Aum

1936


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"AGNI JOGAS" IZDEVUMS
Riga, Elizabetes iela 21-a, dz. 7


AGNI YOGA

Aum


    Bei Aufnahme einer Arbeit sollten wir uns davor hüten, in unserer Tatkraft schwach zu werden! Durch Unwissenheit kann man von schwächenden und die Bewusstseinserweiterung behindernden Gedanken beherrscht werden. Denken wir jedoch an die Urenergie. Lasst uns erneut über die Grundbegriffe dieser Quelle des Fortschritts und der Unermüdlichkeit sprechen.
    Das Allwissende Prinzip wird oft vergessen, daher lasst uns all unsere Aufmerksamkeit darauf lenken, von der Urenergie durchdrungen zu werden.


Aum

    1. Lasst uns den Regenbogen untersuchen - beachtet, dass er weder einen blutroten noch einen schwarzen Farbton enthält; wir finden unter den höheren Strahlungen nur strahlenden Glanz und Verfeinerung der Farben. Bestimmte Farben, die an die höheren Sphären erinnern, dringen zur Erdoberfläche durch. Manche Menschen lieben diesen Widerhall der Höheren Welt, andere hingegen bevorzugen das dichteste Schattenreich, und danach kann man die Menschen genau unterscheiden. Wer die feinstoffliche Beschaffenheit der Farbe nicht vorzieht, hat den Zustand, die höheren Welten zu verstehen, noch nicht erreicht. Versucht erst gar nicht, an einen solchen Menschen heranzutreten; er steht unter einer blutroten Wolke. Solche Menschen gehen oft zugrunde, weil ihre Erneuerung fast unmöglich ist und ihnen viele Heilmittel nicht helfen.

    2. Der Arzt kann feststellen, dass bestimmte Arzneien auf verschiedene Menschen völlig unterschiedlich wirken So kann ein bestimmtes, ausgezeichnetes, belebendes Heilmittel manche Menschen nur geschlechtlich erregen. Die Menschen können durch ihre Reaktionen auf Heilmittel geprüft werden. Eine niedere Natur wird den Substanzen nur das Niedere, eine mit dem Höchsten vereinte Wesenheit hingegen


das Höchste entnehmen. An dieses Gesetz muss erinnert werden. Auch ein Arzt legt die verschiedenen Wirkungen der Arzneien oft nicht richtig aus. Es sollte jedoch in aller Entsprechung sein.

    3. Arzte können beim Aufstieg des Geistes wahre Helfer der Menschheit sein. Der Verstand eines Arztes muss durch sein Herz gestärkt werden. Der Arzt darf kein unwissender Verneiner sein. Er muss ein Psychologe sein, er darf die wunderbare psychische Energie nicht unbeachtet lassen.
    Ist es nicht seltsam, dass am Anfang dieser Ausführungen über Aum vom Arzt gesprochen wird?! Es sollte von all jenen gesprochen werden, die für die Verbindung mit den höheren Energien Verantwortung tragen.

    4. Wenn die Menschen schon auf irdische Substanzen unterschiedlich reagieren, so reagieren sie auf die höchsten Energien noch unterschiedlicher! Die Menschen haben seit langem erkannt, dass für den richtigen Empfang dieser Strahlen der Organismus völlig ausgeglichen sein muss. Zu diesem Zweck haben die Weisen auf die Kraft heiliger Anrufungen hingewiesen. Aum wie Om gesprochen, war solch eine Synthese stimmhafter Bestrebungen. Gebet und Tätigkeit des Verstandes1 erweisen sich als ausgezeichnete Hilfsmittel für einen gesunden Geisteszustand. Jeder versuchte auf seine Art, diese geistige Konzentration zu fördern, sei es, dass er die Lösung in Musik, Gesang oder Tanz suchte; es gab sogar grobe Methoden, die zur Berauschung und zum Wahnsinn führten. Es gab viel Abwegiges und Irreführendes, jedoch war der Mensch grundsätzlich bestrebt, einen besonders erhabenen Geisteszustand herbeizuführen, um den Empfang der höheren Energien zu fördern.     


    5. Es wird kaum einen Menschen geben, der in seinem Leben nicht wenigstens einmal Herzenswärme verspürte. Das ist gewiss ein feuriges Gefühl; ist es jedoch mit einem Diadem und einem Regenbogen umgeben, dann ist es mit den höheren Energien verschmolzen.
    Die Menschen sollen nicht klagen und sagen, dass für sie nichts zugänglich ist; im Gegenteil, sie können die erhabenen Energien schon im irdischen Leben fühlen. Der irdische Körper kann diese Kräfte nicht immer fühlen, denn er würde verbrennen. Aber in einem erhabenen Zustand kann der Geist die gnadenreichen Strahlen dennoch empfinden.
    Die Menschen mögen nicht klagen, sondern reiner leben!

    6. Wenn ihr darüber gründlich nachdenkt, werdet ihr Unseren Pfad wahrnehmen. Wir sind zu helfen bereit, wo immer es das Gesetz erlaubt. Es schmerzt Uns zu sehen, wenn sich Menschen wie Wahnsinnige in den Abgrund stürzen, ohne das Heil erreicht zu haben. Wie viele Gedanken wurden verwendet, um das einfachste und beste Ergebnis zu erreichen. Doch die Wahnsinnigen, die noch von Finsternis umgeben sind, wagen es oft, das Höchste anzugreifen. Dies gleicht einem Steinwurf in die Wellen des Meeres. Gewiss, es mag einen kleinen Spritzer geben, doch es kann den mächtigen Strom kaum beeinflussen. So ist es mit allen Angriffen gegen die erhabenen Energien. Der wütendste Angriff zerschellt am Felsen des unbesiegbaren Geistes. Die Prahlerei der finsteren Kräfte zeugt nur von ihrer Tollheit.
    Das allmächtige Aum wird auch den unsinnigsten und heftigsten Angriff bewältigen.

    7. Jetzt wird vieles geschaffen. Vergebens mag mancher denken, dass bereits Vorhandenes nicht existiert.


So verhält es sich auch mit ganzen Nationen - manche entwickeln sich wie der Tod, andere wie neugeboren. So ist es in allem.

    8. Ihr kennt die Blitzesschnelle und die Plötzlichkeit der von oben gesandten Gedanken gut. Die Schwierigkeit, solche Gedanken zu behalten, beweist, wie sehr eine fremde Energie in den gewohnten Bewusstseinsstrom eindringt. Eine derartige Vergesslichkeit hängt nicht von der Qualität des Bewusstseins ab, sondern von einer völlig anderen Bedingung, die machtvolle Energien betrifft. Es muss beachtet werden, wie schwierig es ist, solche Sendungen im Gedächtnis zu behalten. Übliche Anstrengungen, sich zu erinnern, sind nutzlos. Kann man sich an Sendungen erinnern, so geschieht das auf unerwartete Weise, das heißt durch Kontakt mit einer ähnlichen Energie.
    Die alte Weisheit lehrte, auf das dritte Auge zu drücken, um sich an solche Sendungen zu erinnern. Dieser Rat war sehr weise, denn wenn man einfach mit den Fingern auf die Stirn über die Nasenwurzel drückt, kann man bewirken, dass das Zentrum des dritten Auges den Gedankenstrahl zurückhält.
    Ebenso wisst ihr sehr wohl, dass der Zustand höchsten Samadhi2 für den irdischen Körper gefährlich ist. Die Kraft der höheren Energien darf nicht über gebrechliche Vermittler übermittelt werden, jedoch durch Überwindung des gewöhnlich disharmonischen Zustandes kann man die Gefahr der Berührung mit den höheren Flügeln vermindern. Lasst uns erneut an die verschiedenen Mittel denken, mit denen man sich in einen erhabenen Zustand versetzen kann. Schon immer versuchten die Menschen, sich durch besondere Mittel vor der Gefahr der Berührung mit den Höheren Kräften abzuschirmen. Das beste Mittel aber ist das stete Nachdenken über die Höheren Kräfte. Auf diese Weise gewöhnt sich die psychische Energie an die Möglichkeit, auf Höhere Kräfte zu reagieren, und damit sie nicht erschüttert wird,


wird die Nervensubstanz entsprechend gekräftigt. Natürlich kann sogar der beste Freund eine Erschütterung auslösen, wenn er unerwartet eintritt.

    9. Nur sehr wenige Menschen erschrecken nicht, wenn sie erfahren, wovon sie wirklich umgeben sind. Lass uns die Strahlen und all die chemischen Einflüsse aufzählen, sowohl von den fernen Welten als auch von der Erde selbst. In der Tat, zurückgeworfene und gebrochene Strahlen unterscheiden sich stark von den Grundstrahlen. Hort jedoch der Mensch, dass sein Wesen nicht nur von Luft im irdischen Sinn, sondern auch von Granulationskristallen und sogar von stetigen Explosionen umgeben ist, dann werden viele Herzen in Schrecken versetzt. Denn sie meinen, die Luft ist blau und leer, die Erde fest und unbeweglich, und die Sonne erfüllt die Aufgabe einer Laterne! Fragt den Kaufmann an der Ecke, seine Vorstellung wird von diesen Meinungen kaum abweichen. Die wenigsten Menschen bemühen sich, über ihre Umwelt nachzudenken.

    10. Die Abgeneigtheit zu denken, verhüllt den Zutritt in die Zukunft. Stellen wir uns inzwischen den Unterschied des Bewusstseinszustandes in jedem Jahrhundert vor. Der Unterschied in der Bewusstseinsbeschaffenheit ist erstaunlich. Oft ist der Unwissenheitsgrad fast gleich, seine Eigenschaften aber verschieden. Diese Schwankungen müssen in der Kulturgeschichte bemerkt werden, und es wird eine beachtenswerte steile Spirale ersichtlich sein. Achten wir darauf, wie sich die Spiralringe zuweilen fast berührt haben und dann wieder voneinander abweichen, um sich nach oben zu kehren. Man kann daher optimistisch sein.

    11. Ich freue Mich, wenn Ich die Krieger sehe, die voll von Kraft sind. Es gibt viele Pfade, und die Verfolger werden ihnen vergeblich folgen. Darüber hinaus ist jeder Kampf mit der Finsternis


eine würdige Tat. Es ist die Pflicht des Menschen, jede Finsternis zu zerstreuen. Ein Held ruft den Drachen mit Trompetenschall herbei, um ihn zu töten. Solange sich die Giftschlange unterirdisch verkriecht, wird es in den Heimen der Menschen keinen Frieden geben. Jede Ausrottung des Bösen ist Aufbau der Zukunft.
    Der Held kann nicht entmutigt werden.

    12. Bei schöpferischer Tätigkeit, Forschung und bei Entdeckungen treten die psychische Energie und die Gedankenübertragung sehr stark in Erscheinung. Die Sendungen können aus dem menschlichen Bereich, aus der Feinstofflichen Welt, der Feurigen Welt oder schließlich aus den erhabenen Höchsten Sphären kommen. Oft ist die Stufe, von der sie kommen, nicht leicht zu erkennen. Dafür ist es notwendig, sich selbst und seine Umwelt genau zu beobachten. Nur durch aufmerksame Beobachtung wird es gelingen, bestimmte Zeichen zu erkennen.
    Gedanken aus dem irdischen Bereich werden vom Bewusstsein leicht aufgenommen, bösartige Gedanken jedoch können einen unangenehmen Nervenschock verursachen. Gedanken aus der Feinstofflichen Welt rufen Herzklopfen hervor und sind schwieriger aufzunehmen; sie können sogar Kopfschmerzen verursachen, als ob sie das Gehirn durchbohrten. Feurige Gedanken blitzen auf wie Meteore, und wenn ein Flug feuriger Boten die umgebende Atmosphäre entflammt, entsteht ein lauter Ton. Die Offenbarung feuriger Gedanken ist von Feuern begleitet und hemmt sogar den Strom gewohnten Denkens. Feurige Gedanken sind sehr flüchtig und werden leicht vergessen. Doch die selten erlangten leuchtenden Mitteilungen der höheren Sphären sind wie Blitze: sie kommen ganz unverhofft und dringen ins Herzen ein. Nur außergewöhnliche Menschen halten diese Blitze aus. Es gibt viele Zeichen von Gedankensendungen,


aber es ist besonders wichtig zu erkennen, dass es solche Übertragungen gibt.

    13. Man sollte im Herzen erkennen, dass die Menschen von den höheren Welten nicht getrennt sind. So ein entschlossenes Bewusstsein hilft einem, eines der größten Wunder zu erkennen - in welche Höhen der Stratosphäre man auch aufsteigen mag, welche Flüge man immer durchzuführen gedenkt, der erhabene Gedanke schwingt sich frei in jedem Bereich empor. Überlegt doch, dass ein Gedanke aus dem Unbegrenzten in alle Welten getragen wird. Aum ist geistiges Wohlbefinden. Bereits in grauer Vorzeit erkannten die Menschen die Göttliche Allwissenheit als die alles durchdringende Energie
    Ist ein Gedanke aus der Unbegrenztheit nicht ein großes Wunder?

    14. Der Empfang eines lebenden Gedanken aus der Unbegrenztheit ist für den Menschen an sich schon eine Bestätigung, dass er ein vergeistigtes Wesen ist, ein Bote, ein Hüter des Lichts. Wenige verstehen die wunderbare Bedeutung des lebendigen räumlichen Gedankens. Wird für das Bewusstsein, das die Schönheit des lebendigen Gedankens aufnimmt, die Welt nicht erblühen?
    Ich bestätige, dass der Gedanke aus der Unbegrenztheit in begreiflicher Form fließt.

    15. Der räumliche Gedanke wird manchmal als Druck oder Gedankenschwankung aus den fernen Welten gedeutet. Der Gedanke, der im Megaphon der Unbegrenztheit gleichsam gedreht wird, wird gereinigt und kehrt veredelt zu den geoffenbarten Welten zurück. Die Menschen haben oft versucht, ihre eigenen mechanistischen Erklärungen zu verbessern, doch alle diese Versuche beweisen nur das beschränkte Denken. Der Mensch wünscht aus Egoismus, dass sein


Gedanke veredelt zurückkehrt. Kennen wir jedoch die Unbegrenztheit der Hierarchie, dann scheint eine weit erhabenere Lösung angebracht. Lasst uns nicht erniedrigen, wo es möglich ist zu erheben!

