenheit des eigenen Tuns vorhanden ist. Wir bestehen auf diesem Bewußtsein, da sich mit ihm dann auch die Zusammenarbeit leichter gestalten läßt. Die ausgesandte Energie erreicht dann das Ziel, und es entstehen keine krankmachenden Erschütterungen. Mögen die Menschen sich des sicheren Schildes der rechtschaffenen Handlungsweise erinnern.

     113. Urusvati hat bei ihren Flügen in die fernen Welten die Besonderheiten jener Daseinszustände erfahren. Es könnte unverständlich erscheinen, daß auf der Grundlage der Einheit der Welten derart viele Unterschiede existieren, und dies sogar bei Erscheinungen, die rein äußerlich an irdische erinnern. Ebenso beeindruckend sind ihre inneren Besonderheiten. Die Farben erinnern bisweilen fast an irdische Farbtöne, doch ihr Wesen ist vollkommen andersartig. Die Gewässer sind in ihrer Tiefe und Durchsichtigkeit nicht mit den Meeren auf der Erde zu vergleichen. Selbst die Atmosphäre erscheint in Regenbogenfarben. Doch solche Regenbogenfarbigkeit gleicht nicht dem irdischen Regenbogen. Die Fische fliegen, doch ihre Farben sind einzigartig



gegenüber den irdischen. Das Gefieder der Vögel ist in seinen Farben dem der prachtvollsten Vögel der Erde ganz unähnlich. Die Bewohner erinnern an irdische, beeindrucken jedoch gleichzeitig durch ihr äußerst feinstoffliches Gewebe. Alle Klänge erinnern fast an schönsten irdischen Gesang, doch die Bedeutung der Stimmen ist eine andere. Solche Unterschiede versetzen das irdische Bewußtsein in großes Erstaunen. Man muß sich an die uneingeschränkte Mannigfaltigkeit erst gewöhnen.
     Wohl dem, der schon im grobstofflichen Körper bereit ist, die Vielfalt der Welten wahrzunehmen. Glaubt nicht, daß solch eine Wahrnehmung leicht sei. Man muß viele Erfahrungen gesammelt haben, um die Wirklichkeit jener andersartigen Erscheinungen annehmen zu können. In dem Begriff "annehmen" ist die Bedeutung von Evolution enthalten.
     Man kann gelehrten und damit anscheinend kulturell hochstehenden Menschen begegnen, die die Möglichkeit der Existenz verschiedener Welten nicht annehmen können. Aus dem Grund halten sie auch die Existenz der Feinstofflichen Welt nicht für möglich, da sich keine feinstofflichen Wahrnehmungen unter Zwang ergeben.
     Wer die Vorstellung von der Feinstofflichen Welt von sich weist, bereitet sich selbst für den dortigen Aufenthalt eine armselige Hütte. Man muß in sich eine breite Anerkennung der Lebensvielfalt entwickeln, da ohne sie keine Flüge im feinstofflichen Körper möglich sind. Ein zaghafter feinstofflicher Körper wird, bei Austritt aus dem physischen, ziellos umherschweifen und mit Schrecken um sich blicken. Es ist nicht leicht, frei in die Feinstoffliche Welt einzutreten, dort furchtlos zu beobachten und zu lernen. Die Massen in der Feinstofflichen Welt sind, ebenso wie das gesamte Leben in den fernen Welten, voller ungewohnter Eigenarten. Die leuchtende Materie ähnelt den irdischen Hüllen nicht. So muß man inmitten unzähliger Verschiedenartigkeiten das Verstehen der Einheit offenbaren.
     Unsere Gemeinschaft kann als Beispiel der Vielfalt in der Einheit dienen.

     114. Urusvati kennt außer den sogenannten heiligen Schmerzen auch noch weitere schmerzhafte Empfindungen, deren Herkunft bisher unbekannt ist. Man muß ihre Ursache im Verkehr mit der Feinstofflichen Welt suchen. Der grobstoffliche Körper kann Stöße und dadurch schmerzhafte Wirkungen erfahren. In gleicher Weise kann auch der feinstoffliche Körper Einflüssen verschiedener Kräfte ausgesetzt sein und sie in der Folge seinem grobstofflichen Körper übertragen. Ein beträchtlicher Teil nervlicher Empfindungen ist auf Reflexe der Feinstofflichen Welt zurückzuführen.
     Man darf nicht meinen, daß man beim Passieren der verschiedenen Schichten der Feinstofflichen Welt keine schmerzhaften Empfindungen verspüren würde. Sie sind wie Stichwunden, die sich als Schmerzen in den Nervenzentren auswirken.



     So hat Urusvati falsche Lehrer und deren Anhänger gesehen. Auch solche Begegnungen können in der Feinstofflichen Welt stattfinden, und man muß ihr tatsächliches Vorhandensein erkennen, auch wenn sie unangenehm sind. Solche Erscheinungen lehren Vorsicht und vermitteln die Erkenntnis der verschiedenen Formen des Daseins. Allein der Erfahrene gibt sich nicht mit voreiligen Schlußfolgerungen ab, sondern bereichert durch eine neue Erkenntnis seinen "Kelch" mit Aufspeicherungen.
     Wir haben seinerzeit vieles in Versuchen mit dem grobstofflichen und feinstofflichen Körper gelernt. Wir haben beobachtet und im "Kelch" der Aufspeicherungen die Einzelerscheinungen zusammengefügt, während Wir Uns noch über ihre Verschiedenartigkeit wunderten. Gerade von dieser Methode sprechen Wir zu Unseren Mitarbeitern. Besonders schädlich ist es, Gesetze zu verkünden, wenn man gerade erst Einsicht in einen millionsten Teil all der Erscheinungen genommen hat, die die Gesetze begründen. Glaubt nicht, daß Ich aus Bescheidenheit spreche - es geschieht nur aus dem Erkennen der Größe des Weltenaufbaus.

     115. Urusvati erinnert sich, daß sich durch eine einzige Berührung ihrer Hand der Zustand eines anderen Menschen gewandelt hat. Es ließe sich beobachten, daß auch Wir die Gedankensendungen ergänzen, indem Wir die linke Hand emporheben. In der Tat kann man bisweilen auch einen eher niederen Magnetismus mit einbringen, der sich an den Fingerspitzen befindet. Man muß aber grobe Magnetisierung von der Verstärkung einer Gedankensendung unterscheiden.
     Bei Uns ließe sich sehen, wie eine bestimmte Art von Sendungen im Stehen mit erhobener Hand erfolgt, andere hingegen eine ruhige Position in einem Sessel erfordern. Hierbei werden in der Regel die Hände entweder über der Brust gekreuzt oder auf die Knie gelegt, um ein Abfließen des Magnetismus zu verhindern. Solche unterschiedlichen Haltungen des Körpers zeigen, wie sehr die psychische Energie sich mit den übrigen Körperfunktionen verbindet. Gerade jetzt erhalten solche Hinweise besondere Bedeutung, da man beginnt, die Gedankensendungen zu erforschen, ohne aber die Begleitumstände zu beobachten. Im Osten richtet man die Aufmerksamkeit nicht nur auf die physische Haltung, sondern auch auf viele hinzutretende äußere Umstände.
     In alten Aufzeichnungen finden sich viele symbolische Wendungen, deren Sinn jedoch heute verlorengegangen ist. Der uralte Brauch der mündlichen Überlieferung besaß einen tiefen Sinn. Die Lehre wurde von einer bevollmächtigten Person übermittelt und bedurfte keiner symbolischen Verschlüsselungen. Indessen können verschlüsselte Aufzeichnungen verhängnisvolle



Irrmeinungen schaffen. Die dunklen Wolken der Unwissenheit können Bruchteile des Übermittelten in sich bergen. Eine vorsätzliche, böse Behauptung ist imstande, sogar das Offensichtlichste zu verzerren. Man kann sich vorstellen, welche Anstrengungen erforderlich sind, um das Denken auf einen Weg vernunftgemäßer Beseitigung aller schändlichen Entstellungen zu lenken.
     Es ist sichtbar, daß viele nicht verstehen, wie sehr sie ihre Kräfte beanspruchen in dem Wunsch, den Zustand der ihnen Nahestehenden zu beeinflussen. In naher Zukunft wird ein Anschlag auf die seelisch-geistige Verfassung eines Nächsten verurteilt werden. Die Beschädigung eines Musikinstrumentes wird verurteilt, doch um wieviel mehr sollte die Verfassung des Menschen geschützt werden! Eine gestörter Gefühlszustand läßt sich nicht so rasch wiederherstellen. Die Verletzung der menschlichen Verfassung darf nicht von neuem beginnen.

     116. Urusvati kennt den inneren Zusammenhang von Schlacht und schöpferischem Aufbau. Vom irdischen Gesichtspunkt aus scheinen Schlacht und Aufbau Gegensätze zu sein. Doch Wir sagen: Aufbau bedeutet Zerstreuung der Finsternis. Und so ergibt sich statt eines Gegensatzes eine Einigung. Oft klagt man Uns an, daß Wir mit der Ankündigung der Schlacht Schrecken einflößten und Unsere Schlacht fast ohne Ende sei. Die Menschen behaupten, daß Aufbau friedvoll sei, die Schlacht hingegen vernichtend. Ist aber ein Aufbau ohne geordnete Gestaltung der Elemente vorstellbar, ohne tapfere Überwindung von Hindernissen? So ist auch Unsere Schlacht eine Überwindung des Chaos. Besteht solch eine Verteidigung nicht, dann werden die Wogen des Chaos über allen Errungenschaften zusammenschlagen. Man muß unerschrocken die Erkenntnis der Schlacht und des Aufbaus als wirksame Grundprinzipien des Daseins annehmen.
     Wenn Wir von Bewegung sprechen, so meinen Wir gerade jene Überwindung der Finsternis. Wir sprechen von der Unerläßlichkeit, die Schlacht nicht als ein brudermörderisches Gemetzel, sondern als eine herrliche Verteidigung der gesamten offenbarten Welt lieben zu lernen. Es ist unmöglich, in scheinbarer Ruhe zu verharren, wenn das Chaos tobt. Man kann an einen alten Sinnspruch erinnern, nach welchem zum Verständnis der Welt einige Erdbeben durchlebt werden müssen. Allein an den Grenzen des Daseins kann man auch den Flug in die Unbegrenztheit spüren.
     Viele werden das Gesagte nicht verstehen; für sie ist die Schlacht ein Gegensatz zum Aufbau. Es ist unmöglich, gegenüber der Masse von der unendlichen Schlacht zu sprechen. Nur einige echte Forschergeister werden feststellen, wie sehr ihre kühnen Experimente einer Schlacht ähneln. Alte



Darstellungen lichtvoller Geister haben sie mit dem notwendigen Rüstzeug ausgestattet. Doch auch jeder andere Gelehrte tritt an seine Untersuchungen in der Rüstung des Wissens heran.
     Wir besitzen physische und geistige Rüstungen. Unseren Schülern raten Wir, sich diejenige Rüstung anzueignen, die sie vor dem Angriff des Chaos schützt. Laßt uns diese Worte über die Rüstung nicht als ein Symbol nehmen, verstehen wir sie im Gegenteil als eine von unserem Bewußtsein geschaffene Verteidigung. Man kann die Festung stärken, wenn die Brücke zum Turm Tschung vorherbestimmt ist.

     117. Urusvati kennt den Begriff des Sieges. Wenn Wir einen Aufbau mitten in einer Schlacht beginnen, so bedeutet dies, daß Wir die Bestätigung des Sieges verstehen. Möge die Saite des Sieges erklingen. Mögen die Zeichen der Bewegung wahrgenommen werden, denn in der Unbegrenztheit kann es keine Niederlage geben. Möge auch Unser Ruf als lebenswichtiger Rat angenommen werden. Urusvati hat sich der Führung der Bruderschaft richtig erinnert. Allein unter dieser Führung kann man eine Vorstellung von der Verschiedenartigkeit der hinzutretenden Nebenumstände gewinnen. Unsere Bruderschaft stellt ein Laboratorium sämtlicher Lebensbereiche dar. Auf der ganzen Erde setzt sich eine Lehre durch, die neues Wissen über die feinstofflichen Energien einführt. So erfolgen auch Unsere Siege unter feinstofflichen Bedingungen.
     Bisweilen ist eine Reihe von Jahren erforderlich, um mit irdischen Augen die Formen des richtigen Weges zu erkennen. Man sollte begreifen, in welchem Ausmaß alle Umstände sorgsam bedacht wurden - und nur einige werden das Ausmaß richtig erkennen können. So lernt von Unserer Geduld. Möge die unerschütterliche Bestrebung der Bruderschaft als Beispiel bei allem Tun dienen.
     Unser inneres Leben stellt eine Sammlung aller irdischen Wege in all ihrer Mannigfaltigkeit dar; Wir raten daher zu einem beweglichen, schnell reagierenden Geist. Die Alten sprachen von der Wahrscheinlichkeit aller Unwahrscheinlichkeiten - so lehrte man die Erweiterung des Bewußtseins. Wir haben mehrfach die Erzählung vom schwerfälligen Feldherren wiederholt, der von einem Hügel aus die Niederlage eines Teiles seines Heeres sah, sich aber nicht umwenden konnte, um ihren eigentlichen Sieg zu sehen.

     118. Urusvati weiß, daß den Völkern vieles über die Bruderschaft und die Feinstoffliche Welt überbracht worden ist. Wir besitzen Aufzeichnungen über sämtliche Mitteilungen. Vergleicht man die Aussagen miteinander,



kommt viel Material zutage, welches in seiner Gesamtheit ein aufschlußreiches Bild der Feinstofflichen Welt liefert. Diese Nachrichten wurden absichtlich verstreut. Man kann sie unter den Kulturschätzen verschiedener Völker finden. Bei Uns sind weder Gewalt und Zwang noch komplizierte Darstellungen gestattet. Das menschliche Bewußtsein muß gleich einer Biene von überall her Wissensbausteine sammeln, um frei und ungezwungen seine Weltsicht aus ihnen zu bilden. Allein durch solche auf Arbeit beruhende Ernte wird die Selbstvervollkommnung vorangebracht. Viele erwarten, ein geschlossenes Weltanschauungssystem zu erhalten. Solche Menschen möchten wie Blinde geführt werden, doch Unsere altbewährte Methode besagt: "Erkenne dich selbst!" Wir sind bereit, in großzügiger Weise Funken des Weltenmosaiks auszuteilen, aber die Vorlage dazu muß der Mensch selbst fertigen.
     Die Menschen beklagen sich darüber, daß sie keine Erkenntnisse über die Feinstoffliche Welt fänden, doch ist eine große Menge hiervon ausgestreut; man muß nur seine Aufmerksamkeit auf die Bücherregale lenken. Es wäre unsachlich, davon auszugehen, daß sämtliche historischen Legenden um der Täuschung willen erdacht worden wären. Jeder von Uns hat im Verlaufe zahlreicher Leben viele feinstoffliche Erscheinungen gesehen und ist auch selbst im feinstofflichen Körper aufgetreten.
     Sollte es gar möglich sein, daß Ich in der Eigenschaft eines Arztes aus der Feinstofflichen Welt getreten bin, um Heilmaßnahmen allein aus betrügerischer Absicht zu vollführen? Wir können auf viele Bände mit Aufzeichnungen feinstofflicher Erscheinungen verweisen, die von Menschen bezeugt wurden. Man sollte die verschiedenen Beobachtungen veröffentlichen, damit zufällige Beobachter ihre ungewöhnlichen Erfahrungen kundtun können. Es können nicht alle Menschen unterschiedlichen Glaubens lügen. Über die Bruderschaft sind viele Nachrichten ausgesandt, möge der Wanderer sie nur sammeln. Auch jetzt erweist sich, daß Unsere Worte nur für wenige geeignet sind, doch sie sind ausgesprochen und festgehalten.

     119. Urusvati spürt die Verwirrung der Ströme richtig. Wir sind angespannt um das Gleichgewicht bemüht. Während solcher Verwirrungen muß man den Apparat der psychischen Energie besonders schonen. Es kann sich sowohl ein gewisses Abziehen von Energie aus dem Organismus wie auch ein quälender Stau durch innere Überspannung bemerkbar machen. Ich rate dazu, in solchen Stunden weniger zu essen, was jedoch nur eine relative Erleichterung



bringt. Die psychische Energie kann in ihren Bewegungen einem stürmischen Meer gleichen.
     Bei einer Störung des Gleichgewichts erfährt die Energie übermäßige Wallungen, wie Ebbe und Flut. Sie kann zur Hilfe eines anderen abfließen, doch eine große Frage ist es dabei, wie sie aufgenommen wird, denn es können überaus schädliche Rückschläge erfolgen. Bei den Flutwellen der Energie ist es von Bedeutung zu erkennen, woher diese Wellen anrollen. Mitunter können sie von solch schwerwiegender Beschaffenheit sein, daß sie eine gefährliche Bedrückung im Bereich des "Kelches" hervorrufen. Eine besondere Aufladung ergibt sich, wenn belastende räumliche Ströme durch den freien Willen noch verstärkt werden. Solche Anstürme können eine Art Knäuel verdichteter Energie bilden. Ein fremder Impuls kann eine zweischneidige Wirkung haben.
     Es ist Uns unmöglich, solche Stürme, die schwerwiegende Risse in das über Jahrhunderte geflochtene Gewebe schlagen, nicht wahrzunehmen. Laßt uns die Gefahr, die durch den freien Willen der Menschheit erhöht wird, nicht unterschätzen. Obwohl höchstes Gut, kann er auch zu großen Katastrophen verleiten. Man kann die Menschen unmöglich dazu bewegen, einander nicht mehr zu schaden, doch man kann fortfahren, für das Gleichgewicht zu kämpfen. Wir befinden Uns nicht nur auf dem Turm, doch Urusvati hat schon manchmal Unsere spannungsgeladenen Ausrufe und eiligen Weisungen gehört. So macht euch ein Bild davon, welche Anspannung sich um Unseren Turm herum aufbaut, wenn die Wogen der Energie im Raume tosen.

     120. Urusvati kennt die Bedeutung des Momentes zwischen Schlafen und Wachen. Dieser Augenblick wird als Diamant des Bewußtseins bezeichnet. Im Verlauf dieses Übergangszustandes des Bewußtseins gehört der Mensch gleichermaßen der grobstofflichen als auch der feinstofflichen Welt an. Wenn die Menschen in bewußter Weise an solche lichten Momente herangingen, so würde bei der Erforschung der psychischen Energie vieles vereinfacht werden.
     Für ein klares Erkennen dieses heiligen Momentes ist keine geheime Einweihung erforderlich. Jedem ist die Möglichkeit gegeben, zweier Welten teilhaftig zu sein, wenn nur ein unglückseliger freier Wille den Menschen nicht zu einer unbeweglichen Verneinung aufstachelte. Wir lieben das Wort "Tod" und all seine Ableitungen nicht. Doch alle unwissenden Verneiner können als tot bezeichnet werden.