    16. Der Gedanke kann Körper und feste Gegenstände bewegen. Ebenso muss der Gedanke aus dem Raum einwirken. Zum Beispiel kann hier auf bereits vor vielen Jahrhunderten durchgeführte Experimente hingewiesen werden. An der Decke einer Wohnung wurden viele Fäden verschiedener Stärke und Farbe angebracht und als in der Wohnung alles still war, wurden Gedanken ausgesendet. Die so genannte Harfe des Geistes begann zu schwingen, und man konnte bemerken, dass bestimmte Gedanken auf Fäden von bestimmter Farbe einwirkten; dann konnte die Wirkung von aus der Ferne gesandten Gedanken beobachtet werden. Natürlich muss man sich bei solchen Experimenten von eigenen, ungewollten Sendungen freimachen können. Alle werden sich erinnern, dass leichte Gegenstande ohne ersichtlichen Grund manchmal zu schwingen begannen - die Skeptiker werden dies bloß einem Luftzug zuschreiben, gleich jenem in ihren Köpfen. Das Geltungsbedürfnis der Menschen lässt sie nur widerwillig etwas Vorhandenes, was ihre Erhabenheit übersteigt, zugeben.

    17. Alle Erscheinungen des Gedankens aus dem Raum sollten im Gedächtnis behalten werden. Jeder kann manchmal etwas wie eine unsichtbare Spinnwebe auf seinem Gesicht fühlen. Jeder kann eine Berührung fühlen oder sich auf einen für andere unhörbaren Ruf umwenden. Der Mensch kann ohne Apparat Radiowellen empfangen, was bedeutet, dass vom menschlichen Empfänger auch andere Wellen aufgenommen werden können. Es ist sehr wichtig zu beobachten, dass Feinfühligkeit sogar


auf eine physikalische Welle ansprechen kann. Auf diese Weise können die Gedanken der fernen Welten empfangen werden.

    18. Befassen sich viele mit dem Gedanken aus dem Raum? Es ist betrüblich zu erkennen, wie wenige es sind. Wie kann man sein ganzes Leben ohne einen Gedanken an das Höchste verbringen? Beispiele solcher vegetativen Existenz haben wir vor uns. Aber niemand sollte sich, unter welchen Umständen auch immer, je auf eine Ebene mit dem Niedersten begeben. Erkennen wir, was der Mensch sogar durch nur eine Annäherung an die fernen Welten empfängt. Solch eine Annäherung trennt den Menschen von allem, was Gesetz ist. Eine einzige Vision der fernen Welten reicht aus um sein ganzes Leben zu verwandeln. Auch nur einen Teil des Lebens in den anderen Welten zu verstehen heißt, eine intensive Erinnerung für immer zu erlangen. Diese Annäherung ist bereits eine Bewusstseinserleuchtung. Aum ist geistiges Wohlbefinden, und jedem, der bereit ist vom Ufer der Sinneswelt abzustoßen, wird Hilfe zuteil. Selbst die geringste Annäherung an den Gedanken aus dem Raum sollte geschätzt werden.
    Anstelle von Misstrauen und Leugnen mögen die Akkorde der fernen Welten erklingen. Jedes Vernehmen von fernen Stimmen ist schon eine Eroberung des Raumes. Manche kennen die Sphärenmusik und den Klang des Raumes. Es haben sich zwar wenige dieser Stufe genähert, aber es gibt welche, die das Leben umgestalten. Behüten wir diese Herolde der fernen Welten!

    19. Es ist wichtig, die Bedeutung der Hilfe zu verstehen. Jeder verlangt Hilfe nach seinem Ermessen, doch wenige erkennen wahre Hilfe. Ebenso bemerken heute, wenn die Welt erbebt, die meisten Menschen


die feurige Gefahr nicht. Als besondere Erscheinung verlangen sie einen Erzengel, so groß wie die Himmel selbst! Jeden Tag findet etwas Unbeschreibliches statt. Beachtet, was alles schon geschehen ist, obwohl kaum eine Woche des Jahres verstrichen ist. Viele Völker ändern ihr Gesicht.

    20. Lasst die Erde nicht verwahrlost zurück. Das Bewusstwerden der fernen Welten muss zwar zur Bewusstseinserweiterung des Einzelnen führen, aber man darf sich nicht vom irdischen Leid abwenden. Sonst wird jeder die Flucht ergreifen und sein Heim verlassen.
    Man muss sich angemessen verhalten, so dass es zwischen dem Himmlischen und dem Irdischen keinen Konflikt gibt.

    21. Das Vervollkommnen der irdischen Arbeit schadet der Wahrnehmung der fernen Welten nicht. Die Arbeitsqualität entwickelt auch die Fähigkeit, sich auf alle Ebenen zu konzentrieren. Vermindern wir unsere Möglichkeiten nicht, sondern vermehren wir sie! Wer selbstlos wünscht Erfolg zu haben, kann den Pfad zu den höheren Welten finden.

    22. Ein Schiff kommt gut heim, wenn die See ruhig ist, doch wissen die Seeleute, dass Stürme aufkommen können, und sie planen unvorhergesehene Verzögerungen im voraus mit ein. Ebenso können bei den besten Entscheidungen elementare Schwierigkeiten vorausgesehen werden, es gibt keinen schrecklichen Ausbruch des Chaos, wo der Geist zu den höheren Welten bestrebt ist, er erhebt sich über die Wellen des Chaos.

    23. Jeder Stein auf dem Planeten wurde von einem Gedanken geschaffen. Jeder Gegenstand ist durch die schöpferische Kraft des Gedankens entwickelt worden. Jeder geschaffene Gegenstand sollte geachtet werden. Man muss gegen Unvollkommenheit Nachsicht üben, denn jeder Schöpfer war einmal unvollkommen. Jede Aufspeicherung ist das Ergebnis von Arbeit und Anstrengung. Allein in dieser


Erkenntnis lernen wir, Schaffenskraft zu schätzen. Lasst uns vom Kleinen ausgehend das Große erkennen! Um das Klingen vom Aum zielstrebig zu beginnen, sollte man mit Achtung vor der Größe der Schöpfung erfüllt sein.
    Auf diese Weise wird der Begriff des geistigen Wohlbefindens eine herrliche Gabe sein. Nur das höchste Streben wird belohnt. Der Maßstab für das Beste ist die Übereinstimmung mit dem Höchsten Prinzip. Von einem Ding zum anderen wird eine Saite gespannt - ungespannt hängt die Saite lose im Raum.

    24. Neben der Erlangung äußeren Heldentums kann es eine wertvolle unsichtbare Leistung geben. Der Held erlangt im Geist die höchste Schaffenskraft und wird auf diese Weise zum Gehilfen des Schöpfers. Auf der Erde und über der Erde - in beiden Welten - geht der Gedanke auf in einer umfassenden Strömung, und solch eine Heldentat erklingt zur Errettung der Menschheit.

    25. Warum soll man Aum sagen, wenn es möglich ist, Gebet zu sagen? Dem Wesen nach ist es gleich, doch auf Grund seines Alters und seiner Verfeinerung ist der Klang Aum in seiner Schwingung stärker. Lasst uns über den Widerhall des höchsten Begriffs gründlich nachdenken. Das Wort selbst ist Schwingung; dieser Widerhall ist für die Harmonie des Raumes erforderlich.
    Große geistig Schaffende beten nicht für sich selbst.

    26. Es werden Menschen kommen und behaupten, dass sie sogar die höchste Lehre nicht befriedigt. Sie wollen noch etwas anderes. Fragt sie, welchen persönlichen Nutzen sie wünschen - ihr werdet mit dieser Frage nicht fehlgehen. Ihre Unzufriedenheit entspringt zu oft dem Wunsch nach persönlichem Vorteil. Unbegrenztheit selbst bietet für diese Scheinheiligen keinen Reiz.


Sie sind nur am Suchen nach physischen Vergnügungen brennend interessiert. Sie werden bei der Lehre nicht lange verweilen. Sobald sie das Geistige und nicht das Physische fühlen, werden sie weggehen. Gerade solche Menschen, die keine Silberstücke vorfanden, werden zu schrecklichen Verrätern. Auf diese Weise wird sie weder die segensreiche Kraft noch Aum berühren oder erleuchten - das kohlschwarze Herz bleibt schwarz und wird zu Asche.

    27. Ihr seht selbst, wie die besten Herzen unter den finsteren Plänen der Menschen leiden. Für bösartige Kreaturen sind reine, überirdische Gedanken nur die Zielscheiben des Spotts. Es lässt sich nicht beschreiben, womit die Atmosphäre der Erde gesättigt ist. Die Gedankenformen der Günstlinge der Finsternis gleichen unzähligen Klauen! Sie entzweien das Lebenssymbol - das Kreuz - als unzulässiges Mittel des Aufstiegs. Sogar wenn dieses Zeichen vor Gefahr warnt, strengen sich die Diener der Finsternis an, es zu zertrümmern. Man sollte die Machenschaften des Bösen nicht ignorieren.
    Man muss die Wirklichkeit weise zur Kenntnis nehmen, um die für die Rettung verliehene Kraft der Gnade mehr zu schätzen.

    28. Zauberei ist als Vergehen gegen die Menschlichkeit unzulässig. Zauberei darf nicht nur als Missetat am Einzelwesen betrachtet werden. Die Wirkungen der Zauberei sind weit abscheulicher. Zauberei entweiht kosmische Erscheinungen und bringt Verwirrung in die überirdischen Schichten. Obwohl es dem Zauberer misslang, seinen Feind zu schlagen, so bedeutet das nicht, dass sein Schlag nicht anderswo, vielleicht in verschiedenen Ländern, Menschen traf. Die Schwingung des bösen Willens kann sich an ganz unerwarteter Stelle auswirken. Man kann die Zahl der durch bösen Willen verursachten Todes- und Krankheitsfälle nicht abschätzen!


Diese Klauenschwärme entstehen im Raum, und niemand vermag vorauszusehen, wo sich diese giftige Herde niederlassen wird. Der starke Geist schirmt sich gegen diese bösen Aussendungen zwar ab, aber irgendwo wird ein schwacher Mensch von ihnen angesteckt. Dieser kosmische Schaden ist unabschätzbar. Nur die Kraft des klingenden Aum kann Harmonie in diese unharmonischen Schwingungen bringen. Sogar die Kraft des Segens kann nicht in vollem Maße wirken, wenn sie zugleich zur Zerstreuung des Bösen verwendet wird. Es ist dringend notwendig, die Menschheit vor jeglicher Zauberei zu warnen!

    29. Niemand sollte über das Gebet spotten. Selbst wenn dieses ganz einfach ist, ist es dennoch ein Zeichen der Geistigkeit. Es steht einem Menschen nicht zu, die besten Bestrebungen eines Bruders zu schmähen. Der Mensch hat kein Recht, über die Anbetung des Höchsten zu spötteln. Gewöhnlich greifen besonders gemeine Menschen das Gebet anderer an. Für sie sind Aum und andere Gebete nur eine Quelle von unzulässigen Scherzen. Sehr oft begegnet man so einem niederen Bewusstsein als Folge von grober Unwissenheit.

    30. In die verschiedenen Glaubensformen sind bedeutende Wesenszüge eingefügt worden. Im Altertum verlange man, dass der Priester vor dem Gebet badet und reine Gewänder anlegt. Jetzt ist gerade das Umgekehrte der Fall. Äußerlich werden zwar luxuriöse Gewänder zur Schau gestellt, aber die Reinheit unter diesen wird außer Acht gelassen. Vergleichen wir diese Involution grundlegender Begriffe, und denken wir über den Zustand der Geistigkeit nach. Die Bedeutung der Anrufung zum Höchsten ist in hohem Maße in Vergessenheit geraten. Es sind viele Bücher geschrieben worden,


jedoch die Herzen sind verstummt. Daher muss daran erinnert werden, dass man keine Luxusgewänder braucht, sondern Reinheit.
    Möge die Reinheit auf dem Pfad zur Reinheit des Herzens führen. Aus einem unreinen Herzen kann kein Gebet aufsteigen.

    31. Kein Glaube hat je verlangt, Tempel zu errichten. Sie entstanden allmählich als Ausdruck der Verehrung. Das ursprüngliche Bündnis war immer ein geistiges und völlig unmittelbares. Erst später ordnete sich das Gebet des Geistes den irdischen Gesetzbüchern unter.
    Wie viele der besten Schwingen sind von irdischen Feuern versengt worden! Man sollte sich von allen Gesetzbuchern lossagen und bestrebt emporfliegen. Deshalb möge der heilige Klang Aum, wie in den besten Zeiten der Menschheit, das Herz mit geistigem Wohlbefinden erfüllen.

    32. Ihr stoßt oft auf Unverständnis in Bezug auf den Gleichklang. Manche stellen sich ihn als lauten Ton vor, indes kann der Ton ebenso unhörbar sein wie die Anpannung des Herzens selbst. Denn es das Herz, das singt; es erklingt und erfüllt den ganzen Organismus mit einer besonderen Energie. Das Gebet selbst - Aum - möge es auch nur im Herzen sein - erzeugt die gleichen Ausstrahlungen wie ein gesprochener Ton.
    Man sollte sich an den Ausdruck des Herzens gewöhnen. Beständiges Streben kann nicht besser zum Ausdruck gebracht werden als im Herzensgebet.

    33. Richtig wurde bemerkt, dass von gewissen Mantras der Sinn zwar verloren ging, ihr Klang aber erhalten blieb. Auf diese Weise erkennen wir, wie wichtig Schwingung ist. Aus diesem Grund wurde vieles nicht niedergeschrieben, sondern mündlich überliefert. Buchstaben ohne bestimmten Klang


sind wirkungslos. Übrigens hat die Beschaffenheit der Stimme selbst besondere Bedeutung. Ein tiefer Brustton ergibt einen stärkeren Widerhall als ein hoher, seichter oder nasaler Ton. Daher ist nicht nur die Melodie selbst, sondern auch die Stimmqualität wichtig. Ich meine, dass die Stimmqualität gegenwärtig zuwenig geschätzt wird. Weder die Lautstärke noch die Beredsamkeit sind wichtig, sondern der innere Magnetismus - er ist beim Singen das fundamentale Rüstzeug. Viele Stimmen sind infolge der Methoden, die Stimme zu schulen, ihrer natürlichen Eigenschaften beraubt worden.

    34. Das Gebet wird der Schönheit nie ermangeln; es wird von nah und fern das gleiche machtvolle und kraftvolle Mantra herbeibringen.
    Lernt die Schönheit des Klanges lieben. Die menschliche Stimme an sich ist ein Wunder. Man kann beobachten, dass die Stimme auch ohne Worte wirkt. Jeder hat aus der Ferne Chöre vernommen, obwohl die Worte verloschen waren, lebte dennoch die Magie des Klanges fort.
    Daher sollte man immer daran denken, welche Wunder dem Menschen innewohnen.