     Es ist richtig, daß zur klaren Erkenntnis des diamantenen Augenblicks eine besondere Schwingung notwendig ist. Doch auch eine solche Schwingung wird durch ein reines Streben erzeugt. Für eine derartige Bestrebung bedarf es wiederum eines bewußten Erkenntnisvermögens. Weder durch Magie noch Zauberei kann man den herrlichen Augenblick wahrnehmen. Wenn der Mensch Eindrücke aus der feinstofflichen in die grobstoffliche Welt hinüberträgt, ist er fähig, auch das Feurige Tor zu erahnen.
     Wir verstärken und vertiefen diese Augenblicke durch ein klares Erfassen ihrer Bedeutung. Denn sie sind so kurz, daß keine Kräfteanspannung erforderlich ist. Es kann langandauernde Verbindungen mit der Feinstofflichen Welt geben, doch die gleichzeitige Wahrnehmung zweier Welten ist kurz. Wir sprechen jetzt weder von Unserem Gesprächskontakt noch über entsprechende weltweite Verbindungen. Meine Worte kommen nicht aus der Feinstofflichen Welt, sondern mittels Übertragung auf Entfernung. Wir sprechen hingegen zur Zeit über die noch währende Verbindung mit der Feinstofflichen Welt, wenn der feinstoffliche Körper in den grobstofflichen zurückkehrt. Unsere Gespräche gehören dem Bereich der Gedankenübertragung auf Entfernung an, doch jener zwischenweltliche Augenblick tritt bei jedem Menschen ein, man muß ihn nur klar erkennen.
     Wenn Urusvati Geschehnisse in Unserem Turm sieht, so handelt es sich dabei um eine besondere Art der sogenannten Television, die Gespräche hingegen entsprechen einer telegraphischen Direktübertragung. Diese Gesprächsverbindung kann nicht jedem eröffnet werden. Es ist nicht möglich, jedem den direkten Verkehr mit Uns zu eröffnen. Jetzt aber sprechen Wir von anderem, nämlich vom diamantenen Augenblick, der zwischen Schlaf- und Wachzustand während der Rückkehr des feinstofflichen Körpers in den grobstofflichen bemerkt werden kann. Jede Erinnerung an die Feinstoffliche Welt wird für die Evolution der Menschheit sehr nützlich sein. Sogar der mahnende Hinweis auf die niederen Schichten wird eine angebrachte Warnung sein. Das Denken der Menschheit bewegt sich in die Richtung einer Erkenntnis der Welten. Selbst das Harmagedon in seinem wütendsten Stadium kann diese vorherbestimmte Erkenntnis nicht aufhalten.
     Einige Menschen suchen alle Welten als materiell zu bezeichnen, und letztendlich ist die Geistmaterie ja auch überall dieselbe. Auch der Turm Tschung besteht aus Materie. Man möge sich jedoch nicht mit Terminologien belasten; die Zeichen der drei Welten werden offenbar, und der Erdenmensch vermag sogar die Funken der Feurigen Welt zu sehen.

     121. Urusvati weiß, daß Wir der Menschheit in ständigem Bemühen die ihr vorbestimmten



Entdeckungen eingeben. Erinnern wir uns der Luftschiffahrt. Nach den Flugschiffen der Atlanter schien die Eroberung der Luft auf lange Zeit hin unmöglich, doch der Gedanke an Flugzeuge durfte nicht verloren gehen. So kamen viele legendäre Erzählungen über Luftschiffe, eiserne Vögel und fliegende Teppiche auf. Schon Salomon bediente sich eines Flugapparates. Schließlich legte Unser geliebter Leonardo den Grundstein für die wissenschaftliche Luftschiffahrt. So kann man in den verschiedenen Wissensbereichen feststellen, wie sich Ideen durch Anstöße von außen von poetischen Legenden zu wissenschaftlich Berechenbarem weiterentwickelten. Es läßt sich auf die Mythen von Ikarus oder Simon Magus verweisen. Solche Beschreibungen können auch an Flüge in die Feinstoffliche Welt erinnern.
     So wird der Mensch dereinst die Fähigkeit zur Levitation wieder in sich hervorrufen, doch dafür muß vor allem die psychische Energie erkannt werden. Solche Vorhersagen lassen sich auch auf anderen Gebieten verfolgen. Wir versäumen nicht, die Menschen an diese Möglichkeiten, die sich ihnen nähern und die die Evolution beschleunigen können, zu erinnern.
     Vergessen wir nicht, daß heutige Berechnungen sehr unvollkommen sind, da in ihnen einige Faktoren fehlen. Bis auf den heutigen Tag berücksichtigt man die uranfängliche Energie und viele Ströme stärkster chemischer Verbindungen nicht. Die Gelehrten schenken Unseren Ratschlägen selten Gehör. Es ist zu beobachten, daß sich viele Entdeckungen scheinbar als Folge irgendwelcher Zufälle ergeben. Ob in ihnen nicht ein Flüstern vom Turme Tschung zu vernehmen war?
     Oft sind Wir gezwungen, einem aufnahmefähigeren Schaffenden aus einem anderen Arbeitsbereiches einen Hinweis zu geben anstatt einem Spezialisten. Die Ehefrauen und Schwestern von Erfindern können erzählen, wie sie durch Gefühlswissen einer vorherbestimmten Entdeckung die Richtung gaben. Beharrlich werden Wir immer wieder von den zu erfüllenden Anforderungen an die Menschheit sprechen.

     122. Urusvati erinnert sich, daß Wir in ständigem Bemühen für die Erhaltung des Schönen sorgen. Bereits in Voraussicht des Harmagedon haben Wir damit begonnen, Ratschläge über die besten Verfahren zur Sicherung der weltweiten Schätze bekannt zu machen. Wir wissen, daß die finsteren Kräfte alle Bemühungen in Gang setzen werden, um die Verwirklichung dieses dringenden Erlasses zu verhindern. Die Finsteren wissen nur zu gut, welch mächtige Emanationen von



den Kunstgegenständen ausgehen. Inmitten finsterer Anstürme können solche Emanationen die beste Waffe sein.
     Die Kräfte der Finsternis streben danach, die Kunstgegenstände entweder zu vernichten oder zumindest die Aufmerksamkeit der Menschheit von ihnen abzulenken. Man muß daran erinnern, daß ein zurückgewiesenes, der Aufmerksamkeit entzogenes Kunstwerk seine segensreiche Energie nicht ausströmen kann. Zwischen einem kühlen Betrachter oder Hörer und dem abgesonderten Werk wird es keine lebendige Verbindung geben. Die Umsetzung des Denkens in ein schöpferisches Werk hat eine sehr tiefe Bedeutung, anders gesagt: es erweist sich als ein anziehender Magnet und vermag Energie im Betrachter anzusammeln. So ist jedes Kunstwerk etwas Lebendiges und unterstützt den Austausch und die Ansammlung von Energie.
     Inmitten des Harmagedon könnt ihr euch davon überzeugen, welch starke Wirkung Kunstwerke ausüben. Die ganze Epoche ist von jener Unruhe um die kostbaren Werke geprägt. Unsere Archive sind voller Gegenstände, die die Menschen als verlorengegangen wähnen. Vielleicht werden einige von ihnen beizeiten zu den Völkern zurückkehren, die sie nicht zu schützen vermochten. Wir haben viele Kunstwerke gerettet, da Wir sahen, daß die Finsteren ihre Schliche vermehrten, um solche heilsamen Vermächtnisse zu erschweren. Aus den höchsten Sphären wissen Wir jedoch, wann es notwendig ist, der Menschheit zu helfen. In der Feinstofflichen Welt ist ein entsprechend vorgezeichneter Plan schon seit langem bekannt. Wir halten eilige Maßnahmen nicht zurück, da im Prozeß des gegenwärtigen Harmagedon die Absicht besteht, alle Energien der Menschheit zu zersetzen. Dies erhoffen sich die Finsteren, doch Wir wissen, was ihnen entgegenzusetzen ist. So seht, in welche Richtung Unsere Sorge geht.

     123. Urusvati sieht, wie sehr kosmische Ströme nicht nur auf Weltereignisse, sondern auch auf das Leben einzelner Menschen Einfluß haben. Es lassen sich ungewöhnliche Erkrankungen und ganze Epidemien beobachten, die nicht mit den üblichen Ursachen erklärbar sind. Man kann sehen, daß die Menschen anfällig werden für Erkältungskrankheiten und unerwartete Nervenschmerzen. Schon die Behandlung solch besonderer Beeinträchtigungen des Organismus erfordert ungewöhnliche Maßnahmen.
     Es läßt sich feststellen, daß sich auch die psychische Energie während solcher Perioden in einem ungewöhnlichen Zustand befindet. Das Sperrnetz gerät in Bewegung, erglüht und kann



dann äußere Einwirkungen durchtreten lassen. Wir warnen die Menschen rechtzeitig, damit sie sich in solchen Tagen besonders vorsehen. Wir möchten nicht sagen, daß sich dann die Gefahr verstärkt, die Anfälligkeit jedoch wird spürbar. Vergessen wir nicht, daß die finsteren Kräfte solche Stunden gern ausnutzen. Man muß nicht nur die äußere Gesundheit, sondern auch das nervliche Gleichgewicht schonen.
     Überhaupt ist es notwendig, sich in besonnener Weise gegenüber den finsteren Kräften zu verhalten. Sie zu leugnen ist Unwissenheit, doch genauso wird es schädlich sein, bei ihrer Erwähnung in Angst zu geraten. Urusvati hat ihre von abscheulich bis schön reichenden Antlitze gesehen. Sie können sich mit einem strahlenden Glanz umgeben und verschiedene Vorteile in Aussicht stellen.
     Man wird fragen: Können die Eingeweihten des Bösen sich Unseren Türmen nähern? Natürlich können sie dies, obwohl diese Annäherung für sie schmerzhaft ist. Ihre Wut läßt sie weit gehen. Wir sind bisweilen genötigt, Uns starker Entladungen zu bedienen, um ungeladene Besucher zurückzuschlagen. Mit solchen Entladungen schlagen Wir die Finsteren, die sich Unseren Brüdern nähern. So laßt uns an besondere Ströme erinnern, die ihr nachts gespürt habt. Sie können gleichermaßen heilsam und beschützend sein. Das Streben zu Uns kann solche Ströme verstärken. Fremdeinflüsse können Risse im Sperrnetz verursachen, doch Unsere Ströme helfen.

     124. Urusvati hat Unser Schutzgewebe gesehen. Wir verbreiten unsichtbare Ströme solchen lichttragenden Stoffes in der Umgebung. Dieser Stoff ist ein Hindernis für finstere Angriffe. Er beschützt Dokiud, wo sich Unsere Mitarbeiter vor der Übernahme einer neuen Aufgabe erholen.
     Man muß verstehen, daß Unsere Lichtstrahlen und Ströme besonders wohltuend sind, wenn sie bewußt aufgenommen werden. So kann man sagen, daß der Nutzen Unserer Einwirkungen sich hundertfach verstärkt, wenn sie im Herzen aufgenommen werden.
     Die Menschen klagen und schmachten, da sie die Realität Unserer Sendungen nicht anerkennen. Ständig kann man von Leiden und Einsamkeit hören, doch keine Unserer Botschaften



wird angenommen und erweckt allenfalls ein unwürdiges Urteil. Sogar höchst offenkundige Zeichen werden vergessen und auf alltägliche Weise erklärt. Doch jede Bestrebung zu Uns erzeugt bereits Keime des Guten, man muß es nur Uns überlassen, die besten Wege auszuwählen.
     Urusvati bemerkt sogar kurze Offenbarungen jenes schützenden Stoffes, doch viele richten ihre Aufmerksamkeit noch nicht einmal auf länger auftretende Zeichen. Wie soll man solchen Menschen Einzelheiten Unseres inneren Lebens anvertrauen! Statt einer Erkenntnis werden sie nur Anlässe zu neuen Verneinungen finden. So müssen Wir wie Unsere wahren Mitarbeiter klar unterscheiden, was man mit Nutzen sagen kann und was nicht. Man wird nicht zur Lehre aufrufen, wenn das ungeöffnete Herz nicht zu erkennen vermag, worin ein Nutzen besteht und wo Schönheit vorhanden ist. Ein klares Verstehen der Lehre erfordert herzliche Offenheit. Möge man sich öfter zu Uns wenden und den Gedanken an Unsere Wohnstatt lieben lernen.

     125. Urusvati weiß, wie sehr Wir das Gefühl der Feierlichkeit schätzen. Gerade Feierlichkeit verleiht die Standhaftigkeit für das aufwärtsgerichtete Streben. Dieses Gefühl erblüht besonders zu den Gedenktagen der großen Helden. Besonders bedeutsam ist es, daß die Menschheit Unsere Brüder unter verschiedenen Namen verehrt. Man kann ganze Bücher über die Verehrung Unserer Bruderschaft zusammenstellen. Die Menschen nehmen an, daß gerade ihr Held nichts mit Uns gemein hätte. Waren jedoch die höchst verehrten, ja vergötterten Giganten der Menschheit nicht die Begründer der Bruderschaft?
     Vergessen wir nicht, daß Sie unter besonderem Lichtstrahl auf der Erde erschienen, so daß Ihre Geburt sich mit manchen Legenden verband. Wir werden diese legendenhaften Erzählungen nicht zerstören, sie regen die Feierlichkeit an und verhelfen dazu, die Großen Charaktere anzunehmen. Wir korrigieren auch nicht die nur bedingt gültigen Termine der Feiertage. Was Uns betrifft, so senden Wir gute Gedanken zu den von der Menschheit festgesetzten Feiertagen. Man darf die Feierlichkeit nicht verletzen, wenn man weiß, welche Heldentat mit den Gedenktagen verbunden ist.
     Die Menschen wissen nicht einen Bruchteil über die Bedeutung der Heldentaten der Großen Lehrer. Sie haben aus den herrlichsten Opfertaten irgend etwas Alltägliches und gar Eigennütziges gemacht. Doch selbst



in solcher Herabsetzung bewahren die Menschen noch einen kleinen Teil Feierlichkeit. Helfen wir in aller Geduld dabei mit, auch den kleinsten Keim des herrlichen Gefühls der Feierlichkeit zu bewahren. Es führt zu den fernen Welten. Es gestaltet das Leben um und schafft Helden. In dieser Weise wollen wir die Gedenktage ungewöhnlicher Heldentaten begleiten.
     Das Dienen zeigt sich in der Heldentat und ist in jeder Art menschlicher Verhältnisse möglich. Die Offenbarung einer Heldentat ist Unsere Freude. Wir zeigen den Weg auf, doch gehen muß man ihn mit menschlichen Füßen, so lautet das vom Großen Erretter gegebene Gesetz. Die bezeigte Heldentat wird in Unseren Archiven verzeichnet. Unwissende suchen die Wirklichkeit in ein Trugbild umzuwandeln, doch glücklicherweise bewahren Wir die Nachweise der Heldentaten. So laßt uns einer ungewöhnlichen Heldentat einen großen Tag weihen.

     126. Urusvati tut recht, indem sie die Mitarbeiter anspornt, aus den Büchern der Lehre alles die uranfängliche Energie Betreffende herauszuschreiben. Man muß die Teile des Mosaiks zu einem ganzen Buch zusammenstellen. Hierbei laßt uns nicht vergessen, daß einige Personen flüstern, daß alle Bücher der Lehre über ein und dasselbe sprechen würden. Unwissende, die die Bücher unaufmerksam lesen, sehen nicht, daß bei jeder Annäherung an einen bestimmten Gegenstand eine neue Einzelheit über ihn eingeführt wird. Man muß die Aufzeichnungen fortlaufend machen, nur dann wird man die spiralförmige Erweiterung der Mitteilungen bemerken. Möge man die Anziehungskraft in der Aneinanderreihung der Ratschläge und Hinweise finden. Bei solch sorgfältiger Arbeit kann man Unsere Methoden erforschen.
     Wir weisen vor allem auf Möglichkeiten hin, ohne jedoch gewaltsam in das Karma einzugreifen. Welcher Art aber wird das Ehrgefühl eines Forschers sein, der Unsere Worte wiederholt, ohne sie auf seine Arbeit anzuwenden? Das Bewußtsein bereichert sich allein im Verlauf des Denkprozesses. Mechanische Wiederholung führt nicht zu neuer Synthese. Man beobachte, wie Wir das Denken führen, ohne die Eigentätigkeit zu verletzen. Wir weisen den Weg, doch jede Wendung des Pfades muß selbst erkannt werden.
     Unser inneres Leben ist durch bestimmte Methoden der Zusammenarbeit bedingt, die wiederum auf unabänderlichen Gesetzen gründen. Unsere Wohnstatt kann allein durch die Erfüllung der Evolutionsgesetze existieren. Ihr habt bemerkt, daß Gelehrte in völlig unerwarteter Weise Voraussagen der Lehre durch ihre Arbeit bestätigt haben. Außerhalb der Verbreitung der Lehre



erhalten Wissenschaftler oft scheinbar zufällige Impulse. Unsere Gedankensendungen gehen um die ganze Welt. Wir geizen nicht mit der Aussaat in den Raum. Der Raum ist voller verschiedener Ideen. Irgend jemand hat diesen Zustand als "Stoffwechsel der Unbegrenztheit" bezeichnet.
     Besonders muß man sorgfältige Arbeit lieben lernen, denn nur dabei kann man sich mit den Methoden der Bruderschaft vertraut machen.

     127. Urusvati erinnert sich, daß sich bei der ersten Begegnung mit Uns die Vorübergehenden irgendwie zerstreuten. Die Annahme, daß dies eine Folge Unseres Gedankenbefehls war, ist richtig. Nun aber sagen Wir, daß keine einzige Mitteilung wiederholt gegeben werden kann, und zwar wegen der außergewöhnlich gestiegenen Spannung. Diese beiden Beispiele können einander gegenübergestellt werden, um die Einwirkung des Harmagedon zu verstehen.
     So könnte man fragen: Können sich denn im Verlauf von nur zwei Jahrzehnten solch starke kosmische Anspannungen entwickeln? Fragen solcher Art zeigen nur, wie wenig die Bedeutung des Harmagedon verstanden wird. Wenn man von dem nahen Ende des Kali Yuga weiß, sollte man anerkennen, daß ein solches Ereignis nicht ohne weltweite Erschütterungen vonstatten gehen kann. Jene Kräfte, die im dunklen Zeitalter besondere Macht innehaben, werden um ihr Bestehen kämpfen. Sie ziehen eher eine allgemeine Katastrophe vor, als ihren Rückzug zu akzeptieren. Wir müssen Unsere Kräfte mit der Lage des Planeten in das rechte Verhältnis bringen. Bei einer derartigen Anspannung kann schon die kleinste maßüberschreitende Veränderung der Macht das Gleichgewicht verletzen.
     Die Menschen wollen gewöhnlich Angemessenheit und Zweckmäßigkeit nicht verstehen. Sie meinen, Unsere Macht könne jeden beliebigen Widerstand brechen, ohne auf das kosmische Gleichgewicht zu achten. Diese einfache Überlegung wiederholen Wir den Menschen mehrfach, da anderenfalls selbst die Belesenen unter ihnen in Verzweiflung verfielen. Sie rufen aus: Wenn vor zehn Jahren etwas möglich war, warum findet es denn jetzt keinen Platz mehr? Dies bedeutet, daß sie die kosmische Bewegung nicht verstehen. Nicht ohne Grund rufen Wir zu Tapferkeit und Geduld auf.
     Wir senden Wissen über die Frist vom Ende des Kali Yuga, und die Mehrheit der Menschen horcht auf.



In den Puranas sind viele sichtbare Einzelheiten solcher weltweiten Ereignisse benannt, doch auf die wesentlichen Umstände konnte in den alten Aufzeichnungen nicht hingewiesen werden. Unerwähnt blieben die Anspannung der räumlichen Ströme und die Suche der besten Menschen nach der uranfänglichen Energie. Diese beiden Umstände zeigen sich jetzt besonders klar. Umso klarer wird daher die Bedeutung des nahenden Endes des Kali Yuga.