    35. Gebet ist Erhebung und Entzücken. Das eigennützige Gebet ist erst in neuerer Zeit entstanden. Wie kann der Mensch für sich selbst beten? Weiß denn die Höhere Weisheit nicht, was dem Menschen Not tut?
    Das Gebet ist die Verbindung zum Strom des Heils. Der Strom fließt überreichlich, doch es ist notwendig, sich mit ihm zu verbinden. Man muss im Herzen einen würdigen Gleichklang finden, um den höchsten und allerheiligsten Schätzen zu begegnen. Daher ist jedes eigennützige Gebet unangemessen. Erst als die Religionsformen zum staatlichen Instrument


wurden, befassten sie sich mit gewöhnlichen Bitten gegen Bezahlung. Gebet und Bezahlung - wie widersinnig! Deshalb fühlen sich auch so viele Menschen abgestoßen vom bezahlten Dienst. Die Freude des erhebenden Gebets entflieht beim Klirren von Münzen.

    36. Ihr habt schon das Gebet der Vögel vernommen - die kleinen Mitbrüder verstehen es, das Licht willkommen zu heißen. Sie finden den besten Ausdruck für die Bewunderung der Herrlichkeit des Lichts. Pflanzen strecken sich dem Licht entgegen, nur die Menschen träumen vom Magen, wenn ihr Geist von der Erhabenheit des Höchsten erfüllt sein sollte. Auf diese Weise begehen sie eine Freveltat, die dem Selbstmord gleicht. Die schönsten Hymnen wurden niedergeschrieben, aber die Menschen sagen sie her ohne Beben des Herzens, - wie das Klirren zerbrochenen Geschirrs.
    Es ist Zeit, sich wieder den grundlegenden Prinzipien zuzuwenden, so dass sogar das Beispiel der kleineren Brüder die Menschen zum höheren Pfad zurückrufen möge.

    37. Gebet kann mit einem Magneten verglichen werden. Beten spannt das Herz an und zieht die besten Gedanken aus dem Raum herbei; wenngleich solche Gedanken aus der irdischen Sphäre nicht das Heil an sich sein mögen, sie werden jedoch günstig sein. Die Bereicherung durch solche Gedanken verleiht neue Kraft, wie eine Begegnung mit Freunden. Solche Freunde sollte man schätzen. Begegnet man ihnen auch nicht, so sind sie dennoch nahe. Der Raum ist von ihnen erfüllt, man muss ihnen nur einen guten Gedanken senden. Das Gebet hat eine magnetische Eigenschaft.

    38. Der Gegenpol des Gebets ist schmutziges Reden. Es verunreinigt und stört den Raum. In Städten ist es verboten, Fabriken zu errichten, die giftige Gase entwickeln;


die Folgen von Lästerungen und schmutzigem Reden sind viel schädlicher. Die Menschen wollen sich von dem schädlichsten Stoff, der schreckliche Zerstörungen hervorruft, nicht befreien, von den Krankheiten, die durch Störungen der Atmosphäre entstehen. Entsetzlicher als alle Krankheilen sind die Zerstörungen der Schichten um den Planeten. Wie viele Gebete und gute Gedanken sind nötig, um diese Abgründe und Geschwüre im Raum aufzufüllen! Wasserlose Wüsten und Wirbelstürme sind gefährlich, doch die gleiche Gefahr entsteht, wenn die Menschheit die lebenspendenden Kräfte um sich verwüstet; denn selbstverwüstete Hüllen gleichen faulenden Gräbern.
    Hütet euch vor schmutzigem Reden!

    39. Mit Satan ist kein Bund zu flechten. Beim Satan gibt es nur Sklaverei. Satan kann nicht besänftigt werden! Man kann nur in völliger Furchtlosigkeit über ihn hinweg- oder durch ihn hindurchgehen. Eine alte Legende erzählt, wie Satan einen Eremiten erschrecken wollte. Er erschien ihm in einer schrecklichen Gestalt. Der Asket war jedoch von feuriger Erleuchtung erfüllt, fiel Satan an und bahnte sich brennend durch ihn seinen Weg. Das Feuer des Herzens ist stärker als jede satanische Flamme. Von solchem Feuer sollte man erfüllt sein - dann wird sich alles Gespött in eine versengte Grimasse verwandeln. Lasst uns auf diese Weise Satan bekämpfen!

    40. Jeder enthüllt, selbst in seinem Alltag, die Eigenart seines Wesens. Einige lieben besonders das tiefe Blau der Berggipfel, womit sie die beste Bestätigung des Geistes geben; andere brauchen das Grün und nennen es die Farbe der Hoffnung; eine dritte Gruppe lebt beengt in dem Gedränge der Städte und fühlt sich zufrieden.


Auch die Gebete dieser Menschen werden verschieden sein. Sie werden einander kaum verstehen. Deshalb ist es notwendig, das Bewusstsein zu bilden, um es duldsam zu machen, damit es die verschiedenen Facetten des Daseins zu berühren vermag.

    41. Ein Einsiedler wurde einst gefragt, wie er in ständigem Schweigen leben könne? Er war über diese Frage sehr erstaunt und sagte: "Ihr irrt, ich schweige niemals, sondern unterhalte mich ständig - so viele Gesprächspartner besuchen mich." Der Einsiedler hatte sich bereits derart der unsichtbaren Welt genähert, dass er diese vollkommen wahrnehmen konnte. Er war im Gebet mit dieser Welt vereint, und sie offenbarte sich ihm in ihrer ganzen Größe. Für solch einen Geist ist der Übergang in die Feinstoffliche Welt kaum wahrnehmbar.
    In Gesprächen über das Gute kann man sich auf viele Stufen erheben. Das Gebet wird zuerst äußerlich sein, später herzlich und dann vollzieht sich ein Gespräch über das Wohl.

    42. Es besteht die Meinung, dass Gebet etwas vom Alltag Verschiedenes sei, indessen ist es die Grundlage des Lebens. Ohne Bindung zur Höheren Welt wäre die Menschheit undenkbar, sie stünde tiefer als die Tiere! Man möge daher die Bindung zur Höheren Welt als Grundlage des Seins betrachten. Es ist bedeutungslos, in welcher Sprache der Anruf erfolgt. Der Gedanke hat keine Sprache, doch er durchdringt alles.

    43. Die einen geben sich völlig dem Gebet hin, andere können Gebet mit Arbeit verbinden. Lasst uns nicht abwägen, was wertvoller ist; es genügt, dass es das Gebet und die Verbindung zur Höheren Welt gibt und sie das Leben verwandeln. Wundert euch nicht, wenn ein Arbeiter durch Fürbitte um höheren Beistand eine bessere Qualität


der Arbeit erzielt. Seid nicht erstaunt, dass das kurze Stoßgebet sich als das wirksamste erweist.
    Daher lasst uns mit der Höheren Welt nicht auf Befehl, sondern durch Herzensregung verbunden sein. Man kann das irdische Leben nur durch die Verbindung mit der Höheren Welt umwandeln; anders werden sich die Leiden nicht verringern, sondern zum Untergang führen. Die Unwissenheit muss ausgerottet werden, die beste Erleuchtung kommt von oben.

    44. Es gibt so viele finstere Bewusstseine, die die Notwendigkeit der Verbindung mit der Höheren Welt nicht erkennen wollen. Es wimmelt von Kehricht, dennoch bewahret die Kinder vor solcher Unwissenheit. Ein versteinertes Herz ist kein Herz mehr, sondern ein Stück Abfall.
    Deshalb lasst uns in unserem ganzen Tun der Verbindung mit der Höheren Welt einen Platz einräumen.

    45. Der Friede des Bewusstseins entwickelt sich entsprechend der Erkenntnis der Höheren Welt. Es gibt keine größere Freude und Schönheit, als das Vorhandensein der Höheren Welt zu bestätigen. Gebet entspringt der Erkenntnis der lebendigen Verbindung mit der Höheren Welt. Selbst die Vorstellung dieser Verbindung macht einen Menschen stark und strebsam.
    Zollen wir allem Achtung, was das Zeichen der Höheren Welt trägt.

    46. Ist es möglich, dass die Menschen die ganze satanische Verschwörung gegen die Höhere Welt nicht bemerken?

    47. Der Mensch bittet um Vergebung, ändert jedoch seine Lebensweise nicht. Der Mensch beklagt sein Unglück, legt jedoch keine einzige Gewohnheit ab, die ihn in die kummervolle Lage versetzte. Es ist sinnlos,


um Vergebung zu flehen, wenn man nicht gewillt ist, ein besseres Leben zu führen. Es ist nicht Kummer, sondern Heuchelei, wenn die höhere Weisheit mit Selbstbemitleidung belastet wird. Es ist ebenso sinnlos, zum Beten zu nötigen. Solange die Menschen die Bedeutung der Verbindung mit der Höheren Welt nicht begreifen, werden sie mit ihren unaufrichtigen Gebeten nur Gotteslästerung begehen. Man kann weder angesichts der Wahrheit lügen, noch vor dem alles durchdringenden Licht etwas verbergen. Übrigens, weshalb das verheimlichen, was dem Herzen heilig und gerecht erscheint? Von der Verbindung mit der Höheren Welt wird man eingenommen sein, wenn das Herz das eigene Urteil bestätigt.

    48. Gut und Böse werden vom Herzen erprobt. Auf diese Weise kann für das Höchste ein unerschütterlicher Beweis erbracht werden. Es können zwar alle relativen Unvollkommenheiten erkannt, aber das Gute dennoch nicht ohne weiteres bewiesen werden. Die Menschen suchen Verbrecher durch ihren Blutdruck zu prüfen, bedenken aber nicht, dass selbst ein einziger Verdacht den ganzen Organismus erregen kann. Es ist besser, sich an die Höhere Welt zu wenden, wo alle geheimen Schriftrollen enthüllt werden.

    49. Träume liegen jenseits der Zeit; sie beweisen die Relativität irdischer Maßstäbe. Auch der Gedanke kann die höheren Welten ohne Zeitaufwand erreichen. Die schnellste Luftpost benötigt dagegen Zeit. Man möge die Geschwindigkeit des Gedankens erforschen, diese Beobachtung ist für das Erkennen der fernen Welten nützlich.

    50. Ein Ton kann richtig verstanden werden und dennoch zu keinem Ergebnis führen. Deshalb lasst uns die Herzenergie nicht vergessen, von der der Ton begleitet sein muss. Es wäre unwürdiger, wenn nur der Ton


entscheidende Bedeutung hätte; dann könnten viele Sänger erfolgreich sein. Ein leerer Ton gleicht dem Klirren von Messing. Ihr habt gehört, dass Glasgefäße durch Schwingung zersprangen; jedoch auch solch eine Schwingung muss vom Gedanken begleitet sein. Sogar eine fremde Gedankenwelle kann die Wirkung verstärken. Deshalb ist der Gedanke als Triebkraft sehr zu schätzen.
    Es sollte nicht erstaunen, wenn beim Gespräch über das Gebet betont wird, dass die Schwingungszustände zu beachten sind. Diese Erforschung sämtlicher Merkmale der Vereinigung mit der Höheren Welt wird der wahre Pfad sein. Bei Beobachtungen sollte das Herz nicht vergessen werden, denn alle anderen Aspekte müssen sich dem Herzen unterordnen.

    51. Bewahrt neben dem Herzen ein klares Bewusstsein. Man kann durch unklares Wasser nicht durchsehen. Im Wasser sowie im Bewusstsein wirkt jeder Aufruhr auf die gleiche Weise. Man muss den Mittelweg von Empfänglichkeit und Erregbarkeit finden. Unter irdischen Verhältnissen ist es nicht leicht, die für die gute Gesundheit so unheilvolle Erregung zu vermeiden. Die Verbindung mit der Höheren Welt verleiht Feinfühligkeit und Klarheit, die durch finstere Ströme nicht getrübt werden.

    52. Einigkeit und Sieg sind die besten Mantras. Die Stärke der Finsteren zerschellt an solch einem Fels. Es sollte auch daran gedacht werden, den Lehrer nicht unnütz zu belasten. Mögen dem Herzen auch Liebe und Ergebenheit innewohnen.

    53. Die bei Gebeten durchgeführten verschiedenen Rituale zur Verstärkung des Gebetes erweisen sich als nichtige Anstrengungen. Zeitalter hindurch haben sich die Menschen geübt, um die Bedeutung der Höheren


Welt zu erkennen. Jetzt aber entfernt sich die Menschheit von der Annahme der Grundgesetze wieder. Die Wissenschaft wendet sich zwar anstatt Ritualen dem rechten Pfad zu, aber in der Eitelkeit weltlichen Lebens bleiben die Rufe der Wissenschaft Einzelerscheinungen.
    Aus diesem Grund sollte man das Vorhandensein der Höheren Welt wieder bekräftigen. Schande für die Menschheit, dass sie sich vom Ufer des Wissens losgerissen hat!

    54. Das Neue wird für all gehalten, deshalb wird das Neue vergessen. Hier sollte es eine Klärung geben, andernfalls werden anstatt schöner Bildnisse nur staubige Masken übrig bleiben.
    Rufen wir jeden auf, der fähig ist, sich ohne Lästerung den Großen Bildnissen zu nähern. Möge er sie der Sitte seines Landes gemäß schmücken, denn Wir werden den Nahenden auf allen zur Höheren Welt führenden Pfaden begegnen.

    55. Die Menschen wissen, dass jeder die Gegenstände in seinem eigenen Licht sieht. Schon spricht man von unterschiedlicher Beschaffenheit des Auges, jedoch man versäumt völlig, die bedeutende Tatsache zu erwähnen, dass die Menschen durch ihre Aura sehen. Jeder ist von seiner Farbe umgeben, durch die er sieht. Sagt den Ärzten diese Wahrheit, aber sie werden sie belächeln, denn die Farbe der Ausstrahlungen ist unsichtbar und wird im Lehrbuch der Augenheilkunde nicht erwähnt. Jedoch Blindheit kann durch einen Schock ausgelöst werden. Auch Taubheit und Schwächung der anderen Sinne hängen vom Herzen ab. Die Ausstrahlung selbst hängt vom Zustand des Herzens ab. Das heißt, dass alles dem Herzen als Gebet Entströmende höchst vielfarbig ist. Hüten wir uns vor blutroten und schwarzen Gebeten.

    56. Gebet ruft gewöhnlich eine azurblaue und violette Flamme hervor. Es kann auch ein silbernes Gebet geben,


es ist jedoch unmöglich, sich ein braunes Gebet vorzustellen. Das Lichtprinzip ist im irdischen Dasein sehr wesentlich. Man kann den Klang der Stimme verstellen, aber die Ausstrahlung des Herzens kann nicht verfälscht werden.