     128. Urusvati ist mehrmals vor allzu gefährlichen Flügen zurückgehalten worden. Der Lehrer muß vor allzu wagnisreichen Forschungen schützen. Die höheren Sphären sind ähnlich der Sonne glühend heiß, die niederen Schichten für ein hohes Bewußtsein belastend, und man darf nicht einfach alle Schichten bis hin zur Verbrennung des feinstofflichen Körpers durchfliegen. Eine bestimmte Schicht der Feinstofflichen Welt ist auch durch ein entsprechendes Bewußtsein geprägt. Der Übergang zu einer höheren Schicht muß sukzessiv erfolgen. Zur Wahrung des Gleichgewichtes sind einem die Führer gegeben, die ähnlich wie Ärzte aufzeigen, wie der Übergang in besonnener Weise vollzogen werden muß. Jegliche Störung des Gleichgewichts in der Feinstofflichen Welt zeitigt Erschütterungen.
     So wahren auch Wir das Gleichgewicht in Unserer Wohnstatt. Dies ist an der Grenze zwischen der grobstofflichen und der feinstofflichen Welt, die sich für Uns so klar zeigt, unerläßlich.
     Es fällt den Menschen nicht leicht zu verstehen, wie sehr sie in der Feinstofflichen Welt Wissen benötigen, das sie sich vorher auf der Erde aneignen müssen. Und nicht allein Wissen, sondern ebenso Feinfühligkeit und Fassungsvermögen. Sobald sich die Menschen diese beiden Eigenschaften abverlangen werden, entwickeln sie gerade dadurch ihre Wahrnehmungsfähigkeit, und dies führt zum Feurigen Tor. Solche Lehrstufe ist nicht schwer für jene, die die Existenz der Bruderschaft klar erkannt und angenommen haben. In der schwersten Minute schützt und warnt der Führer, doch eben erst im letzten Moment.
     Urusvati erinnert sich an schwere Phasen des Aufstiegs, an vereister, glatter Wand. Die Hand des Lehrers kam zur Hilfe. Und Urusvati ist nicht verzweifelt - und siegte. Anhand eines Beispiels kann man die Mitarbeiter daran erinnern, wie der Aufstieg in schweren Phasen vor sich geht. Man muß sich vor Augen halten, wie sehr sich auch andere Mitbrüder bemüht haben.
     Es kann keinen Aufstieg ohne Mühe geben.



     129. Urusvati möchte die Flüge zu fernen Welten mit den Flügen in die höheren Sphären der Feinstofflichen Welt an der Grenze zu den feurigen Bereichen miteinander vergleichen. Grundsätzlich gehen beide Flüge im feinstofflichen Körper vonstatten, jedoch unter verschiedenen Aspekten. Gefahren sind bei beiden Flugarten möglich. In der Annäherung an ferne Welten kann eine Druckveränderung wahrgenommen werden. Laßt uns außerdem nicht vergessen, was der Schwester I. widerfahren ist. Solch ein Ereignis barg die Gefahr eines Risses des Verbindungsfadens in sich. Noch größere Gefahren können bei einem eigenmächtigen Flug in die feurigen Sphären auftreten. Der feinstoffliche Körper kann verbrennen, wenn er nicht durch eine langsame Annäherung schon vorbereitet ist. Man darf nicht vergessen, daß der feinstoffliche Körper auch in einem hochentwickelten Zustand dennoch ein materieller Körper ist, und daher, wenn auch höheren, so doch materiegemäßen Gesetzen unterworfen ist.
     Feurige Erscheinungen sind in der irdischen Welt selten, da sie, bis zu einem gewissen Grade, quasi Löcher in die irdischen Schichten brennen. Sie wirken nicht nur auf menschliche Herzen ein, sondern rufen Veränderungen in allen Sphären hervor, mit denen sie in Berührung kommen. Solche kurzfristigen Veränderungen können jedoch eine Erschütterung außergewöhnlicher Art herbeiführen, nach der bei allen grobstofflichen Wesen keinerlei Gleichgewicht mehr anzutreffen wäre. Anders gesagt, das feurige Schwert würde seine grobstoffliche Scheide durchbrennen.
     Wir können nur selten mit der Feurigen Welt in Berührung treten. Gewöhnlich erfolgt der Verkehr über die entsprechenden Sphären der Feinstofflichen Welt nach der Maßgabe, daß überall das Gesetz der Zweckmäßigkeit streng zu beachten ist. Bei einer Erweiterung des Bewußtseins wird man ohnehin dieses Gesetz umso bewußter anwenden. Die grobstoffliche Welt umgibt Unsere Wohnstatt, und Wir übernehmen die Verantwortung, das Gleichgewicht nicht zu verletzen.
     Unser Bruder V. hat nicht vergessen, daß er mitten in einer Stadt eine Explosion zuließ. Man darf jedoch nicht gestatten, daß sich ein Unglück ereignet. So muß auch bei den Flügen die Zweckmäßigkeit streng beachtet werden. Es ergibt keinen Nutzen, schon vor der Eröffnung des Feurigen Tores zu verbrennen. Wir sind für jegliches Karma, das wir berühren, verantwortlich.
     Möge das Streben zu den höchsten Sphären ein herrlicher Aufstieg sein.



     130. Urusvati weiß, welche Gefahren Uns umgeben. Unwissende Menschen meinen, daß Wir in der gesamten Unbegrenztheit keinerlei Gefahren ausgesetzt sein könnten. Natürlich sind Wir in bezug auf die irdischen Bedingungen durch Unser Wissen hinreichend geschützt, doch eben nur in dieser Beziehung, und wenn der Gedanke in die Unbegrenztheit strebt, findet er ganz andere Maßstäbe vor.
     Es ist notwendig, unter allen Bedingungen ein heldenhaftes Gefühl zu bewahren. Allein mittels dieses Maßstabes läßt sich auch die Fortbewegung in die Zukunft verstehen. Wir teilen die Helden in unbewußte und bewußte ein. Jene, die wissen, wofür sie arbeiten und leiden, werden bereits solche bewußten Helden sein. Sie fürchten keine Gefahren, auch wenn sie deren wahre Ausmaße kennen. Inmitten räumlicher Ströme, inmitten bösen Willens, inmitten des Grauens leben die beherzten Helden, mühen sich und schaffen. Die Helden wissen, daß ihr irdisches Leben in jedem Augenblick jäh beendet sein kann, doch dieses Wissen vermindert ihre Anspannung nicht. Sie wissen klar, daß sie unter allen Umständen die Heldentat fortsetzen werden. Nichts wird ihrem Willen, sich in jeder Sphäre zu behaupten, hinderlich sein können.
     Der Unterschied zwischen unbewußten und bewußten Helden ist groß. Die ersteren vermögen hell zu entflammen, um im nächsten Augenblick wieder zurückzuweichen, bewußte Helden jedoch werden nicht zurückweichen, sondern den Weg fortsetzen, wobei sie all ihre über Jahrhunderte angesammelten räumlichen Erfahrungen in sich tragen. Sie können Wissen in Gefühl umwandeln und in ihr Herz übertragen. Wo das Herz davon erfüllt ist, vollzieht sich der Flug in die Zukunft. Die strenge Kenntnis der Gefahren verleiht dem Helden nur Freude.
     Ich spreche hiervon, um auf die unverbrüchliche Grundlage Unseres inneren Lebens hinzuweisen. Beispiele von Heldentum kann man in den früheren Leben Unserer Brüder sehen. Wird euch Unser zwar schweres, aber herrliches Leben etwa keine Rüstung sein?

     131. Urusvati versteht die Schönheit der Zusammenarbeit mit der Feinstofflichen Welt. Wenn sich jemand eine solche Verbindung vorstellt, als sei sie ein Verkehr mit einer Totenwelt, so bezeigt er damit nur sein Unwissen. Wir arbeiten beständig mit dieser lebendigen Welt. Wir werden besonders dadurch gestärkt, daß die charakteristischen Qualitäten Unserer Mitbrüder aus der Feinstofflichen Welt eine außergewöhnliche Erweiterung des Bewußtseins vermitteln. Wer sich im grobstofflichen Zustand befindet, ist in der Lage, die eine Seite einer Erscheinung zu erfahren, doch das Verständnis Unserer Wissenschaften ergibt sich erst durch die Hinzufügung des Wissens der Feinstofflichen



Welt. Man darf sich nicht durch einen Horizont rein physischer Sichtweise einschränken. Es wird eine Zeit kommen, da die Menschen ihr Leben durch natürliche Mittel bereichern werden, doch dafür muß man anerkennen können, daß überall Leben vorhanden ist.
     Man könnte fragen: Verursacht die Zusammenarbeit mit entkörperten Wesen und solchen im verdichteten Astral keine Schwierigkeiten? Nicht im geringsten. Die Zusammenarbeit erfolgt auf einer Ebene vereinten Bewußtseins. Solche Arbeiter gleichen sich annähernd in ihrem Denken, und solche Vereinigung bildet eine wahre Gemeinschaft.
     Es ist richtig, daß eine nach jenem Prinzip aufgebaute Volksgemeinschaft die Krönung der Errungenschaft bildet, doch das erfordert ein vereintes und verfeinertes Bewußtsein aller. Zahlreiche Bedingungen müssen vorher erfüllt sein, um die Vereinigung der Bewußtseine und Zusammenarbeit zu erreichen. Nur in den höheren Schichten der Feinstofflichen Welt beginnt man zu verstehen, worin die Kraft einer erfolgreichen Entwicklung besteht, doch erneut zur Erde zurückgekehrt, vergessen die Menschen den Wert gegenseitigen Wohlwollens. Desgleichen vergessen sie Unsere Existenz, obwohl sie doch dieses Wissen in der Feinstofflichen Welt hatten. Sie haben Unsere Mitbrüder getroffen und die Bedeutung Dokiuds verstanden. Indessen rücken die Fristen näher - entweder nehmen die Menschen das ihnen Vorbestimmte an oder geben einer Katastrophe den Vorrang.

     132. Urusvati erinnert sich an ihren Besuch Dokiuds. Es ist in der Tat eine große Freude, die zur Heldentat strebenden Kinder zu sehen. Genauso bemerkenswert ist die Beobachtung, wie wenig sich jene der grobstofflichen Welt schon wieder nähern können, die noch nicht all ihre bisherigen Aufspeicherungen aus der grobstofflichen Welt umgewandelt haben. Die Annäherung an die physische Ebene ruft eine Anspannung des feinstofflichen Körpers hervor. Dieser Prozeß äußert sich auch in einer Absonderung eigentümlichen Schweißes, über den allerdings Lebenskraft verlorengeht. So muß der Führer darauf achten, daß der innere Zustand dem Motiv des Dienens entspricht.
     Vor nicht langer Zeit hat Urusvati einen Ort besucht, wo solche Menschen sich aufhalten, welche die Erde hochbetagt verlassen haben. Man kann bekräftigen, daß es leicht ist, mit den Kindern und den Hochbetagten, die in der irdischen Schicht ihre Aufgabe erfüllt haben, zu arbeiten. Umso schwerer ist dies mit den Menschen mittleren Alters. In ihnen befindet sich eine Menge bisher unausgelebter, ungeordneter Aufspeicherungen, dazu viel Unzufriedenheit, Unwillen, die Hierarchie anzuerkennen, verworrene Wünsche und Feindseligkeiten gegenüber allem Existierenden.



     Bei denen, die ein langes Leben verbracht haben, läßt sich eine Wesensstruktur erkennen, die eine Anerkennung der Hierarchie ermöglicht. Wesen aus den höheren Sphären werden in der Feinstofflichen Welt keineswegs immer akzeptiert. Obwohl ihr Erscheinen deutlicher ist als in der irdischen Welt, finden sich auch in der Feinstofflichen Welt Verneiner. Die Unwissenden werden im Verlauf ihres irdischen Lebens derart unbeweglich, daß sie ihre Verneinung auch in die mittleren Schichten der Feinstofflichen Welt mit hinübertragen. Diesen Umstand muß man im Gedächtnis behalten, um für die Lehrerschaft in der Feinstofflichen Welt vorbereitet zu sein.
     Urusvati hat jene gesehen, die zu den Lehrern eilen. Hier wollen Wir daran erinnern, daß Unsere Mitbrüder verschiedene Schichten der Feinstofflichen Welt aufgesucht haben. Auch Uns war es in den niederen Schichten nicht leicht. Bruder K. erkrankte, als er einen irdischen Auftrag erfüllte, doch die niederen feinstofflichen Schichten sind nicht weniger schwer zu ertragen. Urusvati kennt diese Last und die dort herrschende Atemnot. Es ist besser, alle Schwierigkeiten des Heldentums zu kennen, als sich nur einen Gesang, auf einer Wolke sitzend, vorzustellen. Wir betonen die schwere Seite mit Nachdruck. Zum einen, um die Wahrheit nicht zu verbergen, zum anderen, weil der Mensch, wenn er die Freude der Heldentat erfährt, versteht, daß sogar größte Schwierigkeiten im Vergleich mit der Erhabenheit der Erleuchtung nichts sind. Sogar ein kleiner Junge, den Urusvati gesehen hat, strebte zur Heldentat. Auf allen Gebieten wird ein solcher Arbeiter Freude finden.

     133. Urusvati weiß, wie schwer es manchmal ist, Versammlungen verkörperter Menschen aufzusuchen. Sogar ein Besuch in der Feinstofflichen Welt ist leichter. Doch auch Wir erkennen es völlig an, daß eine Einflußnahme auf dem irdischen Plan mehr Energie erfordert als der Verkehr mit der Feinstofflichen Welt. Dort, wo die Gedankenenergie die ihr gemäßen Bedingungen vorfindet, ist es auch leicht, mit ihr umzugehen. Doch unter irdischen Bedingungen ist das Denken derart verworren, daß eine Sendung eine verstärkte Anspannung erfordert.
     Urusvati weiß auch, daß die Anwesenheit auf irdischen Versammlungen für den unsichtbaren Teilnehmer sehr ermüdend ist. Solche Anwesenheit kommt oft und auch die Menschen können den unsichtbaren Gesprächspartner spüren. Nicht selten fühlen sie, daß jemand sie etwas fragt oder ihnen antwortet. Die Erscheinung ist in der Regel derart klar, daß sie meinen, etwas physisch Hörbares vernommen zu haben und ihren Nebenmann zurückfragen. Es lassen sich historische Episoden anführen,



in denen Staatsmänner klare Stimmen und Warnungen gehört haben. Leider haben die meisten von ihnen dieser Hilfe keine Beachtung geschenkt.
     Nicht nur einmal haben Wir Napoleon gewarnt, der auch solche Stimmen bestätigte, trotzdem jedoch den Weg der Verirrung fortsetzte. Seit alters her halten Wir es für Unsere Pflicht, solche Tätigen zu warnen, welche die Evolution in eine ungünstige Verwicklung führen könnten.
     Urusvati hat vor kurzem einigen Kriegsversammlungen beigewohnt. Die Teilnehmer spürten, daß sie ihre Befürchtungen äußern mußten, doch niemand ahnte, wem gegenüber sie sich bekennen mußten. Auf diesem Wege reift nicht selten eine Entscheidung heran, welche anderenfalls unausgesprochen geblieben wäre. Eine solche Einflußnahme nennen Wir "unhörbare Überzeugung".

     134. Urusvati besitzt Wissen über Teraphime. Man könnte fragen: Widerspricht der Sinn eines Teraphims nicht der Macht des Gedankens? Wenn die stärkste Erscheinung der Gedanke ist, wozu braucht man dann einen Gegenstand, auf dem Gedanken konzentriert aufgeschichtet werden? Es läßt sich bestätigen, daß für starke Gedankensendungen Teraphime nicht notwendig sind, doch sie gestalten die Kraft der Sendung wirtschaftlicher. So sollte jede Energie in besonnener Weise verwendet werden. Ein Gegenstand, auf dem Energie angesammelt ist, wird bereits ein Multiplikator von Energie sein. Solche Gegenstände bewahren ganze Schichten von Gedanken, die fortlaufend verstärkt werden können. Seit alters her hat man die Teraphime für etwas Heiliges gehalten, doch jetzt erhält auch dieser Begriff einen wissenschaftlichen Sinn.
     Wir haben zahlreiche Teraphime, die die Hilfesendung an Unsere Nächsten erleichtern. Es ist notwendig zu verstehen, daß solche Gedankenaufschichtungen heilkräftiger Natur sein können. Auch unterstützen sie Sendungen offenbarter Schwingungen. Alle nützlichen Maßnahmen müssen Berücksichtigung finden.
     Als ein bedeutsamer Teraphim der Bruderschaft erweist sich ein Stein aus den fernen Welten. Es ist schon viel über diesen Stein geschrieben worden. Ein Teil von ihm macht seinen Weg als Bote in der Welt, wobei er in den Händen Auserwählter auftaucht. Die Menschen haben den Stein "Gral" genannt und ihm noch viele andere Namen gegeben. Überlieferungen aller Jahrhunderte bewahren Teilchen des Wissens von der Bedeutung des Steines, doch



die hauptsächliche Bedeutung ist nicht erwähnt. Der Stein beinhaltet einen gewissen Stoff, der die Bewahrung von Schwingungen aus den fernen Welten ermöglicht. So dient auch ein Teilchen des Steines der Vereinigung mit der Bruderschaft. Auf diese Weise ergibt sich wiederum eine wissenschaftliche, chemische Grundlage für einen Umstand, der in die Geschichte der Menschheit eingegangen ist. Wir betonen besonders den genannten wissenschaftlichen Gehalt, da die Unwissenden bereit sind, alles Existierende in das Dunkel ihrer Vorurteile zu stürzen. Urusvati kennt diesen Stein Unserer Wohnstatt. Wir lagern ihn in einer besonderen Räumlichkeit, welche die Bewahrung der Schwingungen fördert.
     Es läßt sich feststellen, daß Meteore keiner Erforschung in bezug auf Schwingungen unterzogen werden. Einige von ihnen beinhalten Teilchen bemerkenswerter Metalle. Trotz deren geringer Menge können sie bestimmt werden. Es darf nur der Verstand des Forschers nicht durch alte Methoden eingegrenzt sein.
     Man könnte nach den Umständen beim Auffinden des Steines fragen. Gerade der Ort seines Auftretens lag auf dem Grund Schambhalas, womit er die chemische Bedeutung der Wohnstatt verstärkte. Es könnten viele Erscheinungen beschrieben werden, die um diese Sendung aus den fernen Welten erfolgt sind. Ihr wißt bereits von einigen Hütern von Teilen des Steines. Auch könnt ihr bestätigen, auf welche Weise der Stein eintrifft. Und ihr könnt darüber staunen, wie unterschiedlich die Länder und Helden sind, die mit dem Stein in Verbindung gebracht wurden. Durch solche Erzählung gestärkt und begeistert vollbrachten sie viele Heldentaten.
     Leidenschaftliche Widersacher der Bruderschaft haben ebenfalls von dem Stein gehört, und diese Sage ist ihnen besonders verhaßt. Sie kennen nicht die Grundlage seiner Erscheinung und toben in ihrer Furcht.
     Mögen zuverlässige Personen das Wort über den Stein hüten.

     135.Urusvati weiß, daß der Gedanke an das Schöne zum Lehrer führt. Auch in Stunden höchster Verwirrung schaffen die Gedanken über das Schöne die beste Brücke zur Bruderschaft. Wie zu einer heilsamen Medizin kann man gerade dazu raten, das Denken auf etwas Schönes zu richten. Die Menschen begreifen nicht, welch mächtiges Mittel ihnen gegeben ist. Sie ziehen es vor zu klagen, gereizt zu sein und zu weinen, ohne zu verstehen, daß diese Wege nur die besten Leitungen unterbinden.
     Zum besseren Verständnis läßt sich ein Beispiel der Hüterin anführen. Auch in schwersten



Minuten war sie zu Uns bestrebt. Diese Willenskraft schuf eine mächtige Schwingung. Niemand konnte sie dazu veranlassen, auch nur indirekt den Lehrer zu verurteilen. Selbst direktes Unglück konnte sie nicht dazu führen, die Bruderschaft zu vergessen. Sogar bei einem Schiffsuntergang hielt sie fest den Gedanken an die Bruderschaft aufrecht, und solch eine Entschlossenheit verstärkte die heilige Schwingung.
     Auch Urusvati weiß, daß der Gedanke oder ein Gespräch über Uns heilige Schwingungen herbeizieht. So kennen auch Wir die Macht hohen Denkens. Wir versammeln Uns, um gemeinsam über dasselbe Schöne nachzudenken. Dabei erlegen Wir einander nicht ein und dieselbe Vorstellung auf, sondern jeder wählt das Schönste, was ihm nahe ist. So ergibt sich eine Symphonie, die der Sphärenmusik nahekommt. Diese Akkorde klingen wie Siegesposaunen und fassen derart große Harmonie in sich, daß schon deren einfache Wahrnehmung das Herz zur Freude erhebt.
     Inmitten schwerster Kämpfe erinnert euch des Schönen. Wie ein Allheilmittel kann das Schöne das Herz des Arbeiters festigen. Haltet euch vor Augen, daß Ich nicht nur euch dazu rate, sondern daß Wir selbst in Unserer Wohnstatt diese Botschaft des Wohls anwenden. Jeder hat seine Gefahren und Sorgen, doch ist es eine Freude zu wissen, daß der Schutzschild ein gemeinsamer ist.