    57. Gebet ist ein Reiniger. Diese Begriffsbestimmung sollte nicht abstrakt verstanden werden. Geistige Gesundheit ist die primäre Grundlage der körperlichen Gesundheit. Vor allem Gebet, als reale Verbindung mit der höheren Quelle, wird für den Organismus der beste Reiniger von allen Krankheiten sein. Ansteckung rührt davon, dass der Körper den Boten des Bösen Zutritt gewährt. Jeder Körper ist für viele Krankheiten empfänglich, aber geistige Stärke ist auf der Hut, sie lässt solche Ausbrüche nicht aufkommen. Kann der Geist von höheren Energien richtig genährt werden, schützt er auch den Körper vor Gefahren.
    Deshalb kann bestätigt werden, dass Gebet ein Reiniger ist.

    58. Es gibt Unwissende, die meinen, Gebet fände im praktischen Leben keinen Platz. Man sollte sie fragen, welche Art Geschäft sie mit dem Gebet als unvereinbar erachten - das, welches böse und habgierig ist? Gewiss, im Bösen gibt es keinen Platz für das Gebet, jedoch jede gute Arbeit bedarf des Gebetes - jenes, das die höheren Kräfte enthüllt.
    Daher sollten in der Neuen Welt die wahren Wirklichkeiten bestätigt werden. Wir werden keinen Rückschritt machen, wenn wir an das denken, was dauerhaft und unwandelbar das Gesetz des Daseins darstellt.

    59. Man kann sehen, welch unwürdige Methoden mit dem Gebet in Verbindung gebracht werden! Ekstase kann


Verbindung mit der Höheren Welt von keiner Hilfe sein. Augenzeugen höherer Schau bestätigen, dass sie sich infolge starker Schwingungen gar nicht auf den Beinen halten konnten. Überdies geht Visionen eine besondere Gelassenheit des Geistes voraus. Kann denn Wirbeln und Taumeln die Schwelle zu einer schönen Vision sein? Der Mensch kann keine Erscheinung der Höheren Welt willentlich erzwingen. Man kann die Feinstoffliche Welt herbeiziehen, aber die Erhabenheit der Höheren Welt überragt die ganze irdische Natur. Jahrelang warten Einsiedler auf das Höhere Wort. Sogar große geistig Schaffende konnten eine Erscheinung der Höheren Welt ohne Erschütterung ihrer Gesundheit nur einmal aushalten. Jedoch die Höhere Welt weiß, wann und was möglich ist.

    60. Achtung vor der Hierarchie wird die Nähe der Höheren Welt bestätigen. In Zusammenarbeit mit der Hierarchie findet ihr feste Brücken zu jenem Ufer. Jeder Glaube enthüllt die Schutzengel, Führer und Tröster - man kennt den Begriff Hierarchie unter verschiedenen Namen. Wahrhaftig, möge jeder auf seine Weise verstehen, doch möge jedes Herz emporstreben. Allein darin besteht der Pfad zur Vollkommenheit.
    Beten ist Vereinigung mit dem Schönsten.

    61. Gebet ist ein Inspirator zum Wissen. Wer die Erhabenheit dieser Verbindung erkennt, der beginnt unweigerlich nach Wissen zu streben. Das Wachstum eines solchen Bewusstseins erfordert eine Wissensaufspeicherung auf verschiedenen Wissensgebieten.
    Philosophie enthüllt die gleichen Pfade zur Höheren Welt,


wie sie von den Naturwissenschaften erschlossen werden. Unwissende Menschen schwatzen über die materialistischen Wissenschaften, die alles verneinen, was dem bloßen Auge nicht sichtbar ist. Jedoch diese wissen schon um die Feinstofflichkeit der Atome, und sie wissen von der Notwendigkeit der Mikro- und Teleskope. In Wahrheit machen sie selbst aus der Wissenschaft eine leere Hülle. Werden im Bewusstsein die Zeichen der Höheren Welt offenbar, dann wandelt sich jede Wissenschaft. Es gibt kein Wissen, das, wenn wahrhaftig beherrscht, die große Verbindung der Welten nicht bestätigen würde Es gibt keinen Pfad, der ehrlich verfolgt, nicht zur Höheren Welt führte. Wer die Größe der Einheit und der Unbegrenztheit nicht fühlt, der ist Bewusstseinsmäßig noch nicht gewachsen. Gebet ist kein Todesschrei des Entsetzens, sondern Vereinigung voll Liebe und Hingabe.

    62. Verharrt jemand in dumpfer Verneinung, ohne jegliches geistiges Gebäude, so muss solche Gedankenarmut als Wahnsinn angesehen werden. Wie oft seid ihr selbst solchen Wahnsinnigen begegnet! Sie erwecken bloß Mitleid. Wie ein Kleinkrämer seinen Gewinn errechnet, höhere Mathematik aber belächelt, ebenso macht sich der Unwissende aus einem Dorn der Kröne großer Errungenschaften einen Zahnstocher.
    Nicht nur Wissen führt zur Höheren Welt, sondern auch Arbeit. In der Tat, jede Arbeit ist Wissen. Auf diese Weise ist Arbeit Gebet.

    63. Durch das Gebet werden oft Heilungen vollführt. Es ist nicht schwierig zu begreifen, dass die Verbindung mit der Höheren Welt für das Herz hilfreich ist und den Nerven heilsame Wohltat bringt. Es ist nicht schwierig, dies auch vom herkömmlichen wissenschaftlichen Standpunkt aus zu verstehen. Die Unwissenheit ist derart verbreitet,


dass es notwendig ist, selbst diese einfache Überlegung immer wieder zu wiederholen, denn es darf keine einzige Gelegenheit versäumt werden, an die Höhere Welt zu erinnern. Auf diese Weise wird ein weiteres Gebet geschaffen.

    64. Es ist schrecklich, das Schauspiel des Wahnsinns mitanzusehen, wenn Böses versucht, vom Antlitz der Erde alles Vernünftige hinwegzufegen. Bosheit wirkt wie ein zerstörender Wirbelwind. Nur die Verbindung mit der Höheren Welt kann das Gleichgewicht wieder herstellen.

    65. Es ist besonders empörend, auf der einen Seite die höchste Hingabe an die Höhere Welt zu sehen und auf der anderen in vollem Maße den finsteren Satanismus. Auf diese Weise kann man in Beispielen aus dem Leben eine Ähnlichkeit mit Armageddon finden. Es muss daran erinnert werden, dass die Kräfte des Lichts die Finsternis unablässig niederringen. Gebet wird auch ein Schlachtruf sein, wenn die Lüge im Namen des Höchsten besiegt wird. Indem wir die Lüge verbannen, dienen wir dem Licht.

    66. Gereiztheit ziemt dem Gebet nicht. Die Lüge muss durch das Erheben des Feurigen Schwertes niedergeschlagen werden, jedoch nicht durch Reizbarkeit.

    67. Gebet setzt nicht herab, es erhöht. Fühlt man sich nach einem Gebet niedergeschlagen, so bedeutet das, dass das Gebet von keiner hohen Qualität war. Der Mensch ist nicht der Unbegrenztheit vergleichbar, aber ein Funke höherer Energie bewahrt in sich Bedeutung selbst über erfassbare Grenzen hinaus. Jedem Menschen wurde ein Funke höherer Energie verliehen, und als sein Träger wurde er mit einer erhabenen Pflicht ausgestattet. Er stellt eine Brücke zu den höheren Welten dar. Indem der Unwissende die Höhere Welt verneint, leugnet er seine Menschlichkeit.


    Das Erinnern an die Höhere Welt ist ein Prüfstein bei der Erprobung eines jeden Geistes.

    68. Jede Handlung entspringt dem Geistigen. Ohne vorausgehende geistige Verschmelzung kann es keine körperliche Handlung geben. Wer immer den geistigen Ursprung verneint, der raubt seinen Handlungen den Sinn. Evolution kann nicht währen, wenn die grundlegende Bewegungskraft geleugnet wird. Zu den Wesenszügen des finsteren Zeitalters gehört es, die Ursprünge und Grundsätze zu verneinen. Jedoch gerade solche Finsternis ist vergänglich. Der Mensch muss sich für die Aufnahme des Lichts vorbereiten, und damit er keinem Maulwurf gleicht, muss er das Wesen des Lichts in sich erkennen.
    Wenn Ich über die höhere Vereinigung spreche, setze Ich vor allem voraus, dass ihr die Wirklichkeit in ihrer ganzen Unbegrenztheit versteht.

    69. Gebet hat weder mit Zwang ncoh mit Befangenheit etwas zu tun. das erste Gebet eines Kindes sollte nie belächelt oder getadelt werden. Ein Knabe betete einmal: "O Herrscher, wir sind bereit, Dir zu helfen." Ein Vorübergehender entrüstete sich und nannte das Kind anmaßend; auf diese Weise wurde das erste Gefühl der Selbstlosigkeit geschmäht. Ein kleines Mädchen betete für ihre Mütter und ihre Kuh; sein Gebet wurde ebenfalls bespöttelt. Auf diese Weise behielt es nur etwas Lächerliches im Gedächtnis, während solch eine Fürsorge überaus rührend war.
    Eine große Gotteslästerung ist es auch, den Namen Gottes als Drohung zu benützen. Das Verbot, mit eigenen Worten zu beten, ist an sich eine negative Beeinflussung des jungen Bewusstseins. Vielleicht erinnert sich das Kind an etwas sehr Wichtiges, und seine Gedanken führen


nach oben. Wer konnte dann stören und solch einen lichten Impuls ersticken? Die erste Belehrung über das Gebet wird für den ganzen Lebenspfad maßgebend sein.

    70. Die Umgebung zu Hause beispielsweise drückt dem einzelnen einen Stempel für das ganze Leben auf. Selbst die ärmste Hütte würde geistiges Gefühl nicht verletzen. Man sollte nicht meinen, Kinder bemerken die Leere des Lebens nicht, im Gegenteil, sie empfinden die Struktur ihres ganzen Alltagslebens sehr stark. Deshalb gedeiht das Gebet in einem reinen Heim am besten.

    71. Ein Gebet ist zu jeder Zeit gut, es gibt jedoch zwei Zeitpunkte der Strömungsänderung, an denen die Hinwendung zur Höheren Welt besonders erwünscht ist - bei Sonnenaufgang und nach Sonnenuntergang. Außerdem ist es angebracht, die Höhere Welt vor dem Einschlafen anzurufen.
    Schlaf wird von der Wissenschaft nicht verstanden. Der Gedanke des Ausruhens ist zu einfach. Wenn jeder Tätigkeit ein geistiger Akt vorausgeht, dann muss ein solch ungewöhnlicher Zustand wie der des Schlafens ganz besonders beachtet werden. Fast die Hälfte des Lebens vertraut sich der Mensch der unsichtbaren Welt an. Vor dem Eintritt in die heiligen Tore ist es notwendig, sein Bewusstsein zu reinigen. Bereits der Gedanke an die Höhere Welt und die Beschützer lässt das weggleitende Bewusstsein aufleuchten. Fortan können die Bewegungen angenehm sein und Angriffe abgewendet werden. Nur der Gedanke des Herzens an die Höhere Welt bietet den undurchdringlichen Panzer.
    Sind wir uns daher auf der weiten Reise des Schönsten und Notwendigen bewusst.

    72. Möge das Pochen des Herzens einen immer an die geistige Nahrung gemahnen. Entwöhnt euch nicht des Gebetes, verbannt die guten Gedanken nicht. Der Mensch beraubt sich oft


selbst des Eintrittsrechtes. Für Freunde und Mitarbeiter ist die Höhere Welt kein verzehrendes Feuer. Die Menschen hüten sich im Leben vor Bränden, mögen sie ebenso entschieden auf ihre Zukunft achten.

    73. Ihr tut gut daran, euch zu versammeln, um eure Gedanken zu vereinen - so schafft ihr eine Wohltat für den Raum. Solches Denken ist Gebet - ihr denkt nicht an euch, ihr versammelt euch um des Guten willen. Hilfe für Freunde steht dem Eigennutz sehr fern.
    Ich erachte jene Stunden als die wertvollsten, in denen Freunden und allen, die in Not sind, gute Gedanken zugesandt werden.

    74. Mit wem kann man seine Gedanken stärken? Nur mit dem Guru. Er ist ein Fels, bei dem man vor dem Sturm Schutz finden kann. Die Verehrung des Guru ist der Pfad zur Höheren Welt. Chaos jedoch kann Aufbau nicht zulassen. Man sollte die Basis seiner Gedanken beachten, um nicht dem Wirbelwind ausgesetzt zu sein.

    75. Es gibt Menschen, die behaupten, dass sie nie beten und die dennoch einen gehobenen Geisteszustand haben. Dafür gibt es viele Gründe. Es kann sein, dass sie bei der Arbeit mit der Höheren Welt verbunden sind, ohne sich dessen bewusst zu sein. Vielleicht hegt ihr Bewusstsein im Herzensinnern, dem Menschen unhörbar, flammende Anrufungen. Es kann sein, dass aus früheren Leben insgeheim Hieroglyphen fremder Sprachen erhalten blieben. Auf diese Weise gebrauchen Menschen oft ein unbekanntes Wort, dessen Sinn in einer unvermuteten Mundart liegt. Viele Geweihte Erinnerungen werden im Bewusstsein bewahrt. Viele der wertvollsten Taten werden durch Ursachen aus früheren Leben erzwungen. Man braucht sich nicht


durch Behauptungen binden, deren Ursachen sich von tiefen Erfahrungen herleiten.

    76. Jeder hegt seinen eigenen Gedanken. Im eigenen Urteil liegt die Verantwortung vor der Welt. Das Gebet eines Einsiedlers bestand allein darin, in seiner Sprache immerfort das Wort: "Du, Du, Du" zu wiederholen. Er behauptete, dass er in der kürzesten Beteuerung die stärkste Kraft konzentrierte. Wenngleich die Sprachen verschieden sind, streben die Bewusstseine doch dasselbe Ziel an.

    77. Der unwissende Skeptiker fragt: "Weshalb über irgendwelche höheren Welten Vermutungen anstellen? Ich habe von Ähnlichem nie gehört." Darauf gebührt die Antwort: "Bestimmte Tierarten wissen nichts von den höheren Welten, dennoch haben Menschen die höheren Verbindungen des Öfteren gesehen und gefühlt und können über ihre Wirklichkeit sprechen. Wenn jemand die Annäherung der unsichtbaren Welt nie fühlte, so bedeutet das, dass seine Zentren verkümmert sind." Das ist die passende Antwort für unwissenden Skeptizismus.
    Welches Gebet könnte ein Verneiner sprechen? In Gegenwart von Unwissenheit kann man über Gebet nicht einmal sprechen. Die Frucht demütiger Versuche wird sehr bitter sein. Die Feinfühligkeit des entwickelten Bewusstseins wird einem eingeben, wann es unmöglich ist, über die höheren Welten zu sprechen.