     136. Urusvati kennt die Teilnahme an irdischen Schlachten im feinstofflichen Körper. Es scheint erstaunlich zu sein, daß dabei die Waffenspitze den feinstofflichen Körper nicht verletzt, da sie doch auf alles Existierende gerichtet ist. Der Grund liegt darin, daß eine Waffe bewußt, unter Anteilnahme des freien Willens, angewendet werden muß, während es in einer physischen Schlacht nicht möglich ist, eine bewußte Handlung gegen den unsichtbaren feinstofflichen Körper auszuüben. Hieran läßt sich erkennen, wie wesentlich es ist, daß eine Tat bewußt erfolgt.
     Auf alten Bildern kann man des öfteren Helfer aus den höheren Sphären in den Darstellungen von Schlachten sehen. Urusvati kann bezeugen, wie schnell und gleichzeitig unverwundbar sie zwischen den Kämpfenden hindurchflog. Ihr könnt euch vorstellen, wie oft Wir an menschlichen Zusammenstößen teilnehmen. Wenn Wir auch für die menschlichen Waffen unangreifbar sind, so kann es doch räumliche Geschosse geben, die von den Hierophanten der Finsternis auf Uns gerichtet sind. Solche unsichtbaren Schlachten sind kein Märchen. Eine Sache ist es, einen Lichtstrahl von Unserem Turm aus zu senden, doch eine ganz andere ein Flug zu einem im Raume stattfindenden Zweikampf. Die Menschen



glauben nicht an solche Zweikämpfe. Doch auch im irdischen Zustand kann man fliegen, und Flüge im feinstofflichen Körper sind bereits hinreichend bezeugt.
     Sowohl in irdischen wie in feinstofflichen Schlachten hat die Fähigkeit, zu Uns zu streben, entscheidende Bedeutung. Man kann es nur endlos wiederholen, daß das Streben zu Uns einen sicheren Schild darstellt. Die Hilfe kann unermeßlich verstärkt werden, wenn weder Unzufriedenheit noch Klagen, noch Mutlosigkeit und Mißtrauen herrschen. Ihr Menschen, gebt den unsichtbaren Helfern die Gelegenheit, euch die helfende Hand zu reichen! Wieviele lichte Flügel mußten ob des menschlichen Mißtrauens hängen bleiben!
     Wenn Bewußtheit sogar die Spitze einer Waffe verstärkt, so zieht lichtes Bestreben Hilfe heran. Dies alles sind keine Moralpredigten, sondern wissenschaftliche Hinweise. Ein selbstloser Flug stellt bereits eine Tat des Glaubens und des Gefühlswissens dar. Urusvati strebt freiwillig in die Schlacht. Und sie rät dazu, Kräfte für den Sieg anzusammeln. Man kann des öfteren an Schlachten teilnehmen. So schätzen Wir jedes Streben nach Hilfe durch das Licht.
     Scheinheilige werden sagen: "Ist es denn an uns Geringen, dem großen Licht zu helfen?" Doch schon vor langer Zeit wurde gesagt: "Jeder Atemzug möge ein Lob des Herrn sein". In einem einzigen Wort des Guten wird schon die Tat der Hilfe geboren.

     137. Urusvati erinnert sich, mit welch freundlichem Schein ein Hierophant des Bösen auftreten kann. Gleichfalls läßt sich daran erinnern, daß die finsteren Wesen ständig versuchen, sich an die von Uns gesandten Lichtstrahlen zu hängen, ähnlich wie es beim Abfangen einer telegraphischen Mitteilung geschieht. So lassen sich viele Versuche der Finsteren beschreiben. Auch darf man den Anschein von Ausstrahlung nicht vergessen, mit dem sie sich zu umgeben vermögen. Einen anfänglichen Beobachter kann die Tatsache eines solch eher schwachen, schimmernden Scheines beirren, doch wenn man den strahlenden Glanz der Energie kennt, kann es keinen Zweifel mehr geben, umso mehr, als viele der Finsteren die Kraft eines strahlenden Glanzes nicht erreichen können. Außerdem können ihre Ausstrahlungen nicht jene Schwingung vermitteln, die den menschlichen Körper erbeben lassen könnte.
     Wir haben schon eine Reihe von Orten genannt, an denen sich die Finsteren versammeln. Wir werden sie nicht von neuem aufzählen, da es wenige gibt, denen es hilft. Wenn Wir Baltimore oder New York nennen würden, so wäre dies nicht die vollständige Adresse. Selbst die Nennung der Straße oder die Beschreibung des Hauses



würden nicht dazu verhelfen, das finstere Nest zu finden. Es läßt sich erraten, daß sogar deren Versammlungshaus ein ganz alltägliches Aussehen hat. Keine Darstellungen Satans, sondern kirchliche Gegenstände wird man dort in Fülle finden. Nur wer mit dem Herzen erkennt, wird spüren, wo sich die verschlagenen Wesen aufhalten. Vergessen wir nicht ihre Findigkeit und ihren Eifer, da viele der besten Mitarbeiter vor ihnen dadurch weichen. So vermitteln die Finsteren Schmerz und beeinflussen das Leben, nur um durch Zersetzung Vorteile zu erzielen.
     Viele Unserer Energien müssen für den Widerstand gegen die finsteren Winkelzüge aufgewendet werden. Bei Uns gilt es als ein besonderer Sieg, wenn ein Eingeweihter des Bösen zurückweichen muß.

     138. Urusvati weiß, daß Wir niemals die Vergangenheit bedauern. Kostbar ist das Streben in die Zukunft. Besondere Energie wird angezogen, wenn der Gedanke in der Zukunft lebt. Die glänzendste Vergangenheit ist nicht mit den Möglichkeiten der Zukunft vergleichbar. Die Wissenschaft bestätigt, wie heilkräftig der Gedanke an die Zukunft ist und wieviel Gift in der Klage über die Vergangenheit verborgen. Wir schlagen vor, die Vergangenheit zu kennen, doch unser Herz muß vom Streben in die Zukunft erfüllt sein. Nur durch solches Denken entwickelt sich die Fähigkeit, die besten Möglichkeiten der Menschheit zu erkennen.
     Glaubt nicht, daß die Absage, sich nicht in die Vergangenheit zu versenken, leicht sei. Man muß viel Wissen ansammeln, um die Evolutionsspirale zu erkennen, die unaufhaltsam vorwärtsstrebt. Die Menschen richten ihre Aufmerksamkeit gewöhnlich auf den gestrigen Tag und kommen nicht darauf, daß jeder Morgen neues Wissen bringt. Unter jeder Art menschlicher Verhältnissen ist jeder herankommende Tag voll neuer Ansammlungen. Die Nacht bringt den Verkehr mit der Feinstofflichen Welt und eine Erneuerung der Energie. Auch wenn die Menschen sich nicht an ihre nächtlichen Errungenschaften erinnern, so spüren sie doch des Morgens das Anwachsen der Kräfte. Forscher erklären dies auf beschränkte, materialistische Weise, doch erfahrenere Beobachter erkennen andere Ursachen.
     Ich spreche vom Vorzug jener, die jeden Morgen als einen Beginn neuer Erfahrung begrüßen. Gerade die Hymne des Pythagoras bei Sonnenaufgang war ein Gruß an den Beginn neuer Erkenntnis. Bei solch einem Höhenflug des Denkens kann es kein Bedauern der Vergangenheit geben.
     Der Gedanke an die Freiheit der Geisteskräfte kann zu schöpferischer Freude führen. Wir bedauern die Vergangenheit nicht.



     139. Urusvati weiß, daß viele entscheidende Augenblicke im Schweigen verlaufen. Wahrhaftig, zuerst der Wirbelwind, dann Donner und Blitz, doch die Grundlage wird im Schweigen geschaffen. Wenn Ich euch rate, euch im Schweigen zu vereinen, so vollzieht sich in dem Augenblick irgendwo etwas Bedeutsames. Solche im Schweigen aufgebaute Konzentration sammelt besondere Energie, die in ihrem Potential sogar mächtiger als Donnerworte ist. Manche erkennen das Schweigen als Teil der Tat. Bisweilen ist Unsere gesamte Wohnstatt in ein tiefes Schweigen gehüllt, und das bedeutet, daß sich etwas Besonderes vollzieht.
     Oftmals haben die Menschen gefühlt, daß es vor einer bestrebten Tat notwendig war, eine Zeitlang im Schweigen zu verharren. So schafft der erfahrene Redner einen Moment des Schweigens und offenbart einen tiefen Seufzer, bevor er das entscheidende Wort spricht. Einige verstehen die Bedeutung eines solchen Schöpfens von Prana, doch andere handeln vollkommen unbewußt. Die Macht des psychischen Fundamentes wächst durch Bewußtwerdung. Wir freuen Uns, wenn Wir erfahren, daß sich ein großes Ereignis in Bewußtheit vollzogen hat. So ist mächtige Bestrebung imstande, der Menschheit Nutzen zu bringen.
     Es könnte sein, daß sich gerade jetzt ein Ereignis von hoher Bedeutung vollzieht, doch die Menschen verstehen die Bedeutung dessen nicht, was vorgeht. Erst wenn sie die Aufzeichnungen der Chronisten gelesen haben, merken sie, wie folgerichtig der Vollzug der Ereignisse war.

     140. Urusvati weiß, daß viele meinen, Unsere Aufträge gingen über ihre Kräfte. Natürlich legen diese Menschen den Maßstab durchschnittlicher Lebensweise an. Sie zögern, ein unbeugsames Streben in sich zu entfalten. Zudem begrenzen sie sich durch ein Trugbild dessen, was "Gegenwart" genannt wird. Indessen ist die Gegenwart nur wie die Zeitspanne zwischen dem gesehenen Blitz und dem gehörten Donner. Der Blitz ist schon vorbei und der Donner kommt unvermeidlich, was also könnte der relative Zeitraum zwischen den verbundenen Erscheinungen bedeuten? So verwirrt die Gegenwart die Menschen nur, da sie ein Trugbild ihrer selbst darstellt.
     Wenn die Menschen die Bedeutung dessen verstehen, was sich bereits vollzogen hat, dann werden sie auch die Bedeutung der unabänderlichen Folgen einschätzen; eine solche Zukunft ist Realität.
     Wir geben keine unausführbaren Aufträge. Wir wissen, wie sehr die Kräfte des Menschen



einer realen Zukunft dienen. Wir warten nur darauf, bis der Bote ganz vom höchsten Grad der Bestrebung erfüllt ist. Bei solcher Anspannung wird unser Magnet tätig und bildet einen sicheren Panzer. Für einen weiten Weg jedoch taugt furchtsame Unschlüssigkeit nicht. Jeder kann in seinem Herzen selbst erkennen, ob in ihm höchste Bestrebung handelt oder ob er sich in quälender Angst nur dahinschleppt.
     Möge der Mensch sich daran erinnern, wievielen Gefahren er entging, als er mit ganzem Herzen vorwärtsstrebte. Wieviele verschlossene Tore erwiesen sich nur als ein leichter Vorhang; so kann man die Realität der Zukunft bezeichnen, wenn Unbeugsamkeit zu ihr führt. Mögen die Menschen sich erinnern, wieviel ihnen unter Unserer Hilfe gelang und wie sie die Hilfe als Berührung der führenden Hand wahrnahmen. Manche schüttelten sie von sich wie eine lästige Fliege, es gab aber auch solche, die sie in Dankbarkeit annahmen. Stark ist der Mensch, wenn er von Dankbarkeit erfüllt ist! Vieles kann man solchen Flügeln hinzugeben. Solche Menschen fürchten Unsere Aufträge nicht. Sie wissen, wie sehr belastet Wir selbst sind und Uns dennoch freuen, in den herrlichen Garten zu gehen.

     141. Urusvati kennt das Maß der Entschlossenheit, das zur Erfüllung der von Uns erteilten Aufträge notwendig ist. Nicht bereite Personen werden über viele Dinge klagen, die sie aufgeben müssen. Einige werden jammern, daß sie sich körperlich vom Bereich Unserer Türme entfernen müßten. Doch sie vergessen, daß die geistige Verbindung unverletzt bleibt und der Entfernungsunterschied ohne jegliche Bedeutung ist.
     Derjenige aber, der das entsprechende Maß der Entschlossenheit kennt, wird nichts Vergangenes beklagen, wenn ihm der Weg in die Zukunft gewiesen ist. Nicht nur Bereitschaft, sondern vor allem Entschlossenheit ist erforderlich. Ihr versteht den Unterschied dieser beiden Worte. Wir lehren, Entschlossenheit zu entwickeln, damit keinerlei irdische Umstände ihr Maß beeinflussen können. Des öfteren hat eine unbedeutende irdische Angelegenheit nicht nur auf das Schicksal eines einzelnen Menschen, sondern auch auf dasjenige eines ganzen Volkes eingewirkt. Es ist beschämend, wenn eine götzenhafte Angelegenheit den Weg zur Heldentat versperren kann.
     Wir lehren die Menschen, das Zeitliche zu überwinden, welches den Blick für die erhabene Unbegrenztheit



verhüllt. So verweisen Wir auf die überirdischen Sphären, um den Denkhorizont zu erweitern. Wenn die Menschen sich daran gewöhnt haben, an die Höheren Welten zu denken, können sie auch keinen Anspruch irdischen Vorrechtes mehr bekunden. Im erweiterten Denken werden die Menschen leichter Entschlossenheit in sich finden, die Offenbarung von Heldentat und die Erfüllung Unserer Aufträge. Sie werden nicht länger über irdische Schwierigkeiten nachsinnen, da sich viele Aufgaben allein mit einem höheren Maß an Begeisterung schon lösen lassen. Man muß von Unserer Hilfe derart überzeugt sein, daß der Magnet des Vertrauens die unbesiegbarste Energie herbeizieht. Unser inneres Leben ist von dem Streben erfüllt, zu helfen.

     142. Urusvati weiß, wie aufmerksam man sich gegenüber Unseren Hinweisen verhalten muß. Die Menschen sind geneigt, sogar kosmische Gegebenheiten auf sich selbst zu beziehen. Natürlich erweist sich ein verfeinertes Bewußtsein als Folge großer Hingabe. Aus Liebe und Hingabe erwächst die Fähigkeit, den Worten des Lehrers aufmerksames Gehör zu schenken. Mit den Jahren kann man sich davon überzeugen, wie rechtzeitig all Unsere Hinweise gegeben wurden. Oft nennen Wir zur Erinnerung ein Land, eine Stadt oder einen Namen, doch wenn man diese Anmerkungen miteinander vergleicht, so kann man eine ganze Kette von Ereignissen erhalten.
     Das Harmagedon hat im Jahr einunddreißig begonnen, und nun wird auf das Jahr zweiundvierzig hingewiesen, in dem die nächste Stufe weltweiter Entscheidungen eintreten wird. Das Jahr zweiundvierzig haben Wir schon genannt, was umso bemerkenswerter ist, als man genau dieses Jahr schon in den Massen hört. Um jeden Hinweis herum entwickelt sich eine ganze Reihe von Ereignissen mit weltweiter Bedeutung.
     Erinnern wir uns, in welch kurzen Worten über China gesprochen worden ist, und in diesem Zusammenhang nicht nur über das Schicksal eines Volkes, sondern über Ereignisse, die viele Länder betreffen. Allein ein hellhöriges Ohr kann rasch die bezeichneten Namen erfassen. Bisweilen verändern Wir einen Namen ein wenig, um heimliches Zuhören zu vereiteln. Wenn aber dieser Name dann im Leben auftaucht, wird das Gefühlswissen sofort die Aufmerksamkeit darauf lenken. Die Technik der Vorhersehung wird eine wichtige Wissenschaft der Zukunft darstellen, doch kann sie erst gegeben werden, wenn das menschliche Denken gesundet.
     Zu Recht bedauert ihr die Geringschätzung der Geisteswissenschaften; nur eine besonnene Zusammenarbeit aller Wissenschaften wird eine Vorstellung von der Einheit des Wissens verleihen. Jeder



Fanatismus dagegen beruht auf Verneinung und Verurteilung. So kann man sehen, womit Wir kämpfen müssen. Die Menschen aber sparen in der Beziehung zu Uns nicht mit Verurteilungen. Nicht nur Fanatiker, sondern sogar Denker versuchen, Unsere Belehrungen zu berichtigen. Erinnern wir uns jenes Schriftstellers, der vorschlug, die von Uns verliehenen Aufgaben zu begrenzen, ohne aber vorher Unseren Rat überhaupt ganz durchgelesen zu haben. Man kann viele nennen, die versuchten, die Tätigkeit der Bruderschaft zu behindern. In der Folge haben einige der ungerechten Verurteiler bereut, doch der angerichtete Schaden muß ausgelebt werden. Solche Geschwüre des Leidens bilden das schwerste irdische Los. Die gegenwärtigen schweren Tage sind nichts anderes als das auszulebende Leid unzähliger Aufspeicherungen. Laßt uns aufmerksam auf das Stöhnen der Erde hören.

     143. Urusvati kennt viele physische Einwirkungen auf die psychische Energie. Wir haben auf die räumlichen Ströme hingewiesen, die den gesamten Organismus des Menschen beeinflussen. Doch abseits dieser Erscheinung kann man sehen, wie sehr jede physische Energie die Anspannung aller Zentren erhöht. So unterstützt beispielsweise eine starke Elektrisierung die erste Stufe der Gedankenübertragung auf Entfernung. In Amerika kann man sich hiervon überzeugen, doch die Experimentatoren denken nicht daran, welche Energie ihre Versuche fördert. Bei zunehmender Entwicklung der psychischen Energie vermittelt diese kein Gefühl ihres Vorhandenseins, doch zu Beginn der Versuche ist ihr Einwirken durchaus wahrnehmbar. Jede Anspannung führt schon zu einer Entwicklung unserer Energien.
     Ein Gelehrter stellte die Behauptung auf, er könne besonders angespannt denken, wenn er vor einem Kaminfeuer sitze. Ein anderer befand, daß kochendes Wasser in solcher Weise auf ihn Einfluß habe. Und ein dritter konnte berichten, daß seine erfolgreichsten Entscheidungen während eines Gewitters fielen. Es ließen sich viele Zeugnisse darüber anführen, wie sehr sogar die alltäglichste Anspannung eine Kräftigung des Denkens bewirkt. Bleibt nur zu beobachten, was gerade die Energie unterstützt oder niederdrückt. Wir haben vor allem auch diese Beobachtungsgabe entwickelt. Man kann sie bei allen Lebenserscheinungen anwenden. Wenn die Kraft des Gedankens durch natürliche Erscheinungen vermehrt wird, dient sie bei Tätigkeiten auf weiteste Entfernungen hin.
     Wir haben schon davon gesprochen, daß die Erscheinung des Bumerangs ein Beispiel dafür gibt, wie die Angreifer der Bruderschaft zurückgeschlagen werden.



Die Unwissenden werden darauf bestehen, Wir seien rachsüchtig, doch der Grund für die erwähnte Erscheinung liegt allein in den sogenannten Entladungen von Energie. Wer eine geladene Leidener Flasche berührt, bekommt einen Schlag, doch wäre er dumm, von einer Rache oder Mißgunst der Flasche zu sprechen. Man muß sich einfach aufmerksam den Lebenserscheinungen gegenüber verhalten und davon ausgehen, daß in den fernen Welten und sogar auf der Erde auch noch bisher Unsichtbares existieren kann.