    78. In höchster Verehrung behaupten einige "weder Das noch Jenes", so als ob sie anstößige Vergleiche nicht zuließen. Andere verbieten, das Wort Gott überhaupt auszusprechen, um die Erhabenheit des Höchsten nicht zu schmälern. So nähern sich die Menschen auf verschiedene Art und Weise der Unbegrenztheit. Sie fühlen in der Tiefe ihres Bewusstseins, dass man das, was über jedwede Vorstellung hinausgeht, nicht auszudrucken oder zu lobpreisen vermag.


Ein blinder Mensch fühlt die Steine niedrigen Ausmaßes, kennt aber die Hohe des Turmes nicht. Der Mensch kann sich jedoch von der Hierarchischen Leiter nicht losreißen. Der Wanderer wird die Stufen seines Aufstiegs erreichen.
    Der Pfad des Lichts singt, und der grenzenlose Raum erklingt.

    79. Aum erklingt nicht als ein Name, sondern als Begriff. Der Wissende wird sich des Gleichklangs mit der Sphärenmusik bewusst werden. Nur selten vermag jemand diesen Sphärenklang mit dem irdischen Ohr zu vernehmen, und der Unwissende wird nur Lärm wahrnehmen.
    So lasst uns dahin wandern, wo die Unbegrenztheit erklingt

    80. Im Fundament der Höheren Welt ist die erhabene Liebe verankert. Nur eine gleichgeartete Liebe entspricht dieser Qualität. Ohne Liebe erreicht die tiefste Verehrung nicht ihr Ziel. Was ist Hingabe ohne Liebe? Kann es in einem vertrockneten Herzen Feurigkeit geben? In der Folge einer Liebesbekundung kann man Einklang mit der Höheren Welt erwarten. Jeder Gegenstand kann nur mit Liebe studiert werden. Jede Schwierigkeit kann durch die Kraft der Liebe bewältigt werden.
    Wahrhaftig, erhabene Liebe ist im Fundament der Höheren Welt verankert.

    81. Der Große Dienst kann das Los jedes Menschen sein. Neues Leben strömt herab auf jenen, der es wagt, sich im Großen Dienst zu bemühen. Die Umstände seines Eintritts werden von jedem selbst bestimmt. Jeder möge sich für einen Großen Dienst verpflichten, nicht für einen kleinen, und sich auf diese Weise unwiderruflich der Höheren Welt widmen.


    Daher ist der Große Dienst eine Pflicht und eine Ehre.

    82. Wer es versteht, in den kleinsten Dingen die Gegenwart der Höheren Welt zu erkennen, ist schon auf dem Pfad des Aufstiegs. Wahrhaftig, es ist notwendig, sich in allem der Höheren Welt zu verbinden. Ohne diese Verbundenheit wird der Pfad lang sein. Man kann sich sogar inmitten grobstofflicher irdischer Bedingungen der Höheren Welt zuwenden, und diese Welt der Schönheit wird ganz nahe sein. Schon im irdischen Körper lernt es der Geist, mit der Höheren Welt zu verschmelzen, als kehrte er zurück in sein eigenes wundersames Geburtsreich. Der Mensch fühlt sich sogar von seiner vorübergehenden irdischen Heimat angezogen; umso Stärker fühlt er sich zum ewigen Vaterland hingezogen. Nur Chaos kann vor dem Menschen den ihm rechtmäßig zustehenden Schatz verbergen. Das Erklingen von Harmonie besiegt die Verwirrung des Chaos. Aum!

    83. Für den mit der Höheren Welt vereinten Geist können Wunder nichts Abstraktes sein. Jede ungewöhnliche, irdische Erscheinung ist ein Teil der Höchsten Welt, mit anderen Worten, der Wirklichkeit. Derselbe harmonische Klang enthüllt schon die geheimen Pforten. Wie auch immer, beachtet die kleinsten Zeichen der Höheren Welt. Aus diesen kleinen Samenkörnern wird der standhafteste und edelste Baum erwachsen.
    Alle Zeichen müssen aufmerksam beachtet werden. Übersieht nicht jene größeren Erscheinungen, denen ihr durch die Tauschung des Fleisches ungebührliche Beachtung schenkt. Der Leib ist grobstofflich und nur das Herz schlägt im Namen der Höheren Welt. Aum!

    84. Das Feuer oder das Licht der Höheren Welt ist nicht eine gänzlich ungewöhnliche Erscheinung. Diese Funken dringen weit öfter


als man denkt in die irdischen Schichten ein. Tatsächlich werden sie als elektrische Erscheinungen gedeutet. Ihre Substanz unterscheidet sich nicht wesentlich von dem, was man für gewöhnlich Elektrizität nennt, aber diese Sendungen entspringen der Gedankenenergie der Höheren Welt. Diese Feuer und Lichter blitzen nicht zufällig auf; in diesen Lichtsendungen hallen entweder Ermutigung, Warnung oder Bekräftigung wider. Die Menschen beklagen sich gewöhnlich, dass diese Boten unverhofft erscheinen. Inmitten der Alltagsarbeit kann plötzlich ein leuchtender Hinweis bemerkt werden. Vielleicht wird er Mut und Tatkraft einflößen und an die Höhere Welt erinnern, um das Mauerwerk des Bewusstseins mit einem weiteren starken Stein zu festigen.
    Wunderbar sind die Feuer und Lichter der Höheren Welt. Dort, wo es Gutes gibt, versengen sie nicht. Immer veranlassen sie uns, an die unsichtbare Herrlichkeit zu denken. Man sollte diese Brücken als den einzigen Pfad annehmen. Es ist furchtbar, das Licht zu fürchten, denn dann verwandelt sich das Feuer in eine verzehrende Flamme. Furcht ist unangebracht, und Entsetzen ist Selbstvernichtung.

    85. Aus Überzeugungskraft ergibt sich Vertrauen. Deshalb wird das Bewusstwerden der Höheren Welt durch alle Leben nicht vergessen. Diese Eigenschaft bleibt nämlich für immer unabänderlich. Umso notwendiger ist es, sich im Wissen über die Höhere Welt zu festigen. Bekräftigung wird nicht ausbleiben.

    86. In der ganzen Menschheitsgeschichte lässt sich eine Anerkennung des Höheren Geistes, des Heiligen Geistes, des Trösters verfolgen - und viele solcher Begriffe,


die zur Höheren Welt führen. Solches Zeugnis aller Zeiten und Völker muss sogar den Unwissenden veranlassen, darüber nachzudenken. Es kann nicht die ganze Menschheit irren! Unter verschiedenen Verhältnissen haben die Menschen denselben höchsten, unnennbaren Ursprung gefühlt. Die Menschen haben die Erscheinung des Geistes als den Stein der Weisen angesehen. Man kann die vielfältigsten, von Völkern bewahrten Zeichen der großen Wirklichkeit finden. Dies ist keine eigennützige Einbildung, sondern ein Erkennen der Wahrheit. Die Menschen mögen das alle Ägypten, Babylon, die unentdeckten Kulturen der Mayas erforschen, überall können neben den auserlesenen Symbolen dieselben erhabenen Begriffe entdeckt werden.
    Auf diese Weise kann die Wissenschaft zur Höheren Welt führen.

    87. Nachsicht ist eine der Eigenschaften der Höheren Welt, deshalb muss jeder seinerseits, wo immer es einen Funken Gutes gibt, diese Eigenschaft zeigen. Mögen die Menschen nicht ermatten, nach dieser Kraft des Heils zu suchen. Auf diese Weise kann man in immerwährender Wachsamkeit den Dienst der Höheren Welt auf sich nehmen. Man darf sich dieser Auszeichnung nicht rühmen; besonderer Stolz ziemt nicht, nur besondere Freude ist zulässig.

    88. Die Verbindung mit der Höheren Welt bereichert das Bewusstsein im Übermaß. Die erhabenen Nachrichten erreichen auf vielfältige Weise ihr Ziel; sie können im Schlaf wahrgenommen oder als Gedankenblitz im Wachzustand empfangen werden. Man sollte sich nicht grämen, wenn solche Gedanken manchmal sofort vergessen zu sein scheinen, sie sind vielmehr ins Bewusstsein eingedrungen. Vielleicht war der Gedanke für das Bewusstseinsinnere bestimmt. Nur zur gegebenen Zeit wird er sich offenbaren;


inzwischen muss er weiterleben und das Bewusstsein bereichern.
    Es heißt, das Wachstum des Bewusstseins gleicht dem Wachsen des Grases. Der Mensch kann das Wachsen des Grases nicht stündlich bemerken, genauso unmerklich erscheint eine knospende Blüte. Bewusstseinsveränderungen können nur über Zeiträume festgestellt werden; eine derartige Änderung ist unbeschreiblich. Das Bewusstsein wächst durch Synthese. es kann sich nicht durch Einengung. Der Bewusstseinsfortschritt erfolgt aus dem Zentrum - aufeinander folgende Kreise neuen Verstehens erfassend.
    Ebenso werden Sendungen an Wissenschaftler nicht auf die Materie beschränkt sein; sie werden den Gedanken zu einem erweiterten Horizont zwingen. Der Verstand wird dem flammenden Schwert als Scheide dienen. Auf diese Weise werden von der Höheren Welt Aufgaben mit großem Wirkungsbereich gegeben. Irdische Beschränkungen reduzieren den überirdischen Gedanken auf das menschliche Wort, doch in den Tiefen des Bewusstseins wird der Abdruck der himmlischen Hieroglyphe bewahrt.

    89. Es ist von Nutzen, den Verkehr mit der Höheren Welt als ebenso notwendig zu erachten wie reine Luft. Man braucht nicht in übel riechender, vergifteter Atmosphäre zu sitzen. Sogar die unwissenden Menschen begreifen, dass Gift schädlich ist.
    Ebenso kann beobachtet werden, dass sich Menschen infolge geistiger Entwicklung von unangenehmen Gerüchen, die den unentwickelten Organismen eigen sind, befreien. Lasst uns erkennen, dass die Höhere Welt sogar die Blutzusammensetzung umwandeln kann. Wir sollten nicht meinen, solche Reaktionen wären übernatürlich, im Gegenteil, sie sind höchst natürlich. Kommt ein Mensch zurück von der reinen Luft im Freien, so verströmt er Wohlgeruch. Ebenso wohlriechend ist das von Wohlwollen geprägte Bewusstsein.


    90. Sogar der irdische Gedanke vermag feste Gegenstände zu bewegen - hieraus folgernd kann man sich die Stärke der schöpferischen Kraft des Gedankens der Höheren Welt vorstellen. Die Menschen sagen, dass der Kampf der Gedanken mit der Wahrheit endet, und damit bestätigen die Menschen selbst, ohne es zu ahnen, eine große Wahrheit. Wahrhaftig, die schöpferische Kraft der Gedankenenergie ist jenes Geheimnis, über das die Weisen nachdenken. Nämlich nicht nur ein Gedanke, sondern die Kreuzung von Gedankenströmen lässt eine Spirale des Verstehens entstehen. Man könnte viele wissenschaftliche Experimente durchführen, doch vorerst ist es notwendig, die physische Kraft des Gedankens nachzuweisen. Wenn leichte Gegenstände durch Gedankenkraft bewegt werden können, dann kann man sich dies als Weiterführung ins Unendliche vorstellen. Weder eine geistige noch eine ethische, sondern eine physikalische Berechnung kann eine Vorstellung der höheren Größenordnung geben. Die Menschen sollten verstehen, dass ihre Energie ungeheure Auswirkungen hervorbringen kann. Jedem ist ein Gedankenpotential verliehen worden, das wissenschaftlich, vernünftig oder verschwenderisch zum Schaden alles Bestehenden verwendet werden kann. Auf diese Weise kann Gebet ein großes wissenschaftliches Experiment und Beweismittel sein.
    Wenn Ich Aum sage, so denke Ich an das Wohl der Welt.

    91. Man sollte nicht meinen, wahre Wissenschaft und Gebet über das Höchste Gut ließen sich nicht vereinbaren. Jede Erkenntnis kann der Höheren Welt sehr nahe sein, jedoch jeder kann seine eigenen Beobachtungen anstellen, und an verschiedenen Enden der Welt können Gedankenströme empfangen werden, die durch ihre Kreuzung einen Wirbel neuer Möglichkeiten schaffen


können. Die Höhere Welt bietet gewiss die schönste Möglichkeit.

    92. Umfassend ist das Menschenreich; an seinem Gipfel berührt es die Höhere Welt in der Person von Helden, der großen Geistesschaffenden, an der Basis erzeugt es den kosmischen Müll, welcher die Steine der Nachbarplaneten bildet. Der Abstand zwischen einem bereits vom Licht der Höheren Welt erleuchteten geistig Schaffenden und den abfallartigen Schurken ist gewaltig.
    Im Hinblick auf die Tatsache, dass jedem Menschen ein Potential an Grundenergie verliehen worden ist, ist es schwierig zu begreifen, wie unterschiedlich die Menschen mit der großen Gabe umgegangen sind. Man kann sich diese Kluft kaum vorstellen. Die Menschen betrachten das für sie Unangenehme als schwierig und Müheloses als leicht; aufgrund solcher Herkömmlichkeit tun sich gähnende Abgründe auf. Die Menschen sind nicht gewohnt, die Höhere Welt in ihrem Bewusstsein zu behalten; obwohl es doch nicht schwierig ist, das Gefühl der Leere mit unbegrenztem Leben zu ersetzen. Um wie viel herrlicher ist die Erkenntnis der Höheren Welt, als sich in steinerne Fesseln zu werfen.
    Warum wieder von neuem beginnen, wenn man unbegrenzt aufsteigen kann?

    93. Jedes Gefühl kann anerzogen werden. Auch Furchtlosigkeit kann entwickelt werden. Man kann sich selbst Aufgaben der Furchtlosigkeit stellen, anstatt vom Gefühl des Schreckens erfüllt zu sein.
    Gespenster sind ebenso real wie die Schatten auf dem Sand, doch wir wissen, was den Schatten verursacht. so sind auch Erscheinungen aus der Feinstofflichen Welt nicht unmöglich.


Aber fürchten wir uns nicht, sprechen wir laut den Namen des Lehrers aus.

    94. Zahlreich sind die Feuer, und folglich ist es verbindlich, dass es Wellen gibt, die verbrennen und schwächen. Unterirdische und überirdische Feuer sind verwandt, jedoch in ihrer Wirkung sehr verschieden. Die Menschen wollen nicht verstehen, dass sie auf das unterirdische Feuer Einfluss ausüben. Astrologische Zeichen mahnen zur besonderen Vorsicht, doch stattdessen vermehren die Menschen nur die Gefahr. Von welchem Belang ist es für die Zweibeiner, wenn auf einem anderen Kontinent ihretwegen eine zerstörende Flamme ausbricht?

    95. Das Kosmische Gesetz ist unerbittlich, aber gleichzeitig bemerken wir scheinbare Schwankungen desselben. Wenn wir Karma nehmen: die Auswirkung von Karma kann ebenso geändert werden, wie in manchen Fällen die Zeitspanne der Wiederverkörperung verschieden sein kann - von einem Augenblick bis zu Jahrtausenden. Die Unwissenden werden darüber, dass solcher Festigkeit gleichzeitig so veränderlich sein kann, verwirrt sein. Solche Unwissenheit wird nur vom Mangel an Fassungsvermögen zeugen.
    Die Menschen begreifen auch nicht, welche Energie als entscheidender Faktor dient. Im ganzen kosmischen Bereich ist der Gedanke der grundlegende Faktor; er kann Karma ändern, er kann Fristen festlegen, er öffnet Tore, und er kann sie schließen. Er lässt strahlende Schwingen aus den Schultern wachsen. Er kann an die Höhere Welt heranführen oder in den Abgrund stürzen. Die Auswirkung des Gesetzes beruht auf dem Gedanken. Die große Weisheit des Gedankens ist Schild und Schutz vor dem Chaos. Der Gedanke herrscht tatsächlich über das tobende Chaos.


    Wahrhaftig, das kosmische Gesetz ist unabänderlich, es wird jedoch vom Gedanken erleuchtet und ist deshalb zielführend. Allein Erkenntnis der Angemessenheit lehrt das fundamentale Gesetz begreifen.
    Erinnern wir uns daher immer an den schöpferischen Gedanken. Aum!
    96. Vielen erscheint eine Änderung des Karmas undenkbar, aber sie irren, weil sie die himmlische Gerechtigkeit vergessen. Man kann augenblicklich die höchsten Erkenntnisse erfahren. Wohin der Fuß zu treten vermag, dahin kann der Gedanke fliegen. In bestimmten Kulten wurden die Neophyten in Schlaf versetzt und durch hypnotische Suggestion gezwungen, in rascher Folge den ganzen schwierigen Pfad ihres karmischen Lebensmodells zu erleben. Auf diese Weise wurden ihnen die Unausweichlichkeit sowie die mögliche Beschleunigung des Gesetzes begreiflich gemacht. Der Gedanke schafft Leben.

    97. Es ist nicht nur schwierig, sich mit dem Karmagesetz vertraut zu machen. Es ist noch schwieriger, das elementare Gesetz der Wiederverkörperung zu begreifen. In den Schriften der ältesten Zeiten und von solch einem Lebenswechsel oft gesprochen. Oft haben die Bewohner der Feinstofflichen Welt den Erdbewohnen ihre Botschaft mitgeteilt. Laufend erinnern sich Menschen an ihre früheren Leben. Für ganze Zeitalter sind Reinkarnationen anerkannt worden, später jedoch wurden sie wieder vergessen, und es wurde sogar verboten an sie zu denken. Der Grund dieses Kampfes gegen Realität ist schwierig zu begreifen. Manchmal wollte es scheinen, als wünschten die Weisen, ihre Aufmerksamkeit nur auf die Zukunft zu lenken, aber solche Weisheit wäre einseitig.
    Die Menschen sollten nach unbegrenztem Wissen streben. Man kann einem Menschen das Wissen nicht verwehren. Der Mensch


sollte seines Rechts auf Selbstvervollkommnung nicht beraubt werden. Man soll wissen und daran denken, dass der Lehrmeister des Lebens zwischen Vergangenheit und Zukunft eine Linie zieht.
    Daher wollen wir unsere Augen nicht vor der Wirklichkeit verschließen. Das Gesetz der Wiederverkörperung ist gerecht. Der Wesenskern des Geistes ist unverletzbar und ewig. Unbegrenztheit bestätigt Ewigkeit, aber jeder kann sich die Unbegrenztheit vergegenwärtigen - das heißt jeder kann die Ewigkeit erkennen.
    Die Behauptungen der Kinder über ihre vergangen Leben sollten nicht abgeleitet werden. Im Wesentlichen wissen sie, was um sie herum vor sich gegangen ist. Gerade in der heutigen Zeit finden oft schnelle Widerverkörperungen statt. Viele Bewohner der Feinstofflichen Welt beeilen sich wiederzukehren, und darin äußern sich das Wachstum und die Beschleunigung der Evolution. In dieser Beschleunigung kann auch eine Widerannäherung der Welten gesehen werden.

    98. Vieles ist wahrhaftig notwendig, um die Menschen zu überzeugen, dass sie die wesentlichen Augenblicke in ihrem Leben beachten. Die Menschen können das Bedeutende vom Unbedeutenden nicht unterscheiden. Oft schenken sie den äußerst verschlungenen Wegzeichen des Daseins keine Beachtung. Die Schule sollte hier aufklärend eingreifen.

    99. Für die Menschen ist es besonders schwierig, das Wichtigste in sich selbst zu erkennen. Wenn der Arzt eine bösartige innere Geschwulst feststellt, wird er sich beeilen, die äußeren Schichten zu durchschneiden, um der Gefahr zuvorzukommen, der Feige jedoch wird seine Haut schonen und durch das Weiterwachsen der Geschwulst zugrunde gehen. Wird man vor die Wahl gestellt, sollte man das Wichtigste retten. Ebenso möge man im Hinwenden an die Höhere Welt Zeit finden, über das Wichtigste nachzudenken.


    100. Ein dreifach beschriebenes Palimpsest3 liefert ein Beispiel der Schichtungen von Zeichen der drei Welten. Stellen wir uns ein Pergament vor, auf das zuerst eine kosmogonische Abhandlung geschrieben wurde, das nachher für ein Liebesgedicht Verwendung fand, und auf das schließlich die Rechnung für Stoffe und Felle notiert wurde. Es wird schwierig sein, durch die sichtbaren Marktzahlen die Herzensergüsse festzustellen und fast unmöglich, die Abhandlung über das Wichtigste zu entziffern. Verhält es sich nicht auch so mit den Hieroglyphen der drei Welten? Wie der erfahrene Gelehrte die schwierigsten Manuskripte zu lesen vermag, ebenso kann ein erleuchtetes Bewusstsein den Sinn der Inschriften der Höheren Welt verstehen.
    Verwenden wir nicht die verwirrenden Marktzahlen für die Gesetze des Universums.

    101. Alle Vergleiche sind in Bezug auf die Unwissenheit verwendbar. Verneiner widerlegen gern, werden aber keinen Ausweg oder eine Lösung anbieten. Sie belächeln die besten Appelle, sind aber unfähig, drei Buchstaben zu verbinden.

    102. Die Menschen werden fromm, sobald sie sich dem Übergang in die Feinstoffliche Welt nähern. Sie erkennen nicht, dass solch eilige Bestechung an Gotteslästerung grenzt. Auf diese Weise gelangt man zu keiner Erkenntnis der Höheren Welt, sondern zur schnellen Bezahlung des besten Platzes; indes sollte die Annäherung an die Höhere Welt in den ersten Tagen irdischen Lebens beginnen.
    Nicht herkömmliche Riten, sondern das Herzensgebet bringt die Welt der Schönheit nahe und macht sie zum täglichen Beistand. Mit einem Kelch voll bester Gedanken kann man sich dem Höchsten nähern. Mit der Gewähr,


sie auf das Gute auszurichten, kann man die besten Experimente darbieten. Das lebendige Gute öffnet alle Tore zur Höheren Welt.

    103. Sogar Menschen, die von der Feinstofflichen Welt wissen, meinen, die Annährung an sie durch die Vervollkommnung ihres Denkens zu verzögern. Sie haben Unrecht, denn gerade hier ist die Denkrichtung festzulegen. Diese kann sich entwickeln, sobald ein bestimmter Anstoß erfolgt. Der Denkversuch muss durch irdisches Denken erhärtet werden. Es ist beklagenswert, die Feinstoffliche Welt in einem verworrenen und zerstreuten Zustand zu betreten. Das klare Bewusstsein steigt genauso auf wie ein Gasballon. Niemand und nichts kann das dem Guten zustrebende standhafte Bewusstsein in den niederen Schichten zurückhalten; schieben wir daher die Festigung des Denkens nicht hinaus. Es gibt keine direktere Verbindung mit der Höheren Welt als diesen Weg.

    104. Die stille Überlegung über die Höhere Welt ist dem besten Heilmittel vergleichbar. Auf diese Weise kann man die Relativität des Bestehenden fühlen. Dieser Maßstab wird keine Beschränkung sein, im Gegenteil, er wird den Gedankenflug stärken. Wenn Verwirrung die Welt beherrscht, dann sprecht vom Einfachsten.
    Irdisches Dasein kann nicht endgültig sein, und in solch einem Übergangsstadium möge man für den Zukunftsflug nur das Wichtigste vorbereiten, das heißt den Gedanken schärfen. Schwingen wachsen nur durch den Gedanken.

    105. Ihr werdet zweifellos oft über die Verbindung der Feinstofflichen Welt mit dem irdischen Leben befragt. Ihr tut gut daran, darauf hinzuweisen, dass solch eine ständige Verbindung besteht. Von Seiten der Feinstofflichen Welt bleibt nicht eine einzige irdische Tat


unbeantwortet. Jeder irdische Gedanke erweckt entweder Freude und Beistand - oder Böswilligkeit und unheilvolle Sendungen aus der Feinstofflichen Welt. Sogar die schwachen Geister achten aufmerksam auf die irdischen Gedanken. Natürlich lösen mächtige irdische Gedanken in der Feinstofflichen Welt eine verstärkte Schwingung aus, es ist daher nur natürlich, dass die Feinstoffliche Welt auch in den irdischen Gedanken erklingen muss. Wenn Ich sage, dass der Fall einer Feder aus dem Flügel eines Vögeleins Donner in den fernen Welten hervorruft, dann ist das kein Symbol, sondern eine Mahnung an die Zusammenarbeit alles Bestehenden. Man muss sich an die Tatsache gewöhnen, dass es keine Leere gibt. Man muss seine Überzeugung von der Wichtigkeit der Aufgabe des Menschen - seiner Pflicht und Schuldigkeit - besonders stärken.
    Wenn der Mensch Verbindung mit der Höheren Welt aufnimmt, ist er wirklich tapfer; denn dieser Wagemut ist heilig. Die Feinstoffliche Welt hört diese Rufe und versteht ihre Bedeutung. Diese Verbindung zieht viele Zuhörer gleichsam als Mitarbeiter herbei, weshalb selbstsüchtige Gebete zu unterlassen sind; und das beste Gebet wird die Entsagung sowie der Wunsch nach dem Guten sein.
    Möge die Lehre die Nützlichkeit der Verbindung mit der Höheren Welt beharrlich hervorheben; nur auf diese Weise kann der Große Dienst bestätigt werden.

    106. Seien wir nicht betrübt, wenn wir nicht immer Antwort erhalten. Seien wir nicht erstaunt, wenn uns eine Antwort in einer unverhofften Stunde erreicht. Lasst uns lernen, für die überirdischen Bedingungen Verständnis aufzubringen, und lasst uns vor allem die große unsichtbare Arbeit begreifen. Denn ihr wisst bereits,


dass die Kräfte der Höheren Welt keine Ruhe kennen. Möge diese leuchtende Macht jeden Wanderer in nächtlicher Stunde führen.

    107. Leichtfertigkeit, Neugierde, Misstrauen und Unglaube stammen alle aus derselben finsteren Familie. Stellt euch einen großen Mathematiker vor, der komplizierte Formeln vor Kindern im Grundschulalter enthüllt. Diese werden nicht nur die großen Fragen nicht begreifen, sondern sofort in höhnisches Kichern verfallen. Ebenso kann jemand, der sich der Höheren Welt aus Neugierde nähert, sämtlicher Folgen des Zweifels und Verrats gewärtig sein. Wenn sich das Bewusstsein auf einer Stufe befindet, die Neugierde zulässt, wo Achtung vor der Größe sein sollte, dort muss kosmischer Abfall erwartet werden. Kann man sich der Höheren Welt aus Neugierde nähern? Man lege eher die Hand ins Feuer - daher lasst den Zweifel zu Asche werden!
    Man muss im Herzen Achtung tragen für die Höhere Welt, als die wichtigste und schönste Tatsache im irdischen Leben.

    108. Jemand könnte sagen, er hätte bereits öfter Rufe zu den höheren Welten vernommen Umso schlimmer für ihn, anschließend taub zu bleiben, denn diese Taubheit ist unerlaubt. Dennoch erachten viele solche Rufe im Geschäftsleben als falsch am Platze; so haben sich die Menschen weit vom wahren Verstehen des Seins entfernt, ungeachtet der Millionen Jahre des Bestehens des Planeten. Lasst uns unseren Ruf an die Höhere Welt mit umso mehr Widerhall aussenden.

    109. Verwilderung und Verrohung haben jetzt unbeschreibliche Ausmaße erreicht. Schließlich ist Brutalität in die Städte eingedrungen und zerschlug alle Heimslatten des Geistes. Das Bewusstsein der meisten kehrte ins finsterste


Zeitalter zurück. Das Maschinengeratter übertont das Wehklagen des Geistes. Daher ist jeder Ruf an die Höhere Welt ein Rettungsruf.

    110. Vollkommene Errungenschaft wird nur durch völliges Vertrauen erlangt. Allein die Erkenntnis solcher Vollkommenheit bringt einen der Heldentat näher. Volles Vertrauen kann nicht von außen her eingegeben werden, nur das Herz kann diesen heilsamen Pfad finden helfen.
    Der Guru bedarf nicht der Verehrung, sondern Vertrauen in den Lehrer wird die einzige lebendige Verbindung mit der Höheren Welt sein. Wie hier auf Erden der Wert des Vertrauens erkannt wird, ebenso kann man solch ein Vertrauen der ganzen Hierarchie angedeihen lassen. Es ist richtig, dass Achtung vor dem Guru die feste Grundlage eines ganzen Volkes ist. Zerstörung der Achtung vor dem Guru wird auch das Ende von Errungenschaften sein.
    So lasst uns an das volle Vertrauen erinnern!