     144. Urusvati vermag ein ganzes Schema von Schwingungsbehandlungen auf Entfernung zu erkennen. Diese Behandlungsweise wird künftig in das medizinische Leben eingehen, doch zur Zeit erregt sie nur den Zorn der Ärzte. Wir lenken besondere Aufmerksamkeit auf Einflußnahmen mittels Schwingungen, die sehr viel häufiger angewendet werden, als es die Menschen vermuten. Hierbei muß daran erinnert werden, daß die Folgen solcher Einwirkungen umso stärker sind, wenn sie bewußt aufgenommen werden.
     Indessen ruft, von wenigen Ausnahmen abgesehen, diese von Uns geübte Behandlungsweise keine offensichtliche Aufmerksamkeit hervor. Die Menschen sind bereit, die Schwingungen unter unsinnigsten Vermutungen zu erklären. Sie stellen jedes kleine Symptom von Unpäßlichkeit fest, doch starke Empfindungen von Schwingungen beachten sie nicht. Manches Mal erzittern sie unter dem Einfluß lichter Ströme, machen aber auch gleich eine vermeintliche Ursache dafür ausfindig. Überhaupt werden sie es ablehnen, daß Schwingungen über weite Entfernungen hinweg übertragen werden können. Sogar der drahtlos funktionierende Telegraph kann die Menschen nicht zu der Vorstellung veranlassen, daß Parallelen zu vielen anderen Lebensgebieten möglich sein könnten.
     Urusvati kann bezeugen, wie oft verschiedene Zentren mittels Schwingungen beeinflußt werden und wie schnell Schmerzen beendet sind. Es ist nicht vorstellbar, daß diese verschiedenartigen Schwingungen nur im Patienten selbst entstehen, denn auch äußere Einwirkung ist dabei notwendig.
     Wir bestätigen, daß unter den menschlichen Erfindungen auch diese Behandlung mittels Schwingungen ihren Platz einnehmen wird. Eine Vielzahl von Erkrankungen, wie auch Neuralgien und psychische Erkrankungen, werden dadurch heilbar sein. Den Krebs in seinen ersten Stadien überwinden Wir mittels solcher Schwingungen, Steine können aufgelöst und die Drüsen wieder zu ihrer normalen Tätigkeit hingeführt werden. Nach der gleichen Methode werden auch einige Hauterkrankungen leicht heilbar sein.
     Man könnte fragen, ob der Behandlungserfolg wesentlich von einer bewußten Aufnahme abhänge.



Sehr sogar, mehr als die Hälfte, da die bewußte Aufnahme die gesamte psychische Energie des Organismus in Tätigkeit versetzt, und dieser Verbündete ist in allen Fällen unerläßlich.

     145. Urusvati weiß, daß oftmals unbekannte Namen, Ortsbezeichnungen und fremdsprachliche Worte aus den Tiefen des Bewußtseins auftauchen. Die Wissenschaftler nennen letzteres das Unterbewußtsein, doch vergessen sie, daß sich räumliche Mitteilungen im Kelch der Menschen ablagern, durch einen Impuls von neuem auftauchen und bei diesem Prozeß schon in das Gehirn übergegangen sind.
     Worin besteht jener Impuls? Oftmals ist es ein Lichtstrahl von Uns, der die Oberfläche des Kelches entflammt und dadurch entsprechendes, verborgenes Wissen hervorruft. Darum muß man sehr aufmerksam auf solches Aufblitzen von Wissen achten. Es stellt sich ähnlich wie das Hellhören dar, doch Wir senden den Lichtstrahl, der die Wissensblitze aus den Tiefen des Bewußtseins hervorruft. An jedem Tag läßt sich erkennen, wie rechtzeitig solche Mahnungen gesandt werden.
     Die Menschen behaupten, selten höhere Weisungen zu erhalten. Diese zornige Äußerung entspricht nicht der Wahrheit. Wir geben viel, aufgenommen wird aber nur wenig. Daher muß man die Menschen daran erinnern, daß sie das Entstehen unerwarteter Worte in ihrem Bewußtsein besser verfolgen müssen. Man darf solche Botschaften nicht verbannen, sondern muß sie sorgfältig in seiner Umwelt anwenden. Viele der nützlichsten Gaben tauchen nur kurzfristig auf wie ein lichter Schmetterling, werden aber von den Menschen leichthin unbeachtet gelassen. Wir werden nicht müde, Wissen auszustreuen, doch Wir raten dazu, sich ihm gegenüber aufmerksam zu verhalten. In der Feinstofflichen Welt wird solches Wissen nützlich sein. Dort muß man fähig sein, räumliche Gedanken aufzufangen.

     146. Urusvati besitzt Aufzeichnungen von einigen Tagen des Großen Wanderers. In ihrem Gedächtnis hat sie Sein Antlitz bewahrt. Der Große Wanderer wählte die bestrebte Heldentat in einer einzigartigen Vollendung. In ihrer Verehrung werten die Menschen nur unzureichend, daß Er sich dem Volke zuwandte und die Grundlage für eine neue Hochschätzung der Frau legte. In sämtlichen alten Apokryphen sind einzelne Seiner Wesenszüge zu finden, die von echten Verehrern festgehalten wurden. Es wäre ein Fehler, die sogenannten Apokryphen zu verwerfen. Wer kann denn behaupten, daß sie falsch seien? Zwar können sie lückenhaft sein und zu unterschiedlichen Zeiten verfaßt, doch beruhen sie alle auf mündlicher Überlieferung unter



Freunden. Diese Eigenschaft wird ebenfalls wenig gewürdigt. Mißgünstige mußten natürlich ihre Verleumdungen anhängen, doch das herrliche Antlitz des Großen Wanderers blieb rein. Sämtliche von Anhängern verübten Irrtümer konnten den Großen Wanderer nicht antasten. So ist es uns möglich, uns diesem höchsten Antlitz zu nähern, und niemandem ist verwehrt, Ihn in würdigster Weise nachzuahmen.
     Es muß hervorgehoben werden, daß Er den wesentlichen Teil Seiner Lehre im feinstofflichen Körper gegeben hat, und diese Vollendung entsprach gänzlich Seiner strahlenden Bestätigung der Wahrheit. Weise übergab Er dem Volk das einfache Wort von den Lebensgrundlagen. Nur einer kleinen Zahl jedoch konnten die Unterweisungen über die Feinstoffliche Welt gegeben werden, denn die Lehre konnte, wie üblich, nur mündlich übermittelt werden. In den Apokryphen fanden die letzten Belehrungen keinen Niederschlag, da sie sich auf die Gedankenkräfte bezogen und vom Volke nicht verstanden werden konnten. Ein Lehrer weiß, was durch Unverstand in Schaden gewandelt werden kann.
     Das Auftreten im feinstofflichen Körper bildete den abschließenden Teil der Heldentat. Ohne jede Ruhepause wurde die Übergabe der Lehre fortgesetzt. An kleinen Anmerkungen wird sichtbar, daß sogar die echten Schüler angesichts einer solch mächtigen Erscheinung erbebten. In einer der Apokryphen wird an Umstehende erinnert, die tot oder bewußtlos umfielen; sowohl das eine wie das andere war möglich. Doch die hauptsächliche Offenbarung hatte einzigartige Folgen. Was blieb, war die Lehre, und keine Entstellung vermochte sie zu trüben.
     Es ist unwichtig, daß Menschen im Umkreis dieses herrlichen Antlitzes ihre unbeholfenen Beigaben hinzugefügt haben. Die existierenden Darstellungen kommen dem wahren Bildnis des Großen Wanderers nicht nahe. Man wird fragen, warum Sein Bild dann nicht richtiggestellt worden sei. Doch fast alle Darstellungen entsprechen nicht der Wirklichkeit. Die allergeheimsten Darstellungen wurden nicht verbreitet. Und dafür gibt es auch einen Grund, nämlich daß die Menschen in der Regel diejenige äußere Erscheinung als Bild bevorzugen, die ihnen selbst am nächsten kommt. Auf ähnliche Weise haben die Menschen auch die Lebensverhältnisse des Großen Wanderers nicht erkannt. Sie haben nicht geglaubt, daß Er hart arbeiten mußte uund mehr als ein Handwerk beherrschte. Dennoch sind in Seinem Land von Ihm verfertigte Töpferwaren auffindbar, die heute kostbare Talismane darstellen. Aber wer weiß von diesen guten Zeichen? Entlang des Weges des Großen Wanderers gibt es viele gute Zeichen.



     147. Urusvati erinnert sich der außergewöhnlichen Züge des Großen Wanderers, der Augen, der Stirn und der leuchtenden, dunkelblonden Haare. Diese Züge waren unter der ortsansässigen Bevölkerung derart ungewöhnlich, daß man darüber die unsinnigsten Geschichten erfand. Doch man muß daran denken, daß die Menschen sehr gern alles Außergewöhnliche zur Absurdität verzerren.
     Wenig weiß die Geschichte über die Mutter des Großen Wanderers, die nicht minder groß war als der Sohn. Die Mutter war von hoher Herkunft und verband in sich Feinheit und Erhabenheit des Geistes. Sie nahm den besten Weg, um das Kind außer Gefahr zu bringen. Sie legte im Sohn die ersten höheren Gedanken an und war die immerwährende Stütze Seiner Heldentat. Sie sprach mehrere Sprachen und erleichterte Ihrem Sohn damit den Weg. Nicht nur, daß Sie Seine weiten Wanderungen nicht behinderte, sondern Sie trug alles Notwendige zusammen, um die Wanderschaft zu erleichtern. In der Kindheit sang Sie Ihm ein Wiegenlied, das die ganze herrliche Zukunft vorausnahm. Sie richtete Seine Aufmerksamkeit auf das Volk und wußte, daß Er die Schätze der Lehre zu hüten verstand. Sie begriff die Erhabenheit der Vollendung Seines Weges und ermutigte sogar die Ihm nachfolgenden Männer, als sie in Mutlosigkeit und Verleugnung verfallen waren. Sie war bereit, die gleiche Heldentat zu durchleben, und der Sohn vertraute Ihr Seinen durch die Vermächtnisse der Lehrer gestärkten Beschluß an. Gerade die Mutter wußte vom Geheimnis der Wanderungen. Es ist nicht notwendig, die örtlichen Lebensgewohnheiten näher zu beschreiben, um die Lebensgrundlage der Großen Mutter zu verstehen. Denn nicht Gewohnheiten, sondern die Bestätigung der Zukunft führte den Willen der Mutter. Wahrhaftig, es ist wenig über Sie bekannt, doch wenn Ich vom Großen Wanderer spreche, so ist es vor allem notwendig, von Jener zu erzählen, die Ihn, nach außen hin unsichtbar, zu den Höhen führte.

     148. Urusvati wird nicht vergessen, eine Aufzeichnung von der Sphärenmusik vorzunehmen, die sie heute gehört hat. In ihr kam die Grundlage des Künftigen, Erhabenheit und Wehmut zum Ausdruck. Die Erbauung war groß, doch tief war auch die Wehmut, die sich bei einem Erfolg unter Verausgabung des Kostbarsten einstellt.
     Es soll nicht vergessen werden, daß Wir bereit sind, Teile Unserer Aura einzusetzen, um die Finsternis zurückzuschlagen. Wir sind zum Opfer bereit, doch die Wehmut gründet darin, daß Wir sehen, wieviel Kraft beim Widerstand gegen die Finsternis vergeudet werden muß. Möge jene Symphonie als Symbol erklingen.

     149. Urusvati erinnert sich des großen Wanderers. In der arabischen Wüste war er einsam, doch fand Er im Zelt eines Scheiches Freunde und Helfer. Oft aber blieb Er



allein. Man braucht nicht zu glauben, daß Seine Wanderschaft immer in reichen Karawanen verlief. Ebenso darf nicht vergessen werden, daß jeder den Bedingungen der grobstofflichen Welt unterworfen ist, wenn er sich in die irdische Hülle gekleidet hat. Dieser Umstand entschwindet dem Blick gewöhnlich, und es wird angenommen, daß Unsere Brüder sich unter irgendwelchen unnatürlichen Bedingungen befänden, wenn Sie in die Welt gehen. Das Natürliche ist der von Gesetzen eingegrenzte Zustand. Jeder von Uns weiß das und wählt bewußt den Weg aus.
     Es ist nicht unmöglich, daß der Wanderer auf seinem Weg auch Finstere antrifft. Glaubt nicht, daß das über die Begegnung des Großen Wanderers mit den Fürsten der Finsternis Gesagte Phantasie oder Symbol sei. Urusvati kann bestätigen, daß sie nicht nur einmal verschiedene finstere Wesen bis hin zu einem Hierophanten des Bösen gesehen hat. Worin könnte ein Unterschied zwischen solchen Angriffen und gewöhnlichen finsteren Begegnungen bestehen? Der Unterschied ist groß, dennoch fürchten Unsere Brüder solche Angriffe nicht und können daher auch nicht Schaden dabei nehmen. So sah der Große Wanderer nicht selten entsetzliche Antlitze, ohne aber in Furcht zu geraten.
     Viele werden nicht verstehen, weshalb es einem solchen hohen Geist nicht erspart blieb, unvollkommene, finstere Wesen sehen zu müssen. Doch die Kraft des Magneten zieht auch die Finsteren an. Sie träumen davon, auf irgendeine Weise doch noch Verwirrung stiften und Schaden bringen zu können. Schon der geringste Zweifel verhindert, daß man auf dem Wasser oder durch das Feuer gehen oder sich in die Luft erheben kann. Ich erinnere daran, daß der Große Wanderer erfolgreich auf dem Wasser zu gehen wie auch sich in die Luft zu erheben vermochte. Die Hauptbedingung bestand darin, daß es in Ihm nicht den geringsten Zweifel gab.
     Er ging unerschütterlich, da Er sich in seinem Herzen zur Heldentat entschlossen hatte. Die Heldentat war zwar schon vorbestimmt gewesen, doch mußte Er sie mit ganzem Herzen, ohne Zweifel und ohne Bedauern annehmen. Solch unbeugsames Streben wurde von niemandem aus Seiner Umgebung, außer von Seiner Mutter, unterstützt. Doch Ihre Führung verwandelte dem Großen Wanderer alle schweren Leiden. Man muß sich dieser Züge des Großen Wanderers erinnern, um die Größe Seiner Heldentat tief empfinden zu können.

     150. Urusvati weiß, daß der Große Wanderer das menschliche Bewußtsein zum Allerhöchsten richtete. Er verstand, daß die Menschen noch nicht in den Maßen des Mittelweges zu denken vermochten. Und so schlug Er den Menschen vor, sich lieber dem Allerhöchsten zuzuwenden



als das Denken zu erniedrigen, auch wenn ein Mensch dabei leicht dazu neigte, das Unsagbare auszusprechen. Man muß verstehen, daß der Große Wanderer das Volk lehrte, im Herzen auf dem Berge, in der dort vorhandenen höheren Stimmung, zu beten.
     Es ist unmöglich, die ganze Tiefe der Predigten des Großen Wanderers zu erfassen, da Er in den einfachsten Worten Hinweise auf alle Lebensgrundlagen gab. Gerade in der Einfachheit lag der hohe Wert Seiner Heldentat begründet. Diese Einfachheit war nicht des Volkes wegen erdacht worden, sondern die Schönheit lag darin, daß das Allerhöchste in den allereinfachsten Worten zum Ausdruck kam. Man muß unaufhörlich das Komplizierte zum Einfachen hin wandeln. Allein in der Einfachheit kommt das Gute zum Ausdruck - so war das Tun des Großen Wanderers.
     Auch in der Feinstofflichen Welt ist Sein Einfluß groß; Er liebt es, in die niederen Schichten hinabzusteigen, auf daß das Prana Seiner Aura die finsteren Sphären reinige. Glaubt nicht, daß es Ihm, gerade Ihm leicht sein würde, dorthin hinabzusteigen. Umso mehr können Seine heilsamen Berührungen der Leidensgeschwüre als Beispiel dienen.
     Bei Uns ist es üblich, die niederen Sphären der Feinstofflichen Welt aufzusuchen. Die Offenbarung des Herzens vermag viele zu erretten.

     151. Urusvati weiß, daß jeder Große Lehrer mit dem Heilen und mit der Kunst vertraut ist. Auch der Große Wanderer zeichnete sich dieser Fähigkeiten in besonderer Weise aus. Nur in einigen Apokryphen lassen sich lückenhafte Hinweise auf Seine Heilratschläge finden. Man darf jedoch nicht denken, daß einige aufgezählte Wunder bereits die ganze Wirklichkeit erschöpfend beschrieben. Es sind hingegen eine Vielzahl Heilungen vollbracht worden. Sie sind in zwei Arten aufteilbar: Einerseits kamen Menschen mit dem Wunsch nach Heilung zu Ihm, andererseits berührte Er selbst dort, wo Er den Keim einer Krankheit sah. Nicht selten wußte ein Mensch gar nicht, warum der Vorübergehende sich ihm zuwandte. Solche Taten erfolgten wahrlich aus der ganzen Freigebigkeit des Großen Geistes, der - einem unermüdlichen Sämann gleich - die Körner des Guten ausstreute.
     Genauso selten findet man in den Apokryphen Worte über die Schönheit, dennoch sind sie ausgesprochen worden. Der Lehrer lenkte die Aufmerksamkeit auf die Schönheit der Blumen und auf das Strahlen der Sonne. Auch regte der Lehrer zum Chorgesang an, da er ein äußerst wirksames Mittel zur Erzeugung harmonischer Schwingungen ist. Doch der Lehrer bestand nicht auf diesem zusätzlichen



Aspekt der Musik und des Gesangs. Er rief nur auf zur Freude und zur Begeisterung.
     Unter den Schülern und Anhängern gab es viel Kummer und alltägliche Not. Der Lehrer half vor allem, indem Er den Geist aufrichtete. Erst wenn das Gleichgewicht sich wieder eingestellt hatte, begann Er, die Lage zu erörtern. Hierbei verurteilte Er nie Vergangenes, sondern strebte in die Zukunft. Der Lehrer sah die Zukunft klar, enthüllte sie jedoch nur, wenn Bewußtsein dafür vorhanden war. Der Lehrer fand ein sehr strenges Wort dort, wo das Bewußtsein tot war. So ging der Heiler und Schöpfer Seinen Weg.

     152. Urusvati hat die erhabene Sphärenmusik wie auch das Knirschen des Chaos gehört. Aus dieser Wirrnis und dem Wehklagen gestalten die Großen Lehrer eine harmonische Symphonie. Nur wer beide Extreme gehört hat, ist fähig, den Zeitraum der damit verbundenen Evolution zu beurteilen. Allein Unwissende vermeinen, daß die Siegesharfen gleich auf den ersten Befehl hin erklingen. Doch von den Strudeln des Chaos bis zur Harmonie des Himmels ist ein schwerer Weg. Daher werden die Großen Lehrer auch große Arbeiter sein.
     Die Menschen möchten die Lehrer in ihren eigenen Kleidern sehen. Wenn ein Lehrer sich nur in irgendeiner Hinsicht von ihren willkürlichen Vorstellungen unterscheidet, so kommen nicht geringe Zweifel auf. Der Fordernde glaubt nicht, daß sein Ansinnen auf Unwissenheit gründet und kann sich nicht vorstellen, daß das von ihm erdachte Antlitz banal sein könnte. In der Mehrzahl der Fälle sind die Darstellungen der Großen Lehrer geschmacklos. Die Menschen möchten, daß ein Lehrer sich auch äußerlich nicht von den Anwesenden unterscheide. In einem solchen Falle würden Anwesende den Großen Wanderer nicht erkennen.
     Er lehnte es nicht ab, Festversammlungen zu besuchen und sich dort über alltägliche Notwendigkeiten zu unterhalten. Nur wenige bemerkten, wieviele weise Ratschläge mit einem Lächeln der Ermutigung gegeben wurden. Und Sein Lächeln war herzlich. Diese Herzlichkeit wurde sogar von Seinen Schülern nicht immer geschätzt. Es geschah, daß sie den Lehrer verurteilten, wenn Er, ihrer Meinung nach, einem unbedeutenden Menschen allzu große Aufmerksamkeit zuteil werden ließ. Indessen eröffnete Sein Lächeln herrliche Gefäße. Ebenso gab es Verurteilungen wegen Seiner Gespräche mit Frauen, doch ist Seine Lehre gerade von Frauen bewahrt worden. Desgleichen verurteilte man die Anwesenheit sogenannter Heiden, wobei man vergaß, daß der Lehrer zu den Menschen und nicht einer einzelnen Sekte wegen gekommen war.



Ich erinnere an solche Verurteilungen, da sie das Antlitz des Großen Wanderers noch menschlicher gestaltet haben. Wäre Er nicht in dieser Weise mit dem Leben in Berührung gekommen und hätte Er dabei nicht gelitten, so hätte Seine Heldentat ihre Größe verloren. Niemand kam auf den Gedanken, welche Leiden Ihm die Berührungen mit den verschiedenen ungeordneten Ausstrahlungen verursachten.
     Der Gedanke von der Heldentat verließ den Großen Wanderer niemals. Verurteilungen, die Ihm zu Ohren kamen, bestärkten Ihn nur in der Ausführung der Heldentat. Derart verfolgte der Große Lehrer Seinen bestrebungsvollen Weg. Wir denken gern an solche Beispiele zurück.

     153. Urusvati weiß aus den Apokryphen, daß die Menschen aus dem Großen Wanderer einen Volkshelden machen wollten. Solche Wünsche kamen nicht selten infolge des Verhaltens des Großen Wanderers zum Ausdruck, was jedoch ein großes Mißverständnis war. Natürlich ist der Große Lehrer ein Held und Führer, doch viele Bewußtseine können die wahre Bedeutung dieser Begriffe nicht erfassen, und so werden Dornenkronen geflochten.
     Urusvati hat die Stimme des Großen Wanderers gehört, doch konnte sie einem Führer der Volksmenge gehören? Gerade die Volksmengen führten den Großen Wanderer in besonderes Leid hinein. Diese Mengen, ein und dieselben Volksmengen, verkündeten von Seinem Königtum und drängten dann auf Seine Hinrichtung. So förderten sie auf eigentümliche Weise die Erfüllung der Prophezeiungen.
     Man kann sich unmöglich das Karma vorstellen, das sich auf die Mehrheit dieser Wahnsinnigen gelegt hat! Mögen jetzt viele der Ereignisse gedenken, die auf die Schultern vieler Generationen gelegt worden sind. Dies ist keine Bestrafung, sondern die Folge eines wahnsinnig gewordenen freien Willens. Wenn Ich dazu rate, sich unvernünftiger Worte und Gedanken zu enthalten, so bitte Ich damit auch, über die Zukunft nachzudenken.
     Der Lehrer hätte den Weg der Heldentat auch ohne das Gebrüll der Menge gehen können, doch selbst die von Ihm Geheilten erfüllten den Raum mit Drohungen und Verfluchungen. Solche Erscheinungen freien Willens kann man mit vielen Namen belegen, und dennoch bleibt es der freie Wille. Es ist richtig, den freien Willen als höchstes Geschenk anzusehen, doch wie besonnen muß man diesen teuren Schatz handhaben!
     Bis zum heutigen Tag hüten Wir in geheimen Räumen viele, mit dem Leben des Großen Wanderers verbundene Gegenstände. Man kann darüber erstaunt sein, in welchem Maße sich Seine Ausstrahlungen über den Verlauf vieler Jahrhunderte



bewahrt haben. Dieses Merkmal bildet den zuverlässigsten Maßstab für das Ausmaß an aufgeschichteter, uranfänglicher Energie. Solche Aufschichtung erfolgt gerade nicht dann, wenn die Hand oder der Atem bewußt Kraft aussenden, sondern wenn jede unwillkürliche Berührung eine bereits unauslöschliche Energie abgibt.
     So gedenkt der ungewöhnlichen, uranfänglichen Macht des Großen Wanderers.

     154. Urusvati weiß, daß die Großen Lehrer mit den Tieren sprechen können. Das Beispiel des Großen Wanderers ist auch in dieser Hinsicht einzigartig. Man muß jedoch in besonnener Weise an den Umgang mit den Tieren herangehen. Es ist den Menschen nicht möglich, Tierlaute zu verwenden und sie dabei auch zu verstehen. Die psychische Energie ermöglicht es hingegen, eine direkte Berührung mit derselben Energie im Tier aufzunehmen und gegenseitiges Verstehen zu erreichen.
     Vor allem ist das Fehlen von Furcht und Zorn auf beiden Seiten unerläßlich. Ebenso notwendig ist es, von aufrichtigem Wohlwollen erfüllt zu sein, wobei man sich nicht selbst belügen darf. Viele Feiglinge sind von ihrem Mut überzeugt, und die Bösesten verstellen sich als gut, womit es natürlich keine Annäherung an die Tiere gibt. Die natürlichste Verbindung zwischen den Welten ist verlorengegangen, da die Lebewesen das gegenseitige Vertrauen eingebüßt haben. Heute spricht man wie von einer seltenen Erscheinung, wenn zwei Tiere verschiedener Art zusammenleben können. Auch die Menschen nähern sich den Tieren nur mit Zweifeln. Woher also soll da gegenseitiges Verstehen erwachsen?
     Hätte man jedoch sehen können, wie der Große Lehrer sich den Tieren und Vögeln zuwandte, so hätte man sich von der Existenz der lebendigen Verbindung zwischen den Welten überzeugen können. Er konnte einen Vogel zu sich auf die Hand rufen und ihn in eine bestimmte Richtung wieder fortschicken. Er beruhigte ein beliebiges Tier nicht durch einen Zuruf, sondern durch Einflößen von Ruhe. In alten Überlieferungen wird davon gesprochen, daß kranke Tiere zum Lehrer kamen, um geheilt zu werden. Es ließen sich viele solcher Beispiele anführen, und der Lehrer besaß das Recht, die Tiere als die kleineren Brüder zu bezeichnen. Doch in diesem freien Umgang existierten weder Vorsatz noch Sklaverei, sondern einfach nur Zusammenarbeit.

     155. Urusvati weiß, wie lange Tiere sich der Ausstrahlungen ihres Herrn erinnern. Wenn dies im Alltag beobachtet werden kann, so wird vorstellbar, wie nachhaltig stark die Ablagerungen



von Ausstrahlungen eines Großen Lehrers sind! Hierbei kann man feststellen, daß die Lehrer einerseits Magnete verborgen auslegen, andererseits jedoch Ihre persönlichen Sachen vernichteten, um sie nicht in den Händen Unwissender zurücklassen zu müssen.
     In der Geschichte wird sichtbar, wie Gegenstände, die den Lehrern gehört hatten, auf weitem Raum verteilt wurden. So blieben beispielsweise Gemälde aus der Hand von Saint-Germain in vier Ländern zurück: in Frankreich, England, Deutschland und den Niederlanden unter verschiedenen Namen. Einige verblieben in der Familie Van Goghs, doch die Mehrzahl wurde durch den Urheber vernichtet.
     Das gleiche Schicksal ereilte die Gegenstände, die sich in der Umgebung des Großen Wanderers befunden hatten. Ich spreche von den Gegenständen in Seiner Umgebung, da Er sie nicht für Sein Eigen hielt. Ein solcher Verzicht auf das Eigentum ging ganz natürlich von Ihm aus, da Sein Schritt eilig bestrebt war.
     Es kam nicht wenig Verwunderung unter den Schülern auf, als Er mit ihnen gemeinsam den Lebensunterhalt durch Arbeit beschaffen wollte. Gerade dieser Grundgedanke wurde auch von Unseren anderen Brüdern angewandt. Einer von Ihnen, ein früherer Herrscher, liebte es, zu Beginn des gemeinsamen Mahles zu sagen: "Offenbar habe ich mir mein Brot durch Arbeit verdient". Einige der eifrigsten Schüler fielen gerade angesichts solcher ständigen Arbeit ab. Ihr kennt solch ein Beispiel auch aus dem Norden.
     Man muß daher die Verteilung von Magneten, die der Große Wanderer zurückgelassen hat, gut verstehen. Es sind ihrer nicht viele, die Plätze, wo sie sich befinden, jedoch bemerkenswert. Er beauftragte die Schüler, solche Magnete in weit entfernte Länder zu tragen. Man muß sich vergegenwärtigen, wie weit Seine Boten vorgedrungen sind. Die Menschen kannten sie nicht, spürten aber dennoch die Bedeutung solcher Abgesandten und haßten sie, wie sie über alles ihnen Unverständliche in Wut geraten.

     156. Urusvati weiß, daß der Große Wanderer die Menschen Seiner Umgebung in klarer, prägnanter Weise zum Allerhöchsten lenkte. Der Lehrer sagte: "Brüder, ihr findet entschieden für alles bemerkenswert viel Zeit, doch für das Allerhöchste erübrigt ihr nur kurze Augenblicke. Wenn ihr dem Allerhöchsten nur soviel Zeit widmen würdet, wie ihr sie für die Mahlzeiten aufbringt, so wäret ihr bereits Lehrer." So lehrte Er in lebendiger Weise den Nutzen der Hinwendung zum Allerhöchsten. Ebenso sagte Er: "Wenn ihr euch von ganzem Herzen Ihm zuwendet, so werdet ihr ein starkes Band fühlen, das euch mit dem Großen Herzen verbindet.



     Ebenso sagte Er: "Stört den anderen nicht, wenn ihr seht, daß er im Gebet versunken ist. Man kann einen solchen Menschen derart verletzen, daß ihm sein Herz durch die unvernünftige Störung zerreißt."
     Ebenso sagte Er: "Bemüht euch um Sauberkeit und spült euren Mund nach jeder Mahlzeit. Berauscht euch nicht, denn ein törichter Mensch ist schlimmer als das einfachste Tier." Ebenso sagte Er: "Eßt kein Fleisch, wenn die Möglichkeit besteht, es zu vermeiden."
     So kann man in den Apokryphen viele Andeutungen über sämtliche Lebensaspekte finden. Außer den bereits gefundenen Apokryphen lassen sich auch noch weitere entdecken. Man möge über die Zeiten, in denen die Aufzeichnungen niedergelegt wurden, nicht urteilen, denn sie sind nicht nur einmal umgeschrieben und übersetzt worden.
     Man soll außerdem nicht vergessen, daß die Zusammenstellung der Schriften in zufälliger Auswahl aus einer Vielzahl erfolgte. So ist es notwendig, aufmerksam an alles heranzugehen, was uns aus den vergangenen Jahrhunderten überliefert wurde. Man darf auch nicht vergessen, daß die Apokryphen nicht erst in den letzten, sondern in jenen Jahrhunderten verfaßt wurden, die den Ereignissen sehr nahe waren. So wollen wir uns nicht ablehnend verhalten, wenn wir gerade jetzt Auszüge alter Schriften finden.

     157. Urusvati hat das Gefühl des Sichloslösens von der Erde erfahren. Dieses Gefühl wie auch die magnetische Anziehung kennen nur diejenigen, die es auch erfahren haben. Sie können verstehen, welch starker Anziehungskraft der Lehrer ausgesetzt sein kann. Er besitzt das Recht, sich von der Erde zu lösen, doch Er tut es nicht. Hierbei erfährt Er aber eine schwere Wehmut. Der Grad solcher Wehmut ist nicht in Worten auszudrücken. Nur die Macht des Bewußtseins kann aus solchen niederdrückenden Gefühlsanwandlungen herausführen.
     Es muß auch eine Bemerkung zur Fähigkeit der Teilbarkeit des Geistes des Lehrers gemacht werden. Wer diese Eigenschaft kennt, versteht, wenn sich in solchen Augenblicken eine vollständige Abwesenheit bemerkbar macht. Gewöhnlich sind solche Augenblicke nur sehr kurz, doch bei Weiterentwicklung der Teilbarkeit des Geistes können sie sehr ausgeprägt verlaufen. So wird vorstellbar, welche Augenblicke der Abwesenheit der Große Wanderer durchlebt hat! Es handelt sich nicht um einen Bewußtseinsverlust, sondern gerade



um eine teilweise Abwesenheit, wenn die psychische Energie auf weite Entfernungen hin arbeitet. Die Offenbarung der Erscheinung des Großen Wanderers war an vielen Orten gleichzeitig bemerkbar. Die Menschen sahen Ihn völlig klar im Wachzustand wie im Schlaf.
     Für das Herz bedeuten die Momente der Teilung des Geistes viel Arbeit. Man kann sich vorstellen, wie gefährlich es ist, die Ruhe während solcher Abwesenheiten zu stören. Dieser Zustand ist fast mit dem Austritt des feinstofflichen Körpers zu vergleichen. Doch die Menschen rechnen nicht mit solcher Anspannung, und nicht selten erwächst aus solcher Unvorsichtigkeit Schaden.

     158. Urusvati weiß, was heilige Schmerzen sind. Die heutigen Ärzte bezeichnen diese Schmerzen als Neuralgie, Rheumatismus, Nervenkrampf, Entzündung der Nervenkanäle. Viele Definitionen werden ausgegeben werden, doch sogar ein irdischer Arzt wird etwas Außergewöhnliches an den Schmerzen entdecken. Wir definieren diese Erscheinung als Anklopfen der psychischen Energie an die Unbegrenztheit. Es läßt sich bemerken, daß solche Schmerzen ohne sichtbaren Grund beginnen und auch ohne Folgen wieder verstummen. Sie sind von verschiedener Art, und es ist nicht vorhersehbar, welches Zentrum zu schmerzen beginnen wird.
     Jetzt kann man sich vorstellen, in welchem Maße die Großen Lehrer derartigen Anspannungen ausgesetzt sind! Es kann nicht anders sein, wenn die uranfängliche Energie an neue Sphären klopft. Sie strebt danach, dort aufzuatmen, wo entsprechende Schwingungen ihr antworten. Der freie Wille des Lehrers jedoch bindet diese Erscheinung zum Wohl der Menschheit an die Erde.
     Man muß verstehen, daß die Heilung solcher Schmerzen nur durch Schwingungen erfolgen kann. Wir senden Ströme, die nicht selten einen sehr starken Grad erreichen. Die Erscheinung solcher Schmerzen hat den Großen Wanderer sehr gepeinigt. In solchen Stunden ging Er in die Wüste, um dort leichter die Schwingungen aufnehmen zu können. Niemand vermutete, daß der Große Wanderer solche Schmerzen durchleben könnte. Die Menschen dachten, daß der Lehrer von allen irdischen Erscheinungen ausgenommen sein müßte. Der Große Wanderer selbst verbarg es nicht, wie sehr Er der Zusammenarbeit der Menschen mit Ihm bedurfte. Beständig wiederholte Er, daß ein Erfolg durch Vertrauen eintreten würde. So lehrte Er die Bedeutung der uranfänglichen Energie.
     Allein bei völliger Vergegenwärtigung der Energie kann man sie zur Tätigkeit rufen. Und nur im Wohlwollen wird sie dienlich sein. So kann man im Leben des Großen Wanderers die menschlichsten wie auch wissenschaftlichsten Bestätigungen sehen.



     159. Urusvati ist in der Lage, die Züge des Großen Wanderers einem Künstler zu beschreiben, der die Gabe besitzt, menschliche Antlitze darzustellen. Auch mit nur wenigen allgemeinen Zügen kann eine solche Darstellung festgehalten werden. Erinnern wir uns nochmals Seiner Züge: dunkelblondes Haar, ziemlich lang und an den Enden etwas dunkler, leicht gewellt und in betontere Locken übergehend. Die Stirn ist hell und weit, ohne Falten. Die Augenbrauen etwas dunkler als das Kopfhaar, doch nicht stark ausgeprägt; die Augen sind blau mit leicht gehobenen Winkeln, die Wimpern verleihen ihnen Tiefe. Die Wangenknochen leicht betont, die Nase nicht sehr groß und einigermaßen weich, der Mund ist nicht sehr groß, doch die Lippen gut gefüllt. Der Oberlippenbart ist nicht stark und läßt den Mund frei. Auch der Bart ist nicht lang und am Kinn leicht geteilt. Diese Züge erweckten die Liebe zum Lehrer, doch war es weniger deren Schönheit als deren Ausdrucksfülle, die den Lehrer in Erinnerung bleiben ließ.
     So sollte auch jeder, der sich dem Lehrer nähert, von Liebe erfüllt sein. Verehrung und Hochachtung entbehren ohne Liebe der Wirklichkeit. Mancher meint, daß Liebe die Würde des anderen herabsetzen könnte. Diese irrige Auffassung beruht auf einem Unverständnis des höchsten Gefühls. Nur der ist Schüler, wer seinen Lehrer liebt. Jede Annäherung hat als Grundlage entweder Liebe oder Furcht, doch Furcht ist dort nicht angebracht, wo man zum Licht strebt.
     Urusvati erinnert sich daran, wie sie im Lotussitz über dem Wasser schwebte. Auch bei aller Zerbrechlichkeit eines solchen Bootes fühlte sie keinerlei Angst. Dies ist ein Beispiel der Furchtlosigkeit im Streben zum Lehrer. Allein die Liebe kann solche Furchtlosigkeit vermitteln. Es ist äußerst notwendig, solch flammende Liebe in sich zu entwickeln. Sogar die Gesundheit nimmt unter diesem höchsten Gefühl zu. Man kann unmöglich ohne das Band der Liebe all den Anstürmen des Chaos widerstehen.
     In der Erinnerung an das Antlitz des Lehrers kann man von Liebe durchdrungen werden. Dabei muß man dessen eingedenk sein, daß es gegenüber einzelnen aus der Bruderschaft der Großen Lehrer keine ausschließende Liebe geben darf. Der Schüler wird seinen persönlichen Lehrer haben, doch wird er sich auch den anderen Lehrern in Liebe zuwenden. Der erwählte Lehrer wird ihm am nächsten sein, doch im Wissen um die Heldentaten der anderen Lehrer wird das innige Gefühl der Liebe zu Ihnen leben.



     160. Urusvati weiß, daß der Große Wanderer die Gewohnheit hatte, verschiedene Zeichen in den Sand zu ziehen, um sie dann wieder zu verwischen. Die Schüler fragten, warum der Lehrer diese Zeichen nicht auf einer beständigeren Unterlage schreibe. Darauf machte der Lehrer mehrere Zeichen in der Luft und sprach: "Dies hier ist das beständigste je geoffenbarte Statut. Nichts wird diese Zeichen verwischen." So erläuterte der Lehrer die Kraft des Gedankens.
     Einige behaupteten, daß die Zeichen wie Blitze leuchteten. Der Lehrer widersprach der Möglichkeit eines solchen Leuchtens nicht und sprach: "Es wird eine Zeit kommen, in der die Menschen erkennen werden, wie sie ihre Zeichen über weite Entfernungen hinweg übertragen können." Die Schüler konnten nicht verstehen, wovon der Lehrer zu ihnen sprach. Desgleichen sagte der Lehrer: "Hütet euch vor schlechten Gedanken. Sie wenden sich auf euch zurück und lagern sich wie abscheulicher Aussatz auf euren Schultern ab. Gute Gedanken aber schwingen sich und damit euch empor. Man muß wissen, wieviel heilsamen Lichtes oder todbringender Finsternis der Mensch in sich trägt." Auch sagte Er: "Wir trennen uns hier, können uns aber im Lichtgewand wiedersehen. Kümmern wir uns nicht um den Markt, wenn uns doch im Reich des Lichts ein Gewand nach unserem Wunsch übergeben wird. Laßt uns nicht traurig sein, wenn uns die besten Freunde in Freude erwarten."
     Auch sagte Er: "Laßt uns jenes nicht bedauern, was schnell vergeht, wenn doch schon ein dauerhaftes Kleid für uns bereitliegt." Auch sagte Er: "Ihr habt euch daran gewöhnt, den Tod zu fürchten, da man euch nichts vom Übergang in eine bessere Welt erzählt hat." Auch sagte Er: "Man muß verstehen, daß gute Freunde auch dort zusammenarbeiten werden." So lehrte der Große Wanderer beständig von der Ewigkeit und der Kraft des Gedankens. Doch diese Vermächtnisse wurden nur von wenigen verstanden. Es ist nicht vorstellbar, wie gering die Zahl derer war, die die Worte des Lehrers im Gedächtnis behielten! Indessen sprach Er kurz und einfach. Wir schätzen die Fähigkeit, in kurzen Worten zu sprechen, besonders. Im Raum werden solche Zeichen tief eingraviert.