    111. Die Höhere Welt war in der Grundlage alles menschlichen, staatlichen und gesellschaftlichen Aufbaus gegeben. Auch wenn den Menschen die ursprüngliche Herkunft ihrer gesellschaftlichen Organisation unbekannt ist, können in Übergangsstadien dennoch Spuren der lebendigen Verbindung mit der Höheren Welt wahrgenommen werden. Man sollte das Alter des Planeten und das Leben auf ihm nicht vermindern; richtiger wäre es, diese Zahl zu erhöhen. Aber vergessen wir nicht, dass Kontinente ihre Lage oftmals verändert haben, und sogar gegenwärtig bieten sich nahe den Polen noch sehr viele Entdeckungsmöglichkeiten. Seien wir deshalb vorsichtig im Begrenzen der irdischen Probleme. Noch vor den primitiven Völkern sehen wir Spuren weiser Völker, die verschwunden sind. Erhalten gebliebene Gesetzesberichte bestätigen,


dass seit undenklichen Zeiten der Impuls gegeben war, die Höhere Welt zu begreifen.

    112. Es wird richtig verstanden, dass so genannte heilige Tiere keine Gottheiten waren, sondern eine natürliche Auswirkung örtlicher Umstände. Auch jetzt sprechen die Menschen oft von heiliger Verpflichtung und meinen damit keinen religiösen Ritus, sondern eine nützliche sittliche Handlung. Die Verhältnisse des Altertums erforderten oftmals eine besondere Beachtung mancher Tiere oder Bäume und Pflanzen. Heiligkeit bedeutet Unverletzbarkeit. Auf diese Weise wurde manche Seltene und Notwendige bewahrt. Eben diesen Schutz nennen die heutigen Menschen Naturschutzgebiet. Daher muss man sich gegenüber unklaren Begriffen sehr vorsichtig verhalten. Auf dem Gebiete der Religion ist sehr vieles hinzugefügt worden, so dass oberflächliche Beobachter wegen der weit zurückliegenden Zeit völlig unfähig sind, das Fundamentale von den Schichten rundherum zu unterscheiden. Der Tempel ist jetzt sogar ein Sammelplatz, wo nicht nur der Zeremonien sondern Tauschhandel und Verkauf getrieben wird und örtliche Angelegenheiten besprochen werden. Die gleiche Anhäufung von Verwirrungen findet noch immer statt. Seien wir daher gegenüber dem Begriff "heilige Tiere" und anderen lange vergessenen archaischen Symbolen nicht übertrieben streng.

    113. Das Gebet muss freudvoll sein, denn Verkehr mit der Höheren Welt wird wirklich voller Entzückung und Feierlichkeit sein. Solche Freude wird eine besondere Weisheit sein. Sie ist nur durch Bewusstseinswerden der Zielstrebigkeit erreichbar. Sie wird heilsam sein durch die Fülle des Vertrauens. Sie erklingt mit Mut, wenn es nur einen Pfad gibt.


    Vieles wird über Samadhi gesagt, aber haben die verschiedenen Stadien solcher Ekstase viele erlebt? Diese Freude befreit von ganzem Leid, deshalb ist dieser Pfad der Freude der Pfad der Wahrheit.

    114. Aum wurde in verschiedenen Schriften genau erklärt. Die Feinheit der Schwingungen, die Weisheit des Klanges sowie die Schönheit des Aufbaues sind seit langem bekannt, doch wenn das Herz tot ist, wird selbst dieser "Sesam"4 das Schloss nicht öffnen.
    Wieder muss an die Angemessenheit und die Stärkung des Wesens des Herzens erinnert werden. Der Herzlosigkeit ist Aum nicht zugänglich!

    115. Einer der Gründe, warum Samadhi so selten eintritt, ist, dass sich die Menschen in diesem erhabenen Zustand nicht zu verhalten wissen. Sie sind bemüht das Eintreten jedes ungewöhnlichen Zustandes zu unterbrechen. Darüber hinaus gewähren die Menschen den in Samadhi Versunkenen keine Ruhe, und ihr grobes Verhalten führt zu einer gefährlichen Erschütterung. Jedoch im alltäglichen Leben wird sorgfältiges Verhalten zueinander gefordert. Wenn ein Mensch eine Erschütterung erlebt, so sollte er in Ruhe gelassen werden; aber selten üben die Menschen diese grundlegende Vorsicht.
    Daher ist es unmöglich, Samadhi in Sicherheit zu gewähren, solange das menschliche Denken mit den höheren Energien nicht umzugehen versteht. Deshalb ist jeder Gedanke über die Wirklichkeit der Höheren Welt an sich von Nutzen.

    116. Der Große Dienst umfasst die gesamte Menschheit. Weder Nationalität noch andere Teilungen dürfen dem Dienst für das Gute Grenzen setzen.


Es ist nicht leicht, den durch Jahrtausende geschaffenen Schichten auszuweichen. Nur die Erkenntnis der Höheren Welt kann sämtliche Überreste des Aberglaubens und Atavismus besiegen helfen. Darüber hinaus sollte man nicht eigenmächtig sein in Gefühlen, die karmische Vorurteile betreffen. Gerechtigkeit zeigt sogar unter den ungünstigsten Bedingungen dennoch eine richtige Urteilskraft. Das Individuum als verantwortliche Einheit wird Gegenstand der Beurteilung sein. Es ist schwierig, ein Individuum über alle Herkömmlichkeiten hinweg einzuschätzen. Nur Hingabe zum Dienst wird die Augen des einzelnen öffnen und ihn befähigen, die Geistessaat ganz klar wahrzunehmen.
    Daher wird nur die Höhere Welt das höhere Urteil angedeihen lassen.

    117. Tranen und Speichel verändern ihre Zusammensetzung dem Geisteszustand gemäß. Auch jeder Atemzug ist seinem Chemismus nach verschieden. Wenn der gewöhnliche Atem wegen seiner Oberflächlichkeit nicht leicht zu erforschen ist, dann wird ein Seufzer, der ein Erbeben des Organismus hervorruft, sehr aufschlussreich sein. Man kann beobachten, dass ein tiefer Seufzer gleichsam einen inneren Krampf hervorruft. Solche Nervenzusammenziehungen weisen auf verstärkten Abfluss von psychischer Energie hin. Sie wird, abhängig vom Impuls, die Tätigkeit bestimmter Organe anregen, die dem Atem einen bestimmten Chemismus verleihen. Beim Aussprechen von Aum ergibt sich ein Atem, dessen Chemismus sehr segensreich sein wird

    118. Es gibt manche, die annehmen, der Mensch sterbe kontinuierlich; andere hingegen wissen, dass der Mensch unaufhörlich wiedergeboren wird. Erstere sind von Furcht getrieben, letztere


von Freude. Erstere suggerieren sich den Tod, die anderen erkennen das Leben. Auf diese Weise bestimmt der Mensch in hohem Grad seine eigene Zukunft. Man kann überzeugt sein, dass, wer den Tod für sich bestimmt, die Höhere Welt nicht kennt. Vielleicht entfaltet er äußerliches Ritual, sein Herz aber steht der Wahrheit sehr fern.
    Das Leben bejahen heißt, das Licht bejahen. Der menschliche Geist ist unsterblich, aber diese einfache Wahrheit ist den Menschen nicht vertraut, denn sie sorgen sich mehr um den Körper als um den Geist.

    119. Das Leben verpflichtet den Menschen aufzusteigen, der Tod hingegen ist ein Abstieg. Die Menschen verstehen den Tod prinzipiell gern als Auflösung. Das Dasein selbst bestätigt ewige Erneuerung. Jeder Mensch stirbt für das Gestern und erneuert sich für das Morgen. Jeden Tag vollzieht sich eine Erneuerung aller dreiartigen Prinzipien. Jeden Tag und jede Stunde nähert sich der Mensch der Höheren Welt oder entfernt sich von ihr.
    Möge jeder durch seine Denkart den eigenen Aufstieg und seine Wahrnehmung der Höheren Welt fördern.

    120. Gelassenheit ist die Krone des Geistes.

    121 In der Aura sind viele Eigenschaften eingelagert Sie werden nicht nur nach der Größe der Aura gemessen, sondern auch nach ihrer inneren Anspannung. In der Tat, eine höchst angespannte Aura ist zugleich der beste Schild gegen und ein sehr starker Einfluss auf ihre Umgebung oder die Umwelt. Manchmal ist die Strahlung zwar farblich gut, aber nicht ausreichend stark
    Durch Verkehr mit der Höheren Welt, wenn die Ichsucht schwindet und sich


Selbstlosigkeit entfacht, wird die Aura gestärkt. Daher wird jede Vereinigung mit der Höheren Welt eine Stärkung der Strahlung herbeiführen. Dieses Thema harrt der wissenschaftlichen Erforschung.

    122. Bei Verkehr mit der Höheren Welt kann man tatsächlich die Beobachtung machen, dass gebeugte oder gekreuzte Beine tiefe Bedeutung haben. Die Ärzte mögen prüfen, welchen Einfluss diese Stellung der Gliedmaßen auf die Blutzirkulation und die Nervenzentren ausübt. Sie mögen auch den Atmungskanälen Beachtung schenken. Jeder, der die Schmierung der Atmungsorgane verstanden hat, hat die Bedeutung dieser Durchgänge bereits erkannt.

    123. Die Mitwirkung eines weisen Arztes ist besonders bei sämtlichen nutzbringenden Erscheinungen unerlässlich. Man möge nicht denken, Wir weichen wissenschaftlichen Betrachtungen aus. Im Gegenteil, Wir schätzen jeden wissenschaftlich fundierten Gedanken.

    124. Angesichts einer Gefahr erhöht sich die Anspannung menschlicher Kräfte; ebenso führt der Zustand der Ekstase zu einem Zustrom übernatürlicher Kräfte. Sobald solch eine Anspannung festgestellt wird, kann dieser Augenblick verlängert werden, das heißt, der Mensch kann eine Zeitlang seine Kräfte steigern, es ist nur notwendig, dass die Kräftequelle konstant und ihm vertraut ist. Daher wird die Frage des Erkenntnis des Höheren Welt dringlich, und die Wissenschaft selbst wird ihr als der Antriebskraft der Evolution näher kommen. Man darf von dieser nahen Verbindung nicht nur träumen, sondern kann der Höheren Welt auch durch irdische Maßnahmen näher kommen. Jede Wiederannährung der Welten ist schon ein Sieg über das Fleisch.

    125. Weltereignisse vollziehen sich oft nicht


wegen der Tat selbst, sondern unter dem Zeichen bevorstehender Taten. Die Menschen sind größtenteils unter dem Zeichen der Freude schöpferisch, selbst wenn es dafür noch gar keinen ersichtlichen Grund gibt, oder unter dem Zeichen des Schreckens oder eines Krieges, auch wenn dieser noch gar nicht ausgebrochen ist. Vieles vollzieht sich lediglich unter diesen Zeichen, deshalb erlangen solche Reflexe für die Lebensveränderung eine ganz wichtige Bedeutung. Man kann dies in vielen Fallen feststellen. Welchen Nutzen hat der Krieg mit all seinen Leiden, wenn eine einzige Fata Morgana die Energie verstärken kann? Vieles wurde tatsächlich durch den Anstoß einer Fata Morgana erbaut. Maja kann manchmal eine sehr mächtige Triebkraft sein.
    Deshalb muss man die führenden Zeichen sehr aufmerksam prüfen. Verstehen und Befolgen dieser Zeichen beschleunigt tatsächlich die Evolution.
    Daher lasst das führende Prinzip das Wichtigste sein.

    126. Kommt man voran, indem man aufgrund von bloßen Zeichen einige Taten setzt, so ist das sehr günstig. Die größten Umgestaltungen vollziehen sich unmerklich, nur das Ergebnis zeigt, wie viel erreicht wurde. So können in allem aufgrund von Zeichen vollbrachte Taten wahrgenommen werden. Der Begriff des Symbols ist nichts anderes als ein Erinnern an ein Zeichen. Der Erfolg ganzer Völker vollzieht sich unter einem Symbol.
    Ich halte es für möglich, bei den gefährlichsten Übergängen unter dem Höheren Zeichen voranzukommen.

    127. Das Erkennen der Höheren Welt sollte frei vor sich gehen, freiwillig und wohlwollend. Zwang ist für diese erhabene Frage unangebracht. Daher sollte jeder Lehrer die Höhere Welt als Höhere Freude auslegen. Niemand wird Freude


als Zwang bezeichnen. Wer wird jemanden tadeln, der wahre Freude verleiht? Jedoch welche Begeisterung ist nötig, um ein Vorbote der Freude zu sein. Hat ein Lehrer diese Stufe erlangt, gebührt ihm volle Ehrerbietung.
    Die Höhere Welt ist der Prüfstein des Bewusstseins.

    128. Warum ist Verrat an seinem Guru ein so abstoßendes Verbrechen? In den ersten drei Jahren kann das Bewusstsein gefestigt werden, aber dann ist die Wahl des Guru als endgültig zu betrachten. Solch ein Gesetz hat tiefe Bedeutung. Der Guru ist die Brücke zum Erkennen der Höheren Welt. Diese irdische Stufe stellt leicht eine Verbindung mit der Höheren Welt her deshalb ist es unzulässig, einen Guru zu wählen und ihn dann zu verraten. Dies wurde bedeuten, die Verbindung mit der Höheren Welt für immer aufzugeben. Ist der rettende Faden zerrissen, kann man dem finsteren Einfluss erliegen. Solche Menschen sind zwar in der Lage, sich noch zu bewegen, zu essen, zu schlafen und zu verleumden, aber die aussätzige Ansteckung kann schon Wurzeln geschlagen haben. Ebenso können Verräter noch vegetieren, aber sie sind der menschlichen Würde verlustig geworden. Auf diese Art kann man die weisen Gesetze beobachten, welche die lebendigen Stufen zur Höheren Welt begründen.

    129. Man kann sich über jeden Arzt freuen, der den Wunsch äußert, die Grundlagen über die Widerannäherung der Welten zu studieren. Wenn das dreifache Zeichen zur Dreieinigkeit führt, dann werden Beobachtungen am menschlichen Organismus notwendig und unvermeidlich. Die Grundlage der Dreiheit kann im ganzen Organismus zum Ausdruck kommen. Der Arzt muss über die Feinstoffliche Welt und die Höhere Welt unterrichtet sein. Nur dann kann er


die feinstofflichsten Zustände des Organismus begreifen. Dann wird Aum für ihn kein leerer Schall sein.