     161. Urusvati weiß, daß der Große Wanderer oft durch die Kräfte der Finsternis gestört wurde. Selbst in den Schriften ist solche Bedrängung erwähnt. Man könnte fragen, auf welche Weise Ereignisse in den Schriften niedergelegt werden konnten, die ohne Zeugen stattfanden. Der Große Wanderer mußte also selbst davon berichten - und so war es auch. Der Lehrer verheimlichte die Kämpfe, die sich um Ihn herum vollzogen, nicht. Anhand des eigenen Beispiels bereitete Er die Schüler auf die beständige Schlacht vor. Er sprach: "Jeder Mensch befindet sich unausgesetzt in drei Schlachten. Er kann sich in völliger Ruhe wähnen, obwohl er in dem Moment an drei Schlachten gleichzeitig teilnimmt."
     Die erste wird diejenige zwischen dem freien Willen und Karma sein. Nichts kann den Menschen von der Teilnahme an den Zusammenstößen dieser beiden Prinzipien befreien.
     Die zweite Schlacht tobt im Umkreis des Menschen zwischen entkörperten Wesen des Guten und des Bösen. So wird der Mensch ein Opfer der einen oder der anderen. Man kann sich unmöglich die Wut der Finsteren vorstellen, die sich des Menschen zu bemächtigen suchen.
     Die dritte Schlacht lärmt in Unendlichkeit im Raume zwischen den feinstofflichen Energien und den Wogen des Chaos. Für die menschliche Vorstellungskraft sind solche Schlachten in der Unbegrenztheit unfaßbar. Zwar begreift der menschliche Verstand irdische Zusammenstöße, doch beim Blick in den blauen Himmel vermag er sich nicht vorzustellen, daß dort mächtige Kräfte und Wirbelwinde toben. Erst wenn er die irdischen Gefühle beherrscht, ist der Mensch fähig, über die unsichtbaren Welten nachzudenken. Man muß sich an solche Gedanken gewöhnen. Nur sie lassen den Menschen zu einem bewußten Teilhaber unbegrenzter Kräfte werden.
     Denkt darüber nach, beständig vor dem Antlitz der Unbegrenztheit zu stehen. Die erhabensten Worte können das Allerhöchste nicht zum Ausdruck bringen. Und nur während kurzer Momente vermag das Herz in Begeisterung der Erkenntnis erzittern. Lernt es, solche Augenblicke im Gedächtnis zu bewahren, da sie der Schlüssel für die Zukunft sind.
     Es ist unmöglich, sich die Fülle all der unzählbaren Welten vorzustellen, doch der Lehrer führt einen dazu hin. Lernt es, Ihm Vertrauen zu schenken, denn ohne diese Brücke gibt es kein Vorwärtsschreiten.



     162. Urusvati weiß, daß der Große Wanderer Umgang nicht nur mit Armen, sondern ebenso mit Reichen pflegte. Man kann sehen, daß Er nicht alle Reichen anwies, ihr Vermögen zu verteilen. Lag darin nicht ein Widerspruch? Keineswegs. Der Lehrer wies dort zum Verzicht auf Reichtum an, wo Er ein falsches Verhältnis zu irdischen Schätzen bemerkte.
     Er sprach zu einem Menschen von der Notwendigkeit, sich vom Reichtum zu lösen dann, wenn Er sah, daß die Schätze sich als Mühlstein am Halse eines im Geiste Schwachen erwiesen. Auf diese Weise sollte man die Einstellung des Lehrers zu irdischen Schätzen richtig verstehen. Er lehnte sie nicht ab, da man die Existenz dessen, was es auf der Erde gibt, nicht leugnen darf. Doch ist es notwendig, eine besonnene Einstellung zu allem Existierenden zu finden.
     Der Lehrer wünschte keineswegs, alle in ein und derselben Armut zu sehen. Der Lehrer gab im Gegenteil Ratschläge, wie man auch bei geringem Einkommen in ungetrübter Freude ohne Neid gegen den Nachbarn leben könne. Der Lehrer konnte mit Armen und Reichen Umgang pflegen, und überall war Er gleichermaßen gut und von dem Wunsch zu helfen erfüllt. Oft bedurften nämlich Reiche noch mehr der Hilfe. Ebenso strebte der Lehrer danach zu helfen, wo er Ungerechtigkeit sah. Der Lehrer verstand es, Unterdrückte in Helden zu verwandeln. Der Lehrer verstand auch, daß jede Seiner Wohltaten verurteilt werden würde. Er sorgte sich selbst nicht um Anerkennung, vergaß in Seinen Ratschlägen jedoch nicht, auf die große Kraft der Dankbarkeit hinzuweisen. So wollen wir uns des großartigen Lebens erinnern, das eine Vielzahl von Herzen nährte.

     163. Urusvati weiß, daß die besten Unterweisungen und erstaunlichsten Heilungen des Großen Wanderers nicht festgehalten worden sind. Neben den Ansprachen an das Volk und an die Schüler hielt Er viele Unterredungen unter vier Augen. Wer hätte solche bemerkenswerten Unterweisungen aufschreiben können?
     Über den Wechsel der Leben sprach der Lehrer zum Volke nicht, da diese Wahrheit in Seinem Land nicht verstanden wurde. Selbst unter den Schülern konnten sich nur wenige den Gedanken der Wiederverkörperung ganz zu eigen machen. Die Wiederverkörperung war bei einigen Sekten bekannt und wurde, ebenso wie heute, von vielen abgelehnt. Genau wie heute rief die Auffassung vom Wechsel der Leben erbitterten Streit hervor.



     Der Lehrer sprach über strittige Themen eher unter vier Augen, da Er sich dann dem jeweiligen Bewußtseinsniveau anpassen konnte. Es gab viele solcher Einzelgespräche. Manchmal betrafen sie elementare Themen, doch fanden auch Unterredungen mit überaus gelehrten Philosophen statt. Die einen kamen ängstlich zu nächtlicher Stunde, andere jedoch näherten sich entschlossen bei Tage. Große Geduld bewies Er allen gegenüber. Es wird vorstellbar, wie ausgefüllt Seine Zeit im Verlauf dieses kurzen Lebens der Heldentat war. Die Schüler fragten sich oft zweifelnd, ob Er sich überhaupt Zeit zu Schlafen nahm.
     So wurden auch viele bemerkenswerte Heilungen unauffällig vollzogen. Was die Menschen sahen, waren Heilungen von Wahnsinn, von Lähmungen, Blindheit und Taubheit. Solche Heilungen verblüfften die Menge aufgrund ihrer Offensichtlichkeit. Die Menge war in der Tat erschüttert, wenn Stumme zu sprechen begannen und Aussätzige rein wurden. Doch waren unter wissenschaftlichem Gesichtspunkt andere Wundertaten noch bemerkenswerter. Der Lehrer gebot inneren, zerstörerischen Prozessen durch die Kraft Seines Willens Einhalt. Die Menge und sogar Nahestehende konnten eine solch mächtige Einflußnahme nicht in ihrer Bedeutung beurteilen. Sie führte nicht nur unbewegliche Muskeln zu neuer Tätigkeit, sondern konnte zerstörtes Gewebe wieder zu neuem Leben erwecken. Es offenbarte sich eine solche Gedankenkraft, von der der Mensch nur träumen kann.
     Diese Einflußnahme läßt sich schon nicht mehr als Suggestion bezeichnen. Sie sollte eher als Sieg über das Fleisch einen Namen finden. Auch heute, da die Menschen begonnen haben, die Gedankenkraft zu erforschen, sollte man sich der bemerkenswerten Unterredungen über den Gedanken aus früherer Zeit erinnern. Möge das Fundament die Entsprechung sein, dann wird die Energie auf kürzestem Wege herbeistreben.

     164. Urusvati weiß, welche kosmischen Bedingungen den Übergang des Großen Wanderers in die Feinstoffliche Welt begleitet haben. Außer den bemerkten Erschütterungen gab es jedoch noch viele andere Erscheinungen. Ist es erstaunlich, daß ein irdisches Ereignis mit einem kosmischen verbunden ist? Im Gegenteil, die Menschen sollten lieber darauf achten, daß alle Ereignisse miteinander verbunden sind. Es ist unerläßlich, endlich die Einheit des Kosmos zu erkennen.
     Jede Stufe der Evolution wird von vielen Erscheinungen begleitet. Die Menschen jedoch erweisen sich an solchen feierlichen Tagen als besonders starrsinnig. Sie erinnern an Reisende,



die, an ihrem Bestimmungsort angelangt, sich weigern, aus dem Wagen zu steigen. Genau das gleiche geschah während der Vollendung der Heldentat des Großen Wanderers; die Menschen wollten nicht aus ihren Reisewagen steigen und sehen, was sich vor ihren Augen vollzog.
     Es geschah ein nie dagewesenes Unrecht, und niemand eilte, die Umgebung auf das entsetzliche Geschehen aufmerksam zu machen. Der Große Lehrer selbst besaß die Weisheit des Perikles, um von der Menge keine Gerechtigkeit zu erwarten. Er spürte, daß das Gesetz der Entsprechung bereits verletzt war. Er warnte die Menschen nur davor, ihr Karma zu überlasten. Der Lehrer wußte, daß Sein Weg unvermeidlich war, und setzte daher Seine Lehrtätigkeit aus der Feinstofflichen Welt fort. Doch gerade diese Unterweisungen wurden nirgends niedergeschrieben. So vollzog sich ein weiteres Beispiel von Unrecht.
     In den bestehenden Aufzeichnungen sind nur kurze Andeutungen auf Besuche des Lehrers aus der Feinstofflichen Welt zu finden. Sogar treue Schüler fanden keine Möglichkeit, darauf hinzuweisen, daß die größten Offenbarungen vom Lehrer erst aus der Feinstofflichen Welt gegeben wurden. Solch ein Hinweis wäre indessen überaus wichtig für die ganze Welt gewesen. Der Lehrer bestand nicht darauf, da Er sah, daß der Raum Seine Vermächtnisse besser hüten würde.
     So warnen wir auch jetzt vor kosmischen Spannungen, doch nur wenige hören zu. Wir weisen auf ungewöhnliche Erscheinungen hin, doch die Menschen halten sie für zufällig. So vollzieht sich ein Beispiel fehlender Entsprechung.

     165. Urusvati weiß, wieviele unterschiedliche Eigenschaften für die Vervollkommnung erforderlich sind. Manchmal ist diese Sammlung von Eigenschaften dem menschlichen Verstand schwer faßbar. Nehmen wir beispielsweise die Unbezwingbarkeit des Navin, der ein zügelloses Volk führen mußte. Er durfte sich nicht von schönen Aufgaben hinreißen lassen, sondern mußte seinen ganzen Willen auf die Führerschaft konzentrieren, die nicht nur für ihn, sondern auch für das ganze Volk mit unaufhörlichen Gefahren verbunden war.
     Man kann sich einen Hirten vorstellen, der seine Herde durch ein Dickicht führen muß. Wieviel Gestrüpp muß er niederschlagen, um seinen Weg fortsetzen zu können! Wieviele



Steine muß er vom Wege stoßen! Der Hirte hat die Aufgabe, seine Herde durch das Dunkel zu führen, doch viele Raubtiere drohen, und die Axt des Hirten wird dabei nicht überflüssig sein - so ist der Weg des Führers. Er sammelt Kühnheit, Entschlossenheit, Streben und Hingabe an.
     Nun laßt uns den Weg eines anderen Geistesführers und Schöpfers betrachten, nach dessen Namen eine ganze Epoche bester Errungenschaften benannt worden ist. Die Epoche des Perikles wurde eine der verfeinertsten Erscheinungen. Wissenschaft und Kunst wurden zur grundlegenden Bestrebung des Volkes. Perikles kannte sowohl den Aufstieg wie die Schläge des Schicksals. Um ihn sammelten sich die besten Geister. Solche Philosophen hinterließen der Menschheit eine ganze Epoche des Denkens. Unter den Freunden des Perikles kann man auch den Großen Wanderer nennen, der den unvergeßlichen Nimbus einer Epoche des Wissens und der Schönheit in sich aufnahm. Solche Grundlagen bestätigen die Hingabe und führen zur Heldentat.
     Es wird sichtbar, wie die besten Geister miteinander verbunden werden, um sich dann auf dem Feld der Arbeit zu treffen. Äußerst aufmerksam muß man die Anhäufung der verschiedenen Fähigkeiten betrachten, da man in dieser Aufeinanderfolge die Züge der Weltenarchitektur finden kann.

     166. Urusvati weiß, wie dürftig die Zeugnisse über die bedeutendsten Persönlichkeiten der menschlichen Geschichte sind. Nicht nur menschliches Unrecht, sondern auch andere Ursachen unterstützen diese dürftige geschichtliche Überlieferung. Ist es nicht denkbar, daß die großen Persönlichkeiten selbst solche Eintragungen in die Papyrusrollen vermieden? Wahrhaftig, die Großen Lehrer hatten kein Interesse an Beschreibungen Ihres Lebens und vernichteten mitunter sogar Berichte über sich. Es ist sichtbar, daß die Grundlagen Ihrer Lehren geblieben sind, persönliche Lebensweisen jedoch nicht festgehalten wurden. Auch jetzt geben Wir das Grundwesen der Lehre wieder, ohne aber die unwesentlichen Züge des alltäglichen Lebens miteinzubringen.
     Wenden wir uns dem großen Philosophen Anaxagoras zu. Die Grundlagen Seiner Lehre, die über viele Jahrhunderte hinweg etwas Neues darstellten, sind bekannt. Auch heute kann die Lehre von der Unzerstörbarkeit der Materie als grundlegender Stoff nach wie vor als neu angesehen werden. Ebenso könnte Seine Vorstellung von der Höchsten Vernunft auch von den modernsten Gelehrten vorgebracht werden. Es wird sichtbar, wie wenig die Lebensbeschreibung des Philosophen Seinen Charakter



als Mensch wiedergeben kann. Indessen war Er ein hervorragender Repräsentant einer bedeutenden Epoche. Er nahm die Verfeinerung des griechischen Denkens in sich auf. Er schätzte die Kunst, und oftmals half Er Perikles durch Seine Ratschläge. Auf diese Weise war Er der innere Hebel vieler Maßnahmen. Er besaß genügend Würde, um für den anderen einzutreten und die Verbannung einem Verlust der Ehre vorzuziehen.
     Ich bestätige, daß eine leuchtende Bewertung Seines Schaffens möglich wäre, doch Er wünschte nicht, daß vorübergehende Ereignisse festgehalten würden. Schon seinerzeit spürte Er im Inneren des Herzens Seine zukünftige Heldentat. Viele Große Lehrer verbanden die Lehrtätigkeit mit Ihrem zukünftigen Weg. So kann man eine ganze Perlenkette kostbarer Leben erkennen. Man darf sich dabei nicht wundern, daß einige ihrer Glieder mehr ins Dunkel getaucht sind; solche Vorläufe dienten nur einer verstärkten inneren Aufspeicherung.

     167. Urusvati weiß, daß den Großen Lehrern die Verfolger hinterherziehen wie dem Reiter der Staub. Es ist überaus lehrreich, nicht nur die Anhänger eines Lehrers zu beobachten, sondern auch Seine Verfolger. Dabei lassen sich Wesen erkennen, die im Verlauf mehrerer Leben hartnäckig bemüht waren, dem durch eine Lehre in die Welt gebrachten Guten Schaden zuzufügen.
     Man wird fragen, ob die Verfolger des Guten in den Schichten der Feinstofflichen Welt sich denn nicht von der Vergeblichkeit ihrer düsteren Bemühungen überzeugen könnten. Doch ihre Führer schlafen nicht. Es ist nötig, die uralten Überlieferungen über die Dämonen zu verstehen, die mit ihren Flügeln das Licht vor ihren Schülern verbargen. Wahrhaftig, auch in den niedersten Schichten der Feinstofflichen Welt kann eine solche Verdeckung des Lichts erfolgen. Sie vollzieht sich ebenso auf der Erde. Die Verfolger der Lehre des Guten eilen nicht nur, der Lehre bewußt zu schaden, sondern werden auch unwillentlich von deren starken Magneten angezogen und toben daher umso wütender.
     Beispiele solchen Wahnsinns lassen sich in verschiedenen Epochen beobachten. Vernünftige Menschen haben solche Verfolger des öfteren gefragt, was sie denn dazu veranlasse, so grimmig und unnachgiebig die ihnen verhaßte Lehre zu schmähen. Die Antwort war fast immer die gleiche. Sie bekräftigten, in ihrer Schmähung nicht aufhören zu können. Und diese Absicht zeugt bereits von ihrer Besessenheit.



     Es ist üblich, die Verräter als Judasse zu bezeichnen, als Symbol eines der wütendsten Verräter. War Judas nicht schon in vorhergegangenen Leben genau derselbe düstere Ausführer des Bösen? Man muß darauf achten, wie in den besten Epochen Griechenlands die Giftschlangen des Verrats hervorgekrochen waren. Man könnte ihre Namen nennen, doch ist es nicht nützlich, Worte auszusprechen, die nur den Verrat markieren. Man muß nur nachdrücklich klarstellen, daß jede große Lehre Verräter hat, hinter denen die Flügel der Dämonen aufragen.
     Urusvati hat vor kurzem gesehen, wie ein finsterer Hierophant sich zu nähern versuchte, doch Unsere feurigen Pfeile schlugen ihn zurück, und seine Hand erhielt das Zeichen eines Blitzes.

     168. Urusvati weiß, daß jede gute Handlung ein Teilchen des Chaos umwandelt, weshalb jedes gute Werk von Uns ein Verbrennen des Chaos genannt wird. Diese Metapher hat eine reale Grundlage. Im Impuls zum Guten, zum Licht, werden die besten Feuer entzündet, die das Chaos in neuem, gereinigten Aspekt zeigen.
     Die Menschen denken bisweilen, daß sich bei der Zusammenarbeit mit der Bruderschaft der Zorn der Finsternis über sie ergießen würde, was so nicht ganz richtig ist. Weitaus genauer muß man sagen, daß alles geschaffene Gute die Wut der Finsteren anzieht.
     Es werden sich aller Wahrscheinlichkeit nach Kleinmütige einfinden, die sagen, daß es daher nicht zu ihrem Wohlergehen beitrage, gut zu handeln. Groß ist die Zahl solcher Menschen, die sich vom Guten abgewandt haben. Sie haben ihr Herz vom Guten ferngehalten. Sie haben ihre Feuer gelöscht und sind in Dämmerung versunken. Doch die Phantome der Dämmerung sind sehr widerwärtig. Wer das Gute fürchtet, versinkt im Chaos.
     Der Große Wanderer lehrte, das Gute zu lieben. Seine Lehre ist vielfach entstellt worden. Sogar die einfachsten Worte der Lehre wurden nicht bewahrt, und die Menschen wandelten die Wahrheit für ihre Handelsgeschäfte um. Die Vertreibung der Händler aus dem Tempel wurde ein warnendes Symbol, doch auch der Tempel muß geistig aufgefaßt werden. Das heißt, das Krämertum im Geiste der Menschen muß ausgetrieben werden. Niemand wird den Tausch der Lebensgüter verbieten wollen, doch mögen die Händler ihr Tun im Licht der Feuer des Herzens verrichten. So können sämtliche Lebensgrundlagen vom Licht des Guten erhellt werden.



     Ich höre böses Gelächter. Das Chaos erzittert und hofft, daß seine Diener nicht vor dem Gegner weichen. So zieht das Denken über das Gute auch den Krampf des Bösen herbei. Fürchten wir auch die entsetzlichste Grimasse des Bösen nicht, sondern verstärken wir nur unseren Vorrat des Guten.

     169. Urusvati weiß, daß die Zerstörer und die Schöpfer des Chaos hier auf der Erde leben. Die Vernichtung des Chaos findet hier statt, und nicht in den überirdischen Sphären. Die Anhäufung des Chaos erfolgt ebenfalls hier. Es sind nicht Dämonen, sondern die Menschen, die das Chaos eifrig vermehren und es bis zur absoluten Finsternis führen. Urusvati hat die Wahrnehmung dieser absoluten Finsternis erlebt. Die dabei auftretende Schwermut ist mit nichts zu vergleichen.
     Ein besonderer Fehler der Menschen besteht darin, daß sie das Offenbarte als unzugängliches, unfaßbares Chaos ansehen. Ein Fehler liegt auch in der Darstellung der Sphäre in einem Kreis, da eine solche symbolische Form die Menschen glauben macht, man könne nicht in diese geoffenbarte Welt des Chaos eindringen. Die Ströme des Chaos streben danach, das Gleichgewicht zu stören, so wie die Strahlen des Lichts es wiederherstellen. Die Finsternis versucht, in Form von Strömen des Bösen Bestrebungen des Denkens zu behindern. Es ist notwendig, diesen Hinweis sehr realistisch zu verstehen. Die Gedankenströme können in der Tat erschwert sein, und dann muß die Energie verzehnfacht werden. Doch solch eine zusätzliche Anwendung außerordentlicher Kraft setzt das Herz unter Druck.
     Gerade der Große Wanderer lehrte die Notwendigkeit des Gleichgewichts. Man könnte fragen, ob Er auf die Kosmogonie hingewiesen habe. Allein, Er bestätigte die Existenz einer Vielzahl von Welten und richtete das Denken auf das Allerhöchste. Für das Volk war eine solche Bestätigung notwendig, da die Menschen in der Folgezeit die kleine Erde als einzige menschliche Wohnstätte ansahen. Auch heute versuchen viele noch, das Denken allein auf die Erde zu beschränken. So rief der Lehrer zur Anerkennung des großen Weltengebäudes auf.
     Die Erscheinung von Wesen der Feinstofflichen Welt bestätigte der Lehrer nicht nur einmal, besonders in Seinen letzten Unterweisungen.

     170. Urusvati weiß, daß in bezug auf Fragen der Kosmogonie und der Religion besondere Zweckmäßigkeit geoffenbart werden muß. So kann man das Wort des Großen Wanderers bewerten, daß Er gekommen sei, um das alte Gesetz zu erfüllen. Viele kamen mit der Frage zu Ihm, ob denn die Erde flach sei. Er antwortete: "Für euch ist sie eine Scheibe." In dieser Weise



antwortete Er dem Bewußtsein entsprechend. Man möge die Einfachheit und Feinheit Seiner Antworten studieren. Man muß sich dessen erinnern, daß es gemäß dem Vermächtnis der Bruderschaft geboten ist, dem Bewußtsein entsprechend zu reden. Der Lehrer konnte nur im Denken die Ketten des Vorurteils zerschlagen, doch Seine Worte entsprachen dem jeweiligen Bewußtsein Seiner Zuhörer.
     Unter Seinen Vermächtnissen gab es überaus tiefgründiges Wissen, doch die Zuhörer nahmen es ihrem Niveau entsprechend auf. Das Los des Lehrers war in allen Jahrhunderten das gleiche; Er mußte mit dem Bewußtseinsstand der Schüler Geduld und Mitleid haben. Unzählige Male mußte Er dieselben Fragen berühren und durfte den Fragenden nicht damit verärgern, indem Er ihn daran erinnerte, daß seine Frage schon oft beantwortet worden war. Man möge sich das Bewußtseinsniveau der Fragenden vorstellen, so wird man über die Geduld des Lehrers nur erstaunt sein.
     Es ist notwendig, viele Existenzen zu durchleben, um solch eine Geduld anzusammeln und zu verstehen, worin die Hilfe für die Menschheit besteht. So erwächst auch die Liebe zur Menschheit, nicht zu Einzelnen, sondern zur gesamten Menschheit, die doch den freien Willen besitzt. Man kann sich angesichts des Mißbrauchs dieses höchsten Gutes vielfach martern, doch umso mehr reift der Entschluß, den Irrenden zu helfen. So kann man sich das innere Leben des Lehrers vorstellen.
     Man muß die Freude der Heldentat verstehen, die im Herzen desjenigen lebt, der zur Hilfe der Menschheit gesandt ist. Scheuen wir nicht davor zurück, diesen Dienst als Rettung der Menschheit zu bezeichnen.

     171. Urusvati weiß, daß die Menschen sich mit ihrem freien Willen ihre Existenz in der Feinstofflichen Welt schaffen. Wenn der Wille rein und tapfer ist, wenn die uranfängliche Energie keinen niederen Beweggründen unterworfen ist, dann gestaltet sich der Übergang in die Feinstoffliche Welt leicht, und er vermag die höheren Sphären zu erreichen. Wahrlich, der Mensch schafft sich sein Schicksal, so sprach auch der Große Wanderer. Er bestätigte, daß sich auf dem Weg in die höheren Sphären eine Vielzahl von Händen entgegenstreckten, um den Flug zu verhindern, doch der Wille und die uranfängliche Energie erlauben es nicht, den Strebenden zurückzuhalten.
     Den reinen Willen kann sich der Mensch unter allen Umständen anerziehen.



Die psychische Energie kann bei jeder Art Ereignis behütet werden. Dem Menschen ist, ob gering oder groß, gleichermaßen der freie Wille verliehen. Jedem Menschen ist mit dieses höchste Gut gegeben, und das heißt, er hat es selbst in der Hand, ihn anzunehmen oder wie ein Sklave den anvertrauten Schatz zu vergeuden. Jeder besitzt ausreichend psychische Energie, um den Flug in die Feinstoffliche Welt unerschrocken zu vollziehen. Vor allem aber muß man die Angst vor dem Unsichtbaren überwinden, anders gesagt, man muß versuchen, wenigstens teilweise die Feinstoffliche Welt zu erkennen.
     Jedem ist es möglich, Wissen über die unsichtbare Welt zu finden. Sogar nicht übermäßig Bestrebte werden Hinweise über die Existenz der Feinstofflichen Welt finden, wenn sie nur den freien Willen in dieser Richtung schärfen. Doch die Menschen erschrecken bei dem Gedanken, daß sich ihr Haus nicht auf der Erde befindet, sondern irgendwo im Raum. Der Lehrer muß das Denken der Schüler in die Richtung der fernen Welten hin entwickeln.

     172. Urusvati weiß, wie tief sich Worte in einem Kinderherzen einprägen. Besonders bis zum siebenten Lebensjahr ist es möglich, die Erinnerung an die Feinstoffliche Welt hervorzurufen. Die Kinder fühlen, daß sie diese besondere Art des Lebens wahrgenommen haben. Es ist nützlich, die Kinder zu fragen, ob sie sich nicht an etwas Besonderes erinnern. Solche Berührungen werden Öffnung der Erinnerung genannt. Auch wenn die Erinnerung an die Vergangenheit mit den Jahren wieder abklingt, werden dennoch Funken der herrlichen Existenz im Bewußtsein verbleiben.
     Der Große Wanderer liebte es, die Erinnerung zu öffnen. Er ließ die Kinder zu sich kommen und fragte sie nicht nur, sondern berührte sie auch, um die Klarheit des Erinnerungsvermögens zu verstärken. Er liebte die Kinder nicht nur, sondern sah in ihnen den Fortschritt der Menschheit.
     Er tat recht, sich den Kindern zuzuwenden, als wären sie Erwachsene, denn in dem Moment, da die ferne Vergangenheit oder die Feinstoffliche Welt in der Erinnerung aufkommen, wird der Geist erwachsen. Niemals werden Kinder jemanden vergessen, der sich ihnen als Ebenbürtiger näherte. Solch eine Erinnerung werden sie das ganze Leben über wahren.
     Möglicherweise haben die Kinder den Lehrer sogar besser im Gedächtnis bewahrt als die von Ihm Geheilten. So muß man sich vor Augen halten, daß die Kleinen diejenigen sind, die das Leben fortsetzen werden, und jeder sollte ihnen seine Erfahrungen mitteilen. Sehr weise wird es sein, die Erinnerung an



die Feinstoffliche Welt zu wecken. Ein zutiefst geistiges Leben wird sich dort gestalten, wo die Funken der Existenz der Feinstofflichen Welt aufleuchten, und die Verbindung mit der unsichtbaren Welt wird sich leichter gestalten.
     Die Erscheinung des Lehrers im feinstofflichen Körper festigte die Schüler in der Erkenntnis der Realität der unsichtbaren Welt. Nicht alle vermochten die Existenz dieser Welt zu verstehen, doch das Fenster wurde dennoch ein wenig geöffnet.

     173. Urusvati weiß, daß die Menschen nicht in Tätigkeit warten können. Der Große Wanderer lehrte, frei von Gedanken zu sein, damit die Erwartung das ganze Wesen erfülle. Bei Anwendung eines solchen Maßes kann es eine Erwartung geben, die nicht durch Gedanken eingegrenzt wird. Der Mensch weiß allzu gut, was er will, wohin er strebt und aus welchen Teilen sein Bewußtsein zusammengewachsen ist. Aus dieser Quelle schöpfte der Große Wanderer Seine Unüberwindbarkeit.
     Nicht mittels des Verstandes, sondern durch das Herz wußte Er, wie schwer es ist, den Menschen ein neues Bewußtsein zu geben. Innerhalb der Verstandesgrenzen läßt sich vieles leicht erkennen, doch das Herz lehrt, wie sehr die Menschen an einem gebrechlichen Bewußtsein hängen. Es wurde gesagt, daß man dem Bewußtsein entsprechend geben muß. Wie soll man aber vorgehen, wenn anstatt eines Bewußtseins ein unbeständiges, zotteliges Knäuel von lauter Tand zutage tritt? Der Lehrer mußte allgemein bekannte Tatsachen ständig wiederholen, darin lag die allergrößte Tragödie des Lehrers während aller Jahrhunderte begründet. Nur ein in vielen Leben gestähltes Bewußtsein wird sämtliche Schlaglöcher der menschlichen Pfade überschreiten. Die Aufgabe eines Lehrers ist schwer, und umso schwerer, als die Hierarchie von den meisten falsch verstanden wird. Das alles wußte der Große Wanderer und eilte zur Vollendung der Heldentat. Eine Heldentat vollzog sich im Verlauf eines Jahrhunderts, eine andere in wenigen Jahren. Auf welcher Waage wollte man solches Dienen wiegen?
     Die Gaben der Wahrheit sind mit irdischen Maßen nicht zu wiegen. Dennoch ist die Freude groß, daß diese Gaben gegeben wurden. Sie lehren die Menschheit das Streben zu einer Erneuerung des Bewußtseins in allen Jahrhunderten.



     174. Urusvati weiß, wie falsch symbolische Gleichnisse oftmals erklärt werden. So läßt sich an die historischen Worte von dem Schlag auf die linke und die rechte Wange erinnern, über die viele Irrtümer entstanden sind. Tatsächlich wird das Gesagte sinnlos, wenn man es körperlich auffaßt. Doch dieses Vermächtnis wurde mit einem geistigen Sinn gegeben. Gerade bei innerem Gleichgewicht können die Schläge des Bösen keinen Schaden anrichten. Der Große Wanderer selbst besaß menschliche Würde bei Wahrung des Gleichgewichts und wußte aus den Lehren Indiens, daß niemand den menschlichen Geist erschüttern könne.
     Wir erkennen es als eine besondere Errungenschaft an, wenn ein Mensch unbeugsam das erwählte Ziel verfolgt, gleich, ob ihm zunächst Erfolg zuteil wird oder nicht. Doch dafür ist es notwendig, auch ein Ziel zu erwählen und zu verstehen, daß es abseits davon keinen Fortschritt geben kann. Aus solcher Überzeugung erwächst die Heldentat. Einige Heldentaten werden von jedem Menschen gefordert. Schon der Begriff "Heldentat" sollte herbeigerufen werden, nicht jedoch in Schrecken versetzen.
     Der Große Wanderer lehrte über die Beschaffenheit der Heldentat: "Jeder, der die Qualität seiner Arbeit verbessert, vollbringt bereits eine Heldentat. Selbst wenn er dabei nur für sich arbeitet, kommt er nicht umhin, auch anderen damit Nutzen zu bringen. Die Arbeit besitzt an sich schon die Eigenschaft, daß durch sie irgend jemand immer einen Nutzen erfährt. Nicht nur auf der Erde erfreut man sich der Qualität der Arbeit, sondern auch in der Feinstofflichen Welt richtet man besondere Aufmerksamkeit auf die herrliche Arbeit."
     Auch sagte Er: "Nach der Art des Sonnenaufgangs beurteilt ihr den ganzen Tag. Ihr bemerkt, wenn der Morgen bewölkt oder klar, wenn die Sonne rot oder trüb verschleiert ist. Ebenso kann man im Leben schon vom Kindesalter an die Entwicklung des menschlichen Wesens vorhersehen. Man kann beobachten, daß in ihm alles angelegt ist, was später zutage tritt. Wer von Kindheit an gerne arbeitet, wird auch ein Arbeiter bleiben."
     Eine arbeitsame oder eine untätige Natur sind in den vorhergegangenen Leben veranlagt worden. Viele befinden sich in der Feinstofflichen Welt, ohne die Freude an der Arbeit zu erlernen. Ich bestätige, daß die Qualität der Arbeit auch den weiteren Aufstieg bestimmt. Es ist falsch zu glauben, daß nur Könige aufsteigen, Bauern jedoch absteigen werden. Qualität in der Arbeit kann unter allen Umständen erreicht werden.



     Ebenso lehrte der Große Wanderer die Überlegenheit des Wissens vor der Unwissenheit. Wissen ist die Folge großer Arbeit. Das Volk kann keinen Erfolg haben, wenn es nicht zur Erkenntnis eilt. Doch nur wenige sind in der Lage, dem Volk zu Erkenntnissen zu verhelfen, und diesen Persönlichkeiten erweisen Wir Achtung. Jeder von ihnen hat nicht nur das bereits Geschriebene durchgelesen, sondern auch schon Tropfen seines eigenen Wissens hinzugefügt. Diese Tropfen sind eine Gabe der Unbegrenztheit.

     175. Urusvati weiß, daß Aufklärung bringende Arbeit dem Spott und der Lästerung ausgesetzt ist. Ihr wißt dies sehr gut, doch Ich spreche erneut davon, da der Große Wanderer ständig gefragt wurde, aus welchem Grund gerade die besten Taten von den Menschen abgewiesen würden.
     Er bereitete die Schüler darauf vor, diese Verspottungen tapfer hinzunehmen. Er sprach: "Die Finsternis kämpft gegen das Licht; sie versucht, ihr Besitztum zu wahren. Wir geraten vor der Finsternis in Entsetzen, doch sie haßt uns. Ist es etwa möglich, das Licht mit der Finsternis auszusöhnen? Kann man denn als Lichtträger der Finsternis dienen?" So zeigte der Lehrer auf, daß man unmöglich diesen beiden Prinzipien gleichzeitig dienen könne. Er mußte die Schüler darauf hinweisen, daß es jedem von ihnen obliege, den Dienst am Licht in der persönlichen Heldentat darzustellen.
     Solches Dienen wird nicht verstanden, wenn nicht auch die Zweckmäßigkeit klar erkannt wird. Ein Verständnis dieses Begriffes ergibt sich jedoch, wenn der Geist um seine Bestimmung weiß. Tapferkeit und Weisheit erwachsen aus dem Verstehen des einen Gemeinwohls.
     Der Mensch trägt den Maßstab für das Wesen seiner Taten in sich. Es ist unmöglich vorherzusagen, wie und wann die entscheidende Stunde heraufkommt, doch in unserem Herzen wissen wir, wann sich die Frist erfüllt. Allein Weisheit und Tapferkeit verhelfen dazu, die ganze Verantwortung für das Wohl der Menschheit zu ergreifen. Der Große Wanderer bewies, wie zweckentsprechend Er zur Heldentat schritt.

     176. Urusvati weiß, wie unerwartet sich die Mosaiksteinchen des Lebens zusammenfügen, doch diese Unverhofftheit resultiert aus den Bedingungen des irdischen Plans. Oft spricht oder schreibt der Mensch in einer ganz bestimmten Absicht, von den höheren Kräften jedoch ist er dabei auf ein völlig anderes Ziel hin ausgerichtet. Der Mensch denkt, er würde in der von ihm gewünschten Richtung Erfolg haben,



aber in Wirklichkeit gelingt ihm ein viel größerer Erfolg auf einem für ihn unerwarteten Gebiet. Er schreibt einer bestimmten Person, doch die Folgen ergeben sich von unverhoffter Seite.
     Nicht selten ziehen Wir vielgestaltige Folgen für eine einzige Handlung in Betracht. Zählten Wir alle Folgen auf, der Mensch könnte in Bestürzung geraten. Er würde sich eingrenzen und dadurch seine psychische Energie schwächen. Allein durch Erweiterung des Bewußtseins kann sich auch Weitblick ergeben.
     Der Große Wanderer lehrte die Erweiterung des Bewußtseins. Wiederholt sagte Er: "Öffnet eure Augen und Ohren." Natürlich nicht allein Seiner Unterweisungen wegen riet Er, die Ohren zu öffnen, sondern Er wies darauf hin, wieviel ein vertieftes Denken sich bei Erweiterung des Bewußtseins aneignen könne. Man kann ein Seil jedoch nicht durch ein Nadelöhr fädeln. Eine große Botschaft findet in ein kleines Ohr keinen Zugang.
     Man kann sich vorstellen, wieviele Seiner Unterweisungen nicht in die Ohren der Zuhörer eingingen. Vieles blieb nur lückenhaft im Gedächtnis. Die Verbindung zwischen den einzelnen Weisungen ging verloren und damit auch der grundlegende Sinn. Ich sage nicht, daß der grundlegende Sinn verkehrt wurde, aber die Schönheit des Wortes ging verloren. Auf diese Weise aber erfuhren die Gedanken vieler Großer Lehrer eine Entstellung.
     Auf den räumlichen Gesetzestafeln sind die Gedanken der Lehrer besser verwahrt worden. Wie segensreicher Tau senken sie sich hernieder auf jene, die sie aufnehmen können. Im Bewußtsein dessen haben die Lehrer sich nicht von den irdischen Entstellungen betrüben lassen. Das Vorherbestimmte wird kommen, und das offene Herz wird es aufnehmen.
     Das menschliche Denken entwickelt sich ebenso im Raume. Jeder heldenhafte, selbstaufopfernde Gedanke ist geradezu ein Samenkorn für eine zukünftige Welt. Nicht nur die Großen Lehrer, sondern jeder Denker im Kosmos kann ein Baumeister des Guten sein. Die Menschen wollen sich nicht in Gedanken über die fernen Welten vertiefen. Indessen würde gerade solch ein Denken das Bewußtsein in bester Weise reinigen. Auf den Pfaden in den Raum hinaus gibt es weder Neid noch Feindseligkeit und Grobheit.
     Der Große Lehrer richtete oftmals den Blick der Schüler auf die Sterne: "Es gibt viele Häuser



und überall ist Leben." Er wünschte, daß die Schüler die Unbegrenztheit lieben lernten.
     All Unsere Schwestern und Brüder lieben das Gespräch mit den fernen Welten. Wenn die Schwester Urusvati ihre Augen auf einen strahlenden Himmelskörper richtet, so erinner