    130. Würde jemand auch nur die äußeren Ereignisse dieses Jahres bemerken, es ergäbe sich der beachtenswerteste Bericht über den Verlauf der Weltkonflikte. Obgleich dies nur eine Sammlung von äußeren Zeichen wäre, käme diese Liste dennoch einem historischen Dokument von höchster Bedeutung gleich. Natürlich sind die äußeren Zeichen nur Funken der inneren Regungen, und von diesen schrecklichen Perturbationen werden nur die Ergebensten nicht entsetzt sein.
    Man kann auch bemerken, dass bestimmte Personen mit den Weltereignissen in Verbindung stehen. Niemand kann verstehen, dass sich eine Weltbewegung in manchen Individuen verkörpert.

    131. Ein beunruhigtes Kind schmiegt sich nicht als Bittsteller an die Knie seiner Mutter, sondern im Gefühl fester Unterstützung und des Schutzes. Ebenso wendet sich ein bedrängter Mensch früher oder später der Höheren Welt zu. Wohin sonst sollte er gehen, der Rat unerbetener Zuschauer kann ihn verwirren, sein Herz jedoch wird insgeheim über das Höchste erbeben.

    132. Neben den vielen Auslegungen des Wortes Aum lasst uns daran erinnern, dass "A" der Gedanke ist - die Grundlage; "U" ist das Licht - der Uranfang; "M" ist das Geheimnis - das Mysterium.

    133. Wieder wird man gefragt, warum weiterhin von drei Aspekten gesprochen wird, wenn Aspekte darüber hinaus bekannt wird? Man sollte streng darauf hinweisen, dass es zwei Pfade gibt: den Pfad der Analyse und den der Synthese. Es sind viele Zustände dazwischen zu finden, so dass die Welten als ein vereintes Ganzes erscheinen. Später aber ist es wiederum notwendig,


die Hauptgruppen auseinanderzurollen, und wir gelangen wieder zum dreifachen Aufbau.
    Sogar auf Erden können sehr unterschiedliche Geistigkeitsgrade wahrgenommen werden. Man kann sehen, wie Menschen die Feinstoffliche Welt manchmal beinahe berühren, weil das Bewusstsein in einigen Schichten der Feinstofflichen Welt über das irdische Bewusstsein nicht hinausreicht. Daher berühren sich die Welten nicht nur, sondern gehen sogar ineinander über. Das Gesetz der Aufeinanderfolge tritt in der ganzen Natur in Erscheinung. Auch die sich gleichsam jenseits der Sphärengrenzen vollziehenden Katastrophen entsprechen grundsätzlich einem außerirdischen Rhythmus.
    Deshalb wollen wir nicht teilen, wenn eine genaue Gruppierung zu Recht besteht. Der Mensch ist von klaren Vorstellungen so weit abgewichen, dass er die einfachsten Tore durchschreiten muss.

    134. Für den Menschen sind wirkliche Anerkennung sowie die Erkenntnis der Höheren Welt unerlässlich. Religionssysteme haben die schrecklichsten Kriege verursacht. Die erschütterndsten Grausamkeiten entstanden durch verkrampfte Gedanken über die Höhere Welt. Dieser schreckliche Zustand weist darauf hin, dass die Höhere Welt in ihrer ganzen Erhabenheit nicht begriffen wird.
    Erkenntnis der herrlichen, erhabenen Welt wird einen Strom wahren Denkens auslösen. Nicht der Totschläger wird die Höhere Well erkennen, sondern der weise Schöpfer. Auf dem Höhepunkt des Geistes kann der Mensch der Vereinigung mit der Höheren Welt teilhaftig werden.
    Daher wird die Menschheit nur durch das wahre Begreifen der Höheren Welt das Gleichgewicht erlangen.

    135. Gleichgewicht stellt die Daseinsgrundlage dar.


Wann verliert denn der Mensch im irdischen Leben das Gleichgewicht? Wenn er zerrüttet und krank ist, dann wankt er und schreitet, nach allen möglichen Gegenständen greifend, tastend dahin. Geschieht nicht das gleiche, wenn der Mensch geistig krank ist und in seiner Beziehung zur Höheren Welt das Gleichgewicht verliert?
    Fragt Menschen verschiedenen Glaubens, wie gefestigt ihre Vorstellung über die Höhere Welt ist. Ihr werdet viele ausweichende Antworten erhalten. Viele werden die Antwort überhaupt verweigern und sich unter scheinheiligem Vorwand, über ein solches Thema nicht zu sprechen, verbergen. Andere werden auswendig gelernte Formeln wiederholen, die nicht aus dem Herzen kommen. Eine dritte Gruppe wird behaupten, die Welt sei 2000 Jahre v.Chr. erschaffen worden. Auf diese Weise könnt ihr, anstatt mit Liebe und Feierlichkeit erfüllte vergeistigte Antworten, Berge trockener Blätter erhalten
    Indes sollte das Leben an sich, als Widerspiegelung unsichtbaren Seins, das Bewusstsein des Menschen anregen. Das halbe Leben wird einem mysteriösen Zustand zugesprochen, der von der Wissenschaft nicht geklärt wurde. Darüber hinaus kann jedes feinfühlige Auge und Ohr vieles, was über das tägliche Leben hinausgeht, wahrnehmen.
    Die Menschen betrachten Gleichgültigkeit und Stumpfheit als Gleichgewicht, aber die Natur selbst gibt einem ein, dass Gleichgewicht Anspannung ist. Betrachtet Anspannung als Annäherung zum Pfad der Erfüllung.
    136. Denkt inmitten erhabenster Worte daran, dass bei jeder Schenkung ein Teil vom Erhaltenen für den allgemeinen Nutzen abgetreten werden sollte. Nicht nur materiell,


sondern auch geistig muss dieser Grundsatz als ein zum Gleichgewicht führendes Gesetz verstanden werden.

    137. Die Bewohnbarkeit der Himmelskörper wird bis heute bezweifelt. Sogar die besten Astronomen zögern, über diese Frage eine Meinung abzugeben. Der Grund dafür liegt hauptsachlich im Eigendünkel des Menschen. Er will neben dem irdischen Verkörperungszustand keinen anderen gelten lassen. Ein weiteres Hindernis ist Furcht vor Unbegrenztheit. Gewiss, nicht viele wagen es, über einen entfernten Riesen wie Antares,5 der im Meer der Milchstraße einen unbegrenzten Raum vermuten lässt, nachzudenken. Indes sollten die Menschen die fernen Welten als bewohnt betrachten.
    Die Menschen können sich ihnen im irdischen Zustand nicht nähern, jedoch im feinstofflichen Körper haben sich diesen Planeten die besten Geister genähert und Erinnerungen über ihre Oberflächenstruktur, Färbung und Bewohner mitgebracht. Solche Erfahrungen sind selten, aber sie werden dennoch gemacht. Sie können das Bewusstsein über die unbegrenzte Wirklichkeit stärken. Neben den drei unsichtbaren Welten müssen auch die bewohnten Welten anerkannt werden. Man muss diese Gedankenmeere, aus denen die Sphärenmusik erklingt, begreifen. Daher wollen wir unsere Gedanken sorgfältig den fernen Freunden, Mitarbeitern und Beschützern zuwenden. Der Gedanke, dass diese fernen Welten bewohnt sind, ist keine überirdische Phantasie. Der Mensch wird den irdischen Pfad entschlossen beschreiten, wenn er weiß, dass er von Herrlichkeit umgeben ist.

    138. Die Weisen haben öfter als einmal geraten, sich enger an die Erde zu halten. Widerspricht dieser Rat nicht


den Gedanken an die Unbegrenztheit? Ganz und gar nicht. Wir sind auf der Erde inkarniert, und dafür gibt es viele Gründe. Wenn wir in unserer Nachtwache die Erde zu behüten haben, müssen wir sie auch lieben. Es ist unmöglich, sich um etwas zu sorgen, das man nicht liebt.
    Die erde ist noch voll von unerschöpflichen Reichtümern. Man kann den Planeten durch Vervollkommnung seiner Gesundheit stärken. In gesunden Verhältnissen auf Erden sollte man die Höhere Herrlichkeit nicht vergessen. Auf diese Weise vollzieht sich wahres Gleichgewicht.

    139. In der Schatzkammer der Welt gibt es viele Bündnisse und Legenden, welche die Höhere Welt bestätigen. Die Menschen können sich nicht damit rechtfertigen, indem sie sagen, es fehle an Hinweisen, die zum Wissen führten. Für gewöhnlich hört man Klagen, dass es an Wissen, als Pfad zur Höheren Welt, fehle. Solches Gejammer ist scheinheilig! Diese Unzufriedenen wollen sich nicht der Muhe unterziehen, die Quellen ausfindig zu machen. Man kann bemerken, wie sehr bestrebte Menschen sogar unter den ungünstigen Verhältnissen die Kraft aufbringen, das Licht zu entdecken. Wir behüten diese Lichtträger, die die unglaublichen Schwierigkeiten bewältigen.
    Das Gesetz wurde gegeben, der Pfad gewiesen - möge der Suchende finden!

    140. Der Gedanke ist der wahre Freund des Suchenden. Der Gedanke regiert alles. Der Gedanke liegt jeder Muskelbewegung zugrunde. Der Gedanke leitet und bestätigt. Der Gedanke findet den Weg zu den Bündnissen und Erlassen. Wird der Gedanke nicht missachtet, so lehrt er, zwischen dem Höheren und dem Niederen zu unterscheiden. Der Gedanke lebt ewiglich und unbegrenzt. Er bestätigt die Regung und die Erkenntnis des Rhythmus. Der Gedanke verlässt einen weder


bei Tag noch bei Nacht. Der Gedanke erhebt das Bewusstsein, wenn der Denkprozess gepflegt wird.

    141. Der Mensch schafft oder zerstört in jedem Augenblick. Die Welt ist erfüllt von sich bekämpfenden Gedanken. Viele Krankheiten wurden durch zerstörende Gedanken verursacht. Viele Morde werden infolge Gedanken aus weiter Entfernung begangen oder infolge sich kreuzender Gedanken, aber es ist fast unmöglich, dem Menschen bewusst zu machen, dass sein Vorrecht im stetigen Denken besteht. Es ist unmöglich, dem Menschen einzuprägen, welche Verantwortung er für die Beschaffenheit seines Denkens hat. Das Herz schlägt unaufhörlich, ebenso unaufhörlich pulsiert der Gedanke. Jedoch darüber zu sprechen, ist nicht üblich.
    Der Mensch schafft oder zerstört!

    142. Die Wahnsinnigen, sie wissen nicht, was sie besitzen! Die Menschen tadeln gewöhnlich die Verschwendung, jedoch wird der Gedanke nicht auch vergeudet? Wird nicht die mit solcher Schwierigkeit erlangte große Gabe zunichte gemacht? Der Gedanke, als die große Gabe des Lehrers, wird durch unwissendes Handeln zunichte gemacht. In der Meinung, nicht denken zu müssen, schicken sich die Menschen auf diese Weise an, ihren Planeten zu verraten. Wir haben bereits auf die Bedeutung der Gedanken hingewiesen und werden auf dieses Thema wieder zurückkommen. Wie man einem Kranken die Medizin öfter eingeben muss, so werden auch Wir nicht müde, die erste Grundlage des Aum zu bestätigen.

    143. Nun lasst uns dem zweiten Zeichen dieser Dreieinigen Bezeichnung, dem Uranfang-Licht, zuwenden. Die Menschen haben den Begriff Licht dermaßen mit Beleuchtung verwechselt, dass sie sich Licht als Energie nicht vorstellen können. Wir wollen nicht in die Unbegrenztheit blicken, in der


der Gedanke und das Licht sowie alles Bestehende zu einer Einheit verschmelzen, sondern nach irdischem Verstehen Licht als eine heilsame Energie begreifen, ohne die Leben nicht möglich ist. Licht ist der durchdringendste Rettungsbote. Man kann Nutzfeuer vom kosmischen Licht deutlich unterscheiden. Nicht Feuer, sondern ein Leuchten umgibt jedes Lebewesen. Der wohlwollende Denker ist von einem Regenbogen umgeben und bringt durch sein Licht Heilung. So oft haben Wir die Zukunft dieser Ausstrahlungen vorausgesagt. Wir sagten, dass mit diesem Kriterium der ganze Lebensaufbau umgewandelt wird. Man kann Licht mit Recht den zur Erneuerung führenden Anfang nennen. Gedanke und Licht sind so eng verbunden, das der Gedanke lichtstrahlend genannt werden kann.

    144. Ein in Verzweiflung geratener Mensch spricht von undurchdringlicher Finsternis. Das Licht ist erloschen, sagt der Hoffnungslose. Wirklich alles, was sich auf die leuchtende Zukunft bezieht, steht mit dem Licht in Zusammenhang. Aber die Menschen verstehen es nicht, sich des Lichts als Energie zu erfreuen. Sowohl der Arzt als auch der Gelehrte machen sich gleichermaßen schuldig, wenn sie nicht die Gelegenheit nutzen, bei Verwendung des Lichts zur Heilung die Bedeutung des Lichts auf die Muskeln, die Knochen und die Nerven zu erklären. Das Gehirn lebt durch das Licht, die Lebenssubstanz des Gehirns braucht die Lichtstrahlen Man kann alle physiologischen Bedingungen aufzählen, sie alle werden die Lehre des Lichts unter Beweis stellen.
    Man sollte gespannte Aufmerksamkeit entwickeln, um zu beachten, welch bemerkenswerter Austausch sich zwischen Ausstrahlungen von denkenden Menschen und äußeren Strahlen


der Unbegrenztheit vollzieht - die räumlichen Strahlen spannen sich wie Silberfäden. Bei elektrischen Erscheinungen kann eine Verdichtung des Lichts wahrgenommen werden. Die Hand des Menschen ruft ein wunderbares Feuer aus dem Raum hervor. Ur[usvati] weiß, dass durch eine einzige Berührung eine nicht versengende Flamme emporlodert. Solche Erscheinungen sind selten, aber sie kommen vor und weisen darauf hin, welche Bedeutung die Verbindung höherer Geistigkeit bei Übertragung des räumlichen Stromes hat. Aber solche Zeichen müssen völlig gelassen aufgenommen werden Licht ist mit Reizbarkeit und Furcht unvereinbar.

    145. Furcht und Schrecken schaffen eine eigenartige Anziehungskraft. Aber man kann sich vorstellen, was von diesem finsteren Magneten angezogen wird! Die Menschen bemerken, dass Furcht die Sicht trübt, denn den vom Schrecken Besessenen umfängt Finsternis.